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Einzelhandelskaufmann /-frau: Gehalt, Ausbildung, Aufgaben

Die Ausbildung als Einzelhandelskaufmann /-frau zählt noch immer zu den populärsten. Wer sich dafür entscheidet, wählt nicht nur einen traditionsreichen, sondern auch vielfältigen Beruf. Arbeitgeber kann der Supermarkt nebenan, aber genauso gut das Möbelfachgeschäft oder die Modeboutique sein. Als Ansprechpartner für Kunden verkaufen und präsentieren Einzelhandelskaufleute verschiedenste Produkte, arbeiten genauso hinter den Kulissen im Büro und im Lager. Was Sie zu Aufgaben, Gehalt und Ausbildung einer Kauffrau bzw. eines Kaufmanns im Einzelhandel wissen müssen…



Einzelhandelskaufmann /-frau: Gehalt, Ausbildung, Aufgaben

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Einzelhandelskaufmann /-frau Gehalt

Das durchschnittliche Gehalt von Einzelhandelskaufleuten liegt bei rund 2.400 Euro brutto im Monat. Die Einstiegsgehälter beginnen bei rund 1.700 Euro bis 2.200 Euro.

Im Laufe ihres Berufslebens können sich Kaufleute im Einzelhandel auf bis zu 3.400 Euro brutto im Monat steigern. Während der Ausbildung verdient ein Einzelhandelskaufmann bzw. eine Einzelhandelskauffrau zwischen 815 und 1.210 Euro brutto pro Monat.

Unterschiede in der Bezahlung sind durch verschiedene Faktoren bedingt: Branche, Größe des Unternehmens, Region und Berufserfahrung. Die höchsten Gehälter zahlen Arbeitgeber in Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Am geringsten sind sie in Sachsen, Niedersachsen, Bremen und Thüringen.

Gehaltsaussichten im Einzelhandel

Das Gehalt für Einzelhandelskaufleute ist häufig durch einen Tarifvertrag festgelegt. Mit Aufstieg in höhere Positionen sind höhere Gehälter verbunden. Mit einem Abschluss als Handelsfachwirt sind zwischen 2.000 und 3.000 Euro monatlich möglich. Als Substitut (Vertretung des Abteilungs- beziehungsweise Filialleiters) können Sie bis zu 3.000 Euro monatlich verdienen. Bis zu 4.000 Euro monatlich sind möglich, wenn Sie Abteilungsleiter sind.

Die ähnliche, aber weniger umfangreiche Ausbildung zur Verkäuferin führt zu einem nur unwesentlich niedrigerem Einstiegsgehalt.

Deutlich mehr verdienen Arbeitnehmer in anderen kaufmännischen Berufen, besonders in der Finanzbranche (Banken und Versicherungen).

Einzelhandelskaufleute Gehalt Gehaltsvergleich
vgwort

Ausbildung Gehalt Einzelhandelskaufmann /-frau

Kaufleute im Einzelhandel werden in der Ausbildung mit diesen monatlichen Beträgen vergütet:

  • 1. Ausbildungsjahr: 815 Euro bis 1.008 Euro brutto
  • 2. Ausbildungsjahr: 865 Euro bis 1.065 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 995 Euro bis 1.210 Euro

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Was machen Einzelhandelskaufleute?

Kaufleute im Einzelhandel platzieren die Produkte auf der Verkaufsfläche und beraten die Kundschaft. Waren an die Kundschaft zu bringen, ist Ihr Kerngeschäft. Um entsprechende Kaufanreize zu senden, müssen Sie die Regale regelmäßig bestücken und auf Bestand beziehungsweise Zustand kontrollieren: Sind die Umverpackungen noch ansehnlich? Bei verderblicher Ware wie Lebensmitteln kommt es darauf an, das Mindesthaltbarkeitsdatum im Blick zu behalten. Vorteilhaft ist es für eine Einzelhandelskauffrau, ein Händchen für Dekoration zu haben.

An der Kasse geht es für Kaufleute im Einzelhandel darum, möglichst zügig die Ware einzuscannen, gegebenenfalls zu verpacken und zu kassieren. Hierfür müssen Sie den Umgang mit verschiedenen Zahlungsmitteln beherrschen. Auch Umtausch oder Reklamation und die Erstattung von Geld erledigen Sie im Kassenbereich.

