Bewerbungsschreiben: Kostenlose Muster, Beispiele, Tipps

Mit dem Bewerbungsschreiben beginnt jede Bewerbung. Es liegt als erste Seite oben auf der Bewerbungsmappe. Allerdings: Papier ist geduldig, Personaler sind es nicht. Zwar ranken sich um das optimale Bewerbungsschreiben zahlreiche Mythen – angefangen bei ausgefeilten Deckblättern über dritte Seiten bis hin zu gestalterischen Do’s und Don’ts des Bewerbungsschreibens. Das meiste davon ist aber Schnickschnack. Ihr Bewerbungsschreiben (auch Bewerbungsanschreiben genannt) steht und fällt mit dem Text darin. Im Gegensatz zum Lebenslauf, der das Profil des Bewerbers schärft, spiegelt das Bewerbungsschreiben dessen Motivation – und zwar möglichst auf nur einer DIN A4 Seite! Wir zeigen Ihnen im Folgenden, wie Sie Ihr Anschreiben perfekt aufbauen, strukturieren, formulieren und welche häufigen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten…

Bewerbungsschreiben: Kostenlose Muster, Beispiele, Tipps

Bewerbungsschreiben-Editor – direkt im Browser

Dank HTML5 (was allerdings nicht jeder Browser unterstützt) können wir Ihnen hier gleich einen Online-Bewerbungsschreiben-Editor anbieten. Damit können Sie unsere Musterbewerbung direkt im Web-Browser editieren und für sich persönlich anpassen und umschreiben. Dazu einfach auf den folgenden Kasten klicken.

Sobald Sie fertig sind, können Sie das fertige Anschreiben markieren, kopieren und in ein Textverarbeitungsprogramm (zum Beisiel Microsoft Word oder Google Docs) einfügen. Probieren Sie es aus – es ist 100 Prozent kostenlos.

Sollten Sie sich mit Bewerbungsschreiben allerdings noch nicht so gut auskennen und zunächst weitere Informationen benötigen, empfehlen wir Ihnen unbedingt zuerst unsere vielen Ratschläge, Tipps und das gesammelte Wissen anzusehen, das Sie weiter unten im Artikel finden.


Susanne Muster
Beispielstr. 123
09876 Musterstadt
Fon 01234-567890
Mail s.muster@meineseite.de



Arbeitgeber GmbH
Personalervorname Nachname
Firmastr. 890
12345 Beispielstadt


TT.MM.JJJJ

Bewerbung als _________________

Sehr geehrte Frau _________________,

was für eine positive Überraschung! Da suche ich auf Karrieresprung.de nach einer beruflichen Herausforderung und lese, dass Sie den Bereich _____________ demnächst ausbauen. Genau darüber habe ich meine Masterarbeit geschrieben! „Das passt perfekt“, dachte ich mir – und bewerbe mich deshalb sofort bei Ihnen auf die am TT.MM.JJJJ ausgeschriebene Stelle als _____________.

Warum sollten Sie ausgerechnet mich einstellen, werden Sie sich fragen. Ich bringe ausgezeichnete Referenzen mit, konnte beispielsweise den Vertrieb bei der _____________ AG optimieren und so den Umsatz um XX Prozent steigern. Meine Stärken sehe ich vor allem in der praktischen Lösung von Problemen im Betriebsablauf, in der Organisation und im Projektmanagement. Durch die gute Zusammenarbeit im damaligen Team und die Bereitschaft zu Blitzeinsätzen (auch nach Feierabend) ist es mir stets gelungen, Deadlines einzuhalten, mehr aber noch nachhaltige und ausgereifte Ergebnisse abzuliefern.

Obendrein fallen bei mir lange Einarbeitungszeiten weg, da ich Ihr Unternehmen schon kenne. Tatsächlich! Schon während meines Praktikums bei Ihnen im Haus (Abteilung _____________, vom TT.MM. bis TT.MM.JJJJ) brannte ich für das Projekt _____________, das ich damals mitinitiieren und schließlich verantwortlich leiten durfte. Es war ein voller Erfolg, wie Ihnen Frau _____________, meine damalige Leiterin, sicher gerne bestätigt. Die Erfahrungen von damals sowie mein aktuelles Wissen aus Studium und weiteren Praktika würde ich gerne bei Ihnen mit Mehrwert einsetzen. Vollen Elan gibt’s gratis dazu.

Da ich zurzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis beschäftigt bin, könnte ich bei Ihnen – unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von ___ Wochen frühestens am TT.MM. anfangen. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Bruttojahresgehalt von _______ Euro. Bitte behandeln Sie meine Bewerbung vertraulich.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann überzeuge ich Sie gerne in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierte wie erfahrene Mitarbeiterin gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen

UNTERSCHRIFT

PS: Von meiner Haustür bis zu Ihrer Firmenzentrale sind es mit dem Fahrrad genau 20 Minuten. Das heißt: Während die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich morgens schon die erste im Büro sein…

Anlagen:
– Lebenslauf
– Zeugnisse
– Zertifikate

Kostenlose Bewerbungsschreiben und -muster

Kostenlose Vorlagen und MusterDie folgenden Design-Beispiele und Vorlagen können Sie sich gerne als Word-Datei gratis downloaden und individuell anpassen. Tipp: Wenn Ihnen die Hintergrundbilder nicht gefallen, reicht es meist, das sogenannte Wasserzeichen im Dokument zu entfernen oder auszutauschen…

Initiativbewerbung: 2 Gratis-Bewerbungsschreiben

Initiativbewerbung Mustervorlage Beispiel 02 kostenlos BewerbungsschreibenInitiativbewerbung Muster Beispiel Vorlage Design kostenlos Bewerbungsschreiben

Blindbewerbung & Bewerbungsschreibennschreiben zur Stellenanzeige

Bewerbungsanschreiben Stellenanzeige Muster Vorlage 01 kostenlos BewerbungsschreibenBlindbewerbung Mustervorlage Beispiel 01 kostenlos Bewerbungsschreiben

Musteranschreiben: Bewerbungsmuster für diverse Berufe


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Weitere kostenlose Design-Vorlagen – etwa für den Lebenslauf – finden Sie HIER.

