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Emotionale Intelligenz: Test, 12 Merkmale + Wie trainieren?

Emotionale Intelligenz gilt manchen als heute wichtigste Form der Intelligenz. Vor allem für den Erfolg im Job ist der EQ oft wichtiger als ein hoher IQ. Soft Skills und soziale Kompetenz schlagen Fachwissen – aber warum? Wir erklären in diesem Ratgeber, was ist emotionalen Intelligenz, an welchen Merkmalen Sie diese erkennen und wie Sie Ihren EQ trainieren und verbessern können…



Emotionale Intelligenz: Test, 12 Merkmale + Wie trainieren?

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Definition: Was ist emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz (EQ) ist die Fähigkeit, die Gefühle und Beweggründe anderer zu verstehen, damit umzugehen und angemessen darauf reagieren zu können. Ein hoher EQ hilft, empathische Beziehungen aufzubauen, einfühlsamer zu kommunizieren sowie Konflikte zu lösen.

Ebenso wie die rationale Intelligenz (IQ = Intelligenzquotient) lässt sich die emotionale Intelligenz trainieren und verbessern. EQ und IQ sind keine völlig unveränderbaren Persönlichkeitsmerkmale.

Die Geschichte der emotionalen Intelligenz

Der Begriff der emotionalen Intelligenz stammt ursprünglich von dem amerikanischen Psychologen Edward Lee Thorndike, der die Eigenschaft aber noch „soziale Intelligenz“ nannte. Erst 1990 führten die Psychologen Peter Salovey und John D. Mayer den Fachbegriff „emotionale Intelligenz“ erstmals ein.

Populär wurde der EQ durch Daniel Goleman. Der Bestsellerautor widmete dem „EQ“ 1997 ein ganzes Buch. Seitdem fungiert die emotionale Intelligenz als Erweiterung zur klassischen Intelligenzforschung. Einig sind sich Psychologen heute, dass sich die soziale Fähigkeit durch Übung und Training verbessern lässt.

6 Stufen Emotionaler Intelligenz Grafik


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Emotionale Intelligenz Beispiele

Wissenschaftlern zufolge gibt es 9 Arten der Intelligenz – darunter die logisch-mathematische und sprachliche Intelligenz, die interpersonelle oder intrapersonelle Intelligenz. Besonders die beiden letzten bilden die sogenannte emotionale Intelligenz.

Der EQ umfasst ein ganzes Bündel an Fähigkeiten und ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Kompetenzen. Beispiele für häufig genannte Eigenschaften:

  • Menschenkenntnis
    Emotional Intelligente können Menschen mithilfe eigener Erfahrungen sowie deren Verhalten binnen kurzer Zeit einschätzen. Dazu dienen ihnen Körpersprache, Körperhaltung und Mimik.
  • Soziale Kompetenz
    Die Kompetenz, Beziehungen zu fremden Menschen aufzubauen oder Freundschaften zu pflegen. Hinzu kommt die Fähigkeit, die eigenen Handlungsziele mit den Werten einer Gruppe überein zu bringen. Das schließt die Fähigkeit zur Kooperation ein ebenso wie zur konstruktiven Kritik.
  • Kommunikationsfähigkeit
    Die Fähigkeit, sowohl aktiv zuhören zu können als auch eigene Botschaften klar und deutlich zu formulieren oder die Botschaften anderer zu interpretieren.
  • Intuition
    Betroffene hören auf ihr verlässliches Bauchgefühl. Trotzdem treffen sie Entscheidungen nicht allein auf Basis von Gefühlen. Sie greifen aber auf Informationen zurück, die im Unterbewusstsein gespeichert sind.
  • Neugier
    Das Wesensmerkmal beinhaltet die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen, zu staunen oder auf Neues einzulassen. Diese Eigenschaft fördert nachweislich Kreativität.
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Emotionale Intelligenz Merkmale: 12 EQ-Kompetenzen

Laut Daniel Goleman sind es vor allem zwölf EQ-Kompetenzen, die zu den wesentlichen Merkmalen der emotionalen Intelligenz zählen. Diese lassen sich nochmal in 4 Gruppen einteilen:

1. Selbstwahrnehmung

Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und Stimmungen zu verstehen sowie deren Wirkung auf die Umgebung. Es ist eine Form von Selbstbewusstsein und bedeutet, ein Verständnis für die eigenen Stärken und Schwächen zu haben. Im Kontext der emotionalen Intelligenz beinhaltet Selbstwahrnehmung einen objektiven Blick auf das eigene Tun.

