Kündigung im Lebenslauf erwähnen? Tipps & Beispiele

Sollte ich eine Kündigung im Lebenslauf erwähnen? Die Frage stellen sich viele Bewerber. Irgendwie ist einem das peinlich: gescheitert, gefeuert, arbeitslos… Muss es aber gar nicht sein. Eine Kündigung ist nicht zwangsläufig ein Makel im Lebenslauf, sondern ein Teil jeder Karriere. Viel wichtiger ist, wie Sie damit umgehen und das in Ihrer Bewerbung formulieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Kündigung im Lebenslauf angeben und die (eigene) Kündigung begründen können…

Kündigung im Lebenslauf erwähnen? Tipps & Beispiele

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Muss ich eine Kündigung im Lebenslauf erwähnen?

Kurze Antwort: Nein. Es gibt keine Pflicht, den Grund für einen Jobwechsel und damit eine Kündigung im Lebenslauf oder allgemein in der Bewerbung zu erwähnen. Für den potenziellen Arbeitgeber reicht grundsätzlich die Information aus, von wann bis wann Sie wo beschäftigt waren. So entsteht ein vollständiges und (idealerweise) lückenloses Bild Ihrer beruflichen Laufbahn.

Ob Sie die Kündigung im Lebenslauf angeben, hängt vielmehr davon ab, ob dadurch eine erklärungsbedürftige Lücke im Lebenslauf entsteht. Erst ab einer Arbeitslosigkeit von mehr als zwei Monaten spricht man von einer Lücke. Alles darunter wird Bewerbern als Such- und Orientierungsphase zugestanden. Bei Berufseinsteigern sind es sogar bis zu sechs Monate.

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Kündigung im Lebenslauf erwähnen: Beispiele

Bevor Sie mit Ihrer Bewerbung nach einer Kündigung beginnen, sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren und optimieren. Vor allem im tabellarischen Lebenslauf lässt sich die Kündigung kurz begründen. Die jeweiligen Formulierungen hängen von den Kündigungsgründen ab. Also, ob die Kündigung freiwillig, selbstverschuldet oder unverschuldet war. Entsprechend unterschiedlich wird die Kündigung im Lebenslauf formuliert.

1. Die unverschuldete Kündigung

Der Idealfall. Die Kündigung hat nichts mit Ihnen zu tun. Ihre Leistungen waren tadellos. Trotzdem wurde Ihre Abteilung geschlossen. Zum Beispiel infolge einer Firmenfusion oder Umstrukturierung. Dann kommt es zu Entlassungen. Wie in der Corona-Krise. Glück im Pech: In diesem Fall können Sie die Kündigung im Lebenslauf freimütig erwähnen. Dabei haben Sie mehrere Optionen. Die Varianten sind mit einem „➠“ gekennzeichnet:

Bewerbung Nach Kündigung Beispiel unverschuldet Formulierung Lebenslauf 01

2. Die selbstverschuldete Kündigung

Dieser Grund ist weniger gut. Ob Sie überfordert oder unbeliebt waren, Ärger mit dem Team oder dem Chef hatten oder Ihre Leistung unterdurchschnittlich waren, spielt keine Rolle: Sie wurden gekündigt. Punkt. Jede Beteuerung beweist nur: Sie haben ein schlechtes Gewissen. Bleiben Sie lieber sachlich und bei den Fakten. Schadensbegrenzung können Sie betreiben, indem Sie die Kündigung nur kurz und knapp thematisieren. Beispiele:

Bewerbung Nach Kündigung Beispiel selbstverschuldet Formulierung Lebenslauf 02

3. Bewerbung nach Eigenkündigung

Bei der Eigenkündigung kündigen Sie selbst, aus freien Stücken. Schreiben Sie aber bitte nie, dass der Job mies, der Chef doof und die Bezahlung unterirdisch war – selbst wenn das der Wahrheit entspricht. Negative Aussagen wirken immer negativ auf den Absender. Wer eine Kündigung ausspricht, ohne einen neuen Job zu haben, erzeugt allerdings Erklärungsbedarf. Sie müssen sich im Lebenslauf zwar nicht rechtfertigen. Nach überstürzter Flucht sollte es aber auch nicht aussehen. Formulieren Sie die Eigenkündigung im Lebenslauf lieber selbstbewusst. Zum Beispiel so:

Bewerbung Nach Kündigung Beispiel Eigenkündigung Formulierung Lebenslauf 03


Faustregel: Die Gründe für die Kündigung – egal ob selbst gekündigt oder vom Arbeitgeber ausgesprochen – müssen Sie in der Bewerbung nie ausführlich erwähnen. Rechnen Sie aber damit, dass im Vorstellungsgespräch Fragen dazu kommen. Auch sollten Sie nie schreiben, dass Sie „arbeitslos“ sind. Zu passiv! Sie bewerben sich ja gerade, sind also aktiv und „arbeitsuchend„. Füllen Sie etwaige Lücken stattdessen mit Weiterbildungen und ehrenamtlichen Engagement. Generell gilt: Stellen Sie Ihre Qualifikationen in den Vordergrund, nicht die Kündigung!


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Bewerbung nach der Kündigung: Die richtige Einstellung

Auch wenn der Schock über den Jobverlust noch tief sitzt: Bei der Bewerbung nach einer Kündigung geht es zuerst um Ihre innere Haltung. Sie verrät Ihre Professionalität und charakterliche Reife. Betrachten Sie die Kündigung als normalen Teil Ihrer Karriere. Jobwechsel oder eine berufliche Neuorientierung sind Teil zahlreicher Laufbahnen. Ebenso wie gelegentliche Brüche im Lebenslauf.

Karrieren verlaufen heute nicht mehr linear. Berufswechsel sind leichter und häufiger geworden. Arbeitnehmer nehmen sich Auszeiten, machen ein Sabbatical. Oder sie machen sich selbstständig. Einige wechseln Beruf und Branche oder erfinden sich neu. Kündigungen sind dabei unausweichlich. Blicken Sie also nach vorn – und sehen Sie darin eine Chance: Es ist die Gelegenheit, dem Werdegang einen neuen Kurs zu geben. Wohin wollen Sie beruflich entwickeln? Was sind Ihre Lebensziele? Jetzt ist die Chance dazu!

Kündigung im Lebenslauf angeben: Vorteile

Viele Bewerber sehen zunächst nur die Nachteile einer Kündigung im Lebenslauf: „Ich muss mich erklären, einen Makel überschminken, mich rechtfertigen.“ Alles Quatsch. Sie müssen gar nichts. Es hat aber sogar Vorteile, wenn Sie die Kündigung im Lebenslauf thematisieren…

  • Selbstbewusstsein zeigen
    Je mehr Sie sich verteidigen, desto schuldiger wirken Sie. Das gilt erst recht, wenn Sie versuchen, die Kündigung im Lebenslauf zu verschleiern. Andersrum beweisen Sie Selbstbewusstsein und Souveränität: Kurz erwähnen, Krone richten, nach vorn blicken. Ohne viel Aufhebens wirkt das genauso authentisch.
  • Zweifel zerstreuen
    Alles, was bei Personalern ein Störgefühl verursacht, senkt die Bewerbungschancen. Klären Sie mögliche Fragen im Vorstellungsgespräch proaktiv vorab. Vor allem wenn die betriebsbedingte Kündigung nicht mit Ihrer Arbeit oder den Qualifikationen zu tun hatte.
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