Bitte nicht stören: Kollegen höflich abweisen

Sie kommen gut voran und stecken gerade tief in der Konzentration, weil noch schief endlose Aufgaben erledigt werden müssen, obwohl eigentlich keine Zeit dafür ist. Doch wenn Sie so weiter machen, schaffen Sie es locker und haben am Ende sogar noch Zeit, sich zur Belohnung einen Kaffee zu gönnen. Doch immer genau dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann, klopft der Kollege an, will ein bisschen quatschen oder gemeinsam einen Kaffee trinken. Grundsätzlich eine liebe Geste, nur das Timing ist absolut schlecht. Eine Zwickmühle. Man muss weitermachen, will aber auch nicht unhöflich sein. Wir zeigen, wie Sie einen Kollegen höflich abweisen…

Bitte nicht stören: Kollegen höflich abweisen

Bitte nicht stören: Darf man Kollegen abweisen?

Die meisten haben das gleiche Problem, wenn es darum geht, eine Kollegen zu sagen, dass man gerade bitte nicht gestört werden möchte: Niemand möchte unhöflich erscheinen. Schließlich gehört es sich einfach nicht, dem anderen die Tür vor der Nase zuzuschlagen oder – falls kein eigenes Büro vorhanden ist – genervt mit den Augen zu rollen und zu sagen, dass man gerade einfach keine Zeit hat.

Immerhin möchte man selbst auch nicht so behandelt werden, wenn man einen Kollegen mal zum falschen Zeitpunkt erwischt. Also nimmt man sich dann doch die Zeit, lässt die Arbeit liegen und widmet sich dem Gespräch. Sicherlich die nettere Variante, aber ob es auch die beste und richtige ist?

Manchmal ist es durchaus angebracht, sich erst einmal auf die wirklich wichtige Dinge zu konzentrieren: Die vor Ihnen liegenden Aufgaben. Denn wenn Sie das nicht tun, warten vermutlich einige Probleme auf Sie.

  • Sie kommen in Zeitnot. Deadlines sind im Job eigentlich nie weit entfernt. Kurz mit dem freundlichen Kollegen aus dem Nachbarbüro zu reden kann zwar kurzfristig die Laune heben, doch sorgen Sie damit für größeren Stress und Zeitdruck bei sich selbst, um doch noch die Präsentation für den Kunden rechtzeitig fertig zu machen.
  • Die Ergebnisse verschlechtern sich. Nicht nur müssen Sie nach den Plausch mit den Kollegen einen Zahn zulegen, um noch rechtzeitig fertig zu werden, sondern auch alle Gedanken, die Sie sich bereits zurecht gelegt haben oder verschiedene Ideen, die Sie noch umsetzen wollten, sind nach der Unterbrechung meist wie weggeblasen.
  • Ihre Konzentration ist vorbei. Den meisten fällt es schwer genug, sich für längere Zeit wirklich konzentriert einer Aufgabe zu widmen. Irgendwas kommt immer dazwischen: Facebook, E-Mail oder auch ein Anruf. Noch schwerer ist es jedoch, sich im Anschluss wieder neu zu konzentrieren und genauso vertief zu arbeiten, wie man es vorher geschafft hat.

Bleibt nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass der Kollege Verständnis für die eigene Situation aufbringt und sich nicht persönlich beleidigt fühlt. Entscheidend dafür ist auch, wie Sie Ihren Gegenüber abweisen. Denn wie heißt es so schön: Der Ton macht die Musik!

Tipps, wie Sie Kollegen höflich abweisen

Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so schwer, einen Kollegen freundlich darauf hinzuweisen, dass man aktuell leider keine Zeit für ihn hat. Außerdem sind die wenigsten so empfindlich, dass sie darauf gereizt oder beleidigt reagieren. Schließlich arbeitet man zusammen und weiß, wie stressig es manchmal zugehen kann. Allerdings gibt es einige Dinge, auf die Sie achten sollten, wenn Sie einem Kollegen sagen, dass Sie gerade bitte nicht gestört werden wollen:

  1. Bleiben Sie freundlich

    Die wichtigste Grundregel: Ja, Sie wurden gerade unterbrochen und sind vielleicht in Gedanken noch in Ihre Aufgabe vertieft, doch sollten Sie es sich verkneifen, den Kollegen anzufahren. In 98 Prozent der Fälle war es schließlich keine böswillige Absicht, sondern einfach schlechtes Timing. Das mag ärgerlich sein, rechtfertigt aber auch keinen Wutanfall.

  2. Begründen Sie Ihr Verhalten

    Ich kann jetzt nicht alleine würde vermutlich den gewünschten Effekt erzielen, ist jedoch alles andere als freundlich. Auf mehr Verständnis stoßen Sie, wenn Sie die passende Begründung liefern und beispielsweise sagen, an welchem Projekt Sie gerade arbeiten und warum sich dies im Moment nicht aufschieben lässt.

  3. Zeigen Sie, dass Sie beschäftigt sind

    Im besten Fall können Sie einen Kollegen sogar schon freundlich abweisen, bevor dieser Sie überhaupt unterbrechen kann. Schließen Sie beispielsweise die Bürotür als Zeichen, dass Sie gerade bitte nicht gestört werden wollen oder vereinbaren Sie ein anderes Zeichen, damit Ihre Kollegen wissen, wann Sie an Anliegen lieber auf später verschieben sollten.

  4. Machen Sie einen späteren Zeitpunkt aus

    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Jetzt passt es zwar gerade nicht, doch machen Sie deutlich, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt sehr gerne auf das Angebot des gemeinsamen Kaffees zurückkommen werden. Das ist eine charmante Lösung und die meisten lassen sich gerne auf die Verzögerung ein.

[Bildnachweis: YAKOBCHUK VIACHESLAV by Shutterstock.com]
26. September 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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