Videointerview: Tipps für Bewerber

Bewerber durchlaufen unterschiedliche Auswahlprozesse, bis am Ende hoffentlich die Zusage zum Job steht. Das Videointerview gehört dabei zunehmend zum Repertoire von Unternehmen. Neben klassischen Vorstellungsgesprächen oder einem Assessment Center gehört das Videointerview zwar nicht zu jedem Bewerbungsverfahren, kommt aber auch immer mehr Jobsuchende zu.

Kandidaten stehen vor der Frage: Was kommt im Videointerview auf mich zu? Sie wollen schließlich überzeugen – ob nun im persönlichen Gespräch oder im Videointerview. Die gute Nachricht: Sie brauchen keine Angst vor dem Videointerview zu haben und können dieses gut vorbereiten. Vielen Bewerbern fällt das Videointerview sogar leichter als ein typisches Vorstellungsgespräch.

Hier erfahren Sie, was das Videointerview ausmacht, womit Sie bei dieser Form des Gesprächs rechnen müssen und wie Sie im Videointerview den besten Eindruck machen, um dem Job einen großen Schritt näher zu kommen…

Videointerview: Tipps für Bewerber

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Videointerview: Vorstellungsgespräch auf Distanz

Arbeitgeber nutzen die zahlreiche Methoden, um sich ein umfassendes Bild der Bewerber zu machen, am Ende die bestmögliche Auswahl zu treffen und den richtigen Kandidaten auszuwählen.

Bisher noch eher selten wird dabei das Videointerview eingesetzt. Der Trend geht jedoch zunehmend zur digitalen Version eines Gesprächs zwischen Personaler und Bewerber. Bei Ihrer Jobsuche sollten Sie deshalb darauf vorbereitet sein, zu einem Videointerview eingeladen zu werden.


Das Videointerview ist ein digitales Vorstellungsgespräch. Sie sitzen Ihrem Gesprächspartner nicht direkt gegenüber, sondern führen das Videointerview von Ihrem Computer, Laptop oder auch Tablet aus.



Manchmal wird das Videointerview in diesem Zusammenhang auch als Videotelefonat oder Videokonferenz bezeichnet, im Zusammenhang mit der Bewerbung macht die Begrifflichkeit jedoch keinen Unterschied.

Videointerviews sind ein Teil der Personalauswahl und gehören zum Bewerbungsprozess. In der Regel finden diese zu einem frühen Zeitpunkt statt und dienen der Vorauswahl, um einen noch großen Pool an Kandidaten weiter auszudünnen. Das Videointerview ist somit eine Hürde, aber noch nicht der letzte Schritt vor einer Zusage. Nach einem erfolgreichen Videointerview werden Sie vermutlich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Um digital zusammenzufinden, werden Programme wie Skype genutzt, die sowohl Bild als auch Ton übertragen.

Sollte ein Videointerview auf Sie zukommen, kommuniziert der Arbeitgeber dies normalerweise bereits früh und offen. Sie werden nicht damit überrascht oder überrumpelt. Sie erhalten eine E-Mail, in der Sie auf das anstehende Videointerview hingewiesen werden und alle notwendigen Informationen erhalten. Dazu zählen der Zeitpunkt des Gesprächs, der Gesprächspartner, mit dem Sie sich unterhalten und die Daten, mit denen Sie sich einloggen, falls diese benötigt werden.

Gründe für ein Videointerview

Oft ist das Videointerview ein normaler Teil des Auswahlprozesses und wird besonders von Unternehmen genutzt, die eine große Anzahl von Bewerbern für eine freie Stelle haben. Es kann aber auch andere Gründe geben, warum Personaler sich für ein Videointerview entscheiden. Häufig wird diese Variante etwa genutzt, wenn eine große räumliche Distanz zwischen Unternehmen und Kandidat liegt. Dies gilt bei Jobs im Ausland, kann aber auch im Inland gelten. Bewirbt sich ein Jobsuchender aus Kiel auf einen Job in München, kann zunächst ein Videointerview durchgeführt werden, bevor im nächsten Schritt die Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch erfolgt.

Zeitversetztes Videointerview

Eine Sonderform des Videointerviews ist das sogenannte zeitversetzte Videointerview. Das besondere daran: Es gibt keinen direkten Gesprächspartner, es findet kein sofortiger Austausch und Dialog statt. Im Videointerview treffen Sie auf digitalem Weg auf einen Personaler und führen ein Gespräch. Das zeitversetzte Videointerview führen Sie hingegen komplett in Eigenverantworten und sind dabei erst einmal für sich allein – werden aber natürlich angeleitet, was zu tun ist und was von Ihnen erwartet wird.

Für ein zeitversetztes Videointerview loggen Sie sich über einen Link und ein Passwort ein, die Ihnen im Vorfeld mitgeteilt werden. Auch gibt es bei dieser Variante keinen festgelegten Zeitpunkt, an dem das Gespräch stattfindet, sondern einen vorgegebenen Zeitraum – beispielsweise eine Woche, in der Sie das zeitversetzte Videointerview führen müssen.

