Gehaltsvergleich: Wo gibt es am meisten Geld?

Die Bezahlung für einen Job sollte niemals das alleinige Kriterium sein, weshalb Sie sich für den einen oder anderen Job entscheiden. Geld allein macht nicht glücklich – das ist eben nicht nur eine so dahergesagte Weisheit, sondern hat einen sehr wahren Kern. Wer nur auf sein Gehalt guckt und einen Job macht, den er nicht leiden kann, steuert geradewegs auf Frust, dauerhaften Stress und ernsthafte Probleme hin. Trotzdem ist das Einkommen natürlich ein wichtiger Faktor, von irgendwas müssen schließlich Rechnungen bezahlt, Kredite finanziert und laufende Kosten gedeckt werden. Ein Gehaltsvergleich ist deshalb keine schlechte Idee und kann auch Motivation sein, den eigenen Werdegang zu hinterfragen und möglicherweise einige Richtungskorrekturen vorzunehmen. Und mal ehrlich: Wir alle interessieren uns dafür, was andere verdienen und wollen wissen, wie wir selbst im Gehaltsvergleich abschneiden – die Neugier ist menschlich und nachvollziehbar…

Gehaltsvergleich: Wo gibt es am meisten Geld?

Gehaltsvergleich: Was ist ausschlaggebend für die Bezahlung?

Blöde Frage werden Sie vielleicht im ersten Moment denken. Ist es doch ein offenes Geheimnis, dass eine gute Ausbildung – sowohl in der Schule als auch die direkte Vorbereitung für den Beruf – mit einer höherem Gehalt einhergeht. Wieso also lange um den heißen Brei herumreden und sich überhaupt Gedanken über andere Faktoren machen?

Die einfache Antwort: Weil es notwendig ist. Es lässt sich zwar nicht drum herum reden, dass die schulische Ausbildung und der Abschluss an der Universität eine große Rolle spielt, alleine sind diese aber nicht verantwortlich. Zwar lässt sich nicht bestreiten, dass Akademiker im Durchschnitt mehr verdienen, fast genauso wichtig ist jedoch, in welcher Branche ein Arbeitnehmer seiner Tätigkeit nachgeht.

Anstatt also nur darauf zu gucken, ob jemand ein abgeschlossenes Studium oder eine Ausbildung hat, sollte bei einem Gehaltsvergleich auch darauf geachtet werden, in welchem Bereich ein Mitarbeiter tätig ist. So können zwei ehemalige Kommilitonen, die den gleichen Studiengang mit gleichen Noten abgeschlossen haben, später deutlich unterschiedliche Jahreseinkommen erhalten, wenn sie in verschiedenen Branchen landen.

Gleiche Qualifikation bedeutet nicht eine ähnliche Bezahlung – bei unterschiedlichen Studiengängen (obwohl beides akademische Grade), kann das Gehalt sogar mehr als verdoppelt werden.

Gehaltsvergleich kann frustrieren und demotivieren

Gehaltsvergleich Berufe Deutschland 2017 BundesländerDie Neugier mag verständlich sein und es ist ein sehr menschliches Bedürfnis, sich mit anderen zu messen, doch ein ständiger Gehaltsvergleich kann auch Nachteile mitbringen. Allen voran: Es kann ungemein frustrierend sein zu sehen, wie viel mehr in anderen Branchen und Berufen verdient wird. Das kann sogar soweit gehen, dass die eigene berufliche Laufbahn komplett hinterfragt wird oder die Motivation für den eigenen Job, der eigentlich immer Spaß gemacht hat, auf einen Tiefpunkt sinkt, weil die Bezahlung scheinbar in keinem Verhältnis zum Aufwand steht.

Findet der Gehaltsvergleich innerhalb des Unternehmens oder sogar innerhalb des Teams statt, kann das Betriebsklima darunter leiden. Niemand will feststellen, dass die Kollegen bei gleicher Arbeit am Ende des Monats mehr auf der Lohnabrechnung haben. Zusätzlich können ernsthafte Selbstzweifel entstehen: Ist meine Arbeit nicht gut genug?, Was machen meine Kollegen anders oder besser?, Habe ich ein Problem mit dem Chef oder stehe vielleicht sogar auf der Abschussliste?

