Entschuldigung: Wie Sie sich richtig entschuldigen

Irren ist menschlich. Und Peinliches passiert. Entsprechend: Wer einen Fehler macht, sollte sich dafür entschuldigen. Eine Entschuldigung beweist nicht nur menschliche Größe. Sie ist auch Balsam für Beziehungen. Leugnen – auch wenn das die meisten versuchen – wäre absolut verkehrt. Schließlich sind Fehler wie Schutzimpfungen: Sie stärken unser kognitives Immunsystem und bewahren uns davor, denselben Fehler ein zweites Mal zu begehen (vorausgesetzt, wir sind bereit, daraus zu lernen). Bitten Sie also formvollendet um Entschuldigung, aber bleiben Sie dabei stets sachlich und souverän. Einem theatralischen Ausbruch Ihrer Zerknirschung, wie in Japan üblich, möchte hierzulande keiner beiwohnen…

Entschuldigung: Wie Sie sich richtig entschuldigen

Definition: Kann man sich überhaupt entschuldigen?

Das Wort Entschuldigung kommt uns in der Regel in zwei Situationen über die Lippen:

  • Als Eingeständnis eines Fehlers oder eines Versäumnisses – beispielsweise wenn Sie einen Abgabetermin vergessen oder einen Denkfehler begangen haben. Oft auch, weil wir etwas Falsches gesagt haben und merken, dass das unser Gegenüber (unbeabsichtigt) getroffen hat.
  • Oder aber als Teil einer Höflichkeitsformel. Das passiert zum Beispiel regelmäßig wenn Sie jemanden versehentlich angerempelt haben, um Nachsicht bitten oder nach dem Weg fragen.

In beiden Situation wird gerne semantisch darüber gestritten, dass man sich gar nicht selbst entschuldigen könne. Die Schuld könne einem schließlich nur der Geschädigte erlassen. Deshalb könne man nur um Verzeihung, Vergebung oder eben um Entschuldigung bitten – sich aber nicht selbst entschuldigen.

Wer die Sprache beim Wort nimmt, mag damit recht haben – vergisst aber zugleich die Moral von der Geschichte: Wer seine Schuld anerkennt und deshalb Abbitte leistet, darf (bis auf seltene Ausnahmen) erwarten, dass ihm vergeben wird. Schließlich sind wir alle nicht ohne Schuld und Fehler. Wer sich also sprach-rhetorisch erhöht und darauf verweist, dass die Selbstentschuldigung unmöglich sei, übersieht womöglich, morgen schon die Person zu sein, die auf Vergebung hofft.

Es tut mir Leid: Tipps für die richtige Entschuldigung

Wie aber geht es nun richtig? Wie kann man sich richtig entschuldigen (oder perfekt um Entschuldigung bitten)?

Dazu gibt es inzwischen zahlreiche Studien aus der Psychologie und Soziologie. Zum Beispiel: Es ist egal, ob eine Entschuldigung aufrichtig oder erzwungen ist. Betroffene beziehungsweise Geschädigte machen da überhaupt keinen Unterschied. Das ist etwa das Ergebnis eines interessanten Experiments des US-Psychologen Thomas Gilovich von der Cornell Universität.

Die Probanden verziehen dem Grobian sein Fehlverhalten in beiden Fällen. Hauptsache, der reuige Sünder gesteht seinen Fehler ein und sagt: „Es tut mir leid, bitte entschuldigt das.“

Eine erste Erkenntnis lautet deshalb: Es kommt vor allem darauf an, dass Sie überhaupt um Entschuldigung bitten.

Als zweites gilt: Entschuldigen Sie sich nicht dafür, was Sie denken, dass Sie falsch gemacht haben (selbst wenn es objektiv der Wahrheit entsprechen sollte). Entschuldigen Sie sich vielmehr für den Fehler, der ihr Gegenüber erzürnt hat. Die größten Chancen, ungeschoren davon zu kommen, haben Sie als Übeltäter, wenn Sie bedauern was man Ihnen vorwirft – und nicht was Sie in Ihren Augen verpatzt haben.

