Wer sich gerade auf die Suche nach einem neuen Job macht - egal ob Einstieg in die Arbeitswelt oder Wechsel des Arbeitgebers - möchte dies vermutlich nicht hören, doch auch unangenehme Wahrheiten sind wichtig: Die Jobsuche macht keinen Spaß. Natürlich gibt es Ausnahmen, bei denen auf Anhieb alles klappt und der Arbeitsvertrag beim Wunscharbeitgeber sofort unterschrieben werden kann. Für viele bedeutet die Suche aber vor allem Bewerbungsfrust. Je länger die Bewerbungsphase dauert, desto stärker werden die negativen Emotionen und umso schwieriger ist es, sich davon nicht entmutigen zu lassen. Wir erklären, was die häufigsten Gründe für den Bewerbungsfrust sind und was Sie tun können, um sich nicht unterkriegen zu lassen und am Ende doch noch erfolgreich einen neuen Job zu finden...

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Die häufigsten Gründe für Bewerbungsfrust

Bewerbugnsfrust ist in der Regel eine Frage der Zeit. Kaum ein Bewerber startet bereits mies gelaunt in die Jobsuche oder ist schon am Anfang genervt. Vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall. Gerade in den ersten Tagen oder sogar Wochen ist die Motivation bei Bewerbern zum Teil riesig. Die Bewerbungsphase beginnt mit Euphorie, es werden begeistert Stellenausschreibungen durchsucht, passende Angebote gesammelt, die Bewerbungsunterlagen optimiert, Anschreiben verfasst und die vielen Dokumente bei verschiedenen Arbeitgeber eingereicht.

Die Aufregung und Vorfreude über das, was durch die Veränderung im Leben kommt, überwiegt in dieser Zeit alles andere und von Bewerbungsfrust noch keine Spur. Dies ändert sich aber nach einer Weile und wo Begeisterung und Motivation waren, bleiben nur noch Bewerbungsfrust, Ärger, Sorgen und Zweifel zurück. Genau diese gefährliche Mixtur aus Emotionen ist es auch, die viele Bewerber an den Rand der Verzweiflung treibt.

Wollen die Bemühungen einfach keine Früchte tragen, gibt es zwei grundsätzliche Erklärungen: Entweder ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt sehr schwierig - was den Bewerbungsfrust nur noch steigert, da keine Besserung zu erwarten ist und Sie sich vielleicht mit dem Gedanken auseinandersetzen müssen, es in einer anderen Branche zu versuchen, um die Wahrscheinlichkeit auf einen neuen Job zu erhöhen.

Die zweite Erklärung ist, dass die Schuld für den fehlenden Bewerbungserfolg in der eigenen Person liegen, weil die Fähigkeiten, die Berufserfahrung oder auch die Bewerbung selbst nicht gut genug ist. Die daraus resultierenden Selbstzweifel im Sinne von Ich bin nicht gut genug oder Ich werde nie einen Job finden machen den Bewerbungsfrust aber auch nur schlimmer.

Aber welche Gründe gibt es eigentlich für den Bewerbungsfrust?

  • Zu viele Absagen

    Kein Bewerber geht davon aus, gleich beim ersten Versuch erfolgreich zu sein und den ersehnten Arbeitsvertrag unterschreiben zu können. Schön wäre es natürlich, doch ist es leicht zu verkraften, wenn am Anfang eine Absage kommt. Schwierig wird es, wenn eine Absage nach der anderen im Briefkasten oder dem E-Mail-Postfach landet. Ab einem gewissen Punkt wird der Bewerbungsfrust immer größer und der Gedanke Irgendwann muss es doch klappen lässt sich nicht mehr so leicht unterdrücken.

  • Ausbleibende Antworten

    Ein weiterer Grund für Bewerbungsfrust, unter dem viele Jobsuchende leiden: Unternehmen nehmen sich oftmals nicht einmal die Zeit, um Absagen zu verfassen und Kandidaten zu informieren, dass sie leider nicht mehr in der Auswahl für den Job sind oder dass bereits jemand anders eine Zusage erhalten hat. Nachdem viel Zeit, Energie und Mühe in die Unterlagen gesteckt wurde ist ein solches Zeichen von fehlendem Respekt besonders ärgerlich - und es wird vergeblich darauf gewartet, dass irgendwann doch noch eine Nachrichtr vom Arbeitgeber kommt.

  • Steigende Angst und Sorgen

    Bewerbungsfrust kommt auch deshalb auf, weil an der Jobsuche eine ganze Menge hängt. Die finanzielle Situation wird nicht besser und niemand möchte in eine längere Phase der Arbeitslosigkeit rutschen. Die Angst und Ungewissheit für die Zukunft machen viele Bewerbern zu schaffen.

Tipps, um den Bewerbungsfrust zu überwinden

Die schlechte Nachricht: Es ist schwer bis unmöglich, dem Bewerbungsfrust komplett zu entgehen, wenn die Jobsuche nicht frühzeitig von Erfolg gekrönt wird. Irgendwann trifft es selbst starke Persönlichkeiten und so ist niemand gänzlich davor gefeit, vom Bewerbungsfrust gepackt zu werden. Die gute Nachricht auf der anderen Seite: Sie können einiges tun, um den Bewerbungsfrust zu überwinden, von Anfang an abzuschwächen und sich diesen nicht so zu Herzen zu nehmen.

