Kardiologe: Studium, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Die Menschen werden immer älter, gleichzeitig führen ungesunde Lebensgewohnheiten zu häufigeren Herzerkrankungen. Hier kommt der Kardiologe ins Spiel: Was muss getan werden, um die Funktionalität des Herzens möglichst lange zu erhalten? Dieser Hohlmuskel pumpt jeden Tag zahlreiche Liter Blut durch unseren Körper und stellt sicher, dass wir genügend Sauerstoff haben. Kann das Herz nicht richtig arbeiten, verkürzt sich die Lebensdauer. Wie allen Ärzten kommt auch dem Kardiologen eine große Bedeutung zu, wenn es um die Gesundheit seiner Patienten geht. Das schlägt sich bereits in seiner Ausbildung nieder…

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Kardiologe: Studium, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ausbildung: Wie wird man Kardiologe?

Beim Beruf des Kardiologen handelt es sich um einen Arzt, der sich nach seinem Medizinstudium weiterqualifiziert hat.

Auf der einen Seite herrscht zwar – vor allem im ländlichen Raum – akuter Ärztemangel, auf der anderen Seite erfreut sich das Studium der Humanmedizin seit Jahren ungebrochener Beliebtheit. Der Andrang ist so hoch, dass das Studium bundesweit zulassungsbeschränkt ist.

Zunächst gilt es einige Anfangshürden (Numerus Clausus, Wartesemester, Medizinertest) zu überwinden.

Das Studium selbst teilt sich in drei Teile dauert mindestens 12 Semester:

  1. Vorklinischer Teil

    Der erste Teil vermittelt die medizinischen Grundlagen im Grundstudium und dauert vier Semester. Abgeschlossen wird der vorklinische Teil mit dem Physikum. Typische Themengebiete sind:

    • Anatomie
    • Biologie
    • Biochemie
    • Chemie
    • Physik
    • Physiologie
    • medizinische Psychologie
    • Soziologie
  2. Klinischer Teil

    Im Hauptstudium, das sechs Semester umfasst, lernen angehende Ärzte, woran bestimmte Krankheiten erkennbar und wie sie zu behandeln sind. Abgeschlossen wird der klinische Teil mit dem sogenannten Hammerexamen. Behandelt werden Fachgebiete wie:

    • Allgemeinmedizin
    • Augenheilkunde
    • Chirurgie
    • Dermatologie
    • Humangenetik
    • Hygiene
    • Innere Medizin
    • Neurologie
    • Orthopädie
    • Pathologie
    • Virologie
    • Toxikologie
  3. Praktisches Jahr

    Wie der Name bereits vermuten lässt, steht hier vor allem die Umsetzung der Theorie in die Praxis im Vordergrund. Im Praktischen Jahr (PJ) sammeln die Studierenden Erfahrungen im Bereich der Chirurgie, Inneren Medizin und einem Wahlfach, das oft Ausgangspunkt für einen späteren Facharzt bildet.

    Studierenden, die das PJ erfolgreich absolvieren, wird anschließend als dritte und letzte Übung des Staatsexamens die Approbation erteilt, das heißt, sie sind nun von staatlicher Seite dazu berechtigt, sich als Arzt zu bezeichnen und zu praktizieren.

Um als Kardiologe praktizieren zu dürfen, reicht das allerdings noch nicht. Denn jetzt schließt sich erst noch ein Facharztstudium an. Um den Facharzt zu erlangen – und das gilt für alle Mediziner, die sich beispielsweise nach dem Studium mit einer eigenen Praxis niederlassen wollen – muss eine Weiterbildung im Bereich der Inneren Medizin erfolgen.

Diese Weiterbildung dauert mindestens fünf Jahre. Die Kardiologie ist ein Schwerpunkt innerhalb der Inneren Medizin. Die Spezialisierung darauf nimmt sogar sechs Jahre in Anspruch. Laut Bundesärztekammer müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

72 Monate im Gebiet Innere Medizin unter Befugnis an Weiterbildungsstätten, davon…

  • müssen 36 Monate in Innere Medizin und Kardiologie abgeleistet werden, davon
  • müssen 24 Monate in der stationären Patientenversorgung abgeleistet werden,
  • müssen 24 Monate in mindestens zwei anderen Facharztkompetenzen des Gebiets abgeleistet werden,
  • müssen 6 Monate in der Notfallaufnahme abgeleistet werden,
  • müssen 6 Monate in der Intensivmedizin abgeleistet werden.