Überhaupt braucht eine gute und ehrliche Entschuldigung gar nicht viel. Außer Überwindung. Damit Ihre Entschuldigung ankommt und akzeptiert wird, haben wir die sechs wesentlichen Tipps für bessere Entschuldigungen zusammengestellt:

  • Entschuldigen Sie sich immer persönlich

    Ernst gemeinte und aufrichtige Entschuldigungen sind nichts für Telefonate oder E-Mails. Wenn Sie wollen, dass Sie ernst genommen werden, müssen Sie sich persönlich entschuldigen und Ihrem Gegenüber dabei in die Auge sehen, während Sie um Verzeihung bitten. Das macht es noch einmal schwerer, sorgt aber dafür, dass Ihre Geste wirklich verstanden wird und angenommen wird.

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  • Bitten Sie sofort um Entschuldigung

    Sie haben einen Fehler gemacht, jemanden verletzt oder verärgert? Dann ist eine Entschuldigung sofort angebracht und nicht erst mit Abstand von zwei Wochen. Je länger Sie warten, desto schwächer wird der Effekt und die Glaubwürdigkeit geht verloren.

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  • Reden Sie sich nicht raus

    Eine Entschuldigung ist nicht der Zeitpunkt, um sich endlose Ausreden einfallen zu lassen, warum es nicht Ihre Schuld war und das Sie eigentlich doch gar nichts dafür konnten. Sie haben etwas falsches getan oder falsch gelegen. Punkt. Aus. Ausreden können Sie sich sparen, da sie nur die Wirkung Ihrer Entschuldigung abschwächen.

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  • Sagen Sie, wofür genau Sie sich entschuldigen

    Auf ein allgemeines Entschuldigung… kommt meist die Frage: Wofür entschuldigst du dich denn genau? Ihren eigenen Fehler zu nennen, zeigt, dass Sie wissen, was Sie falsch gemacht haben und es wirklich ernst meinen, wenn Sie um Vergebung bitten.

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  • Bieten Sie eine Wiedergutmachung an

    Zusammen mit Ihrer Entschuldigung sollten Sie sich überlegen, wie Sie den Fehler wieder gut machen können. Können Sie dem Kollegen helfen, weil dieser durch Ihren Patzer mehr zu tun hat? Können Sie Ihrem Freund ein Bier ausgeben, weil Sie das letzte Treffen vergessen haben? Schon eine kleine Geste kann als Wiedergutmachung helfen.

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  • Geloben Sie Besserung

    Der krönende Abschluss einer Entschuldigung ist die Aussicht auf eine bessere Zukunft. Versichern Sie, dass es nicht noch einmal vorkommen wird und dass Sie von nun an ganz besonders auf Ihr Verhalten achten werden.

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Entschuldigung Sich Entschuldigen Schule Vorlage Grafik

Typischerweise gilt: Je mehr dieser Elemente eine Entschuldigung enthält, desto eher wird einem vergeben. Forschern zufolge sind dabei vor allem Punkt 3 und 5 von größter Bedeutung. Für die perfekte Entschuldigung sollten Sie also die volle Verantwortung übernehmen und eine Wiedergutmachung anbieten – ansonsten kann man sich die Entschuldigung auch sparen.

Gleichzeitig sei aber erwähnt: Mit Entschuldigungen sollten Sie nicht um sich werfen wie mit Bonbons im Karneval. Unbedacht und inflationär verwendet, verlieren Entschuldigungen ihre Kraft. Sie mögen es gut meinen, aber es gibt gute Gründe gegen den lapidaren Pardon:



Sie machen sich selbst klein.

Einen Fehler einzugestehen, demonstriert Größe. Sich immer nur zu entschuldigen ohne einen Anlass dafür zu haben, lässt Sie hingegen deutlich kleiner wirken, als Sie eigentlich sind. Auch wenn Sie freundlich sein wollen, dürfen Sie Selbstbewusstsein ausstrahlen und auch dazu stehen, wenn Ihnen etwas nicht gefällt.

Ihre echten Entschuldigungen verlieren an Wert.

