Bewerbungsschreiben: Beispiele, Tipps, 36 Gratis Muster

Das Bewerbungsschreiben (auch: Bewerbungsanschreiben oder Anschreiben ) bereitet Bewerbern oft viele Probleme. Im Gegensatz zum Lebenslauf, der nur Fakten transportiert, geht es hier darum, ein individuelles und zugleich überzeugendes Porträt der eigenen Kompetenzen und Qualifikationen, der Motivation und Leidenschaft zu zeichnen – und das möglichst ohne Floskeln und Phrasen. Ein gut formuliertes und professionell geschriebenes Bewerbungsschreiben kann Sie enorm aus der Masse hervorheben und die Chancen steigern, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen – Schritt für Schritt – wie das gelingt, wie Sie Ihr Anschreiben perfekt aufbauen, strukturieren, formulieren und welche häufigen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten. Dazu gibt es zahlreiche, exklusive und kostenlose Muster und Vorlagen als WORD-Datei oder PDF zum Download…

Bewerbungsschreiben: Beispiele, Tipps, 36 Gratis Muster


Streitpunkt Bewerbungsschreiben: Ist es noch zeitgemäß?

Ist das Bewerbungsschreiben zeitgemäß?Es gibt inzwischen einige Unternehmen, die eine Bewerbung ohne Bewerbungsschreiben erlauben. Dazu gehören zum Beispiel die Deutsche Bahn, Telefónica Deutschland, Rossmann, SAP… Der Grund dafür ist oft, dass sich zu wenige Bewerber auf deren Jobs bewerben und die Arbeitgeber so Hürden senken und selbst moderner wirken wollen.

So viel Mühe das Anschreiben auch macht: Darauf zu verzichten, ist der falsche Weg. Tatsächlich bietet das Anschreiben eine enorme Chance für Bewerber – vor allem für Berufsanfänger und Quereinsteiger, um den Jobwechsel zu erklären oder den vielleicht noch dünnen Lebenslauf sowie fehlende Berufserfahrung durch gute Argumente auszugleichen.

Nutzen Sie als Bewerber diese Chance! Eben weil sich so viele kaum Mühe mit dem Bewerbungsanschreiben machen, können Sie sich damit positiv abheben und mehr von Ihrer Persönlichkeit und Leidenschaft durchblitzen lassen. Und die geben oft den Ausschlag.

Bewerbungsschreiben Muster: 36 kostenlose Vorlagen

Oft fällt das Formulieren und Strukturieren des Bewerbungsschreibens leichter, wenn man schon so etwas wie ein erstes Gerüst hat. Bewerbungsvorlagen und Muster bieten genau das.

Deshalb finden Sie bei uns zusätzlich 36 professionelle Bewerbungsschreiben Muster und Vorlagen, die Sie sich hier als WORD-Datei (oder PDF-Vorlage) kostenlos herunterladen und individuell anpassen können.

Unsere Bewerbungsanschreiben haben zudem unterschiedliche Beispiel-Texte. Sie können sich also auch mehrere Vorlagen gratis herunterladen und jeweils die – für Sie – besten Formulierungen adaptieren.

Falls Ihnen das Design und die Hintergrundbilder in den Vorlagen nicht gefallen, reicht es oft schon, das sogenannte Wasserzeichen im Dokument zu entfernen oder auszutauschen. Das finden Sie im WORD-Menüpunkt -> Einfügen -> Wasserzeichen. Und wie immer: Die Bewerbungsmuster bitte nie 1:1 übernehmen!

(Zum Herunterladen der Bewerbungsschreiben Muster einfach auf das Bild klicken)

Initiativbewerbungen & Blindbewerbung Muster


Initiativbewerbung
Vorlage 1
Initiativbewerbung
Vorlage 2
Blindbewerbung
Vorlage 1
Bewerbungsschreiben Initiativbewerbung Muster CoverBewerbungsschreiben Initiativbewerbung Vorlage CoverBewerbungsschreiben Blindbewerbung Vorlage Muster Cover
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Bewerbungsschreiben & Muster für verschiedene Berufe & Profile


