Gehaltsvergleich: Wo gibt es am meisten Geld?

Über Geld spricht man nicht – doch macht ein Gehaltsvergleich sehr neugierig. Wir wollen wissen, was der direkte Kollege verdient, wie die Bezahlung für andere Jobs, Studiengänge oder Branchen aussieht. Die Frage nach dem Gehaltsvergleich ist weit verbreitet: Wer verdient wie viel?

Die Bezahlung sollte niemals das alleinige Kriterium für die Beurteilung eines Jobs oder einer Karriere sein, sie ist aber dennoch ein wichtiger Faktor. So kann ein Gehaltsvergleich Anreiz sein, das eigene Entgelt zu hinterfragen oder daran zu arbeiten, mehr zu verdienen und im Gehaltsvergleich aufzusteigen.

Wir zeigen im großen Gehaltsvergleich: Das sind die wichtigsten Faktoren und Einflussgrößen auf die Bezahlung! Und welche Branchen, Berufe und Bundesländer im Gehaltsvergleich ganz vorne landen…

Gehaltsvergleich: Wo gibt es am meisten Geld?

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Die wichtigsten Faktoren im Gehaltsvergleich

„Blöde Frage“ werden Sie vielleicht im ersten Moment denken. Ist es doch ein offenes Geheimnis, dass eine gute Ausbildung – sowohl in der Schule als auch die direkte Vorbereitung für den Beruf – mit einer höherem Gehalt einhergeht. Wieso also lange um den heißen Brei herumreden und sich überhaupt Gedanken über andere Faktoren machen?

Die einfache Antwort: Weil es notwendig ist. Es stimmt, dass eine bessere Ausbildung die Chancen im Gehaltsvergleich deutlich steigern kann. So bringt das Abitur im Schnitt mehr als andere Schulabschlüsse, Bachelorabsolventen bekommen wiederum mehr als Abiturienten und wer mit einem Masterabschluss die Uni verlässt, dem winkt das höchste Gehalt.

Allerdings gibt es noch einmal große Unterschiede innerhalb der einzelnen Bildungsgrade. Soll heißen: Es reicht bei weitem nicht aus, nur auf die schulische oder universitäre Ausbildung zu achten. Darüber hinaus gibt es gleich mehrere Faktoren, die eine entscheidende Rolle im Gehaltsvergleich spielen:

  • Position
    Zu Beginn der Karriere ist das Gehalt niedriger als für langjährige Fach- und Führungskräfte. Gerade mit größerer Führungsverantwortung steigt auch die Bezahlung. Positiv wirkt sich auch die wachsende Berufserfahrung aus. Mitarbeiter zwischen 40 und 50 Jahren verdienen durchschnittlich am besten.
  • Studienfach
    Ein Bachelor oder Master steigert die Aussichten auf ein höheres Gehalt und im allgemeinen Gehaltsvergleich schneiden Akademiker gut ab. Wie hoch das Gehalt letztlich tatsächlich ist, hängt aber maßgeblich vom gewählten Studienfach ab. Schon für Berufseinsteiger kann der Unterschied bei 15.000 Euro oder mehr im Jahr liegen. Nicht jedes Studienfach führt in eine besonders hochbezahlte Karriere.
  • Branche
    Mindestens genauso ausschlaggebend ist, in welche Branche es einen Mitarbeiter verschlägt. Einige Bereiche zahlen klassischerweise besonders gut, etwa die Chemiebranche, das Bankwesen oder auch der medizinische Bereich. Auf der anderen Seite wird in Touristik, Kultur oder auch im Werbebereich eher schlecht bezahlt. Solche Unterschiede machen sich auch in einem Gehaltsvergleich bemerkbar.
  • Unternehmensgröße
    Großkonzerne zahlen häufig deutlich höhere Gehälter als kleine Firmen. Je weniger Mitarbeiter bei einem Unternehmen beschäftigt sind, desto schlechter schneidet dieses durchschnittlich im Gehaltsvergleich ab.
  • Bundesland
    Nicht unterschätzt werden sollte der Einfluss, den der Standort des Unternehmens auf den Gehaltsvergleich haben kann. Gerade die neuen Bundesländer im Osten haben ein niedriges Lohnniveau, während im Süden besonders gut gezahlt wird.

