Beförderung: So klappt’s mit dem Aufstieg

Diesmal soll es mit der Beförderung endlich klappen! Der Aufstieg ist längst überfällig. Sie arbeiten schon lange in der Firma, leisten mehr als andere, sind loyal, besitzen beste Referenzen. Da muss die Karriere doch quasi automatisch gelingen… Denkste! Die Wahrheit ist: Beförderungen kommen nicht von allein. Dafür müssen Sie schon etwas tun – den Schritt aber bitte auch genau vorher prüfen. Wir zeigen, was Sie zur Beförderung wissen müssen…

Beförderung: So klappt's mit dem Aufstieg

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Beförderung: Kein Selbstläufer mit der Zeit

Arbeitnehmer vertrösten sich bei jeder Beförderung, die an einen Kollegen geht: Bestimmt bin ich beim nächsten Mal an der Reihe. Schließlich habe ich dann mehr Erfahrung und bin noch länger im Unternehmen – irgendwann muss ich ja dran sein… Natürlich ist es gut, weiterhin motiviert zu bleiben und daran zu glauben. Doch das allein hilft noch nicht.

Es ein Irrglaube, dass Sie der Beförderung näher kommen, je länger Sie in einer Position im Unternehmen sind. Spätestens nach den ersten paar Jahren setzt der Klebeeffekt ein. Heißt: Es wird unwahrscheinlicher, dass Sie befördert werden, weil Sie regelrecht an Ihrem aktuellen Job kleben.

Beförderung Wahrscheinlichkeit Tipps Beamte Wartezeit Klebeeffekt Grafik

Wer lange nicht befördert wurde, war scheinbar nie bereit für diesen Schritt. Nach einem langen Zeitraum von mehreren Jahren wird eine solche Entwicklung auch nicht mehr erwartet. Loyalität und Betriebszugehörigkeit alleine bringen Sie also nicht weiter, wenn Sie eine Beförderung wollen.

Gründe hinter der Beförderung

Der Autor und ehemalige Professor an der London Business School, Patrick Barwise, hat in seiner Forschungsarbeit drei wesentliche Ursachen für eine Beförderung identifiziert – und bestätigt damit, dass Zeit allein nicht für den Aufstieg reicht:

  1. Die Beförderung löst ein Problem
    Womöglich sucht der Chef gerade nach einer Fachkraft, die eine größere Aufgabe und Verantwortung im Unternehmen ausfüllen soll. Vielleicht will er aber auch verhindern, dass ein wichtiges Talent zu einem Wettbewerber abwandert. Oder aber der Vorgesetzte hat (als Mentor) versprochen, die nächste Generation an Führungskräften zu entwickeln.
  2. Der Chef liebt es, Mitarbeiter zu fordern und zu fördern
    Auch diese Chefs gibt es: Sie machen es sich zur Aufgabe, bestimmte Mitarbeiter immer wieder vor Herausforderungen zu stellen – allerdings wohlwollend und mit dem Ziel, dass diese persönlich und fachlich wachsen und sich weiterentwickeln.
  3. Beförderungen folgen einem festgelegten Schema
    In manchen Unternehmen existieren feste Entwicklungspläne für Mitarbeiter. Dazu gehört zum Beispiel regelmäßige Jobrotation, Trainee-Programme, aber eben auch ein Aufstieg nach Plan. Strategieberatungen wie McKinsey oder Boston Consulting haben das bis ins Extrem getrieben – die markante Formel: „Up or out“.

Barwise ist davon überzeugt: Wer eine Beförderung anstrebt, muss eine dieser drei Bedingungen erfüllen. Alles andere sei lediglich ein frommer Wunsch: „Wer darauf hofft, befördert zu werden, einfach weil er ein paar Jahre gut im Unternehmen arbeitet, verhält sich wie ein Verkäufer, der darauf hofft, endlich mehr Produkte zu verkaufen, nur weil sie angeboten werden.“

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Ziel Beförderung: Diese 30 Fragen sollten Sie sich vorher stellen

Bevor Sie einer Beförderung hinterherrennen und alles dafür tun, sollten Sie Ihre Situation und Ihre Motivation hinterfragen. Kurz gesagt: Wollen Sie die Beförderung und alles, was damit verbunden ist, wirklich? Dazu müssen Sie sich ein paar unbequeme Fragen stellen. Denn eine höhere Position bedeutet nicht nur mehr Verantwortung und besseres Gehalt.