Bewerbung für
eine Ausbildung
Bewerbung für
ein Praktikum 1
Bewerbung für
ein Praktikum 2
Bewerbungsschreiben Vorlage Ausbildung CoverBewerbungsschreiben Praktikum1 Muster CoverBewerbungsschreiben Praktikum2 Vorlage Cover
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Bewerbung als
Altenpflegerin
Bewerbungsschreiben
als Erzieherin
Ausbildungsanschreiben
zum Rettungssanitäter
Bewerbung Altenpflegerin Bewerbungsschreiben Vorlage Muster CoverBewerbung Erzieherin Bewerbungsschreiben Vorlage Muster CoverBewerbung Ausbildung Rettungssanitaeter Bewerbungsschreiben Muster Vorlage Beispiel Cover
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Anschreiben für
eine Duale Ausbildung
Bewerbungsschreiben
als Werkstudent
Bewerbung für
eine Masterarbeit
Bewerbungsschreiben Duale Ausbildung Vorlage CoverBewerbungsschreiben Vorlage Werkstudent CoverBewerbungsschreiben Vorlage Masterarbeit Cover
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Bewerbungsschreiben
als Aushilfe
Bewerbungsschreiben
als Verkäufer
Bewerbungsschreiben
für einen Minijob
Bewerbungsschreiben Vorlage Aushilfe CoverBewerbungsschreiben Vorlage Verkaeuferin CoverBewerbungsschreiben Muster Minijob Cover
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Bewerbung bei der
Deutschen Bahn
Bewerbungsschreiben
für LIDL
Anschreiben für eine
Medizinische Fachangestellte
Bewerbung Deutsche Bahn Bewerbungsschreiben Muster Vorlage CoverBewerbung Fuer Lidl Bewerbungsschreiben Vorlage Muster CoverBewerbung Medizinische Fachangestellte Anschreiben Vorlage Muster Beispiel Cover
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Bewerbung bei der
Bundeswehr
Bewerbungsschreiben
für die Bundespolizei
Bewerbungsschreiben
für den Zoll
Bundeswehr Bewerbung Bewerbungsschreiben Beispiel Muster CoverBundespolizei Bewerbung Bewerbungsschreiben Muster CoverBewerbung Zoll Anschreiben Vorlage Muster Cover
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Bewerbungsschreiben
für ein FSJ
Bewerbungsschreiben
als Projektleiter
Bewerbungsschreiben
als Industriemechaniker
Fsj Bewerbung Anschreiben Muster Vorlage CoverBewerbung Reinigungskraft Bewerbungsschreiben Vorlage Beispiel Muster CoverBewerbung Als Industriemechaniker Anschreiben Muster Vorlage Cover
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Bewerbungsschreiben
als Assistentin
Bewerbungsschreiben
für den Empfang
Bewerbung nach
einer Fortbildung
Bewerbungsvorlage Assistentin Anschreiben CoverBewerbungsvorlage Empfang Anschreiben CoverBewerbungsvorlage Fortbildung Anschreiben Cover
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Bewerbung auf
eine Stellenanzeige
Anschreiben für einen
Projektmanager
Bewerbung als
Krankenschwester
Bewerbungsschreiben Vorlage Kostenlos Key Account Manager Muster CoverBewerbungsschreiben Vorlage Kostenlos Projektmanager Muster CoverBewerbungsschreiben Krankenschwester Vorlage Kostenlos Muster Cover
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Bewerbung als
Mechatroniker
Bewerbung als
Pädagogin
Bewerbung als
Ausbildungsleiter
Bewerbungsanschreiben Vorlage Mechatroniker Muster CoverBewerbungsanschreiben Vorlage Paedagogin Muster CoverBewerbungsanschreiben Vorlage Ausbildungsleiter Muster Cover
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Bewerbungsschreiben
als Führungskraft
Bewerbungsschreiben
als Beraterin
Bewerbungsschreiben
als Senior Consultant
Bewerbungsschreiben Vorlage Kostenlos Manager Fuehrungskraft Muster CoverBewerbungsschreiben Vorlage Kostenlos Beraterin Muster CoverBewerbungsschreiben Vorlage Kostenlos Senior Consultant Muster Cover
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Bewerbungs-Editor: Anschreiben online im Browser erstellen

Das perfekte Bewerbungssschreiben im Bewerbungs-EditorViele weitere kostenlose Bewerbungsvorlagen – etwa für den Lebenslauf – finden Sie HIER.

Und falls Sie Ihr Bewerbungsschreiben direkt online anlegen und (um-)formulieren möchten, können Sie dazu gerne unseren kostenlosen Bewerbungs-Editor nutzen. Dort finden Sie auch ein Anschreiben Beispiel, das Sie direkt online und im Browser editieren und in einer Textverarbeitung speichern können.

Aufbau und Inhalt: Das professionelle Anschreiben

Das Bewerbungsschreiben steht und fällt mit den Formulierungen darin. Hierbei kommt es vor allem auf Ihr Profil, Ihre Persönlichkeit und Motivation an. Die Kombination aussagekräftigem Lebenslauf und professionellen Anschreiben überzeugt jeden Personaler und bildet so die Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch.

Formulierungen finden: Stellen Sie sich diese Fragen

Bevor Sie mit dem Formulieren des Bewerbungsschreibens beginnen, sollten Sie sich ein paar grundlegende Fragen stellen. Sie helfen enorm beim späteren Verfassen des Anschreibens beziehungsweise dessen Inhalts:

  • Warum wollen Sie diesen Job bei DIESEM Arbeitgeber?
  • Was sind Ihre spezifischen Stärken?
  • Warum sind Sie der perfekte Kandidat für die Stelle?
  • Was ist Ihr persönlicher Arbeitsstil?

Die Fragen wirken vielleicht trivial. Auf den ersten Blick. Beim Bewerbungsanschreiben geht es aber um mehr als das Anforderungsprofil aus der Stellenanzeige. Natürlich sollten Sie alle geforderten „Muss-Qualifikationen“ erfüllen. Diese gehen aber schon aus dem Lebenslauf hervor.

Überzeugender wirkt daher, wenn Sie im Anschreiben einen persönlichen Bezug zur Stelle herstellen – also zum Beispiel, weil Sie dort ein Praktikum oder eine Ausbildung gemacht haben. Oder weil Ihre Vita Sie praktisch auf diese Stelle vorbereitet hat. Kurz: Zeigen Sie, dass Sie der ideale Kandidat und hochmotiviert für die Aufgaben sind (siehe Video).

Schreiben Sie nur bitte nie eine 1:1 Wiedergabe Ihres tabellarischen Lebenslaufs. Das wäre redundant. Sammeln Sie im Bewerbungsschreiben lieber neue Argumente und persönliche Beweggründe für die Jobs, auf die Sie sich bewerben.

Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Aufbau

Jetzt geht es ans Eingemachte. Im Folgenden finden Sie eine Anleitung zum Bewerbungsschreiben wie Sie dieses Schritt für Schritt aufbauen, strukturieren und formulieren.

Neben den Formalia (Absender, Betreff, Datum, …) besteht der Inhalt des Bewerbungsanschreibens aus vier Hauptelementen: der Einleitung, dem Hauptteil, dem Unternehmensbezug und dem Schlussteil (siehe Grafik):

Bewerbungsschreiben Aufbau Beispiel Einleitung Hauptteil Schluss Grafik

Natürlich ist der Mittelteil variabel. Das heißt: Sie können im Anschreiben zuerst einen Bezug zum Unternehmen herstellen und danach auf Ihre Motivation und die Soft Skills eingehen. Das ist Geschmacksache. Entscheidend ist, dass alle vier Bausteine sorgfältig und originell formuliert sind und nichts davon im Anschreiben fehlt.

Aber der Reihe nach…

Adresszeile: Kontaktdaten und Empfänger

Der sogenannte Briefkopf beginnt immer mit Ihren Kontaktdaten. Also dem Namen, Absenderadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Wer mag, kann hier auch die URL seiner eigenen Website oder eine sogenannte Bewerbungshomepage angeben. Das macht neugierig auf Sie – und Sie haben so die Möglichkeit, noch zusätzliche Informationen über sich bereitzustellen. Zum Beispiel ein Bewerbungsvideo.

