Falsche Freunde: So entlarven Sie diese

Falsche Freunde sind so überflüssig wie ein Kropf. Denn eigentlich braucht jeder Mensch soziale Kontakte. Blöd halt nur, wenn Sie sich auf jemanden verlassen, der Sie verlässt – um mal ein beliebtes Wortspiel zu bemühen. Und trotzdem kommt es immer mal wieder vor, dass Menschen sich irren, jemanden als Freund einstufen, der in Wahrheit ein falsches Spiel treibt. Wir stellen Ihnen die gängigsten Typen falscher Freunde vor und erklären, wie Sie sie loswerden…

Falsche Freunde: So entlarven Sie diese

Definition: Was sind falsche Freunde?

Falsche Freunde DefinitionFalsche Freunde sind ein Widerspruch in sich: Wer Ihr Freund ist, der will Ihnen Gutes, der ist Ihr wahrer Freund. Andere Personen mögen Ihnen gegenüber allenfalls indifferent sein. Aber falsche Freunde sind mehr Last als Freude.

Freunde machen das Leben oft erst lebenswert. Sie sind erweiterte Familie oder sogar Familienersatz, helfen durch schwierige Zeiten und bauen wieder auf. Sie holen das Beste aus uns heraus, ermutigen uns, neue Wege zu probieren und stehen mit Tipps zur Seite.

Im Idealfall sind sie eine Mischung aus Karriereberater, Entertainer und Kummerkastentante. Nicht immer alles gleichzeitig und in einer Person vereint, aber im Ansatz erkennbar. Und vor allem sind sie nicht missgünstig. Natürlich soll an dieser Stelle nicht moralisch überhöht werden:

Auch unter Freunden kann es Neid (in seiner milden Form) geben. Das ist absolut in Ordnung und hat weniger von Konkurrenz, als mehr von Ansporn und Motivation. Das alles trifft auf falsche Freunde eben nicht zu.

Stattdessen erleben Sie in ihrer Gegenwart immer wieder Situationen und Verhaltensweisen, die Sie eher einem ausgesprochenen Feind zugetraut hätten. Nur sind bei dem die Fronten geklärt – falsche Freunde hingegen tun so, als seien sie Ihre Freunde und wenden allerhand Tricks an, so dass viele Menschen ihnen erst nach einer Weile auf die Schliche kommen.

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Zitate und Sprüche über falsche Freunde

  • Wahre Freunde sehen Deine Fehler und machen Dich darauf aufmerksam Falsche Freunde hingegen machen andere auf sie aufmerksam. Unbekannt
  • Falsche Freunde glauben Gerüchten. Wahre Freunde glauben an Dich. Unbekannt
  • Falsche Freunde sind wie Hunde, welche diejenigen bepissen, die sie am meisten lieben. Jonathan Swift
  • Die Freunde, die man um vier Uhr morgens anrufen kann, die zählen. Marlene Dietrich
  • Manchmal ist Dein Feind ehrlicher als Dein Freund. Denn er steht mit dem Messer vor Dir und nicht hinter Dir. Unbekannt
  • Falsche Freunde erkennt man daran, dass sie sich dann in Luft auflösen, wenn es drauf ankommt. Unbekannt

Warum fallen wir auf solche Menschen herein?

Spötter halten Geschädigten gerne ihre Naivität vor. Entscheidend sind aber der Zeitpunkt und die Bereiche, in denen Sie Vertrauen gewähren. Von Naivität kann bestenfalls gesprochen werden, sobald erkennbar Ihre Gesundheit und Sicherheit (auch die finanzielle) stark bedroht sind und Sie dennoch sämtliche Vorbehalte beiseite wischen.

„Gutmensch“ ist so ein Unwort der letzten Jahre, das das Dilemma beschreibt. Dabei sollte es niemandem zum Vorwurf gemacht werden, wenn er Menschen sein Vertrauen schenkt, ohne sie bereits seit Jahren zu kennen.

Denn ein gewisses Maß an Offenheit und damit die Bereitschaft zu vertrauen ist notwendig, anderenfalls kann sich das Gegenüber nicht bewähren und können keine Freundschaften entstehen.

So kommt es, dass Menschen wohlwollend gewissermaßen „Vorschusslorbeeren“ verteilen – um dann im Nachhinein ein böses Erwachen zu erleben. Vor Manipulationen ist bis zu einem gewissen Grad aber eben niemand gefeit – schon gar nicht, wenn Sympathie oder sogar Zuneigung ins Spiel kommen.

Typologie: So erkennen Sie falsche Freunde

Gerade noch dachten Sie, Sie könnten sich auf die Person verlassen und schon kommt die Enttäuschung: Gerade in jüngeren Jahren, wenn noch die Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Charaktertypen fehlt, kommt es zu Enttäuschungen.

In dem Moment, in dem Sie bereitwillig neue Menschen in Ihr Leben lassen, besteht potenziell die Gefahr, falsche Freunde kennenzulernen. Bis zu welchem Grad diese Freundschaft dann tatsächlich besteht beziehungsweise wie weit Sie es kommen lassen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Erkennen Sie die Anzeichen?
  • Ziehen Sie entsprechende Konsequenzen?
  • Schützen Sie sich zukünftig vor solchen Menschen?