Das Ganze läuft dann so ab: Nachdem Sie sich eingeloggt haben und mit dem Interview beginnen, werden Ihnen die Fragen auf dem Monitor angezeigt. Anders als im persönlichen Gespräch müssen Sie nicht innerhalb weniger Sekunden antworten, sondern bekommen eine kurze Vorbereitungszeit, um Ihre Gedanken zu sammeln, eine Antwort zu überlegen und sich schon einmal Worte zurecht zu legen. Meist bekommen Sie dafür rund zwei Minuten, die zur Verfügung stehende Zeit wird Ihnen dabei immer angezeigt.

Im Anschluss an diese kurze Vorbereitung – oder wenn Sie manuell mit der Antwort der Frage beginnen – startet eine Videoaufnahme, in der Sie Ihre Antwort präsentieren, die Punkte vorbringen, die Sie sich überlegt haben und möglichst auf den Punkt bringen, was Sie für den Job qualifiziert. Auch diese Phase ist zeitlich begrenzt und endet automatisch beziehungsweise durch einen Klick auf „Antwort beenden“, wenn Sie mit Ihrer Antwort nicht die volle Zeitspanne ausschöpfen.

Auf diese Weise werden Sie durch die verschiedenen Fragen des Videointerviews geführt. Der Personaler kann sich diese dann zeitversetzt – daher auch der Name der Technik – ansehen, mit anderen Kandidaten vergleichen und sich ein besseres Bild als durch rein schriftliche Unterlagen machen. Ob und wie es für Sie im Auswahlverfahren weitergeht, erfahren Sie wie bei anderen Methoden im Bewerbungsprozess zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Personalabteilung ihre Entscheidungen getroffen hat.


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Videointerview vorbereiten

Um im Videointerview überzeugen zu können, sollten Sie die Vorbereitung genauso ernst nehmen wie für ein persönliches Vorstellungsgespräch. Am Ende macht es keinen Unterschied, ob Sie ein direktes Gespräch, ein normales oder zeitversetztes Videointerview führen – Sie müssen mit Ihrem Auftreten und den Antworten punkten, unabhängig vom Medium.

Vor dem Videointerview gelten somit dieselben Grundregeln der Vorbereitung wie vor jedem anderen Vorstellungespräch:

➠ Recherchieren Sie zum Unternehmen
➠ Sammeln Sie wichtige Informationen
➠ Üben Sie eine Selbstpräsentation
➠ Bereiten Sie die häufigsten Fragen vor
➠ Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen
➠ Halten Sie passende Beispiele bereit

Im zeitversetzten Videointerview haben Sie darüberhinaus den Vorteil, dass Sie die Unterlagen und wichtige Informationen parat halten können, um sich noch einmal zu versichern, auch wirklich alles richtig behalten zu haben. Legen Sie vor dem Start alles bereit, was Sie möglicherweise für einen schnellen Blick in der Vorbereitungszeit auf Ihre Antwort benötigen könnten. Zur Vorbereitung gehören zudem einige wichtige Aspekte für das Videointerview:

  • Prüfen Sie die Technik
    Die wichtigste Grundvoraussetzung für das Videointerview ist funktionierende Technik. Kaum etwas sorgt bei Bewerbern für mehr Frust, Ärger oder auch Panik, als technische Probleme während des Gesprächs. Sie wollen verhindern, dass die Webcam ausfällt, das Mikrofon streikt, ein Programm fehlt oder die Technik an anderer Stelle nicht funktioniert. Prüfen Sie alles gründlich oder halten Sie sicherheitshalber einen Ersatz bereit, falls doch der Ernstfall eintritt und Sie eine schnelle Lösung benötigen.

    Schauen Sie sich ebenfalls im Vorfeld an, wie Sie von der Kamera eingefangen werden, ob der Ausschnitt stimmt, Sie groß und klar genug zu erkennen sind und die Kamera möglichst gerade vor Ihnen steht. All diese Dinge sollten im Vorfeld eingestellt werden, da Sie im Videointerview nicht anfangen wollen, an der Kamera herumzudrehen.
  • Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre
    Beim persönlichen Vorstellungsgespräch im Unternehmen können Sie keinen Einfluss auf das Umfeld und die Atmosphäre legen – beim Videointerview hingegen schon. Dabei gilt vor allem: Sorgen Sie für Ruhe und verhindern Sie jede Art von Störung oder Unterbrechung. Hintergrundgeräusche, Zwischenrufe, Straßenlärm, ein Familienmitglieder oder ein Mitbewohner, die im Hintergrund plötzlich durchs Bild laufen, wirken nicht sonderlich professionell.