Unter den Kontaktdaten steht der Empfänger. Die Empfängeradresse wird stets so aufgebaut:

  • Firmenname (inkl. Unternehmensform: GmbH, KG, AG, SE, …)
  • Vor- und Zuname des Ansprechpartners
  • Adresse (Straße & Hausnummer, PLZ & Ort)

Hier werden oft die peinlichsten Fehler in der Bewerbung gemacht: Buchstabendreher im Namen des Ansprechpartners. Oder der Firmenname ist falsch geschrieben. Bitte seien Sie hier BESONDERS sorgfältig und lesen Sie das Anschreiben lieber dreimal Korrektur. Für viele Personaler sind solche Fehler ein echtes K.O.-Kriterium.

Datum

Rechts im Anschreiben (immer noch im Briefkopf) wird das Datum eingesetzt. Es sollte natürlich aktuell sein! Andernfalls verraten Sie hier ein altes, recyceltes Anschreiben. Wählen Sie hier optimalerweise das Datum, an dem Sie vorhaben, die Bewerbung zu verschicken (Versanddatum).

Viele wählen beim Datum die Formularform TT.MM.JJJJ. Fehlende Ziffern werden dann mit einer Null aufgefüllt – etwa: 01.05. Wir finden das ein bisschen bürokratisch. Sparen Sie sich lieber die Nullen. Und schreiben Sie, wenn Sie mögen, den Monat aus. Sieht oft hübscher und natürlicher aus.

Betreff

Nach dem Briefkopf folgt die sogenannte Betreffzeile. Die ist zwar nur ein kleiner Teil des Anschreibens, aber besonders auffällig. Entsprechend wird sie häufig zuerst gelesen. Eine schlecht formulierte Betreffzeile könnte also schon den ersten Minuspunkt geben und Sympathien kosten.

Formulieren Sie diese also möglichst konkret und aussagekräftig. Länger als eine (!) Zeile sollte sie nicht sein. Nutzen Sie zum Formulieren ruhig das Stellenangebot und nehmen Sie darauf Bezug.

Sollte das den Rahmen einer Zeile sprengen, hilft der Trick mit der sogenannten Bezugzeile. Heißt: Sie formulieren eine knackige Betreffzeile und schreiben direkt darunter – in kleinerer Schriftgröße – eine Bezugzeile. Hier ein paar Beispiele

  • Einfache Betreffzeile:
    Bewerbung als Controller, Kennziffer 2018/567
  • Betreffzeilen mit Bezugzeile:
    Bewerbung als Grafikdesigner, Referenznummer 112233
    Ihre Stellenanzeige in der Neuen Zeitung am 5. Januar 2019

    Bewerbung um eine Stelle als Verkäufer
    Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de, Referenznummer: 2019/177

Ganz wichtig: Schreiben Sie NIE das Wort „Betreff“ vor die Betreffzeile! Das hat man früher so gemacht, heute gilt das als überholt und falsch.

Anrede

Für die Anrede beziehungsweise den Ansprechpartner im Anschreiben gilt: Persönlich ist besser als „Sehr geehrte Damen und Herren“

Falls der Ansprechpartner nicht in der Stellenanzeige genannt wurde, versuchen Sie diesen bitte zu recherchieren (etwa mit einer unschuldigen Nachfrage in der Personalabteilung per Telefon).

Hinweise kann auch die Unternehmenshomepage geben, wer für Personalthemen oder das Recruiting verantwortlich ist. Auch auf sozialen Netzwerken wie Xing oder Linkedin können Sie fündig werden, wenn die Mitarbeiter dort Profile angelegt und Ihre Tätigkeit angegeben haben.

Ein direkt adressiertes Bewerbungsschreiben vom Typ: „Sehr geehrte Frau Mustermann,“ ist immer besser als „Sehr geehrte Damen und Herren“! Die Gründe:

  • Sie zeigen, dass Ihr Bewerbungsanschreiben individuell verfasst wurde.
  • Ihr Bewerbungsanschreiben wirkt professioneller.
  • Ganz offensichtlich haben Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt.

Nur falls Sie partout keinen Ansprechpartner finden (oder falls das Unternehmen keinen nennen will), ist die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ angemessen und akzeptabel.

Einleitung: Der erste Satz

In der Einleitung (sie umfasst in der Regel nicht mehr als 4-6 Zeilen) geht es darum, Interesse zu wecken. Dabei sollte schon der Einleitungssatz sitzen. Wenn zu Beginn der Funke nicht zündet, landen Ihre Unterlagen schnell auf dem Absagen-Stapel. Das gilt für Bewerbungsschreiben, Initiativbewerbungen und Motivationsschreiben gleichermaßen.

Nichts ist langweiliger als ein Standard-Einleitungssatz vom Typ hiermit bewerbe ich mich…. Auch Floskeln wie „mit großer Freude habe Ihre Stellenanzeige gelesen…“ sollten Sie vermeiden. An beiden Beispielen ist zwar grundsätzlich nichts falsch – die Formulierungen sind aber inzwischen abgenutzt, unpersönlich und langweilig.

Wie schreiben Sie einen guten ersten Satz?

Orientieren können Sie sich beim Formulieren zum Beispiel an der sogenannten AIDA-Formel. Die stammt ursprünglich aus dem Marketing, lässt sich aber gut auf das Bewerbungsschreiben anwenden:

  • A – Attention: Aufmerksamkeit erzeugen (Originelle Formulierung).
  • I – Interest: Interesse wecken (mit ungewöhnlichen Stärken punkten).
  • D – Desire: Neugierig machen (auf bisherige Erfolge verweisen).
  • A – Action: Zur Handlung auffordern (etwa, Sie zum Vorstellungsgespräch einzuladen).

