Interne Bewerbung: So gelingt der Jobwechsel im Unternehmen

Eine interne Bewerbung haben nur wenige Arbeitnehmer auf dem Schirm. Die meisten denken bei einem Jobwechsel an einen externen Wechsel und anderen Arbeitgeber. Die berufliche Karriere ist aber oft auch im eigenen Unternehmen möglich – mit einem internen Arbeitsplatzwechsel.

Dabei können sich Mitarbeiter nicht nur weiterentwickeln. Die interne Bewerbung hat für beide Seiten zahlreiche Vorteile: Man kennt sich, das Unternehmen sowieso – und damit auch die meisten Herausforderungen des neuen Jobs. Es gibt aber auch ein paar Risiken und Fehler, die Sie beim internen Jobwechsel machen können. Ein Spaziergang ist es schließlich auch nicht.

Wir zeigen Ihnen hier, welche Besonderheiten Sie bei der internen Bewerbung beachten müssen und wie man eine interne Bewerbung schreibt…

Interne Bewerbung: So gelingt der Jobwechsel im Unternehmen

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Herausforderungen bei der internen Bewerbung

Nach einigen Jahren auf derselben Stelle schleicht sich irgendwann die Routine ein. Ein Jobwechsel wird immer attraktiver.

Dabei ist ein interner Wechsel – und mit ihm die interne Bewerbung – der naheliegendste Weg, sich beruflich zu verändern und zu verbessern. Wie sinnierte Goethe schon so klug: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“

Bei der internen Bewerbung liegen die Hürden deutlich niedriger als bei der externen Stellensuche. Es gibt einen Heimvorteil: Sie kennen das Unternehmen; Sie kennen einen Großteil der Belegschaft, vor allem diverse Vorgesetzte. Man kennt sich, schätzt sich und weiß um die internen Probleme und Herausforderungen. Oft ermöglicht der interne Jobwechsel sogar einen Gehaltssprung und die Übernahme höherer (Führungs-)Aufgaben.

Interne Bewerbung: Die Vorteile

Es gibt einige gute Gründe, eine interne Bewerbung zu schreiben – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber:

  • Sie verändern sich nur beruflich. Kein Umzug, keine lange Einarbeitung oder Eingewöhnungszeiten, dafür vielleicht mehr Geld verdienen. Der interne Jobwechsel ist bequem.
  • Sie kennen das Unternehmen. Unternehmenskultur und Arbeitsalltag sind Ihnen vertraut, Sie können sich damit identifizieren.
  • Sie kennen das Kollegium. Die Mitarbeiter einer neuen Abteilung sind vielleicht nicht ganz so vertraut wie die eigenen Kollegen. Dennoch gibt es durch Betriebsfeiern oder vorherige Wechsel Kontakte untereinander.
  • Sie sitzen an der Quelle. Durch Ihre direkten Kontakte haben Sie leichter Zugang zu Informationen zur neuen Stelle und zu neuen Vorgesetzten. Solche Details werden in Stellenangeboten meist nicht preisgegeben. Zudem ermöglicht der direkte Kontakt einen Abgleich zwischen Ausschreibung und Realität.
  • Der Arbeitgeber spart Zeit und Geld. Für das Unternehmen sinken die Recruitingkosten. Eigene Mitarbeiter zu fördern, ist zudem günstiger und steigert Bindung, Motivation und Produktivität.



Der Rest ist also nur noch eine reine Formalie. So denken leider viele – und denken falsch.

Die erfolgreiche interne Bewerbung erfordert genauso viel Mühe, Sorgfalt und Vorarbeit, wie die Bewerbung bei einem anderen Unternehmen.

Mehr noch: Sie benötigen dazu eine gute Strategie und Fingerspitzengefühl.

Bei der internen Bewerbung müssen Sie einen Spagat bewerkstelligen: Wer seinen bisherigen Job wirklich gut macht, den wird der Chef nur ungerne gehen lassen. Schließlich hinterlassen Sie eine Lücke, die Ihr Vorgesetzter erst wieder füllen muss. Das bedeutet Arbeit für ihn.

