Grundschullehrer: Studium, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Lange Zeit wurde die Bildungspolitik vernachlässigt. Jetzt, wo sich viele Grundschullehrer in den Ruhestand verabschieden, rächt sich dies: Grundschullehrer werden wieder verstärkt gesucht. Dabei ist mit den veränderten gesellschaftlichen Entwicklungen auch das Berufsbild vielseitiger und anspruchsvoller geworden: Kinder sollen nicht nur Lesen und Schreiben lernen, sondern auch zu einem empathischen Miteinander erzogen werden. Daher kommt auf die Grundschullehrer mehr zu, als nur die fachliche Eignung.

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Grundschullehrer: Studium, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Studium: Wie wird man Grundschullehrer?

Angehende Grundschullehrer besuchen die pädagogischen Hochschulen. Dabei unterscheidet sich das Studium von Bundesland zu Bundesland geringfügig. In der Regel beträgt die Studienzeit sechs bis acht Semester.

Neben den zwei bis drei gewählten Fachbereichen (Mathematik und Deutsch sind dabei in den meisten Bundesländern verpflichtend) werden auch gesellschaftlich relevante Fächer unterrichtet wie:

  • Didaktik
  • Soziologie und Politikwissenschaft
  • Erziehungswissenschaft
  • Psychologie

Nach Abschluss dieser Theoriephase wird das erste Staatsexamen absolviert. Es folgt die praktische Ausbildung in einer Schule, das sogenannte Referendariat. Nach zwei Jahren endet dies mit dem Ablegen des zweiten Staatsexamens.

Im Referendariat, in dem es auch immer wieder begleitende Seminarveranstaltungen gibt, geht es darum, verschiedene Erfahrungen zu sammeln und folgende Lernerfolge vorzuweisen:

  • Praktikum im Unterricht eines Mentors
  • Eigenverantwortliches Unterrichten
  • Erstellen einer pädagogischen Abschlussarbeit
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Berufsbild: Was macht ein Grundschullehrer?

Da Bildung im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor Sache der einzelnen Länder ist, zeigen sich zwar im konkreten Schulalltag und im Unterrichten der Schüler der ersten bis vierten Klasse gewisse Unterschiede. Dennoch sind die Lehrpläne, die von den jeweiligen Kultusministerien erstellt werden, grob miteinander vergleichbar.

Zudem sind die Grundschullehrer in der methodischen und didaktischen Gestaltung der Inhalte frei. Diese Flexibilität brauchen sie auch, da sie im Gegensatz zu Lehrern an weiterführenden Schulen nicht nur für bestimmte Fächer, sondern mit Ausnahmen der Fächer Musik, Sport, Kunst und Religion für den gesamten Unterricht einer Klasse eingesetzt werden.

Auf diese Weise werden sie zu einer Vertrauensperson für die jungen Schüler, die neben der fachlichen Bildung auch einen pädagogischen Auftrag haben. Dadurch wird zudem der Übergang von der Kindertageseinrichtung zur Schule erleichtert, da die Schüler weiterhin eine bestimmte Bezugsperson behalten.

Das erfordert allerdings auch von einem Grundschullehrer viel Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, sich mit den Schülern über die schulischen Belange hinaus zu befassen. Daher stehen verschiedene Lernziele in den ersten vier Klassen auf dem Plan:

  • Rechnen
  • Lesen
  • Schreiben
  • Soziales Miteinander
  • Gesellschaftliches Wertesystem

Zusätzlich zu den Unterrichtszeiten müssen Lehrer außerhalb der Schule Leistungstests erarbeiten und korrigieren, den Unterricht und die Hausaufgaben vorbereiten, Elternbriefe und Zeugnisse schreiben sowie sich mit problematischen Härtefällen befassen, indem sie beispielsweise Förderpläne verfassen.

Daher ist das Berufsbild Grundschullehrer nicht so einfach, wie es häufig angenommen wird, auch wenn durch die langen Ferienzeiten einiges davon sicher wieder ausgeglichen wird.

Grundschullehrer werden derzeit händeringend gesucht, daher sieht der Arbeitsmarkt länderübergreifend gut aus.

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Gehalt: Was verdient ein Grundschullehrer?

Zwar verdienen angehende Grundschullehrer während ihres Studiums im Gegensatz zu Ausbildungsberufen nichts, aber bereits während des Referendariats erhalten sie zwischen 1.000 und 1.300 Euro monatliches Bruttogehalt.

Nach Abschluss des Studiums mit dem zweiten Staatsexamen werden die jungen Grundschullehrer dann tarifvertraglich in die Besoldungsgruppe A 12 eingruppiert. In Stufe drei des Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) entspricht dies ungefähr 2.500 Euro brutto pro Monat.