Wenn Sie Entschuldigungen scheinbar willkürlich verteilen, werden Ihre Mitmenschen die ernst gemeinten Worte kaum noch von den unbewussten unterscheiden können. Eine wahrhaftige Entschuldigung, die Ihnen am Herzen liegt, wird dann auch abgetan und nicht gewürdigt, was nicht nur zu Streit führen kann, sondern auch zu Frustration.

Sie lernen nicht, mit Konflikten umzugehen.

Niemand streitet gerne, doch manche Konflikte sind einfach unvermeidbar und gehören zum sozialen Leben dazu. Jedem Konflikt durch voreilige Entschuldigungen aus dem Weg zu gehen, führt langfristig nur dazu, dass Sie nicht wissen, wie Sie sich in einer Konfliktsituation verhalten sollen.




Bausteine und Formulierungen einer gut gemeinten Entschuldigung

Um die möglichst perfekte Entschuldigung zu formulieren, braucht es deshalb zunächst einmal einen Überblick: Wer, was, wann, wo, warum? Und analysieren Sie das Problem:

  • Was ist schief gelaufen?
  • Wie konnte das passieren?
  • Waren Sie schlampig oder unaufmerksam?
  • Oder haben Sie einfach nur falsch und zu schnell reagiert?

Danach folgt der klassische Dreiklang der Schadensbegrenzung und Entschuldigung:



Entschuldigen Sie sich

Geben Sie zu, dass Sie einen Fehler gemacht haben und dazu stehen. Entschuldigen Sie sich in aller Form bei den Betroffenen und immer beim Chef. Erklären Sie (jetzt wissen Sie es ja), Ihrem Boss, was genau passiert ist und wie es dazu kam. Übernehmen Sie die Verantwortung – ohne Ausflüchte oder Rechtfertigungen (Umstände, Bad-Hair-Day, …), die die Schuldfrage nur verlagern sollen. Das wirkt verantwortungslos. Ganz schlecht: Kollegen anschwärzen. Egal, welche Rolle Sie im Team spielen – beweisen Sie Rückgrat.

Lernen Sie daraus

Erklären Sie nicht nur, wie es dazu kommen konnte. Das unterstreicht zwar Ihr Analysepotenzial. Hilft aber nicht in der Zukunft. Wichtiger ist jetzt die Fehlerquelle zu identifizieren und künftig ausschalten. Zeigen Sie also, dass und was Sie gelernt haben, und bieten Sie am besten gleich eine Lösung oder – falls nötig – Wiedergutmachung an. Zumindest aber einen Weg, um das Folgeproblem in den Griff zu bekommen. Das unterstreicht erneut, dass Sie die Verantwortung übernehmen. Nur: Machen Sie bei allem nicht zu viele Worte dabei. Das könnte wieder als Ablenkungsmanöver interpretiert werden. Kurze knappe Hauptsätze sind genau richtig.

Bewahren Sie Ruhe

Versuchen Sie bei allem auch Ihre Emotionen zu beherrschen und packen Sie die schlechte Nachricht weder in Watte, noch die Lösung in Präsentpapier. Und tränenreiche Selbstkasteiungen, wie in Japan üblich, will hierzulande keiner sehen. Wirkt auch extrem unsouverän. Sie haben einen Fehler gemacht, sich entschuldigt, daraus gelernt und eine Lösung gefunden. Nun ist es wichtig, dass auch Sie darüber hinweg kommen und sich nicht von peinlichen Schuldgefühlen blockieren lassen. Das bringt schließlich auch keinen weiter.




Gerade in Geschäftsbeziehungen können sich unbedachte Äußerungen schnell negativ auswirken. Vor allem, wenn diese in die Öffentlichkeit dringen. Daher haben wir für Sie noch zusätzlich einige Bausteine für Formulierungen gesammelt, die Sie ebenso für ein Entschuldigungsschreiben verwenden können:



Ich möchte mich von ganzem Herzen/aufrichtig bei Dir/Ihnen entschuldigen.

Dieser Fehler hätte uns nicht unterlaufen dürfen, wir möchten uns dafür entschuldigen.

Der Fehler liegt klar auf unserer Seite, wir bitten um Entschuldigung.

