Gehaltsvergleich: Wo gibt es am meisten Geld?

Die Bezahlung für einen Job sollte niemals das alleinige Kriterium sein, doch mal ehrlich: Natürlich ist es ein wichtiger Faktor. Nicht nur der eigene Verdienst wird dabei genau betrachtet, sondern auch der Gehaltsvergleich mit anderen. Direkte Kollege, ähnliche Werdegänge und Qualifikationen oder andere Ausbildungen, Studiengänge, Branchen und Jobs – jeder stellt sich die Frage: Wer verdient wie viel? Über Geld spricht man zwar nicht, doch ein Gehaltsvergleich bietet den Anreiz, die eigene berufliche Laufbahn zu hinterfragen, Anpassungen vorzunehmen und so im Gehaltsvergleich besser abzuschneiden. Wir zeigen im großen Gehaltsvergleich: Das sind die wichtigsten Einflussgrößen auf die Bezahlung und diese Branchen, Berufe und Bundesländer landen im Gehaltsvergleich ganz weit vorne…

Gehaltsvergleich: Wo gibt es am meisten Geld?

Die wichtigsten Faktoren im Gehaltsvergleich

Blöde Frage werden Sie vielleicht im ersten Moment denken. Ist es doch ein offenes Geheimnis, dass eine gute Ausbildung – sowohl in der Schule als auch die direkte Vorbereitung für den Beruf – mit einer höherem Gehalt einhergeht. Wieso also lange um den heißen Brei herumreden und sich überhaupt Gedanken über andere Faktoren machen?

Die einfache Antwort: Weil es notwendig ist. Es lässt sich zwar nicht drum herum reden, dass die schulische Ausbildung und der Abschluss an der Universität eine große Rolle spielt, alleine sind diese aber nicht verantwortlich. Hier lässt sich zunächst einmal nur sagen:

Je höher der Abschluss, desto besser die Chancen im späteren Gehaltsvergleich. Das Abitur bringt mehr als andere Schulabschlüsse, Bachelorabsolventen bekommen im Schnitt wiederum mehr als Abiturienten und wer mit einem Masterabschluss die Uni verlässt, hat die besten Chancen auf ein hohes Gehalt.

Allerdings gibt es noch einmal große Unterschiede innerhalb der einzelnen Bildungsgrade. Soll heißen: Es reicht bei weitem nicht aus, nur auf die schulische oder universitäre Ausbildung zu achten. Darüber hinaus gibt es gleich mehrere Faktoren, die eine entscheidende Rolle im Gehaltsvergleich spielen:

  • Studienfach

    Ein Bachelor oder Master steigert die Aussichten auf ein höheres Gehalt – wie hoch dieses wirklich ist, hängt aber maßgeblich vom gewählten Studienfach ab. Schon für Berufseinsteiger kann der Unterschied bei 15.000 Euro oder mehr im Jahr liegen. So verdienen Naturwissenschaftler im Schnitt fast 49.000 Euro, Geisteswissenschaftler bringen es am Karrierebeginn nur auf durchschnittlich 35.000 Euro.

  • Branche

    Mindestens genauso ausschlaggebend ist, in welche Branche es einen Mitarbeiter verschlägt. Einige Bereiche zahlen klassischerweise besonders gut, etwa die Chemiebranche, das Bankwesen oder auch der medizinische Bereich. Auf der anderen Seite wird in Touristik, Kultur oder auch im Werbebereich eher schlecht bezahlt. Solche Unterschiede machen sich auch in einem Gehaltsvergleich bemerkbar.

  • Unternehmensgröße

    Großkonzerne zahlen häufig deutlich höhere Gehälter als kleine Firmen. Zudem existieren hier häufiger ein Betriebsrat und Kontakte zu Gewerkschaften, so dass häufig nach Tarifvertrag gezahlt wird. Beispiel dafür ist die IG Metall, die üblicherweise sehr gute Konditionen für ihre Mitglieder aushandelt, wovon unter anderem Arbeitnehmer in der Automobilindustrie profitieren.