Als Einzelhandelskaufmann /-frau fallen auch Bürotätigkeiten für Sie an. Was verkauft wird, muss auch nachbestellt werden – also ordern Sie neue Ware und vereinbaren Liefertermine mit den Händlern. Bei der Warenannahme kontrollieren Sie dann, ob die Lieferung vollständig und im einwandfreien Zustand ist.

Steckbrief: Die wichtigsten Aufgaben im Überblick

  • Kassieren
  • Waren einräumen
  • Kunden beraten
  • Abrechnungen erstellen
  • Reklamationen bearbeiten
  • Lieferungen annehmen
  • Qualität prüfen
  • Waren verpacken

Wo arbeiten Einzelhandelskaufleute?

Einzelhandelskaufleute arbeiten überall dort, wo Waren gehandelt und verkauft werden, also zum Beispiel in Kaufhäusern, Modehäusern, Elektronikgeschäften oder Drogerien. Auch Baumärkte, Zoofachhandel, Tankstellen und Versandhandel beschäftigen Einzelhandelskaufmänner und -frauen.

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Wie sind die Arbeitszeiten?

Ein Kaufmann bzw. eine Kauffrau im Einzelhandel arbeitet häufig im Schichtdienst. Schichten an Samstagen oder verkaufsoffenen Sonntagen gehören meist dazu, dafür seltener in den Abendstunden. Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt 37,5 bis 38 Stunden. Eine Teilzeitbeschäftigung ist im Einzelhandel grundsätzlich möglich und weit verbreitet.

Der Beruf eignet sich für Menschen, die…

  • körperlich fit und viel auf den Beinen sind — oder sein wollen.
  • offen und freundlich auf Menschen zugehen.
  • flexibel und handlungsschnell auf neue Situationen reagieren.

Der Beruf eignet sich nicht für Menschen, die…

  • keinen Kundenkontakt wollen und Konflikten lieber aus dem Weg gehen
  • sich einen klassischen Bürojob und Computerarbeit wünschen
  • körperlich eingeschränkt oder nicht so mobil sind
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Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann /-frau

Wer Einzelhandelskaufmann /-frau werden möchte, muss eine duale Berufsausbildung absolvieren. Sie dauert 3 Jahre und findet abwechselnd in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb statt. Im ersten Lehrjahr lernen die Azubis die Grundlagen kennen, im zweiten und dritten entscheiden sie sich für bestimmte Wahlqualifikationen und spezialisieren sich somit auf Bereiche wie Beratung, Beschaffung oder Marketing.

Sollten Sie über relevante Vorbildung verfügen oder sehr gute Leistungen erbringen, können Sie die Ausbildung verkürzen. Sie dauert dann zwischen 2 und 2,5 Jahre. Eine kürzere Ausbildung ist auch möglich, wenn Sie die Ausbildung zum Verkäufer machen. Die schließen Sie bereits nach 2 Jahren ab.

Die längere Ausbildung bei Einzelhandelskaufleuten hängt vor allem mit umfangreicheren buchhalterischem und betriebswirtschaftlichem Wissen zusammen. Auch eine Umschulung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im Einzelhandel ist möglich. In Vollzeit dauert sie 2 Jahre.

Voraussetzungen für die Ausbildung

In der Regel bevorzugen Industrie und Handel Bewerber mit Realschulabschluss. Allerdings verfügt ungefähr ein Drittel der Auszubildenden über einen Hauptschulabschluss. Außerdem können sich gute Schulnoten speziell in Deutsch und Mathematik bei der Bewerbung auszahlen.

Eine Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im Einzelhandel ist unabhängig vom Schulabschluss eine realistische Option. Vor allem, wenn Bewerber über Primärtugenden wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit, Sorgfalt und Zuverlässigkeit verfügen und in ihrer Bewerbung glaubhaft zum Ausdruck bringen.

Was lernt man in der Ausbildung?

