Alles auf einen Blick
- Anspruch: Für Zusatzleistungen durch den Arbeitgeber gibt es keinen allgemeinen Anspruch. Unternehmen entscheiden freiwillig, ob und in welchem Umfang sie diese gewähren.
- Zweck: Unternehmen stärken damit das Employer Branding, locken Talente an und binden Mitarbeiter. Arbeitnehmer profitieren von attraktiven Extras.
- Beispiele: Typische Zusatzleistungen sind Sachbezüge, Zuschüsse zum Jobticket oder zur Kinderbetreuung, ein Dienstwagen oder Mitarbeiterrabatte.
- Steuer: Reine Geldleistungen zählen als Einkommen und sind steuerpflichtig. Viele andere Leistungen müssen als geldwerter Vorteil ebenfalls versteuert werden, hier gibt es aber Freibeträge.
- Zusätzlichkeitsgebot: Damit es sich um steuerfreie Extras handelt, müssen diese zum Arbeitslohn gewährt werden. Eine Gehaltsumwandlung ist unzulässig.
Auch ohne grundsätzlichen Anspruch bekommen in Deutschland etwa 70 % der Arbeitnehmer Zusatzleistungen im Job. Wichtigster Faktor dabei ist die Unternehmensgröße: Arbeitgeber mit mehr als 500 Mitarbeitern haben in mehr als 85 % der Fälle ein strukturiertes Programm für Mitarbeiterbenefits.
Was sind Zusatzleistungen genau?
Zusatzleistungen (Synonym: Corporate Benefits) sind monetäre oder nicht-monetäre Leistungen, die vom Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt erbracht werden. Das können z.B. Rabatte, technische Geräte sowie flexible Arbeitszeiten oder Zuschüsse zu Jobticket oder zum Fitnessstudio sein. Solche Zusatzleistungen sollen das Unternehmen für Bewerber attraktiver machen und Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen binden.
Abgrenzung: Zusatzleistungen und geldwerter Vorteil
Ein geldwerter Vorteil ist eine nicht-monetäre, zusätzliche Form der Vergütung. Sie wird nicht in bar ausgezahlt, stellt Mitarbeiter aber finanziell besser. Zusatzleistungen dagegen können auch monetär sein – etwa in Form von Bonuszahlungen, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
Bedeutung: Zusatzleistungen bei Krankenkassen
Der Begriff „Zusatzleistungen“ wird auch von Krankenkassen verwendet. Gemeint sind dann Mehrleistungen gegenüber den gesetzlich vorgeschriebenen und damit verpflichtenden Kostenübernahmen. So kann eine Krankenkasse bestimmte Untersuchungen zusätzlich übernehmen, die bei einer anderen nicht enthalten sind.
Zusatzleistungen: Übersicht & Vorteile
Benefits |
Vorteile |
| Flexible Arbeitszeiten | 100 % steuerfrei |
| Sachzuwendungen | Bis 50 € im Monat steuerfrei |
| Jobticket | Unbegrenzt steuerfrei |
| Essenszuschüsse | Bis 7,67 € pro Tag |
| Technische Geräte | Steuerfrei, wenn Eigentum des AG |
| Firmenwagen | Nur versteuert mit 1%-Regel |
| Weiterbildung | Steuerfrei |
| Kinderbetreuung | Steuer- und sozialabgabenfrei |
| Gesundheit | Bis 600 € pro Jahr steuerfrei |
| Rabatte | Bis 1080 € pro Jahr steuerfrei |
| Vermögenswirksame Leistungen | Bis 40 € im Monat steuerfrei |
(Stand: 2026)
Zusatzleistungen Beispiele: Diese sind besonders beliebt
Bei der Gestaltung von Zusatzleistungen gibt es für Arbeitgeber zahlreiche Möglichkeiten. Klassisch sind finanzielle Anreize und Benefits wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Prämien. Das ist aber längst nicht alles! Wir stellen Beispiele für aktuell besonders beliebte Zusatzleistungen vor:
Flexible Arbeitszeiten
Flexible Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, zählen zu den beliebtesten Zusatzleistungen. 75 % der Bewerberinnen und Bewerber nennen sie laut Umfragen an erster Stelle. Sie ermöglichen mehr Flexibilität bei der Arbeit und steigern die Zufriedenheit. Doppelter Vorteil: Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen darauf keine Steuern, da es kein finanzieller Vorteil ist.
