Diplomat: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ständig auf Reisen, wichtige Persönlichkeiten treffen und Krisen lösen – so lässt sich vereinfacht die Tätigkeit als Diplomat umschreiben. In dieser Funktion sind Sie ein Beamter im höheren Dienst. Als solcher vertreten Sie die Bundesrepublik Deutschland nach außen.

Beamtentum und Reisen verspricht eine spannende Tätigkeit. Dazu kommt, dass die Arbeit als Diplomat sehr gut vergütet wird. Kein Wunder, dass sie viele reizt. Aber dafür erwartet der Staat auch viel von seinen Diplomaten. Die Ausbildung ist nur für Hartgesottene und die Liste der Qualifikationen, die ein Bewerber mitbringen muss, lang.

Wie Sie Diplomat werden können, welche Aufgaben Sie erwarten und welche Karrieremöglichkeiten es gibt…

Diplomat: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man Diplomat?

Bei der Ausbildung zum Diplomaten handelt es sich um eine postgraduale Ausbildung, das heißt, die Anwärter müssen bereits ein abgeschlossenes wissenschaftliches Studium vorweisen können. Bevorzugt wird auf Bewerber mit einem juristischen Studium zurückgegriffen.

Nicht ausreichend ist ein Bachelor-Abschluss. Bewerber mit Staatsexamen im Lehramt benötigen mindestens den Abschluss der Sekundarstufe II.

Wer sich beim Auswärtigen Amt bewirbt, muss verschiedene Phasen der Auswahl durchlaufen:

  • Vorverfahren
    Via Internet müssen Sie von zuhause aus einen Online-Test (Prescreening) machen. Hierbei werden Ihr Ausdrucksvermögen, Ihre numerisches Denkvermögen und die Geschwindigkeit getestet, in der Sie die Aufgaben lösen.
  • Schriftliches Auswahlverfahren
    Im schriftlichen Auswahlverfahren wird Ihre Argumentationsfähigkeit anhand eines außenpolitischen Themas überprüft. Des Weiteren
    müssen Sie Ihre Englisch- und Französischkenntnisse, Allgemeinwissen und einen soliden Überblick zu Themengebieten wie Staatsrecht und Wirtschaft unter Beweis stellen. Anschließend folgt ein psychologischer Eignungstest.
  • Mündliches Auswahlverfahren
    In das mündliche Auswahlverfahren gelangt, wer die obigen Anforderungen gemeistert hat. Es dauert einen Tag lang und ist wie ein Assessment Center aufgebaut:
    • Vorstellungsgespräch vor dem Auswahlausschuss
    • Einzelgespräch mit einem Psychologen
    • Kurzplädoyer von etwa fünf Minuten vor dem Auswahlausschuss
    • Rollenspiel
    • Gruppenübung

Wer dieses Auswahlverfahren besteht, hat einen zwölfmonatigen Vorbereitungsdienst vor sich. Dieser findet an der Akademie Auswärtiger Dienst Berlin-Tegel statt.

Dieses Jahr werden für den Einstellungstermin im Juli zwischen 60 und 70 Attachés gesucht – so heißen die Beamten auf Widerruf im Vorbereitungsdienst.


Das brauchen Sie außerdem:
  • Deutsche Staatsangehörigkeit
  • Widerstandsfähige Gesundheit: Tropentauglichkeit
  • Auslandserfahrung
  • Fundierte Kenntnisse in mindestens drei Sprachen
  • Kenntnisse über andere Kulturen

Zwar existieren für die Einstellung in die Laufbahnen des Auswärtigen Dienstes keine Höchstaltersgrenze mehr. Dennoch dürfen aus haushaltsrechtlichen Gründen Bewerber das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.


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Berufsbild: Was macht ein Diplomat?

So mancher, der den Begriff Diplomat hört, denkt vermutlich als Erstes an die Vorteile: Eingebaute Vorfahrt und wenn etwas passiert, dann gibt’s Straffreiheit. Immunität aufgrund von Diplomaten-Status ist natürlich eine Sache, soll aber in erster Linie den Diplomaten vor Unrecht schützen.

Diplomaten kommen weltweit zum Einsatz und damit auch in Staaten, die es mit den Gesetzen nicht immer so genau nehmen. Umgekehrt sind auch hierzulande Diplomaten aus allen möglichen Ländern vertreten. Hauptaufgabe eines Diplomaten ist es, für sein Land zu werben und so mögliche Konflikte zu vermeiden beziehungsweise zu lösen.

In früheren Zeiten wurden die Ergebnisse einer solchen Konfliktlösung in einer Urkunde registriert. Von der Bezeichnung für diese Urkunde, diploma, leitet sich auch der Begriff „Diplomat“ ab.