Gleichzeitig wollen Sie Ihren Vorgesetzten für Ihre interne Bewerbung als Fürsprecher gewinnen: Wer könnte Ihren zukünftigen Vorgesetzten besser von Ihren Qualifikationen und Qualitäten überzeugen?

Sie müssen Ihrem Vorgesetzten also etwas schmackhaft machen, was seinen eigenen Interessen widerspricht. Andernfalls gewinnen Sie in ihm nicht einen Fürsprecher und Unterstützer, sondern gefährlichen Blockierer. Der Chef könnte sich ebenso hintergangen fühlen. Gelingt der Stellenwechsel dann doch nicht, ist das Verhältnis zum Vorgesetzten belastet.

Häufig gelingt der Spagat durch klare und faire Regeln für beide Seiten. Zum Beispiel:

  • Sie helfen in einer Art Übergangszeit mit, einen optimalen Nachfolger zu finden.
  • Sie vereinbaren, dass laufende Projekte erst abgeschlossen werden, bevor Sie auf die neue Stelle wechseln.
  • Sie versprechen, Ihren Nachfolger erst gründlich einzuarbeiten, bevor Sie gehen.

Oder anders formuliert: Sie müssen vorab ein Paket schnüren, das sowohl ein paar Beruhigungspillen als auch etwaige Bonbons enthält.

Wie finde ich interne Stellenangebote?

Eine gewisse Fluktuation gibt es in jedem Unternehmen. Mitarbeiter…

So entstehen freie Stellen, die besetzt werden müssen.

Die Kunst besteht darin, rechtzeitig davon zu erfahren. Anderenfalls könnten Sie der oder die letzte sein, die sich dafür interessiert und eine interne Bewerbung schreibt. Dann ist der Traumjob vielleicht schon weg.

Damit das nicht passiert, sollten Sie diese Informationsquellen anzapfen:

  • Netzwerke
    Wer nicht gerade aus erster Hand durch seinen Vorgänger von der Vakanz erfährt, sollte seine persönlichen Kontakte im Betrieb nutzen. Fragen Sie im Netzwerk oder in der Kantine rum, was sich in welcher Abteilung so tut. Auch der Flurfunk kann eine gute Quelle sein.
  • Schwarzes Brett
    Selbst im digitalen Zeitalter transportieren Aushänge am „Schwarzen Brett“ noch wichtige Informationen. Neben allgemeinen Bekanntmachungen finden sich dort zuweilen auch interne Stellenausschreibungen – oder zumindest versteckte Hinweise auf frei werdende Stellen. Ebenso sollten Sie das Intranet oder – falls vorhanden – Mitarbeiterzeitung durchforsten. Einziger Nachteil: Die Kollegen lesen diese Quellen auch. So gibt es keinen zeitlichen Vorsprung.
  • Jobbörsen
    Eine dritte Möglichkeit sind Jobbörsen. Zwar sollten Arbeitgeber zuerst die eigenen Mitarbeiter informieren. Machen aber nicht alle. Daher werden dort manchmal Stellen ausgeschrieben, von denen intern kaum jemand weiß. Kann also nicht schaden.

TIPP
Sie können darauf warten, dass eine Stelle intern frei wird. Sie können die berufliche Veränderung aber auch selbst forcieren. Zum Beispiel durch eine interne Initiativbewerbung. Wenden Sie sich dabei an die Personalabteilung. Die interne Initiativbewerbung ist umso erfolgreicher, je konkreter Ihr Mehrwert und Ihre Vorschläge für die avisierte Stelle sind.


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Interne Bewerbung schreiben: Was muss ich beachten?

Anfangs sollten Sie unbedingt diskret vorgehen. Sie reduzieren so nicht nur die potenzielle Konkurrenz durch Kollegen. Sie ersparen sich ebenso hämische Kommentare durch weniger wohlwollende Kollegen, falls Sie eine Absage auf die interne Bewerbung kassieren.

Auch müssen Sie Ihren Vorgesetzten noch nicht aufscheuchen. Wie gesagt: Der könnte Ihren Wechselwunsch auch als fehlende Loyalität und Verrat werten.