Ein reiner Gehaltsvergleich führt meist zu Ärger, da es doch sehr oberflächlich ist, nur die Zahlen zu betrachten. Vielleicht hat Ihr Kollege Aufgaben, von denen Sie nichts wissen und trägt in einigen Bereichen mehr Verantwortung. Vielleicht bringt er auch Qualifikationen mit und ist Ihnen die ein oder andere Fortbildung voraus. Oder er hat einfach besser verhandelt, als es um das Gehalt ging.

Gehaltsvergleich: So viel verdienen Arbeitnehmer in ihrem Leben

Wie groß die Unterschiede im Gehaltsvergleich ausfallen können, zeigt eine Studie des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das Ergebnis: Höhere Qualifikationen bringen innerhalb einer Berufsgruppe mehr Geld, in welcher Branche gearbeitet und welcher Beruf ausgeübt wird, kann jedoch einen großen Unterschied machen.

Die Studie betrachtet das sogenannte Lebensentgelt – also wie viel ein Arbeitnehmer im Laufe seiner gesamten Karriere verdient. Jobs mit den höchsten Anforderungsniveaus (die meist Akademikern vorbehalten sind), kommen dabei auf ein Lebensentgelt von 2,39 Millionen Euro (brutto). Fachkräfte kommen auf 1,46 Millionen Euro, wer sich jedoch weiterbildet, Fortbildungen besucht und zum Spezialisten auf seinem Gebiet wird, kann sein Einkommen über das ganze Leben auf 2,04 Millionen Euro erhöhen.

Besonders spannend ist jedoch vor allem die weit gefächerte Gehaltsverteilung bei gleichem Abschluss, abhängig davon, in welcher Branche und welchem Beruf ein Arbeitnehmer tätig ist. Nicht nur deutlich, sondern fast schon erschreckend ist dies erneut im Bereich der Fachkräfte. Wer im Gastronomiebereich, der Hotellerie oder im Tourismus arbeitet, verdient während seiner Karriere durchschnittlich 965.000 Euro.

Fachkräfte im IT-Bereich kommen (trotz gleicher Voraussetzungen, was die Qualifikation betrifft) auf ein Lebensentgelt von 2,17 Millionen Euro – deutlich mehr als das Doppelte.

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Gehaltsvergleich für Berufe und Branchen: Wer verdient wie viel?

Die obige Studie zeigt eindrucksvoll die großen Unterschiede im Gehaltsvergleich, ein Lebensentgelt ist jedoch für viele nicht wirklich greifbar. Was zählt, ist das Jahresgehalt oder die monatliche Bezahlung, bei dem sich jeder vorstellen kann, ob es viel oder wenig ist und wo es eine Vorstellung davon gibt, wie viel am Ende wirklich auf dem Konto des Arbeitnehmers ankommt. Oder wissen Sie aus dem Stegreif, wie sich 1,85 Millionen Euro im Leben auf monatliche Kosten herunterrechnen? Eben.

Ein Gehaltsvergleich zwischen Branchen und Berufen zeigt beispielsweise der Stepstone Gehaltsreport 2017 (PDF) Erste Erkenntnis: Fach- und Führungskräfte verdienen im Schnitt 57.150 Euro brutto pro Jahr, das entspricht einem Monatsgehalt von 4762,50 Euro. Das liegt deutlich über den Gesamtdurchschnitt in Deutschland, der bei etwas mehr als 3700 Euro monatlich liegt.

Interessanter ist jedoch der direkte Gehaltsvergleich einzelner Branchen. Auf den ersten fünf Plätzen: Die Chemieindustrie (durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen 5684,50 Euro), die Pharmaindustrie (gerundet auf 5639,50 Euro), Luft- und Raumfahrtinsdustrie (5631,50 Euro), Automotive (5618,25 Euro) und das Bankwesen mit 5616,75 Euro. Diesen absoluten Topverdienern stehen im Gehaltsvergleich aber auch deutlich geringere Bezahlungen gegenüber.