Wie das konkret aussehen kann, zeigen die folgenden Beispiele…


Formulierungsbeispiele für den ersten Satz


von meiner Haustür bis zur Firmenzentrale sind es mit dem Fahrrad genau 20 Minuten. Das heißt: Während die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich morgens schon der erste Kollege im Büro sein…

schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit _____________. Als ich dann Ihre Stellenanzeige vom _____________ las, schlug mein Herz gleich schneller: Mein Traumjob! Die Herausforderungen sowie die Perspektiven, die diese Position bieten, haben mich sofort begeistert…

seit Jahren interessiere ich mich für _____________. Bei meinem letzten Praktikum entdeckte ich dann meine Leidenschaft für _____________ – und das führte mich direkt zu Ihrer Stellenanzeige…

nach gut zehn Jahren Berufserfahrung im Bereich _____________ möchte ich mich neuen Herausforderungen stellen. Ich bin überzeugt, meine fachlichen Qualifikationen und teamorientierte Arbeitsweise gewinnbringend bei Ihnen einsetzen zu können. Denn…

an Ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit „hiermit bewerbe ich mich…“ anfangen. Ich frage mich sowieso, wer sich bei der heutigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch eine ernsthafte Bewerbung erlauben kann, denn 50 Bewerbungen und 50 Absagen sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei…

PS: Die letzte Formulierung geistert seit Jahren durchs Internet und löst bei Personalern immer wieder dieselbe Reaktion aus: DIE würde ich gerne einladen und kennenlernen wollen!

Das Problem solcher Beispiele: Sie werden – unsere leider auch – vielfach kopiert, nacherzählt und gehören so irgendwann zu den bekannten Phrasen. Wir aktualisieren unsere Artikel zwar regelmäßig. Besser ist aber, Sie nehmen unsere Tipps und Formulierungen nur als Anregung und Inspiration.

Aus demselben Grund verzichten Sie bitte ebenso auf Einstiegs-Zitate von großen Literaten. Nicht Schiller, Goethe oder Hemingway bewerben sich, sondern Sie!


Tabus im Einstiegssatz

  • Rückblick: Die Geschichte, warum Sie den alten Job nicht mehr wollen, ist tabu. Auch wenn Sie so ein subtiles Kompliment an den neuen Arbeitgeber senden wollen: Es ist keines. Sie wirken so nur wie ein Flüchtling und Nörgler.
  • Abschluss: Wie gut Ihr Abschluss im Studium war, weiß der Personaler schon. Die Ausbildung gehört in den Lebenslauf, gegebenenfalls auf das Deckblatt, nicht ins Bewerbungsschreiben. Auch wenn Sie zu den besten fünf Prozent Ihres Jahrgangs gehören (was ein starkes Argument ist), sagt das nichts über Ihre Motivation.
  • Ziele: Welche Karrierepläne Sie verfolgen, ist ebenfalls kein guter Einstieg. In einigen Ratgebern wird empfohlen: „Erwähne im Motivationsschreiben unbedingt deine Ziele!“ Oder: „Schreibe etwas über deine Karrierepläne!“ Fehler! In der Bewerbung geht es nicht um IHRE berufliche Zukunft und Pläne, sondern was der Arbeitgeber davon hat, Sie einzustellen. Sie verkaufen Ihre Kompetenzen und Arbeitskraft. Dafür bezahlt man Sie, nicht für Ihre Selbstverwirklichungspläne.

Hauptteil: Wichtige Soft Skills

Weil Sie Ihre fachlichen Kompetenzen bereits im Lebenslauf dokumentieren (Studium, Praktika, Jobs, Weiterbildungen, …), geht es im Bewerbungsschreiben umso mehr um die persönlichen Qualifikationen, die sogenannten Soft Skills. Auf diese sozialen Kompetenzen achten Personaler besonders.

Diese klischeefrei zu formulieren, ist zugegebenermaßen schwer. Tatsächlich basieren viele Anschreiben auf typischen Floskelsätzen wie…

  • Ich bin teamfähig.
  • Ich besitze Kommunikationsstärke.
  • Ich bin ein Macher.
  • Ich bin engagiert, motiviert.
  • Ich habe schon Verantwortung übernommen.

Inhaltlich mag das stimmen. Doch stellen Sie sich vor, Sie sind Personaler und lesen das 20 Mal hintereinander. Laaaaangweilig!

Da die meisten Bewerbungsanschreiben solche Ich-Sätze enthalten, bietet sich Ihnen hier eine wunderbare Chance, einen anderen Weg zu wählen und sich von der Masse abzuheben: Sagen Sie nicht, dass Sie teamfähig, motiviert, verantwortungsvoll sind, sondern beschreiben Sie ein Projekt, das Sie erfolgreich mit einem Team abgeschlossen haben. Die Aussage ist so subtiler – und überzeugender.

Ein Beispiel:

Während meines Praktikums bei _____________ brannte ich für das Projekt XY, das ich initiieren und schließlich organisieren und leiten durfte. Um die Kollegen mit ins Boot zu holen und zu begeistern, habe ich _____________. Ein voller Erfolg! Binnen zwei Wochen konnten wir gemeinsam…

Oder:

Eine meiner Stärken liegt in der praktischen Lösung von Problemen im Betriebsablauf. Durch die gute Zusammenarbeit im Team und die Bereitschaft zu schnellen Einsätzen (auch am Wochenende) ist es mir oft gelungen, einen Produktionsausfälle zu minimieren oder zu vermeiden.

Beachten Sie bitte, dass die so von Ihnen geschilderten Kompetenzen und Fähigkeiten etwas mit dem ausgeschriebenen Job zu tun haben. Nicht alles aufzählen, was Sie können oder in einem Berufswahltest über sich herausgefunden haben. Ins Anschreiben gehört nur Relevantes für den Job, auf den Sie sich bewerben.

Bezug zum Unternehmen: Mehrwert bieten

Letztlich fragt sich der Leser Ihres Bewerbungsschreibens (Personaler oder Chef), warum er Sie einstellen sollte. Ganz platt fragt er sich, ob Sie das, was Sie als Gehalt verlangen auch wert sind – oder kurz: Welchen Mehrwert Sie bieten.

Da Sie auch hierfür kaum mehr als fünf bis sieben Zeilen haben, müssen Sie auswählen. Nicht wenige Bewerber machen den Fehler, möglichst alles aufzuzählen. Personaler haben nicht viel Zeit und wollen überzeugt, nicht durch Text betäubt werden.