EQ-Kompetenz:
1. Emotionale Selbstwahrnehmung

2. Soziales Bewusstsein

Die stärkste Form der emotionalen Intelligenz: Empathie ist die Gabe, sich in andere Menschen (emotional) hineinzuversetzen. Sie signalisiert: „Ich verstehe dich!“ – und ist entscheidend, um Vertrauen und Sympathien zu gewinnen. Empathie hilft zum Beispiel im Job, Konflikte zu lösen oder Kundenbedürfnisse zu verstehen.

EQ-Kompetenzen:
2. Empathie
3. Organisationsbewusstsein

3. Selbstmanagement

Wer diese Stärke besitzt, kann auf negative Stimmungen oder Impulse kontrolliert reagieren – und nicht impulsiv. Das gilt vor allem für starke Emotionen, wie Wut, Angst oder Rachegelüste. Im Beruf kann Selbstregulierung bedeuten, Ablenkungen zu widerstehen oder eine Aufgabe erst einmal zuende zu bringen.

EQ-Kompetenzen:
4. Optimismus
5. Leistungsorientierung
6. Anpassungsfähigkeit
7. Emotionale Selbstkontrolle

4. Beziehungsmanagement

Die Fähigkeit, soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen, ist eine wichtige Führungsqualität, hilft aber auch beim Netzwerken. Es bedeutet ebenso, sich mit Engagement seinen Zielen zu widmen und sich selbst motivieren zu können. Hohe emotionale Intelligenz schließt eine hohe Frustrationstoleranz ein.

EQ-Kompetenzen:
8. Inspirierende Führung
9. Teamwork
10. Coach und Mentor
11. Einfluss
12. Konfliktmanagement

Für Daniel Goleman sind Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz „anpassbar, flexibel, selbstbewusst“ und arbeiten effektiv auf ihre Ziele hin. Zudem seien sie belastbar und erholten sich schnell von Stress. Das Leben verlaufe „wesentlich glatter“, wenn man eine hohe emotionale Intelligenz besitzt.

Ein hoher EQ ist Ausdruck emotionaler und mentaler Stärke. Bis hin zur sogenannten Resilienz – also der Fähigkeit, mit schweren Krisen und Schicksalsschlägen und der Achterbahnfahrt der Gefühle souverän umzugehen.

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Wie wichtig ist emotionale Intelligenz im Job?

Umfragen zufolge stufen die meisten Menschen emotionale Intelligenz (EQ) heute höher ein als die rationale Intelligenz (IQ). Hard Skills und Qualifikationen kann jeder erwerben, aber erst der zwischenmenschlichen EQ ermöglicht es uns, „die PS auf die Straße zu bringen.“ Also andere mitzunehmen, zu motivieren oder zu überzeugen.

Entsprechend prüfen viele Personaler bei der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch heute den EQ mit gezielten Fragen. 11 dieser typischen EQ-Bewerberfragen können Sie sich hier ansehen und kostenlos herunterladen.

Emotionale Intelligenz EQ IQ Umfrage

Hoher EQ: Vorteile

Aktuelle Studien bestätigen, dass eine hohe emotionale Intelligenz sowohl die beruflichen Leistungen als auch die Führungskompetenz erhöht. Verbunden damit sind noch weitere Vorteile eines hohen EQ:

  • Teammitglieder verstehen
  • Hohe Anpassungsfähigkeit
  • Starkes Einfühlungsvermögen
  • Bessere Zusammenarbeit
  • Eigene Gefühle verstehen
  • Besonnen reagieren können
  • Kompromisse finden können
  • Konflikte lösen können
  • Beziehung aufbauen + pflegen

Emotionale Intelligenz Test: Wie viel EQ habe ich?