Am schlechtesten schnitt das Handwerk ab. 3135 Euro brutto gibt es hier im Schnitt jeden Monat. Nicht viel besser die Situation in Hotel & Gastronomie (3257,60 Euro), Bildung & Training (3369,20 Euro) oder im Bereich Kultur und Tourismus (3552 Euro).

Ähnlich groß sind die Unterschiede im Gehaltsvergleich einzelner Berufe beziehungsweise Berufsgruppen. Dabei gilt mit wenigen Ausnahmen: Je größer das Unternehmen, desto besser die Gehälter, die den Mitarbeitern gezahlt werden. Wollen Sie mehr verdienen, kann der Wechsel des Arbeitgebers zu einem größeren Konzern deshalb eine Möglichkeit sein.

Ganz vorne im Gehaltsvergleich der Berufe sind die Ärzte. Je nach Größe des Arbeitgebers ist hier ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von bis zu 90.000 Euro drin. Selbst in kleineren Unternehmen sind es rund 6620 Euro pro Monat. Deutlich größer sind die Unterschiede in der Berufsgruppe Recht. Während Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern im Schnitt fast 6580 Euro monatlich zahlen, sind es bei Arbeitgebern bis 500 Mitarbeitern nur 4302 Euro. Immer noch ein guter Verdienst, aber im Gehaltsvergleich deutlich weniger.

Gute Gehaltsaussichten gibt es auch für Bänker (in Großunternehmen durchschnittlich 6300 Euro brutto pro Monat), Ingenieure (6044,25 Euro) und IT-Kräfte (5867,25 Euro).

Aber auch hier gibt es natürlich die andere Seite der Medaille. Pflege- und Therapiekräfte bekommen selbst bei guter Bezahlung in Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern im Schnitt nur 3483 Euro brutto. In Kleinbetrieben sind es mit 2719,80 Euro sogar noch weniger. Handwerker kommen im Schnitt über alle Unternehmen hinweg auf eine Bruttogehalt von 3375,10 Euro und auch Sozialarbeiter schneiden mit einem Gehalt zwischen durchschnittlich 3163,50 Euro und 3830,90 Euro schlecht ab.

Gehaltsvergleich zwischen den Bundesländern: Wo verdienen Sie am meisten?

Doch nicht nur schulische Bildung, Beruf, Branche oder Position sind ausschlaggebend für die Bezahlung. Ein wichtiger Faktor ist und bleibt auch der Ort, an dem Sie arbeiten. Im Gehaltsvergleich zeigt sich deutlich, dass die durchschnittlichen Einkommen zwischen den Bundesländern sehr stark schwanken.

Bemerkenswert, aber vor allem auch erschreckend: Noch immer gibt es große Unterschiede zwischen Süden und Norden, aber vor allem zwischen Westen und Osten in Deutschland. Dabei gibt es auch die bekannten Ausnahmen, die die Regel bestätigen, der Trend ist jedoch zweifelsfrei erkennbar. Die Seite Gehalt.de hat in einer groß angelegten Studie die Gehaltsinformationen von fast 340.000 Arbeitnehmern ausgewertet und daraus einen Gehaltsvergleich aller Bundesländer erstellt.

  • Gehaltsvergleich Platz 1: Hessen

    Durchschnittlich am meisten verdienen Fachkräfte in Hessen. Laut der Studie sind es hier 47.597 Euro im Jahr. Das sind immerhin satte 23 Prozent mehr als der ermittelte bundesweite Durchschnitt.


  • Gehaltsvergleich Platz 2: Baden-Württemberg

    Auf Platz 2 im Gehaltsvergleich findet sich Baden-Württemberg mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 45.229 Euro für Fachkräfte. Auch hier gibt es damit satte 17 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.


