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Bleibegespräch führen: Mitarbeiter umstimmen & halten

Gute Mitarbeiter wollen das Unternehmen verlassen? Arbeitgeber wollen genau das verhindern. Vorgesetzte führen Bleibegespräche, um wechselwillige Arbeitnehmer umzustimmen und vom Verbleib zu überzeugen. Das klingt nett und Angestellte sind geschmeichelt, dass der Chef um sie kämpft – hat aber auch Risiken. Wenn Sie nicht aufpassen, manövrieren Sie sich im Bleibegespräch unbemerkt in eine ungewollte und unvorteilhafte Position. Wir erklären, was ein Bleibegespräch ausmacht, welche Ziele beide Seiten verfolgen und worauf Sie unbedingt achten müssen…


Bleibegespräch führen: Mitarbeiter umstimmen & halten

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Definition: Was ist ein Bleibegespräch?

Das Bleibegespräch ist eine besondere Form des Mitarbeitergesprächs. Ziel ist es, die Wechselabsichten eines guten und wichtigen Mitarbeiters zu zerstreuen und das Arbeitsverhältnis weiterzuführen. Typischerweise ist das Bleibegespräch ein Dialog unter vier Augen zwischen Arbeitnehmer und Chef, manchmal kommen zusätzlich Vertreter der Personalabteilung hinzu.

Ein solches Bleibegespräch findet nur statt, wenn ein Unternehmen den Mitarbeiter unbedingt in den eigenen Reihen halten will. Es ist kein Standardablauf bei jeder Kündigung durch einen Arbeitnehmer. Bei Leistungsträgern und Angestellten mit wichtigem Know How hat der Arbeitgeber ein besonderes Interesse daran, den Wechsel zu einem Konkurrenten zu verhindern. Auslöser kann die konkrete Äußerung des Mitarbeiters über seinen Wechselwunsch, aber auch ein Verdacht oder ein Gerücht sein.

Gründe: Bleibegespräche als Instrument der Personalbindung

Bleibegespräche sind für Arbeitgeber eine wichtige Maßnahme, um Mitarbeiter zu halten und ein langfristig erfolgreiches Team aufzubauen. Studien zeigen regelmäßig die Hohe Wechselbereitschaft unter Beschäftigten. Teilweise suchen bis zu 50 Prozent nach einem neuen Job und können sich in nächster Zeit eine neue berufliche Station vorstellen. Eine solche Fluktuationsrate ist für Unternehmen ein ernstes Problem.

Sie verursacht Kosten für die Neubesetzung, noch schlimmer: Wissen und Kompetenzen verlassen den Betrieb. Gute und erfahrene Angestellte verlassen die Abteilung, neue müssen erst eingearbeitet und auf das gleiche Level gebracht werden.

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Ziele im Bleibegespräch

Ein Bleibegespräch wird nicht grundlos geführt. Aus Sicht des Arbeitgebers stehen dahinter immer zwei Ziele:

Informieren

Der Austausch soll zeigen, ob der Mitarbeiter wirklich kündigen und wechseln möchte. Nur selten ist dies von Anfang an klar, weil Arbeitnehmer einen Wechselwunsch nicht offen am eigenen Arbeitsplatz verkünden. Eine wichtige Information ist zudem, wie groß und dringend der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung ist. Chefs versuchen außerdem die Gründe hinter der Einstellung und Entscheidungen zu erfahren. Sind es die Aufgaben, die Kollegen, die Arbeitsatmosphäre, die Aufstiegsmöglichkeiten, das Gehalt…? Mit den gesammelten Informationen geht es in den zweiten Schritt.

Überzeugen

Das Bleibegespräch hat seinen Namen nicht ohne Grund: Der Mitarbeiter soll zum Bleiben überzeugt werden. Hauptziel ist es, den Betroffenen umzustimmen und eine Kündigung zu verhindern. Dazu werden verschiedene Argumente geliefert, aber auch Anreize geboten. Häufige Mittel sind eine Gehaltserhöhung, die Aussicht auf eine Beförderung oder verschiedene Zusatzleistungen, wenn der Angestellte sein Vorhaben verwirft und bleibt.

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Der Ablauf im Bleibegespräch

Die Voraussetzungen vor einem Bleibegespräch sind individuell und sehr verschieden. Mal bleibt einige Zeit, mal sollte zeitnah ein Gespräch geführt werden, bevor es aus Sicht des Unternehmens bereits zu spät ist und ein begehrter Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag bei der Konkurrenz unterschrieben hat.

