Eine Kündigung wirbelt das berufliche - und oft auch das private - Leben durcheinander. Plötzlich fehlt das bereits eingeplante Gehalt, die tägliche Routine fällt weg und es soll möglichst schnell eine neue Beschäftigung her. Doch genau hier zweifeln viele Arbeitnehmer. Was soll ich nur sagen, wenn der Personaler nach den Gründen für meine Kündigung fragt? Zunächst einmal vorne weg: Keine Panik! Kündigungen und Jobwechsel gehören heutzutage zu fast jedem Lebenslauf dazu. Richtig begründet und verpackt muss eine Kündigung auch nicht zum Nachteil werden, sondern kann die Chancen auf einen neuen Job auch erhöhen...

Kündigung begründen: Keine Angst vor der Wahrheit

In den Köpfen vieler Arbeitnehmer sind Kündigungen immer noch ein Zeichen des Scheiterns, eine vermeintliche Bestätigung der eigenen Unfähigkeit oder der Wahl des falschen Jobs. Doch die Arbeitswelt und damit auch der klassische Karriereverlauf haben sich gewandelt. War es früher noch ein häufiger Fall, findet man heute nur noch selten Lebensläufe, die von der Ausbildung bis zur Rente beim selben Arbeitgeber verlaufen.

Soll heißen: Jobwechsel und damit auch Kündigungen gehören mittlerweile zum beruflichen Werdegang dazu. Galt es früher lange Zeit als Makel, ist die Kündigung selbst heute kaum noch ein Problem. Das gilt insbesondere auch für darauf folgende Bewerbung. Viel entscheidender ist der richtige Umgang mit dem Jobverlust.

Natürlich ist eine Kündigung immer frustrierend, doch sie muss der weiteren Karriere nicht im Weg stehen. Ganz im Gegenteil sogar: Eine professionelle und zukunftsorientierte Begründung kann einen positiven Eindruck beim Personaler hinterlassen und möglicherweise sogar dazu beitragen, dass Sie für eine neue Stelle in Betracht gezogen werden.

Kündigung begründen: Haben Sie gekündigt oder wurden Sie gekündigt?

Während eines Vorstellungsgesprächs interessieren sich die meisten Personaler dafür, wie Ihr letztes Arbeitsverhältnis beendet wurde. Kurz gesagt: Haben Sie von sich aus gekündigt oder hat der Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen? Diese Frage zielt hauptsächlich auf zwei wichtige Informationen ab:

  • War der Arbeitgeber mit Ihren Leistungen unzufrieden?
  • Weshalb sind Sie gegangen?

Personaler sind in der Regel auf der Suche nach langfristigem Personal. Sie wollen in Erfahrung bringen, ob Sie als Kandidat auch für die nächsten Jahre geeignet sind.

Arbeitnehmer fühlen sich wohler und selbstbewusster, wenn die Kündigung von ihnen ausging, doch auch hier gilt: Stehen keine nachvollziehbaren und professionellen Gründe hinter der Kündigung, wird Ihr zukünftiger Arbeitgeber sich fragen, ob Sie langfristig in seinem Unternehmen bleiben werden.

Kündigung begründen: So klappt das Vorstellungsgespräch

Sergey Nivens/shutterstock.comEin Vorstellungsgespräch ist für den Bewerber ohnehin eine besonders stressige Situation. Nervosität vor den Fragen der Personaler und Angst, den Anforderungen nicht gerecht zu werden, machen den Kandidaten zu schaffen. Viele machen sich zusätzlich Sorgen, wenn sie sich nach einer Kündigung bewerben und diese voraussichtlich im Vorstellungsgespräch angesprochen wird.

Zunächst einmal gilt: Bleiben Sie ruhig. Sie sind nicht der Erste und auch nicht der Letzte Bewerber, der schon einmal gekündigt wurde. Wie bereits erwähnt sind Personaler diese Situation gewöhnt und haben in der Regel keine Vorurteile. Trauen Sie sich selbst zu, einen guten Eindruck zu hinterlassen und überzeugen Sie Ihre Gesprächspartner, indem Sie professionell Ihre Kündigung begründen...

  1. Geben Sie niemandem die Schuld

    Ihr erster Eindruck beim potenziellen neuen Arbeitgeber soll nicht sein, wie Sie über einen ehemaligen Chef oder Kollegen herziehen. Das wirkt unprofessionell und wirft die Frage auf, wie lange es wohl dauert, bis Sie auch schlecht über den neuen Arbeitgeber reden. Was auch immer vor Kündigung vorgefallen ist: Schmutzige Wäsche sollte definitiv nicht in einem Vorstellungsgespräch gewaschen werden!

  2. Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus

    Oftmals ist es besser abzuwarten, bis der Personaler Ihren bisherigen Lebenslauf anspricht und fragt, wie es zur Trennung vom letzten Arbeitgeber kam. Wer das Thema selbst sofort angeht, gerät schnell in die Defensive und erweckt den Eindruck, er müsse sich für etwas entschuldigen. Denken Sie daran: Sie müssen sich für eine Kündigung nicht schämen, sondern offen mit dieser umgehen.

  3. Gehen Sie nicht zu sehr ins Detail

    Um eine möglichst plausible Erklärung zu liefern, holen Bewerber gerne einmal sehr weit aus, bevor sie zum eigentlichen Punkt kommen. Dabei ist das gar nicht nötig, sondern erhöht nur die Chance, dass Sie sich verquatschen. Kommt das Thema auf den Tisch, nennen Sie ein oder zwei Gründe, wie es zur Kündigung kam. Sollte einer Ihrer Gesprächspartner Nachfragen stellen, können Sie darauf eingehen.

  4. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken

    Sie sollten sich nicht zu lange mit den negativen Seiten aufhalten. Nachdem Sie geschildert haben, welche Gründe zur Kündigung geführt haben, sollten Sie sich umgehend wieder Ihren Stärken zuwenden. Was haben Sie in der Zeit gelernt? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt und wie wollen Sie diese beim neuen Arbeitgeber einsetzen? Wer hier punktet, zeigt dass er professionell mit der Kündigung umgeht und daraus gelernt hat.

  5. Schildern Sie Ihre Motivation

    Ein wichtiger Punkt in jeder Bewerbung ist die Motivation, der nach einer Kündigung noch mehr Gewicht erhält. Wieso wollen Sie genau zu diesem Arbeitgeber? Warum passen gerade Sie perfekt in die Stelle und wie hat Ihre Kündigung dazu beigetragen? Diese Fragen sind nicht immer ganz leicht zu beantworten, doch wer sich im Vorfeld einige gute Punkte überlegt hat, kann viele Personaler von seiner Motivation überzeugen.

  6. Bleiben Sie bei der Wahrheit

    Zum Schluss noch die Bitte: Bleiben Sie in Ihren Ausführungen unbedingt bei der Wahrheit. Auch wenn es verlockend erscheint, die Kündigung ein wenig zu verschönern oder Gründe zu erfinden, die nicht zutreffen, kann es Sie die Chancen auf den Job kosten. Lügen haben bekanntlich kurze Beine und wenn der anwesende Personaler das Gefühl hat, Sie wären unehrlich, haben Sie jede Möglichkeit auf den Job verspielt.

[Bildnachweis: Production Perig, Sergey Nivens by Shutterstock.com]

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, erzählen Sie es weiter...