Sozialarbeiter: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Die Berufsaussichten für Sozialarbeiter sind günstig. In einer mehr und mehr individualisierten Gesellschaft werden dringend Menschen benötigt, die sich um diejenigen kümmern, die durch das gesellschaftliche Raster gefallen sind und auf unterschiedlichste Art mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen haben: psychisch, physisch, finanziell, bildungspolitisch. Denen, die bislang davon ausgingen, keine Chance zu haben, neue Perspektiven und Optionen zu ermöglichen, ist für viele Sozialarbeiter mehr als nur ein Berufsbild – es ist für sie eine grundsätzliche Lebenseinstellung.

Sozialarbeiter: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man Sozialarbeiter?

Um als Sozialarbeiter tätig werden zu können, benötigt man mindestens einen Bachelor-Abschluss in der Fachrichtung „Soziale Arbeit“. Dieses dauert je nach Bundesland zwischen sechs und acht Semestern und wird traditionell von Hochschulen kirchlicher Trägerschaft angeboten, zunehmend aber auch von staatlichen Hochschulen.

Darüber hinaus gibt es Angebote für ein duales Studium, das zwar meist praxisnäher strukturiert ist, jedoch den Nachteil hat, dass man sich bereits vor Studiumsbeginn auf einen Bereich festlegt.

In jedem Fall umfasst das Studium folgende Fächer:

  • Grundlagen der sozialen Arbeit
  • Psychologie
  • Pädagogik
  • Soziologie
  • Recht
  • Sozialpolitik
  • Ökonomie
  • Gesprächsführung

Darüber hinaus kann man weitere fachliche Schwerpunkte setzen, wie zum Beispiel:

  • Case Management
  • Einzelfallhilfe
  • Erwachsenenbildung
  • Soziale Gruppenarbeit
  • Kulturpädagogik
  • Medienpädagogik
  • Interkulturelle Pädagogik
  • Inklusion
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Suchtberatung
  • Schuldnerberatung

Möchte man nach dem Bachelor-Abschluss noch einen Master-Abschluss (zum Beispiel auf dem Gebiet Sozialmanagement) ergänzen, um im späteren Beruf bessere Aussichten auf eine verantwortungsvollere Stelle zu haben, muss man mit vier weiteren Semestern Studienzeit rechnen.

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Berufsbild: Was macht ein Sozialarbeiter?

Das Studium der sozialen Arbeit qualifiziert die Absolventen zu verschiedenen Tätigkeiten, die sie häufig bei Behörden oder Einrichtungen im öffentlichen Dienst ausüben:

  • Sozial- und Jugendamt
  • Einrichtungen der offenen Jugendarbeit
  • Beratungsstellen
  • Kliniken und Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen der Straffälligenhilfe
  • Schulen

Darüber hinaus finden Sozialarbeiter bei Unternehmen der freien Wirtschaft beispielsweise im Bereich des Human Ressources Management oder der betrieblichen Sozialarbeit Anstellungen.

Die meisten Stellenausschreibungen beziehen sich sowohl auf die Berufsbezeichnung des Sozialpädagogen, als auch auf die des Sozialarbeiters. In der Praxis wird mittlerweile zwischen diesen beiden Berufsbildern nur noch in der seltensten Fällen unterschieden.

Sozialarbeitern geht der Ruf voraus, die gute Seele für Familien oder Einzelpersonen, die in Not geraten sind, zu sein. Sie sind Unterstützer in schwierigen Situationen, wie beispielsweise psychischen Erkrankungen, Drogensucht, psychosozialen Schwierigkeiten oder Erziehungsproblemen.

Weiterhin finden sich Sozialarbeiter in Justizvollzugsanstalten, wo sie die Inhaftierten im Prozess der Resozialisierung unterstützen.

Ebenfalls werden sie von Städten und Gemeinden als Streetworker eingestellt, die sich um Obdachlose und jugendliche Subkulturen kümmern, sie bei Behördengängen unterstützen und als Ansprechpartner und Vermittler für Hilfsangebote oder zwischen den Klienten und anderen öffentlichen Stellen fungieren.

Die Schulsozialarbeit ist ein weiteres Gebiet, in dem viele Sozialarbeiter beschäftigt sind. Hier unterstützen sie das soziale Lernen der Schüler und sind sowohl für Lehrer, als auch für Eltern wichtige Ansprechpartner für Kooperationen zum Wohle der Kinder und Jugendlichen.

Die Einsatzgebiete eines Sozialarbeiters sind vielfältig und bieten noch eine Menge mehr an Möglichkeiten. Eines haben allerdings alle Stellen gemeinsam: Ein Sozialarbeiter fungiert immer als Hilfe zur Selbsthilfe. Er aktiviert vornehmlich die Ressourcen der Klienten und befähigt sie dazu, ihr Leben wieder in der Griff zu bekommen. Eine völlige Abhängigkeit der Klienten von der Sozialarbeit ist grundsätzlich nicht vorgesehen, wenn auch in der Praxis vereinzelt nicht zu vermeiden.

