Kommissionierer: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Den Beruf Kommissionierer kennen nur wenige, obwohl alle in irgendeiner Form davon abhängig sind. Als Kommissionierer erfüllen Sie gewissermaßen Kundenwünsche: Sie sorgen dafür, dass Bestellungen realisiert werden, indem die georderte Ware ordnungsgemäß zusammengetragen wird.

Entsprechend findet ein Hauptteil der Arbeit in großen Hallen und Lagerräumen statt. Die Einsatzbereiche und damit auch Chancen sind trotzdem groß und vielseitig.

Hier erfahren Sie alles rund um den Beruf Kommissionierer mit Informationen, wie Sie Kommissionierer werden können, welche Gehälter drin sind und welche Perspektiven Sie haben…

Kommissionierer: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man Kommissionierer?

Die Zugangsvorraussetzungen zu diesem Job sind unterschiedlich und abhängig vom Arbeitgeber beziehungsweise Standort. So eignet sich die Tätigkeit beispielsweise für den Quereinstieg, an Hochschulstandorten wird sie oft von Studierenden als Studentenjob ausgeübt.

Kommissionierer ist dabei keine geschützte Berufsbezeichnung, weil es in dem Sinne keine Ausbildung zum Kommissionierer gibt. Synonym werden auch folgende Begriffe verwendet:

➠ Transportarbeiter
➠ Lagerarbeiter
➠ Picker
➠ Warehouse Operative
➠ Handelsfachpacker

Da aber in Deutschland großer Wert auf eine abgeschlossene Berufsausbildung gelegt wird, wird diese Tätigkeit im Rahmen einer dualen Ausbildung angeboten. Gängige Zugangsmöglichkeiten dafür sind:

Fachlagerist
Diese Ausbildung hat die ehemalige Ausbildung zum Handelsfachpacker abgelöst und ist zweijährig angelegt.

Fachkraft für Lagerlogistik
Hier durchlaufen Sie eine dreijährige Ausbildung in Industrie und Handel.

Ausbildungsort kann in beiden Fällen auch das Handwerk sein. Schulabgänger mit Hauptschulabschluss haben gute Aussichten auf einen Ausbildungsplatz und späteren Job als Kommissionierer.

In der Ausbildung zum Fachlageristen beziehungsweise zur Fachkraft für Lagerlogistik wird unter anderem vermittelt, wie Sie…

  • Transport- und Förderanlagen bedienen,
  • mit Lager- und Transporttechniken umgehen,
  • Lagerverwaltungssysteme handhaben,
  • Versand- und Begleitpapiere bearbeiten,
  • neue Ware annehmen, entladen und beladen,
  • Prozesse durch Kennzahlen analysieren und optimieren
  • Touren effizient planen.

Die Ausbildungsinhalte umfassen zudem Kenntnisse in der Lagerwirtschaft. Während Ihrer Ausbildung führen Sie einen sogenannten Ausbildungsnachweis.

Festgehalten werden darin Arbeiten und Tätigkeiten, die Sie im Ausbildungsbetrieb erledigt haben, welche Instruktionen durch den Ausbilder Sie erhalten haben, sowie die Inhalte, die in der Berufsschule vermittelt wurden.

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Berufsbild: Was macht ein Kommissionierer?

Die Tätigkeit des Kommissionierens selbst ist in weiten Teilen die eines Hilfsarbeiters. Als Kommissionierer erhalten Sie einen Auftrag mit einer Bestellung und tragen benötigten Artikel zusammen. Das kann je nach Sortiment teilautomatisiert verlaufen, sprich:

Mithilfe eines Fließbandes werden Behälter, in die die Ware gelegt wird, zu den jeweiligen Lagerorten transportiert und Sie gehen zu dem Regal und entnehmen die Ware. Eine gute Orientierung im Lager ist dafür unerlässlich, zudem wird teilweise die deutsche Sprache vorausgesetzt, um die Arbeitsvorgänge erledigen zu können.

Die Entnahme der Ware selbst erfolgt händisch: Entweder wird die Bestellliste mit einem Stift abgearbeitet oder es existiert bereits ein teilautomatisierter Prozess, bei dem der Kommissionierer ein Scangerät an Arm und Handgelenk trägt, das sowohl den Auftrag als auch die kommissionierte Ware anhand von Codes erfasst.

Das kann folgendermaßen ablaufen:

Einstufige Kommissionierung
So nennt sich der Arbeitsvorgang, wenn der Kommissionierer einen Auftrag erhält und ihn komplett vom ersten bis zum letzten Teil bearbeitet.

