Vergesslichkeit bekämpfen: So geht’s

Vergesslichkeit kann schon richtig nerven. Stellen Sie sich vor, Sie treffen einen alten Businesskontakt nach einiger Zeit wieder und können sich einfach nicht an seinen oder ihren Namen erinnern. Ganz schön unangenehm. Oder Ihnen fällt die Durchwahl des Teamleiters einfach nicht ein, mit dem Sie doch noch gestern gesprochen haben. Beispiele für Vergesslichkeit gibt es genug – leider. Woher sie kommt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier…

Vergesslichkeit bekämpfen: So geht's

Stress sorgt für Vergesslichkeit

Natürlich gibt es zahlreiche Gründe dafür, warum wir hin und wieder Dinge vergessen und zum Beispiel unseren Schlüssel suchen. Wenn es bei einzelnen Vorfällen bleibt, ist das auch nicht weiter schlimm. Das wird es erst, wenn die Vergesslichkeit chronisch wird und im schlimmsten Fall in einer Demenz endet.

Ein Auslöser dafür, der vielen Arbeitnehmern täglich begegnet, ist Stress. Zu viel Stress kann nicht nur zu dem gefürchteten https://karrierebibel.de/burnout/ führen, sondern auch dazu, dass wir unser Gedächtnis überstrapazieren und förmlich abnutzen.

Doch nicht alle Arten von Stressfaktoren führen dazu, dass wir mit zunehmender Vergesslichkeit zu kämpfen haben. Es gibt durchaus auch einen positiven Stress, den Eustress, der unsere Leistungsfähigkeit ankurbelt und uns einen Motivationskick gibt.

Der ungesunde Disstress dagegen belastet uns und mindert auf lange Sicht unsere berufliche und private Performance – und das merken wir nicht nur daran, dass wir immer mehr Dinge vergessen.

Der ungesunde Stress setzt bei dafür anfälligen Personen eine Kaskade an Nebenerscheinungen in Gang. Stehen wir vor einer oder gleich mehreren Aufgaben, die wir nicht auf Anhieb bewältigen können, versetzt das unseren Körper in einen Kampfmodus. Die Folge: Er schüttet vermehrt Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin aber auch Corticoide aus, die ihm bei der Bewältigung der Aufgabe helfen sollen. Zusätzlich steigt der Blutdruck und das Herz schlägt schneller.

Das alles ist ein Erbe unserer Vorfahren, die sich mit diesen körperlichen Reaktionen gegen Feinde wehren oder aus einer gefährlichen Situation befreien mussten.

Im heutigen Büroalltag bleibt der abschließende Kampf aber aus – jedenfalls der physische – und wir auf den Stresshormonen sitzen. Die lagern sich im Gehirn an und können dort zu irreparablen Schäden führen. Die Folge: Unser Kurzzeitgedächtnis und Konzentrationsfähigkeit leiden. Bleibt der Disstress länger bestehen, kann auch das Langzeitgedächtnis betroffen sein und eine beginnende Demenz verschlimmern.

Vergesslichkeit lässt sich abschalten

Für all Diejenigen, die von allzu viel Vergesslichkeit geplagt sind, haben wir eine gute Nachricht. Sie können etwas dagegen tun. Und zwar folgendermaßen:

  • Entspannen Sie sich

    Mit gezielten Entspannungsübungen können Sie gegen den Stress angehen. Auch Yoga Übungen oder die progressive Muskelrelaxation sind tolle Methoden, um den Körper aktiv zu entspannen und ihm die Möglichkeit zu geben, wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu kommen.

  • Treiben Sie Sport

    Eine weitere gute Möglichkeit ist Sport und hier vor allem eine Sportart oder Bewegungsabläufe, die Sie noch nicht kennen. Damit tun Sie ihrem Körper in doppelter Hinsicht etwas Gutes. Die sportliche Betätigung gibt dem Körper die Gelegenheit, die überschüssigen Stresshormone abzubauen und wieder auf ein normales Maß zurückzufahren.

    Auf der anderen Seite trainieren neue Bewegungsmuster und -abläufe aber auch unser Oberstübchen. Wir müssen uns auf die neue Aufgabe konzentrieren und können nicht mehr in Gedanken unserer Arbeit nachhängen. Das macht Platz für neue Eindrücke und trägt zusätzlich dazu bei, dass wir uns entspannen können.

  • Entlasten Sie das Gehirn

    Ist Ihnen der Begriff digitale Demenz schon einmal begegnet? Den gibt es tatsächlich nicht zu unrecht. Studien deuten darauf hin, dass ein exzessiver Gebrauch der neuen Medien und des Smartphones dazu beitragen, dass wir uns ständig überlasten und in der Folge Dinge schlechter merken können.

    Der Ausweg: Weg vom Smartphone! Auch dafür gibt es einen schönen englischen Ausdruck – digital Detox. Fangen Sie zum Beispiel damit an, dass Sie ihre Arbeitspausen bewusster nutzen. Also nicht damit zubringen, den Facebook-Feed oder die neuesten Posts auf Instagram zu checken. Vielmehr sollten Sie ganz gezielt das Smartphone ausgeschaltet lassen und am besten direkt vom Schreibtisch verbannen.

