Auf Bewerber warten im Auswahlprozess unterschiedliche Tests und Herausforderungen, bis am Ende hoffentlich die Zusage zum Job steht. Bekannte Klassiker, die wohl niemanden mehr überraschen, sind die Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräche - vielleicht sogar mehrstufige, Assessment Center, Einstellungstests und auch Telefoninterviews. Eher selten bitten Unternehmen hingegen zum Videointerview und entsprechend verunsichert sind einige Kandidaten, weil sie nicht genau wissen, was auf sie zukommt, was erwartet wird und wie sie das Beste aus der Situation machen, um Personaler zu überzeugen. Die gute Nachricht: Vor einem Videointerview brauchen Sie keine Angst zu haben, vielen fällt diese Art des Gesprächs sogar einfacher. Allerdings müssen Sie trotzdem auf einiges achten, um es erfolgreich zu meistern...

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Videointerview: Vorstellungsgespräch auf Distanz

Arbeitgeber nutzen die unterschiedlichsten Methoden, um ein umfassendes Bild der Bewerber zu kommen und am Ende die bestmögliche Auswahl zu treffen und den passendsten Kandidaten auszuwählen. Bisher noch eher selten wird dabei das sogenannte Videointerview eingesetzt. Allerdings sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass Sie kein Videointerview führen müssen. Die Entwicklung zeigt, dass immer häufiger zu dieser Art des Jobinterviews gegriffen wird - die Wahrscheinlichkeit steigt also, dass Sie in Zukunft an einem Videointerview teilnehmen werden.

Am ehesten ist ein Videointerview mit einem Vorstellungsgespräch zu vergleichen - nur dass Sie nicht dem Personaler gegenüber sitzen, sondern Ihrem Computer zuhause. Ihr Gesprächspartner kann dabei hunderte Kilometer entfernt in seinem Büro sitzen, während Sie das Interview aus Ihren eigenen vier Wänden führen. Diese Form des Videointerviews wird oft auch als Videotelefonat oder Video-Konferenz bezeichnet.

Um digital zusammenzufinden, werden beispielsweise Programme wie Skype genutzt, die sowohl Bild als auch Ton übertragen.

Solche Videointerviews werden in der Regel als eine Vorauswahl geführt. Sie stellen eine Hürde im Bewerbungsprozess dar, bilden aber nicht die letzte Herausforderung vor dem ersehnten Arbeitsvertrag. Personaler nutzen das Videointerview, um das große Feld der Bewerber auszudünnen, sich einen besseren Eindruck machen zu können und den Kreis der Kandidaten zu verkleinern, bevor es in die Runde der persönlichen Auswahlgespräche geht.

Falls Sie nun verunsichert sind, ob Sie ein Videointerview erwartet: Unternehmen werden Sie damit nicht überrumpeln. Oft wird dieser Schritt im Auswahlverfahren bereits auf der Unternehmenshomepage oder in einer frühen Phase der Bewerbung bekannt gegeben. In jedem Fall werden Sie eine E-Mail erhalten, in der Sie auf das Videointerview hingewiesen werden. Dort finden Sie auch alle notwendigen Informationen, wie den Zeitpunkt des Gesprächs oder auch Daten, um sich einzuloggen, falls diese benötigt werden.

Die Sonderform des zeitversetzten Videointerviews

Videointerview Tipps typische Fragen Ablauf BewerberBei einem Videointerview stellen Sie sich vermutlich zunächst einmal vor, wie ein Personaler auf der anderen Seite des Videos sitzt und sich ein Gespräch entwickelt, wie es auch im persönlichen Interview der Fall wäre. Das ist durchaus möglich und wird auch immer wieder so gemacht - allerdings greifen viele Unternehmen auch zu einem sogenannten zeitversetzten Videointerview. Dabei gibt es keinen direkten Gesprächspartner, sondern Sie führen das Videointerview komplett in Eigenverantwortung, sind dabei erst einmal für sich allein, werden aber natürlich angeleitet, was zu tun ist.

