Vergesslichkeit: Auswirkungen. Ursachen, Tipps

Vergesslichkeit kann schon richtig nerven. Gerade noch den Kopf voller Informationen, scheint plötzlich ein Schalter umgelegt – alles weg, wie gelöscht. Manchmal hilft intensives Nachdenken und langes Grübeln, damit wieder einfällt, was durch die Vergesslichkeit verloren gegangen ist. Oft kommt die Erinnerung aber erst viel zu spät oder die Vergesslichkeit ist von Dauer. Aber Vergesslichkeit ist nicht nur nervig, sondern teilweise auch höchst unprofessionell und damit problematisch für die Karriere. Leider kann sich Vergesslichkeit aber in jeder Situation zeigen und zahlreiche Beispiele gibt es nicht nur im Privatleben, sondern eben auch im Job. Wir erklären mögliche Ursachen für die Vergesslichkeit und geben Tipps, wie Sie diese überwinden können…

Vergesslichkeit: Auswirkungen. Ursachen, Tipps

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Vergesslichkeit: Wenn Wissen und Informationen verschwinden

Von Vergesslichkeit wird gesprochen, wenn Sie sich einfach nicht an Informationen, Daten, Fakten, Namen oder andere Dinge erinnern können, obwohl Sie sich ganz sicher sind, dass Sie diese eigentlich kennen und aus dem Gedächtnis abrufen können müssten.

Dieses Phänomen hat jeder schon einmal erlebt und es kann in den unterschiedlichsten Situationen auftreten. Einige besonders häufige und bekannte Beispiele von Vergesslichkeit sind…

  • Sie wollen sich auf den Weg machen, haben aber keine Idee, wo Sie Ihr Smartphone oder den Schlüssel abgelegt haben.
  • Sie stehen im Supermarkt und wissen plötzlich nicht mehr, was Sie einkaufen wollten.
  • Ihnen fällt das Passwort, das Sie schon hundert Mal genutzt haben, nicht ein.
  • Beim Bezahlen wollen Sie Ihre PIN eingeben, doch kommen nicht auf die Zahlen.
  • Während eines Gesprächs haben Sie Wortfindungsschwierigkeiten.
  • Auf dem Weg auf den Parkplatz oder ins Parkhaus stellen Sie fest, dass Sie nicht mehr wissen, wo Sie das Auto geparkt haben.
  • Sie greifen zum Hörer doch können sich nicht an die Telefonnummer erinnern.

Solch alltägliche Vergesslichkeit ist zwar ärgerlich – und oftmals auch unangenehm – doch halten sich die Konsequenzen meist in Grenzen. Im Job kommt Vergesslichkeit hingegen gar nicht gut an – weder bei Kollegen noch beim Chef und schon gar nicht bei Kunden.

Aus Vergesslichkeit eine wichtige Mail nicht abschicken, ein Meeting verpassen oder den Termin mit einem Kunden vergessen? Oder Sie treffen einen wichtigen Business-Kontakt und Ihnen fällt der Name nicht ein. Für Erfolg und Laufbahn nicht sonderlich hilfreich und im Wiederholungsfall ist Vergesslichkeit sogar ein wahrer Karrierekiller.

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Stress sorgt für Vergesslichkeit

Zwar kann Vergesslichkeit immer und überall auftreten – eine Ursache ist jedoch besonders im Job vorhanden: Stress. Zu viel der Anspannung und Anstrengung kann auf Dauer nicht nur zu einem https://karrierebibel.de/burnout/ führen, sondern auch dazu, dass wir unser Gedächtnis überstrapazieren und förmlich abnutzen.

Es ist in diesem Fall eine Art mentale Erschöpfung, die zur Vergesslichkeit führen kann. Die Synapsen laufen dauerhaft auf Hochtouren, es wird über unzählige Dinge nachgedacht, die Kapazitäten werden maximal ausgelastet – da kommt es vermehrt zu, dass Informationen, Fakten oder Details vergessen werden.