Mir ist versehentlich ein Missgeschick unterlaufen, für das ich Dich/Sie um Entschuldigung bitte.

Bitte glauben Sie mir/uns, dass dieser Fehler nicht erneut vorkommen wird.

Ich möchte mich in aller Form für mein Verhalten im gestrigen Meeting entschuldigen.

Wir bedauern aufrichtig diesen Fehler, bitte geben Sie uns die Gelegenheit, dies wieder gutzumachen.

Es tut mir leid, dass ich diesen Auftrag verbockt habe. Ich kümmere mich sofort um den verärgerten Kunden.

Wir möchten uns bei Ihnen für die entstandenen Unannehmlichkeiten aufgrund der mangelhaften Lieferung entschuldigen.

Ihr Ärger ist absolut verständlich, daher möchten wir Ihnen versichern, dass wir aus unseren Fehlern lernen.




Die Formulierungen können Sie sich zudem HIER als kostenloses PDF-Dokument herunterladen.

Manchmal kann im Business sogar die öffentliche Entschuldigung (per Video-Botschaft) der letzte Rettungsanker sein. Mehr darüber erfahren Sie in diesem PDF, das Sie sich ebenfalls gerne herunterladen können.

Vorlagen: Entschuldigungen für verschiedene Anlässe

Bei einer Entschuldigung können regelrecht die Worte fehlen. Was soll ich nur schreiben oder sagen? So sitzen viele unschlüssig vor einem leeren Blatt Papier oder einer E-Mail und wissen nicht, wo sie überhaupt anfangen sollen.

Um Ihnen zu helfen, haben wir zahlreiche Vorlagen für Entschuldigungen in unterschiedlichen Situationen erstellt. Diese können teils sofort genutzt werden, in anderen Fällen sind sie eher als Inspiration gedacht und sollten an die individuelle Situation angepasst werden:

Entschuldigung für Fehltage in der Schule

Solche Entschuldigungen für Fehltage in der Schule sind in der Regel formlos. Hier reichen oft zwei, drei Sätze.

Achten Sie nur darauf, dass Ihr Entschuldigungsschreiben neben dem Briefkopf mit Namen und Adresse das Datum sowie Ihre Unterschrift enthält.


Sehr geehrte Frau Mustermann,

aufgrund einer Erkältung konnte mein Sohn am Dienstag, dem 17. März 2020 leider nicht am Unterricht teilnehmen. Ich bitte Sie, sein Fehlen zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Schmitz


Sehr geehrter Herr Müller,

da meine Tochter unter hohem Fieber litt, konnte Sie im Zeitraum vom 17. März 2020 bis zum 25. März 2020 leider die Schule nicht besuchen. Hiermit bitte ich Sie, dieses Fehlen zu entschuldigen.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche. Mit freundlichen Grüßen
Vanessa Hofstadt

Wenn Sie diese Vorlagen verwenden wollen, können Sie diese gleich als kostenlose Word-Datei herunterladen:

Zwei weitere Muster für eine schriftliche Entschuldigung für die Schule können Sie sich HIER als kostenloses PDF-Dokument herunterladen.


Entschuldigung für den Sportunterricht

Manchmal kann ein Schüler zwar an anderen Unterrichtsstunden teilnehmen, darf aber nicht beim Sport mitmachen. Hier sollte eine entsprechende Entschuldigung für den Sport geschrieben werden, in der kurz erläutert wird, warum und für wie lange der Schüler beim Sport aussetzen muss.


Sehr geehrter Herr Konrad,

am Wochenende hat sich mein Sohn Felix bei einem Fußballturnier verletzt und eine Bänderdehnung erlitten. Auf Empfehlung des Arztes kann er deshalb in den nächsten vier Wochen leider nicht am Sportunterricht teilnehmen. Das Attest vom behandelnden Arzt haben wir dieser Entschuldigung beigefügt. Ich bitte Sie darum, den Ausfall zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Fischer


Sehr geehrte Frau Maier,

leider kann meine Tochter Melanie aus gesundheitlichen Gründen am 7. September 2020 nicht am Sportunterricht teilnehmen. Ich bitte Sie, dies zu entschuldigen. Voraussichtlich wird Melanie in der nächsten Woche wie gewohnt beim Sport mitmachen können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Sebastian Gerstens

Diese beiden kostenlosen Vorlagen für Entschuldigungen können Sie hier als Word-Datei herunterladen:


Entschuldigung an Kollegen

Im Job ist man nicht immer einer Meinung, manchmal werden Diskussionen zu hitzig geführt und auch mit der Konkurrenz kann es übertrieben werden. Dann ist es professionell und zeigt wahre Größe, wenn Sie sich entschuldigen.