Für ein zeitversetztes Videointerview loggen Sie sich über einen Link und ein Passwort ein, die Ihnen im Vorfeld mitgeteilt werden. Auch gibt es bei dieser Variante keinen festgelegten Zeitpunkt, an dem das Gespräch stattfindet, sondern einen vorgegebenen Zeitraum - beispielsweise eine Woche, in der Sie das zeitversetzte Videointerview führen müssen.

Das Ganze läuft dann so ab: Nachdem Sie sich eingeloggt haben und mit dem Interview beginnen, werden Ihnen die Fragen auf dem Monitor angezeigt. Anders als im persönlichen Gespräch müssen Sie nicht innerhalb weniger Sekunden antworten, sondern bekommen eine kurze Vorbereitungszeit, um Ihre Gedanken zu sammeln, eine Antwort zu überlegen und sich diese zurecht zu legen. Meist bekommen Sie dafür rund zwei Minuten, die zur Verfügung stehende Zeit wird Ihnen dabei immer angezeigt.

Im Anschluss an diese kurze Vorbereitung - oder wenn Sie manuell mit der Antwort der Frage beginnen - startet eine Videoaufnahme, in der Sie Ihre Antwort präsentieren, die Punkte vorbringen, die Sie sich überlegt haben und möglichst auf den Punkt bringen, was Sie für den Job qualifiziert. Auch diese Phase ist zeitlich begrenzt und endet automatisch beziehungsweise durch einen Klick auf Antwort beenden, wenn Sie mit Ihrer Antwort nicht die volle Zeitspanne ausschöpfen.

Auf diese Weise werden Sie durch die verschiedenen Fragen des Videointerviews geführt. Der Personaler kann sich diese dann zeitversetzt - daher auch der Name der Technik - ansehen, mit anderen Kandidaten vergleichen und sich ein besseres Bild als durch rein schriftliche Unterlagen machen. Ob und wie es für Sie im Auswahlverfahren weitergeht, erfahren Sie wie bei anderen Methoden im Bewerbungsprozess zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Personalabteilung ihre Entscheidungen getroffen hat.

Tipps für ein erfolgreiches Videointerview

Videointerviews werden immer häufiger geführt, viele Bewerber waren aber noch nicht in der Situation und sind verunsichert. Was muss ich tun, um im Videointerview zu überzeugen? Was erwarten Personaler? Worauf muss geachtet werden? Zunächst einmal sollten Sie versuchen, sich nicht von Ihrer Unsicherheit beeinflussen zu lassen. Ein Interview - ob nun per Video oder im persönlichen Gespräch - ist ein normaler Schritt auf dem Weg zum Job.

Ein Videointerview mag Ihnen ungewöhnlich vorkommen, aber vielleicht spielt es Ihnen sogar in die Karten. Vor einem Vorstellungsgespräch sind die meisten Bewerber sehr nervös und fürchten, einen unfreundlichen Personaler zu treffen, der ihnen das Leben schwer macht. Im Videointerview befinden Sie sich in einer bekannten Umgebung, sind bei einem zeitversetzten Interview sogar ganz für sich und können sich voll und ganz darauf konzentrieren. In diesem Fall können Sie sogar selbst entscheiden, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist, um das Videointerview anzugehen.

Damit Ihr Videointerview zum Erfolg wird und Sie es in die nächste Runde schaffen, haben wir noch einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können:

  • Vorbereitung ist das A und O

    Es macht keinen Unterschied, ob Sie ein persönliches Gespräch, ein Videotelefonat oder ein zeitversetztes Videointerview führen - mit der richtigen Vorbereitung steht und fällt der Erfolg Ihrer Bewerbung. Bevor es ins Videointerview geht, sollten Sie zum Unternehmen recherchieren, wichtige Informationen kennen und sich auch darüber informieren, wie Ihre Position im Unternehmen eingegliedert ist. Es ist die gleiche Vorbereitung, die Sie für ein klassisches Vorstellungsgespräch betreiben würden.

    Im zeitversetzten Videointerview haben Sie darüberhinaus den Vorteil, dass Sie die Unterlagen und wichtige Informationen parat halten können, um sich noch einmal zu versichern, auch wirklich alles richtig behalten zu haben. Denken Sie außerdem daran, auch über Ihre Person nachzudenken, Stärken und Schwächen zu kennen und passende Beispiele aus Ihrer bisherigen Laufbahn parat zu haben.


