Videobewerbung: So wird sie zum Erfolg

Um aus der Masse an Bewerbungen hervorzustechen, müssen Jobsuchende sich immer mehr einfallen lassen. Eine Videobewerbung gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung und liegt seit Jahren im Trend – Tendenz weiter steigend. Zum Teil wird von Unternehmen sogar explizit eine kreative Form der Bewerbung, gerne auch als Videobewerbung, verlangt. Richtig umgesetzt kann sie ein Vorteil sein und die Jobchancen steigern. Allerdings gibt es bei der Videobewerbung einiges zu beachten, damit der Versuch nicht nach hinten losgeht und Sie sich damit ins Aus schießen. Hier erfahren Sie, ob eine Videobewerbung für Sie wirklich sinnvoll ist und worauf es für eine erfolgreiche Videobewerbung ankommt…

Videobewerbung: So wird sie zum Erfolg

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Videobewerbung: Ein Format mit vielen Möglichkeiten

In den klassischen Bewerbungsunterlagen sind Sie in den Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt. Durch das Design und farbliche Akzente können Sie zwar einige Elemente verändern und anpassen, viel Spielraum haben Sie dabei aber nicht.

Anders in der Videobewerbung. Hier sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt und Sie können sich in Bewegtbild und Ton genau so präsentieren, wie Sie es wollen. Für eine Videobewerbung müssen Sie sich nicht an feste Vorgaben halten, die Informationen nicht kürzen, damit diese auf eine Seite passen und können zahlreiche Möglichkeiten zur Präsentation nutzen, die über eine rein schriftliche Darstellung hinaus gehen.

Ob Sie sich in der Videobewerbung nur selbst vorstellen, Ihre Arbeitsweise zur Schau stellen, Ihre Fähigkeiten präsentieren, einen kurzen Film mit Handlung drehen, ein Interview führen oder etwas völlig anderes machen – die Videobewerbung ist das, was Sie daraus machen. Das ist auch einer der Gründe, warum sie bei Unternehmen so beliebt ist: Sie ermöglicht einen genaueren Blick auf einen Kandidaten.

Ist eine Videobewerbung für mich sinnvoll?

Am Ende geht es für alle Bewerber darum, beim Personaler einen guten Eindruck zu machen, in der Masse aufzufallen und sich von der Konkurrenz abzuheben.

Wer im Gedächtnis bleibt und überzeugt, hat einen Chance auf den Job – der Rest landet schnell auf dem Stapel der Absagen. Eine Videobewerbung verfolgt genau diese Ziele.

Die Akzeptanz und Beliebtheit von Videobewerbungen steigt – sowohl bei Unternehmen als auch bei Bewerbern. Entscheidend bleibt aber, dass sie zum angestrebten Job, zur Branche und zum Kandidaten passt.

Sinnvoll ist eine Videobewerbung nur dann, wenn Sie dadurch wichtige Qualifikationen oder persönliche Eigenschaften zeigen können, die in der Bewerbung so vielleicht untergehen könnten.

Steht bei Ihrem angestrebten Job der Kundenkontakt im Vordergrund? Dann können Sie in der Videobewerbung Ihr Charisma und Ihre sympathische Art besser zum Ausdruck bringen, als in einer schriftlichen Bewerbung, wenn Sie dies nur behaupten.

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Videobewerbung: Selbst drehen oder Anbieter nutzen?

Wenn Sie eine Videobewerbung in Betracht ziehen, müssen Sie sich entscheiden: Wollen Sie das Video selbst drehen, vielleicht mit der Hilfe von Familie und Freunden – oder beauftragen Sie einen professionellen Anbieter, der diese Dienstleistung für Sie übernimmt?

Generell ist beides möglich. Ein wichtiger Grundsatz für die Videobewerbung lautet jedoch: Setzen Sie auf Qualität! Verwackelte und unscharfe Bilder, schlechter Ton oder ein schrecklicher Bildausschnitt, hinterlassen keinen professionellen Eindruck.

Entscheidend ist, ob Sie in der Lage sind, eine gute und professionelle Videobewerbung selbst zu erstellen.

Ist das Filmen und Erstellen von Videos Teil Ihres Jobs, stellt die Videobewerbung gleichzeitig eine erste Arbeitsprobe dar und sollte erst recht professionell wirken. Fehlt Ihnen das nötige Equipment oder das Wissen, wie das Video gefilmt und später geschnitten wird, ist ein professioneller Anbieter unumgänglich. Hier gibt es verschiedene Plattformen, die sich auf Videobewerbungen spezialisiert haben. Auch Fotografen bieten diesen Service zunehmend öfter an.