Lieber Michael,

ich möchte mich aufrichtig bei dir entschuldigen. Meine Reaktion war unprofessionell und überzogen. Deine Kritik war durchaus berechtigt und mit etwas Zeit, um darüber nachzudenken, sehe ich die Verbesserungsmöglichkeiten, die deine Vorschläge bringen. Ich hoffe, du kannst mir die emotionale Reaktion verzeihen und wir können das Projekt weiterhin gemeinsam erfolgreich gestalten.

Beste Grüße
Tobias


Hallo Clara,

auf diesem Weg wollte ich dich noch einmal um Entschuldigung bitten. Mir war in dem Moment nicht bewusst, dass meine Aussagen in der Besprechung mit dem Kunden deine Planung untergraben. Das war in keiner Weise meine Absicht und wenn ich etwas tun kann, um dich nun zu unterstützen, dann sag mir bitte Bescheid. Ich möchte meinen Fehler gerne wieder gutmachen.

Freundliche Grüße
Matthias

Die kostenlosen Downloads als Word-Datei finden Sie hier:


Entschuldigung an den Chef

Nicht nur bei Kollegen, auch beim Chef müssen Sie sich möglicherweise entschuldigen. Ein blöder Fehler, der einen wichtigen Kunden verärgert oder eine Verzögerung, durch die eine Deadline bei Projekten nicht eingehalten werden kann – sowas kann zwar passieren, doch sollten Sie dann auch eine Entschuldigung vorbringen.


Sehr geehrter Herr Larson,

an dieser Stelle möchte ich Sie noch einmal um Entschuldigung für mein Verhalten beim Kundentermin am Montag bitten. Eine solch schlechte Vorbereitung ist mir bisher noch nie passiert – und ich werde mit größter Mühe daran arbeiten, dass es auch in Zukunft nicht erneut vorkommen wird. In der Zwischenzeit habe ich mich auch beim Kunden persönlich entschuldigt und einen Folgetermin vereinbart, um ihn doch noch von unserem Produkt zu überzeugen.

Mit freundlichen Grüßen
Konrad Stauck


Sehr geehrter Herr Mustermann,

ein solcher Fehler hätte natürlich nie passieren dürfen. Dafür entschuldige ich mich in aller Form und übernehme die Verantwortung. Ich habe bereits mit Frau Mayer telefoniert und den Fehler schnellstmöglich behoben. So sollte dieser zumindest keine weiteren Auswirkungen haben.

Mit besten Grüßen
Anna Kühn

Auch diese Vorlagen für Entschuldigungen können Sie als Word-Dokument herunterladen:


Entschuldigung an Freunde

Zu guter Letzt müssen Sie sich hin und wieder auch bei Freunden entschuldigen. Gründe dafür kann es viele geben: Eine unbedachte Aussage, die den anderen verärgert oder fehlende Hilfe, wenn der Freund diese benötigt hätte. Eine Entschuldigung kann helfen, die Wogen wieder zu glätten.


Liebe Julia,

ich kann gar nicht in Worte fassen, wie leid es mir tut. Es war vollkommen dumm von mir und ich hoffe, du kannst mir irgendwie verzeihen. Du bist mir sehr wichtig und deine Freundschaft bedeutet mir viel. Vielleicht können wir uns auf einen Kaffee treffen, um darüber zu reden.