Jobticket
Berufspendler schätzen alles, was zur Mobilität beiträgt: Jobtickets oder Bahncards können vom Arbeitgeber steuerfrei als Zusatzleistung angeboten werden. Möglich sind Zuschüsse oder auch die gesamte Übernahme der Kosten (§ 3 EStG).
Geschenke zu persönlichen Anlässen
Feiert ein Mitarbeiter Geburtstag, Hochzeit, die Geburt eines Kindes, ein Dienstjubiläum oder andere persönliche Anlässe, können Arbeitgeber ein steuerfreies Sachgeschenk im Wert von bis zu 60 € machen. Möglich sind Waren, Gegenstände oder Gutscheine. Reine Geldgeschenke fallen nicht darunter, diese müssen voll versteuert werden. Wichtig: Saisonale Feste wie Weihnachten oder Ostern sind kein persönlicher Anlass. Hier greift die Regelung nicht.
Weiterbildungen
Von Weiterbildungen profitieren Unternehmen kurzfristig und Mitarbeiter langfristig: Sie erweitern nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch die Jobchancen und Gehaltsperspektiven. Laut einer Umfrage bewerten 65 % der Arbeitgeber die Karriereentwicklung der Mitarbeiter als „extrem wichtig“. Zu den Zusatzleistungen zählen z.B. die Kostenübernahme für Kurse und Zertifikate, Fachseminare, Online-Trainings oder Sprachkurse. Auch diese Angebote sind steuerfrei.
Technische Geräte
Arbeitsgeräte, die auch privat genutzt werden dürfen, verbessern oft die Effizienz im Betrieb und zugleich die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Beliebt – besonders bei der jungen Generation – sind hierbei Diensthandy, Laptop oder andere moderne Technik. Die private Nutzung der Benefits ist aber nur steuerfrei, wenn die Geräte Eigentum des Arbeitgebers bleiben.
Dienstwagen
Auf der Beliebtheitsskala bei Führungskräften, Außendienstmitarbeitern oder Vertrieblern ganz weit oben: ein Dienstwagen bzw. Firmenwagen. Dieser kann für berufliche Fahrten wie Kundentermine genutzt werden. Die private Nutzung wird über die 1-Prozent-Regel oder ein Fahrtenbuch versteuert. Die moderne Alternative mit großem Umweltbewusstsein ist ein Dienstfahrrad.
Essen und Trinken
Ein täglich frisch gefüllter Kühlschrank im Büro, eine Auswahl an Snacks, kostenlosen Getränken und Obst oder Vergünstigungen beim Mittagessen in der Kantine: Gutes Essen und Trinken als Bonus am Arbeitsplatz können großen Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter haben – und es spart eine Menge Geld. Der Chef kann ebenso in der Kantine oder bei Restaurants einen Zuschuss zum Essen zahlen. Hierbei bleiben bis zu 7,67 € pro Arbeitstag steuerfrei. Der Betrag splittet sich auf in den amtlichen Sachbezugswert von 4,57 € (der vom Arbeitgeber pauschal mit 25 % versteuert wird) und einen komplett steuerfreien Arbeitgeberzuschuss von 3,10 €.
Gesundheit
Gesundheit wird als Benefit immer wichtiger – die mentale Gesundheit inklusive! Laut aktuellen Studien bewerten rund 88 % der Arbeitgeber Gesundheitsleistungen als extrem wichtig, vor allem wegen einer zunehmend älter werdenden Belegschaft. Typische Mitarbeiterangebote sind Zuschüsse zum Fitnessstudio, zu Stressbewältigungsseminaren oder ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Bis zu 600 € Zuschuss im Jahr sind steuerfrei.
