Kündigung begründen: Tipps fürs Vorstellungsgespräch

Eine Kündigung wirbelt nicht nur das berufliche und private Leben durcheinander, Sie müssen auch in der nächsten Bewerbung die Kündigung begründen. Das ist kein Grund zur Panik. Jobwechsel gehören zu jedem Lebenslauf dazu. Wie Sie Ihre Kündigung begründen, hat trotzdem Auswirkungen auf Ihre Chancen beim neuen Arbeitgeber. Schlechte Begründungen werfen Zweifel auf und verunsichern Personaler. Wenn Sie Ihre Kündigung richtig begründen, können Sie hingegen einen positiven Eindruck machen. Wir erklären, warum es so wichtig ist und worauf Sie achten müssen, wenn Sie eine Kündigung begründen…

Kündigung begründen: Tipps fürs Vorstellungsgespräch

Kündigung begründen: Keine Angst vor der dem Thema

In den Köpfen vieler Arbeitnehmer sind Kündigungen immer noch ein Zeichen des Scheiterns, eine vermeintliche Bestätigung der eigenen Unfähigkeit oder der Wahl des falschen Jobs. Doch die Arbeitswelt und damit auch der klassische Karriereverlauf haben sich gewandelt. War es früher noch ein häufiger Fall, findet man heute nur noch selten Lebensläufe, die von der Ausbildung bis zur Rente beim selben Arbeitgeber verlaufen.

Soll heißen: Jobwechsel und damit auch Kündigungen gehören mittlerweile zum beruflichen Werdegang dazu. Galt es früher lange Zeit als Makel, ist die Kündigung selbst heute kaum noch ein Problem. Das gilt insbesondere für darauf folgende Bewerbung. Viel entscheidender ist der richtige Umgang mit dem Jobverlust und entsprechend wie Sie Ihre Kündigung begründen.

Das lässt den Frust über eine Kündigung nicht verschwinden, doch muss es Ihrer weiteren Karriere nicht im Weg stehen. Vielmehr trifft das Gegenteil zu: Wer es schafft, eine Kündigung professionell und zukunftsorientiert zu begründen, macht einen guten Eindruck, kann Personaler überzeugen und sogar die Jobchancen verbessern.

Statt sich vor dem Thema zu drücken, sollten Sie sich frühzeitig überlegen, wie Sie eine Kündigung begründen können. Klar ist: Wenn Sie nicht gerade Berufseinsteiger sind, wird sich der Personaler ohnehin fragen, warum Sie aktuell keinen Job haben. Besser Sie liefern eine überzeugende Begründung, als dass Sie Raum für Spekulationen lassen, die nur zu Ihrem Nachteil sein können.

Wichtige Unterscheidung: Haben oder wurden Sie gekündigt?

Das Resultat jeder Kündigung bleibt gleich: Das Arbeitsverhältnis wird beendet, Mitarbeiter und Unternehmen gehen zukünftig getrennte Wege und Sie suchen auf dem Arbeitsmarkt nach einem neuen Job. Wenn Sie Ihre Kündigung begründen wollen, gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied: Haben Sie selbst die Kündigung eingereicht oder sind Sie vom Chef gekündigt worden?

Im Vorstellungsgesprächs interessieren sich die meisten Personaler sehr genau dafür, wie Ihr letztes Arbeitsverhältnis beendet wurde. Diese Frage zielt hauptsächlich auf zwei wichtige Informationen ab:

  • War der Arbeitgeber mit Ihren Leistungen unzufrieden?
  • Weshalb sind Sie selbst gegangen?

Personaler sind in der Regel auf der Suche nach langfristigem Personal. Sie wollen in Erfahrung bringen, ob Sie als Kandidat auch für die nächsten Jahre geeignet sind.

Die meisten Arbeitnehmer fühlen sich wohler und selbstbewusster, wenn die Kündigung von ihnen ausging, doch auch hier gilt: Stehen keine nachvollziehbaren und professionellen Gründe hinter der Kündigung, wird Ihr zukünftiger Arbeitgeber sich fragen, ob Sie langfristig in seinem Unternehmen bleiben werden.

