Leistungsmappe: Argumente für mehr Gehalt

Ohne gute Argumente gibt es keine Gehaltserhöhung. Chefs und Unternehmen haben nichts zu verschenken. Eine Leistungsmappe kann genau dabei helfen. Kurz und übersichtlich beinhaltet sie all die guten Gründe, warum Sie eine bessere Bezahlung verdienen und bildet damit die perfekte Grundlage für eine Gehaltsverhandlung mit dem Vorgesetzten. In der Leistungsmappe bringen Sie Ihren Mehrwert für den Arbeitgeber auf den Punkt und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, mehr Gehalt verhandeln zu können. Welche Vorteile eine Leistungsmappe mitbringt und wie Sie aufgebaut ist…

Leistungsmappe: Argumente für mehr Gehalt

Leistungsmappe: Geringer Aufwand, große Wirkung

Der Wunsch nach einem besseren Gehalt ist nachvollziehbar, oftmals sogar vollkommen gerechtfertigt – erfolgreich ist das Vorhaben deshalb noch lange nicht. Zuvor müssen Sie in Gespräch und Verhandlung eine grundlegende Frage beantworten: Warum soll Ihr Arbeitgeber Ihnen mehr bezahlen?

Steuert ein Gehaltsgespräch auf diesen Punkt zu, kommen viele Arbeitnehmer in Schwierigkeiten. Ohne sachliche und gleichzeitig aussagekräftige Argumente werden viele Vorgesetzte den Gehaltswunsch abschmettern oder wenigstens auf ein absolutes Minimum reduzieren. So hart es klingen mag: Die wenigsten Unternehmen reißen sich darum, ihren Mitarbeitern mehr zu bezahlen. Es liegt an Ihnen, den Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass Sie mehr wert sind.

Mit einem Ich bin ja schon recht lange hier und mache auch gute Arbeit werden Sie Ihrem Chef dabei keinen zusätzlichen Euro entlocken können. Arbeitgeber dürfen ohnehin gute Leistungen erwarten, warum sollen dafür die Personalkosten erhöht werden? Bei genau solchen Argumentationsproblemen kann die Leistungsmappe helfen. Diese hat dabei gleich mehrere Vorteile:

  • Sie sammeln alle wichtigen Argumente

    Leider passiert es immer wieder, dass gute Gründe für eine Gehaltserhöhung vergessen oder im Eifer des Gefechts nicht vorgebracht werden. Dabei kennen Sie Ihre guten Leistungen und wissen, was Sie über das erwartete Maß hinaus erreicht haben. In einer Leistungsmappe können Sie alle wichtigen und guten Argumente sammeln, die den Verlauf der Verhandlung zu Ihren Gunsten beeinflussen können.

  • Sie geben Ihrer Argumentation eine Struktur

    Statt von einem Punkt zum nächsten zu springen, können Sie Ihrer Verhandlung durch eine Leistungsmappe eine klare Struktur geben. Die Argumente folgen einer sinnvollen Reihenfolge und ergeben so einen roten Faden, der Ihre Aussagen noch weiter verstärkt.

  • Sie liefern nachprüfbare Fakten

    In Ihrer Leistungsmappe können Sie konkrete Beispiele, Zahlen, Projekte und Aufgaben benennen. Das untermauert Ihre Gehaltsforderungen und Argumente mit belastbaren und aussagekräftigen Fakten, da Ihr Chef Ihre Leistungen nachprüfen kann.

Aufbau und Inhalt einer Leistungsmappe

Eine weitere gute Nachricht: Die Erstellung einer Leistungsmappe ist keine Raketenwissenschaft und Sie müssen auch keinen Urlaub einreichen, um genügend Zeit dafür zu haben. Ihre Leistungsmappe umfasst eine bis allerhöchstens drei DIN A4 Seiten und kann im Zweifelsfall sogar kurzfristig vor einer anstehenden Gehaltsverhandlung angelegt werden.

Im fertigen Zustand folgt die Leistungsmappe zum Beispiel diesem Aufbau:

Leistungsmappe Erstellen Gehaltsverhandlung Argumente

Wir empfehlen überdies, eine Leistungsmappe fortlaufend zu führen und zu aktualisieren. Jedes Mal, wenn Sie etwas Besonderes erreicht haben oder wenn Sie Erfolge verbuchen konnten. Aufbau und Inhalt Ihrer Leistungsmappe gliedern sich dabei in diese für die spätere Gehaltsverhandlung nützlichen Bereiche:

  • Arbeitsplatzbeschreibung

    Beginnen Sie Ihre Leistungsmappe mit einer konkreten Arbeitsplatzbeschreibung. Hilfreich ist dabei Ihr Arbeitsvertrag, der Ihre Aufgaben und Verantwortungen genau regelt. Zählen Sie in der Mappe nochmal auf, was exakt zu Ihren Aufgaben gehört. Das Ergebnis hebt dann indirekt hervor, was Sie zusätzlich leisten, obwohl es nicht in Ihren eigentlichen Arbeitsbereich fällt.

  • Leistungsbeschreibung

    Den Hauptteil Ihrer Leistungsmappe bildet eine zweispaltige Liste. In die Linke Spalte tragen Sie fortlaufend Ihre Leistungen, abgeschlossenen Projekte und Erfolge ein. Kurz gesagt: Was haben Sie für das Unternehmen getan? Die meiste Aussagekraft haben dabei Leistungen, die Sie zusätzlich zu Ihren normalen Verantwortungen erbracht haben.

    Beziehen Sie sich dabei nicht nur auf die Vergangenheit. Nennen Sie auch Ziele, Ideen und Vorhaben, die Sie in den kommenden Monaten angehen und umsetzen wollen. Vergessen aber bitte nicht, den Nutzen für das Unternehmen zu beschreiben – sowohl für bereits erbrachte als auch für geplante Leistungen.

    In die zweite Spalte schreiben Sie die Anzahl von Stunden, die Sie benötigt haben. Aber Achtung: Es geht nicht darum, möglichst viele Stunden zu veranschlagen, um zu zeigen, wie viel Sie arbeiten. So ist es durchaus positiv, wenn Sie wenig Zeit für eine gute Leistung brauchen, da Sie produktiv und effizient gearbeitet haben.

  • Fort- und Weiterbildungen

    Hier geht es nicht um Ihre Ausbildung oder Ihren Studiengang, sondern vielmehr um zusätzliches Wissen und Know-How, das Sie sich angeeignet haben und das Ihren Wert für das Unternehmen erhöht. Insbesondere Weiterbildungen können dazu führen, dass Sie mehr Aufgaben und Verantwortung tragen, was sich bisher noch nicht im Gehalt niedergeschlagen hat.

  • Anerkennung und Lob

    Ihr Chef, die Kollegen oder auch ein Kunde hat Sie und Ihre Arbeit gelobt? Dann schreiben Sie dies unbedingt in Ihre Leistungsmappe! Bei schriftlichem Lob können Sie eine Kopie des anerkennenden Schreibens einfügen, bei mündlichem Lob sollten Sie zumindest einen kurzen Vermerk über den Inhalt machen.

Das folgende Video fasst noch einmal alle wichtigen Punkte zur Leistungsmappe zusammen:

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]
15. Oktober 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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