  • Beruf

    Mit Abitur oder einem anderen Abschluss stehen unzählige Türen und Möglichkeiten offen. Die Wahl des Berufs ist natürlich ein grundlegender Faktor im Gehaltsvergleich. Das zeigt sich gut an einem Vergleich innerhalb einer Branche: Systemadministratoren dürfen sich im Jahr über durchschnittlich 50.000 Euro freuen, für IT-Projektleiter sind hingegen bis zu 75.000 Euro drin. Auf der anderen Seite verdienen PC-Techniker deutlich weniger um kommen nur auf knapp 34.000 Euro.

  • Personalverantwortung

    Im Gehaltsvergleich wirkt sich besonders stark die eigene Position aus. Nicht nur, ob Sie als Berufsanfänger in einem Unternehmen Ihre Karriere beginnen, sondern auch, ob Sie eine Führungsrolle mit Personalverantwortung übernehmen oder nicht. (Details weiter unten.)

  • Standort

    Nicht unterschätzt werden sollte der Einfluss, den der Standort des Unternehmens auf den Gehaltsvergleich haben kann. Gerade die neuen Bundesländer im Osten schneiden im Gehaltsvergleich regelmäßig schlechter ab, während im Süden Deutschlands durchschnittlich besonders gut gezahlt wird. Bei ansonsten gleichen Bedingungen, also Ausbildung, Qualifikationen, Erfahrung und Tätigkeit, kann der Standort dennoch einen Unterschied von mehreren Tausend Euro ausmachen.

Zusätzlich kann das Verhandlungsgeschick einen Unterschied im Gehaltsvergleich machen. Ein anderer Mitarbeiter, der dieselben Aufgaben erledigt und über gleiche Qualifikationen verfügt, kann in der Praxis mehr oder weniger verdienen, je nach dem, wer von beiden sich in der Gehaltsverhandlung besser angestellt hat.

Vorsicht beim Gehaltsvergleich: Es drohen Frust und Demotivation

Gehaltsvergleich Berufe Deutschland 2017 BundesländerDie Neugier mag verständlich sein und es ist ein sehr menschliches Bedürfnis, sich mit anderen zu messen, doch ein ständiger Gehaltsvergleich kann auch Nachteile mitbringen. Allen voran: Es kann ungemein frustrierend sein zu sehen, wie viel mehr in anderen Branchen und Berufen verdient wird.

Das kann sogar soweit gehen, dass die eigene berufliche Laufbahn komplett angezweifelt wird oder die Motivation für den eigenen Job, der eigentlich immer Spaß gemacht hat, auf einen Tiefpunkt sinkt, weil die Bezahlung scheinbar in keinem Verhältnis zum Aufwand steht.

Findet der Gehaltsvergleich innerhalb des Unternehmens oder sogar innerhalb des Teams statt, kann das Betriebsklima darunter leiden. Niemand will feststellen, dass die Kollegen bei gleicher Arbeit am Ende des Monats mehr auf der Lohnabrechnung haben. Zusätzlich können ernsthafte Selbstzweifel entstehen: Ist meine Arbeit nicht gut genug?, Was machen meine Kollegen anders oder besser?, Habe ich ein Problem mit dem Chef oder stehe vielleicht sogar auf der Abschussliste?

Ein reiner Gehaltsvergleich führt meist zu Ärger, da es doch sehr oberflächlich ist, nur die Zahlen zu betrachten. Vielleicht hat Ihr Kollege Aufgaben, von denen Sie nichts wissen und trägt in einigen Bereichen mehr Verantwortung. Vielleicht bringt er auch Qualifikationen mit und ist Ihnen die ein oder andere Fortbildung voraus. Oder er hat einfach besser verhandelt, als es um das Gehalt ging.

Gehaltsvergleich nach…

Auch in diesem Jahr dürfen Mitarbeiter sich wieder über gestiegene Bezahlungen freuen. Unterschiedlichen Untersuchungen und Schätzungen zufolge wird das Lohnniveau in Deutschland um zwei bis drei Prozent wachsen. Der aktuelle StepStone Gehaltsreport gibt für Fach- und Führungskräfte ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 58.090 Euro (brutto) an – macht 4840,83 Euro im Monat.