Darauf kommt es im Bewerbungsschreiben an

Das Wichtigste: Wiederholen Sie im Bewerbungsschreiben bitte nie nur die Höhepunkte Ihrer Biografie oder das, was schon in der Stellenbewerbung oder im Lebenslauf steht. Das wäre redundant und verschwendet die Zeit des Personalers.

Zeigen Sie dem Personalverantwortlichen und Empfänger des Bewerbungsschreibens vielmehr klar und deutlich, warum Sie sich auf den Job bewerben und warum Sie der beste Kandidat sind, den der Arbeitgeber dafür bekommen kann.

Orientieren können Sie sich dabei an dem sogenannten AIDA-Modell:

AIDA-Formel-Bewerbungskonzept-Tipps

  • A – Attention: Sie erzeugen Aufmerksamkeit.
  • I – Interest: Sie wecken das Interesse des Unternehmens an Ihrer Person.
  • D – Desire: Sie lösen den Wunsch aus, mehr über Ihre Qualifikationen zu erfahren.
  • A – Action: Sie veranlassen den Empfänger Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.

Kurz: Kondensieren Sie Ihre Leistungen, Erfahrungen und Erfolge zu einem flammenden Plädoyer für sich selbst. Wir haben daher exklusiv ein paar kostenlose Bewerbungsmuster und Design-Tipps für Sie bereitgestellt, mit denen schon zahlreiche Leser Erfolg hatten…

Wo hat das Bewerbungsschreiben seinen Platz?

Ob Sie eine normale Bewerbung schreiben oder eine Kurzbewerbung: Das Bewerbungsschreiben ist die Kür Ihrer Bewerbung und sollte deswegen in einer vollständigen Bewerbungsmappe obenauf liegen.

Es ist keine Dreingabe, sondern das Initial Ihrer Bewerbung: Hier wecken Sie Interesse, hier heben Sie sich von anderen Bewerbern positiv ab. Hier entsteht der sprichwörtliche erste Eindruck, für den es keine zweite Chance gibt. Entsprechend übersichtlich und prägnant muss das Anschreiben sein – und natürlich frei von Grammatik- und Rechtschreibfehlern.

Das Bewerbungsschreiben umfasst im besten Fall nur eine Seite, maximal zwei Seiten. Bei E-Mail-Bewerbungen ist die Mail selbst das Anschreiben – Musterlebenslauf und Arbeitszeugnisse werden dann in einem PDF-Dokument (!) angehängt. Ob Sie der Bewerbung auch ein Deckblatt beifügen, ist indes Geschmackssache.

So aber können Sie Ihre Bewerbungsmappe aufbauen:

Aufbau Bewerbungsmappe vollständige Unterlagen Bewerbung

Das Musterbeispiel für den Aufbau einer vollständigen Bewerbungsmappe können Sie sich hier auch als PDF kostenlos herunterladen.

Formalitäten: Checkliste für das Bewerbungsschreiben

Was ins Bewerbungsschreiben muss (von oben nach unten):

  • Absenderadresse (Name, Adresse, Telefonnummer (auch mobil), E-Mail-Adresse)
  • Datum (steht rechts; Tag der Fertigstellung)
  • Empfängeradresse (Firma, Vor- und Zuname des Adressaten, Adresse)
  • Kein Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf!)
  • Betreff (Bei Blindbewerbungen reicht „Bewerbung“, ansonsten ist hier der konkrete Bezug zur Stellenanzeige Pflicht: „Bewerbung als …, Ihre Stellenanzeige vom 24. Juli 2015 in der Lokalzeitung XY“)
  • Anrede (Immer persönlich, nie: „Sehr geehrte Damen und Herren“ – Ansprechpartner recherchieren!)
  • Einstieg & Einleitungssatz
  • Kurzdarstellung des Profils (Stärken und Soft Skills – mit Beispiel)
  • Bezug zum Unternehmen
  • Eventuell Hinweis auf sonstige Kenntnisse (etwa Fremdsprachen)
  • Eventuell Hinweis auf Referenzen (Ansprechpartner von früheren Jobs)
  • Eventuell Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
  • Falls verlangt: Gehaltsvorstellungen (Spanne ist besser als exakter Betrag)
  • Abschlusssatz & Grußformel
  • Unterschrift (folgt direkt nach der Grußformel am Ende des Schreibens)
  • Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate)

Bewerbungsschreiben Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Bezug, Schluss

Damit Sie nicht – wie in Umfragen heraus kam – im Schnitt 74 Minuten an Ihrem Bewerbungsschreiben sitzen, feilen, formulieren, kommen jetzt unsere besten und bewährten Tipps. Dazu leiten wir Sie im Folgenden Schritt für Schritt durch alle Formalitäten, Bewerbungsbeispiele und Anschreiben-Elemente. Klassisch gehören dazu:

Aufbau-Bewerbungsanschreiben-Beispiel-Schema

Dabei richten wir unser besonderes Augenmerk auf die vier Hauptelemente. Im Kern besteht der Aufbau eines Bewerbungsschreibens stets aus diesen Teilen:

  1. Einleitung

    Hier geht es vor allem darum Interesse zu wecken. Idealerweise beginnt Ihr Bewerbungsschreiben mit einem Knall, Ihrer Motivation (für diesen Job), Ihrem stärksten Argument und einem originellen Satz. Lassen Sie dabei kurz und subtil einfließen, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und sich mit dem Unternehmen, seinen Produkten, seiner Kultur bereits intensiv beschäftigt haben, indem Sie etwa ein paar aktuelle Zahlen zitieren oder auf ein kürzlich publiziertes Interview des CEO oder das neuste Produkt eingehen. Das schmeichelt jedem Personalverantwortlichen. Die Betonung hierbei liegt allerdings auf kurz und subtil. Also bitte nicht zu dick auftragen. Mehr als drei bis vier Zeilen haben Sie nicht.