Wenn Sie neugierig geworden sind, wie hoch Ihr EQ ist, dann können Sie gleich hier einen kostenlosen EQ Test absolvieren. Haken Sie dazu bitte online im Browser ab, welche Aussagen auf Sie zutreffen und zählen Sie die Punkte (in Klammern) zusammen.

Der Emotionale Intelligenz Test liefert kein finales Ergebnis. Nicht zuletzt, weil Sie Ihre emotionale Intelligenz trainieren und ebenso verlernen können. Der Test ist eine reine Momentaufnahme und dient zur ersten Orientierung.

Test: Wie hoch ist mein EQ?

    1. Ich bin geduldig.

  • Immer (3P)
  • Meistens 2P)
  • Nie (1P)
  • 2. Ich verstehe den Grund für meine Gefühle.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 3. Ich sehe in jedem Menschen das Gute.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 4. Ich versuche zu verstehen, warum andere so oder so handeln.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 5. Ich bin zuversichtlich.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 6. Ich kann meine Gefühle detailliert und differenziert wiedergeben.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 7. Ich kann gut mit Stress umgehen.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 8. Ich konzentriere mich eher auf Chancen als auf Hindernisse.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 9. Unter Druck bleibe ich ruhig.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 10. Ich kann nachvollziehen, wie Erfahrungen das Verhalten beeinflussen.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 11. Ich blicke optimistisch in die Zukunft.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 12. Ich kann meine Impulse kontrollieren.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 13. Ich bin ein guter Zuhörer.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 14. Ich kann gut mit den Gefühlen anderer umgehen.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 15. Bei Veränderungen bleibe ich optimistisch.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 16. Starke Gefühle kann ich gut kontrollieren.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 17. Ich bin gut darin, auf wechselnde Anforderungen zu reagieren.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 18. Ich verstehe abweichende Standpunkte zu meinem.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 19. Ich kann flexibel auf Unerwartetes reagieren.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 20. Ich versuche, die Beweggründe anderer zu verstehen.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 21. Ich kann meine Ziele und Pläne leicht anpassen.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 22. Ich kann meine Emotionen beschreiben, wenn ich sie erlebe.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 23. Wenn sich die Lage häufig ändert, ärgert mich das nicht.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 24. Ich verstehe, wie Stress meine Laune und mein Verhalten beeinflusst.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)
  • 25. Ich kann meine Prioritäten schnell verschieben.

  • Immer (3P)
  • Meistens (2P)
  • Nie (1P)

Emotionale Intelligenz Test Lösung

Emotionale Intelligenz Test: 25 bis 39 Punkte

Die Gefühle anderer Menschen sind für Sie oft ein Buch mit 7 Siegeln. War der Kollege vorhin irritiert oder verärgert? So richtig nachvollziehen können Sie das nicht. Es fehlen die Antennen für die feinen Nuancen – auch bei Ihnen selbst.

Kurzum: Es gibt Handlungsbedarf. Das ist aber nichts Schlimmes, denn Sie können Ihre emotionale Intelligenz trainieren und so Ihre Wahrnehmung verbessern. Beginnen Sie damit, anderen besser zuzuhören. Beobachten Sie genau deren Mimik und Verhalten. Lernen Sie, welche Stimmungen mit welchem Ausdruck einhergehen. Und fragen Sie lieber nach, wenn Sie unsicher sind. Je besser Sie die Reaktionen anderer verstehen und interpretieren lernen, desto besser kriegen Sie auch die eigenen Emotionen in den Griff.

Emotionale Intelligenz Test: 40 bis 59 Punkte

Sie sind sich im Wesentlichen über die eigenen Gefühle im Klaren. Auch können Sie sich oft in andere hineinversetzen, gerade wenn es etwas ist, was Sie ebenfalls stört oder nervt. Es kann aber passieren, dass Sie unter Stress gereizt reagieren und ein Unschuldiger Ihre Laune ausbaden muss. Immerhin sind Sie so reflektiert, diese Schwächen zuzugeben und sich zu entschuldigen.