Nehmen Sie sich Zeit und reflektieren Sie ehrlich. Wir haben 30 Fragen gesammelt, die Ihnen dabei helfen können:

    Familie und Privatleben

  1. Habe ich nach der Beförderung immer noch Zeit für meine Familie?
  2. Trägt meine Familie und Umgebung die Beförderung und den neuen Arbeitsumfang mit?
  3. Sind die neuen Arbeitszeiten mit meinen aktuellen Freizeitaktivitäten vereinbar?
  4. Wie viele Einschränkungen meines Privatlebens nehme ich für die neue Aufgabe in Kauf?
  5. Sind meine neuen Arbeitszeiten kompatibel zur Arbeitszeit meines Partners?
  6. Ist mit der Beförderung möglicherweise ein Umzug verbunden? Trägt diesen meine Familie mit?
  7. Kommen bei der neuen Aufgabe vermehrt Geschäftsreisen auf mich zu? Kommt mein Partner damit zurecht?
  8. Gehören Bereitschaftsdienste zur neuen Aufgabe? Wenn ja, wie wirken sich diese auf die Freizeitgestaltung mit der Familie aus?
  9. Wirkt sich die Beförderung negativ auf meine private Zukunftsplanung aus?
  10. Welche Vorteile bietet die Beförderung meiner Familie?
  11. Kollegen und Team

  12. Bin ich bereit, mein aktuelles Team aufzugeben?
  13. Werde ich in der neuen Position mit meinen jetzigen Kollegen überhaupt noch zu tun haben?
  14. Werden mich die Kollegen – beispielsweise bei einer Beförderung zum Teamleiter – als neuen Vorgesetzten akzeptieren?
  15. Kenne ich die neuen Kollegen bereits?
  16. Kann ich mit dem Wechsel vom Kollegen zum Vorgesetzten umgehen?
  17. Komme ich mit den – garantiert vorhandenen – Neidern zurecht?
  18. Übernehme ich mit der neuen Aufgabe auch ein neues Team?
  19. Welche Kontakte will ich mir unbedingt erhalten?
  20. Wie wird mein aktueller Chef auf die Beförderung reagieren – sofern er die Entscheidung nicht selbst trifft?
  21. Karriere und berufliche Zukunft

  22. Wie sieht die neue Position konkret aus?
  23. Welche Perspektiven habe ich in der neuen Position?
  24. Entspricht die neue Aufgabe meinen Vorstellungen?
  25. Steigt die Arbeitsbelastung durch die Beförderung dauerhaft an?
  26. Reizt mich die neue Stelle aus fachlicher Sicht?
  27. Steht das höhere Gehalt für mich in Relation zu den steigenden Anforderungen?
  28. Wie sehen die Anforderungen an die neue Stelle konkret aus?
  29. Werde ich primär aufgrund meiner Qualifikation oder meiner Kontakte befördert?
  30. Welche Erwartungen wird mein neuer Vorgesetzter an mich stellen?
  31. Welche Qualifikationen muss ich für die neue Stelle auffrischen oder neu erwerben?
  32. Passt die neue Aufgabe zu meinen eigenen Karriereplänen?

Sind Sie sicher, dass Sie die Beförderung wollen?

Eine Beförderung gilt als Ziel in fast jedem Job und so wird allgemeingültig angenommen, dass jeder Arbeitnehmer aufsteigen will. Genau das ist jedoch falsch. Es ist wichtig, dass Sie sich fragen, ob Sie wirklich eine Beförderung wollen. Nicht jeder ist für den Chefsessel geeignet und eine Beförderung bedeutet noch lange nicht, dass Ihnen die neue Position besser gefällt.

Ganz im Gegenteil sogar. Es gibt viele Experten, die in ihrem Beruf glücklich und zufrieden sind, genau das tun, was sie immer schon wollten – und die durch eine Beförderung aus dieser Position gerissen werden und plötzlich jegliche Zufriedenheit und Motivation verlieren. Das besagt auch das Peter-Prinzip: Mitarbeiter werden so lange befördert, bis sie auf einer Position inkompetent und überfordert sind.

Eine Beförderung ist eben nicht immer besser. Vielleicht sind Sie genau dort, wo Sie sein wollen und hingehören. Nur wenn es wirklich Ihre Entscheidung ist, sollten Sie eine Beförderung anstreben.