  • Vermeiden Sie Multitasking

    Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeiter, die zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen müssen, zu mehr Flüchtigkeitsfehlern neigen und Details vergessen. Die geistige Leistungsfähigkeit der überforderten Arbeitnehmer gleicht der von Menschen, die eine Nacht lang nicht geschlafen haben. Mit anderen Worten: Konzentriertes Arbeiten sieht anders aus.

    Was hilft? Verabschieden Sie sich vom Multitasking und bearbeiten Sie Aufgaben nacheinander. Müssen trotzdem mehrere Aufgaben nahezu gleichzeitig erledigt werden, versuchen Sie es mit der Pomodoro Technik. Dabei werden die Aufgaben in kleine Intervall aufgeteilt, was Ihnen die Chance gibt, Sie nacheinander zu bearbeiten.

    Das kostet im ersten Moment vielleicht etwas Überwindung, zahlt sich langfristig aber aus – und nicht nur deshalb, weil sich Ihre Vergesslichkeit reduziert.

  • Nutzen Sie Mnemotechnik

    Die Mnemotechnik ist ein Gedächtnistraining, das aus der antiken Rhetorik stammt. Ursprünglich wurde sie dazu entwickelt, den Rhetoren beim Einprägen ihrer Reden zur helfen – die konnten im schlimmsten Fall nämlich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang dauern.

    Bei diesem Gedächtnistraining gibt es verschiedene Methoden, die angewendet werden. Beliebt für lange To-Do-Listen oder Zahlenreihen (wie beispielsweise Telefonnummern) sind die Geschichten- oder Loci-Techniken (von lateinisch locus – Ort, Platz).

    Die Idee dahinter ist einfach: Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch einen Ihnen gut bekannten Raum. Wenn Sie sich eine lange Liste von Dingen merken möchten, teilen Sie jedem Gegenstand in diesem Raum, an dem Sie vorbeigehen, ein Objekt Ihrer Merkliste zu.

    Wenn Sie später im Meeting sitzen und die Dinge Ihrer Liste referieren möchten, gehen Sie diesen Raum wieder Schritt für Schritt ab und rufen sich so die Dinge in Erinnerung.

    Mit der Geschichten-Technik funktioniert es analog: Statt sich unzusammenhängende Liste von Gesprächspunkten oder Zahlen zu merken, verknüpfen Sie diese zu einer Geschichte. Um es etwas einfacher zu machen, wir zuvor für jede Zahl ein Gegenstand gesucht, mit dem sie künftig assoziiert wird. Eine Null könnte beispielsweise ein Ei sein, eine Zwei eine Nase…

    Möchten Sie sich später an eine bestimmte Telefonnummer erinnern, müssen Sie nur an die Geschichte denken – und schon haben Sie sie. Natürlich funktionieren diese Techniken nicht von heute auf morgen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn wie wir gesehen haben, trainieren neue Eindrücke unser Gehirn und bekämpfen so die Vergesslichkeit.

Apps gegen die Vergesslichkeit

Apps gegen die VergesslichkeitTrotz digital Detox und der Empfehlung das Smartphone so wenig wie möglich zu nutzen, kann es uns helfen, unsere Vergesslichkeit zu reduzieren – wenn wir es richtig machen. Apps tragen dazu bei, unseren Büroalltag zu organisieren und die Abläufe effizienter zu gestalten. Der nette Nebeneffekt: Was wir uns nicht merken müssen, können wir auch nicht vergessen.

  • Evernote

    Diese App hilft uns dabei, schnelle Notizen zu machen und Bilder zu ordnen. Über eine Schnittstelle ist auch das Arbeiten zusammen mit den Kollegen möglich. So können beispielsweise Notizen geteilt oder zugewiesen werden. Evernote ist für Android und iOS erhältlich. Alternativen für Android: Microsoft OneNote, Simplenote oder ClevNote.

  • Microsoft Outlook

    Der Klassiker unter den Office-Produkten. Terminkalender, Kontakte und Emails können mit dieser App ganz einfach organisiert werden. Outlook gibt es nur für Android-Telefone. Besitzer eines iPhones können mit QuickCal oder miCal ähnliche Ergebnisse erzielen.

  • Slack

    Für den schnellen Austausch unter Kollegen in Gruppenchats oder auch um Dokumente schnell und einfach von einem Smartphone oder PC (die App gibt ist für beide Hardware-Komponeten geeignet) hin und her zu bewegen, ist Slack eine gute Option. Gibt es sowohl für Android als auch iOS.

  • EboBirthday

    Schon wieder den Geburtstag des Kunden vergessen? Damit das in Zukunft nicht mehr vorkommt, gibt es verschiedene Apps, die Nachrichten pünktlich vor dem Termin verschicken. Nicht nur Geburts-, sondern auch andere wichtige Daten wie beispielsweise Firmenjubiläen lassen sich mit dieser App verwalten. Aktuell gibt es sie nur für Android. Alternativen für iOS heißen Birthdays, Countdowns oder Countdown Timer Plus.

  • Einstein Gehirntrainer

    Möchten Sie aktiv Ihr Gehirn trainieren? Dann gibt es auch dafür die passende App: Gehirntraining hat gleich 30 verschiedene Aufgaben, mit denen Sie kurzweilig die Leistungsfähigkeit Ihres Kopfes steigern können. Die App gibt es für iOS. Weitere Alternativen (für beide Betriebssysteme): Lumosity (iOS, Android), Elevate (iOS, Android) und Peak (iOS, Android).

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[Bildnachweis: Mangostar by Shutterstock.com]
6. Januar 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.

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