Das Auswärtige Amt gibt die Aufgaben eines Diplomaten wie folgt an:

  • Pflege der bilaterale Beziehungen Deutschlands mit anderen Staaten
  • Vertretung deutscher Interessen in internationalen Gremien
  • Aufgaben in der Europapolitik
  • Ausgestaltung von Deutschlands Rolle in den Vereinten Nationen
  • Außenwirtschaftsförderung und nachhaltige Entwicklung
  • Internationale Energie- und Umweltpolitik
  • Völkerrechtliche Aspekte internationaler Beziehungen

Teil dessen können rauschende Empfänge mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft sein, aber ebenso gut die Hilfe gestrandeter deutscher Staatsangehöriger im Ausland.

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Gehalt: Was verdient ein Diplomat?

Wie bei so ziemlich allen Berufen hängt auch das Gehalt eines Diplomaten von verschiedenen Rahmenbedingungen ab:

  • Rang,
  • Berufserfahrung,
  • Dienstort und
  • Familienstand

wirken sich auf das Bruttogehalt aus. Während des Vorbereitungsdienstes verdienen ledige Anwärter üblicherweise ein Bruttogehalt von 1.534,68 Euro. Dies kann um 50 Prozent erhöht werden, sofern einschlägige Berufserfahrung vorliegt.

Ist der Bewerber bereits im Besitz eines zweiten juristischen Staatsexamens, wird ein Zuschlag in Höhe von 100 Prozent auf das Grundgehalt gezahlt. Nach dem Vorbereitungsdienst erhält ein Diplomat ein Einstiegsgehalt der Besoldungsgruppe A 13.

Damit ist ein Bruttoeinstiegsgehalt von 4.500 Euro möglich. Dazu kommen allerdings noch diverse Zuschläge wie etwa Familiengeld und Kindergeld sowie Zuschläge aufgrund von höheren Lebenshaltungskosten (vor allem in teuren Metropolen) und Gefahrenzonen. Alles in Allem kann sich das auf 14.000 Euro im Monat summieren.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Diplomat?

Wer als Diplomat arbeitet, steigt bereits in den höheren Dienst ein. Die ersten zehn Jahre sind dazu gedacht, möglichst viele Aufgabengebiete und Regionen kennenzulernen. Eine Spezialisierung ergibt sich aus Ihren persönlichen Voraussetzungen, etwa wenn Sie besondere Kenntnisse in gefragten Sprachen besitzen oder Experte für ein bestimmtes Themengebiet sind.

Diplomaten übernehmen früh Personalverantwortung. Inwieweit Sie dann Karriere machen, ist eine Frage der eigenen Leistungsbereitschaft. Beispielsweise können Sie zum Botschafter aufsteigen, also Leiter einer eigenen Botschaft sein.

Auch hier verweist das Auswärtige Amt auf Möglichkeiten in Ländern, die politisch und klimatisch vielen weniger attraktiv erscheinen.

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Bewerbung als Diplomat: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Das Auswärtige Amt hat hohe Ansprüche. Um als Jobanwärter Aussicht auf eine Tätigkeit als Diplomat zu haben, müssen Sie etliche Voraussetzungen erfüllen. Neben einem abgeschlossenem Studium sind das vor allem eine Reihe persönlicher Eigenschaften wie:

Das alles wird ergänzt durch die Neugier auf neue Länder. Als Diplomat zeichnet Sie die Offenheit aus, sich auf fremde Kulturen und deren unterschiedliche historische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Traditionen und Besonderheiten einzulassen.

Neben diesem Bündel an Sozialkompetenzen braucht es vor allem die uneingeschränkte Versetzungsbereitschaft. Die fordert von Diplomaten einiges ab: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht das Erste, was einem in den Sinn kommt.

Schließlich müssen der Partner und die Kinder ebenfalls umziehen. Solcher außergewöhnlichen Belastungen sollte sich ein Bewerber nicht nur bewusst sein, sondern auch glaubwürdig vermitteln können, dass sie kein Problem darstellen. Als Diplomat brauchen Sie ein hohes Maß an psychischer Stabilität.

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Solche geforderten Fähigkeiten nebst Ihren Hard Skills sollten Sie in Ihrer Bewerbung entsprechend zum Ausdruck bringen, beispielsweise so:

Das Reisen liegt mir gewissermaßen im Blut. Von Kindesbeinen an bin ich mit meinen Eltern alle paar Jahre umgezogen, da mein Vater als Bundeswehrangehöriger häufig versetzt wurde. Jedes Mal habe ich mich vor Ort schnell eingewöhnt.

Oder:

Mein Abitur legte ich bereits am zweisprachigen Goethe-Gymnasium ab. Mein Auslandsstudium bestärkte mich in dem Wunsch, eine Tätigkeit zu erlernen, bei der ich meine interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen unter Beweis stellen kann.

[Bildnachweis: LightField Studios by Shutterstock.com]

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22. September 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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