Ein weiterer Vorteil von professionellen Anbietern: Sie erhalten nicht nur das Video, sondern (je nach Paket und Preis) ein professionelles Makeup, eine Beratung zum Inhalt und ein Angebot verschiedener Drehorte, um Ihre Videobewerbung besser und interessanter zu gestalten.

Auf der anderen Seite gilt: Qualität hat ihren Preis. So können für die Videobewerbung schon mal mehrere 100 Euro anfallen.

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Tipps: Darauf kommt es bei der Videobewerbung an

Eine Videobewerbung ist kein Selbstläufer. Personaler prüfen diese ebenso kritisch wie andere Formen der Bewerbung. Erst wenn Sie eine gute und überzeugende Videobewerbung einreichen, wird diese zu einem Pluspunkt und steigert Ihre Chancen auf ein persönliches Vorstellungsgespräch und eine Zusage für den Job.

Damit Ihre Videobewerbung erfolgreich wird, gibt es einiges zu beachten. Wir haben einige Tipps gesammelt, die Ihnen dabei helfen können:

  • Lassen Sie sich inspirieren

    Im Internet finden sich zahlreiche Beispiele von guten Videobewerbungen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Schauen Sie sich an, was möglich ist, um sich inspirieren zu lassen und daraus zu lernen. Natürlich sollen Sie niemanden kopieren, doch können Sie sehen, wie gute Videobewerbungen aufgebaut sind, welche Qualität sie mitbringen und welche Inhalte präsentiert werden.

  • Erstellen Sie ein Drehbuch

    Ihre Videobewerbung ist wie ein Film und braucht deshalb ein Drehbuch. Es bringt nichts, wenn Sie sich spontan vor die Kamera stellen und losreden. Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Sie sagen wollen, in welchen Situationen und Szenen Sie sich zeigen und wie das Video aussehen soll. Bevor die Kamera eingeschaltet wird, sollte ein konkreter Plan der gesamten Videobewerbung vorliegen.

  • Üben Sie im Vorfeld

    Wenn Sie nicht gerade regelmäßig vor der Kamera stehen, ist es am Anfang eine ungewohnte Situation. Es lohnt sich, im Vorfeld zu üben und sich einige Probeaufnahmen anzuschauen. So verstehen Sie, wie Sie vor der Kamera wirken und worauf Sie achten sollten. Wichtig sind beispielsweise Ihre Körperhaltung und auch das Sprachtempo. Je häufiger Sie dies üben, desto sicherer wirkt Ihr Auftreten in der Videobewerbung.

  • Zeigen Sie sich authentisch

    Personaler und Unternehmen wollen Sie durch die Videobewerbung besser kennenlernen und einen Eindruck von Ihnen und Ihrer Persönlichkeit bekommen. Ganz wichtig ist dabei Authentizität. Wer sich verstellt, gekünstelt wirkt oder lediglich eine Fassade präsentiert, kann mit einem Video nicht punkten. Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite – aber so, wie Sie wirklich sind.

  • Sorgen Sie für Abwechslung

    Die Videobewerbung sollte nicht nur aus einer einzelnen Aufnahme bestehen, in der Sie vor einem tristen Hintergrund sitzen und über sich erzählen. Das wirkt langweilig und Personaler verlieren bei der Betrachtung schnell das Interesse. Besser sind verschiedene Szenen an unterschiedlichen Orten. Zeigen Sie sich selbst bei verschiedenen Aktivitäten, die Ihre Eignung für den Job verdeutlichen und für den Arbeitgeber interessant sind. Kurze Szenen mit häufigen Schnitten sorgen für eine größere Aufmerksamkeit und halten die Spannung beim Betrachter hoch.

  • Vermitteln Sie die wichtigsten Informationen

    Bei all den Punkten, die Sie für die Videobewerbung beachten müssen: Vergessen Sie nicht, die wichtigsten Informationen zu Ihrer Person zu vermitteln. Wer sind Sie? Welche Qualifikationen bringen Sie mit? Was ist Ihre Motivation? Warum wollen Sie genau bei diesem Unternehmen arbeiten? Am Ende sollte der Personaler genau wissen, was Sie mitbringen und warum Sie die richtige Besetzung für die Stelle sind.

