Mündliche Prüfung: Tipps fürs Abitur

Für viele Schüler ist es der Abschluss der bis dahin wahrscheinlich anstrengendsten Lern- und Prüfungsphase: Die mündliche Prüfung bereitet vielen Abiturienten Bauchschmerzen, schweißnasse Hände und schlaflose Nächte. Auch jetzt stehen die mündlichen Prüfungen den aktuellen Jahrgängen wieder bevor und wie unzählige Generationen vor ihnen stehen auch die jetzigen Prüflinge vor der Frage: Wie schaffe ich es nur, meine Aufregung in den Griff zu bekommen und eine gute Leistung abzuliefern, um eine möglichst gute Note zu bekommen? Die schlechte Nachricht lautet: Durch muss man so oder so. Positiv ist jedoch, dass man eine ganze Menge tun kann, um sich richtig vorzubereiten, das Lampenfieber zu mindern und eine erfolgreiche mündliche Prüfung abzuliefern…

Mündliche Prüfung: Tipps fürs Abitur

Mündliche Prüfung: Warum ist sie so gefürchtet?

Fragt man Schüler, wovor sie im Abitur die meiste Angst haben, sind sich viele sehr schnell einig: Die mündliche Prüfung. Keine andere Vorstellung regt das negative Kopfkino so sehr an und sorgt für so viel Nervosität. Was ist, wenn ich einen Blackout bekomme, die Fragen nicht verstehe, anfange zu stottern oder der Prüfer mich nicht leiden kann? Unzählige Zweifel sorgen bereits weit im Vorfeld für eine gehörige Portion Panik, wenn man nur an die Situation der mündlichen Prüfung denkt.

Alleine in einem Raum mit mehreren Prüfern, auf dessen Fragen man möglichst schnell möglichst richtige Antworten liefern soll. Natürlich nicht die schönste Vorstellung, aber dennoch liegt der Grund, dass ausgerechnet die mündliche Prüfung für die meisten Sorgen verantwortlich ist, woanders. Immerhin ist auch eine schriftliche Prüfung, die gleich in mehreren anderen Fächern zu absolvieren ist, keine tolle Situation. Der Unterschied – und der Grund, weshalb Abiturienten die mündliche Prüfung besonders fürchten – ist jedoch: Die Ungewissheit.

Jahrelang konnte man sich mit schriftlichen Klausuren anfreunden, kennt die Abläufe und kann sich dementsprechend auch auf Abiturprüfungen einstellen, selbst wenn diese naturgemäß nochmal einen anderen Stellenwert haben. Bei der mündlichen Prüfung hingegen betreten Abiturienten absolutes Neuland. Natürlich bekommt man genau geschildert, wie der Ablauf sein wird, doch ist es noch mal etwas vollkommen anderes, tatsächlich in der Situation zu sein.

Reicht es, die Inhalte auswendig zu lernen?

Je näher die mündliche Prüfung rückt, desto größer wird der Druck, alle wichtigen Informationen irgendwie in den Kopf zu bekommen. Die erhoffte Wunderwaffe der meisten Schüler: Klassisches Auswendiglernen. Die Grundidee ist natürlich klar: Je mehr des relevanten Stoffs man behalten hat, desto besser schneidet man in der mündlichen Prüfung ab.

Klingt logisch, aber reicht es tatsächlich aus, die Inhalte des Faches auswendig zu lernen? Die Antwort darauf ist zweigeteilt, denn auf der einen Seite ist es sicherlich immer hilfreich, sich ausgiebig mit einem Thema zu beschäftigen. Ganz von allein wird man mit der Zeit sicherer, ist weniger nervös, wenn man weiß, dass man auf die meisten Fragen eine Antwort findet. Leider kommt es in der mündlichen Prüfung aber eben auch darauf an, das eigene Wissen zu präsentieren und in Worte zu fassen.

Sich möglichst viel Wissen anzueignen, sollte daher nur der erste Schritt der Vorbereitung sein. Wirklich effektiv bereitet man eine mündliche Prüfung vor, wenn es gelingt, das Gelernte auch wiederzugeben. Hierbei kann es helfen, den Freunden oder auch der Familie frei zu berichten, was man zum Thema weiß. Können diese – am besten ohne Vorwissen – verstehen, was man ihnen erklärt, ist es ein gutes Zeichen, dass man sein Wissen wirklich rüberbringen kann.