  2. Hauptteil

    Er dient dem Eigenmarketing und der Darstellung Ihrer sozialen Kompetenzen. Hier macht der Bewerber klar, welche Stärken, Erfahrungen er oder sie mitbringt. Wichtig ist hierbei, dass Sie nicht alles aufzählen, was Sie können oder in einem Berufswahltest über sich herausgefunden haben, sondern nur auswählen, was zu dem Job passt, auf den Sie sich bewerben. Fokussieren Sie sich auf die Höhepunkte – jene, die Sie zum idealen Kandidaten machen. Nicht Masse, sondern Klasse zählt (weshalb Ihr Bewerbungsschreiben auch bitte nie eine Massenbewerbung sein sollte).

  3. Unternehmensbezug

    Hier wird eine Verbindung zum Arbeitgeber in spe hergestellt und der einzigartige Mehrwert begründet, den Ihre Kompetenzen in der angepeilten Stelle schaffen. Es geht also darum, einen Bezug zwischen Ihrem Werdegang und der Stellenanzeige beziehungsweise dem angepeilten Job herzustellen. Man könnte auch sagen: Sie spinnen hier den roten Faden, damit Ihr Karriereschritt so wirkt wie eine natürliche Entwicklung, die in diesem Unternehmen münden muss und vor allem eine ist, die dem Unternehmen außerordentlichen Mehrwert bietet. Diesen Teil können Sie natürlich auch mit dem zweiten verweben oder gar zum Einstiegssatz machen. Die Reihenfolge dieser ersten drei Punkte ist nicht fix, sondern flexibel.

  4. Schlussteil

    Am Ende können Sie sich in einem Schlusssatz für das Interesse bedanken, nennen – falls verlangt – Ihre Gehaltsvorstellung oder den frühestmöglichen Eintrittstermin und stellen heraus, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen. Dann noch die passende Grußformel und Ihre Unterschrift.

Falls es Lücken in Ihrem Lebenslauf gibt, etwa eine mehrmonatige Auszeit, eine längere Arbeitslosigkeit, dann sollten Sie das ebenfalls im Bewerbungsschreiben kurz (!) erwähnen. Sicher wird Sie der Personalverantwortliche später noch einmal ausführlicher dazu im Vorstellungsgespräch befragen. Aber im Bewerbungsschreiben gilt es zunächst, die Unterbrechungen, Kündigungen oder die häufigen Jobwechsel der Vergangenheit zu erklären.

Bewerbungsschreiben: Formalitäten, Vorschriften, Normen

Anschreiben: Formalitäten, Vorschriften, NormenSo ganz ohne ein paar Formalitäten geht es leider nicht. Bei allem Verständnis für Kreativität, an ein paar Grundregeln und Formalitäten sollte sich jeder Bewerber halten.

Auf der sicheren Seite sind Bewerber grundsätzlich, wenn sie eine Bewerbung nach DIN 5008 verfassen. Betrachten Sie es aus der Perspektive des Personalers: Der muss meist mehrere Bewerbungen sichten und vergleichen. Je einfacher und übersichtlicher Sie ihm das machen, desto sympathischer ist ihm Ihre Bewerbung.

Das sind die Grundregeln, die Ihre Bewerbungschancen indirekt steigern:

  • Berufseinsteiger sollten nie mehr als eine Seite schreiben. Ältere, die schon mehr Erfahrung gesammelt haben, dürfen auch ein zweiseitiges Bewerbungsschreiben verfassen. Trotzdem sollte es kompakt bleiben.
  • Das Papier (Standard: DIN A4) ist idealerweise nicht nur einfaches Kopierpapier, sondern besseres. Die Blätter haben keine Flecken, Knicke, Eselsohren. Der Druck ist scharf und verwischt nicht (Laserdruck ist am besten).
  • Verwenden Sie keine ausgefallenen Schnörkelschriften, um sich abzuheben. Das wirkt affektiert. Was zählt, ist der Inhalt. Also lieber auf Schriftart wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia zurückgreifen.
  • Die Schriftgröße sollte lesefreundlich sein. Orientieren Sie sich hierbei an der sogenannten 11-13-15-Regel: In 11-Punkt sollte der gesamt Fließtext stehen, also alle längeren Textpassagen des Lebenslaufs oder Bewerbungsschreibens. Verwenden Sie dafür möglichst eine Schrift mit Serifen – wie die Times oder Georgia. Die sind besonders gut bei längeren Texten lesbar. Die 13-Punkt-Schrift sollte Datum, Adressen, Zwischenüberschriften (im Lebenslauf) vorbehalten bleiben. Gerne auch gefettet. Hierfür eignen sich eher groteske Schrifttypen ohne Serifen – wie die Arial oder Helvetica. Die Schriftgröße von 15-Punkt wiederum verwenden Sie bitte ausschließlich für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen. Auch hierfür eignet sich eine serifenlose Schrift am besten. Und warum die krummen Größen? Weil die meisten anderen Bewerber 12-14-16-Schriftgrößen verwenden – 12-Punkt ist die Standardeinstellung bei Word.
  • Einzüge, Linien und der Zeilenabstand sollten auf sämtlichen Seiten einheitlich sein, ebenso der Seitenrand. Die Bewerbung bekommt sonst leicht einen Patchwork-Charakter. Ein eineinhalbzeiliger Zeilenabstand hat sich bewährt – wirkt luftig. Ebenso 2 Zentimeter Seitenabstand links und rechts.
  • Hauptsachen in Hauptsätze lautet eine alte Journalistenregel. Vermeiden Sie deshalb Schachtel- oder zu viele Relativsätze, die über mehrere Zeilen gehen. Kurze Hauptsätze wirken stärker. Ebenso Verben statt Adjektive. Und vermeiden Sie verquaste Hauptwörter, die auf -ung, -heit oder -keit enden. Die lassen sich immer durch entsprechende Verben ersetzen. Liest sich auch viel flüssiger.
  • Auch wenn wir Ihnen oben schon einige Bewerbungsmuster und Vorlagen zur Verfügung gestellt haben: Schreiben Sie jede Bewerbung trotzdem individuell und nie aus Ratgebern einfach ab. Die lesen auch Personalverantwortliche – und erkennen darin geistige Faulheit und eben die Massenbewerbung. Und das bei Ihrer ersten Arbeitsprobe!

