Bitte nicht stören: Ruhemodus im Handy und Büro aktivieren

„Bitte nicht stören!“ – auf dem Smartphone geht das ganz leicht. Ob Android oder Apple’s iOS: Einfach den „Bitte nicht stören“-Modus aktivieren – schon bleibt das Handy stumm. Ton und Vibration werden ausgeschaltet, visuelle Störungen blockiert. Aber wie funktioniert das auf der Arbeit und im Büro? Dort lassen sich Unterbrechungen nicht ganz so leicht einschränken. Stattdessen stürmen die Kollegen ins Büro, quasseln munter drauflos oder telefonieren am Schreibtisch nebenan, als müssten Sie gegen die Turbine eines Kampfjets anreden. An Ruhe ist nicht zu denken. Wie sagt man in einer solchen Situation kollegial „Bitte nicht stören!“, ohne den oder die Kollegin vor den Kopf zu stoßen? Hier ein paar Tipps und Anregungen…

Bitte nicht stören: Ruhemodus im Handy und Büro aktivieren

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Bitte nicht stören: Darf ich Kollegen abweisen?

Grundsätzlich ist es ja eine nette Geste, wenn Kollegen mit einem plaudern wollen. Nur: falscher Ort, falscher Zeitpunkt!

Jetzt den Kollegen kühl abweisen? Ist das nicht etwas brüsk? Darf man das überhaupt? Kurze Antwort: Ja, dürfen Sie. Jederzeit. Höflichkeit ist keine Einbahnstraße. So wie Sie sich gerade Gedanken machen, niemanden zu brüskieren, wenn Sie mal nicht gestört werden wollen, so sollten sich auch die Kollegen vorab fragen: „Störe ich vielleicht gerade?“

Sie kennen vielleicht den Witz und Büro-Dialog:

„Entschuldigung, darf ich dich gerade kurz stören?“

„Ja, was ist?“

„Nichts. Ich wollte dich nur kurz stören.“

Das ist natürlich Satire und Frechheit pur. Mit Humor ausgestattet, kann man darüber auch lachen. Allerdings nicht in einer Situation, in der man tatsächlich gerade ungestört sein will und seine Ruhe braucht. Das Verständnis dafür sowie gegenseitige Rücksichtnahme sind also selbstverständlich und ein Gebot des Respekts und Miteinanders im Job. Ohne Einschränkung.

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Bitte nicht stören: Ruhemodus am Smartphone

Nochmal zurück zum Handy: Falls Sie sich gerade fragen, wie Sie den Ruhemodus beziehungsweise die Bitte-nicht-stören-Funktion am Smartphone aktivieren können: So geht’s…

Ruhemodus in Android

➠ Einstellungen öffnen ➠ „Mein Gerät“ auswählen ➠ Option „Ruhemodus“ aktivieren.
In der Kategorie „Zulässige Kontakte“ können Sie zudem wichtige Kontakte auswählen (Freunde, Eltern), die Sie trotz Ruhemodus erreichen können. Im Menü „Uhrzeit einstellen“ lassen sich überdies Zeiträume definieren, in denen der Ruhe- beziehungsweise Schlafmodus automatisch aktiviert wird.

Nicht stören in iOS

➠ Einstellungen öffnen ➠ Menüpunkt „Nicht stören“ auswählen ➠ „Nicht stören“ direkt aktivieren oder geplante Zeiträume für den Schlafmodus definieren.
Auch hier können Sie im Menü weiter unten ausgewählte Anrufer („Favoriten“) zulassen oder die Funktion „Wiederholte Anrufe“ aktivieren. Wer mehrfach anruft, wird beim zweiten Mal durchgestellt – trotz Ruhemodus.

Bitte nicht stören Whatsapp

Wenn Sie auf Ihrem Smartphone die Ruhefunktion richtig und „immer“ aktiviert haben, werden dabei sämtliche Nachrichten unterdrückt – auch die von Whatsapp, anderen Messengern und Mails.

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Recht auf Ungestörtheit

„Bitte nicht stören!“ – So lautet nicht nur der Titel einer US-amerikanischen Filmkomödie aus dem Jahr 1965 mit Doris Day und Rod Taylor in den Hauptrollen. Es ist ein Grundrecht im Job auch mal ungestört zu bleiben.

Wir verstehen natürlich, dass niemand unhöflich erscheinen möchte, indem er oder sie einem Kollegen die Tür weist oder genervt mit den Augen rollt. Ist ja auch nicht nett. Außerdem möchte man selbst auch nicht so behandelt werden, wenn man einen Kollegen mal zum falschen Zeitpunkt erwischt.

ABER: Die Perspektive ist hier entscheidend. Ihre Bedürfnisse nach Ruhe und Ungestörtheit sind nicht weniger wichtig als die Bedürfnisse eines Kollegen, der vielleicht gerade einen Kaffee mit Ihnen trinken und quatschen will. Sie daddeln schließlich nicht bloß rum, sondern versuchen gerade ein Problem zu lösen, Ihre Arbeit zu machen. Dafür werden Sie schließlich bezahlt.