Ganz schön hoch, dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass es sich um Fach- und Führungskräfte handelt, deren Gehaltsniveau durchaus höher liegt und auch Top-Verdiener den Durchschnittswert in die Höhe treiben können. Dabei zeigt die Studie auch:

Im Gehaltsvergleich macht es einen enormen Unterschied, ob ein Arbeitnehmer im Job Personalverantwortung hat, also wortwörtlich Führungskraft ist. Mit Personalverantwortung winken fast 68.000 Euro jährlich, ohne sind es immerhin noch knapp 52.000 Euro – bleibt dennoch ein satter Unterschied von 16.000 Euro pro Jahr.

Zudem gilt die Regel: Je mehr Mitarbeiter geführt werden, je größer die Personalverantwortung ist, desto höher fällt die Bezahlung aus. Wer zwischen einem und vier Mitarbeiter leitet, bekommt im Gehaltsvergleich durchschnittlich 57.301 Euro, bei 15 Mitarbeiter sind es schon 75.531 Euro, über 50 Mitarbeitern warten 84.703 Euro und ab 100 Mitarbeitern gibt es laut Gehaltsreport 102.531 Euro.

Welche Unterschiede es darüber hinaus im Gehaltsvergleich gibt, haben wir in den folgenden Tabellen übersichtlich für Sie zusammengestellt:

Studiengängen

Studiengang

Durchschnittliches Bruttogehalt
Medizin81.608 Euro
Wirtschaftsingenieurwesen74.260 Euro
Wirtschaftsinformatik73.619 Euro
Ingenieurwissenschaften72.058 Euro
Mathematik und Informatik70.827 Euro

Berufserfahrung

Berufserfahrung

Akademiker mit Hochschulabschluss
Fachkräfte ohne Hochschulabschluss
Bis zu 2 Jahre47.541 Euro35.933 Euro
Zwischen 3 und 5 Jahren55.721 Euro41.296 Euro
Zwischen 6 und 10 Jahren66.837 Euro45.578 Euro
Zwischen 11 und 25 Jahren81.586 Euro52.358 Euro
Mehr als 25 Jahre83.621 Euro54.989 Euro

Berufsgruppen

Beruf

Durchschnittliches Bruttogehalt
Ärzte77.359 Euro
Finanzen72.222 Euro
Banken64.152 Euro
(Unternehmens-)Berater63.717 Euro
Ingenieure62.802 Euro
IT62.278 Euro
Recht61.690 Euro
Marketing60.468 Euro
Vertrieb58.020 Euro
Personal57.593 Euro
Naturwissenschaftliche Forschung und Labor56.317 Euro
PR56.000 Euro
Versicherungswesen55.874 Euro
Technische Ausbildungsberufe53.292 Euro
Einkauf, Materialwirtschaft, Logisitk47.907 Euro
Design und Gestaltung47.058 Euro
Administration und Sekretariat43.919 Euro
Handwerk43.034 Euro

Branchen

Branche

Durchschnittliches Bruttogehalt
Banken70.823 Euro
Pharmaindustrie70.043 Euro
Fahrzeugbau und -zulieferer67.942 Euro
Chemie- und erdölverarbeitende Industrie67.753 Euro
Versicherungen66.327 Euro
Luft- und Raumfahrt66.188 Euro
Medizintechnik65.892 Euro
Maschinen- und Anlagenbau65.320 Euro
Konsum- und Gebrauchsgüter65.164 Euro
Finanzdienstleister64.735 Euro

Bundesländern

Bundesland

Durchschnittliches Bruttogehalt
Hessen65.296 Euro
Baden-Württemberg62.375 Euro
Bayern62.172 Euro
Hamburg60.774 Euro
Nordrhein-Westfalen58.846 Euro
Bremen57.881 Euro
Rheinland-Pfalz55.275 Euro
Saarland54.710 Euro
Berlin54.247 Euro
Niedersachsen53.545 Euro
Schleswig-Holstein52.105 Euro
Brandenburg45.066 Euro
Thüringen44.102 Euro
Sachsen43.096 Euro
Sachsen-Anhalt42.340 Euro
Mecklenburg-Vorpommern42.063 Euro

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Tops und Flops: Gehaltsvergleich nach Städten

Wie viel Sie verdienen, hängt unter anderem vom Wohnort ab – selbst innerhalb eines Bundeslandes kann es Unterschiede in ein und derselben Branche geben. Hier zeigt sich das Stadt-Land-Gefälle. Das angesprochene Ost-West-Gefälle lässt sich beim Gehaltsvergleich nach Städten ebenfalls beobachten.