Kinderbetreuung
Gerade berufstätige Eltern schätzen diese Unterstützung hoch ein: Der Zuschuss erleichtert den Berufsalltag und die Vereinbarkeit von Kind und Karriere. Steuerlich attraktiv sind vorwiegend Zuschüsse zu Kita oder Tagesmutter – diese sind unbegrenzt steuer- und sozialabgabenfrei. Der Chef kann also theoretisch die gesamten Betreuungskosten übernehmen. Bei kurzfristiger Notfallbetreuung ist eine zusätzliche Zahlung von bis zu 600 € im Jahr erlaubt und steuerfrei.
Mitarbeiterrabatte
Hierbei können Mitarbeitende Produkte oder Dienstleistungen des Arbeitgebers günstiger kaufen oder nutzen – das stärkt die Bindung zur Marke und die Loyalität zum Arbeitgeber. Steuerliche Vorteile haben die Mitarbeiterrabatte ebenfalls: Bis zu 1.080 € pro Jahr sind steuerfrei möglich.
Teamevents
Viele Firmen veranstalten Teamevents, Betriebsausflüge, Workshops oder After-Work-Partys als Bonus für gute Leistungen und Loyalität. Die Incentives sind für die Mitarbeiter 100 % steuerfrei und stärken überdies den Teamgeist.
Weitere wichtige Benefits
- Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
- Möglichkeit von Sabbaticals
- Erstattung von Studiengebühren
- Vermögenswirksame Leistungen (VL)
Idealerweise verbinden Corporate Benefits Flexibilität, finanzielle Vorteile und persönliche Unterstützung.
Welche Unternehmen bieten welche Zusatzleistungen?
Zusatzleistungen sind in Deutschland ein fester Bestandteil in vielen Unternehmen. Die Otto Group bietet Mitarbeitern z.B. ein umfangreiches Essensangebot sowie einen Fuhrpark, den diese auch privat nutzen können. Daimler wiederum setzt neben flexiblen Arbeitszeitmodellen auf ein Gesundheits- und Sportangebot. Die Deutsche Telekom bietet Angestellten Jobtickets, betriebliche Altersvorsorge und kostenlose Gesundheitschecks, Ikea dagegen einen Rabatt von 15 % auf alle Produkte.
Darum sind Zusatzleistungen so attraktiv
Umfragen unter Jobsuchenden kommen zu einem eindeutigen Ergebnis: Zusatzleistungen sind ein wichtiger Faktor für Arbeitnehmer und Bewerber. Oft profitieren die Beschäftigten davon sogar mehr als von einer Gehaltserhöhung, wenn das Plus von der Steuer oder Inflation sofort wieder aufgefressen wird. Gleich mehrere Vorteile und Gründe sprechen für die Zusatzleistungen:
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Netto-Nutzen
Ein kleines Gehaltsplus ist schön, kann die Vorteile von steuerfreien Zusatzleistungen aber nicht ausgleichen. Der tatsächliche Wert solcher Benefits ist zum Teil größer als der nominelle.
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Alternative
Selbst in einem bestehenden Arbeitsverhältnis sind Zusatzleistungen für Mitarbeiter ein Pluspunkt, weil Sie diese jederzeit in einer Gehaltsverhandlung aushandeln können – hauptsächlich dann, wenn es beim aktuellen Gehalt nur wenig Spielraum gibt.
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Individualität
Insbesondere größere Unternehmen bieten eine Reihe unterschiedlicher Zusatzleistungen zur Auswahl an. Mitarbeiter können dann selbst wählen, welche der Benefits am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen passen.
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Wertschätzung
Nicht zu unterschätzen: Zusatzleistungen sind stets eine Form der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Sie sind oft ein Signal für ein gutes Betriebsklima, in dem Vorgesetzte und Arbeitgeber sich ernsthaft um die Zufriedenheit, Motivation und Loyalität der Angestellten bemühen.
