Ambivertiert: 12 starke Eigenschaften, Vorteile + Test

Sie sehen sich selbst weder als introvertiert noch als extrovertiert? Sondern irgendwo dazwischen? Vermutlich sind Sie ambivertiert! Das Kunstwort „ambivertiert“ beschreibt einen Zwischenzustand, der zwischen introvertiert und extrovertiert liegt. Irgendwie von beidem etwas, aber eben keine eindeutige Ausprägung. Wie sich dieses Persönlicheitsmerkmal äußert, warum es ein Erfolgskriterium ist und wie Sie herausfinden, ob Sie auch ambivertiert sind…

Ambivertiert: 12 starke Eigenschaften, Vorteile + Test

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Ambivertiert – was ist das?

Geht es um Persönlichkeit, neigen wir oft zu Schubladendenken:

  • Entweder ist eine Person offen, gesellig, impulsiv, laut, sendungsbvewusst, ausdruckstark – extrovertiert eben.
  • Oder aber eine(r) ist zurückhaltend, ruhig, verschlossen, kontaktscheu, schüchtern, in sich gekehrt – introvertiert eben.

Entweder oder – aber so einfach ist das nicht, auch wenn Psychotests das gerne so malen. Der Psychologe Adam Grant von der Wharton Universität stellte fest: Ganze zwei Drittel der Menschen können sich keinem der beiden Lager eindeutig zuordnen. Sie haben beide Anlagen in sich und handeln und verhalten sich situationsabhängig – mal intro-, mal extrovertiert. Oder eben ambivertiert. Zwar schwankt das Verhalten je nach Gemütslage und Situation gerne auch einmal in eine der beiden Richtungen. Doch das reicht nicht, um grundsätzlich als intro- oder extrovertiert zu gelten.

In der Psychologie ist der Begriff weniger populär. Obwohl C. G. Jung, der die Begriffe der Intro- beziehungsweise Extraversion prägte, seinerzeit ebenfalls feststellte, dass es eine dritte und sehr breite Grauzone gibt – die der Ambiversion. Oder wie er es selbst fomulierte: „Es gibt niemanden, der vollkommen introvertiert oder extrovertiert ist. Ein solcher Mensch wäre im Irrenhaus.“ Klassisch aber werden bis heute Persönlichkeiten mithilfe der sogenannten „Big Five“ Merkmale bestimmt, zu denen eben auch die Extraversion beziehungsweise Intraversion zählt:

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Ambivertiert Eigenschaften: Typische Merkmale

Dass der Begriff Ambivertiertheit vergleichsweise unbekannt ist, obwohl er letztlich die Mehrheit der Menschen charakterisiert, ist erklärbar: Extreme sind einfach auffälliger und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Mischformen sind dagegen weder Fisch noch Fleisch. Allerdings hat Ambivertiertheit einige Vorteile, die sich hinter der wenig schimmernden Attitüde verbergen. Ambivertierte Charaktere verbinden einige Stärken beider Extreme, die sich je nach Situation und Gemütslage offenbaren:

Anpassungsfähigkeit

Ambivertierte sind nicht auf einen bestimmten Weg festgelegt, sondern anpassungsfähig. Sie können beispielsweise die Kontaktfreude eines Extrovertierten nutzen und bei einer anderen Gelegenheit die Besonnenheit und Höflichkeit der Introvertiertheit an den Tag legen. Kurz: Sie können sich besser auf ihr Gegenüber einstellen und beweisen damit oft Empathie und soziale Kompetenz. Und die helfen bei der Karriere im Berufsleben natürlich ebenso wie im Privaten.

Stabilität

Ambivertierte sind ausgeglichen und bringen (emotionale) Stabilität mit. Während Introvertierte auf äußere Einflüsse empfindlich reagieren und Extrovertierte dafür schon mal unempfänglich bis ignorant sind, befinden sich Ambivertierte in der Balance zwischen diesen beiden Polen. Kritik und Ablehnung wirft sie nicht aus der Bahn; Applaus und Erfolg steigen ihnen aber auch nicht so schnell zu Kopf. Das lässt sie insgesamt deutlich professioneller und seriöser erscheinen.

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Ambivertiert Vorteile: Ein enormes Erfolgsmerkmal

Ambivertiert zu sein, bedeutet keineswegs, unentschlossen zu sein. Ambivertierte Menschen vereinen das Beste aus beiden Welten und schöpfen daraus Kraft. Damit verfügen sie über wichtige Soft Skills. Geistige und emotionale Flexibilität, die mal Geselligkeit beweist und mal Einsamkeit genießt; die mal zurückhaltend bleibt und mal auf den Putz haut und zeigt, was in ihr steckt.

Nicht zufällig sind ambivertierte Menschen oft erfolgreicher als lediglich extrovertierte und kreativer als introvertierte. Sie können jeder Lage etwas abgewinnen, fühlen sich wohl und strahlen das aus. Das macht sie obendrein noch enorm sympathisch. Denn wo ein Introvertierter im Vorstellungsgespräch wie eine graue Maus und ein Extrovertierter wie ein Schaumschläger erscheint, legt der Ambivertierte das richtige Maß an Offenheit und Zurückhaltung an den Tag.