Die zehn Städte beziehungsweise Landkreise mit dem höchsten Einkommen liegen im Süden und Westen der Republik. Die Orte mit dem geringsten Einkommen liegen ausnahmslos in Ostdeutschland, wobei Platz 8 und 9 im Einkommen identisch sind.

Im Gehaltsvergleich höchstes Einkommen


Stadt/Landkreis

Durchschnittliches Bruttogehalt
Ingolstadt (Bayern)55.620 Euro
Erlangen (Bayern)55.596 Euro
Wolfsburg (Niedersachsen)55.464 Euro
Böblingen (Baden-Württemberg)55.152 Euro
Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz)54.408 Euro
Stuttgart (Baden-Württemberg)52.212 Euro
München (Bayern)50.724 Euro
Darmstadt (Hessen)50.220 Euro
Frankfurt am Main (Hessen)50.184 Euro
Leverkusen (Nordrhein-Westfalen)50.040 Euro


Im Gehaltsvergleich geringstes Einkommen


Stadt/Landkreis

Durchschnittliches Bruttogehalt
Görlitz (Sachsen)26.196 Euro
Erzgebirgskreis (Sachsen)26.292 Euro
Vorpommern-Rügen (Mecklenburg-Vorpommern)26.328 Euro
Elbe-Elster (Brandenburg)26.580 Euro
Altenburger Land (Thüringen)26.616 Euro
Havelland (Brandenburg)26.724 Euro
Greiz (Thüringen)26.796 Euro
Landkreis Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)26.868 Euro
Prignitz (Brandenburg)26.868 Euro
Vogtlandkreis (Sachsen)26.892 Euro

Gehaltsvergleich innerhalb der EU-Staaten

Sie planen einen Job im Ausland anzunehmen? Dann haben wir hier einen Gehaltsvergleich für die Staaten innerhalb der Europäischen Union. Was Sie dabei unbedingt beachten sollten:

So manches Jahresgehalt mag exorbitant wirken – bedenken Sie allerdings die Steuerlast im jeweiligen Land. Bekanntermaßen ist die in den skandinavischen Ländern deutlich höher als in Deutschland. Auf der anderen Seite stehen Länder wie Dänemark für ein ganz besonderes Lebensgefühl, auch als „Hygge“ bekannt.

Die Steuern fließen vor allem in ein gut ausgebautes soziales System. Nicht umsonst zählen diese Länder zu den glücklichsten Nationen der Erde.

Gleichzeitig steht Auswandern nach Mallorca für viele Deutsche hoch im Kurs. Im Gehaltsvergleich ist Spanien zwar im Mittelfeld. Auf der anderen Seite locken Lebensfreude und fast ganzjährige Schönwettergarantie.

Staat

Durchschnittliches Bruttogehalt (Jahr)
Dänemark55.968 Euro
Luxemburg50.952 Euro
Irland48.036 Euro
Schweden45.060 Euro
Niederlande42.528 Euro
Vereinigtes Königreich40.908 Euro
Deutschland40.560 Euro
Belgien40.152 Euro
Finnland39.600 Euro
Österreich35.928 Euro
Frankreich34.368 Euro
Italien31.020 Euro
Spanien25.224 Euro
Zypern22.476 Euro
Malta21.348 Euro
Griechenland19.668 Euro
Slowenien19.128 Euro
Portugal15.168 Euro
Estland13.068 Euro
Polen11.880 Euro
Kroatien11.868 Euro
Slowakei11.304 Euro
Tschechien11.124 Euro
Lettland9.744 Euro
Ungarn9.600 Euro
Litauen8.472 Euro
Rumänien6.324 Euro
Bulgarien5.232 Euro
[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
12. März 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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