Während dieser Zeit wird der angehende Kardiologe offiziell als Assistenzarzt in Kardiologie bezeichnet oder einfach als „Arzt in Weiterbildung“. Bis sich also jemand als fertiger Kardiologe bezeichnen kann, gehen insgesamt zwölf Jahre ins Land.

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Berufsbild: Was macht ein Kardiologe?

Bestandteil einer jeden ärztlichen Tätigkeit sind Anamnese und Untersuchung. Das heißt, der Kardiologe befragt den Patienten zu seinen Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen, erblicher Vorbelastung, eingenommenen Medikamenten und etwaigen Operationen.

Oft erhält er hier bereits wichtige Informationen, die den weiteren Untersuchungsverlauf beeinflussen. Solche Untersuchungen können sein:

  • Puls- und Blutdruckmessung
  • Herz abhören
  • Belastungs-EKG
  • Ultraschalluntersuchung
  • Herzkatheteruntersuchung

Welche Aufgaben im Detail auf ihn zukommen, hängt sowohl vom Arbeitsort als auch der individuellen Qualifikation ab. Die Arbeit in einer eigenen Praxis bringt beispielsweise eine Reihe zusätzlicher administrativer Aufgaben mit sich, die bei jedem Freiberufler anfallen – erst recht, wenn noch Mitarbeiter für Empfang und Assistenz beschäftigt werden.

Bei einem Angestelltenverhältnis im Krankenhaus werden verwaltungstechnische Aufgaben eher im Hintergrund stehen. Umgekehrt ist ein persönlicher Schwerpunkt wie Intensiv- oder Notfallmedizin möglich, der in einer Praxis aufgrund der Ausstattung wegfällt.

Je nachdem kann Ihr Arbeitsalltag also so aussehen, dass Sie beispielsweise übergewichtigen Patienten aufgrund ihres geschwächten Herzens ins Gewissen reden oder aber mit dem Rettungshubschrauber zum nächsten Einsatzort düsen, um eine kardio-pulmonale Wiederbelebung durchzuführen.

Gehalt: Was verdient ein Kardiologe?

Abhängig vom Beschäftigungsverhältnis, der jeweiligen Position und Ihrer individuellen Qualifikation als Kardiologe fällt das Gehalt aus. Dazu kommen noch wie in jedem Beruf Faktoren wie Bundesland und Stadt-Land-Gefälle.

Mit anderen Worten: Pauschale Aussagen über das Gehalt eines Kardiologen lassen sich nicht treffen. Wohl aber Richtwerte, die einen ersten Eindruck vermitteln.

Angestellte Ärzte werden nach Tarif bezahlt. Es gibt folgende Tarifverträge, abhängig davon, wo Sie beschäftigt werden:

  • Universitätsklinikum

    Träger ist das Land, beispielsweise bei der Charité Berlin. Für Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte TdL. Demnach bekommt ein Assistenzarzt im 1. Jahr 4.631,23 Euro brutto monatlich, ein leitender Oberarzt im 1. Jahr mit 9.006,24 Euro fast das Doppelte.

  • Kommunale Krankenhäuser

    Träger ist beispielsweise die Stadt Köln. In kommunal geführten Krankenhäusern gilt der TV-Ärzte VKA. Hier fällt das Gehalt geringer als bei den Kollegen am Universitätsklinikum aus: nur noch 4.512,45 Euro brutto für den Assistenzarzt, 8.775,23 Euro brutto für den leitenden Oberarzt.

  • Private Krankenhäuser

    Träger sind Klinikverbünde wie Helios oder Asklepios. Hier gelten die jeweiligen Tarifverträge, beispielsweise der TV-Ärzte Entgelt Helios. Ein Assistenzarzt erhält hier 4.747,57 Euro brutto, der leitende Oberarzt 9.068,42 Euro brutto.