Liebe Grüße
Kathrin


Lieber Philipp,

es tut mir so leid! Ich weiß, dass ich zugesagt habe, dir beim Umzug zu helfen und wollte dich nicht hängen lassen. Mein Chef hat mir kurzfristig eine zusätzliche Schicht aufgebrummt, weshalb ich es nicht geschafft habe. Wenn noch etwas zu tun ist, sag einfach Bescheid. Dann komme ich vorbei und bringe als Entschuldigung noch was zu essen mit.

Schuldbewusste Grüße
Martin

Entschuldigung annehmen: So reagieren Sie richtig

Entschuldigung annehmen: So reagieren Sie richtigDer Vollständigkeit halber sei noch erwähnt: Zum Entschuldigen gehören natürlich immer zwei: der Geschädigte und derjenige, der sich entschuldigen möchte. Anderen Menschen ihre Fehler verzeihen zu können ist nicht nur ein Zeichen von Großmut, sondern für eine intakte Beziehung auch unverzichtbar.

Je nach Situation eignen sich folgende Formulierungen dafür:

  • Das macht doch nichts.
  • Das kann doch mal vorkommen.
  • Ist schon in Ordnung.
  • Halb so wild.
  • Das ist mir auch schon passiert.
  • Das muss Dir nicht unangenehm sein.
  • Keine Sorge, schon vergessen.

In manchen Situationen fällt es der verzeihenden Person wirklich schwer, die Entschuldigung anzunehmen – etwa weil der gleiche Fehler erneut passiert oder die Enttäuschung insgesamt einfach zu groß ist.

Welche Möglichkeiten gibt es dann?

Jemanden zappeln zu lassen, der aufrichtig bereut, ist nicht die feine Art. Andererseits sollten Entschuldigungen auch nicht als Allzweckmittel für sämtliche Verfehlungen benutzt werden. Eine Kompromisslösung könnte so aussehen:

Ich akzeptiere die Entschuldigung. Ich hoffe sehr, dass das nicht erneut vorkommt, anderenfalls weiß ich nicht, wie ich dann reagieren werde.

Hier signalisiert der Geschädigte: Das ist die letzte Chance. Sollte es erneut zu einem derartigen Fehler kommen, sind Konsequenzen zu erwarten. Es handelt sich um einen Warnschuss an denjenigen, der sich entschuldigt.

Mea culpa: Warum wir uns so ungern entschuldigen

Auch wenn die Experimente von Philip Tetlock schon einige Jahre zurückliegen – an ihrer Gültigkeit dürften sie kaum etwas eingebüßt haben.

Es war in den Achtzigerjahren als der Psychologie-Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley damit begann, rund 300 Volkswirte, Politologen und Journalisten zu rekrutieren, um sie regelmäßig über ihre Einschätzungen der Zukunft zu befragen.

15 Jahre lang sammelten er und seine Kollegen deren Prognosen, insgesamt rund 27.000 Vorhersagen kamen dabei zusammen. Und sei das nicht schon genug Arbeit, glichen die Forscher diese dann auch hin und wieder mit der Realität ab, wenn der Zeitpunkt erfüllt war.

Sie ahnen natürlich, was dabei heraus kam: nichts Gescheites. Die schlauen Experten lagen mal richtig und mal meilenweit daneben. Es waren bestenfalls Zufallstreffer, die sie landeten. Da half auch ihr Expertenwissen nichts.

Tetlock war allerdings so kühn, die vermeintlichen Experten mit diesem Ergebnis zu konfrontieren. Und was nun passierte, war das, was man in zahlreichen Talkshows beobachten kann: die klassische Vorwärtsverteidigung. Die Experten rechtfertigten sich, relativierten, schoben die Fehlprognosen auf weitere, natürlich unkalkulierbare Ereignisse, deklassierten sie als dumme Einzelfälle oder behaupteten ganz kühn, dass sie noch immer recht hätten – man möge nur die Zukunft abwarten, die werde ihnen schon recht geben…

Warum aber fällt es vielen so schwer, um Verzeihung zu bitten? Warum erfinden wir lieber Ausreden, leugnen oder beschuldigen andere oder die Umstände?