Mit den folgenden Tipps sagen Sie dem Bewerbungsfrust den Kampf an und konzentrieren sich darauf, erfolgreich einen Job zu finden:

  • Kommen Sie auf andere Gedanken

    Wenn Sie mitten in der Bewerbungsphase stecken, denken Sie vermutlich kaum an etwas anderes. Alles dreht sich um Bewerbungen, Stellenanzeigen, Unternehmen, Fristen, Vorstellungsgespräche und Absagen. Dieser Fokus ist auf der einen Seite natürlich gut, bedeutet aber auch, dass Sie sich enorm auf Ihren Bewerbungsfrust konzentrieren und den ganzen Tag darüber grübeln, was nicht klappt und wie enttäuschend die aktuelle Situation ist.

    Um dem Bewerbungsfrust zu entkommen, sollten Sie hin und wieder auf andere Gedanken kommen und sich auch mit Dingen außerhalb des Bewerbungskosmos beschäftigen. Legen Sie beispielsweise einen oder zwei Tage in der Woche fest, die Sie einem Hobby, einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder einer andere Beschäftigung widmen, die Ihnen Spaß macht und für bessere Laune sorgt.


  • Bleiben Sie optimistisch

    Das ist leichter gesagt, als getan, doch eine wirklich effektive Methode, um den Bewerbungsfrust einzudämmen. Verlieren Sie nicht den Glauben daran, dass Sie in nächster Zeit eine Zusage bekommen und endlich im neuen Job anfangen können. Ihre Gedanken beeinflussen Ihre Emotionen in hohem Maß, wenn Sie also aufgeben und denken, dass es ohnehin nicht klappt, werden Sie sich entsprechend schlecht und negativ fühlen.

    Es ist verständlich, dass eine Absage weh tut, gerade wenn es sich um einen Job und Arbeitgeber handelt, der vielversprechend war. Sie dürfen sich auch kurz ärgern - aber eben nicht den Optimismus verlieren oder nur noch mies gelaunt sein. Ärgern Sie sich einmal kurz und richten Sie den Blick im Anschluss gleich wieder nach vorne.


  • Fragen Sie andere um Hilfe

    Sich an jemand anderen zu wenden und um Rat zu fragen, hat gleich mehrere Vorteile. Auf der einen Seite erhalten Sie eine neue Perspektive und bekommen vielleicht sogar Tipps, was Sie noch verbessern können, um mit der nächsten Bewerbung mehr Erfolg zu haben. Außenstehende haben einen anderen Blick auf die Dinge, können Hinweise oder Ratschläge geben, auf die Sie selbst nicht kommen.

    Außerdem können Freunde oder auch Familie einen Rückhalt bieten, wenn der Bewerbungsfrust Sie fest im Griff hat - und im besten Fall können Sie sogar davon profitieren, dass andere ähnliche Erfahrung gemacht haben und Ihnen Tipps geben können, wie diese mit dem Bewerbungsfrust fertig geworden sind.


  • Legen Sie sich nicht zu sehr fest

    Vermutlich haben Sie eine recht genaue Vorstellung davon, wie Ihr Traumjob aussieht und viele Bewerber haben darüber hinaus einen sehr spezifischen Wunscharbeitgeber. Ein solches Ziel kann zwar durchaus motivieren, aber auch zu besonders starkem Bewerbungsfrust führen, wenn es genau mit dieser Stelle nicht klappt und eine Absage kommt.

    Eine Einstellung nach dem Motto Dieser Job oder kein anderer schränkt Sie enorm ein und lässt wenig Spielraum. Frust ist da fast schon absehbar. Denken Sie daran, dass es viele weitere Alternativen und Optionen gibt - mit denen Sie vermutlich ganz genau so glücklich sein werden und durch die Sie noch viele Chancen haben.


  • Konzentrieren Sie sich auf das Positive

    Bei diesem Tipp wird ein wenig in die psychologische Trickkiste gegriffen, um etwas gegen den Bewerbungsfrust zu übernehmen. Das Ganze funktioniert jedoch recht simpel: Wenn Sie eine Absage erhalten, trauern Sie nicht dem nach, was Sie verpassen, sondern denken Sie an die Vorteile und positiven Aspekte. Das klingt zunächst merkwürdig, funktioniert aber tatsächlich.

    Gehen Sie in Gedanken die neuen Chancen durch, die sich Ihnen nun bieten, freuen Sie sich darüber, an der Situation wachsen zu können oder stellen Sie sich vor, welche Probleme und Schwierigkeiten die Arbeit bei diesem Unternehmen für Sie mitgebracht hätte. So wird aus Frust und Trauer über eine Absage eher ein positives Gefühl der Erleichterung.


  • Haken Sie nach

    Was tun Sie, nachdem Sie eine Absage erhalten haben? Ein wenig ärgern, vielleicht ein bisschen fluchen und im Anschluss versuchen, nicht mehr daran zu denken. Wenn es gelingt, wirklich zu vergessen, hilft das gegen den Bewerbungsfrust, doch bevor es soweit ist, sollten Sie beim Unternehmen nachhaken und sich ein wenig genauer danach erkundigen, woran es am Ende gelegen hat, dass Sie nicht ausgewählt wurden.

    Nicht immer werden Sie dabei eine wirklich zufriedenstellende Antwort erhalten, aber so haben Sie zumindest die Chance auf weitere Informationen, mit denen Sie arbeiten können. Vielleicht lag es an der Berufserfahrung, vielleicht an fehlenden Qualifikationen. Das ist auch nicht angenehm zu erfahren - aber ein wichtiger Anhaltspunkt, an dem Sie arbeiten können, anstatt nur im Bewerbungsfrust zu schmoren.

[Bildnachweis: Billion Photos by Shutterstock.com]

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