Diplomat: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ständig auf Reisen, wichtige Persönlichkeiten treffen und Krisen lösen – so lässt sich vereinfacht die Tätigkeit als Diplomat umschreiben. In dieser Funktion sind Sie ein Beamter im höheren Dienst und vertreten die Bundesrepublik Deutschland nach außen. Neben spannenden Aufgaben winkt eine gute Vergütung – doch auch die Erwartungen an einen Diplomaten sind sehr hoch. Die Liste der Qualifikationen, die ein Bewerber mitbringen muss, ist lang. Hier erfahren Sie alles zum Berufsbild Diplomat – mit Informationen zu Aufgaben, Ausbildung, Gehalt und Karrieremöglichkeiten…

Diplomat: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Diplomat Aufgaben

Ein Diplomat ist ein hoher Beamter und vertritt den Staat im Ausland oder auch gegenüber internationalen Organisationen. Dazu gehören wichtige Treffen und Besprechungen mit anderen Staatsmännern, bei denen Sie als Diplomat für innen- und außenpolitische Interesse eintreten. Diplomaten können dabei weltweit eingesetzt werden – auch in Konflikt- und Krisenregionen. Umgekehrt sind in Deutschland Diplomaten aus den unterschiedlichsten Ländern vertreten.

Wichtiges Ziel der Zusammenarbeit von Diplomaten ist es, für das eigene Land zu werben und mögliche Konflikte zu vermeiden oder zu lösen. Ergebnisse solcher Konfliktlösungen wurden früher in einer Urkunde registriert. Von der Bezeichnung dieser Urkunde („diploma“), leitet sich der Begriff Diplomat ab. Das Auswärtige Amt gibt die Aufgaben eines Diplomaten wie folgt an:

  • Pflege der bilaterale Beziehungen Deutschlands mit anderen Staaten
  • Vertretung deutscher Interessen in internationalen Gremien
  • Aufgaben in der Europapolitik
  • Ausgestaltung von Deutschlands Rolle in den Vereinten Nationen
  • Außenwirtschaftsförderung und nachhaltige Entwicklung
  • Internationale Energie- und Umweltpolitik
  • Völkerrechtliche Aspekte internationaler Beziehungen

Teil dessen können rauschende Empfänge mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft sein, aber ebenso gut die Hilfe gestrandeter deutscher Staatsangehöriger im Ausland.

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Diplomat Ausbildung

Bei der Ausbildung zum Diplomaten handelt es sich um eine postgraduale Ausbildung. Das bedeutet, dass Anwärter bereits ein abgeschlossenes wissenschaftliches Studium vorweisen müssen – grundsätzlich qualifizieren dabei alle Studienrichtungen, besonders gefragt sind jedoch Bewerber mit einem juristischen Studium.

Nicht ausreichend ist ein Bachelor-Abschluss. Es wird ein Master- oder vergleichbarer Abschluss vorausgesetzt. Bewerber mit Staatsexamen im Lehramt benötigen mindestens den Abschluss der Sekundarstufe II. Wer sich beim Auswärtigen Amt bewirbt, muss zudem verschiedene Phasen der Auswahl durchlaufen:

  • Vorverfahren
    Via Internet müssen Sie von zuhause aus einen Online-Test (Prescreening) machen. Hierbei werden Ihr Ausdrucksvermögen, Ihre numerisches Denkvermögen und die Geschwindigkeit getestet, in der Sie die Aufgaben lösen.
  • Schriftliches Auswahlverfahren
    Im schriftlichen Auswahlverfahren wird Ihre Argumentationsfähigkeit anhand eines außenpolitischen Themas überprüft. Des Weiteren müssen Sie Ihre Englisch- und Französischkenntnisse, Allgemeinwissen und einen soliden Überblick zu Themengebieten wie Staatsrecht und Wirtschaft unter Beweis stellen. Anschließend folgt ein psychologischer Eignungstest.
  • Mündliches Auswahlverfahren
    In das mündliche Auswahlverfahren gelangt, wer die obigen Anforderungen gemeistert hat. Es dauert einen Tag lang und ist wie ein Assessment Center aufgebaut:
    • Vorstellungsgespräch vor dem Auswahlausschuss
    • Einzelgespräch mit einem Psychologen
    • Kurzplädoyer von etwa fünf Minuten vor dem Auswahlausschuss
    • Rollenspiel
    • Gruppenübung

Wer dieses Auswahlverfahren besteht, wird noch einer erweiterten Sicherheitsprüfung gemäß § 9 Sicherheitsüberprüfungsgesetz unterzogen. Diese umfasst auch Ihren Partner beziehungsweise Ihre Partnerin. Werden alle Schritte durchlaufen, haben Sie einen zwölfmonatigen Vorbereitungsdienst vor sich. Dieser findet an der Akademie Auswärtiger Dienst Berlin-Tegel statt.