Mündliche Prüfung: Tipps für Abiturienten

Damit die mündliche Prüfung auch wirklich zum Erfolg wird, haben wir noch einige Tipps – sowohl für die Lernphase als auch für die Prüfung selbst.

  1. Lernen Sie in einer Gruppe

    Oft schließen Schüler sich zum lernen ein, um ihre Ruhe zu haben und sich voll und ganz auf die Lerninhalte konzentrieren zu können. Das kann funktionieren, doch gerade vor einer mündlichen Prüfung kann es sinnvoll sein, sich in einer Gruppe zusammen zu tun. Nicht nur kann man sich so bei Fragen gegenseitig schneller helfen, es ist auch möglich, die Prüfungssituation gemeinsam zu üben.

  2. Erstellen Sie Zusammenfassungen

    Um effektiv zu lernen, empfiehlt es sich, Zusammenfassungen der wirklich relevanten Themen anzulegen. So haben Sie alle wichtigen Informationen geordnet und übersichtlich zur Hand und können beim lernen gezielter vorgehen. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass die Zusammenfassungen auch tatsächlich vollständig sind, um nicht aus Versehen ein Thema auszulassen.

  3. Gehen Sie organisiert vor

    Die Zeit, die Sie zur Vorbereitung einer Fragestellung haben, sollte natürlich bestmöglich genutzt werden. Um dies zu erreichen, sollten Sie sich einen genauen Plan machen. Nehmen Sie sich am Anfang die Zeit, um die Aufgabe gründlich zu lesen und auch zu verstehen. Erst dann macht es Sinn, mit der eigentlichen Bearbeitung anzufangen und Notizen zu erstellen, die für den mündlichen Vortrag genutzt werden.

    Falls möglich, sollten auch am Ende noch ein paar Minuten übrig bleiben, um im Kopf noch einmal die eigene Antwort durchzugehen und sich bereits zu überlegen, wie man sein Ergebnis den Prüfern gegenüber präsentieren möchte.

  4. Haben Sie keine Angst zu fragen

    Eine große Angst vieler Abiturienten besteht darin, die Fragen nicht zu verstehen und somit auch nicht auf die Rückfragen antworten zu können. An dieser Stelle hilft es, sich daran zu erinnern: Ja, es handelt sich um eine Prüfung, aber auch der Schüler darf dabei seine Fragen stellen. Sollten bei der Fragestellung Unklarheiten aufkommen, lassen sich diese am besten durch eine offene Ansprache lösen. Dies wirkt sich nicht negativ auf die Note aus, sondern ermöglicht es Ihnen, gezielter zu Antworten und weniger Angst zu haben.

  5. Nehmen Sie sich Zeit

    Die Prüfungssituation führt meist dazu, dass Schüler auf eine Frage so schnell wie möglich antworten wollen. Das ist jedoch gar nicht nötig, sondern erhöht nur den Druck und kann zu Fehlern führen. Natürlich ist es auch in einer mündlichen Prüfung erlaubt, kurz innezuhalten, nachzudenken und die eigenen Gedanken zu ordnen, bevor man seine Lösung präsentiert.

    Dieses Prinzip gilt nicht nur für die Rückfragen, sondern auch bei der Präsentation Ihrer Lösung zur anfänglichen Aufgabe. Vor lauter Nervosität sprechen die meisten Abiturienten sehr schnell. Atmen Sie einige Mal tief durch und kontrollieren Sie Ihr Sprechtempo. So reduzieren Sie das Risiko, sich zu verhaspeln und beruhigen sich selbst.

  6. Bleiben Sie ruhig

    Das ist natürlich viel leichter gesagt, als getan, doch es ist dennoch ein wichtiger Tipp. Wer sich selbst zu sehr nervös macht und einen enormen Druck aufbaut, neigt eher dazu, bei einer Unsicherheit völlig aus dem Konzept zu geraten. Stellen Sie sich die Situation lieber ähnlich einer schriftlichen Klausur vor. Auch hier ist es nicht schlimm, wenn man nicht auf jede Frage eine Antwort weiß. Man macht einfach mit dem weiter, mit dem man sich auskennt.

    Gleiches gilt für die mündliche Prüfung. Kommt eine Frage, auf die Sie absolut keine Antwort wissen, können Sie Ihrem Gegenüber dies ruhig sagen. Dieser wird versuchen, Ihnen mit einigen Tipps auf die Sprünge zu helfen oder mit einer andere Frage weitermachen, zu der Ihnen wieder eine passende Antwort einfällt.

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
19. April 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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