Ablehnung: Wie Sie damit professionell umgehen
Sie erhalten eine Jobabsage, Ihr Wunschstudienplatz wird an einen Konkurrenten vergeben oder im privaten Bereich erhalten Sie einen Korb vom Traumpartner - abgelehnt zu werden, kann ein harter Schlag sein. Sie fühlen sich zurückgewiesen und Zweifeln an Ihren Talenten. Dabei ist die Art und Weise, wie Sie mit Ablehnung umgehen, entscheidend. Versuchen Sie Ablehnung und Zurückweisung in jedem Fall zu vermeiden und verleugnen dafür im Notfall auch Ihre eigene Persönlichkeit oder sind Sie bereit, das Risiko einzugehen und aus möglichen Fehlern zu lernen? Warum Ablehnung Ihnen auch nutzen kann und wie Sie professionell damit umgehen...

Ablehnung wirkt wie ein physischer Schmerz

Sie kennen das: Ablehnung fühlt sich oft wie ein Schlag in die Magengrube an. Wie Wissenschaftler nachweisen konnten, kommt diese Empfindung nicht ohne Grund. Denn durch Ablehnung werden im Gehirn die gleichen Areale aktiviert wie durch physischen Schmerz. Andere negative Emotionen konnten in den Untersuchungen keine ähnlichen Reaktionen hervorrufen, wodurch der Satz "Ablehnung tut weh" eine noch größere Bedeutung bekommt.

Die Zurückweisung ist also eine besonders starke und schmerzhafte negative Emotion. Dies wird noch durch den Fakt verstärkt, dass viele Menschen sich im Laufe der Zeit einen völlig falschen Umgang mit der Ablehnung angeeignet haben.

Ablehnung: Auch das Ego leidet

Niemand wird gerne abgelehnt oder zurückgewiesen - ob beruflich oder privat. Denn eine Ablehnung kann das eigene Ego ganz schön ankratzen. Selbstzweifel und Fragen wie Bin ich nicht gut genug? können dem eigenen Selbstbewusstsein einen kräftigen Dämpfer verpassen. Aus diesen Gründen ist die Angst vor Ablehnung, besonders vor sozialer Ablehnung, sehr tief im menschlichen Bewusstsein verankert. Viele gehen jedoch falsch mit dieser Angst um. Hier zwei klassische Strategien, die Sie NICHT befolgen sollten, um Ihre Angst vor Ablehnung in den Griff zu bekommen.

  • Das Versteckspiel.Getreu dem Motto: Wenn ich nicht negativ auffalle, kann mich auch niemand ablehnen. Wer diese Strategie befolgt, verfällt schnell in ein Duckmäusertum. Immer nur Ja und Amen sagen, niemandem widersprechen und so angepasst wie möglich sein. Die eigene Persönlichkeit bleibt dabei jedoch auf der Strecke. Außerdem treten Sie durch ein solches Verhalten nur noch auf der Stelle, da Ihnen jede Risikobereitschaft fehlt und Sie nicht den Willen haben, Ihre Ziele zu erreichen.
  • Der Perfektionismus. Wer keine Fehler, keinen einzige Makel hat, der kann auch nicht abgewiesen werden. So zumindest in der Vorstellung derer, die sich für diese Strategie entscheiden. Dabei wird vergessen, dass auch diese scheinbare Perfektion an sich eine große Angriffsfläche bietet, insbesondere dann, wenn die Fassade bröckelt. Außerdem ist der selbst auferlegte Erfolgsdruck bei diesem Verhalten enorm hoch und kann schnell zu Problemen führen.

Aber es geht auch anders. Mit der richtigen Einstellung, können Sie mit Ablehnung nicht nur besser umgehen, sondern auch noch einen Nutzen daraus ziehen.

Mit einer Bewerbungsabsage umgehen

Eine besondere Form der Ablehnung ist die Absage auf eine Bewerbung. Sie haben Ihr Bestes gegeben, all Ihre Vorzüge präsentiert und am Ende hat es doch nicht gereicht. Diese Erfahrung kann sehr frustrierend sein. Wie Sie professionell damit umgehen, erfahren Sie hier...