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Tipps: So klappt es mit der Beförderung

Gute Arbeit ist eine Voraussetzung, aber reicht allein nicht für eine Beförderung. Diese werden ohnehin erwartet und oft merken Chefs nicht einmal, welche Leistungen einzelne Mitarbeiter bringen. Wer aufsteigen und Karriere machen will, braucht deshalb entsprechendes Selbstmarketing.

Der Trick dabei ist, die im Raum stehende Frage für sich selbst zunächst gedanklich umzuformulieren. Nicht: Warum sollte mich der Chef befördern?, sondern Was haben Chef und Unternehmen davon, mich zu befördern? So denken Sie auf Sicht des Arbeitgebers und können besser argumentieren.

Zudem müssen Sie klar und deutlich sagen, was Sie wollen. Es ist nun mal so: Karriere passiert nicht einfach, sie wird gemacht. Dazu müssen Sie für Ihre Interessen einstehen und diese hin und wieder auch klar artikulieren. Zum Beispiel im Mitarbeitergespräch beziehungsweise Jahresgespräch.

Zusätzlich haben wir zahlreiche weitere Tipps, die Ihre Chancen auf eine Beförderung steigern können:

  • Hören Sie auf zu warten

    Beförderungen kommen nur selten von allein. Wenn Sie in der Unternehmenshierarchie aufsteigen wollen, dann sollten Sie dieses Vorhaben in die eigenen Hände nehmen und gezielt darauf hinarbeiten. Einfach nur darauf zu warten und zu hoffen, dass es beim nächsten Mal Sie bei einer Beförderung trifft, ist wie Lotto spielen – und wie oft das klappt, weiß wohl jeder.

  • Seien Sie loyal und zuverlässig

    Ein Chef, der Sie empfiehlt und befördert, will nicht, dass das später auf ihn zurückfällt. Halten Sie also stets alle Zusagen und versprechen Sie nie mehr als Sie auch gewährleisten können.

  • Zeigen Sie Eigeninitiative

    Übernehmen Sie Verantwortung – etwa bei neuen Projekten und schwierigen Aufgaben. Niemals sollte Ihr Chef Sätze hören, wie: „Das gehört nicht zu meinen Aufgaben.“ Seien Sie sich für nichts zu schade und bieten Sie Ihre Mithilfe proaktiv an und zeigen Sie, dass Sie die Teams koordinieren und motivieren können. Wer nur Dienst nach Vorschrift macht, wird sicher nicht befördert.

  • Übernehmen Sie Verantwortung – auch für Fehler

    Beweisen Sie, dass Sie selbstkritisch und kritikfähig sind. Fehler passieren und nach einer Beförderung stehen Sie umso mehr in der Verantwortung – nicht nur für Erfolge. Wie viele Manager können nicht zu ihren Fehlern stehen? Und wir alle finden das furchtbar. Deshalb: Zeigen Sie, dass Sie der bessere Boss wären.

  • Zeigen Sie beständig gute Leistungen

    Leistung allein wird zwar meist nicht mit einer Beförderung honoriert, doch sollten Sie trotzdem mit Ihren Ergebnissen punkten können, um bei der nächsten Vergabe einer Beförderung von Anfang an im Gespräch zu sein. Allerdings müssen dann auch die anderen Rahmenbedingungen stimmen, damit Sie wirklich den nächsten Karriereschritt gehen können.

  • Beweisen Sie Organisationstalent

    Ordnung am Arbeitsplatz, Übersicht und Struktur in Projekten, Prioritäten richtig setzen und pünktlich in Meetings sein – kurzum: Es geht darum, zu dokumentieren, seinen Job im Griff zu haben – und nicht umgekehrt.

  • Seien Sie kreativ

    Wer in der Hierarchie aufsteigt, braucht gute Ideen. Schließlich geht es dabei immer auch um Veränderung: Das Unternehmen setzt auf Sie und Ihre positiven Impulse in der neuen Position. Die sollten aber schon vorher zu erkennen sein: pragmatische Vorschläge in Meetings, kreative Lösungen bei Problemprojekten, genereller Einfallsreichtum in der täglichen Praxis. Denken Sie fortschrittlich!