Jetzt aber noch einmal alle vier Aufbauelemente des Bewerbungsschreibens im Detail…

1. Bewerbungsschreiben Einstieg: Der erste Satz entscheidet

Auch wenn Sie akut unter Schreibhemmungen leiden und die leere weiße Seite fürchten: Das Formulieren eines Bewerbungsschreibens ist gar nicht so schwer. Ausschlaggebend ist oft, wie viel Leidenschaft ein Bewerber zeigt.

Sie können also alles faktisch noch so korrekt und perfekt darstellen – wenn der Funke nicht zündet, landen Ihre Unterlagen auf dem Ausschussstapel. Das gilt für alle Berufsbilder, Bewerbungsschreiben und Motivationsschreiben gleichermaßen.

In Ihrem Lebenslauf steht vielleicht, dass Sie ein Praktikum in einem vergleichbaren Bereich absolviert haben. Aber wie Sie sich gefühlt haben, mit welchem Elan Sie Ihr Projekt geleitet und zum Ziel geführt haben – das muss im Bewerbungsschreiben rüberkommen. Es heißt ja nicht ohne Grund Bewerbung – machen Sie also Werbung für Ihre Lust und Begeisterung für den Job!

Der Bewerbungserfolg beginnt deshalb beim ersten Satz. Nichts ist langweiliger als ein Standard-Einleitungssatz vom Typ „Hiermit bewerbe ich mich…“ Langweilig und bürokratisch. Eine typische Phrase, die nur eines ausdrückt: Dem Bewerber ist kein eigener guter erster Satz eingefallen.

Auch von Floskeln wie „mit großer Freude habe Ihre Stellenanzeige gelesen …“ sollten Sie die Finger lassen. Daran ist zwar grundsätzlich nichts falsch – und doch sind solche Formulierungen längst abgenutzt. Es sind Sätze, wie sie in jeder Bewerbung stehen könnten: austauschbar und unpersönlich. Bei einem Satz wie „Ich bin team- und konfliktfähig…“ zählen Personalverantwortliche nur noch die Tage bis zur Pension. Komagefahr!

Ein viel überzeugender Einstieg ist, Sie beschreiben an konkreten Stationen im Lebenslauf, wie Sie Ihre Talente schon leidenschaftlich und erfolgreich eingesetzt haben:

  • Absolventen zielen dabei bitte auf Studienschwerpunkte und Praktika ab;
  • Berufserfahrene legen dagegen mehr Gewicht auf bisherige Positionen und erfolgreich absolvierte Projekte.

Informationen, auf welche vakante Position Sie sich bewerben, auf welche Stellenanzeige sowie wann und wo sie erschienen ist, gehören in den Betreff des Bewerbungsschreibens. Nicht ins Bewerbungsschreiben selbst.

Und verzichten Sie bitte grundsätzlich auf peinliche Zitate von großen Literaten (was einige Quacksalber im Internet ernsthaft empfehlen). Nicht Schiller, Goethe oder Hemingway bewerben sich, sondern Sie!

Einstiegsformulierungen & Tabus: Damit bitte NICHT einsteigen

  1. Rückblick

    Die Geschichte, warum Sie den alten Job nicht mehr wollen, ist tabu. Auch wenn Sie so ein subtiles Kompliment an den neuen Arbeitgeber senden wollen: Es ist keines. Sie wirken so nur wie ein Flüchtling und Nörgler.

  2. Abschluss

    Wie gut Ihr Abschluss war, weiß der Personaler schon. Denn die Ausbildung gehört in den Lebenslauf, nicht ins Bewerbungsschreiben – und den Lebenslauf lesen (oder überfliegen) viele Personaler zuerst. Auch wenn Sie zu den besten fünf Prozent Ihres Jahrgangs gehören (was ein starkes Argument ist), sagt das nichts über Ihre Motivation aus.

  3. Ziele

    Welche Karrierepläne Sie verfolgen, ist ebenfalls kein guter Einstieg. In einigen Ratgebern wird empfohlen, im Motivationsschreiben seine Ziele zu erwähnen. Fehler! In der Bewerbung geht es nicht um Ihre berufliche Zukunft und Pläne, sondern was der Arbeitgeber von Ihnen hat.

Beispiele für gute Einleitungssätze

Kommen Sie also gleich zum Punkt und zwar ganz persönlich. Indem Sie auf Überflüssiges verzichten, verstoßen Sie nicht gegen irgendwelche Konventionen oder DIN-5008-Formen. Im Gegenteil: Sie beweisen, dass Sie nachgedacht haben, sich individuell für diesen Arbeitgeber Mühe gemacht haben und in der Lage sind, Wesentliches auf den Punkt zu bringen.

Falls Sie mit dem Personaler bereits ein Telefongespräch hatten, sollten Sie darauf Bezug nehmen – persönlicher geht es nicht. Das unterstreicht schließlich eine erste Gemeinsamkeit.