Trotz unterschiedlicher Situationen gibt es einen typischen Ablauf vor und während eines Bleibegesprächs:

  1. Auslöser
    Bleibegespräche werden nicht zufällig angesetzt, sondern folgen auf einen klaren Auslöser. Ein Mitarbeiter macht seinem Unmut über die aktuelle Situation Luft, es gibt Gerüchte über einen möglicherweise anstehenden Wechsel oder ein anderer Arbeitgeber erkundigt.
  2. Einladung
    Steht die Entscheidung zum Gespräch, folgt die Einladung an den Mitarbeiter. Diese sollte persönlich ausgesprochen und nicht nur als Termin per Mail verschickt werden. Je nach Situation ist eine kurzfristige Ansetzung nötig, damit die Versuche nicht zu spät kommen.
  3. Beginn
    Nach einer freundlichen Begrüßung wird nicht lange um den heißen Brei herumgeredet. Es wird nachgefragt, ob eine Wechselmotivation besteht oder direkt die eigene Absicht verkündet: „Ich wollte mit ihnen sprechen, da ich hoffe, ihre Entscheidung zum Jobwechsel verhindern zu können“ oder auch „Ich möchte Sie gerne vom Verbleib in unserem Unternehmen überzeugen“.
  4. Positionen
    Vorgesetzte hinterfragen offen die Motive hinter dem Wechselwunsch, auch wenn diese nicht immer angenehm sind. Schlechte Führungsarbeit ist ein häufiges Argument für den Weggang von Mitarbeitern. Beide Seiten sollten offen und ehrlich Position beziehen. Nur so kann sich das Gespräch einer Lösung annähern.
  5. Gemeinsame Diskussion
    Beide Seiten kennen die jeweils andere Position. Besteht grundsätzliches Interesse an einem Verbleib, wird nun nach einer Einigung gesucht. Kann der Mitarbeiter überhaupt gehalten werden? Was ist dazu notwendig? Welche Veränderungen und Angebote können gemacht werden? Gibt es Bedingungen für einen Verbleib? In dieser Phase wird diskutiert und verhandelt.
  6. Nachhaken
    Gibt es eine Einigung? Dann wird ein weiterer Termin für ein Anschlussgespräch festgelegt. Der Zeitraum zwischen den Unterhaltungen hängt von den vereinbarten Veränderungen ab. Eine Gehaltserhöhung sollte zeitnah unterschrieben werden, andere Anpassungen können mehr Vorlauf benötigen. Im Zweitgespräch wird noch einmal besprochen, ob die gewünschten Änderungen umgesetzt wurden.

Damit unterscheidet sich das Bleibegespräch nicht nur im Inhalt, sondern auch beim Ablauf von einem klassischen Mitarbeitergespräch:

Mitarbeitergespraech Ablauf 3 Phasen Schema Grafik

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Bleibegespräch: Sollten Sie sich umstimmen lassen?

Als Mitarbeiter im Bleibegespräch stellt sich eine große Frage: Sollten Sie auf die Versuche des Arbeitgebers eingehen und sich umstimmen lassen – oder bei Ihrem Vorhaben zum Jobwechsel bleiben? Eine schwierige Entscheidung, da Sie zwischen den Stühlen stehen. Sie spielen mit dem Gedanken an einen Wechsel, doch der Chef kämpft um Sie und bietet mitunter attraktive Anreize. Nicht zu vergessen: Es schmeichelt dem Ego, wenn das Unternehmen sich so ins Zeug legt und Überzeugungsarbeit leistet.

Dennoch gilt: Lassen Sie sich weder einlullen noch unter Druck setzen. Nur weil Sie zum Bleibegespräch eingeladen und umgarnt werden, müssen Sie sich nicht bleiben. Grundlage für Ihre Entscheidung sollte einzig und allein eine für Sie sinnvolle Einigung sein, die Sie wirklich umstimmt. Leider wird es genau dabei knifflig. Das häufigste Argument ist mehr Geld. Klingt verlockend, wenn Sie aber für ein paar Euro mehr bleiben, wirken Sie nicht loyal, sondern käuflich.