Damit haben Sie ein paar handfeste Argumente gegen die Unterbrechung und für den berechtigten Wunsch, jetzt bitte nicht gestört werden zu wollen:

  • Sie kommen sonst in Zeitnot. Deadlines sind im Job nie weit entfernt. Irgendwas Dringendes ist immer. Ein kurzer Plausch mit der lieben Kollegin aus dem Nachbarbüro kann zwar kurzfristig die Laune heben, doch bezahlen Sie das anschließend mit größerem Stress und Zeitdruck, weil die Präsentation für den Kunden immer noch rechtzeitig fertig werden muss.
  • Die Ergebnisse verschlechtern sich. Nicht nur Sie müssen nach dem Smalltalk mit den Kollegen einen Zahn zulegen, um fertig zu werden – Ihre Gesprächspartner müssen es auch. Noch dazu können solche Unterbrechungen und Störfaktoren – laut Studien – die Fehlerquote verdoppeln.
  • Ihre Konzentration ist vorbei. Länger als 90 Minuten am Stück können wir uns nicht konzentrieren. Danach raten Experten zu einer kurzen Pause. Innerhalb dieser 90 Minuten aber sind Unterbrechungen ein echter Produktivitätskiller, weil es teils bis zu elf Minuten dauern kann, bis wir danach den Faden wieder aufgenommen haben und den Gedanken fortsetzen können, an dem wir unterbrochen wurden.

Der Wunsch – „Bitte nicht stören!“ – ist also mehr als gerechtfertigt. Eine Entschuldigung benötigen Sie dazu definitiv nicht.

Eher Fingerspitzengefühl, um den Störenfried abzuweisen, ohne dass der oder die sich gleich persönlich beleidigt fühlt. Wie heißt es so richtig: „Der Ton macht die Musik!“

Wie wirkt das Bitte-nicht-stören-Schild im Hotel?

Wer schon einmal im Hotel übernachtet hat, kennt das „Bitte-nicht-stören-Schild“ (Englisch: „Do not disturb“), das Sie außen an die Hotelzimmertür hängen können. Aber ist das eigentlich bindend? Außer im Notfall: Ja! Die Privatsphäre des Gastes ist in der Hotelbranche ein hohes Gut. Wenn draußen das „Bitte nicht stören“-Schild an der Tür hängt, ist das Personal angehalten, nicht hinein zu kommen. Klopfen dürfen Zimmermädchen trotzdem, hereinkommen nicht. Das Öffnen der Tür trotz des „Bitte nicht Stören“-Schildes sei ein „massiver Eingriff in die Privatsphäre des Hotelgastes“ urteilten die Richter des Frankfurter Landgerichts (AZ 2-19 O 153/08). Im konkreten Fall begründete das Eindringen des Personals gegen den ausdrücklichen Wunsch des Hotelgastes gar einen Reisemangel – und damit einen finanziellen Schadenersatz.


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Tipps, wie Sie Kollegen höflich abweisen

Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so schwer, Kollegen freundlich darauf hinzuweisen, dass man aktuell leider keine Zeit für sie oder ihn hat. Schließlich arbeitet man zusammen und weiß, wie stressig es manchmal zugehen kann. Allerdings gibt es einige Dinge, auf die Sie achten sollten, wenn Sie einem Kollegen sagen, dass Sie gerade bitte nicht gestört werden wollen:

  1. Zeigen Sie, dass Sie beschäftigt sind
    Vorbeugen ist besser als jede Selbsterklärung. Und hinweisen besser als abweisen. Im besten Fall können Sie Kollegen vorab informieren, dass Sie für eine bestimmte Zeit Ruhe brauchen. Schließen Sie beispielsweise die Bürotür (samt Türschild) als Zeichen, dass Sie gerade nicht gestört werden wollen oder setzen Sie Kopfhörer auf oder vereinbaren Sie ein anderes Zeichen, damit Ihre Kollegen sehen und wissen, wann Sie Ihr Anliegen besser verschieben.
  2. Bleiben Sie freundlich
    Die wichtigste Grundregel: Ja, Sie wurden gerade unterbrochen und sind vielleicht in Gedanken noch in Ihre Aufgabe vertieft, doch sollten Sie es sich verkneifen, den Kollegen deswegen anzufahren. In 98 Prozent der Fälle war es keine böswillige Absicht, sondern schlechtes Timing und Gedankenlosigkeit. Das mag ärgerlich sein, zeugt nicht von bester Kinderstube, rechtfertigt aber keinen Wutanfall.
  3. Begründen Sie Ihr Verhalten
    „Ich kann jetzt nicht“, wird kaum den gewünschten Effekt erzielen. Ihr Gegenüber weiß jetzt nicht so recht: „Liegt es an mir oder dem Job?“ Auf mehr Verständnis stoßen Sie, wenn Sie eine passende Begründung gleich mitliefern und beispielsweise sagen, an welchem Projekt Sie gerade arbeiten und warum sich dies im Moment nicht aufschieben lässt.
  4. Bieten Sie einen späteren Zeitpunkt an
    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Jetzt passt es zwar nicht, dafür später umso besser. Wenn Sie gleichzeitig deutlich machen, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt sehr gerne auf das Angebot des gemeinsamen Kaffees zurückkommen, nimmt niemand mehr die Abweisung persönlich. Ist sie ja auch nicht. Auf diese charmante Lösung lassen sich die meisten gerne ein. Im Zweifel spendieren dann eben Sie den Kaffee.

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[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]
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14. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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