Kündigung im Lebenslauf: So gehen Sie damit um

In der Bewerbung geht es um Stärken, Kompetenzen und Erfahrung – eine Kündigung im Lebenslauf erinnert hingegen eher an ein berufliches Scheitern, einen Rückschlag und Jobverlust. Diese Meinung ist verbreitet, jedoch falsch! Eine Kündigung im Lebenslauf ist nicht zwangsläufig ein Makel, sondern ein Teil jeder Karriere.

Entscheidend ist, wie Sie selbst dazu stehen und in Ihren Bewerbungsunterlagen damit umgehen. So können Sie auch kritische Personaler überzeugen, die einer Kündigung im Lebenslauf skeptisch gegenüberstehen. Richtig formuliert und begründet fügt sich die Kündigung im Lebenslauf ein und kann wertvolle Informationen enthalten, die sogar zu Ihrem Vorteil sein können.

Viele Bewerber wissen jedoch nicht, wie sie mit einer Kündigung im Lebenslauf umgehen und diese formulieren sollen. Hier erfahren Sie, ob Sie eine Kündigung im Lebenslauf erwähnen sollten und wie Sie diese am besten angeben, um mit Ihren Unterlagen zu punkten…

Kündigung im Lebenslauf: So gehen Sie damit um

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Kündigung im Lebenslauf: Die richtige Einstellung

Das erste – und oftmals größte – Problem bei einer Kündigung im Lebenslauf ist die Einstellung des Bewerbers. Sobald es um eine Kündigung geht, verfallen die meisten sofort in eine Position der Verteidigung und Rechtfertigung. Man fühlt sich selbst schlecht aufgrund des Jobverlusts, hat das Gefühl beruflich gescheitert zu sein oder schämt sich für die Kündigung.

Eine Denkweise, die sich auch in der gesamten Bewerbung zeigt. Statt sich selbstbewusst zu präsentieren, verfallen Sie in die Rolle eines Bittstellers. Für die Jobchancen ein großer Rückschlag.

So schmerzlich der Verlust des Arbeitsplatzes auch war, für eine Kündigung im Lebenslauf gilt: Es ist alltäglich und in der Regel kein Hindernis für die Bewerbung. Ganz im Gegenteil können Sie damit sogar besonders punkten (mehr dazu im Kasten weitern unten im Artikel).

Jobwechsel und Kündigungen gehören zu jeder Karriere. Nur noch in Ausnahmefällen verläuft ein Berufsleben von der Ausbildung bis zur Rente bei einem einzelnen Arbeitgeber. Personaler sind es gewohnt, Kündigungen im Lebenslauf zu sehen und wissen, wie diese zu werten sind. Solange es im Rahmen bleibt und es keine vielfachen Kündigungen im Lebenslauf innerhalb kurzer Zeit gibt, wird Ihnen als Bewerber daraus kein Strick gedreht.

Um mit der Kündigung im Lebenslauf richtig umgehen zu können, muss Ihre persönliche Einstellung dazu stimmen. Es ist kein Makel, für den Sie sich schämen müssen, sondern ein Schritt, der Sie in Ihrer Karriere weiterbringt. Diesen können Sie glaubhaft begründen und argumentieren – nicht aber endlos rechtfertigen oder schönreden.

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Muss ich eine Kündigung im Lebenslauf erwähnen?

Aus den einzelnen Stationen Ihres beruflichen Werdegangs geht genau hervor, wann ein Jobwechsel stattgefunden hat – allerdings geht daraus zunächst nicht hervor, aus welchen Gründen die Zusammenarbeit geendet hat.

Ob die Kündigung von Arbeitgeber ausging, ob Sie selbst gekündigt haben oder ob es vielleicht von Beginn an ein befristeter Arbeitsvertrag war, bleibt unklar. Für Bewerber steht die Frage im Raum: Muss ich eine Kündigung im Lebenslauf überhaupt erwähnen? Oder kann ich die Umstände verschweigen?

Die Antwort: Es gibt keine Pflicht, eine Kündigung im Lebenslauf anzugeben, auf die Umstände oder genauen Kündigungsgründe einzugehen. Als Information reicht es grundsätzlich aus, den Zeitraum einer Beschäftigung anzugeben. Für den potenziellen neuen Arbeitgeber ist wichtig, von wann bis wann Sie wo gearbeitet haben. So entsteht ein vollständiges und (idealerweise) lückenloses Bild Ihrer beruflichen Laufbahn.

Genauere Informationen zu einer Kündigung im Lebenslauf müssen nicht gemacht werden. Es steht Ihnen jedoch frei, ob Sie die Kündigung im Lebenslauf erwähnen wollen. Auf den ersten Blick scheint es ratsam zu sein, sich über eine Kündigung im Lebenslauf lieber auszuschweigen. Das ist jedoch nicht immer der Fall.

Ausschlaggebend sollten die individuellen Gründe und Umstände hinter der Kündigung sein. Denn anders als fälschlicherweise angenommen, kann eine Kündigung im Lebenslauf durchaus einige Vorteile haben und sich sogar positiv auf die Chancen im Bewerbungsprozess auswirken.