Geld nicht als einziger Faktor im Gespräch

Das Problem daran ist: Wer wegen Geld bleibt, geht auch wegen Geld. Bietet ein anderes Unternehmen doch ein etwas höheres Gehalt, lassen Sie sich vermutlich davon locken. Jetzt bleiben Sie dem aktuellen Arbeitgeber erhalten, jedoch mit einem faden Beigeschmack. Sie sind nicht aus echter Loyalität, Leidenschaft und Motivation geblieben. Das vergessen Chefs nicht. Sollte sich Ihre Position einmal ändern oder Stellenabbrau drohen, stehen Sie dann plötzlich weit oben auf der Abschussliste.

Mehr Bezahlung kann ein schöner Pluspunkt sein, sollte aber nicht einziges Kriterium bleiben. Arbeitgeber können weitere Angebote machen und auf Wünsche oder Erwartungen eingehen: Neue Aufgabenbereiche, mehr Verantwortung, wichtigere Kunden, mehr Flexibilität, freie Umsetzung von Ideen – längst nicht alle Anreize für den Verbleib sind monetär. Mit einer solchen Einigung zeigen Sie, dass Sie sich im Unternehmen entwickeln wollen und nicht gleich dem nächstbesseren Angebot für 100 Euro mehr hinterherrennen.

Falle im Bleibegespräch: Vorsicht bei Beförderungen

Im Bleibegespräch bietet der Chef eine Beförderung an? Klingt zunächst nach einer tollen Option. Sie bleiben nicht nur für das Gehalt, sondern erhalten tatsächlich eine bessere Position. Vorschnell zusagen sollten Sie dennoch nicht! Fragen Sie sich zunächst: Passt die angebotene Stelle überhaupt zu Ihnen – und sind Sie dafür überhaupt qualifiziert?

Der Aufstieg auf der Karriereleiter war schließlich so nicht geplant. Vielleicht wird Ihnen einfach eine Position angeboten, um Sie zu halten. Das Problem: Es drohen Frust und ein noch größerer Wechselwunsch, wenn Sie in einem Job landen, der nicht zu Ihren Vorstellungen passt oder gänzlich überfordert.

Ganz perfide: Einige Chefs versuchen einem undankbaren Mitarbeiter auf dem Weg zur Konkurrenz zu schaden. Erst wird befördert, dann aufgrund fehlender Kompetenz rausgeschmissen. Statt guter Ausgangssituation bei einem Wechsel aus eigenem Antrieb müssen Sie nun in Bewerbungen die Kündigung erklären.


Bleibegespräch für Arbeitgeber

Für Arbeitgeber ist das Bleibegespräch eine schwierige Herausforderung. Umso wichtiger, dass diese richtig vorbereitet und umgesetzt wird. Zuerst gilt: Es sollte keine direkte Konfrontation geben. Ein aufgeregtes „Ich habe gehört sie wollen einen anderen Job, das stimmt doch wohl nicht, oder?“ auf dem Büroflur ist die schlechteste Option. Spätestens jetzt ist jede Chance vertan, den Mitarbeiter noch zu halten. Soll das Vorhaben klappen, müssen diese Grundsätze berücksichtigt werden:

  • Richtige Atmosphäre
    Für das Bleibegespräch braucht es eine entspannte und ruhige Atmosphäre. Es kann nicht im Großraumbüro oder zwischen Tür und Angel stattfinden. Dabei empfiehlt sich ein freundliches und offenes Gesprächsklima. Zu viel Druck und Anspannung sind schädlich. Mitarbeiter dürfen nicht den Eindruck bekommen, in einer schwierigen oder unangenehmen Situation zu sein.
  • Individuelle Angebote
    Ein häufiger Fehler: Mehr Geld anbieten und erwarten, dass es reicht. Um Mitarbeiter zu überzeugen, kann es kein Einheitsangebot für alle geben. Gute Führungskräfte müssen die individuellen Gründe hinter der Unzufriedenheit erkennen und darauf eingehen.
  • Keine Übertreibungen
    Egal, wie wichtig ein Mitarbeiter ist und wie maßgeblich seine Leistungen sind: Im Bleibegespräch darf nur versprochen werden, was tatsächlich umsetzbar ist. Manch schlechter Chef verspricht hier das Blaue vom Himmel, nur damit ein Arbeitnehmer bleibt. Folgen dann keine Taten, liegt eine Woche später die Kündigung auf dem Tisch.

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[Bildnachweis: Tomadoll by Shutterstock.com]

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