Überdies sollten Sie sich mit der neuen Stelle intensiv beschäftigen: Ist das wirklich der richtige Job für Sie? Bringt Sie die Position weiter? Welche Karrierepläne verbinden Sie damit? Welche Alternativen gibt es?

Es wäre ungünstig und wirkt latent unprofessionell, wenn Sie nach dem Absenden der internen Bewerbung einen Rückzieher machen. Zwar kann man Ihnen dafür nicht kündigen. Aber wie ein Leistungsträger, der seine berufliche Laufbahn strategisch weiterentwickelt, sehen Sie auch nicht mehr aus.

Die richtige Motivation beim internen Jobwechsel ist überhaupt entscheidend.

Die interne Bewerbung sollte NIE wie eine Flucht aussehen. Die generelle Attitüde der Bewerbungsunterlagen lautet bitte immer: Sie bewerben sich „hin zu“ einer reizvollen Herausforderung und jetzt fälligen Weiterentwicklung – und nicht „weg von“ einer frustrierenden Sackgasse mit miesem Umfeld. Profis sprechen hierbei von einer Hin-zu-Motivation – statt einer Weg-von-Wechselmotivation.

Letzteres ruft Irritation beim derzeitigen Arbeitgeber hervor. Und es lässt Sie im Falle einer Absage schlecht dastehen: Wer bei der internen Bewerbung wenig diskret agiert, erzeugt Tratsch vom Typ „Der will hier weg; der hält sich für was Besseres.“ Gefährlich! Erst recht, wenn die Bewerbung floppt und Sie mit den Kollegen weiterhin zusammenarbeiten müssen.

Bleiben Sie also stets wertschätzend gegenüber dem bisherigen Umfeld und Job.

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Wie schreibt man interne Bewerbungen?

Grundsätzlich unterscheidet sich die interne Bewerbung im Aufbau nicht wesentlich von der externen. Mehr aber noch einer Kurzbewerbung. Beide folgen dem Muster aus Anschreiben und Lebenslauf. Lediglich die Anlagen und Arbeitszeugnisse fallen bei der internen Bewerbung weg.

Dafür können Sie Ihre Unterlagen gegebenenfalls durch ein Zwischenzeugnis, Referenzen oder Empfehlungsschreiben von Mentoren oder Kunden ergänzen und aufwerten.

Aufbau der internen Bewerbung

Die (vollständige) interne Bewerbung setzt sich aus diesen Dokumenten zusammen:



Je nach Unternehmensgröße kann die Bewerbung auch weniger formell erfolgen. Das heißt aber nie, dass Sie sich weniger Mühe damit machen sollten.

Möglicherweise müssen Sie sich mit der Bewerbung gegen Kollegen und externe Kandidaten durchsetzen. Außerdem müssen Sie sich fragen: Wenn Sie der ideale Kandidat für den neuen Posten sind, warum hat man Sie dann noch nicht gefragt?

Womöglich weiß man um Ihre Stärken zu wenig oder Ihr bisheriges Selbstmarketing war suboptimal. So oder so: Ein Selbstläufer ist die interne Bewerbung nicht!

Tipps für das Anschreiben

Im Anschreiben stellen Sie Ihre Motivation, Ihre Kompetenzen und bisherigen Leistungen in den Mittelpunkt. Das Bewerbungsanschreiben – auch für die interne Bewerbung – wird klassisch nach diesem Muster aufgebaut und enthält diese Elemente:

  • Briefkopf
    ➠ Persönliche Daten (Name, Adresse, Abteilung, Büronummer, E-Mail)
    ➠ Datum (rechtsbündig)
    ➠ Empfänger (Name, Anschrift, Abteilung)
  • Betreff
    ➠ „Bewerbung für die Stelle _____“ / „Bewerbung als _____“
    ➠ Referenznummer oder Job-ID (falls bekannt)
  • Anrede
    ➠ Möglichst persönlich (Name!)
    ➠ „Sehr geehrte Damen und Herren,“ (zur Not)
  • Einleitung
    Idealerweise wecken Sie bereits mit der Einleitung beziehungsweise dem erste Satz der Bewerbung Interesse. Er sollte keine Floskeln enthalten („hiermit bewerbe ich mich als…“). Dafür können Sie bei der Formulierung umso mehr mit Ihrer Motivation und beruflichen Perspektive punkten.