Falls nicht, auch nicht schlimm. In dem Fall können Sie direkt einen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herstellen. Originelle Einstiege verraten etwa die Beweggründe für Ihre Bewerbung, Ihre Begeisterung für das Unternehmen und dessen Produkte, die mit dem Job verbundene Herausforderung, etc. All das suchen Personaler im Bewerbungsschreiben. Warum also nicht gleich damit einsteigen?

Zum Beispiel so:

Sehr geehrter Herr XX,

schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit _____________. Als ich dann Ihre Stellenanzeige vom _____________ las, wusste ich sofort: Das passt! Die Herausforderungen sowie die Perspektiven, die diese Position bieten, haben mich sofort begeistert…

Ein weiteres Erfolgsrezept lautet: Frechheit siegt. Oder besser gesagt: eine gute Prise Selbstbewusstsein, gewürzt mit etwas Humor. Schließlich bitten Sie nicht um ein berufliches Almosen, sondern bieten Kompetenz, Engagement und Leistungswillen. Entsprechend könnten Bewerber beispielsweise so einsteigen:

Sehr geehrte Frau XY,

Sie suchen einen entscheidungsfreudigen und versierten Entwicklungsingenieur für _____________, für den soziale Kompetenz, Organisationstalent und Durchsetzungskraft nicht bloß Worthülsen, sondern gelebte Praxis sind? Dann hören Sie auf zu suchen: Hier bin ich! …

Wer es noch etwas kühner mag, kann mit Storytelling beziehungsweise einer ebenso originellen wie überraschenden Geschichte einsteigen. Das weckt auf jeden Fall die Neugier und regt zum Weiterlesen an:

Sehr geehrter Herr XX,

von meiner Haustür bis zu Ihrer Firmenzentrale sind es mit dem Fahrrad genau 20 Minuten. Das heißt: Während die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich morgens schon der erste Kollege im Büro sein…“

Bitte beachten Sie: Das alles sind nur Beispiele, Formulierungstipps und Anregungen. Auf keinen Fall sollten Sie diese wörtlich übernehmen. Entscheidend ist, dass Sie Ihren eigenen Stil finden, Ihren ganz individuellen Einleitungssatz, der auch zum Rest des Bewerbungsschreibens und der Bewerbung passt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Insbesondere Männer dürfen hier ruhig ein bisschen robuster auftreten. So hat Laurie Rudman von der Rutgers Universität in New Jersey vor einiger Zeit herausgefunden: Personalentscheider mögen an männlichen Bewerbern nicht, wenn diese zu bescheiden auftreten. Es lässt sie weniger ambitioniert, schwächer und unsicherer erscheinen.

Dossier für gute Einleitungssätze

Bewerbungsschreiben: Gute EinleitungssätzeFalls Sie noch weitere Anregungen zum Einstieg suchen, finden Sie diese bei uns in einem eigenen Dossier:

2. Bewerbungsschreiben Hauptteil: Die Soft Skills

Ihre fachlichen Kompetenzen dokumentieren Sie bereits im Lebenslauf. Im Bewerbungsschreiben sollten sich Bewerber daher auf die persönlichen Qualifikationen, die sogenannten Soft Skills konzentrieren. Auf sie achten Personaler hier am meisten.

Diese Fähigkeiten klischeefrei zu formulieren, ist zugegebenermaßen schwer, aber essenziell für den Erfolg des Bewerbungsschreibens. Tatsächlich basieren viele Anschreiben auf Musterbriefen und enthalten daher typische Floskelsätze und damit auch zahlreiche „Ich“-Formulierungen.

  • Ich bin teamfähig.
  • Ich besitze Kommunikationsstärke.
  • Ich bin ein Macher.
  • Ich bin engagiert, motiviert.
  • Ich habe schon Verantwortung übernommen.

Inhaltlich mag das alles stimmen. Doch in dieser Massierung wirkt das nicht nur eintönig, sondern leider auch latent egozentrisch.

Behaupten kann so etwas ohnehin jeder – beweisen dagegen nur wenige.

Da die meisten Bewerbungsschreiben solche Ich-Sätze enthalten, bietet sich Ihnen hier eine wunderbare Chance, einen anderen Weg zu wählen und sich von der Masse abzusetzen: Sagen Sie also nicht, dass Sie teamfähig, motiviert, verantwortungsvoll sind, sondern umschreiben Sie kurz (!) ein Projekt, das Sie vorbildlich mit Ihrem Team abgeschlossen haben. Wenn Sie das auch noch flüssig, aktiv und ansprechend formulieren, ist die Kommunikationsstärke auch gleich offenbar.

Ein Beispiel:

Während meines Praktikums bei _____________ brannte ich für das Projekt XY, das ich initiieren und schließlich organisieren und leiten durfte. Um die Kollegen mit ins Boot zu holen und zu begeistern, habe ich _____________. Ein voller Erfolg! Binnen zwei Wochen konnten wir gemeinsam…

Oder:

Meine Stärke sehe ich in der praktischen Lösung von Problemen im Betriebsablauf. Durch gute Zusammenarbeit im Team und die Bereitschaft zu schnellen Einsätzen auch nach Feierabend und am Wochenende ist es mir oft gelungen, einen Produktionsausfall zu minimieren oder zu vermeiden.

Erliegen Sie hierbei aber bitte niemals der Versuchung, ein Bewerbungsschreiben zunächst neutral auszuformulieren und dann nur noch Namen auszutauschen, um es an mehrere Arbeitgeber zu versenden. Erfahrene Personaler erkennen das – und sortieren Ihre Bewerbung als Massenwurfsendung sofort aus.

Richtig peinlich wird es, wenn die so von Ihnen geschilderten Fähigkeiten und Talente im Grunde gar nichts mit dem ausgeschriebenen Job zu tun haben. Ein klares Eigentor. Kein Wunder, wenn Sie darauf eine Absage nach der anderen erhalten.