Eine mögliche Erklärung…

  • Ego versus Entschuldigung

    Der erste Grund, ist der offensichtlichste: Menschen hassen es, mit ihrer eigenen Imperfektion konfrontiert zu werden. Noch schlimmer: Sie hassen es, diese öffentlich eingestehen zu müssen. Wobei es da ein interessantes Phänomen gibt: Je gleichgültiger einem die Leute sind, desto leichter fällt die Entschuldigung.

    Je wichtiger uns diese Leute (oder die Gunst des Publikums) aber sind, desto verbissener kämpfen wir um unser verlorenes Gesicht – und machen es nur noch schlimmer. Das Gleiche lässt sich im Privaten als auch im Job beobachten: Gegenüber dem Chef oder (als Chef) vor dem Team zuzugeben, Mist gebaut zu haben, fällt ungleich schwerer als das einem Kollegen einzugestehen, den wir weder als Konkurrenten noch als ebenbürtig betrachten.

  • Selbstwertgefühl versus Entschuldigung

    Der zweite Grund: Offenbar muss auch das Verneinen und Vermeiden einer Entschuldigung psychologische Vorteile haben. Und genau das haben die Wissenschaftler Tyler G. Okimoto, Michael Wenzel und Kyli Hedrick von der Universität von Queensland untersucht.

    Rund 228 Erwachsene nahmen an der Untersuchung teil, Ergebnis: Wer sich bewusst nicht entschuldigt, fühlt sich mächtiger und erhabener. Und diese gefühlte Macht, Dinge kontrollieren zu können, führt wiederum zu mehr Selbstwertgefühl.

    Verstehen Sie die Studie bitte nicht falsch: Sie erklärt, warum wir uns besser fühlen, obwohl wir uns nicht entschuldigen. Sie liefert aber keine Rechtfertigung dafür! Um Entschuldigung zu bitten, ist weniger eine psychologische, sondern mehr eine soziale und moralische Frage (siehe Kasten).

Kein Pardon: Wann Sie besser nichts sagen

Nicht für jedes Malheur zwischen Kaffeemaschine und Kickertisch müssen Sie Abbitte leisten. Oder anders gesagt: Nicht immer, wenn jemand glaubt, dass Sie im übertragenen Sinne auf die Füße getreten haben, müssen Sie gleich um Entschuldigung bitten.

Manchmal ist kein Pardon besser als ein Sorry. Zum Beispiel in diesen sechs Situationen…



Wenn Sie eine Entscheidung treffen, die Ihrer Überzeugung entspricht.

Entschuldigen Sie sich niemals für eine Entscheidung, die Sie für die richtige halten. Erst recht, wenn sie die einzige ist, die Sie mit Ihrem Gewissen vereinbaren können. Wer Unmoralisches von Ihnen verlangt, müsste sich eigentlich bei Ihnen entschuldigen – nicht umgekehrt.

Wenn Sie gar keinen Fehler gemacht haben.

Anderen die Schuld von den Schultern nehmen – das klingt nobel, ist aber falsch. Bewahren Sie sich Ihre Entschuldigungen für Fehlleistungen, die Sie tatsächlich selbst zu verantworten haben.

Wenn Sie mit jemandem streiten, der nicht Ihrer Meinung ist.

„Entschuldigung, aber ich bin in diesem Punkt nicht Ihrer Meinung.“ Das hört und liest man oft, aber warum? Eine Gespräch unter Erwachsenen lebt von gegensätzlichen Positionen und Meinungsaustausch. Entschuldigen Sie sich nicht für Ihren Standpunkt, allenfalls für den Ton, wie Sie diesen vertreten.

Wenn Sie sich dadurch ein Alibi verschaffen wollen.

Klassisches Beispiel ist die Präsentation im Unternehmen – oder auch beim Referat in der Uni: „Entschuldigung, aber ich hatte kaum Zeit, um mich vernünftig darauf vorzubereiten.“ Das ist keine Entschuldigung, sondern eine Ausrede. Überdies werten Sie Ihre Arbeit von vornherein und ohne Not ab – aus falscher Bescheidenheit oder Bammel. Einfach verkneifen!




[Bildnachweis: Cookie Studio by Shutterstock.com]
14. April 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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