    Zum Beispiel so:

    ➠ Mit Interesse habe ich gelesen, dass Sie einen Account Manager im neuen Unternehmensbereich _____ suchen. Ich möchte diese Chance nutzen, mich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln und bewerbe mich daher auf die ausgeschriebene Position.

    ➠ Die neue Stelle „_____“ passt perfekt zu meiner beruflichen Entwicklung. Ich bewerbe mich auf Position, um mich dieser neuen Herausforderung zu stellen und gleichzeitig den nächsten Schritt zu gehen…

  • Hauptteil
    Hierin geht es um ihre fachlichen Kompetenzen, die Sie für den neuen Job qualifizieren, etwaige Soft Skills und spezielle (Projekt-)Erfahrungen.

    Entscheidend ist, dass Sie hierbei nicht nur Ihre eigene Karriere im Sinn haben, sondern ebenso deutlich machen, welche Vorteile der Arbeitgeber durch den internen Wechsel hat.

    Es ist entscheidend, dass Sie auf ALLE in der Stellenanzeige genannten Erfordernisse eingehen und so zeigen, dass eine intensive Auseinandersetzung mit der Stelle stattgefunden hat.

    Idealerweise bieten Sie auf der neuen Stelle einen erkennbaren Mehrwert fürs Unternehmen. Gleichzeitig dürfen Sie nichts beschönigen. Sonst verkehrt sich der Heimvorteil ins Gegenteil: Im Gegensatz zur externen Bewerbung sind Sie bestens bekannt, Ihre Leistungen und tatsächlichen Erfolge überprüfbar.

    Beispiel-Formulierungen:

    ➠ Meine ____-jährigen Erfahrungen als ____ in der Abteilung ____ haben mich perfekt auf die vakante Stelle vorbereitet. Bei der Betreuung unserer Kunden konnte ich meine Kommunikationsfähigkeiten verbessern, beim Leiten diverser Projekte meine Organisations- und Führungskompetenzen trainieren. Diese Fähigkeiten möchte ich nun in der neuen Position einbringen und für unser Unternehmen gewinnbringend ausbauen.

    ➠ Ich werde in drei Monaten meine Ausbildung zum ____ abschließen. Dabei konnte ich zahlreiche Erfahrungen im Bereich ____ und ____ sammeln. Diese möchte ich nun nutzen, um mich der spannenden Herausforderung zu stellen, für uns einen neuen Markt zu entwickeln. Ich bin überzeugt davon, dass ich vor allem durch meine ____-Kenntnisse einen Mehrwert für unser Unternehmen schaffen kann.

  • Schluss
    Im Schlussteil (und Schlusssatz) des Bewerbungsschreibens sollten Sie unbedingt Selbstbewusstsein ausstrahlen. Der Konjunktiv ist darin tabu – er schwächt Ihre bisherigen Aussagen.

    Bitten Sie zum Schluss lieber – direkt oder indirekt – um eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Nutzen Sie hierbei keine umständlichen Formulierungen. Einfache Hauptsätze sind besser als lange Schachtelsätze.
    Gewinnen Sie zusätzliche Sympathiepunkte, indem Sie positive Worte wie „gerne“ oder „Ich freue mich“ nutzen. Oder ergänzen Sie den Schlusssatz um eine Begründung, warum Sie das persönliche Gespräch suchen. Zum Beispiel, um mit fachlichen Kompetenzen zu überzeugen.

    Erfolgreiche Formulierungen hierfür sind:

    ➠ Wie Sie sehen, bin ich aufgrund meiner langjährigen Unternehmenstätigkeit bestens qualifiziert und für die neue Position hochmotiviert. Ich freue mich, Ihnen dies im persönlichen Gespräch zu beweisen.

    ➠ Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.