Mehrstufige Kommissionierung
Von mehrstufiger Kommissionierung ist die Rede, wenn der Auftrag von verschiedenen Kommissionierern jeweils in Teilen bearbeitet wird.

Aufgaben des Kommissionierers

Die Kommissionierung beinhaltet viele Teilschritte. Die Aufgaben eines Kommissionierers können Folgendes umfassen:

  • Erhalt des Auftrags
    In der Telefonie oder online gehen Bestellungen der Kunden ein. Diese werden weitergeleitet an die Auftragsvorbereitung, welche dafür sorgt, dass die Kommissionierer den Auftrag erhalten.
  • Planung der Route
    Je nachdem, welche Waren die Bestellung umfasst, ist es wichtig, die Route zur Bearbeitung des Auftrags zu planen. Bestellen Großkunden zerbrechliche oder verderbliche Güter, sind andere Anforderungen notwendig, müssen womöglich bestimmte Schritte in einer anderen Reihenfolge erfolgen als in anderen Fällen.
  • Bearbeitung des Auftrags
    Bevor Ware kommissioniert wird, muss verglichen werden, ob das jeweilige Produkt am Lagerplatz mit der Bestellung übereinstimmt, die richtige Menge vorhanden ist und in welchem Zustand sich die Ware befindet.
  • Verpacken der Ware
    Bei allen diesen Tätigkeiten geht es immer darum, einen möglichen Verfall (bei Lebensmitteln und Medikamenten) im Blick zu haben sowie Beschädigungen zu vermeiden. Das bedeutet, die zu kommissionierende Ware mithilfe geeigneter Füllmaterialien und Behälter transportsicher und gegebenenfalls gekühlt zu verpacken.
  • Überprüfen der Lagerbedingungen
    Unverzichtbar für reibungslose Kommissionierprozesse ist die korrekte Lagerung der Güter und Waren. Sind die Temperaturen zu hoch, können empfindliche Lebensmittel oder Medikamente verderben. Um Reklamationen, Retouren und vor allem Klagen zu vermeiden, ist bei bestimmten Produkten die Einhaltung einer Kühlkette unbedingt notwendig.
  • Bearbeitung von Retouren
    Manchmal gefallen bestellte Produkte nicht oder sind trotz sorgfältiger Vorabkontrolle beschädigt beim Kunden angekommen. Diesen steht natürlich das Recht zu, Ware in solchen Fällen umzutauschen. Zurückgesendete Waren müssen auf etwaige Schäden untersucht und ansonsten auf den vorgesehenen Platz geräumt werden.
  • Lagerung von Waren
    Zu den Aufgaben gehört ebenfalls, neue Waren zu kontrollieren. Stimmt die jeweilige Menge und wurde tadellose Ware geliefert? In diesem Fall werden die Produkte bis zur Bestellung durch andere Abnehmer weggeräumt.
  • Gebrauch von Hilfsmitteln
    Die Digitalisierung erfasst auch diesen Job: Pick-by-Vision nennt es sich, wenn in der Logistik mithilfe von Datenbrillen Informationen zum jeweiligen Auftrag dem Kommissionierer bereitgestellt werden. Eine weitere Form der beleglosen Kommissionierung ist Pick-by-Voice: Hier werden die notwendigen Informationen per Sprache über ein Headset übermittelt.

    Je nach Arbeitsplatz können Hubwagen, Gabelstapler oder andere Flurfördermittel zum Einsatz kommen, mit denen Sie die bestellten Güter und Waren entnehmen und transportieren. Während des gesamten Prozesses muss im Warensystem dokumentiert werden, welche Waren an welchen Platz geräumt beziehungsweise verschickt wurden.
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Gehalt: Was verdient ein Kommissionierer?

Das Gehalt als Kommissionierer ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Kommissionierer werden häufig nach Stundenlohn bezahlt. Ist die Branche tarifvertraglich gebunden, so liegt die Vergütung selbst bei ungelernten Kräften über dem Mindestlohn.

Haben Sie als Kommissionierer eine Ausbildung absolviert, verdienen Sie bei Tarifbindung je nach Ausbildungsort…

Als Fachlagerist
1. Ausbildungsjahr: 750 bis 1.000 Euro
2. Ausbildungsjahr: 800 bis 1.050 Euro

Als Fachkraft für Lagerlogistik
1. Ausbildungsjahr: 750 und 1.000 Euro
2. Ausbildungsjahr: 800 bis 1.050 Euro
3. Ausbildungsjahr: 920 bis 1.120 Euro

Einstiegsgehälter liegen meist zwischen 1.600 und 1.800 Euro brutto. Nach Angaben der Arbeitsagentur ist für einen ausgelernten Fachlageristen ein monatliches Bruttogehalt von 2.307 bis 2.359 Euro möglich.