  • Die Technik muss funktionieren

    Kaum etwas sorgt bei Bewerbern für mehr Frust, Ärger oder auch Panik, als technische Probleme während eines Videointerviews. Sie wollen verhindern, dass die Webcam ausfällt, das Mikrofon streikt, ein Programm fehlt oder die Technik an anderer Stelle nicht funktioniert. Prüfen Sie alles gründlich oder halten Sie sicherheitshalber einen Ersatz bereit, falls doch der Ernstfall eintritt und Sie eine schnelle Lösung benötigen.

    Schauen Sie sich ebenfalls im Vorfeld an, wie Sie von der Kamera eingefangen werden, ob der Ausschnitt stimmt, Sie groß und klar genug zu erkennen sind und die Kamera möglichst gerade vor Ihnen steht. All diese Dinge sollten im Vorfeld eingestellt werden, da Sie im Videointerview nicht anfangen sollten, an der Kamera herumzudrehen.


  • Das Umfeld spielt eine große Rolle

    Beim persönlichen Vorstellungsgespräch im Unternehmen können Sie keinen Einfluss auf das Umfeld und die Atmosphäre legen - beim Videointerview hingegen schon. Dabei gilt vor allem: Sorgen Sie für Ruhe und verhindern Sie jede Art von Störung oder Unterbrechung. Hintergrundgeräusche, Zwischenrufe, Straßenlärm oder ein Familienmitglied oder ein Mitbewohner, der in Hintergrund plötzlich durchs Bild läuft, wirken nicht sonderlich professionell.

    Achten Sie unbedingt auch darauf, was außer Ihnen noch von der Kamera eingefangen wird. Der Hintergrund sollte möglichst neutral sein. Gerade bei Bildern ist Vorsicht geboten, wenn diese im Hintergrund zu sehen sind. Diese können schnell unpassend oder auch zu persönlich wirken. Denken Sie immer daran: Alles, was im Videointerview zu sehen und zu hören ist, beeinflusst den Eindruck, den der Personaler erhält.


  • Outfit und Körpersprache sind wichtig

    Auch für das Videointerview gibt es einen Dresscode, an den Sie sich halten sollten. Dabei gilt die einfache Regel: Das Outfit, das für ein persönliches Gespräch im Unternehmen passt, ist auch für das digitale Interview geeignet. Sie wollen Professionalität und Kompetenz ausstrahlen, auch wenn Sie gerade vielleicht im heimischen Wohnzimmer und nicht im Konferenzsaal sitzen.

    Neben dem Outfit sollten Sie auch auf Ihre Körpersprache und Haltung während des Videointerviews achten. Hängende Schultern, krummer Rücken, gesenkter Blick oder nervöses Herumfuchteln mit den Händen sollten Sie vermeiden. Setzen Sie sich stattdessen gerade und aufrecht hin, halten Sie die Hände vor sich auf dem Schreibtisch und unterstreichen Sie Gesagtes mit passenden Gesten.


  • Ihre Stimme sollte richtig eingesetzt werden

    Mit steigender Nervosität ändert sich bei vielen Menschen die Stimme. Die Stimmlage wird höher, das Sprachtempo wird schneller. Versuchen Sie im Videointerview gezielt, diesen Faktoren entgegenzuwirken und Ihre Stimme einzusetzen.

    Ein wenig Nervosität nimmt Ihnen niemand übel, doch können Sie Ihren Eindruck verbessern, wenn Sie es schaffen, etwas langsamer und vor allem deutlich zu sprechen. Das ist ein Zeichen von Professionalität und Kompetenz, dass Personaler durchaus wahrnehmen.


  • Die Kamera repräsentiert die Augen des Personalers

    Im persönlichen Gespräch ist es bekannt, dass der Blickkontakt zum Personaler wichtig ist. Doch auch im Videointerview sollten Sie daran denken, den Blick zu halten und nicht mit den Augen abzuschweifen.

    Besonders wichtig dabei: Um wirklichen Blickkontakt zu halten, müssen Sie in die Kamera schauen - nicht auf den Monitor. Das wirkt für den Betrachter dann eher so, als würden Sie knapp an ihm vorbeisehen.

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