  • Grußformel und Unterschrift
    Ihr Anschreiben schließen Sie „mit freundlichen Grüßen“ oder „mit kollegialem Gruß“ ab. Die eigenhändige Unterschrift (kein Scan!) gibt der internen Bewerbung nicht nur eine persönliche Note. Sie dokumentiert ebenso, dass die gemachte Angaben wahr sind.

Das Anschreiben sollte insgesamt nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein.

Weitere Tipps und Informationen zum Aufbau und Inhalt des Bewerbungsschreibens finden Sie ➠ HIER.


Tipps für den Lebenslauf

Da Sie sich intern bewerben, ist Ihr bisheriger Lebenslauf natürlich schon bekannt und liegt der Personalabteilung vor. Weglassen dürfen Sie ihn bei der internen Bewerbung trotzdem nicht. Im Gegenteil: Sie sollten diesen überarbeiten, aktualisieren und auf die neue Stelle zuschneiden.

Das gilt bei der internen Bewerbung sogar noch mehr: Ihre bisherigen Erfahrungen, Erfolge und Kompetenzen dürfen Sie eben nicht nur für die derzeitige Position auszeichnen. Vielmehr müssen dem Personalentscheider jene relevanten Qualifikationen ins Auge springen, die die berufliche Weiterentwicklung bestens begründen.

Dazu zählen vor allem:

  • Projekterfahrungen
  • Quantifizierbare Erfolge
  • Weiterbildungen und Zertifikate
  • Relevante Soft Skills
  • Besondere Kenntnisse

Bei Aufbau und Gestaltung sollten Sie sich am Muster eines tabellarischen Lebenslaufs orientieren. Dieser wird so aufgebaut:

  • Antichronologischer Aufbau („amerikanische Form„)
  • Unterteilung in Abschnitte (Angestrebte Position, Werdegang, Ausbildung, Besondere Kenntnisse, Interessen)
  • Links: Zeitangaben (MM/JJJJ – MM/JJJJ), rechts: Tätigkeiten
  • Ort, Datum, Unterschrift am Ende

Achten Sie sowohl bei Anschreiben und Lebenslauf darauf, durchgängig dieselben Schriftarten (max. zwei) und Schriftgrößen zu nutzen. Ihre Bewerbungsunterlagen sollten wie aus einem Guss wirken.


Der tabellarische Lebenslauf sollte insgesamt nicht länger als zwei DIN-A4-Seiten sein.

Da es sich um eine interne Bewerbung handelt, können Sie hier bei den früheren, externen Positionen kürzen. Die sind aus dem alten Lebenslauf bekannt. Umso ausführlicher sollten Sie bei internen Erfahrungen und relevanten Weiterbildungen sein.



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Tipps für die Anlagen

Bei einer internen Bewerbung liegen Ihre bisherigen Arbeitszeugnisse schon in der Personalakte. Diese müssen Sie also nicht erneut einreichen.

Sofern Sie von Ihrem derzeitigen Vorgesetzten ein Zwischenzeugnis oder ein Empfehlungsschreiben erhalten haben, sollten Sie dies Ihrer Bewerbung und den Anlagen allerdings beifügen.

Vorteilhaft können auch Referenzen – beispielsweise von ehemaligen Kunden, Mentoren oder Vorgesetzten – sein. Hören Sie sich vor der Bewerbung unbedingt diskret um, wer Ihnen ein solches Referenzschreiben ausstellen könnte. Es wertet die interne Bewerbung enorm auf und kann Ihnen so einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Durch Ihre (langjährige) Betriebszugehörigkeit sollten Sie zudem wissen, auf welche Qualitäten Ihr Arbeitgeber Wert legt. Nutzen Sie dieses Insiderwissen geschickt und setzen Sie die richtigen Schwerpunkte! Knüpfen Sie in den eigenen Unterlagen daran an. Idealerweise nennen aber auch Ihre Fürsprecher bisherige Leistungen und einschlägige Qualifikationen und untermauern so, dass Sie die ideale Besetzung und der perfekte Kandidat sind.


Was ist eine formlose interne Bewerbung?