Zusätzlich entscheidet das Verhandlungsgeschick und macht sich im Gehaltsvergleich bemerkbar. Ein anderer Mitarbeiter, der dieselben Aufgaben erledigt und über gleiche Qualifikationen verfügt, kann in der Praxis mehr oder weniger verdienen, je nach dem, wer von beiden sich in der Gehaltsverhandlung besser angestellt hat.


Tipp für mehr Gehalt: Nutzen Sie die Leistungsmappe

Um in der Verhandlung das Maximum rauszuholen und im Gehaltsvergleich besser abzuschneiden, sollten Sie eine Leistungsmappe anlegen und zum Gespräch mitbringen. In dieser Mappe sammeln Sie alle Argumente, die für eine bessere Bezahlung sprechen.

Angefangen von der Beschreibung Ihrer Tätigkeit, über Ihre Erfolge und Leistungen bis zu Weiterbildungen, die Sie seit der letzten Gehaltsverhandlung gemacht haben. Kurz gesagt: Die Leistungsmappe verdeutlicht, warum Sie mehr verdienen sollten.

Wie Sie die Leistungsmappe anlegen, erfahren Sie in unserem Artikel dazu:

Leistungsmappe: Argumente für mehr Gehalt



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Gehaltsvergleich nach…

Auch in diesem Jahr dürfen Mitarbeiter sich wieder über gestiegene Bezahlungen freuen. Unterschiedlichen Untersuchungen und Schätzungen zufolge wird das Lohnniveau in Deutschland um zwei bis drei Prozent wachsen. Der StepStone Gehaltsreport gibt für Fach- und Führungskräfte ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 58.785 Euro (brutto) an – macht 4898,75 Euro im Monat.

Wichtig ist: Für diesen Gehaltsvergleich wurden Fach- und Führungskräfte analysiert, deren Gehalt über dem allgemeinen Durchschnitt liegt. In diese Studie fallen somit auch Top-Verdiener, die den Durchschnittswert für den Gehaltsvergleich in die Höhe treiben.

Dabei zeigt der Gehaltsvergleich wie wichtig Personalverantwortung als Einflussgröße auf die Bezahlung ist: Wer im Job Personalverantwortung übernimmt, also wortwörtlich Führungskraft ist, verdient laut Gehaltsvergleich durchschnittlich 74.744 brutto im Jahr. Fachkräfte ohne Führungsposition liegen im Schnitt bei 50.317 Euro.

Je mehr andere Mitarbeiter geführt werden und je größer die Personalverantwortung damit ist, desto höher wird dabei die Bezahlung. Wer zwischen einem und vier Mitarbeiter leitet, bekommt im Gehaltsvergleich durchschnittlich 63.696 Euro, ab fünf Mitarbeitern sind es 74.422 Euro.

Bei einer Teamgröße von mindestens 15 Mitarbeitern steigt das Durchschnittsgehalt auf 82.903 Euro. Bei Personalverantwortung für mehr als 50 Mitarbeiter sind es schon 91.676 Euro und wer Verantwortung für mehr als 100 Mitarbeiter trägt, verdient im Schnitt sechsstellig mit 111.719 Euro.

Große Unterschiede im Gehaltsvergleich gibt es darüber hinaus auch durch andere Faktoren. In den folgenden Tabellen haben wir den Gehaltsvergleich übersichtlich für Sie zusammengestellt:

Studiengängen

Studiengang Durchschnittliches Bruttogehalt
Medizin und Zahnmedizin 92.215 Euro
Rechtswissenschaften 77.877 Euro
Wirtschaftsingenieurwesen 72.437 Euro
Ingenieurwissenschaften 70.879 Euro
Wirtschaftsinformatik 70.321 Euro

Berufserfahrung

Berufserfahrung Akademiker mit/ohne Hochschulabschluss
Bis zu 2 Jahre 46.093 Euro / 34.443 Euro
3 bis 5 Jahre 55.985 Euro / 40.913 Euro
6 bis 10 Jahre 68.197 Euro / 48.019 Euro
11 bis 25 Jahre 84.661 Euro / 56.797 Euro
Mehr als 25 Jahre 94.493 Euro / 59.544 Euro