  • Seien Sie informiert

    Sie kennen das Bonmot: Gefordert wird zwar der Generalist, befördert aber stets der Spezialist. So ist es: Wenn Top-Positionen besetzt werden, sucht das Unternehmen dafür immer einen Experten. Heißt für Sie: Fallen Sie schon positiv auf, indem Sie beispielsweise aktuelle Entwicklungen am Markt intensiv beobachten und sicher einschätzen können. Oder indem Sie wissen, was die Konkurrenz macht oder welche Innovationen in der Forschung gerade Furore machen.

  • Zeigen Sie Teamgeist

    Eine Beförderung bedeutet meist auch, Verantwortung für andere Menschen übertragen zu bekommen. Hier sollte schon im Vorfeld klar werden, dass Sie sich gut in andere Menschen einfühlen können und bei Kollegen einen guten Ruf genießen. Natürlich brauchen Sie auch das nötige Durchsetzungsvermögen, aber nach einem Aufstieg sollten Sie weiterhin Teamplayer sein und nicht alleine gegen alle stehen.

  • Bleiben Sie flexibel

    Anpassungsfähigkeit ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Das gilt erst recht in Führungspositionen, wo Veränderungen die einzige Konstante und unvermeidlich sind. Beweisen Sie, dass Sie damit umgehen können und Veränderungen gegenüber stets offen und aufgeschlossen sind.

  • Bilden Sie sich weiter

    Idealerweise auf eigene Kosten. Das klingt vielleicht teuer, de facto aber beweisen Sie so noch einmal Engagement und den festen Willen an sich zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln – zur Not eben zu Lasten des eigenen Geldbeutels. Das wirkt wesentlich zielstrebiger, als wenn Sie darauf warten, dass man in Sie investiert. Mehr noch: Sie setzen Ihren Vorgesetzten dadurch subtil unter Druck, an und mit Ihnen zu arbeiten. Denn bremsen kann Sie offensichtlich nichts.

  • Kennen Sie die Muss-Qualifikationen

    Und zwar der Position, auf die Sie wollen. Es ist wie bei einer Bewerbung: Um dokumentieren zu können, dass Sie die Idealbesetzung für die avisierte Stelle sind, müssen Sie alle erforderlichen Kompetenzen besitzen – und dazu eben vorher kennen. Gehen Sie strategisch vor und richten Sie sich auf die Wunschposition konsequent aus. Eine Beförderung erfüllt nun mal keinen Selbstzweck. Wer sein Ziel kennt, kann darauf hinarbeiten und Chefs (subtil) den Tipp geben, dass man sich in diese Richtung entwickeln möchte.

Kostenlose Checkliste zur Beförderung

Diese Fehler stehen einer Beförderung im Weg

Nun haben Sie viel erfahren, was Sie tun können, um die Karriereleiter ein wenig schneller empor zu steigen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Fehler, mit der Sie der eigenen Beförderung im Weg stehen können:

  • Ständige Kritik

    Kritik kann ein wichtiger Aspekt sein, um Fehler zu erkennen, Potenzial zu nutzen und Abläufe zu optimieren. Allerdings nur, wenn Sie aus Ihren Beobachtungen auch Lösungen für die Probleme ableiten. Ansonsten macht es nur den Eindruck, Sie würden sich über alles beschweren, ohne es selbst besser zu wissen.

  • Fehlende Kontakte

    Gute Leistungen sind toll, doch wenn Ihnen der Kontakt zum Chef und den Verantwortlichen fehlt, werden Sie es bei der Beförderung schwer haben. Viele Beförderungen werden durch Vitamin B vergeben. Je besser Ihre Beziehung zum Chef ist, desto eher werden Sie bei einer Beförderung in die engere Auswahl einbezogen.

  • Falsches Outfit

    Es klingt oberflächlich, doch Studien zeigen tatsächlich, dass die Kleidung am Arbeitsplatz die Entscheidung über eine Beförderung beeinflussen kann. Soll heißen: Gut gekleideten Mitarbeitern wird von Personalverantwortlichen eher eine Position in der Führungsetage zugetraut – sie werden deshalb eher befördert.

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Beförderung: Vom Kollegen zum Chef

Eine Beförderung – so sehr sie auch dem Ego schmeichelt – ist eine Medaille mit zwei Seiten: Gestern noch Kollege, heute Vorgesetzter… da schlagen Freundlichkeiten, sogar Freundschaften schnell in Distanz um, Informationsquellen versiegen, es entstehen Neid und Missgunst. Plötzlich muss man gegenüber Menschen, mit denen man sich gestern noch solidarisch fühlte, Macht ausüben.