    Achten Sie unbedingt auch darauf, was außer Ihnen noch von der Kamera eingefangen wird. Der Hintergrund sollte möglichst neutral sein. Gerade bei Bildern ist Vorsicht geboten, wenn diese im Hintergrund zu sehen sind. Diese können schnell unpassend oder auch zu persönlich wirken. Denken Sie immer daran: Alles, was im Videointerview zu sehen und zu hören ist, beeinflusst den Eindruck, den der Personaler erhält.
  • Kontrollieren Sie Ihr Profil
    Werden für das Videointerview Programme wie Skype oder Zoom genutzt, sollten Sie im Vorfeld Ihr Profil überprüfen. Haben Sie einen angemessenen Namen gewählt oder zu einem früheren Zeitpunkt einen Spitznamen für Ihr Profil verwendet? Wenn Sie sich in das Videointerview einwählen, sollten Ihr Profil aus Ihrem Vor- und Nachnamen bestehen – möglichst ohne weitere Zusätze.

    Ebenso sollte Ihr Profilbild und die Beschreibung, die Sie über sich gemacht haben, sollten professionell sein und einen guten Eindruck machen.
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Tipps für das Videointerview

Videointerviews werden immer häufiger geführt, viele Bewerber waren aber noch nicht in der Situation und sind verunsichert. Was muss ich tun, um im Videointerview zu überzeugen? Was erwarten Personaler? Worauf muss geachtet werden?

Zunächst einmal: Nervosität ist normal, das wissen auch Personaler. Sie sollten sich davon aber nicht zu sehr beeinflussen lassen, gerade ein Videointerview kann den Vorteil haben, dass Sie sich in einer gewohnten Umgebung befinden und sich während des Gesprächs möglichst wohl fühlen sollten. Mit der richtigen Einstellung sind Sie auf einem guten Weg zum erfolgreichen Videointerview – damit es dann wirklich zum Erfolg wird und Sie es in die nächste Runde schaffen, haben wir zahlreiche Tipps für das Videointerview für Sie zusammengestellt:

1. Seien Sie rechtzeitig fertig

Sie wollen das Videointerview nicht abgehetzt beginnen, sondern genügend Zeit haben, sich auf das Gespräch einzustellen. Idealerweise sind Sie deshalb bereits 15 bis 30 Minuten vor Beginn des Videointerviews startklar und warten nur darauf, dass es losgeht. Bei einem zeitversetzten Videointerview ist dies natürlich nicht nicht wichtig.

Mit der zusätzlichen Zeit haben Sie auch noch einmal die Möglichkeit, die Technik ein letztes Mal zu testen und den Bildausschnitt der Kamera richtig einzustellen.

2. Schreiben Sie mit

Es ist im Videointerview erlaubt und sogar sinnvoll, wenn Sie einen Notizzettel bereit legen und während des Gesprächs mitschreiben. Das können wichtige Informationen sein, die Sie sich notieren, oder auch Fragen, die Sie zu einem späteren Zeitpunkt stellen wollen.

Zudem zeigen Sie, dass Sie wirklich interessiert und aufmerksam zuhören, wenn Sie sich zu wichtigen Punkten eine kurze Notiz machen.

3. Achten Sie auf den Dresscode

Auch für das Videointerview gibt es einen Dresscode, an den Sie sich halten sollten. Dabei gilt die einfache Regel: Das Outfit, das für ein persönliches Gespräch im Unternehmen passt, ist auch für das digitale Interview geeignet. Sie wollen Professionalität und Kompetenz ausstrahlen, auch wenn Sie gerade vielleicht im heimischen Wohnzimmer und nicht im Konferenzsaal sitzen.

Sehr auffällige Muster sind für ein Videointerview zudem eher ungeeignet. Bei vielen Kameras führt solche Kleidung zu Verzerrungen oder unscharfen Darstellungen.

4. Üben Sie die Körpersprache

Neben dem Outfit sollten Sie auch auf Ihre Körpersprache und Haltung während des Videointerviews achten. Hängende Schultern, krummer Rücken, gesenkter Blick oder nervöses Herumfuchteln mit den Händen sollten Sie vermeiden.

Setzen Sie sich stattdessen gerade und aufrecht hin, halten Sie die Hände vor sich auf dem Schreibtisch und unterstreichen Sie Gesagtes mit passenden Gesten.

5. Schauen Sie in die Kamera

Blickkontakt zum Personaler ist wichtig und im persönlichen Gespräch leicht umzusetzen. Im Videointerview wird jedoch immer wieder ein Fehler gemacht: Sie schauen auf den Bildschirm statt in die Kamera.

Um wirklichen Blickkontakt zu halten, müssen Sie beim Videointerview direkt in die Kamera schauen. Ansonsten wirkt es für Ihren Gesprächspartner so, als würden Sie knapp an ihm vorbeischauen.

6. Kontrollieren Sie Ihre Stimme

Mit steigender Nervosität ändert sich bei vielen Menschen die Stimme. Die Stimmlage wird höher, das Sprachtempo schneller. Versuchen Sie im Videointerview gezielt, diesen Faktoren entgegenzuwirken und Ihre Stimme richtig zu kontrollieren.

Ein wenig Nervosität nimmt Ihnen niemand übel, doch können Sie Ihren Eindruck verbessern, wenn Sie es schaffen, etwas langsamer und vor allem deutlich zu sprechen. Das ist ein Zeichen von Professionalität und Kompetenz, das Personaler durchaus wahrnehmen.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

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23. September 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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