Die formlose Bewerbung ist nichts anderes als eine „Bewerbung Light“. Sie enthält nicht viel mehr als ein kurzes Anschreiben (1 Seite) und einen kompakten tabellarischen Lebenslauf (1 Seite).

Sinn und Zweck der formlosen Bewerbung ist es, Zeit und Papierkram zu sparen. Die Personalabteilung muss eine interne Stelle zügig besetzen und will dafür nicht viele Unterlagen sichten oder lange Texte lesen. Wird eine formlose Bewerbung explizit verlangt, müssen Sie als auf den Punkt kommen.

Vor allem beim Lebenslauf müssen Sie dann noch stärker kürzen und sich auf relevante Qualifikationen fokussieren. Formulieren Sie Tätigkeiten in Stichworten, nennen Sie nur Kenntnisse, die für die Stelle zählen und eliminieren sie alle Elemente die überflüssig sind und keinen erkennbaren Mehrwert bieten.

Geforderte Informationen aus der Stellenanzeige – zum Beispiel Gehaltsvorstellungen oder den Eintrittstermin – dürfen dennoch nicht vergessen werden.


Fehler bei der internen Bewerbung

Eine interne Bewerbung kann eine Chance sein. Idealerweise erfahren Sie aus erster Hand und noch lange vor Veröffentlichung einer Stellenanzeige, dass sich für Sie neue Berufschancen auftun.

Vermeiden sollten Sie dabei aber folgende Fehler:

  • Sie unterschätzen den Aufwand
    Eine interne Bewerbung ist nicht weniger arbeitsintensiv als wenn Sie sich als Externer bewerben. Im Gegenteil: Sie müssen schlimmstenfalls damit rechnen, dass Sie Ihr Chef nur ungerne ziehen lässt. Daher sollten Sie sich auch über Hindernisse vorab Gedanken machen und genügend Zeit einplanen.
  • Sie nehmen das Anschreiben auf die leichte Schulter
    Sie und der potenzielle Vorgesetzte kennen sich schon lange, daher verzichten Sie darauf, Ihre Fähigkeiten erneut darzulegen – großer Fehler! Formulierungen à la „Ich bewerbe mich auf die ausgeschriebene Stelle, meine Qualifikationen entnehmen Sie bitte dem Lebenslauf“ kommen selten gut an. Stattdessen sollten Sie Ihre berufliche Entwicklung seit dem ersten Arbeitstag deutlich nachweisen.
  • Sie unterschätzen die Konkurrenz
    Selbst wenn Sie ein langjähriger, verdienter Mitarbeiter sind: Bedenken Sie, dass andere Bewerber ebenfalls über hervorragende Kompetenzen verfügen können. Das gilt nicht nur für interne Mitbewerber, sondern ebenfalls für die externe Konkurrenz.
  • Sie verhalten sich zu vertraulich
    Bleiben Sie professionell und formulieren Sie ohne plump vertraulich zu wirken. Sie können nie wissen, wer Ihre interne Bewerbung liest. Vermeiden Sie daher zu duzen (es sei denn das DU gilt unternehmensweit). Ihre Bewerbung landet auf jeden Fall in der Personalakte. Zeigen Sie also durchweg, dass Sie seriös und Profi sind.
  • Sie vertrauen auf Ihren Ruf
    Wer sich zu siegessicher verhält, provoziert eine Bauchlandung. Sie mögen sich vielleicht unter Ihren direkten Teamkollegen einen guten Ruf erarbeitet haben, aber deshalb weiß der potenzielle Vorgesetzte noch lange nichts davon. Statt also auf den eigenen Ruf zu vertrauen, sollten Sie handfeste Beweise in Form von Zertifikaten und Zeugnissen parat haben und diese Kenntnisse entsprechend in Ihrem Anschreiben und Lebenslauf dokumentieren.
  • Sie stellen das Gehalt in den Vordergrund
    Seien wir ehrlich: Viele interne Bewerber erhoffen sich mit dem Stellenwechsel zugleich eine Gehaltserhöhung. Das ist legitim. Aber das darf niemals Ihre offizielle Motivation sein. Wer für Geld kommt, geht auch für Geld. Sie outen sich damit als monetärer Opportunist. Die Begründung für Ihre Bewerbung sollte dagegen immer in der beruflichen Weiterentwicklung oder Neuorientierung liegen. Sie sind heißt auf den Job, nicht auf die Kohle!
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Internes Vorstellungsgespräch: Persönlich überzeugen

Auch wenn Sie früher schon einige Bewerbungsgespräche absolviert haben: Das interne Vorstellungsgespräch ist nochmal etwas anderes.