In der höchsten Gehaltsstufe als leitender Oberarzt an einem Universitätsklinikum sind bis zu 10.162,46 Euro brutto möglich. Dies sind allerdings keine endgültigen Summen. Zum einen sind je nach Position und Qualifizierung bei individuellen, außertariflichen Gehaltsverhandlungen höhere Gehälter möglich.

Zum anderen kommen durch zusätzliche Dienste und Zuschläge am Wochenende weitere Summen hinzu, so dass das Gehalt letztlich deutlich über diesen Angaben liegen kann.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Kardiologe?

Die Weiterbildungsordnung für Ärzte regelt, welche Ausbildungsinhalte für eine Spezialisierung relevant sind. Neue technische Entwicklungen führen zu neuen Methoden in der Kardiologie. Nicht alles, was technisch möglich wäre, findet sofort Verwendung, oftmals müssen neue Ausbildungsinhalte erst noch definiert und gesetzt werden.

Bestes Beispiel: Das CT (Computertomographie) beziehungsweise MRT (Magnetresonanztomographie) ist für die Funktionsanalyse des Herzens mittlerweile unverzichtbar geworden. Gleichzeitig musste die Handhabung der Geräte, die Auswertung der erzeugten Bilder erst einmal in die Ausbildung der Kardiologen integriert werden.

Der Fortschritt auf diesem Feld hält an, ebenso die Erkenntnisse, was den menschlichen Körper betrifft. Für Kardiologen und Mediziner insgesamt heißt das, dass der Lernprozess nie abgeschlossen sein wird. Immer wieder entstehen neue Krankheiten und damit neue Herausforderungen.

Diese Bedingungen und der Wunsch des Menschen auf ein möglichst langes, gesundes Leben tragen dazu bei, dass der Arbeitsmarkt für Kardiologen gut aussieht. Der Einstieg gelingt aufgrund der Facharztausbildung meist über Krankenhäuser oder Fachkliniken.

Wie beim Allgemeinmediziner ist außerdem eine Karriere als Fachjournalist, in der medizinisch-pharmazeutischen Forschung oder Lehre möglich.

Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Bewerbung als Kardiologe: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Für eine Bewerbung als Kardiologe brauchen Sie:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Anlagen

Gerade das Anschreiben treibt viele Bewerber immer wieder zur Verzweiflung – was soll dort hinein? Besinnen Sie sich auf Ihre Qualitäten und verbinden Sie diese mit den Anforderungen der Stellenbeschreibung. Sie zeichnet längst nicht nur das Medizinstudium mit Facharztausbildung aus.

Als Kardiologe muss Ihnen etwas gelingen, was auf andere wie die Quadratur des Kreises klingen mag. Gerade in der Notaufnahme werden Sie immer wieder mit herausfordernden, ja sogar für den Patienten lebensbedrohlichen Situationen konfrontiert sein.

Das erfordert eine Vielzahl an sozialen und persönlichen Kompetenzen, wie zum Beispiel die Fähigkeit, auch unter schwierigsten Bedingungen noch die Ruhe und vor allem einen klaren Kopf bewahren zu können – etwa wenn der Patient gerade einen Herzinfarkt hatte.

Als Herzspezialist müssen Sie vielleicht auch während einer Operation irgendwann die Entscheidung treffen, dass alles medizinisch Mögliche getan wurde und weitere medizinische Eingriffe sinnlos sind. Solche Aspekte und wie Sie schwierige Situationen gemeistert haben, gehören ins Anschreiben.

Da Sie direkt am Menschen arbeiten, geht es nicht nur um Hard Skills wie abgeschlossenes Studium und Zusatzqualifikationen, sondern um Eigenschaften wie Aufmerksamkeit, Geduld, Empathie – aber auch Flexibilität, Stressresistenz und Entscheidungskraft.

Belegen können Sie die geforderten Kompetenzen beispielsweise so:

Während meiner zahlreichen Notdienste – auch am Wochenende – konnte ich meine Flexibilität unter Beweis stellen.

Oder:

Es fällt mir leicht, schnelle Entscheidungen zu treffen, was mir in Stresssituationen wie Notoperationen immer zugutegekommen ist.

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10. Januar 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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