Überzeugend wird ein Bewerbungsschreiben erst, wenn Sie es persönlich und individuell auf das Unternehmen zuschneiden.

Sorgfalt ist oberste Pflicht

Sorgfalt ist oberste PflichtAls wir kürzlich die zahlreichen Interviews unseres Arbeitgeberchecks ausgewertet haben, sagten nahezu alle befragten Personaler: Die Bewerbungsunterlagen betrachten Sie als erste Arbeitsprobe des Bewerbers.

Tippfehler interpretieren sie daher als Indiz für mangelnde Sorgfalt bei der späteren Arbeit. Zwar könne ein überzeugendes Profil manchen Verschreiber „heilen“. Doch steigen 45 Prozent der HR-Verantwortlichen schon nach einem Schreibfehler aus, 55 Prozent schreiben den Kandidaten ab dem zweiten Tippfehler ab. Also bitte unbedingt die Grammatikprüfung Ihrer Textverarbeitung nutzen und einen versierten Bekannten Korrekturlesen lassen.

3. Bewerbungsschreiben Unternehmensbezug: Der Mehrwert

Letztlich fragt sich Ihr Leser – der Personaler oder Chef -, warum er Sie einstellen und bezahlen sollte. Ganz platt fragt er sich, ob Sie das, was Sie als Gehalt beziehen auch wieder verdienen werden – idealerweise mehr als das. Kurz: Ob Sie dem Unternehmen einen Mehrwert bieten.

Natürlich setzt das voraus, dass Sie für den Job ausreichend qualifiziert sind, sich einbringen und integrieren können. Der Trick ist also, über Ihre vorhandenen Qualifikationen, Kompetenzen und Erfahrungen einen Bezug zum Unternehmen, mehr aber noch zu der ausgeschriebenen Stelle herzustellen.

Da Sie auch hierfür kaum mehr als fünf bis sieben Zeilen Platz haben, müssen Sie auswählen. Nicht wenige Bewerber machen hier den Fehler, möglichst vollständig alles aufzuzählen, weil sie glauben, Masse schlägt Klasse. Falsch! Personaler haben nicht viel Zeit und wollen auf Anhieb überzeugt, nicht durch Text betäubt werden. Außerdem nimmt es dem Bewerbungsschreiben seine Spannung und Knackigkeit.

Am besten wirken hier erzielte Erfolge. Haben Sie beispielsweise während der Ausbildung, in einem Praktikum oder in vergleichbaren Projekten gearbeitet? Dann beschreiben Sie, was Sie dort erreicht haben und wie. Noch suggestiver sind Zahlen:

  • In wie kurzer Zeit haben Sie etwas geschafft?
  • Wie viele Kollegen haben Sie dabei koordiniert oder angeleitet?
  • Um wie viel Prozent hat sich dadurch etwas (zum Beispiel Umsatz, Fehlerquote, …) verbessert?
  • Wie viele Kunden konnten so neu gewonnen werden?

Konkret könnte das dann so aussehen:

Schon seit 20 Jahren entwickle und verkaufe ich Produkte und Lösungen zu _____________. Durch gezielte Optimierung der Verkaufsprozesse konnte ich als Key Account Manager bei _____________ den Absatz um XX Prozent steigern. Zudem verbesserte sich die Kundenzufriedenheit innerhalb von zwei Jahren von XX auf XX Prozent.

Dabei hilft es sehr, wenn Sie im Vorfeld der Bewerbung ein bisschen in den Medien recherchieren und sich überlegen, welche Qualifikationen und Kompetenzen den Arbeitgeber in dieser Position besonders interessieren könnten. Je besser Sie die Bedürfnisse antizipieren, desto höher Ihre Chancen, zum Jobinterview eingeladen zu werden.

Formel für die perfekte Bewerbung

Googles Personalchef Laszlo Bock hat angeblich de Formel für die perfekte Bewerbung gefunden. In einem Interview mit der New York Times verriet er sie. Formulieren Sie Ihre Erfolge nach diesem Schema: „Ich habe X erreicht, relativ zu Y, indem ich Z getan habe.“ Die meisten Bewerber würden etwa schreiben: „Ich habe schon Artikel für die New York Times geschrieben.“ Besser wirken würde es aber, wenn dort stünde: „Ich habe in dieser Zeit 50 Artikel für die New York Times geschrieben (der Durchschnitt liegt bei sechs Artikel), weil ich seit drei Jahren tiefe Einblicke in diesem Bereich habe.“

Bewerbungsformel-Grafik

4. Bewerbungsschreiben Schlussteil: Der richtige Ausblick

Am Ende des Bewerbungsschreibens sollten Sie freundlich und motiviert klingen. Mehr aber noch Selbstbewusstsein erkennen lassen. Schließlich haben Sie gerade erklärt, warum Sie nicht nur hochmotiviert sondern auch die Idealbesetzung sind. Damit sind Sie schon mal kein Bittsteller mehr, sondern ein ernstzunehmender Kandidat. Sie haben etwas zu bieten: Engagement, Know-how, Leistungswillen, Erfahrung, Mehrwert – also kein Grund sich unter Wert zu verkaufen.

Der größte Bewerbungsfehler, den Sie im Schlussteil machen können, ist daher auch der leider verbreitetste: der Konjunktiv (würde, könnte, wäre, …):

  • „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.“
  • „Gerne würde ich Ihnen meine Motivation ausführlich im Vorstellungsgespräch erläutern.“
  • „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen.“

Der Konjunktiv schwächt den Satz ab. Zwar klingen solche Sätze sympathisch bescheiden. Im Abschlusssatz aber macht er aus dem bestimmten Wunsch eine vage Möglichkeit und zieht Ihren Glauben an der Eignung zugleich in Zweifel. So jemand wirkt unsicher und macht sich kleiner als er oder sie ist. Also bitte nie Konjunktiv am Schluss.