Beschränken Sie sich also auf die Höhepunkte. Jene, die Sie zum idealen Kandidaten und Bewerber machen. Nicht Masse, sondern Klasse zählt! Je größer die Schnittmenge zwischen den Anforderungen der Stelle und Ihrem Bewerbungsschreiben, desto größer der Bewerbungserfolg.

Besonders überzeugend sind übrigens Zahlen:

  • In wie kurzer Zeit haben Sie etwas geschafft?
  • Wie viele Kollegen haben Sie koordiniert oder angeleitet?
  • Um wie viel Prozent hat sich dadurch etwas verbessert?
  • Wie viele Kunden konnten neu gewonnen werden?

Das Ergebnis könnte zum Beispiel so aussehen:

Seit rund 20 Jahren entwickle und verkaufe ich Produkte und Lösungen zu _____________. Durch gezielte Optimierung der Verkaufsprozesse konnte ich als Key Account Manager bei _____________ den Absatz um XX Prozent steigern. Zudem verbesserte sich die Kundenzufriedenheit innerhalb von zwei Jahren von XX auf XX Prozent.

Es hilft an der Stelle durchaus, wenn Sie im Vorfeld der Bewerbung ein bisschen im Internet recherchieren und sich überlegen, welche Qualifikationen und Erfolge den Arbeitgeber für diese Stelle besonders interessieren könnten.


Formel für die perfekte Bewerbung

Formel für die perfekte BewerbungUm im Bewerbungsschreiben zu überzeugen, hat Googles Personalchef Laszlo Bock einmal eine Formel für die perfekte Bewerbung entwickelt in einem Interview mit der New York Times verraten. Danach sollten Bewerber Ihre Erfolge so formulieren:

Ich habe X erreicht, relativ zu Y, indem ich Z getan habe.

Konkret: Die meisten Bewerber für eine Redakteurstelle würden zum Beispiel schreiben: „Ich habe schon Artikel für die New York Times geschrieben.“ Besser wirken würde es aber, wenn dort stünde: „Ich habe in dieser Zeit 50 Artikel für die New York Times geschrieben (der Durchschnitt liegt bei sechs Artikel), weil ich seit drei Jahren tiefe Einblicke in diesem Bereich habe.“

Eine andere Formel sieht so aus:

Bewerbungsschreiben Anschreiben Aufbau Formel Grafik

Schlussteil: Finale mit Höhepunkt

Bitte lassen Sie Ihr Anschreiben nicht einfach enden oder ausplätschern. Zum Schluss braucht es noch einmal einen Höhepunkt, denn der bleibt im Kopf haften.

Bis hierhin klingen Sie insgesamt freundlich und motiviert, strahlen Selbstbewusstsein aus. Schließlich haben Sie gerade erklärt, warum Sie kein Bittsteller sind, sondern ein wertvoller Leistungsträger und kompetenter Mitarbeiter in spe. Kein Grund also sich unter Wert zu verkaufen.

Der größte Bewerbungsfehler, den Sie im Schlussteil machen können, ist aber leider auch der verbreitetste: der Konjunktiv (würde, könnte, hätte, wäre, …):

  • „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.“
  • „Gerne würde ich Ihnen meine Motivation ausführlich im Vorstellungsgespräch erläutern.“
  • „Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen.“

Sie merken schon: Der Konjunktiv schwächt den Satz. Zwar klingen solche Formulierungen sympathisch bescheiden. Im Abschlusssatz aber macht der Konjunktiv aus dem bestimmten Wunsch eine vage Möglichkeit und zieht den Glauben an Ihrer Eignung in Zweifel. Ein solcher Bewerber wirkt unsicher und macht sich kleiner als er oder sie ist. Also bitte nie einen Konjunktiv am Schluss!

Nutzen Sie lieber den Trick mit dem Call-to-action.

Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die zeigen, wenn man seine Leser explizit dazu auffordert, einen Artikel weiterzuleiten, zu empfehlen oder zu kommentieren, steigt die Empfehlungs- oder Kommentarrate um ein Vielfaches an. Warum den Trick nicht im Bewerbungsschreiben anwenden und erwähnen, dass Sie sich auf das Vorstellungsgespräch freuen?

Solche überzeugten Formulierungs-Beispiele – ohne Konjunktiv – könnten sein:

  • „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.“
  • „Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.“
  • „Ihrer positiven Rückmeldung sehe ich mit großer Freude entgegen.“
  • „Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.“
  • „Wenn Sie einen kompetenten, zuverlässigen und belastbaren Mitarbeiter suchen, dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.“

Wem das zu viel des Guten ist, der kann natürlich auch den frühest möglichen Eintrittstermin nennen:

  • „Ich kann Ihnen schon einmal zusagen, bei Ihnen am XX. Oktober die Stelle anzutreten.“

Auch das ist ein Psychotrick, weil Sie damit subtil unterstellen, DASS Sie den Job antreten und so wenig Fläche für Spekulationen lassen.

Grußformel

Das Bewerbungsanschreiben endet schließlich mit einer Grußformel (Klassisch: „mit freundlichen Grüßen“), Ihrer handschriftlichen (nicht gedruckten!) Unterschrift und einem Anlageverzeichnis.

PS: Kleiner Trick, große Wirkung

Es sind nur zwei unscheinbare Buchstaben: „PS:“ (steht für Postskriptum). Doch die Wirkung ist enorm: Egal, was Sie in Ihrer Bewerbung geschrieben haben – ein PS: wird immer gelesen.

Das kleine Anhängsel stammt noch aus der Zeit der handgeschriebenen Briefe und ermöglichte dem Autor die Nachschrift eines wichtigen Teils, ohne dass dieser den ganzen Brief noch einmal abschreiben musste. In Zeiten von Textverarbeitungsprogrammen, Copy & Paste und E-Mails hat es eigentlich ausgedient. Eigentlich! Doch weil es heute kaum noch genutzt wird, erzeugt es enorme Aufmerksamkeit – vorausgesetzt, Sie nutzen es, um etwas Originelles hinzuzufügen.

Zum Beispiel:

PS: Danke, dass Sie meiner Bewerbung bis hierher Ihre Aufmerksamkeit gewidmet haben. Falls Sie noch Fragen haben, können Sie mich auch gleich anrufen, unter: 0123-4567890.