Tipps, um im Vorstellungsgespräch eine Kündigung zu begründen

Ein Vorstellungsgespräch ist für den Bewerber ohnehin eine besonders stressige Situation. Nervosität vor den Fragen der Personaler und Angst, den Anforderungen nicht gerecht zu werden, machen den Kandidaten zu schaffen. Viele machen sich zusätzlich Sorgen, wenn sie sich nach einer Kündigung bewerben. Was tun, wenn der Personaler diese anspricht?

Zunächst einmal gilt: Bleiben Sie ruhig. Sie sind nicht der Erste und auch nicht der Letzte Bewerber, der schon einmal gekündigt wurde oder selbst die Kündigung eingereicht hat. Personaler kennen die Situation und haben selten Vorurteile.

Der erste Tipp lautet deshalb: Treten Sie selbstbewusst auf. Trauen Sie sich selbst zu, einen guten Eindruck zu hinterlassen und überzeugen Sie Ihre Gesprächspartner, indem Sie professionell Ihre Kündigung begründen. Diese Tipps zeigen, worauf Sie dabei achten sollten:

  • Geben Sie niemandem die Schuld

    Ihr erster Eindruck beim potenziellen neuen Arbeitgeber soll nicht sein, wie Sie über einen ehemaligen Chef oder Kollegen herziehen. Das wirkt unprofessionell und wirft die Frage auf, wie lange es wohl dauert, bis Sie auch schlecht über den neuen Arbeitgeber reden. Was auch immer vor Kündigung vorgefallen ist: Schmutzige Wäsche sollte definitiv nicht in einem Vorstellungsgespräch gewaschen werden!

  • Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus

    Oftmals ist es besser abzuwarten, bis der Personaler Ihren bisherigen Lebenslauf anspricht und fragt, wie es zur Trennung vom letzten Arbeitgeber kam. Wer das Thema selbst sofort angeht, gerät schnell in die Defensive und erweckt den Eindruck, er müsse sich für etwas entschuldigen. Denken Sie daran: Sie müssen sich für eine Kündigung nicht schämen, sondern offen mit dieser umgehen.

  • Gehen Sie nicht zu sehr ins Detail

    Um eine möglichst plausible Erklärung zu liefern, holen Bewerber gerne einmal sehr weit aus, bevor sie zum eigentlichen Punkt kommen. Dabei ist das gar nicht nötig, sondern erhöht nur die Chance, dass Sie sich verquatschen. Kommt das Thema auf den Tisch, nennen Sie ein oder zwei Gründe, wie es zur Kündigung kam. Sollte einer Ihrer Gesprächspartner Nachfragen stellen, können Sie darauf eingehen.

  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken

    Sie sollten sich nicht zu lange mit den negativen Seiten aufhalten. Nachdem Sie geschildert haben, welche Gründe zur Kündigung geführt haben, sollten Sie sich umgehend wieder Ihren Stärken zuwenden. Was haben Sie in der Zeit gelernt? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt und wie wollen Sie diese beim neuen Arbeitgeber einsetzen? Wer hier punktet, zeigt dass er professionell mit der Kündigung umgeht und daraus gelernt hat.

  • Schildern Sie Ihre Motivation

    Ein wichtiger Punkt in jeder Bewerbung ist die Motivation, der nach einer Kündigung noch mehr Gewicht erhält. Wieso wollen Sie genau zu diesem Arbeitgeber? Warum passen gerade Sie perfekt in die Stelle und wie hat Ihre Kündigung dazu beigetragen? Diese Fragen sind nicht immer ganz leicht zu beantworten, doch wer sich im Vorfeld einige gute Punkte überlegt hat, kann viele Personaler von seiner Motivation überzeugen.