Nutzen Sie lieber den Trick mit dem Call-to-action.

Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die zeigen, wenn man seine Leser explizit dazu auffordert, einen Artikel weiterzuleiten, zu empfehlen oder zu kommentieren, dann steigt eben diese Empfehlungs- oder Kommentarrate um ein Vielfaches an. Warum also den Trick nicht auch im Bewerbungsschreiben anwenden und erwähnen, dass Sie sich auf das Vorstellungsgespräch freuen, obwohl noch gar nicht entschieden ist, dass Sie auch eingeladen werden?

Solche überzeugten Formulierungs-Beispiele – ohne Konjunktiv – könnten sein:

  • „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.“
  • „Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.“
  • „Ihrer positiven Rückmeldung sehe ich mit großer Freude entgegen.“
  • „Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.“
  • „Wenn Sie einen kompetenten, zuverlässigen und belastbaren Mitarbeiter suchen, dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.“

Wem das zu viel des Guten ist, der kann natürlich auch den frühest möglichen Eintrittstermin nennen:

  • „Ich kann Ihnen schon einmal zusagen, bei Ihnen am xx. Oktober die Stelle anzutreten.“

Auch das ist letztlich ein Psychotrick: Weil Sie damit subtil unterstellen, DASS Sie den Job bekommen und wenig Fläche für Spekulationen lassen.

Weitere Dossiers und Tipps zu Schlusssatz, Gehaltsvorstellungen und Anlagen finden Sie hier:


So vermeiden Sie häufige Fehler beim Bewerbungsschreiben

Leider passiert in vielen Bewerbungsschreiben immer wieder genau das, was eigentlich nicht passieren soll: Unnötige Fehler, die einen ansonsten guten Eindruck negativ beeinflussen können und so im schlimmsten Fall dazu führen, dass eine Absage anstatt der Einladung zum Vorstellungsgespräch kommt.

Dabei lassen sich die häufigsten Fehler in grundsätzlich zwei Kategorien unterteilen. Entweder werden sie aufgrund von fehlendem Wissen gemacht, weil Bewerber einfach nicht darüber informiert sind, wie es richtig geht. Besonders häufig handelt es sich jedoch um Flüchtigkeitsfehler, die beim Erstellen nicht bemerkt werden und so ihren Weg in die abgeschickte Version des Bewerbungsschreibens finden.

Um Ihnen für die Zukunft dabei zu helfen, noch stärker auf diese Dinge zu achten, haben wir die häufigsten Fehler im Bewerbungsschreiben zusammengestellt, damit Sie sich noch einmal vor Augen führen können, auf welche Fehlerquellen Sie besonders großen Wert legen sollten.

  • Die Adressen

    Sowohl Ihre eigene Anschrift als auch die des Arbeitgebers, bei dem Sie sich bewerben, gehören immer auf das Bewerbungsschreiben. Eine reine Formalität, bei der es jedoch schnell zu kleinen Fehlern kommen kann, die umso ärgerlicher sind. Ein Tippfehler beim Namen des Unternehmens, ein Zahlendreher bei einer Hausnummer oder Telefonnummer oder ganz besonders unangenehm: Ein falsch geschriebener Name vom Ansprechpartner.

    Für die eigene Anschrift hilft meist tatsächlich nur große Sorgfalt beim Verfassen und Tippen. Lesen Sie lieber noch zwei Mal Korrektur und sein Sie sich nicht zu sicher, dass sich hier kein Fehler einschleichen kann. Falls vorhanden können Sie die Anschrift des Unternehmens auch in das Dokument kopieren, beispielsweise aus einer E-Mail oder von der Homepage.


  • Das Datum

    Eine weitere Formalität, die Probleme machen kann, ist das unscheinbare Datum. Dieses sollte natürlich immer das aktuelle sein – und genau da kann es schief laufen. Oft wird als Vorlage ein früheres Bewerbungsschreiben verwendet und wer vergisst, das Datum zu ändern, verschickt ein Dokument, dass vielleicht Wochen oder Monate zurückdatiert ist und für Verwirrung sorgt.

    Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie das Bewerbungsschreiben nicht an einem Tag, sondern über einen längeren Zeitraum erstellen. Da das Datum oben ist, wird es dann zuerst bearbeitet, verschickt werden die Unterlagen aber vielleicht erst eine Woche später. Hier sollten Sie unbedingt noch einmal einen genauen Blick auf die Angabe werfen und den tatsächlichen Absendetag eintragen.


  • Die Groß- und Kleinschreibung

    Die korrekte Groß- und Kleinschreibung sollte eine Selbstverständlichkeit sein, kann jedoch so manchem Jobsuchenden auch zum Hindernis werden. Wer hier patzt, erweckt einen von zwei Eindrücken: Entweder hat er nicht beim Bewerbungsschreiben nicht gut aufgepasst oder es fehlen grundlegende Kenntnisse der Rechtschreibung – beides keine Gedanken, die Sie mit einer Bewerbung auslösen wollen.

    Viele Fehler werden nicht nur bei Verben gemacht, sondern besonders auch bei Anreden. Viele vergessen, dass die direkte Anrede groß geschrieben wird. So heißt es richtig Gerne überzeuge ich Sie… oder auch Mit meinen Fähigkeiten möchte ich Ihr Team unterstützen…


  • Der Konjunktiv

    Der Klassiker am Schluss eines Bewerbungsschreibens lautet in etwa Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören… Allerdings gilt auch genau diese Formulierung als ein besonders häufig gemachter Fehler. Der Grund: Ein Konjunktiv wirkt immer schwächer und unsicherer als eine klare Aussage. Er impliziert, dass Sie selbst nicht ganz so überzeugt sind und einige Zweifel haben, ob der Personaler sich wirklich bei Ihnen meldet oder ob Sie tatsächlich der beste Kandidat für die Stelle sind.