Höhere Gehälter sind bei steigender Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen zu erwarten, beispielsweise wenn Sie über folgende Kenntnisse verfügen:

➠ Führerschein für Gabelstapler / Flurförderzeuge
➠ SAP-Kenntnisse (Warenwirtschaftssystem)
➠ kaufmännisches Verständnis in der Warenwirtschaft

Die modulare Ausbildung für Gabelstapler kann je nach Vorkenntnissen in einem zwei- oder dreitägigen Kurs erfolgen. Dort werden neben dem praktischen Umgang mit Lasten und der Handhabung von Flurförderzeugen rechtliche Grundlagen vermittelt.

Für diese Fortbildung müssen Sie mit Kosten zwischen 150 und 300 Euro rechnen – sollte Ihr Arbeitgeber allerdings Wert darauf legen, kann eine Finanzierung durchs Unternehmen möglich sein.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Kommissionierer

Konsumiert wird immer. Nahezu alle Wirtschaftsbereiche brauchen Kommissionierer. Sie können in folgenden Branchen Arbeit finden:

➠ Automobilbranche
➠ Chemie, Pharmazie, Kunststoff
➠ Elektro
➠ Glas, Keramik, Rohstoffverarbeitung
➠ Handel, Versandhandel
➠ Holz, Möbel
➠ Metall, Maschinenbau, Feinmechanik, Optik
➠ Nahrungs-, Genussmittelherstellung
➠ Papier, Druck
➠ Textil, Bekleidung, Leder
➠ Transport, Verkehr

Eine kaufmännische Weiterbildung zum Fachwirt für Handel oder Fachwirt für Logistiksysteme ist eine von mehreren Möglichkeiten. Die Tätigkeit eines Kommissionierers bleibt davon allerdings unberührt, denn als Fachwirt haben Sie vor allem mit der logistischen Gestaltung von Prozessen und deren Verbesserung zu tun.

Wer beruflich vorankommen und seinen Kompetenzbereich erweitern möchte, kann ebenfalls verschiedene Wege einschlagen. Beispielsweise können Sie einen öffentlich-rechtlich anerkannten Abschluss mit Meistertitel zum geprüften Logistikmeister machen. Als solcher überwachen Sie nicht nur den reibungslosen Warenfluss, sondern haben die Entwicklung der Kosten im Blick und übernehmen Führungsaufgaben.

Auch eine akademische Ausbildung ist möglich. Das Studienfach „Logistik, Supply-Chain-Management“ hat betriebswirtschaftliches und volkswirtschaftliches Wissen zum Inhalt und wird mit dem Bachelor abgeschlossen. Möglich ist hier sowohl ein duales Studium als auch ein Fernstudium, das sich mit der Arbeit besser koordinieren lässt.

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Bewerbung als Kommissionierer: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Wie erwähnt, handelt es sich beim Kommissionierer nicht in dem Sinne um einen Ausbildungsberuf. Die Arbeit an sich ist eine Anlerntätigkeit. Das heißt aber nicht im Umkehrschluss, dass alle Kommissionierer ungelernte Hilfsarbeiter sind. Im Gegenteil:

Verschiedene Ausbildungsberufe kommen auf dem Lager unter; nicht nur Fachkräfte für Lagerlogistik, sondern auch andere Berufe, die eine Nähe zum Handel beziehungsweise eine kaufmännische Ausbildung mitbringen. Dazu zählen etwa Einzelhandels- und Industriekaufleute.

Bei der Bewerbung als Kommissionierer punkten Sie mit Erfahrung und Wissen im Bereich der Lagerwirtschaft. Zusätzlich können Sie Arbeitgeber mit überzeugen, wenn Sie folgende Eigenschaften mitbringen und hervorheben:

Eine mögliche Formulierung für Ihr Anschreiben könnte dann so aussehen:

Durch meine genaue Warenkenntnis und die routinierten Abläufe war es mir immer möglich, die Zeitvorgaben einzuhalten.

Oder:

Die im Handel üblichen Stoßzeiten sowie saisonbedingte höhere Auftragsvolumen machen mir wenig aus. Mit routiniertem Vorgehen arbeite ich die Aufträge zuverlässig und zügig ab.

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18. September 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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