  • Gehaltsvergleich Platz 3: Bayern

    Auch Bayern landet als südliches Bundesland weit oben im Gehaltsvergleich. Mit 44.605 Euro ist es nur ein geringer Unterschied zu Baden-Württemberg. Besonders stark gilt die Landeshauptstadt München, die das Durchschnittseinkommen nach oben treibt – und so sind es 15 Prozent mehr als der deutsche Durchschnitt.


  • Gehaltsvergleich Platz 4: Hamburg

    Hamburg ist eine der bereits angesprochenen Ausnahmen. Die Hanseaten kommen auf ein durchschnittliches Gehalt von 44.541 Euro und sind damit fast gleich auf mit den Bayern und liegen ebenfalls 15 Prozent über den Schnitt.


  • Gehaltsvergleich Platz 5: Nordrhein-Westfalen

    Das bevölkerungsreichste Bundesland kommt im Gehaltsvergleich auf Rank 5. Mit 41.702 Euro sind es für NRW noch 8 Prozent über den Durchschnitt.


  • Gehaltsvergleich Platz 6: Rheinland-Pfalz

    Ähnlich sieht es bei den Nachbarn in Rheinland-Pfalz aus. Ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 41.073 Euro reicht für Platz 6 und sechs Prozent mehr Gehalt als der Durchschnitt.


  • Gehaltsvergleich Platz 7: Berlin

    Als einziges ostdeutsches Bundesland hat es Berlin in die Top 10 geschafft. Auch hier sind es 6 Prozent mehr als der bundesweite Durchschnitt. Fachkräfte in Berlin verdienen circa 41.020 Euro pro Jahr.


  • Gehaltsvergleich Platz 8: Bremen

    Mit Bremen landet auch der dritte deutsche Stadtstaat in der oberen Hälfte des Gehaltsvergleichs. Durchschnittlich dürfen Fachkräfte sich hier über 40.313 Euro freuen (+4 Prozent im Vergleich zum Rest von Deutschland).


  • Gehaltsvergleich Platz 9: Saarland

    Als erstes Bundesland unterhalb der Marke von 40.000 Euro jährlich landet das Saarland auf Platz 9. 39.430 Euro machen immerhin noch zwei Prozent mehr als der deutsche Durchschnitt.


  • Gehaltsvergleich Platz 10: Niedersachsen

    Niedersachsen ist mit Platz 10 das erste Bundesland, in dem weniger verdient wird als im bundesweiten Durchschnitt. Fachkräfte kommen hier auf einen Verdienst von 37.847 Euro – zwei Prozent weniger als der Schnitt im gesamten Land.


  • Gehaltsvergleich Platz 11: Schleswig-Holstein

    Mit schon 5 Prozent weniger als der Schnitt schafft es Schleswig-Holstein nur auf Rank 11. Hier sind es 36.581 Euro.


  • Gehaltsvergleich Platz 12: Thüringen

    Die letzten Plätze machen die ostdeutschen Bundesländer unter sich aus – und dies sogar mit recht deutlichem Abstand. Thüringen liegt mit 32.940 Euro und einer Differenz von -15 Prozent zum Durchschnitt auf Platz 12.


  • Gehaltsvergleich Platz 13: Sachsen

    In Sachen gibt es für Fachkräfte noch weniger: 32.193 Euro (-17 Prozent zum Durchschnitt) reichen gerade einmal für Platz 13 im Gehaltsvergleich.


  • Gehaltsvergleich Platz 14: Brandenburg

    Den drittletzten Platz belegt Brandenburg mit 31.584 Euro und einer Abweichung von -18 Prozent.


  • Gehaltsvergleich Platz 15: Sachsen-Anhalt

    Knapp dahinter landet Sachsen-Anhalt mit 31.338 Euro (-19 Prozent) auf dem vorletzten Platz.


  • Gehaltsvergleich Platz 16: Mecklenburg-Vorpommern

    Satte 21 Prozent unterhalb des bundesweiten Durchschnitts liegt Mecklenburg-Vorpommern. Fachkräfte verdienen hier im Schnitt gerade einmal 30.607 Euro im Jahr.

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
7. Juli 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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