Macht der Gedanken: Wie sie wirkt, wie Sie diese positiv nutzen

Gedanken werden enorm unterschätzt. Tatsächlich haben sie große Macht über unsere Gefühle, unser Befinden und Handeln. Unsere Gedanken beeinflussen, wie wir die Dinge um uns herum wahrnehmen, bewerten und wie wir darauf reagieren. Dabei ist das häufig das Resultat unserer Erfahrungen (negativer wie positiver), Erlebnisse in der Kindheit und Jugend. All das ist in unserem Unterbewusstsein gespeichert und prägt unser Verhalten und Denken. Wer die Macht der Gedanken unterschätzt, gibt die Kontrolle über sein Leben ab. Wir zeigen Ihnen daher, wie Sie die Macht der Gedanken in Ihrem Leben nutzen, in neue Richtungen lenken und daraus Vorteile ziehen können…

Macht der Gedanken: Wie sie wirkt, wie Sie diese positiv nutzen

Die Macht der Gedanken: Gibt es sie wirklich?

Bevor Sie jetzt denken, das ist auch nur so ein Tschakka-du-kannst-alles-schaffen-was-du-willst-Artikel… Er ist es nicht. Unsere Gedanken besitzen zwar große Kraft und Macht. Es ist aber ein weit verbreiteter Irrglaube, Sie müssten nur positiv denken und an den eigenen Erfolg glauben – und schon wird alles gut. Das ist unseriöser Quatsch.

Erfolg ist kein Automatismus, keine Frage der Einstellung. Und schon gar kein Resultat bloßer Einbildung.

Wahr ist allerdings, dass unsere Gedanken den Anfang und Ausgang unseres Handelns enorm verändern können:

  • Wer nicht an sich und seine Idee glaubt, der wird kaum damit anfangen, geschweige denn durchhalten.
  • Wer davon überzeugt ist, dass andere sie oder ihn nicht mögen, wird dadurch tatsächlich nicht sympathischer.
  • Wer sich minderwertig fühlt, wird sich tendenziell absondern und wenig herzlich, offen und fröhlich auf andere Menschen zugehen.
  • Wer meint, Opfer (der Umstände oder böser Vorgesetzter) zu sein, der sieht sich bald nur noch von Feinden umgeben und gibt zugleich die Verantwortung für sein Leben ab.

Und das sind nur einige Beispiele. Der Mechanismus ist aber weitestgehend derselbe: Was wir denken, das strahlen wir aus, das ziehen wir an. Es entsteht eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Dahinter steckt unter anderem das sogenannte Gesetz der Anziehung. Es geht davon aus, dass sich innere Zustände im Äußeren widerspiegeln. Oder wie es der Volksmund zusammenfasst: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Beziehungsweise: Was wir ausstrahlen, das ziehen wir an.

In der Fachsprache ist dies auch als Resonanzphänomen bekannt.

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Sie kennen das: Wenn Sie beispielsweise einem Menschen zulächeln, werden die meisten unwillkürlich zurücklächeln. Effekt: Sie beide finden sich gegenseitig sympathischer. Wir spiegeln Emotionen und Sympathien und ziehen diese durch unsere innere Einstellung entsprechend an.

Gedanken wirken unterbewusst

Damit steuern unsere Gedanken zugleich, wie wir uns fühlen, wie wir eine Situation und unsere Lage einschätzen – und zwar völlig unabhängig davon, wie es wirklich ist. Für uns und in unserem Kopf wird aus dieser Projektion eine Realität.

Dabei ist alles, was uns passiert, erst einmal neutral. Unsere mentale Bewertung macht daraus etwas Positives oder Negatives (siehe auch: Selektive Wahrnehmung).

Dabei handelt es sich bei unseren Gedanken – physiologisch betrachtet – eigentlich nur um elektrische Impulse, die ihrerseits elektrische und chemische Reaktionen in unserem Gehirn hervorrufen.