Häufig ist diese Hilfestellung mit Bürokratie verbunden. Da der Erfolg der Arbeit nicht so einfach und kurzfristig messbar ist, wie in der freien Wirtschaft, müssen die Fälle und deren Verlauf genau dokumentiert werden. Ebenfalls ist ein Sozialarbeiter oft mit Formularen und Anträgen konfrontiert.

Die Arbeitszeiten können stark variieren. Selbst bei Anstellungen im öffentlichen Dienst, wie zum Beispiel im Jugendamt, können diese durch Hausbesuche bis in die Abendstunden reichen. Je nach Einsatzgebiet ist auch Wochenendarbeit nicht ausgeschlossen.

Dazu kommt, dass viele Sozialarbeiter die Eindrücke, die sie tagtäglich zu Gesicht bekommen nicht so einfach abschalten können und diese sie nach Dienstschluss gedanklich weiter beschäftigen.

Andererseits bietet der Arbeitsmarkt reichlich Chancen zum Umstieg – Stellenangebote für Sozialarbeiter sind immer zu finden.

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Gehalt: Was verdient ein Sozialarbeiter?

Da viele Sozialarbeiter bei Bund, Ländern oder Kommunen angestellt sind, greift für sie der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Die Einstufung geschieht zum einen nach Verantwortungsbereich und zum anderen nach Berufserfahrung.

Da bei freien Trägern der TVöD nicht greift, können die Gehälter für Sozialarbeiter stark variieren. Durchschnittlich liegt er zwischen 2.400 und 2.800 Euro brutto pro Monat.

Spitzenverdienste werden zum einen in Stellen mit großer Verantwortung, zum anderen in der freien Wirtschaft bezahlt. Hier kümmern sich Sozialarbeiter zum Beispiel in Personalabteilungen um die Themen Personal- und Organisationsentwicklung. Das Gehalt ist in solchen Fällen Verhandlungssache.

In solchen Positionen sind Monatsbruttogehälter von 4.000 Euro und mehr keine Seltenheit. Gleiches gilt für Leitungspositionen im öffentlichen Dienst, insbesondere mit einigen Jahren Berufserfahrung.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Sozialarbeiter?

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen für Sozialarbeiter im Moment ausgesprochen gut, da sie vielseitig einsetzbar sind. Der überwiegende Teil der Absolventen findet innerhalb kürzester Zeit nach dem Abschluss eine Stelle. Jobanwärter können ihre Aussichten auf eine Festanstellung erhöhen, indem sie bereits während des Studiums Praxiserfahrung sammeln und sich frühzeitig auf die entsprechenden Schwerpunkte festlegen.

Darüber hinaus eröffnen sich für Sozialarbeiter zusätzliche Karrierechancen durch das Absolvieren weiterführender Studiengänge oder Weiterbildungen. Grundsätzlich gilt: eine zunehmende Spezialisierung auf ein bestimmtes Fachgebiet erhöht die Möglichkeit, eine Führungskarriere zu durchlaufen.

Eine Promotion nach dem Master-Abschluss eröffnet außerdem die Chance auf eine Laufbahn in Wissenschaft und Forschung. Infrage kommen die folgenden Studienangebote:

  • Psychologie
  • Erziehungs-, Bildungswissenschaft
  • Coaching, Beratung, Supervision
  • Psychosoziale Beratung und Therapie
Stellenangebote für Sozialarbeiter.
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Bewerbung als Sozialarbeiter: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Von Sozialarbeitern werden im Bewerbungsprozess – wenig überraschend – insbesondere die Darlegung ihrer sozialen Kompetenzen erwartet. Diese sind insbesondere:

  • Einfühlungsvermögen
  • Lösungsorientierung
  • Kommunikationsstärke
  • Verhandlungsgeschick
  • Belastungsfähigkeit
  • Analytische Fähigkeiten
  • Organisationstalent
  • Durchsetzungsvermögen
  • Motivationsfähigkeit

Bewerbung Anschreiben Sozialarbeiter Vorlage Muster kostenlosUm sich für das Berufsbild Sozialarbeiter bewerben zu können, haben wir für Sie ein Musteranschreiben verfasst, das Sie sich hier bequem als Word-Dokument oder PDF-Datei kostenlos herunterladen und privat nutzen können. Bitte beachten Sie: Unser Anschreiben dient in erster Linie als Vorlage und Formulierungshilfe. Ihre eigene Bewerbung sollten Sie individuell anpassen.

Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich gemacht werden. Sie lassen sich zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Meine Empathie und mein lösungsorientiertes Denken machen mich sowohl in meiner Stelle als Mitarbeiterin des Jugendamtes als auch im privaten Freundeskreis zu einer gefragten Ansprechpartnerin bei Problemen.

In meinem Ferienjob als Leiter einer Kinder- und Jugendfreizeit in meiner Gemeinde, gelang es mir stets einen Ausgleich zwischen der Motivation der Gruppe und dem Einhalten klarer Regeln zu schaffen.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

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25. Juni 2020 Tilman Schulze Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze arbeitet freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Er ist Autor verschiedner Bücher.


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