  • Warensortiment pflegen
  • Serviceorientierte Beratung
  • Konfliktbewältigung bei Umtausch oder Reklamation
  • Kassenabrechnungen erledigen
  • Kunden über Werbemaßnahmen und Serviceleistungen informieren
  • Verkaufsfördernde Platzierung von Waren
  • Bestellung, Warenannahme und Kontrolle
  • Inventuren durchführen
  • Kaufmännische Methoden
  • Kalkulationen erstellen
  • Sortimentsgestaltung
  • Logistische Prozesse
  • Aufbau einer Wertschöpfungskette

Wahlqualifikationen für Kaufleute im Einzelhandel

Eine Kauffrau bzw. ein Kaufmann im Einzelhandel muss sich in der Ausbildung für eine der vier Wahlqualfikationen entscheiden:

  1. Sicherstellung der Warenpräsenz
  2. Beratung von Kunden
  3. Kassensystemdaten und Kundenservice
  4. Werbung und Verkaufsförderung

Darüber hinaus wählen Azubis aus weiteren acht Wahlqualifikationen drei aus (darunter mindestens eine der ersten drei genannten):

  1. Beratung von Kunden in komplexen Situationen
  2. Beschaffung von Waren
  3. Warenbestandssteuerung
  4. Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  5. Marketingmaßnahmen
  6. Onlinehandel
  7. Mitarbeiterführung und -Entwicklung
  8. Vorbereitung unternehmerischer Selbständigkeit

Wie läuft die Abschlussprüfung ab?

Eine Zwischenprüfung sieht die Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im Einzelhandel nicht mehr vor. Dafür gibt es eine „gestreckte“ Abschlussprüfung. Bedeutet: Der erste Teil der Abschlussprüfung wird nach dem zweiten Ausbildungsjahr abgehalten, der zweite Teil nach dem dritten Jahr.

Im ersten Teil geht es inhaltlich um Themen wie Verkauf und Marketing, Warenwirtschaft und Rechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Der zweite Teil beinhaltet eine schriftliche Prüfung zu den Geschäftsprozessen im Einzelhandel und ein fallbezogenes Fachgespräch in der jeweiligen Wahlqualifikation.

Die zweigeteilte Abschlussprüfung zum Einzelhandelskaufmann bzw. zur Einzelhandelskauffrau ist nicht leicht zu überstehen. Nach IHK-Angaben lag die Bestehensquote im Sommer 2023 nur bei rund 81 Prozent. Davon bestanden zirka 23 Prozent nur knapp mit der Note 4.

Weiterbildung für Kaufleute im Einzelhandel

Nach der Ausbildung als Einzelhandelskaufmann /-frau bestehen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Je nach Branche können Sie Zusatzqualifikationen erwerben. Schließlich unterscheiden sich die Produkte einer Drogerie von denen eines Bauhauses oder einer Modekette. Beispiele für Zusatzqualifikationen sind „Fremdsprachen für kaufmännische Auszubildende“ oder „Freiverkäufliche Arzneimittel“.

Auch eine kaufmännische Weiterbildung ist möglich, mit der Einzelhandelskaufleute in der internen Hierarchie aufsteigen und ihre Einkommensaussichten verbessern können. Denkbar ist es, im Laufe der Jahre zum Stellvertreter des Filialleiters, Filialleiter, Regionalverkaufsleiter oder gar zum Zentraleinkäufer aufzusteigen. Infrage kommen zum Beispiel diese Fortbildungen:

  • Fachwirt/in Handel
  • Fachwirt/in E-Commerce
  • Betriebswirt/in Handel

Besitzen Sie die Hochschulreife oder haben Sie nach Ihrer Ausbildung bereits einige Jahre Berufserfahrung erworben, kann auch ein Studium infrage kommen. Für diese Fächer ist auch ein duales Studium möglich:

  • Handelsbetriebswirtschaft
  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration

Einzelhandelskaufmann /-frau Bewerbung: Tipps + Vorlagen

Heutzutage sind Online Bewerbungen oder E-Mail-Bewerbungen Standard. Je nach Unternehmensgröße kann es aber sein, dass eine postalische Bewerbung ausreicht.

Nehmen Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben bitte immer Bezug zur jeweiligen Stelle. Was ist der Stellenanzeige zufolge besonders wichtig? Solche Kompetenzen sollten Sie unbedingt nennen!

Zu Ihren Soft Skills sollten überdies Einfühlungsvermögen und Kommunikationsstärke gehören, denn Sie haben ständig mit verschiedenen Menschen zu tun: Kunden, Lieferanten, Kollegen.

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