Vergesslichkeit: Ursachen + 7 Tipps, die wirklich helfen

Vergesslichkeit kann richtig nerven. Gerade noch den Kopf voller Informationen, scheint plötzlich ein Schalter umgelegt – alles weg, wie gelöscht. Manchmal hilft intensives Nachdenken und langes Grübeln, damit wieder einfällt, was Sie vergessen haben. Oft kommt die Erinnerung aber erst viel zu spät oder die Vergesslichkeit ist von Dauer. Ständiges Vergessen ist dabei nicht nur ärgerlich, sondern höchst unprofessionell und problematisch für die Karriere. Deshalb erklären wir Ihnen, welche Ursachen dahinter stehen und was Sie gegen die Vergesslichkeit tun können…

Vergesslichkeit: Ursachen + 7 Tipps, die wirklich helfen

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Vergesslichkeit: Wenn Wissen und Informationen verschwinden

Von Vergesslichkeit wird gesprochen, wenn Sie sich einfach nicht an Informationen, Daten, Fakten, Namen oder andere Dinge erinnern können, obwohl Sie sich ganz sicher sind, dass Sie diese eigentlich kennen und aus dem Gedächtnis abrufen können müssten. Dieses Phänomen hat jeder schon einmal erlebt und es kann in den unterschiedlichsten Situationen auftreten. Einige besonders häufige und bekannte Beispiele von Vergesslichkeit sind…

  • Sie wollen sich auf den Weg machen, haben aber keine Idee, wo Sie Ihr Smartphone oder den Schlüssel abgelegt haben.
  • Sie stehen im Supermarkt und wissen plötzlich nicht mehr, was Sie einkaufen wollten.
  • Ihnen fällt das Passwort, das Sie schon hundert Mal genutzt haben, nicht ein.
  • Beim Bezahlen wollen Sie Ihre PIN eingeben, doch kommen nicht auf die Zahlen.
  • Während eines Gesprächs haben Sie Wortfindungsschwierigkeiten.
  • Auf dem Weg zum Parkplatz oder ins Parkhaus stellen Sie fest, dass Sie nicht mehr wissen, wo Ihr Auto steht.
  • Sie greifen zum Hörer und wissen die Telefonnummer nicht mehr.

Solch alltägliche Vergesslichkeit ist zwar ärgerlich – und oftmals auch unangenehm – doch halten sich die Konsequenzen meist in Grenzen. Im Job kommt Vergesslichkeit hingegen gar nicht gut an – weder bei Kollegen noch beim Chef und schon gar nicht bei Kunden.

Aus Vergesslichkeit eine wichtige Mail nicht abschicken, ein Meeting verpassen oder den Termin mit einem Kunden vergessen? Oder Sie treffen einen wichtigen Business-Kontakt und Ihnen fällt der Name nicht ein. Für Erfolg und Laufbahn gar nicht hilfreich und im Wiederholungsfall ist Vergesslichkeit sogar ein wahrer Karrierekiller.

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Ursachen: Woher kommt die Vergesslichkeit?

Manchmal sind wir mit den Gedanken einfach woanders oder bringen Informationen durcheinander. Hinter der Vergesslichkeit können aber auch konkrete Ursachen stehen: Müdigkeit reduziert beispielsweise die kognitiven Fähigkeiten und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Dinge vergessen. Gleiches gilt für körperliche und psychische Erschöpfung. Je schlapper Sie sind, desto vergesslicher werden Sie.

Andere Ursachen für Vergesslichkeit können Flüssigkeitsmangel oder Mangelernährung sein. Doch auch der Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten kann zu Vergesslichkeit führen. In anderen Fällen kann häufiges Vergessen durch Krankheiten gefördert oder hervorgerufen werden – dazu zählen Erkrankungen der Schilddrüse, Herzschwäche oder Blutarmut.

Kann man durch Stress vergesslich werden?

