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Unfaires Gehalt: Was tun gegen ungerechte Bezahlung?

Unzufrieden mit dem Gehalt? Tatsächlich sind aktuell mehr als zwei Drittel der Deutschen mit dem eigenen Gehalt unglücklich und empfinden es als unfair. Falls auch Sie glauben, ein unfaires Gehalt oder eine ungerechte Bezahlung zu bekommen, finden Sie hier alle wichtigen Tipps und Schritte, was Sie dagegen tun können und sich vor einer Unterbezahlung schützen…



Unfaires Gehalt: Was tun gegen ungerechte Bezahlung?

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Definition: Was ist ein unfaires Gehalt?

Was als „unfair“ empfunden wird, ist individuell verschieden. Entscheidend dafür ist allerdings immer der Vergleich mit anderen – zum Beispiel Kollegen, Partner, Freunde, Bekannte oder Geschwister. Vor allem wenn Kollegen bei gleicher Tätigkeit ein unterschiedliches Gehalt bekommen oder neue Mitarbeiter mehr Geld verdienen, empfinden das die meisten als unfair.

Vor allem Frauen sind häufiger davon betroffen, ein unfaires Gehalt zu bekommen beziehungsweise unterbezahlt zu werden. Experten zufolge liegt das vor allem an ihrem meist weniger selbstbewussten Auftreten in Gehaltsverhandlungen und dem fehlenden Wissen über den tatsächlichen Marktwert. Das führt in der Folge zum sogenannten Gender Pay Gap – dem Verdienstabstand pro Stunde zwischen Frauen und Männern.

Fairness Bedeutung

Der Begriff „Fairness“ beschreibt ein anständiges, gerechtes und ehrliches Verhalten gegenüber anderen. Moralische Werte und Regeln von Gleichbehandlung, Gerechtigkeit und Unparteilichkeit stehen dahinter. Wer unvoreingenommen und angemessen agiert, handelt fair. Bezogen auf ein faires Gehalt bedeutet das: Vergleichbare Tätigkeiten sollten auch gleich bezahlt werden.

Studie: Unfaires Gehalt macht krank

Eine ungerechte Bezahlung führt häufig zu stressbedingten Erkrankungen, Schlafstörungen oder gar Depressionen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Ravensburg-Weingarten. Acht Jahre lang wurden dazu mehr als 5600 Menschen regelmäßig nach ihrer Zufriedenheit im Job und deren Einkommenshöhe befragt. Ergebnis: Menschen, die ihr Gehalt als unfair betrachten, haben ein um 64 Prozent höheres Risiko auf Stresserkrankungen oder Depressionen als die Kontrollgruppen.

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Woran erkenne ich, dass ich unfair bezahlt werde?

Unabhängig davon, was Sie als unfair empfinden, gibt es einige Indizien, die dafür sprechen, dass Sie unterbezahlt sind und ein unfaires Gehalt beziehen:

1. Gehalt liegt unter Branchendurchschnitt

Die Gehaltshöhe wird durch verschiedene Einflussfaktoren bestimmt. Hierzu zählen: Erfahrung, Qualifikation und Position. Auch die konjunkturelle Entwicklung und der künftige Mehrwert des Mitarbeiters nehmen Einfluss. Daraus ergeben sich für jeden Beruf Durchschnittsgehälter. Diese sollten Sie nicht unterschreiten. Tipp: Nutzen Sie vor der Gehaltsverhandlung unseren kostenlosen Gehaltscheck, um Ihren aktuellen Marktwert zu bestimmen.

2. Neue Mitarbeiter bekommen mehr Geld

Mit wachsenden Erfahrungen, steigender Spezialisierung und Qualifikation steigen in der Regel auch die Gehälter. Bekommen aber neue Mitarbeiter mehr Geld, kann das ein Warnzeichen für ein unfaires Gehalt sein. Zwar kann es sein, dass die neuen Mitarbeiter besser qualifiziert sind oder Kompetenzen besitzen, die auf dem Arbeitsmarkt rar und gefragt sind. Üben sie später aber die gleiche Tätigkeit aus und geht die Lohnschere zu weit auseinander, spricht viel für eine ungerechte Bezahlung.