Mit zunehmender Erfahrung können Grundschullehrer dann ihr Einkommen auf bis zu 3.500 Euro brutto pro Monat steigern.

An freien Schulen beziehungsweise Privatschulen ist das Gehalt in der Regel theoretisch freier verhandelbar, ähnelt jedoch in der Praxis meist dem Tariflohn.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Grundschullehrer?

Wer als Grundschullehrer arbeiten möchte, kann dies selten an der Schule seiner Wahl tun. Die Zuteilung auf die freien Lehrerstellen erfolgt durch die Schulbehörden.

In einigen Bundesländern ist das Auswahlverfahren jedoch an die jeweiligen Schulen delegiert, so dass sich die Absolventen direkt bei den Schulen bewerben können. In anderen Ländern müssen sie hingegen die Stelle nehmen, die ihnen zugeteilt wird. Sie können zwar Wünsche äußern und auch soziale Gesichtspunkte wie Familie spielen dabei eine Rolle, das letzte Wort hat jedoch immer das Schulamt.

Doch nicht nur an Schulen können Grundschullehrer eingesetzt werden. Es bieten sich für sie auch andere Arbeitsmöglichkeiten wie zum Beispiel:

  • Internate
  • Schülerheime
  • Schulbehörden

Der Bedarf an Grundschullehrern ist zur Zeit – gerade auf dem Land – hoch und wird dies voraussichtlich auch die nächsten Jahre bleiben. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung geht davon aus, dass bis 2025 rund 35.000 Grundschullehrer fehlen. Insgesamt müssten in diesem Zeitraum etwa 105.000 Grundschullehrer neu eingestellt werden. Es stehen aber nur rund 70.000 Absolventen zur Verfügung.

Wer als Grundschullehrer aufsteigen möchte, hat nach einigen Jahren Berufserfahrung die Möglichkeit, sich auf eine sogenannte Funktionsstelle zu bewerben. Dies sind Positionen als Schulleitung beziehungsweise als stellvertretende Schulleitung. Die Auswahl trifft dann im Endeffekt das zuständige Oberschulamt anhand von praktischen Prüfungen und Unterrichtsbesuchen.

Diese Bewerbungsverfahren sind jedoch langwierig und für Laien oftmals schwer zu durchschauen. Viele Grundschullehrer werden daher zunächst kommissarisch in der Funktionsstelle eingesetzt, auf die sie sich beworben haben.

Stellenangebote für Grundschullehrer.
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Bewerbung als Grundschullehrer: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Da in den meisten Bundesländern die Bewerbung nicht direkt bei den Schulen erfolgt, sondern bei der zuständigen Behörde, die die entsprechende Zuteilung übernimmt, unterscheidet sich das Bewerbungsverfahren von dem in anderen Berufen. Lediglich in einigen Bundesländern oder an freien Schulen sind traditionelle Bewerbungen üblich.

Das bedeutet aber nicht, dass angehende Grundschullehrer nicht gewisse Fähigkeiten mitbringen und nachweisen müssten. Da die Arbeit mit den Schülern nicht immer ganz einfach ist, sollte sich jeder, der Grundschullehrer werden möchte, bereits vor dem Studium nach folgenden Eigenschaften hinterfragen:

  • Empathie und Einfühlungsvermögen
  • Interesse an Kindern und Jugendlichen
  • Neugier
  • Gute Ausdrucksweise
  • Kreativität
  • Geduld
  • Analytische Fähigkeiten
  • Breites Allgemeinwissen
  • Kritikfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Stressresistenz
  • Teamfähigkeit
  • Zeitmanagement

Bewerbung-Grundschullehrer-Anschreiben-Muster-Vorlage-Beispiel-PDF-WordUm sich für das Berufsbild Grundschullehrer bewerben zu können, haben wir für Sie zudem ein Musteranschreiben verfasst, das Sie sich hier auch gleich bequem als Word-Dokument oder PDF-Datei kostenlos herunterladen und privat nutzen können. Bitte beachten Sie: Unser Anschreiben dient in erster Linie als Vorlage und Formulierungshilfe. Ihre eigene Bewerbung sollten Sie individuell anpassen.

Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich gemacht werden. Sie lassen sich zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Bereits während meiner Referendariatszeit habe ich bemerkt, wie eine methodisch und didaktisch vielseitige Arbeit bei den Schülern zu unmittelbaren Lernerfolgen führt. Daher bin ich motiviert, jede Unterrichtsstunde aufs neue individuell und maßgeschneidert vorzubereiten.

Bei der Unterrichtsgestaltung hilft mir meine große Kreativität, die mich schon seit jeher ausgezeichnet hat. Auch mein Gespür für die Bedürfnisse der Schüler und meine Empathiefähigkeit sind für mich in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor.

[Bildnachweis: Kzenon by Shutterstock.com]

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16. April 2020 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.


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