In das PS können Sie aber auch einen sogenannten Sperrvermerk packen. Also wenn Sie sich beispielsweise heimlich aus einer ungekündigten Position heraus bewerben und Ihr jetziger Chef das nicht mitbekommen soll. In dem Fall könnten Sie schreiben:

PS: Da ich mich gegenwärtig in ungekündigter Stellung befinde, bitte ich Sie, diese Unterlagen vertraulich zu behandeln.

Natürlich sind diese Formulierungen wieder nur Beispiele. Aber wir wissen von zahlreichen Lesern: Das PS wirkt!

Checkliste: Bewerbung schreiben, aber richtig

Checkliste: Bewerbung schreiben, aber richtigDamit Ihr Anschreiben auf Anhieb überzeugt und Sie wirklich nichts vergessen, finden Sie hier noch eine Checkliste (PDF) mit allem was ins Bewerbungsschreiben muss (von oben nach unten):

  • Vollständiger Briefkopf mit Name, Absenderadresse, Telefonnummer (auch mobil), E-Mail-Adresse
  • Datum (steht rechts; Tag der Fertigstellung oder Versand)
  • Empfängeradresse (Firma, Vor- und Zuname des Adressaten, Adresse)
  • Kein Bewerbungsfoto (gehört in den Lebenslauf!)
  • Betreff in Fettschrift oder groß (Bei Blindbewerbungen reicht „Bewerbung“, ansonsten mit Bezug zur Stellenanzeige
  • Anrede (Immer persönlich, nur im Notfall: „Sehr geehrte Damen und Herren“)
  • Einstieg & Einleitungssatz
  • Kurzdarstellung des Profils (Stärken und Soft Skills – mit Beispielen)
  • Bezug zum Unternehmen
  • Eventuell Hinweis auf sonstige Kenntnisse (etwa Fremdsprachen)
  • Eventuell Hinweis auf Referenzen (Ansprechpartner von früheren Jobs)
  • Eventuell Hinweis auf Kündigungsfristen und möglichen Eintrittstermin
  • Falls verlangt: Gehaltsvorstellungen
  • Abschlusssatz & Grußformel
  • Unterschrift (folgt direkt nach der Grußformel am Ende des Schreibens)
  • Eventuell noch ein PS
  • Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate)
  • Rechtschreibprüfung machen: Sind wirklich keine Tippfehler mehr drin?
  • Alles nicht länger als eine DIN A4-Seite?
  • Bei E-Mail-Bewerbung: Ist der Anhang (Lebenslauf-PDF) angefügt? (Wird gerne vergessen)
  • Bei Online-Bewerbung: Sind alle (Pflicht-)Felder ausgefüllt?

Häufige Fehler und Fragen zum Bewerbungsschreiben

Fehler passieren. Auch im Anschreiben. Da können sie allerdings die Erfolgsaussichten Ihrer Bewerbung deutlich reduzieren und den ansonsten guten Eindruck negativ beeinflussen. Absage inklusive.

Dabei lassen sich die häufigsten Fehler im Bewerbungsanschreiben in zwei Kategorien unterteilen:

  • Unwissen: Entweder werden die Fehler gemacht, weil Bewerber einfach nicht wissen, wie es richtig geht.
  • Flüchtigkeitsfehler: Oder es sind Fehler, die beim Erstellen der Vorlagen nicht bemerkt werden und so ihren Weg in die abgeschickte Version des Bewerbungsanschreibens finden.

Um solche Bewerbungsfehler zu vermeiden, finden Sie hier eine Liste der (unnötigen) typischen Fehler im Bewerbungsschreiben:

  • Namen: Wir haben es weiter oben schon erwähnt. Es entlarvt die Bewerbung sofort als Massenbewerbung, wenn Name, Ansprechpartner und Adresse des Zielunternehmens falsch geschrieben sind (oder gar ein völlig anderer Name dort steht). Beim eigenen Namen ist jeder empfindlich. Ein Tippfehler beim Namen des Unternehmens, ein falscher Ansprechpartner – schon wirkt das Bewerbungsschreiben schlampig. Aber auch bei Ihren Kontaktdaten sollten Sie Sorgfalt walten lassen: Wäre blöd, wenn man sich für Sie interessiert, aber nicht erreicht, weil die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse einen Tippfehler haben.
  • Datum: Auch so eine Formalität, die Probleme machen kann. Das Datum sollte immer aktuell sein. Oft wird aber als Vorlage ein früheres Bewerbungsschreiben verwendet. Wer dann vergisst, das Datum zu ändern, verschickt ein Dokument, dass vielleicht Wochen oder Monate zurückdatiert ist. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie Ihr Bewerbungsschreiben nicht an einem Tag, sondern über einen längeren Zeitraum erstellen und schreiben. Da das Datum oben ist, wird es meist zuerst bearbeitet, verschickt werden die Unterlagen aber vielleicht erst eine Woche später. Hier sollten Sie unbedingt noch einmal einen genauen Blick auf die Angabe werfen und den tatsächlichen Absendetag eintragen (PS: Gilt auch für Lebenslauf und Deckblatt!).
  • Groß- und Kleinschreibung: Die korrekte Groß- und Kleinschreibung sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Wer hier patzt, erweckt einen von zwei Eindrücken: Entweder haben Sie beim Bewerbungsschreiben nicht gut aufgepasst oder es fehlen grundlegende Kenntnisse der Rechtschreibung – beides keine Gedanken, die Sie mit Ihrer Bewerbung auslösen wollen.
  • Umgangssprache: Zu den häufigen Fehlern im Bewerbungsschreiben gehören umgangssprachliche Ausdrücke, die in einem solchen Dokument keinen Platz haben sollten. Sie müssen deswegen natürlich nicht aufgesetzt und übertrieben förmlich schreiben. Aber Sätze wie „Ich will den unbedingt Job haben“, sollten anders formuliert werden. Ebenso verbieten sich Superlative (wirkt unglaubwürdig), zu lange und verschachtelte Sätze (versteht man nicht) sowie Passiv-Formulierungen (langweilig).