3. Der Chef vermeidet Gehaltsgespräche

Geht Ihnen der Chef regelmäßig aus dem Weg, wenn es um eine Gehaltserhöhung geht? Oder findet er oder sie regelmäßig Ausreden, warum Sie nicht mehr verdienen können? Dann ist das ebenfalls kein gutes Zeichen für eine faire Zusammenarbeit. Bedenken Sie: Das Gehalt ist der Gegenwert Ihrer Arbeitsleistung und spiegelt zugleich die (finanzielle) Wertschätzung Ihrer Arbeit. Sie sind kein Bittsteller, sondern verdienen, was Sie verdienen. Zeigt Ihr Arbeitgeber kein Interesse an einem fairen Gehalt, sollten Sie einen Jobwechsel in Betracht ziehen.

4. Zu wenig Gehalt zur Besänftigung

Manche Arbeitgeber speisen Mitarbeiter auch mit Mini-Gehaltsanpassungen ab. Diese dienen der ersten Besänftigung, sind aber Nebelkerzen, die Sie von Ihrem eigentlich zustehenden Gehalt ablenken sollen. Lassen Sie sich davon nicht irritieren! Recherchieren Sie Ihren Marktwert und bestehen Sie darauf, entsprechend Ihrer Erfahrungen, Qualifikationen und Position bezahlt zu werden. Überdies haben Sie durch hohe Leistung und Loyalität Ihren Wert für das Unternehmen bewiesen.

5. Keine Gehaltserhöhung seit Jahren

Sie warten seit Jahren auf eine bessere Bezahlung? Frustrierend, vor allem wenn Sie gute Leistungen bringen. Zwar gibt es kein Recht auf eine Gehaltserhöhung, doch sollte das Einkommen Ihren wachsenden Marktwert spiegeln. Ein guter Rhythmus für Gehaltsgespräche und eine Erhöhung sind zwei Jahre.

6. Wettbewerber bieten mehr Gehalt

Vielleicht haben Sie schon von Marktbegleitern und anderen Arbeitgebern ein Angebot bekommen, das deutlich höher liegt als Ihr aktuelles Gehalt. Auch das ist ein starkes Indiz dafür, dass Ihre jetzige Bezahlung nicht mehr marktgerecht ist und steigen sollte – intern oder extern. Nehmen Sie das gute Angebot zum Anlass für eine neue Gehaltsrunde – oder nehmen Sie es an.

Entgelttransparenzgesetz: Darf der Arbeitgeber unfair bezahlen?

Seit 2017 gilt das „Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“ (Entgelttransparenzgesetz). Es soll Frauen und Männern gleichen Lohn für gleiche Arbeit zusichern und durchsetzen helfen. Mittels mehr Lohntransparenz können Arbeitnehmer heute das Jahresgehalt der Kollegen in gleicher oder gleichwertiger Position erfragen und vergleichen. Allerdings nur den anonymisierten Durchschnitt und auch erst bei Betrieben mit 200 Beschäftigten. Gehaltsauskünfte zu einzelnen Mitarbeitern sind nicht zulässig.

Das Entgelttransparenzgesetz regelt allerdings keinen Anspruch auf ein „faires“ Gehalt. Arbeitgeber können weiterhin leistungsabhängig bezahlen und damit unterschiedliche Gehaltsniveaus begründen. Das liegt auch an der geltenden Vertragsfreiheit in Deutschland.


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Unfaires Gehalt: Wie kann ich mehr Geld verhandeln?

Lassen Sie sich eine ungerechte Bezahlung nicht gefallen – erst recht nicht, wenn obige Indizien dafür sprechen, dass Sie (schon lange) ein unfaires Gehalt verdienen. In dem Fall empfehlen wir folgende Schritte:

  1. Kennen Sie Ihren Wert

    Der erste Schritt ist immer, den aktuellen Marktwert zu recherchieren und genau beziffern zu können. Hierzu haben Sie verschiedene Optionen – zum Beispiel Gehaltstabellen und Gehaltsvergleiche. Ebenso helfen Online-Jobbörsen und Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben. Aus diesen Quellen können Sie Ihren Wert für das Unternehmen berechnen.

  2. Sammeln Sie Argumente

    Die besten Argumente für mehr Geld sind immer mehr Leistungen und bisher erzielte Erfolge. Übernehmen Sie neue, wichtige Aufgaben oder Projekt mit mehr Verantwortung? Dann sind das schlagkräftige Argumente für mehr Geld.