Doch nicht alle Arten von Stressfaktoren führen dazu, dass wir mit zunehmender Vergesslichkeit zu kämpfen haben. Es gibt durchaus auch einen positiven Stress, den Eustress, der unsere Leistungsfähigkeit ankurbelt und uns einen Motivationskick gibt.

Der ungesunde Disstress dagegen belastet uns und mindert auf lange Sicht unsere berufliche und private Performance – und das merken wir nicht nur daran, dass wir immer mehr Dinge vergessen.

Der ungesunde Stress setzt bei dafür anfälligen Personen eine Kaskade an Nebenerscheinungen in Gang. Stehen wir vor einer oder gleich mehreren Aufgaben, die wir nicht auf Anhieb bewältigen können, versetzt das unseren Körper in einen Kampfmodus. Die Folge: Er schüttet vermehrt Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin aber auch Corticoide aus, die ihm bei der Bewältigung der Aufgabe helfen sollen. Zusätzlich steigt der Blutdruck und das Herz schlägt schneller.

Das alles ist ein Erbe unserer Vorfahren, die sich mit diesen körperlichen Reaktionen gegen Feinde wehren oder aus einer gefährlichen Situation befreien mussten.

Im heutigen Büroalltag bleibt der abschließende Kampf aber aus – jedenfalls der physische – und wir auf den Stresshormonen sitzen. Die lagern sich im Gehirn an und können dort zu irreparablen Schäden führen. Die Folge: Unser Kurzzeitgedächtnis und Konzentrationsfähigkeit leiden. Bleibt der Disstress länger bestehen, kann auch das Langzeitgedächtnis betroffen sein und eine beginnende Demenz verschlimmern.

Weitere Ursachen für Vergesslichkeit

Es ist ganz normal, hin und wieder Dinge zu vergessen. Manchmal sind wir mit den Gedanken einfach woanders oder bringen Informationen durcheinander, wobei manches verloren geht. So ist es etwa beim klassischen Beispiel im Supermarkt: Sie konzentrieren sich so sehr auf einen Teil der Besorgungen, dass Sie zuhause feststellen, dass Sie drei andere Dinge nicht mitgebracht haben.

Auch Müdigkeit kann zu Vergesslichkeit führen, wenn die kognitiven Fähigkeiten deshalb nicht ganz auf dem gewohnten Niveau funktionieren.

Im Normalfall müssen Sie sich über gelegentliche Vergesslichkeit deshalb keine Sorgen machen. Allerdings kann chronische Vergesslichkeit auch ein Symptom sein – und in diesem Fall sollten Sie genauer darauf achten.

Eine häufige Befürchtung bei wachsender Vergesslichkeit: Demenz. Zwar handelt es sich dabei um ein Symptom der Krankheit, doch kommen meist andere Schwierigkeiten wie ein nachlassender Orientierungssinn oder Sprachprobleme hinzu. Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet also gleich eine beginnende Demenz oder Alzheimer-Erkrankung.

Andere Ursachen für häufige Vergesslichkeit können Flüssigkeitsmangel oder auch Mangelernährung sein. Doch auch der Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten kann zu Vergesslichkeit führen.

Mit einem Arzt sollten Sie über Ihre Vergesslichkeit sprechen, wenn diese zum chronischen Dauerzustand wird und Sie zunehmend darunter leiden. Selbst wenn es sich um eine harmlose Ursache handelt, ist es in einem solchen Fall besser, eine Diagnose vom Arzt zu haben.

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Tipps: So bekämpfen Sie Ihre Vergesslichkeit

Für all diejenigen, die von allzu viel Vergesslichkeit geplagt sind, haben wir eine gute Nachricht. Sie können etwas dagegen tun. Und zwar folgendermaßen:

  • Entspannen Sie sich

    Mit gezielten Entspannungsübungen können Sie gegen den Stress angehen. Auch Yoga Übungen oder die progressive Muskelrelaxation sind tolle Methoden, um den Körper aktiv zu entspannen und ihm die Möglichkeit zu geben, wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu kommen. Wer entspannt ist, neigt weniger zu Vergesslichkeit und kann sich besser konzentrieren.