Arbeitslos? Keine Berufserfahrungen?

Arbeitslos? Keine Berufserfahrungen? Umgehen mit kritischen PhasenIm Leben läuft nicht immer alles glatt. Fehlende Berufserfahrung oder eine längere Arbeitslosigkeit hemmt viele Bewerber. Effekt: Sie werden unsicher und stellen ihre Eignung infrage.

Vermeiden Sie hier bitte jede Form von Rechtfertigungen. Die überzeugen nicht. Versuchen Sie lieber über Umwege zum Ziel zu kommen: Betonen Sie umso mehr Ihre Motivation und Lernbereitschaft, setzen Sie auf Sympathiepunkte durch Originalität und arbeiten Sie umso deutlicher das heraus, was für die Stelle zählt: Vielleicht sind es Praktika, Erfahrungen, Kontakte, Referenzen…

Manchmal bietet es sich auch an, ein Motivationsschreiben oder Deckblatt zu verfassen und der Bewerbung beizulegen.

Weil das den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, auf alle Sonderfälle einzugehen, haben wir für Sie eine Liste mit weiterführenden Artikeln zusammengestellt:

Oft enthalten die Artikel noch zusätzliche, kostenlose Vorlagen und Muster. Reinschauen lohnt sich also!

  • Umfang: Wie viele Seiten darf das Anschreiben haben?

    Wie lang darf das Bewerbungsschreiben sein? – Die Frage wird immer wieder gestellt, und die Diskussionen dazu können auch schon mal hitzig werden. Nach umfangreichen und jahrelangen Recherchen bei Personalverantwortlichen kommen wir aber zu einem eindeutigen Ergebnis:

    Der Umfang des Anschreibens sollte eine Seite nicht übersteigen.

    Egal, für welche Jobs Sie sich bewerben: Mehr wollen Personaler nicht lesen. Das Anschreiben ist letztlich ein Kondensat, die Quintessenz Ihrer Motivation und Kompetenzen – kein Roman, keine Protz-Prosa.

    Das Bewerbungsanschreiben soll durch individuelle Beispiele und Argumente einen Bezug zwischen der ausgeschriebenen Stelle, dem Unternehmen und Ihnen als Bewerber herstellen. Es arbeitet Ihren Mehrwert heraus und nennt Ihre herausstechendsten Vorteile. Sie müssen dabei aber nicht das komplette Vorstellungsgespräch vorweg nehmen. Ein bis drei starke Argumente reichen völlig. Weniger ist hier mehr.

  • Position: Wohin gehört das Bewerbungsschreiben in der Mappe?

    Ob Sie eine klassische Bewerbung schreiben oder eine Kurzbewerbung: Das Bewerbungsschreiben ist die Kür der Bewerbung und liegt in einer vollständigen Bewerbungsmappe immer obenauf (siehe Grafik):

    Wie schreibt man eine Bewerbung Vollstaendige Bewerbungsmappe Bewerbungsunterlagen Muster
    Das Musterbeispiel für den Aufbau einer vollständigen Bewerbungsmappe können Sie sich hier auch als PDF kostenlos herunterladen und privat nutzen.

    Damit wird das Anschreiben zugleich zum „Initial“ Ihrer Bewerbung: Es entsteht der sprichwörtliche erste Eindruck, für den es keine zweite Chance gibt. Entsprechend übersichtlich und prägnant sollte das Anschreiben gestaltet sein.


    Bewerbungsumschlag beschriften und versenden

    Bewerbungsumschlag beschriften und versendenKlassisch werden Bewerbungsunterlagen NICHT gefaltet, sondern kommen in einen sogenannten C4 Umschlag mit Sichtfenster (ohne Sichtfenster geht auch). Praktisch: Weil das Bewerbungsschreiben immer auf der Bewerbungsmappe obenauf liegt, sitzt dort die Zieladresse bereits an der richtigen Stelle (jedenfalls wenn Sie Ihr Anschreiben nach DIN 5008 für Geschäftsbriefe gestaltet haben – siehe nächster Punkt). In dem Fall schieben Sie die Bewerbungsunterlagen nur noch in den C4 Umschlag und die Firmenanschrift erscheint im Sichtfenster.

    Bewerbung Umschlag C4 Beschriften Anleitung 01 Grafik

    Wer mag, kann auf den C4 Umschlag auch nochmal groß das Wort „Bewerbung“ drucken. So mancher Zusteller behandelt die Unterlagen dann vielleicht etwas vorsichtiger. Auch die Poststelle des Empfängers weiß den Brief besser zuzuordnen.

    Damit dort auch Ihre Absender-Adresse zu lesen ist (falls die Unterlagen aus irgendeinem Grund nicht zustellbar sein sollten), empfiehlt es sich, diese in kleinerer und grauer Schrift über die Firmenanschrift beziehungsweise Empfänger-Adresse zu positionieren. Das sieht zudem professionell aus.

    Bewerbung Umschlag C4 Beschriften Anleitung 02 Grafik

    Vergessen Sie bitte nicht, den Umschlag ausreichend zu frankieren. Die Briefmarken kommen übrigens rechts oben auf den Umschlag. Das Porto für den Versand und C4 Umschlag können Sie bei der Post online ermitteln.

    PS: Bewerbungsunterlagen bitte nie als Einschreiben versenden. Das wirkt aufdringlich.

  • Gestaltung: Wie kann ich meine Bewerbung professioneller schreiben?

    Übersichtlichkeit, Struktur und Lesbarkeit sollten Sie nie unterschätzen. Sie erleichtern die Informationsaufnahme und zeigen (indirekt), dass Sie selbst strukturiert denken und arbeiten.

    Das Bewerbungsanschreiben sollte daher in kurze Absätze gegliedert werden. Sie dürfen sogar mittendrin auch mal mit Aufzählungen (sogenannten Bulletpoints) arbeiten. All das lockert das Schriftbild auf und steigert die Lesbarfreundlichkeit.

    Für Geschäftsbriefe (dazu zählt auch das Bewerbungsschreiben) gilt die allgemeine Norm DIN 5008. Sie regelt deren Struktur, Formatierung und Design. Außerdem sorgt sie dafür, dass etwa die Empfängeradresse immer im Sichtfenster eines C4-Briefumschlags zu sehen ist.

