Hochschulreife: Definition, Unterschiede, Informationen

Immer mehr junge Menschen zieht es an Hochschulen und Universitäten. Ein Studium ist für viele das große Ziel, um die bestmögliche Vorbereitung für das Berufsleben zu bekommen und natürlich die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu steigern und sich als qualifizierte Fachkraft zu positionieren. Um diesen Weg einschlagen zu können, benötigen Sie jedoch zunächst Ihre Hochschulreife und damit die Hochschulzugangsberechtigung. Dabei ist es ein häufiger Fehler, nur ans Abitur zu denken oder dieses schlichtweg mit der Hochschulreife gleichzusetzen. Um mit der Verwirrung und Verwechslungen aufzuräumen, erklären wir, was es mit der Hochschulreife genau auf sich hat, welche Unterschiede es dabei gibt und worauf Sie bei einer Hochschulzugangsberechtigung achten müssen…

Hochschulreife: Definition, Unterschiede, Informationen

Hochschulreife Definition: Was verbirgt sich eigentlich dahinter?

Hochschulreife Definition Abitur allgemeine fachgebundene FachhochschulreifeAls Hochschulreife wird in Deutschland die grundsätzliche Fähigkeit bezeichnet, ein Studium an einer Universität oder Hochschule aufzunehmen, die durch einen Abschluss und ein entsprechendes Zeugnis an einer Schule erworben wird. Die Hochschulreife kann daher auch als Studierfähigkeit bezeichnet werden und besagt, dass die schulische Ausbildung mit der Eignung zur Aufnahme eines Studiums abgeschlossen wurde.

Bei der Hochschulzugangsberechtigung gibt es jedoch einige Unterschiede und die Hochschulreife kann nicht einfach über einen Kamm geschoren werden. Falsch ist es beispielsweise, die Hochschulreife synonym mit dem Abitur zu sehen und zu verwenden.

Das Abitur als höchster Schulabschluss ist nur eine Form der Hochschulreife, die einige Vorteile gegenüber den anderen Varianten der Hochschulzugangsberechtigung hat.

Die drei Arten der Hochschulreife

Wenn von Hochschulreife gesprochen wird, ist dies zunächst ein Oberbegriff, der die gesamte Studierfähigkeit zusammenfasst. Um welche Art der Hochschulreife es sich dabei handelt, lässt sich daraus noch nicht erkennen. Diese Unterscheidung ist jedoch sehr wichtig, da die verschiedenen Hochschulreifen nicht auf auf einem jeweils anderen Weg erlangt werden, sondern auch verschiedene Hochschulzulassungsberechtigungen mit individuellen Bestimmungen darstellen.

Im deutschen Schulsystem gibt es insgesamt drei Varianten der Hochschulreife, mit denen Sie eine Hochschulzulassungsberechtigung erwerben können. Die Begriffe sind dabei teils ähnlich, was nicht dazu verleiten sollte, diese zu verwechseln.

Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Arten der Hochschulreife vor:

  • Allgemeine Hochschulreife

    Hinter der allgemeinen Hochschulreife steckt das weithin bekannte (Voll-)Abitur, dass klassischerweise auf einem Gymnasium, aber auch an Gesamtschulen oder an Berufskollegs, die über eine gymnasiale Oberstufe verfügen, erworben werden kann. Mit der allgemeinen Hochschulreife in der Tasche können Sie an allen deutschen Universitäten und Hochschulen grundsätzlich jeden Studiengang beginnen – natürlich solange Sie mögliche weitere Anforderungen erfüllen, die für einige Studiengänge möglicherweise noch zusätzlich zur Hochschulzulassungsberechtigung benötigt werden.

  • Fachgebundene Hochschulreife

    Auch mit einer Fachgebundenen Hochschulreife haben Sie einen Abschluss, der Sie dazu berechtigt, bestimmte Studiengänge aufzunehmen. Anders als bei der allgemeinen Hochschulreife, können Sie hier jedoch nur solche Studiengänge beginnen, die aus dem Fachbereich stammen, in dem auch Ihre fachgebundene Hochschulreife gemacht wurde.

    Auch die fachgebundene Hochschulreife kann an einer gymnasialen Oberstufe erworben werden, aber auch an einem Berufskolleg oder einer (Berufs-)Oberschule können Sie einen passenden Abschluss machen. Noch einmal unterschieden werden kann zwischen einem fachgebundenen Abitur, mit dem Sie an Universitäten und ´Fachhochschulen studieren können, und der fachgebundenen Fachhochschulreife, mit der Sie ausschließlich passende Studiengänge an Fachhochschulen beginnen können.

  • Fachhochschulreife

    Mit der Fachhochschulreife erwerben Sie grundsätzlich die Hochschulzulassungsberechtigung für alle Fachhochschulen, nicht aber für Universitäten. Eine Beschränkung der Studiengänge auf ein bestimmtes Fachgebiet gibt es hingegen nicht.

    Mittlerweile gibt es auch einige Ausnahmen, in denen Sie mit der Fachhochschulreife einen Bachelor-Studiengang an Universitäten beginnen können. Da Bildung auf Länderebene geregelt wird, unterscheidet sich dies von Bundesland zu Bundesland. Informieren Sie sich deshalb im Vorfeld bei Universitäten, ob Ihre Hochschulreife Sie wirklich für ein Studium qualifiziert.

Sollten Sie den Begriff des Fachabiturs vermissen, liegt dies daran, dass es offiziell keinen solchen Abschluss in Deutschland gibt. Das Fachabitur ist ein umgangssprachlicher Begriff, der keine eindeutige Zuordnung hat und sowohl für die Fachhochschulreife als auch für die fachgebundene Hochschulreife verwendet wird.

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte deshalb immer die genaue Hochschulreife genannt werden. Nur so kann eindeutig geklärt werden, welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen und an welche Vorgaben Sie sich halten müssen.

Hochschulzugangsberechtigung außerhalb der schulischen Ausbildung

Inzwischen können Sie nicht nur durch Ihren Schulabschluss eine Hochschulzugangsberechtigung erhalten. Wollen Sie studieren, haben aber nicht durch den schulischen Abschluss die Hochschulreife erworben und wollen diese auch nicht auf dem zweiten Bildungsweg nachholen, gibt es weitere Möglichkeiten, um die Studierfähigkeit zu erhalten.

Wenn Sie eine berufliche Aufstiegsfortbildung erfolgreich absolviert haben – beispielsweise zum Fachwirt oder zum Handwerksmeister – erwerben Sie dadurch eine Hochschulzugangsberechtigung, die mit der allgemeinen Hochschulreife gleichgestellt wird.

Haben Sie eine Berufsausbildung gemacht, die mindestens zwei Jahre gedauert hat, und verfügen Sie darüberhinaus über mindestens drei Jahre Berufserfahrung, kann darauf eine Hochschulzugangsberechtigung entstehen, die mit der fachgebundenen Hochschulreife vergleichbar ist. Nach einem Qualifikations- und Eignungstest können Sie für Studiengänge aus Ihrem Fachgebiet zugelassen werden.

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]
18. Mai 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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