Sie sind zwar kein Optimist, dafür Realist. Sie wissen, dass nicht alles im Leben und Beruf rosig ist. Diese Einstellung lässt Sie bei unerwarteten Veränderungen allerdings hin und wieder mürrisch reagieren. Meist finden Sie jedoch einen Weg, sich mit dem neuen Rahmen zu arrangieren.

Unser Tipp: Ihre emotionale Intelligenz ist noch ausbaufähig, wenn Sie bereit sind, sich Ihren Schwächen noch mehr zu stellen. Ein längerfristiges Coaching – zum Beispiel zur Persönlichkeitsentwicklung – würde Sie ein gutes Stück weiterbringen…

Emotionale Intelligenz Test: 60 bis 75 Punkte

Sie verfügen über eine hohe emotionale Intelligenz. Anderen Menschen zuzuhören, fällt Ihnen leicht, da Sie prinzipiell an Ihrem Gegenüber interessiert sind. Sie haben einen guten Zugang zu Ihren eigenen und fremden Gefühlen und können abschätzen, was Menschen bewegt.

Sie sind ein offener Mensch – und wirken so auch auf andere. Selbst in stressigen Situationen behalten Sie die Ruhe und Geduld. Selten erlebt Sie Ihr Umfeld unbeherrscht. Überdies haben Sie eine grundsätzlich positive Einstellung zum Leben und zur Arbeit. Hindernisse sehen Sie als Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Sie sind lösungsorientiert. Das hilft Ihnen, gut mit Stress umzugehen. Da Sie gut organisiert sind und wissen, wie Sie Ausgleich schaffen, sind Sie überwiegend entspannt. Klasse – weiter so!


PS: Zusätzlich zum EQ Test gibt es Merkmale und Indizien, die für hohe emotionale Intelligenz sprechen. Diese haben wir in einem PDF zusammengefasst, das Sie sich hier kostenlos herunterladen können.

Emotionale Intelligenz trainieren: Wie werde ich emotional intelligent?

Man kann emotionale Intelligenz trainieren. Wichtige Teil-Eigenschaften, wie Selbstbewusstsein, das Zuhören-Können, die eigenen Emotionen zu regulieren oder sich bewusster zu reflektieren – all das lässt sich lernen und trainieren. Hierfür finden Sie im Folgenden bewährte Anregungen und Methoden:

Selbstwahrnehmung stärken

Der erste Schritt zu mehr emotionaler Intelligenz ist, sich selbst besser zu kennen und zu verstehen – das Denken, die Gefühle, den Einfluss Ihrer Gedanken, Glaubenssätze und Erfahrungen auf Ihr Verhalten.

Eine gute Methode dafür, die Selbstwahrnehmung zu verbessern, ist das sogenannte Journaling. Schreiben Sie – ganz klassisch – ein Tagebuch und notieren Sie darin was Sie tagsüber erlebt haben und wie Sie das bewerten. In der Rückschau werden Sie sich so immer bewusster.

Achtsamkeit üben

Ursprünglich handelt es sich bei der Achtsamkeit um eine buddhistische Vorstellung. Wissenschaftler definieren Achtsamkeit heute als die intensive Aufmerksamkeit, die wir auf die Gegenwart richten – auf eine ebenso offene wie akzeptierende Weise.

Ulrich Ott von der Universität Giessen fand heraus, dass Achtsamkeit Menschen psychisch stabiler und gesünder macht. Sein Kollege, der Berliner Psychologe Willi Zeidler, konnte nachweisen, dass Achtsamkeit die Schreckhaftigkeit verändert: Achtsame Menschen reagierten auf Stressreize messbar weniger verspannt.

Aktiver zuhören

Aktives Zuhören ist mehr als nur Hinhören. Es bedeutet, seinem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit zu schenken, nachzufragen und das Verstandene in eigenen Worten zu wiederholen. Dabei schaffen Sie nicht nur eine intensivere Verbindung – bei der Wiederholung merken Sie auch, ob und wie gut Sie ihren Gesprächspartner emotional verstehen.