Vorteile: Das bringt die Angabe einer Kündigung im Lebenslauf

Eine Kündigung im Lebenslauf? Das ist keine gute Idee… Oft werden nur mögliche Nachteile gesehen, wenn die Kündigung im Lebenslauf zu Lasten des Bewerbers ausgelegt wird. Das muss jedoch nicht sein, denn tatsächlich kann es sehr sinnvoll sein und Vorteile bringen.

Die größten Vorteile, wenn Sie die Kündigung im Lebenslauf thematisieren, sind…

  • Sie können zusätzliche Informationen liefern
    In der Bewerbung ist der Platz begrenzt, durch eine kurze Anmerkung zur Kündigung im Lebenslauf können Sie dabei zusätzliche und wichtige Informationen liefern. Hier können Sie beispielsweise erwähnen, dass die Kündigung aufgrund einer Betriebsschließung erfolgte – und somit nichts mit Ihren persönlichen Qualifikationen oder Ihrer Arbeit zu tun hatte.
  • Sie greifen Fragen vorweg
    Spätestens im Vorstellungsgespräch können Sie damit rechnen, dass der Personaler Sie auf Kündigungen ansprechen und nachhaken wird. Durch die Angabe der Kündigung im Lebenslauf können Sie diese Fragen bereits im Vorfeld beantworten und stimmige Erklärungen liefern. Das überzeugt schon bei der ersten Sichtung der Unterlagen und nimmt ein wenig Druck aus dem späteren persönlichen Gespräch.
  • Sie zeigen sich selbstbewusst
    Selbstbewusstsein ist neben den benötigten Qualifikationen ein ausschlaggebender Faktor in der Personalauswahl. Indem Sie Ihre Kündigung im Lebenslauf thematisieren und nicht verschweigen, zeigen Sie, dass Sie selbstbewusst damit umgehen und mit Ihren Kompetenzen und Erfahrungen überzeugen wollen. Das wirkt zudem ehrlicher und authentischer als der Versuch, den Personaler auszutricksen und Aspekte zu verschweigen.
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Kündigung im Lebenslauf: Beispiele und Vorlagen

In Ihrer Bewerbung soll verständlicherweise alles perfekt sein. Niemand möchte die Chance auf den Traumjob verlieren, weil er einen Fehler in den Unterlagen gemacht hat. Aber wie wird eine Kündigung im Lebenslauf angegeben und formuliert?

Die Angabe zur Kündigung im Lebenslauf gehört als zusätzliche Information in den Abschnitt Ihres beruflichen Werdegangs. Sie können diesen Zusatz direkt unter der jeweiligen Station im Lebenslauf nennen und eine kurze Erklärung einfügen.

Wie diese aussieht, hängt davon ab, welche Gründe hinter der Trennung vom Arbeitgeber stehen. Dabei werden vor allem zwei Szenarien unterschieden:

  • Sie wurden unverschuldet gekündigt
    Manchmal trifft Sie bei einer Kündigung keine Verantwortung und Sie haben diese nicht verschuldet. Wenn beispielsweise der Betrieb aufgrund einer Insolvenz schließt oder es aufgrund von einer Fusion zu Stellenabbau kommt, hat der Jobverlust nichts mit Ihnen persönlich zu tun. Die folgende Beispiele zeigen, wie Sie eine solche Kündigung im Lebenslauf angeben können:

    Beispiel für eine unverschuldete Kündigung im Lebenslauf
    01/2020 bis 07/2021 Fitnesstrainer
    bei Sport AG, 12345 Musterhausen
    Kündigung wegen Insolvenz des Betriebs

    Weiteres Beispiel für eine unverschuldete Kündigung im Lebenslauf
    05/2020 bis 04/2022 E-Commerce Spezialist
    bei Marketing GmbH, 98765 Neustadt
    Kündigung aufgrund von Stellenabbau nach betrieblichen Umstrukturierungen
  • Sie tragen (Mit-)Schuld an der Kündigung
    In anderen Fällen hat die Kündigung mit Ihnen selbst zu tun. Vielleicht gab es Meinungsverschiedenheiten mit dem Chef oder im Team, möglicherweise stimmten konnten Ihre Leistungen nicht überzeugen. Solche Begründungen sollten bei einer Kündigung im Lebenslauf nicht genannt werden. Das wirft ein schlechtes Licht auf Ihre Qualifikationen und negative Kommentare über den ehemaligen Arbeitgeber wirken stets unprofessionell. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche, wenn Sie eine selbstverschuldete Kündigung im Lebenslauf thematisieren wollen:

    Beispiel für eine selbstverschuldete Kündigung im Lebenslauf
    02/2020 bis 05/2021 Einzelhandelskaufmann
    bei Kaufhaus GmbH, 12345 Neustadt
    Einvernehmliche Trennung durch Aufhebungsvertrag

    Weiteres Beispiel für eine selbstverschuldete Kündigung im Lebenslauf
    09/2020 bis 02/2022 Kommissionierer
    bei Lager und Transport AG, 98765 Hauptstadt
    Kündigung aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur beruflichen Entwicklung

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[Bildnachweis: DRogatnev by Shutterstock.com]
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29. Juni 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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