    Sie müssen sich natürlich nicht sklavisch an die DIN 5008 in der Bewerbung halten. Aber orientieren sollten Sie sich schon ein bisschen daran. Denn die Norm macht Ihr Schreiben automatisch übersichtlicher.
    Die wichtigsten Regeln der DIN 5008 sind:

    Bewerbungsschreiben Din 5008 Bewerbung Schreiben Beispiel Grafik
    Diese Vorlage können Sie sich ebenfalls hier kostenlos als PDF herunterladen und ausdrucken.

  • Schriftarten und Farben: Wie werden diese im Anschreiben eingesetzt?

    Grundsätzlich gilt: Verwenden Sie in all Ihren Bewerbungsunterlagen stets dieselbe Schriftart (maximal zwei). Wer hier zu viel mixt, signalisiert dem Arbeitgeber, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt: nichts Durchdachtes, sondern ein Sammelsurium aus recycelten Unterlagen. Solche Bewerbungen landen zu 99 Prozent bei den Absagen.

    Die Schriftgröße beträgt bei einer Standardbewerbung 12 Punkt. Das Gros der Schriftarten ist darauf abgestimmt und optimal lesbar. Bei besonders viel Text dürfen Sie die Lettern aber auch auf 11 Punkt verkleinern, damit das Anschreiben noch auf eine Seite passt.

    Allerdings ist nicht jede Schriftart in 12 Punkt gleich groß: Manche fallen kleiner aus, andere wirken größer. Letztlich gilt der Grundsatz: Die Schrift muss gut lesbar bleiben. Denn Kleingedrucktes wirkt oft kleinlich und erinnert an hässliche AGB. Keine Assoziation, die Sie wecken wollen.

    Eine bestimmte Schriftart wird zwar nirgendwo vorgeschrieben, Arial oder Times New Roman haben sich aber als gängige Schrifttypen durchgesetzt.

    Das ist aber auch ihr Problem: Damit sehen alle Bewerbungsschreiben gleich aus. Wir empfehlen daher, Varianten wie Helvetica oder Georgia einzusetzen. Zudem raten Grafikdesigner für gedruckte Dokumente und Fließtexte sogenannte Serifenschriften zu verwenden, die die Buchstaben dezent miteinander verbinden und so den Lesefluss verbessern.

    Das Gegenstück dazu bilden sogenannte serifenlose Schriftarten (auch groteske Schriften genannt). Sie eignen sich für kurze prägnante Überschriften (etwa die Betreffzeile oder Adresse). Einige der beliebtesten Schriftarten – die sich für Bewerbungen eigenen – finden Sie in der folgenden Übersicht:

    Bewerbungsschreiben Schriftarten Arial Times Grafik

    Überdies empfehlen wir das Bewerbungsanschreiben linksbündig zu formatieren. Blocksatz sieht zwar aufgeräumter aus, ist aber nicht so gut lesbar.

    Spielen Sie ebenso mit den Farben beziehungsweise Schriftfarben. Natürlich soll das Bewerbungsanschreiben hinterher nicht wie ein Malkasten aussehen. Indem Sie aber beispielsweise die Logo-Farben Ihres Ziel-Unternehmens dezent einsetzen (etwa in der Betreffzeile und im Anlageverzeichnis) signalisieren Sie subtil, schon dazu zu gehören.

  • E-Mail-Bewerbung: Wohin jetzt mit dem Anschreiben?

    Um Personalern unnötiges Klicken zu ersparen und die Bewerbung von Datenballast zu befreien, ist bei einer E-Mail-Bewerbung die E-Mail selbst das Anschreiben. Jedenfalls empfehlen wir das – und es hat sich bewährt.

    Der Lebenslauf und die Arbeitszeugnisse werden dann in EINEM PDF-Dokument angehängt. Ob Sie der Bewerbung auch ein Deckblatt beifügen, ist wiederum Geschmacksache.

  • Bewerbung im Ausland: Gelten woanders dieselben Regeln?

    Kurze Antwort: Nein. Bitte beachten Sie immer, dass im Ausland teils völlig andere Formalitäten für die Bewerbung gelten als in Deutschland. Zum Teil fällt das Anschreiben komplett weg. Oder es gibt außer einem CV oder Resume nicht mal eine Bewerbungsmappe.

    Da uns Bewerber hierzu immer wieder Fragen stellen oder Probleme mit einer Bewerbung im Ausland haben, finden Sie hier wieder eine Liste mit weiterführenden Artikeln und Tipps. Kostenlose Vorlagen und Beispiele inklusive:


FAQ-Liste: Die häufigsten Fragen zum Bewerbungsschreiben

Bewerbungsanschreiben FAQ Fragen Antworten TippsDas waren die häufigsten Fragen, die uns zum Bewerbungsscheiben gestellt werden. Es gibt aber noch viele mehr. Um diesen Ratgeber nicht zu überfrachten und damit Sie den Überblick behalten, haben wir für Sie eine komplette Liste wichtiger Fragen zum Bewerbungsanschreiben in einem mehrseitigen PDF zusammengefasst. Unsere FAQ zum Bewerbungsanschreiben können Sie wie gewohnt kostenlos herunterladen, ausdrucken und in Ihrer Bewerbungsphase nutzen.

In unserem FAQ finden Sie unter anderem Antworten auf Fragen, wie: Warum ist ein Bewerbungsschreiben so wichtig?, Wie nutze ich eine Vorlage optimal? Wie begründe ich, dass ich mich genau bei diesem Unternehmen bewerbe? oder Wie behandle ich Gehaltsvorstellungen im Bewerbungsschreiben?

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Erstellen Ihres Bewerbungsschreibens. Sollten doch noch Fragen offen sein, können Sie diese ebenfalls in unserer Antworten-Community Karrierefragen.de stellen. Dort erhalten Sie zahlreiche Antworten (zu allen Job- und Karrierethemen) von unserer Redaktion sowie vielen Coaches, Beratern, Trainern und Experten. Fragen stellen können Sie dort übrigens auch.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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17. Juni 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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