Beim aktiven Zuhören kommt es nicht nur auf das gesprochene Wort, sondern ebenso auf die nonverbale Kommunikation an. Achten Sie auf die Körpersprache des anderen – aber genauso auf die eigene und Ihr Verhalten. Auch das trainiert, sich zukünftig besser auf Ihr Gegenüber einzustellen.

Gefühle akzeptieren

Viele Menschen neigen dazu, eigene Emotionen zu ignorieren oder sich so wenig wie möglich damit zu beschäftigen. Dies führt dazu, dass keine emotionale Intelligenz entstehen kann. Für einen ausgeprägten EQ müssen Sie Ihre Gefühle akzeptieren und sich mit diesen beschäftigen (siehe Gefühlsrad).

Emotionale Intelligenz Test, Definition, Gefühlsrad Emotionen

Dies gilt aber nicht nur für eigene Gefühle, sondern ebenso für die Emotionen anderer Menschen. Wer immer ausweicht, sobald Emotionen aufkommen, kann keine emotionale Intelligenz lernen. Gehen Sie stattdessen auf diese Themen ein und trainieren Sie, die Gefühle besser zu interpretieren. Dadurch trainieren Sie gleichzeitig Ihre emotionale Intelligenz.

Selbstgespräche führen

Selbstgespräche fungieren wie ein Ventil: Wut, Trauer und Frust können sich dadurch weniger in einen hineinfressen. Unklare Gedanken und Gefühle werden in Worte gefasst und sortiert, Entscheidungen so erleichtert. Und nicht zuletzt merkt man sich Gehörtes besser als lediglich Gedachtes.

Wie Wissenschaftler beweisen konnten, kann der Dialog mit dem ICH Stress abbauen, Aggressionen reduzieren und für einen differenzierteren Blick sorgen, wie zum Beispiel der US-Psychologe Thomas Brinthaupt feststellte.

Anpassungsfähigkeit trainieren

Hohe Anpassungsfähigkeit ist ein wesentliches Merkmal der emotionalen Intelligenz. Trainieren können Sie diese Flexibilität, indem Sie zum Beispiel auf der Arbeit versuchen, offener auf Neues und insgesamt positiver auf Veränderungen zu reagieren.

Beobachten Sie einmal Ihre Reaktion, wenn Dinge nicht so laufen, wie geplant. Indem Sie den Fokus mehr auf die Chancen und neuen Optionen richten, statt auf gescheiterte Pläne, trainieren Sie Ihre Fähigkeit zur Selbstregulierung und damit wieder Ihren EQ.

Feedback nutzen

Die meisten Menschen reagieren auf Feedback und Kritik mit Abwehrt oder der sprichwörtlichen Flucht nach vorn. Wollen Sie emotional intelligenter werden, sollten Sie gezielt mehr Feedback suchen und dessen Wert erkennen.

Durch regelmäßige Rückmeldungen können Sie Selbst- und Fremdwahrnehmung besser abgleichen und zugleich lernen, wie Sie auf andere wirken. Auch das ist ein Weg, sich selbst besser zu verstehen und eben weniger impulsiv, sondern besonnener, souveräner und emotional intelligenter zu handeln.

Emotionale Intelligenz Nachteile: Die dunkle Seite

Emotionale Intelligenz genießt einen positiven Ruf. Sie kann zu einem besseren Verständnis untereinander beitragen, ein gesteigertes Selbstbewusstsein bewirken sowie die Atmosphäre am Arbeitsplatz spürbar verbessern. Leider ist auch das Gegenteil möglich, wenn der EQ dazu genutzt wird, um andere zu manipulieren oder sich einen Vorteil zu verschaffen.