  • Achten Sie auf Ihren Körper

    Viele Ursachen der Vergesslichkeit können umgangen werden, wenn Sie auf sich und Ihren Körper achten. Ruhen Sie sich genügend aus, sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen, trinken Sie viel Wasser und ernähren Sie sich gesund sowie ausgewogen.

    Indem Sie auf diese Dinge achten, schaffen Sie die besten Voraussetzungen für Ihr Gedächtnis, um weniger unter Vergesslichkeit zu leiden. Gerade im steigenden Alter ist dies besonders wichtig.

  • Treiben Sie Sport

    Eine weitere gute Möglichkeit ist Sport und hier vor allem eine Sportart oder Bewegungsabläufe, die Sie noch nicht kennen. Damit tun Sie ihrem Körper in doppelter Hinsicht etwas Gutes. Die sportliche Betätigung gibt dem Körper die Gelegenheit, die überschüssigen Stresshormone abzubauen und wieder auf ein normales Maß zurückzufahren.

    Auf der anderen Seite trainieren neue Bewegungsmuster und -abläufe aber auch das Gedächtnis. Wir müssen uns auf die neue Aufgabe konzentrieren und können nicht mehr in Gedanken unserer Arbeit nachhängen. Das macht Platz für neue Eindrücke und trägt zusätzlich dazu bei, dass wir uns entspannen können.

  • Sorgen Sie für die richtigen Umstände

    Großer Druck und zahlreiche Ablenkungen machen es schwerer, sich an bestimmte Dinge zu erinnern. Falls Sie die Chancen dazu haben, sollten Sie sich deshalb lieber einen Moment zurückziehen. Oft fällt Ihnen dann schon wieder ein, was gerade noch aufgrund von Vergesslichkeit nicht in den Sinn kommen wollte.

    Dies zeigt sich beispielsweise oftmals beim Einkaufen. Im Geschäft wissen Sie genau, dass noch etwas fehlt – doch erst wenn Sie den Einkauf abgeschlossen haben und sich auf den Weg machen, fällt es Ihnen wieder ein.

  • Entlasten Sie das Gehirn

    Ist Ihnen der Begriff digitale Demenz schon einmal begegnet? Den gibt es tatsächlich nicht zu unrecht. Studien deuten darauf hin, dass ein exzessiver Gebrauch der neuen Medien und des Smartphones dazu beitragen, dass wir uns ständig überlasten und in der Folge Dinge schlechter merken können. Kurz gesagt: Ständiger digitaler Konsum fördert Vergesslichkeit.

    Der Ausweg: Weg vom Smartphone! Auch dafür gibt es einen schönen englischen Ausdruck – digital Detox. Fangen Sie zum Beispiel damit an, dass Sie ihre Arbeitspausen bewusster nutzen. Also nicht damit zubringen, den Facebook-Feed oder die neuesten Posts auf Instagram zu checken. Vielmehr sollten Sie ganz gezielt das Smartphone ausgeschaltet lassen und am besten direkt vom Schreibtisch verbannen.

  • Vermeiden Sie Multitasking

    Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeiter, die zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen müssen, zu mehr Flüchtigkeitsfehlern neigen und Details vergessen. Die geistige Leistungsfähigkeit der überforderten Arbeitnehmer gleicht der von Menschen, die eine Nacht lang nicht geschlafen haben. Wollen Sie zu viel auf einmal erledigen, sorgt das für Vergesslichkeit.

    Was hilft? Verabschieden Sie sich vom Multitasking und bearbeiten Sie Aufgaben nacheinander. Müssen trotzdem mehrere Aufgaben nahezu gleichzeitig erledigt werden, versuchen Sie es mit der Pomodoro Technik. Dabei werden die Aufgaben in kleine Intervall aufgeteilt, was Ihnen die Chance gibt, Sie nacheinander zu bearbeiten.

  • Nutzen Sie Mnemotechniken

    Die Mnemotechniken sind Merktechniken aus dem Gedächtnistraining. Sie helfen dabei, umfangreiche Informationen zu behalten und damit der Vergesslichkeit entgegenzuwirken.