Typische Fehler bei der Videobewerbung

Bevor Sie zur Kamera greifen, lernen Sie bitte noch diese klassischen Fehler kennen, die Sie bei der Videobewerbung vermeiden sollten:

  1. Zu ausufernd

    Personaler auf Kandidatensuche haben keine Zeit. Das ist zwar bedauerlich, aber nicht zu ignorieren. Die Videobewerbung stellt eine Ergänzung zur Bewerbung dar, kostet also zusätzlich Zeit. Daher muss das Video kurz, prägnant und inspirierend sein. Vor allem nicht länger als zwei Minuten. Schon in der ersten Minute sollten Sie Ihre Hauptbotschaft platzieren. Orientieren Sie sich an einem sogenannten Elevator Pitch: Wer es nicht schafft, sein Gegenüber während einer Aufzugfahrt zu überzeugen, schafft es nie.

  2. Falsche Sprache

    Klingt trivial, machen aber viele falsch: Bevor Sie die Kamera anschalten überlegen Sie sich den Text genau – und zwar einen freigesprochenen. Ablesen ist tabu. Sätze, die nach Schreibdeutsch klingen, langweilen und klingen künstlich. Lesen Sie sich das Skript daher ein paarmal laut vor. Sätze, die holpern, sollten Sie umformulieren. Schreiben Sie sowieso besser möglichst kurze (Haupt)Sätze, keine kafkaesken Satzmonster. Denken Sie daran: Schriftsprache und gesprochene Sprache unterscheiden sich enorm.

  3. Keine Haltung

    Eine Videobewerbung, die verfängt, ist oft eine Art Talkshow oder Interview. In jedem Fall Ihre Bühne. Achten Sie also auf Ihr Äußeres: Haare, Kleidung, etwas Gesichtspuder, damit die Haut nicht glänzt. Dasselbe gilt für die Körpersprache: keine verschränkten Arme, keine hängenden Schultern. Die beste Position ist ohnehin der freie Stand: Beine leicht gespreizt, Schultern gerade, Wirbelsäule durchgestreckt, Hände locker. Ab und an können Sie damit auch gestikulieren – aber niemals hektisch oder ausladend. Auch der Hintergrund sollte harmonieren. Bitte keine Einblicke ins Wohnzimmer oder die Design-Schrankwand aus furnierter Buche. Der Personaler soll auf Sie achten – nicht auf den schrillen Hintergrund.

  4. Zu viele Ähs

    Reden Sie flüssig. Viele Äh’s und Hmm’s hinterlassen einen schlechten Eindruck in der Videobewerbung. Sie hatten schließlich genug Takes, um das aufzunehmen. Man kann auch authentisch und natürlich vortragen, ohne dabei zu nuscheln oder stottern. Zur Not nehmen Sie die Szene eben wieder und wieder auf.

  5. Zu viele Redundanzen

    Sie denken eine Videobewerbung ist die digitale Doublette Ihrer Bewerbung? Riesenfehler! Es ist die Essenz. Es ist ein Scheinwerfer auf Ihre Persönlichkeit. Ein Werbeclip für Ihre Stärken. Der Zuschauer soll Sie besser kennenlernen und neugierig auf Sie werden, weil bewegte Bilder mehr sagen als Papier oder Dateien. Entsprechend darf die Videobewerbung niemals ein Déjà-vu ihrer Standardbewerbung hervorrufen.

  6. Zu wenig Ausdruck

    Nicht wenige meinen, seriös und sympathisch sind Gegensätze. Unfug! Sie wollen Enthusiasmus im Video dokumentieren – dann zeigen Sie ihn auch. Lächeln Sie. Öffnen Sie auch mal den Mund. Nur weil Sie freundlich dreinschauen und locker plaudern, wird man Sie nicht für einen Hallodri halten. Schließlich wollen Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden – mit bierernster Miene passiert das seltener.

  7. Zu viel Offenheit

    In der Geschäftswelt ist die Formel längst ein geflügeltes Wort: KISS – Keep It Straight & Simple. Sie wollen den Personaler neugierig machen, ihn einladen, Sie persönlich kennenzulernen, seinen Appetit auf Sie wecken. Mehr aber auch nicht. Seien Sie also sparsam mit Informationen. Weniger ist mehr. Und zu viel des Guten wirkt kontraproduktiv. Die Videobewerbung ist ein Appetithappen, ein Vorgeschmack – keine Selbstoffenbarung.

[Bildnachweis: Myvisuals by Shutterstock.com]

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24. September 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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