Moderne Studien weisen vermehrt auf eine Verbindung zwischen „Menschen verstehen“ und „Menschen ausnutzen“ hin. Bedeutet: Einige Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz nutzen dies egoistisch aus. Natürlich verfolgt nicht jeder freundliche Kollege mit hohem EQ eine böswillige Absicht. Aber Freundlichkeit hat auch Schattenseiten und emotionale Intelligenz veritable Nachteile:

  • Egoismus
    Emotionale Intelligenz am Arbeitsplatz dient oft egoistischen Karrierezielen. Etwa, um sich bei wichtigen Personen beliebter zu machen, direkte Konkurrenten auszustechen, Meinungen und Emotionen im eigenen Sinn zu beeinflussen oder zu kontrollieren.
  • Rücksichtslosigkeit
    Eine besonders negative und explosive Mischung ist die Kombination aus emotionaler Intelligenz und Manipulation: Der Mix lässt Menschen rücksichtslos gegenüber den Gefühlen anderer agieren. In einer Studie schreckten Betroffene trotz hohem EQ nicht davor zurück, andere öffentlich zu blamieren, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken oder eigene Ziele besser zu verfolgen.
  • Ausbeutung
    Ein ebenfalls alarmierendes Studienergebnis: Emotionale Intelligenz ist DER Schlüssel, um Mitmenschen überhaupt ausnutzen zu können. Nur wer die Gefühle und Gedanken seines Gegenübers versteht, kann diesen dazu bringen, im eigenen Interesse zu handeln.
  • Narzissmus
    Narzissmus im Job kann eine enorme Belastung werden. Forscher fanden heraus, dass es eine auffällige Korrelation zwischen emotionaler Intelligenz und Narzissmus gibt. Die Kombination führt dazu, dass die Narzissten ihr Talent für eigene Zwecke missbrauchen und andere betrügen.

Häufige Fragen zur Emotionalen Intelligenz

Was versteht man unter Emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz ist die Kompetenz, die eigenen Gefühle und die Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen, zu verstehen und daher klug beeinflussen oder nutzen zu können. Der Begriff wurde 1990 von John Mayer und Peter Salovey geprägt.

Was ist Emotionale Intelligenz Beispiele?

Angenommen Sie hatten einen anstrengenden Arbeitstag – der Chef hatte schlechte Laune, die Kollegen haben genervt und nichts wollte klappen… Menschen mit emotionaler Intelligenz nehmen den Frust und Ärger jetzt nicht nach Hause, lassen ihn nicht am Partner aus oder ertränken ihn in Alkohol, sondern finden ein kluges Ventil (z.B. Sport) und steuern so bewusst ihre Emotionen. Kurz: Sie besitzen die Fähigkeit zur Selbstregulierung und erzeugen so ihre eigene positive Energie.

Wie zeigt sich Emotionale Intelligenz?

Ob jemand emotional intelligent ist zeigt sich beispielsweise an der Fähigkeit, die eigenen Stimmungen, Gefühle oder Bedürfnisse zu verstehen oder zu akzeptieren sowie die Emotionen anderer Personen wahrzunehmen und darauf angemessen reagieren zu können. Der EQ beinhaltet zugleich die Kompetenz, das Wirken seines Handelns auf andere bewusst einschätzen und steuern zu können.

Welche Fähigkeiten machen Emotionale Intelligenz aus?

Emotional intelligente Menschen sind in der Lage ihre eigenen Emotionen zu erkennen und zu steuern und sich zum Beispiel von Enttäuschungen nicht runterziehen zu lassen oder unbesonnen zu reagieren. Zugleich können sie sich in schwierigen Lebenslagen motivieren. Nicht zuletzt besitzen sie ein realistisches Selbstbild – sind sich also der eigenen Stärken und Schwächen bewusst.

Ist emotionale Intelligenz angeboren?

Das Talent, die eigenen Gefühle bewusst betrachten und steuern zu können, ist uns zunächst angeboren und entwickelt sich im Laufe der Jahre weiter. Der EQ eines Menschen lässt sich aber bewusst trainieren.

Wie entwickelt sich Emotionale Intelligenz?

Der EQ, also die emotionale Intelligenz eines Menschen, entwickelt sich schon in der Kindheit – meist durch Vorbilder wie Eltern und Freunde sowie durch soziale Interaktion. Gleichzeitig lässt sich schon bei Babys beobachten, ob und wie stark diese Emotionen erkennen und darauf reagieren.


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