Ablehnung: Was Sie daraus lernen können

Lassen Sie sich also durch Ihre Angst nicht verunsichern oder gar einschränken. Es gehört nun einmal zum Leben dazu, es nicht jedem Recht machen zu können. Es wird immer jemanden geben, der Ihre Idee nicht mag, Ihre Ansichten nicht teilt oder Sie einfach persönlich nicht so zu schätzen weiß, wie andere. Denken Sie daran, dass es anders herum genau so ist und Sie sicherlich jemanden kennen, den Sie nicht leiden können. Anstatt sich also aus Angst vor Ablehnung zu verstellen, können Sie daraus lernen.

  • Selbstreflexion. Welches Verhalten hat die Ablehnung des anderen ausgelöst? Empfinden Sie Ihr Verhalten trotzdem als richtig oder würden Sie es beim nächsten Mal anders machen?
  • Kritikfähigkeit. Hat die Ablehnung Ihnen geschadet? Konnten Sie am Ende sogar etwas daraus lernen?
  • Durchhaltevermögen. Haben Sie langfristig etwas verloren? Würden Sie das Risiko, abgelehnt zu werden, erneut eingehen?

Wie Sie professionell mit Ablehnung umgehen

 IVY PHOTOS/shutterstock.comWenn Sie mit Ablehnung oder Zurückweisung konfrontiert werden, ist es im ersten Moment nur verständlich, wenn Sie sich angegriffen und bedroht fühlen. Dies ist schon in den menschlichen Instinkten verankert, wo Ablehnung durch die Eltern mit Gefahr assoziiert wird. Wenn Sie es aber schaffen, sich einen professionellen Umgang mit Ablehnung anzueignen, kann es eine durchaus wertvolle Erfahrung sein, an der Sie persönlich wachsen können. Diese sieben Tipps helfen Ihnen dabei, professionell mit Ablehnung umzugehen.

  1. Realistisch bleiben.

    Sie haben nichts gewonnen - aber auch nichts verloren. Letztlich geht es Ihnen nach der Absage genauso gut wie vorher. Mehr noch: Sie haben Mut bewiesen, etwas gewagt - und an Erfahrung gewonnen. Diese kann dabei helfen Ihren Standpunkt zu festigen oder Fehler zu finden, die Sie beim nächsten Versuch vermeiden können.

  2. Positiv bleiben.

    Es hat nicht so funktioniert, wie Sie es sich vorgestellt haben. Das bedeutet noch lange nicht, dass es beim nächsten Mal wieder den gleichen Ausgang nehmen wird. Lassen Sie sich von der Ablehnung nicht entmutigen, es erneut zu versuchen.

  3. Ruhig bleiben.

    Durch Wut, Aufregung und Rachegelüste wurde noch nie ein Nein zu einem Ja. Bleiben Sie stattdessen ruhig und zeigen Größe, auch wenn Ihr Ärger über die Ablehnung verständlich ist.

  4. Höflich bleiben.

    Wer heute "Nein" sagt, sagt morgen vielleicht "Ja". Bedanken Sie sich also für die Aufmerksamkeit, die Prüfung des Angebots und beweisen Sie Größe. Wer hier patzt, verbrennt Brücken, über die er morgen geht. Auch wenn Sie enttäuscht und frustriert sind, sollten Sie sich jeden negativen Kommentar sparen.

  5. Selbstkritisch bleiben.

    Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie die Weisheit für sich gepachtet haben. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist natürlich von Vorteil, doch seien Sie auch bereit, sich einzugestehen, wenn Ihr Gegenüber einmal Recht hat. Wer seine eigene Meinung als unantastbar definiert, kann sich auch nicht verbessern.

  6. Sachlich bleiben.

    Nicht alles, was Sie als reine Ablehnung auffassen, ist auch so zu verstehen. Bleiben Sie trotz der Ablehnung sachlich und unterscheiden Sie zwischen konstruktiver und destruktiver Kritik. So können Sie Ihr volles Potenzial ausschöpfen und für die Zukunft lernen.

  7. Souverän bleiben.

    Das Wichtigste ist: Nehmen Sie ein Nein nie persönlich. In den wenigsten Fällen ist es das. Der andere hat vielleicht nur keine Zeit, es passt nicht zu seinen Interessen oder zu seinen Zukunftsplänen. Ablehnung sagt nur etwas über den Ablehnenden aus, nicht über den Abgelehnten.

[Bildnachweis: Ollyy, IVY PHOTOS by Shutterstock.com]

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