Kein leichtes Spiel, denn die meisten Kollegen stehen einem frisch ernannten Chef ohnehin zunächst argwöhnisch, bestenfalls abwartend gegenüber, weil sie sich von der Umbruchsituation bedroht fühlen. Noch schwieriger, wenn ein Teammitglied auf den Führungsposten gehoben wird:

  • Was wird er verändern?
  • Wie wird er sich mir gegenüber verhalten?
  • Was von dem, was er über mich weiß, wird er gegen mich verwenden?

Kritisieren, korrigieren, kontrollieren – diese Führungsaufgaben schüren Missmut und Ängste bei den (Ex-)Kollegen. Also Kumpanei statt Kommandoton? Es ist schwierig, den richtigen Ton zu treffen. Gefährlich ist es, die eigene Unsicherheit mit Arroganz und Ignoranz zu kaschieren. Auch Aktionismus kommt selten gut an. Besser ist eine offene und ehrliche Kommunikation, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Weitere Tipps, wie der Start in die Führungsposition gelingt, finden Sie in unserem Artikel zu den ersten 100 Tagen als Chef.

Beförderungen frustrieren nach drei Jahren

Wer die Karriereleiter empor klettert, sieht meist nur das Positive: Stolz, Erfolg, Gehalt, Ansehen, Verantwortung – nicht aber, dass die Freude nur kurz anhält. David Johnston und Wand-Sheng Lee von der Universität von Melbourne begleiteten jahrelang den Werdegang von Beschäftigten und stellen fest:

Beförderungen machen weder gesünder noch glücklicher, im Gegenteil: Waren die Arbeitnehmer anfangs noch zufrieden Status und Gehalt, klagten sie bald über höheren Stress und weniger Freizeit. Im Schnitt nach drei Jahren war die Euphorie komplett verpufft. Kein größeres Gefühl von Glück, stattdessen die Belastung von mehr Druck – was auf Dauer gesundheitlich schädlich sein kann.

Arbeitsrecht: Wenn der leitende Angestellte zum leidenden wird

Der vorläufige Höhepunkt der Karriere wird mit dem Titel „leitender Angestellter“ belohnt. Mit diesem Titel fühlen sich Führungskräfte nach einer Beförderung geehrt. Anfangs. Die Freude hält allerdings nur kurz, wenn den Betreffenden klar wird, dass sie rechtlich damit zum Teil wesentlich schlechter dastehen, als der normale Angestellte, der sie davor waren.

Wer wirklich leitender Angestellter ist, entscheidet dabei nicht der Arbeitgeber, sondern das Gesetz: Es kommt nicht auf die Bezeichnung im Vertrag, sondern die tatsächlich gelebten Verhältnisse an. Eine einheitliche Definition gibt es nicht, unterschiedliche Gesetze haben unterschiedliche Voraussetzungen. Einzige Gemeinsamkeit: Leitende Angestellte werden regelmäßig als weniger schutzbedürftig angesehen.

So gelten zum Beispiel nicht die Beschränkungen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG), auch Tarifverträge gelten für sie regelmäßig nicht. Die wichtigsten Besonderheiten ergeben sich bei Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) und insbesondere beim Kündigungsschutz:

  • Leitende Angestellte sind aus dem Geltungsbereich
  • der Betriebsrat ist für sie nicht zuständig,
  • auch Sozialpläne gelten für sie nicht.

Leitend ist nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG), wer „zur selbständigen Einstellung oder Entlassung von Arbeitnehmern berechtigt ist“ und eine Schlüsselposition vergleichbar einem Geschäftsführer einnimmt. Das sind nur wenige – für diese gilt jedoch eine Sonderstellung. Wo andere Arbeitnehmer eine Abmahnung erhalten, können leitende Angestellte bereits gekündigt werden.

Schon 1976 entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG), dass einem leitenden Angestellten wegen „fehlender Führungseigenschaften“ gekündigt werden kann – auch wenn dies in der Praxis schwer nachzuweisen ist. Hält die Kündigung nicht, endet die Zusammenarbeit meist trotzdem durch einen Auflösungsantrags des Arbeitgebers. Dieser bedarf bei Leitungspositionen keiner eigenständigen Begründung, der Arbeitgeber muss aber eine vom Gericht festzusetzende Abfindung zahlen.



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