Finanzielle Zusatzleistungen sind natürlich beliebt, viele Arbeitnehmer schätzen aber genauso die nicht-monetären Angebote. Diese steigern in höherem Maße die Zufriedenheit, verbessern die Lebensqualität und die Work-Life-Integration.
Beide Seiten profitieren von Zusatzleistungen
Für Mitarbeiter sind Zusatzleistungen ein großer Pluspunkt – für Arbeitgeber aber genauso! Auch wenn damit mehr Kosten oder Aufwand verbunden sind, stärken die Zusatzleistungen doch das Employer Branding und machen Arbeitgeber attraktiver. Das lockt qualifizierte Fachkräfte und junge Talente an – oder bindet die Mitarbeiter, die sonst zur Konkurrenz gehen könnten. Gerade für die Zielgruppe der Young Professionals und Top-Performer benötigen Unternehmen heute zusätzliche Anreize und Strategien. Die Corporate Benefits gehören definitiv dazu.
Tipps für Zusatzleistungen und mehr Gehalt
Zusatzleistungen sind keine Pflicht von Arbeitgebern, sondern oft eine Frage der Verhandlung. Statt einer Anpassung der monatlichen Bezahlung können Sie im nächsten Gehaltsgespräch auch Zusatzleistungen in die Verhandlung aufnehmen. Mit diesen Tipps holen Sie dabei am meisten heraus:
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Verdeutlichen Sie Ihren Mehrwert
Ob mehr Gehalt oder Zusatzleistungen: Sie müssen hierbei stets den Mehrwert für Ihren Arbeitgeber verdeutlichen. Zeigen Sie, dass Ihre Qualifikationen, Leistungen und Ergebnisse besser sind, als bei der letzten Verhandlung. Konkrete Zahlen überzeugen am meisten, Beispiel: „Seit ich das Projekt übernommen habe, konnte ich die Kosten um 23 % senken.“ Treten Sie selbstbewusst auf und zeigen Sie, wie wichtig Sie für das Unternehmen sind.
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Erstellen Sie eine Leistungsmappe
Durch eine Leistungsmappe haben Sie ein übersichtliches Dokument an der Hand, das Leistungen und Erfolge zusammenfasst. So liefern Sie klare und vor allem nachprüfbare Fakten, um den Chef zu überzeugen.
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Bereiten Sie Gegenargumente vor
Rechnen Sie mit Einwänden oder Killerphrasen in der Gehaltsverhandlung und bereiten Sie passende Gegenargumente vor. Betonen Sie zum Beispiel, dass steuerfreie Zusatzleistungen auch für den Arbeitgeber mit geringeren Kosten verbunden sind als eine normale Gehaltserhöhung.
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Werden Sie konkret
Gibt es im Unternehmen bisher kein Programm zu Benefits, sollten Sie konkrete Vorschläge machen. Sagen Sie nicht nur „Ich möchte gerne Zusatzleistungen bekommen“, sondern gehen Sie ins Detail: „Ich weiß, dass eine Bruttogehaltherhöhung von 300 € Sie inklusive der Sozialabgaben rund 363 € kosten würde, während bei mir nur 180 bis 200 € netto ankommen. Ich schlage stattdessen eine Kombination aus einem steuerfreien Essenszuschuss und einem Mobilitätsbudget vor. Für Ihr Budget bleibt es genau bei 300 €, gleichzeitig wirken die vollen 300 € als Entlastung in meiner Tasche.“
Hilfreich ist überdies, wenn Sie in der Gehaltsverhandlung flexibel bleiben. Ist eine gewünschte Zusatzleistung aktuell nicht umsetzbar, sollten Sie Alternativen vorschlagen oder eine schrittweise Einführung vereinbaren – etwa ein Weiterbildungsbudget ab dem nächsten Jahr oder ein Pilotprojekt für Homeoffice-Tage. Wer gut vorbereitet, realistisch argumentiert und den Nutzen für beide Seiten betont, hat beste Chancen auf Zusatzleistungen – oft sogar, wenn das Gehalt bereits feststeht!
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