    Entscheidend ist dabei eine sogenannte Hin-zu-Motivation. Also nicht: Warum wollten Sie vom Ex-Arbeitgeber weg? Sondern: Was begeistert Sie beim neuen Unternehmen, weshalb Sie sich dort bewerben? Weitere Erklärungen dazu finden Sie in diesem Video:

Formulierungen: So können Sie eine Kündigung begründen

Bleibt die Frage: Welche Wortwahl und Formulierung eignet sich, wenn Sie eine Kündigung begründen wollen? Ganz allgemein lässt sich das natürlich nicht sagen. Entscheidend ist die individuelle Situation.

Um Ihnen bei der Formulierung zu helfen, gibt es aber Beispiele, die Ihnen als Inspiration und Grundlage dienen können. Der Trick bei ist dabei, dass Sie nie bitter, frustriert oder verzweifelt erscheinen wollen. Stattdessen sind Sie zuversichtlich, zielstrebig und zukunftsorientiert. Etwa mit diesen Formulierungen, mit denen Sie Ihre Kündigung begründen können:


Ich hatte das Gefühl, in dieser [letzten] Position unter meinen Möglichkeiten zu bleiben und fand keine neue Herausforderung mehr, um mich weiterzuentwickeln.


Ich schätze meinen aktuellen Arbeitgeber wirklich sehr und bin auch dankbar für die bisherige Zusammenarbeit. In jüngster Zeit hat sich aber gezeigt, dass meine internen Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind. Das ist zwar bedauerlich, aber daher möchte ich mich nun beruflich neu orientieren und mein Wissen und Können woanders einsetzen…


Nach einigen Umstrukturierungen und der Neuausrichtung unserer Abteilung, ist mir klar geworden, dass ich dort mit meinen Fähigkeiten und meinem Know-how nicht die beste Besetzung war. Das ist bedauerlich, limitiert aber immer beide Seiten – meinen Arbeitgeber und mich. Daher war der Jobwechsel die Ideallösung für beide Seiten.


Zusätzlich haben wir weitere beispielhafte Formulierungen, abhängig davon, ob Sie gekündigt wurden oder gekündigt haben:

Wenn Ihnen gekündigt wurde


Das Unternehmen wurde umstrukturiert, von den Maßnahmen war dabei leider auch meine Stelle betroffen.


Bei einer großen Umstrukturierung meines ehemaligen Arbeitgebers wurden 60 Prozent der Stellen abgebaut. Da ich erst kurze Zeit im Unternehmen war, fiel auch meine darunter.


Mein bisheriger Arbeitgeber hat einen neuen Manager eingestellt, der unser bisheriges Team neu ausgerichtet und zum Teil ergänzt hat. Für dessen Strategie war dies sicher ein richtiger Schritt, doch glaube ich nicht, dass diese optimal zu meinen Kompetenzen passt.


Ich hatte in der Vergangenheit eine kurze Krise, in der ich mich neuorientiert habe. Das hat dazu geführt, dass ich mich auch beruflich verändern und neu fokussieren möchte. Diese Prozess ist nun abgeschlossen und ich denke, dass diese Stelle perfekt zu mir passt.


Wenn Sie selbst gekündigt haben


Ich suche derzeit eine Stelle mit mehr Verantwortung und neuen Aufgaben, bei denen ich mein Potenzial besser ausschöpfen kann.


Ich hatte in meinem Job zunehmend das Gefühl, mehr Leistungen bringen zu können, als in der Position möglich war. Dieses Ziel möchte ich nun in Ihrem Unternehmen weiter verfolgen.


Nachdem mein Partner einen neuen Job in dieser Stadt angenommen hat, suche ich ebenfalls nach Chancen, mich beruflich weiter zu entwickeln.


Offen gestanden, ich wollte meinen Job gar nicht wechseln. Aber dann habe ich von dieser Stelle gehört und sie hat mich sofort begeistert. Ich glaube, meine Fertigkeiten und Talente hier optimal einbringen zu können…

[Bildnachweis: Iconic Bestiary by Shutterstock.com]
26. August 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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