Klare Antwort: Ja! Stress ist sogar eine besonders häufige Ursache für Vergesslichkeit. Gerade im Job führen große Anspannung und Anstrengung zur Überstrapazierung des Gedächtnisses. Wir nutzen unseren Denkapparat förmlich ab. Dadurch entsteht eine mentale Erschöpfung, die vergesslich macht. Die Synapsen laufen dauerhaft auf Hochtouren, es wird über unzählige Dinge nachgedacht, die Kapazitäten werden maximal und darüber hinaus ausgelastet – da gehen Informationen, Fakten und Details vermehrt verloren.

Doch nicht alle Arten von Stressfaktoren führen zwangsläufig zu mehr Vergesslichkeit. Es gibt einen positiven Stress, den Eustress, der unsere Leistungsfähigkeit ankurbelt und einen Motivationskick gibt. Der ungesunde Disstress dagegen belastet und unser Kurzzeitgedächtnis sowie die Konzentrationsfähigkeit leiden.

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Wann ist Vergesslichkeit ein Grund zur Sorge?

Es ist ganz normal, hin und wieder Dinge zu vergessen. In der Regel müssen Sie sich über gelegentliche Vergesslichkeit deshalb keine Sorgen machen. Allerdings kann chronische Vergesslichkeit auch ein Symptom sein – und in diesem Fall sollten Sie genauer darauf achten. Eine häufige Befürchtung bei wachsender Vergesslichkeit: Demenz.

Vergesslichkeit ist ein Symptom der Krankheit – aber eben nur eins. Meist kommen andere Schwierigkeiten wie ein nachlassender Orientierungssinn oder Sprachprobleme hinzu. Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet also gleich eine beginnende Demenz oder Alzheimer-Erkrankung.

Mit einem Arzt sollten Sie über Ihre Vergesslichkeit sprechen, wenn diese zum chronischen Dauerzustand wird und Sie zunehmend darunter leiden. Selbst wenn es sich um eine harmlose Ursache handelt, ist es in einem solchen Fall besser, eine Diagnose vom Arzt zu haben.

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Tipps: Was kann man gegen Vergesslichkeit tun?

Für all diejenigen, die von allzu viel Vergesslichkeit geplagt sind, haben wir eine gute Nachricht. Sie können etwas dagegen tun. Und zwar folgendermaßen:

  • Entspannen Sie sich
    Gezielten Entspannungsübungen packen die Vergesslichkeit an der Wurzel, indem Stress und Erschöpfung reduziert werden. Auch Yoga Übungen oder die progressive Muskelrelaxation sind tolle Methoden, um den Körper aktiv zu entspannen und ihm die Möglichkeit zu geben, wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu kommen. Wer entspannt ist, neigt weniger zu Vergesslichkeit und kann sich besser konzentrieren.
  • Achten Sie auf Ihren Körper
    Viele Ursachen der Vergesslichkeit können Sie ausschalten, wenn Sie auf sich und Ihren Körper achten. Ruhen Sie sich genügend aus, sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen, trinken Sie viel Wasser und ernähren Sie sich gesund und ausgewogen. So schaffen Sie die besten Voraussetzungen für Ihr Gedächtnis. Gerade im steigenden Alter ist dies besonders wichtig.
  • Treiben Sie Sport
    Eine weitere gute Möglichkeit ist regelmäßiger Sport. Gerade Sportarten oder Bewegungsabläufe, die Sie noch nicht kennen. Damit tun Sie ihrem Körper in doppelter Hinsicht etwas Gutes. Die sportliche Betätigung gibt dem Körper die Gelegenheit, die überschüssigen Stresshormone abzubauen und wieder auf ein normales Maß zurückzufahren. Auf der anderen Seite trainieren neue Bewegungsmuster und -abläufe – aber auch das Gedächtnis..
  • Sorgen Sie für die richtigen Umstände
    Großer Druck und zahlreiche Ablenkungen machen es schwerer, sich an bestimmte Dinge zu erinnern. Falls Sie die Chancen dazu haben, sollten Sie sich deshalb lieber einen Moment zurückziehen. Oft fällt Ihnen dann schon wieder ein, was gerade noch von der eigenen Vergesslichkeit beiseite gewischt wurde. Deshalb fällt immer erst nach dem Einkaufen wieder ein, was man vergessen hat.
  • Entlasten Sie das Gehirn
    Digitale Demenz beschreibt die Vergesslichkeit und Unwissenheit durch ständigen digitalen Konsum. Die Lösung: Weg vom Smartphone. Dabei spricht man vom digital Detox. Gönnen Sie sich häufiger Auszeiten vom Bildschirm. Ihr Gedächtnis wird es Ihnen danken.
  • Vermeiden Sie Multitasking
    Wer vieles gleichzeitig macht, macht mehr Fehler. Multitasking funktioniert nicht, da sind sich Experten längst sicher. Die geistige Leistungsfähigkeit der überforderten Arbeitnehmer gleicht der von Menschen, die eine Nacht lang nicht geschlafen haben. Anders ausgedrückt: Wenn Sie zu viel auf einmal machen, steigt die Vergesslichkeit. Konzentrieren Sie sich lieber auf eine Sache nach der anderen.
  • Nutzen Sie Mnemotechniken
    Die Mnemotechniken sind Merktechniken aus dem Gedächtnistraining. Sie helfen dabei, umfangreiche Informationen zu behalten und damit der Vergesslichkeit entgegenzuwirken. Bekannt sind beispielsweise die Geschichten- oder Loci-Techniken. Welche Mnemotechnik Sie nutzen, ist am Ende persönliche Vorliebe. Probieren Sie aus, was für Sie funktioniert.
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Apps gegen die Vergesslichkeit