Berufsgruppen

Berufsgruppe Durchschnittliches Bruttogehalt
Ärzte 92.316 Euro
Finanzen 76.354 Euro
Recht 70.042 Euro
Banking 65.006 Euro
Ingenieure 64.541 Euro
(Unternehmens-)Berater 63.893 Euro
Vertrieb 63.837 Euro
IT 60.545 Euro
Marketing 60.424 Euro
Personal 58.408 Euro
PR 57.741 Euro
Forschung und Labor 56.466 Euro
Versicherungswesen 55.301 Euro
Einkauf und Logistik 51.501 Euro
Bildung 50.352 Euro
Gesundheit und soziale Dienste 49.866 Euro
Design und Gestaltung 48.259 Euro
Technische Berufe 46.119 Euro


Ingenieurwesen, IT & Technik

Beruf Einstiegsgehalt Jobprofil
Industriemechaniker 2.500 Euro Zum Berufsbild
Informatiker 3.800 Euro Zum Berufsbild
Ingenieure 3.850 Euro Zum Berufsbild
Lokführer 2.450 Euro Zum Berufsbild
Kfz-Mechatroniker 2.900 Euro Zum Berufsbild
Mechatroniker 2.200 Euro Zum Berufsbild
Wirtschaftsinformatiker 4.350 Euro Zum Berufsbild


Handel, Vertrieb & Logistik

Beruf Einstiegsgehalt Jobprofil
Industriekaufleute 2.750 Euro Zum Berufsbild
Juweliere 2.400 Euro Zum Berufsbild
Key Account Manager 3.900 Euro Zum Berufsbild
Kommissionierer 1.700 Euro Zum Berufsbild
Logistiker 3.150 Euro Zum Berufsbild


Management, Finanzen & Beratung

Beruf Einstiegsgehalt Jobprofil
Betriebswirte 2.800 Euro Zum Berufsbild
Consultants 4.450 Euro Zum Berufsbild
Controller 3.600 Euro Zum Berufsbild
Prokuristen 7.050 Euro Zum Berufsbild
Unternehmensberater 4.500 Euro Zum Berufsbild


Dienstleistungen & Freiberufe

Beruf Einstiegsgehalt Jobprofil
Architekten 2.900 Euro Zum Berufsbild
Assistenten 2.300 Euro Zum Berufsbild
Coaches 3.050 Euro Zum Berufsbild
Detektive 1.700 Euro Zum Berufsbild
Eventmanager 2.750 Euro Zum Berufsbild
Immobilienmakler 3.305 Euro Zum Berufsbild
Logopäden 1.800 Euro Zum Berufsbild
Schauspieler 1.800 Euro Zum Berufsbild
Sekretäre 2.250 Euro Zum Berufsbild


Gesundheit & Soziales

Beruf Einstiegsgehalt Jobprofil
Ärzte 4.950 Euro Zum Berufsbild
Gerichtsmediziner 3.600 Euro Zum Berufsbild
Hebammen 2.100 Euro Zum Berufsbild
Heilpraktiker 2.000 Euro Zum Berufsbild
Kardiologen 5.350 Euro Zum Berufsbild
Krankenschwestern 2.100 Euro Zum Berufsbild
Pharmareferenten 2.500 Euro Zum Berufsbild
Physiotherapeuten 2.100 Euro Zum Berufsbild
Psychiater 4.900 Euro Zum Berufsbild
Sozialarbeiter 2.350 Euro Zum Berufsbild
Sozialpädagogen 2.400 Euro Zum Berufsbild


Handwerk

Beruf Einstiegsgehalt Jobprofil
Bäcker 1.950 Euro Zum Berufsbild
Dachdecker 2.750 Euro Zum Berufsbild
Elektriker 1.800 Euro Zum Berufsbild
Fliesenleger 2.050 Euro Zum Berufsbild
Friseure 1.450 Euro Zum Berufsbild
Klempner 2.150 Euro Zum Berufsbild
Zimmerleute 2.000 Euro Zum Berufsbild


Öffentlicher Dienst

Beruf Einstiegsgehalt Jobprofil
Erzieher 2.300 Euro Zum Berufsbild
Grundschullehrer 2.500 Euro Zum Berufsbild
Kindergärtner 1.602 Euro Zum Berufsbild
Politiker 3.000 Euro Zum Berufsbild
Schulleiter 3.900 Euro Zum Berufsbild