    Beim Gedächtnistraining gibt es verschiedene Methoden, die angewendet werden können. Beliebt für lange ToDo-Listen oder Zahlenreihen (wie beispielsweise Telefonnummern) sind die Geschichten- oder Loci-Techniken (von lateinisch locus – Ort, Platz).

    Die Idee dahinter ist einfach: Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch einen Ihnen gut bekannten Raum. Wenn Sie sich eine lange Liste von Dingen merken möchten, teilen Sie jedem Gegenstand in diesem Raum, an dem Sie vorbeigehen, ein Objekt Ihrer Merkliste zu. Um sich später daran zu erinnern, müssen Sie den imaginären Weg mit den gemerkten Dingen noch einmal Schritt für Schritt entlang gehen.

    Mit der Geschichten-Technik funktioniert es analog: Statt sich unzusammenhängende Liste von Gesprächspunkten oder Zahlen zu merken, verknüpfen Sie diese zu einer Geschichte. Um es etwas einfacher zu machen, wir zuvor für jede Zahl ein Gegenstand gesucht, mit dem sie künftig assoziiert wird. Eine Null könnte beispielsweise ein Ei sein, eine Zwei eine Nase…

    Möchten Sie sich später an eine bestimmte Telefonnummer erinnern, müssen Sie nur an die Geschichte denken – und schon haben Sie sie. Natürlich funktionieren diese Techniken nicht von heute auf morgen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn wie wir gesehen haben, trainieren neue Eindrücke unser Gehirn und bekämpfen so die Vergesslichkeit.

Apps gegen die Vergesslichkeit

Trotz digital Detox und der Empfehlung das Smartphone so wenig wie möglich zu nutzen, kann es uns helfen, unsere Vergesslichkeit zu reduzieren – wenn wir es richtig machen. Mit passenden Apps können Sie der Vergesslichkeit entgegenwirken, Informationen leicht auffindbar zwischenspeichern oder die Organisation verbessern.

Wir haben eine Übersicht mit einigen Apps zusammengestellt, die gegen die Vergesslichkeit helfen können:



Evernote

Diese App hilft dabei, schnelle Notizen zu machen und Bilder zu ordnen. Über eine Schnittstelle ist auch das Arbeiten zusammen mit den Kollegen möglich. So können beispielsweise Notizen geteilt oder zugewiesen werden. Evernote ist für Android und iOS erhältlich. Alternativen für Android: Microsoft OneNote, Simplenote oder ClevNote.

Microsoft Outlook

Der Klassiker unter den Office-Produkten. Terminkalender, Kontakte und Emails können mit dieser App ganz einfach organisiert werden. Outlook gibt es nur für Android-Telefone. Besitzer eines iPhones können mit QuickCal oder miCal ähnliche Ergebnisse erzielen.

Slack

Für den schnellen Austausch unter Kollegen in Gruppenchats oder auch um Dokumente schnell und einfach von einem Smartphone oder PC (die App gibt ist für beide Hardware-Komponeten geeignet) hin und her zu bewegen, ist Slack eine gute Option. Gibt es sowohl für Android als auch iOS.

EboBirthday

Schon wieder den Geburtstag des Kunden vergessen? Damit das in Zukunft nicht mehr vorkommt, gibt es verschiedene Apps, die Nachrichten pünktlich vor dem Termin verschicken. Nicht nur Geburts-, sondern auch andere wichtige Daten wie beispielsweise Firmenjubiläen lassen sich mit dieser App verwalten. Aktuell gibt es sie nur für Android. Alternativen für iOS heißen Birthdays, Countdowns oder Countdown Timer Plus.

Einstein Gehirntrainer

Möchten Sie aktiv Ihr Gehirn trainieren? Dann gibt es auch dafür die passende App: Gehirntraining hat gleich 30 verschiedene Aufgaben, mit denen Sie kurzweilig die Leistungsfähigkeit Ihres Kopfes steigern können. Die App gibt es für iOS. Allerdings ist die App kostenpflichtig. Weitere Alternativen (für beide Betriebssysteme): Lumosity (iOS, Android), Elevate (iOS, Android) und Peak (iOS, Android).



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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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7. Mai 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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