Trotz Digital Detox und der Empfehlung das Smartphone weniger zu nutzen, kann es uns helfen, unsere Vergesslichkeit zu reduzieren – wenn wir es richtig machen. Mit passenden Apps können Sie der Vergesslichkeit entgegenwirken, Informationen leicht auffindbar zwischenspeichern oder die Organisation verbessern.

Wir haben eine kleine Übersicht mit Apps zusammengestellt, die gegen die Vergesslichkeit helfen können:

  • Evernote
    Mit dieser App können Sie schnelle Notizen machen und Bilder ordnen. Über eine Schnittstelle ist auch das Arbeiten zusammen mit den Kollegen möglich. So können beispielsweise Notizen geteilt oder zugewiesen werden. Evernote ist für Android und iOS erhältlich. Alternativen für Android: Microsoft OneNote, Simplenote oder ClevNote.
  • Microsoft Outlook
    Der Klassiker unter den Office-Produkten. Terminkalender, Kontakte und Emails können mit dieser App ganz einfach organisiert werden. Android-Nutzer können die App HIER herunterladen. Für iOS kann Outlook für das iPhone, ein iPad oder eine iWatch ebenfalls installiert werden. Alternativen für Apple-Nutzer sind QuickCal oder miCal.
  • Slack
    Für den schnellen Austausch unter Kollegen in Gruppenchats oder auch um Dokumente schnell und einfach von einem Smartphone oder PC (die App gibt ist für beide geeignet) hin und her zu bewegen, ist Slack eine gute Option. Gibt es sowohl für Android als auch iOS.
  • EboBirthday
    Schon wieder den Geburtstag des Kunden vergessen? Damit das in Zukunft nicht mehr vorkommt, gibt es verschiedene Apps, die Nachrichten pünktlich vor dem Termin verschicken. Nicht nur Geburts-, sondern auch andere wichtige Daten wie beispielsweise Firmenjubiläen lassen sich mit dieser App verwalten. Aktuell gibt es sie nur für Android. Alternativen für iOS heißen Birthdays, Countdowns oder Countdown Timer Plus.
  • Einstein Gehirntrainer
    Möchten Sie aktiv Ihr Gehirn trainieren? Dann gibt es auch dafür die passende App: Gehirntraining hat gleich 30 verschiedene Aufgaben, mit denen Sie kurzweilig die Leistungsfähigkeit Ihres Kopfes steigern können. Die App gibt es für iOS und Android. Allerdings ist die App kostenpflichtig. Weitere Alternativen (für beide Betriebssysteme): Lumosity (iOS, Android), Elevate (iOS, Android) und Peak (iOS, Android).

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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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27. Oktober 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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