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Ambivertiert Test: 12 Anzeichen, dass Sie es sind

Wie würden Sie sich selbst einschätzen? Als ambivertiert oder introvertiert beziehungsweise extrovertiert? Es gibt ein paar typische Anzeichen und Verhaltensweisen, die für eine ambivertierte Persönlichkeit sprechen. Diese sind naturgemäß weniger offensichtlich als bei den extremen Ausprägungen, aber dennoch vorhanden. Wenn Sie die zehn folgenden Muster an sich erkennen, spricht einiges dafür, dass Sie eine ambivertierte Persönlichkeit haben:

  1. Sie fühlen sich in verschiedenen Situationen wohl

    Ein Networking-Abend mit vielen neuen Gesichtern macht Ihnen ebenso wenig aus, wie ein gemütlicher Abend allein mit einem guten Buch. Sie fühlen sich in unterschiedlichen Umfeldern gleichermaßen wohl.

  2. Sie denken viel über alles nach

    Wichtige Entscheidungen fallen Ambivertierten nicht leicht. Auch hier zeigen sich Eigenschaften von Introversion und Extraversion: Zunächst grübeln und analysieren sie alleine. Wo Introvertierte danach aber eine Entscheidung fällen, fragen Ambivertierte noch Freunde oder Kollegen um Rat.

  3. Sie können andere gut einschätzen

    Ambivertierte haben ein gutes Gespür in sozialer Interaktion. Sie erkennen die Motive hinter einer Aussage und können sich auf ihr Gegenüber (oder eine Gesellschaft) einstellen. Hinter diesen feinen Antennen steckt letztlich noch eine andere positive Eigenschaft: die Fähigkeit zur Selbstreflexion.

  4. Man sagt Ihnen, Sie seien sympathisch.

    Insbesondere wenn Sie häufiger die Rückmeldung erhalten, ein sympathischer Zeitgenosse zu sein, spricht das für Ambiversion. Letztlich handelt es sich um die externe Bestätigung des Punktes davor: Eben weil Sie sich auf Ihr Umfeld so gut einstellen und anpassen können, empfinden Sie die anderen als angenehmen Zuhörer oder Gesprächspartner – je nach Situation.

  5. Sie haben Ihre Gefühle unter Kontrolle

    Emotionen wie Wut und Ärger bleiben bei ambivertierten Menschen mehrheitlich in der Balance. Sie halten Ihre Stimmungsschwankungen in Schach und hauen nur auf den Tisch, wenn es sein muss. Als Mittel zum Zweck, nicht als Ventil. Danach ist aber auch alles wieder gut.

  6. Sie brauchen Zeit, um Vertrauen aufzubauen

    In Ihnen steckt eine gesunde Portion Misstrauen. Oder positiv ausgedrückt: Ambivertierte lassen sich Zeit, um echte Freundschaften zu knüpfen und Menschen gründlich kennenzulernen. Womöglich sind Ihnen zum Beispiel stets gefasste und verschlossene Menschen suspekt, während Sie andere schnell als aufgesetzt und künstlich empfinden – eben immer dann, wenn diese selbst eher zum Extrem neigen.

  7. Sie können anderen den Vortritt lassen

    Ebenfalls eine Eigenschaft, die Extrovertierten eher schwer fällt. Weil Sie aber die nötige Flexibilität mitbringen, müssen Sie nicht jede Bühne besteigen, nur weil sich gerade etwas Rampenlicht auftut. Andersherum können Sie zur Rampensau werden oder sich durchsetzen, wo es notwendig ist. Aber Sie brauchen das nicht für Ihr generelles Wohlbefinden.

  8. Je nach Ort können Sie ein ganz anderer Mensch sein

    Es gibt Tage oder Orte – das sind Sie wie ausgewechselt. Mancher Freund erkennt Sie womöglich kaum wieder. Eben noch im Job verständnisvoller Zuhörer und hilfsbereiter Kollege, aber am Freitagabend mutieren Sie zum Partytier oder zum Star im Sportverein. In Ihnen steckt eben beides – und beides braucht seine Zeit und seinen Raum.

  9. Sie können Ihre Energiereserven unterschiedlich auftanken

    Und zwar sowohl durch einen ruhigen Abend vor Glotze oder mit einem Buch in der Badewanne, als auch durch einen quirligen Abend mit Freunden oder neuen Bekanntschaften. Oder kurz: Sie sind gerne mal alleine, aber manchmal brauchen Sie Menschen um sich herum.

  10. Sie passen in keines der Extreme

    Das vielleicht beste Indiz dafür, dass Sie ambivertiert sind: Sie fühlen sich keinem der beiden Lager zugehörig. Längeres Alleinsein macht Ihnen zu schaffen, doch wenn um Sie herum zu viel los ist, wünschen Sie auch wieder mehr Ruhe. Da sich Ihr Charakter in der Grauzone dazwischen befindet, brauchen Sie die Balance zwischen beiden Polen. Erst wenn Sie dieses Gleichgewicht erreicht haben, fühlen Sie sich wirklich wohl.

  11. Sie sind leistungsstabil

    Sie bringen im Wesentlichen gleichbleibende Leistung. Selbst wenn es mal etwas hektischer zugeht, bringt das ambivertierte Menschen nicht aus dem Trott, denn sie können sich ähnlich gut wie Introvertierte konzentrieren.

  12. Sie sind Teamplayer und Einzelkämpfer

    Sie brauchen nicht zwangsläufig ständig Kollegen um sich herum. Auch als Einzelkämpfer erledigen Sie Ihre Aufgaben gut. Ebenso wenig sind Sie ein Misanthrop – Aufgaben im Team bearbeiten Sie genauso gerne.

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[Bildnachweis: Topilskaya by Shutterstock.com]

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