Lebenserfahrung ist tatsächlich der beste Schutz vor falschen Freunden. Sie können sich vieles anlesen, aber letztlich gestaltet sich die Realität und das eigene, individuelle Leben immer ein bisschen anders. Dennoch gibt es Erfahrungen, auf die man getrost verzichten kann.

Die nachfolgende Typologie hilft Ihnen dabei, vergleichbare Situationen beziehungsweise Verhaltensweisen zu erkennen. Motto: Wehret den Anfängen, so können Sie gleich zu solchen Menschen auf Abstand gehen:

  • Der Heuchler

    Er gehört zum Standardinventar bei falschen Freunden: Er lügt Sie an, erzählt Ihnen, was Sie hören wollen, aber nie die Wahrheit. Im schlimmsten Fall lästert er hinter Ihrem Rücken auch noch über Sie. Ihnen gegenüber tut er, als sei alles in Ordnung, anderen erzählt er, dass er Ihnen direkt gesagt habe, wie aussichtslos Ihre Idee sei.

  • Der Opportunist

    Sein Verhalten ist abhängig vom Umfeld. Sobald Sie sich gemeinsam in bestimmten Kreisen bewegen, sind Sie beide best friends. Außerhalb dieser Gruppe verhält er sich, als ob Sie sich kaum kennen würden. Dieses Verhalten gibt es oft auch umgekehrt: Zu zweit lachen Sie über dieselben Dinge – sobald Sie sich unter Leuten bewegen, die beispielsweise in hierarchisch höherstehenden Positionen sind, die ihm nützlich sein könnten, lässt er Sie wie eine heiße Kartoffel fallen. Interessant sind Sie nur solange Sie ihm karrieretechnisch nutzen.

  • Der Kritiker

    Egal was Sie tun, es ist nicht gut. Nicht gut genug vor allem. Er weiß immer alles besser. Und das alles unter dem Deckmäntelchen, Ihnen doch nur helfen zu wollen. Das Problem: Während er alles auseinandernimmt, geht es ihnen immer schlechter. Denn er vermittelt auch ganz subtil, dass Sie im Grunde genommen eh ein hoffnungsloser Fall sind. Aber weil er ja so ein guter Freund ist, steht er Ihnen bei – von wegen. Alles nur, um Sie schlecht dastehen zu lassen. Denn konstruktiv, also lösungsorientiert ist die Kritik nie.

  • Der Rivale

    Was Sie haben, braucht er auch. Immer. Und am besten gleich größer/besser/schneller. Sie kaufen sich ein neues Smartphone – seins ist 600 Euro teurer und kann noch mehr. So geht das in allen Bereichen. Das kann bezogen auf Karriere und Beruf einerseits dazu führen, dass man sich gegenseitig (unbewusst) pusht. Für eine gewisse Zeit mag das gut gehen. Auf Dauer ist so jemand anstrengend, denn immer muss er im Mittelpunkt stehen und vermittelt Ihnen das Gefühl, immer ein bisschen minderwertig zu sein.

  • Der Schönwetterfreund

    Dieser falsche Freund verhält sich ähnlich wie der Opportunist, allerdings vor allem aufs Emotionale bezogen. Geht es ihm schlecht, ist er sofort am Telefon. Nachts um drei ruft er an, weil es bei ihm „brennt“. Er benutzt Sie als emotionalen Mülleimer. Geht es Ihnen jedoch einmal schlecht, hat er plötzlich keine Zeit mehr.

  • Der Missgünstige

    Er fühlt sich gut, solange es Ihnen schlecht geht. Er muss sich immer überlegen fühlen, auf Sie herabschauen können. Dann weiß er, dass bei ihm alles toll ist. In dem Moment, wo Sie auf einer Überholspur sind, vielleicht eine Beförderung erhalten haben, geht es im schlecht. Das nagt nämlich an seinem Selbstwertgefühl.

  • Der Umformer

    Falsche Freunde wie dieser versuchen, ständig etwas an Ihnen zu ändern. So, wie Sie sind, sind Sie nicht in Ordnung. Zu dick, zu dünn, zu langweilig, zu unmodisch, zu dumm, zu unsportlich, zu uncool – ständig wird versucht, aus Ihnen eine andere Person zu machen, als Sie sind. Das ist nicht nur mühsam, falls Sie so gar keinen eigenen Antrieb oder Grund haben, etwas zu ändern. Es ist auch hochgradig bedenklich, wenn jemand, der sich Ihr Freund schimpft, Sie noch nicht einmal ansatzweise so lassen kann, wie Sie sind oder sich sogar für Sie schämt.

Falsche Freunde im Beruf und ihre Risiken

wahre und falsche Freunde BerufManchmal entwickeln sich die Dinge schneller als Keime in einer Petrischale. Da sitzt man in einem Meeting und diskutiert mit dem Chef über zu hohe Arbeitsbelastung – und dann springt einem ausgerechnet jener Kollege zur Seite, der bei allen als Hundertsassa und chronischer Faulpelz bekannt ist.