Generell unterscheidet es sich zwar nicht groß von einem regulären Vorstellungsgespräch. Heißt: Auch hier gibt es die fünf typischen Gesprächsphasen und Elemente…

Phasen Was passiert im Bewerbungsgespräch?
Phase 1
Smalltalk
Dauer: ca. 5 Minuten
Kurze Begrüßung
Namentliche Vorstellung
Frage nach Anreise & Befinden / Getränke
Phase 2
Kennenlernen
Dauer: ca. 15 Minuten
Arbeitgeber stellt sich vor
Unternehmen / Kultur / Produkte
Beschreibung der Position und Stelle
Phase 3
Selbstpräsentation
Dauer: ca. 10 Minuten
Bisheriger beruflicher Werdegang
Wesentliche Meilensteine und Erfolge
Stärken mit Bezug zur Stelle
Phase 4
Rückfragen
Dauer: ca. 10 Minuten
Fragen zu Inhalten & Anforderungen des Jobs
Fragen zu Erwartungen & Leistungsmessung
Fragen zu Entwicklungschancen
Phase 2
Abschluss
Dauer: ca. 5 Minuten
Dank für das Gespräch
Weitere Schritte / Fristen
Verabschiedung


Tipps für ein erfolgreiches internes Bewerbungsgespräch

Dennoch sollten Sie bei der internen Bewerbung und im Gespräch ein paar Grundregel beachten:

Betonen Sie die positive Entwicklung

Betonen Sie nicht nur Ihre Motivation und Begeisterung für die neue Stelle. Belegen Sie auch Ihre bisherige positive Entwicklung im Unternehmen – und dass es Zeit wird für den nächsten Schritt. Je besser Sie darstellen, sich permanent und pro-aktiv weiterentwickelt zu haben (auch durch privates Engagement nach Feierabend), desto überzeugender die Bewerbung.

Belegen Sie bisherige Leistungen

Ihre Erfahrungen und Kenntnisse qualifizieren Sie für den neuen Job? Dann rechnen Sie damit, dass hier am stärksten nachgefragt und ins Detail gegangen wird. Einschlägige Leistungen und Erfolge müssen Sie belegen und kritische Nachfragen parieren können.

Lästern Sie nicht

Auch wenn Sie sich bewerben, weil Sie einen Tapetenwechsel brauchen oder mit der alten Abteilung und dem Chef nicht mehr klarkommen: Sagen dürfen Sie das so niemals. Das vergiftet nur die Gesprächsatmosphäre und lässt Sie wie eine Flüchtling aussehen. Sie machen sich damit indirekt zum Opfer. Außerdem ist üble Nachrede unprofessionell.

Machen Sie Ihre Hausaufgaben

Eben weil Sie ein interner Kandidat sind und dadurch Zugang zu mehr Informationen als Externe haben, sollten Sie vorab alle wichtigen Details über die Herausforderungen des Jobs, die Abteilung, das Team und Ihre künftigen Aufgaben recherchieren. Sie können so nicht nur klüger auf Rückfragen der Personaler antworten, sondern zeigen zugleich, dass umfassend denken, zielstrebig sind und vor allem erfolgsorientiert. Besser geht nicht.

Rechnen Sie überdies damit, an einem Assessment Center oder entsprechendem Einstellungstest teilnehmen zu müssen. Dies ist vor allem bei hochgestellten Führungspositionen eine häufige Voraussetzung. Das Unternehmen will so teure Fehlbesetzungen vermeiden – auch bei internen Bewerbern.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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12. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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