Weitere Voraussetzungen für die Laufbahn als Diplomat

  • Deutsche Staatsangehörigkeit
  • Widerstandsfähige Gesundheit: Tropentauglichkeit
  • Auslandserfahrung
  • Fundierte Kenntnisse in mindestens drei Sprachen
  • Kenntnisse über andere Kulturen

Zwar existieren für die Einstellung in die Laufbahnen des Auswärtigen Dienstes keine Höchstaltersgrenze mehr. Dennoch dürfen aus haushaltsrechtlichen Gründen Bewerber das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

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Diplomat Gehalt

Wie bei fast allen Berufen hängt auch das Gehalt eines Diplomaten von verschiedenen Rahmenbedingungen ab:

wirken sich auf das Bruttogehalt aus. Während des Vorbereitungsdienstes verdienen ledige Anwärter üblicherweise ein Bruttogehalt von rund 1.500 Euro. Dies kann um 50 Prozent erhöht werden, sofern einschlägige Berufserfahrung vorliegt. Ist der Bewerber bereits im Besitz eines zweiten juristischen Staatsexamens, wird ein Zuschlag in Höhe von 100 Prozent auf das Grundgehalt gezahlt.

Das Einstiegsgehalt basiert auf der Besoldungsgruppe A13. In Stufe 1 für Berufseinsteiger liegt die Bezahlung bei rund 3.800 Euro brutto monatlich. Hinzu kommen allerdings diverse Zuschläge: Dazu zählen Auslandszuschläge, Familiengeld und Kindergeld sowie Zuschläge aufgrund von höheren Lebenshaltungskosten (vor allem in teuren Metropolen) und Gefahrenzonen.

Diplomat Gehalt

Wie hoch die Zuschläge ausfallen, hängt vom Einsatzort des Diplomaten ab. Länder werden in die Kategorien A, B und C eingeteilt – wobei C-Länder die größten Gefahren und Risiken auf sich nehmen müssen. Hier ist die Vergütung besonders hoch. So ist ein Verdienst von bis zu 14.000 Euro brutto pro Monat möglich.

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Arbeitgeber: Wer sucht Diplomaten?

Eine Auswahl verschiedener Unternehmen und Arbeitgeber haben Sie als Diplomat nicht. Sie stehen im Auftrag des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Von hier erhalten Sie Aufgaben und Vorgaben – vor allem, was Ihren Einsatzort und die Ziele vor Ort betrifft.

Karrierechancen: Die Aussichten als Diplomat?

Wer als Diplomat arbeitet, steigt bereits in den höheren Dienst ein. Schon mit Berufseinstieg gehören Sie ohnehin zu einem elitären Kreis: Gerade einmal rund 40 Stellen werden jährlich für den Vorbereitungsdienst vergeben.

Die ersten Jahre sind dazu gedacht, möglichst viele Aufgabengebiete und Regionen kennenzulernen. Eine Spezialisierung ergibt sich aus Ihren persönlichen Voraussetzungen, etwa wenn Sie besondere Kenntnisse in gefragten Sprachen besitzen oder Experte für ein bestimmtes Themengebiet sind.

Diplomaten übernehmen früh Personalverantwortung. Inwieweit Sie dann Karriere machen, ist eine Frage der eigenen Leistungsbereitschaft. Beispielsweise können Sie zum Botschafter aufsteigen und die Leitung der gesamten Botschaft eines Landes übernehmen. Möglich ist das natürlich auch in Ländern, die politisch eher weniger attraktiv erscheinen.

Diplomat Bewerbung: Tipps & Vorlagen

Das Auswärtige Amt hat hohe Ansprüche und Erwartungen. Um als Jobanwärter Aussicht auf eine Tätigkeit als Diplomat zu haben, müssen Sie etliche Voraussetzungen erfüllen. Neben einem abgeschlossenem Studium sind das vor allem eine Reihe persönlicher Eigenschaften wie:

Das alles wird ergänzt durch die Neugier auf neue Länder. Als Diplomat zeichnet Sie die Offenheit aus, sich auf fremde Kulturen und deren unterschiedliche historische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Traditionen und Besonderheiten einzulassen.

Unerlässlich ist vor allem uneingeschränkte Versetzungsbereitschaft. Die fordert von Diplomaten einiges ab: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist besonders schwierig. Schließlich müssen der Partner und die Kinder ebenfalls umziehen. Diesen Belastungen sollten Sie sich als Bewerber nicht nur bewusst sein. Sie müssen glaubwürdig vermitteln können, dass sie kein Problem darstellen. Einige Beispiele, wie Sie geforderte Fähigkeiten nebst Hard Skills formulieren können, sind:

Das Reisen liegt mir gewissermaßen im Blut. Von Kindesbeinen an bin ich mit meinen Eltern alle paar Jahre umgezogen, da mein Vater als Bundeswehrangehöriger häufig versetzt wurde. Jedes Mal habe ich mich vor Ort schnell eingewöhnt.

Oder:

Mein Abitur legte ich bereits am zweisprachigen Goethe-Gymnasium ab. Mein Auslandsstudium bestärkte mich in dem Wunsch, eine Tätigkeit zu erlernen, bei der ich meine interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen unter Beweis stellen kann.

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[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
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7. April 2021 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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