Natürlich findet der auch, dass er viel zu viel für sein Geld tun muss. Apropos: Wann gibt’s eigentlich die nächste Gehaltserhöhung? Dumm gelaufen. Wie heißt es so schön: Schlimmer als schlecht ist gut gemeint. Und Unterstützung von falschen Freunden schadet oft mehr als gar keine Hilfe.

Gewiss, man kann sich seine Freunde nicht immer aussuchen. Privat geht das vielleicht noch ganz gut, aber schon im Job wird das schwierig und in Diskussionen so gut wie unmöglich: Meinungen werden ausgetauscht, die Debatten werden hitzig und Allianzen bilden sich dabei nahezu automatisch.

Selbst die besten Positionen und Argumente können dramatisch an Kraft verlieren, wenn sie plötzlich von jenen mitgetragen werden, die sie durch ihren Lebenswandel oder allein schon durch ihre Wortwahl ad absurdum führen.

Es ist das Dilemma der falschen Freunde.

Ein weiteres Beispiel:

Gerade eben hat der Chef eine Idee geboren, die, nun ja, suboptimal ist. Der ebenso ambitionierte wie taktisch kluge Mitarbeiter sekundiert: „Ein guter Vorschlag. Vielleicht könnten wir das noch dahingehend modifizieren, dass…“ Woraufhin ein zweiter Kollege spontan ventiliert: „Ja das stimmt… Deine Idee ist viel besser als die vom Chef!“

Na toll! Was glauben Sie: Wie groß sind jetzt noch die Erfolgschancen für dieses kleine Verbesserungsmanöver? Vor allem: Der eben noch umsichtige, taktisch kluge und loyale Mitarbeiter gilt jetzt als potenzieller Stuhlbeinsäger und Königsmörder. Danke dafür!

Lösung: Was lässt sich da noch retten?

Offen gestanden, nicht viel. Ebenso falsch wäre es, den unwillkommenen Beistand dafür auch noch abzubürsten. Uneinigkeit im eigenen Lager – das schwächt die eigene Position nur noch mehr.

Dann besser die Ergänzung charmant ignorieren und das eigene (bessere) Argument erneut vortragen. Jedoch so, dass es die neue Ausgangslage adaptiert.

Im obigen Beispiel vielleicht so: „Mein Vorschlag ist keinesfalls besser – er setzt nur auf Ihre Idee auf, indem er…“

Dabei muss zumindest erkennbar sein, dass Sie sich von dem zweifelhaften Ansatz des falschen Freundes distanzieren, ohne jedoch die Haltung zu wechseln. So lässt sich die gekippte Debatte womöglich nicht mehr retten – wenigstens aber die eigene Reputation.

Ansonsten gilt: Suchen Sie sich lieber vorher ein, zwei gute Unterstützer und Argumente als Fundament. Das reißen dann auch falsche Freunde so schnell nicht ein.

Falsche Freunde wieder loswerden: So geht’s

Die obige Typologie gibt Ihnen Vergleichsmaterial für ähnliche Situationen. Sobald es einen entsprechenden Wiedererkennungseffekt gibt, sollten Sie misstrauisch werden und auf Ihr Bauchgefühl hören. Überhaupt sollten Sie in sich hineinhorchen:

  • Wie geht es Ihnen in Gesellschaft dieser vorgeblichen Freunde?
  • Erleben Sie überwiegend Kränkungen und Verletzungen auf persönlicher Ebene?
  • Werden Sie in Gegenwart anderer Kollegen vorgeführt?
  • Fährt Ihnen ein Kollege ständig in die Parade?

Dann ist es Zeit zu handeln und ein Gespräch unter vier Augen zu führen. Sprechen Sie ihn oder sie direkt auf Ihre Beobachtungen an und stellen Sie ihn zur Rede. Erklären Sie ruhig und sachlich, dass Sie bisher einen Freund in ihm gesehen haben, aber aufgrund untypischer Verhaltensweisen einen anderen Eindruck gewonnen haben.

Geben Sie Beispiele für solche Situationen und erklären Sie, was Sie eigentlich erwartet hätten. Von der Reaktion Ihres Gegenübers hängt nun ab, ob er sich wirklich in die Kategorie „falsche Freunde“ einsortieren lässt oder sich in der Vergangenheit nur sehr ungeschickt verhalten hat.

Maßgeblich dafür ist die Reflexionsfähigkeit Ihres Kollegen und ob er sich entschuldigt und sein Verhalten fortan ändert. Jemand, der Ihnen auf gar keinen Fall schaden will und ernsthaft um ein kollegiales Verhältnis bemüht ist, wird sich zum Beweis entsprechend hilfsbereit und unterstützend verhalten.

Bei allen anderen sollten Sie – soweit möglich – auf Abstand gehen und den Kontakt nur auf das Notwendigste beschränken. Halten Sie sich mit vertraulichen Informationen zurück und bleiben Sie höflich, aber distanziert.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
13. Juni 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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