  3. Erstellen Sie eine Leistungsmappe

    Ohne handfeste Belege keine Gehaltserhöhung. Die Leistungsmappe kann genau dabei helfen. Kurz und übersichtlich beinhaltet sie all die guten Gründe, warum Sie eine faire Bezahlung verdienen – inklusive Leistungsbeschreibung, Fort- und Weiterbildungen sowie Anerkennung und Lob.

  4. Formulieren Sie Ziele für die Zukunft

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren im Unternehmen? Planen Sie Weiterbildungen oder können Sie den Mehrwert für das Unternehmen steigern? Dann sprechen Sie mit dem Arbeitgeber ebenfalls über diese Ziele, die natürlich gleichzeitig mit einer besseren Bezahlung verbunden sein sollten.

  5. Suchen Sie aktiv die Verhandlung

    Viele Arbeitnehmer bringen sich um ein höheres Einkommen, weil Sie die Gehaltsverhandlung scheuen. Eine Lohnverhandlung und Gehaltsforderung kann unangenehm werden, ja. Aber nur wer seinen Wert aktiv und selbstbewusst einfordert, kann auch mehr verdienen. Fokussieren Sie sich darauf: Über das Gehalt spricht man doch!

  6. Machen Sie einen Termin

    Das Gehalt verhandelt man nicht zwischen Tür und Angel. Bitten Sie daher gezielt um einen konkreten Termin für die Gehaltsverhandlung beim Chef. Damit zeigen Sie zugleich, wie wichtig Ihnen das Anliegen ist und dass Sie sich nicht so einfach abspeisen lassen.

  7. Nehmen Sie sich Bedenkzeit

    Nachdem Sie alle Schritte und Tipps erfolgreich berücksichtigt haben, nehmen Sie sich trotzdem nochmal einen Tag Bedenkzeit und schlafen Sie eine Nacht darüber. Eventuell haben Sie ja noch einen wichtigen Punkt oder ein starkes Argument vergessen. Überdies sollten Sie sich noch mit möglichen Einwänden und typischen Killerphrasen beschäftigen.

Endlich das Gehalt, das Sie wirklich verdienen!

Fühlen Sie sich unterbezahlt? Dann ist das IHRE Chance auf eine satte Gehaltserhöhung – schon hunderte zufriedene Teilnehmer empfehlen den Kurs weiter: Die erprobte und einfache Anleitung für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Mit diesen Strategien überzeugen Sie den Chef mit Leichtigkeit:

Hier geht’s zu Ihrem Wunschgehalt


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Häufige Fragen zum Gehalt

Was kann ich bei Unterbezahlung tun?

Wenn Sie das Gefühl haben, unterbezahlt zu sein, bleiben immer drei Optionen: Sie geben sich mit dem jetzigen Gehalt zufrieden; Sie verhandeln eine Gehaltserhöhung oder Sie suchen sich einen neuen und besser bezahlten Job bei einem anderen Arbeitgeber.

Wie viel Gehalt ist gerechtfertigt?

Mehr Gehalt wünscht sich jede(r), aber viel Prozent sind auch realistisch? Als Faustregeln können Sie sich merken: Bei jährlichen Gehaltsverhandlungen gibt es ein Plus zwischen 3-5 Prozent, bei mehr Verantwortung und neue Aufgaben zwischen 5-7 Prozent, bei einer Beförderung 10-15 Prozent und wenn Sie abgeworben werden sind sogar 15-30 Prozent mehr Gehalt drin.

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Ist über Gehalt reden ein Kündigungsgrund?

Sie können jederzeit mit Ihrem Vorgesetzten über Ihr Gehalt reden, wenn Sie damit unzufrieden sind und gute Argumente haben. Ein Kündigungsgrund ist das nie. Auch besteht keine Gefahr einer Abmahnung. Sollte der Arbeitgeber an der Zusammenarbeit und Ihrer Motivation weiterhin interessiert sein, wird er das Gespräch nicht ablehnen.

Zu wenig Gehalt bekommen: Gibt es eine Nachzahlungsfrist?

Wird zu wenig Gehalt auf das Konto des Arbeitnehmers überwiesen, obwohl mehr vereinbart war, können Sie eine Nachzahlung fordern. Eine Forderung sollte zeitnah erfolgen und die Frist innerhalb der nächsten 7 Tage liegen. Die Aufforderung zur Nachzahlung muss schriftlich, kann aber formlos erfolgen und sollte den noch ausstehenden Bruttobetrag enthalten.


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