Branchen

Branche Durchschnittliches Bruttogehalt
Banken 69.703 Euro
Pharmaindustrie 69.515 Euro
Fahrzeugbau 68.778 Euro
Chemie- und erdöl-verarbeitende Industrie 66.972 Euro
Konsum und Gebrauchsgüter 65.789 Euro
Luft- und Raumfahrt 65.545 Euro
Maschinen- und Anlagenbau 64.892 Euro
Versicherungen 64.766 Euro
Medizintechnik 64.566 Euro
Energie- und Wasserversorgung 64.300 Euro

Bundesländern

Bundesland Durchschnittliches Bruttogehalt
Hessen 64.335 Euro
Bayern 62.243 Euro
Baden-Württemberg 61.677 Euro
Hamburg 59.111 Euro
Nordrhein-Westfalen 58.815 Euro
Rheinland-Pfalz 55.933 Euro
Bremen 55.786 Euro
Berlin 54.392 Euro
Niedersachsen 54.150 Euro
Schleswig-Holstein 52.563 Euro
Thüringen 48.334 Euro
Sachsen 47.292 Euro
Sachsen-Anhalt 46.890 Euro
Brandenburg 46.575 Euro
Mecklenburg-Vorpommern 45.135 Euro

Städten

Stadt Durchschnittliches Bruttogehalt
Frankfurt am Main 70.974 Euro
München 67.425 Euro
Stuttgart 66.444 Euro
Ulm 65.214 Euro
Düsseldorf 63.700 Euro
Bonn 63.634 Euro
Darmstadt 63.287 Euro
Essen 61.836 Euro
Mainz 61.663 Euro
Heidelberg 61.577 Euro


Entgelttransparenzgesetz soll Gehaltsvergleich ermöglichen

Ein direkter Gehaltsvergleich mit den Kollegen ist oft schwierig, weil kaum offen über das Gehalt gesprochen wird. So bleiben auch ungleiche Bezahlungen innerhalb des Teams meist unbemerkt. Mit dem Entgelttransparenzgesetz kann zumindest teilweise ein Gehaltsvergleich ermöglicht werden.

Das Gesetz regelt einen Auskunftsanspruch, durch den Arbeitnehmer erfahren können, was vergleichbare Kollegen beim selben Arbeitgeber verdienen.

Allerdings gilt dieser Anspruch nicht für jeden. Das Entgelttransparanzgesetz ermöglicht eine Auskunft nur für Beschäftigte bei Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. Zudem muss es mindestens sechs Angestellte des jeweils anderen Geschlechts geben, die in einer vergleichbaren Tätigkeit arbeiten.

Durch diese Einschränkungen können viele Beschäftigte die Auskunft nicht in Anspruch nehmen, was einen großen Kritikpunkt am Gesetz darstellt.


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Gehaltsvergleich sorgt für Frust

Übertreiben Sie es mit dem Vergleichen aber bitte nicht. Wer sich ständig mit anderen vergleicht – auch beim Gehalt -, wird auf Dauer unglücklich. Das haben schon mehrere Studien bewiesen. Das Bedürfnis, sein Gehalt besser einzuschätzen, ist zwar nachvollziehbar. Es kann aber auch frustrierend sein, zu sehen, wie viel mehr in anderen Branchen und Berufen verdient wird.

Im Extrem verlieren Sie darüber die Motivation für den Job oder zweifeln gar ihre Berufswahl an, weil die Bezahlung in keinem günstigen Verhältnis zum Aufwand steht. Findet der Gehaltsvergleich innerhalb des Unternehmens oder innerhalb des Teams statt, kann wiederum das Betriebsklima darunter leiden.

Natürlich sollten Gehälter fair sein. Sie sollten verdienen, was Sie verdienen. Buchstäblich. Aber das ist erstens vor allem Verhandlungssache und zweitens sollte Geld nie das Hauptmotiv für Ihre Arbeit sein. Sonst machen Sie sich und Ihre Zufriedenheit davon abhängig.

Gelegentliche Gehaltsvergleiche sind eine gute Grundlage für ein anstehendes Gehaltsgespräch. „Die anderen bekommen mehr“, ist aber nie ein gutes Argument. Vielleicht übernehmen die anderen auch mehr Verantwortung, erzielen bessere Ergebnisse, verhandeln besser. Ein direkter Gehaltsvergleich lässt sich immer aushebeln. Was zählt, ist allein die eigene Leistung und Motivation in Gegenwart und Zukunft.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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5. August 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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