    Sie sollen nicht arrogant wirken, doch im Bewerbungsschreiben ist es besser, den Konjunktiv beiseite zu lassen und durch gradlinige Aussagen zu ersetzen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören… hat den gleichen Inhalt, wirkt aber ganz anders.


  • Die Unterschrift

    Ans Ende des Bewerbungsschreibens kommt die eigene Unterschrift. Vergessen werden sollte diese auf keinen Fall und es gilt: Handschriftlich sollte es sein. Verschicken Sie Ihre Bewerbung per Post können Sie auf dem ausgedruckten Dokument unterschreiben und dieses so vollständig machen.

    Doch auch wenn Sie die Unterlagen per Mail verschicken, gehört im besten Fall eine handschriftliche Unterschrift auf das Bewerbungsschreiben. Diese können Sie auf ein einfaches weißes Blatt Papier schreiben, einscannen und dann digital einfügen.

Schulabbruch und Studienfachwechsel: Wie mit kritischen Phasen umgehen?

Es läuft nicht immer glatt im Leben. Manche Bewerber interessieren sich für eine Stelle, haben aber keinen Schulabschluss. Andere haben ihr Studium nicht abgeschlossen. Deutschland ist ein Land, in dem Zeugnissen und Zertifikaten eine große Bedeutung beigemessen wird.

Das führt dazu, dass häufig die Eignung der Bewerber infrage gestellt wird, wenn diese ihre Qualifikationen und Fähigkeiten nicht schriftlich nachweisen können. Dabei hat nicht jede Ausbildung einen Schulabschluss als Voraussetzung.

Es gibt hier kein Richtig oder Falsch, denn letztlich kommt es auf zweierlei an: Wie gut Sie Ihre Eignung für das Unternehmen und Ihre Motivation darstellen können und, ob Sie die wesentlichen, nämlich die Muss-Anforderungen erfüllen.

Es kann vorkommen, dass ein abgeschlossenes Studium erwartet wird und ein Bewerber sämtliche Qualifikationen mitbringt, jedoch nie die Abschlussarbeit geschrieben hat. Da ist es Ermessenssache des Unternehmens und eine Frage der Sympathie, ob auf den Abschluss an sich großen Wert gelegt wird oder die Fähigkeiten im Vordergrund stehen.

Für solche und vergleichbare Fälle bietet sich ein Motivationsschreiben an, in dem Sie Ihre Fähigkeiten herausarbeiten. Vermeiden Sie jedoch Rechtfertigungen, sondern bieten Sie hier im Vergleich zum Bewerbungsschreiben einen zusätzlichen Mehrwert.

Mehr dazu lesen Sie auch hier:

Die häufigsten Fragen zum Bewerbungsschreiben

FAQ zum BewerbungsanschreibenDas waren nun eine ganze Menge Wissen und viele Tipps zum Bewerbungsschreiben. Damit Sie dabei den Überblick nicht verlieren, haben wir als exklusiven Service für Karrierebibel-Leser die wichtigsten und häufigsten Fragen zum Bewerbungsschreiben in einem mehrseitigen PDF zusammengefasst. Unsere FAQ zum Bewerbungsschreiben können Sie wie gewohnt kostenlos herunterladen, ausdrucken und in Ihrer Bewerbungsphase einsetzen.

In unserem FAQ finden Sie unter anderem die Antworten auf die Fragen Warum ist ein Bewerbungsschreiben so wichtig?, Welche Fehler werden im Bewerbungsschreiben besonders häufig gemacht?, Wie begründe ich, dass ich mich genau bei diesem Unternehmen bewerbe? oder Wie behandle ich Gehaltsvorstellungen im Bewerbungsschreiben?

Wir wünschen viel Spaß und vor allem Erfolg beim Erstellen Ihres Bewerbungsschreibens und sollten doch noch Fragen offen sein, können Sie diese in unserer Ratgeber-Community Karrierefragen.de stellen. Dort erhalten Sie nicht nur Antworten von unserer Redaktion und anderen Experten, sondern auch anderen Mitgliedern des Forums, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind wie Sie selbst.

PS: Zum Schluss noch ein besonderer Tipp

PS: Zum Schluss noch ein besonderer TippEs sind nur zwei unscheinbare Buchstaben, jedoch mit einer großen Wirkung: Egal, was und wie viel Sie in Ihrer Bewerbung geschrieben haben – ein PS: (steht für Postskriptum) wird immer gelesen. Das Anhängsel stammt noch aus der Zeit der handgeschriebenen Briefe und ermöglichte dem Autor die Nachschrift eines wichtigen Teils, ohne dass dieser den ganzen Brief noch einmal abschreiben musste.

In Zeiten von Textverarbeitungsprogrammen, Copy & Paste und E-Mails hat es jedoch ausgedient. Sollte man meinen. Stimmt aber nicht! Denn gerade deshalb erzeugt es enorme Aufmerksamkeit und bleibt im Gedächtnis haften – vorausgesetzt, Sie nutzen es, um etwas Originelles hinzuzufügen. Etwa:

PS: Ich werde mich am 1. September kurz bei Ihnen telefonisch erkundigen, ob meine Bewerbung angekommen ist. Falls Sie umgekehrt noch Fragen haben, können Sie mich jederzeit erreichen, unter: 0123-4567890.

Oder:

PS: Danke, dass Sie meiner Bewerbung bis hierher Ihre Aufmerksamkeit gewidmet haben. Nun würde ich mich freuen, wenn wir uns persönlich kennenlernen könnten. Rufen Sie mich doch gleich an, unter: 0123-4567890.

Das sind natürlich nur Beispiele, die Sie inspirieren sollen. Dennoch: Auch wenn Sie den Text nur überflogen haben – dieses PS haben Sie sicher gelesen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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31. Dezember 2010 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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