Wenn Sie zum Beispiel als Kind von einem Hund gebissen wurden und nun beim Anblick eines ähnlichen Hundes vor Angst zusammenzucken, dann ist dies eine Reaktion des Unterbewusstseins – noch bevor Sie realisieren, dass der Hund Ihnen vielleicht nichts tun will oder kann, weil er angeleint ist.

Am Anfang steht also eine Situation, eine Begegnung mit einem Menschen oder Tier. Wir beobachten, bewerten und interpretieren das – und daraus entwickeln sich Gefühle und Reaktionen. Diese wirken nun aber selbstverstärkend. In der Folge fühlen wir uns in unserer Einschätzung bestätigt. Ein Eskalationsspirale entsteht – positiv wie negativ.

Man könnte auch sagen: Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen und positiven Reaktionen; negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen und negativen Reaktionen. Oder noch kompakter: Wer immer wieder negativ denkt, trainiert seine Wahrnehmung und sein Gehirn zum Unglücklichsein.

Eine klassische Grübelfalle.

Soweit, so normal. Schlimm daran ist nur: Das alles läuft unbewusst ab. Wir merken nicht, wie uns unser Denken manipuliert und sich eine Wahrheit konstruiert, die mit der Realität so viel zu tun hat, wie Star Wars.

Prägende Erlebnisse in der Kindheit, Erfahrungen mit anderen Menschen, Kränkungen, Gefühle von Ohnmacht und Verrat genauso wie Vertrauen und Geborgenheit haben darauf großen Einfluss. Zu einem Großteil sind die Eltern und die Menschen, die einen direkt umgeben, dafür verantwortlich. Dazu kommen später aber auch Mitschüler und Lehrer, Verwandte, Nachbarn, Freunde.

Nicht immer sind uns diese Menschen wohl gesonnen und wir hören vielleicht Sätze, wie…

  • Du bist zu dick.
  • Du bist häßlich.
  • Nie machst du was richtig.
  • Du kannst nicht logisch denken.
  • Du wirst die Schule niemals schaffen.
  • Du bist eine Niete in Mathe.
  • Aus dir kann nichts werden.
  • Du bist dumm wie Bohnenstroh.

Solche Zuschreibungen und Verletzungen brennen sich tief in unsere Seele ein. Vielleicht glauben wir sie irgendwann sogar. Und das prägt. Hören wir solche Dinge zu oft, werden daraus Glaubenssätze und Überzeugungen. Sie sitzen tief in unserem Unterbewusstsein und sorgen dafür, dass wir in vergleichbaren Situationen ein dort gespeichertes Emotions- und Reaktionsprogramm abspulen.

Kurz: Drückt jemand bei uns die richtigen Knöpfe, reagieren wir wie auf Autopilot.

Wie weit die Macht der Gedanken reicht, hängt allerdings davon ab, wie sehr wir uns darauf einlassen. Und wie wenig wir uns das bewusst machen.

Die gute Nachricht daran: Sie lesen diesen Artikel – und machen sich das in diesem Augenblick durchaus bewusst. Damit ist schon ein wesentlicher Schritt getan, mehr Macht über die eigenen Gedanken zu erhalten und diese sogar positiv zu beeinflussen.

Zitate und Sprüche über unsere Gedanken

Zitate und Sprüche über die Macht der GedankenÜber die Macht der Gedanken haben sich schon viele Philosophen, Dichter und Denker ihrerseits ihre Gedanken gemacht. Das Ergebnis sind wunderschöne Aphorismen, Zitate und Sprüche, die zum Nachdenken anregen und deshalb hier nicht fehlen dürfen:

Du bist, was du denkst. Unbekannt

Das, was jemand von sich aus denkt, bestimmt sein Schicksal. Martin Luther

Ob Sie glauben, etwas zu können oder etwas nicht zu können: Sie werden immer Recht behalten. Henry Ford

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. Talmud

Was jemand von sich selber denkt, das bestimmt oder vielmehr zeigt an, was sein Schicksal ist. Mark Twain

Du bist heute das was Du gestern gedacht hast. Epikur

Die Menschen werden nicht durch die Dinge, die passieren, beunruhigt, sondern durch die Gedanken darüber. William Shakespeare

Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin,dass du dein Leben ändern kannst,indem du deine Geisteshaltung änderst. Albert Schweitzer

Erinnere dich in jedem Augenblick an die Macht deiner Gedanken. Was du beständig und beharrlich denkst, das wirst und verwirklichst du. Henri David Thoreau

Eine Sache entwickelt sich von selbst, wenn man dauernd an sie denkt. Chinesisches Sprichwort

Die Welt ist so, wie du sie siehst. Unbekannt

Nur der Denkende erlebt sein Leben, an den Gedankenlosen zieht es vorbei. Walter Scott

Niemand kann glücklich sein, wenn er keine Gedanken der Zufriedenheit und des Glückes pflegt. Ernst Hauschka

Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken. Wenn wir erkennen und akzeptieren, dass es unser Denken ist, das über unser Wohlbefinden entscheidet, dann haben wir den ersten Schritt getan, um mehr Lebensfreude und Zufriedenheit in unser Leben zu bringen. Marc Aurel

Die Herrlichkeit der Welt ist immer adäquat der Herrlichkeit des Geistes, der sie betrachtet. Der Gute findet hier sein Paradies, der Schlechte genießt schon hier seine Hölle. Dietrich Bonhoeffer

Die Macht der Gedanken: Selbstliebe ist Voraussetzung

Um die Macht der Gedanken zu nutzen, müssen Sie sich zunächst über Ihre Prägungen im Klaren werden. Zugegeben, das ist nicht immer angenehm oder bequem. Denn dabei gilt es, bisherige Glaubenssätze infrage zu stellen und Vergangenes aufzuarbeiten, um zu erkennen, warum Sie so denken und fühlen, wie Sie denken und fühlen. Erst dann können Sie beispielsweise mit positiven Affirmationen dagegen halten.

Um das eigene Leben zu verbessern, mehr Erfolg zu sehen und zu erleben, ist Selbstliebe ein wesentlicher Schlüssel. Wer sich selbst nicht mag, wird weder an sich glauben, noch gute Beziehungen pflegen können. Dabei sind beide essenziell zum Glücklichsein.

Überdies macht Selbstliebe unabhängiger gegenüber dem Zuspruch von außen, der Liebe und dem Respekt von anderen. Sie ist ein Schritt zu mentaler Stärke und emotionaler Unabhängigkeit.

Alles beginnt also bei uns selbst – bei der Selbstannahme, den Gedanken über uns, den damit verbundenen Gefühlen. Daraus folgt später die Freiheit, seine Gedankenwelt verändern zu können. Und damit auch das eigene Leben, die Umstände, Beziehungen und die Zufriedenheit.

So nutzen Sie die Macht der Gedanken

Die zweite gute Nachricht ist: Wir sind unserer Gedankenwelt und dem Unterbewusstsein nicht ausgeliefert. Die Bilder in unserem Kopf lassen sich lenken. So machen wir uns schließlich die Kraft der Gedanken zunutze.

Die US-Ärztin und Bestseller-Autorin („Mind over Medicine“) Lissa Rankin ist zum Beispiel davon überzeugt, dass Willenskraft und Gedankenwelt einen großen Einfluss auf den Genesungsprozess haben. So seien inzwischen mehr als 1000 Fälle wissenschaftlich erfasst, bei denen vermeintlich Unheilbare wieder gesund wurden – nur weil sie daran glaubten. Das ist kein metaphysischer Spuk, wie es manche abtun. Dahinter stecken tatsächlich messbare medizinische Eigenheilungskräfte wie etwa auch bei Placebo-Effekten.

Damit wir die Energie in unseren Gedanken nutzen können, sollten wir das eigene Denken jedoch zunächst hinterfragen und analysieren. Im nächsten Schritt gilt es dann, ein gezielte Umdenken zu trainieren (Fachausdruck: Reframing). Das erfordert ein wenig Übung, macht sich aber durch zahlreiche positive Effekte bezahlt.

Hilfreiche Fragen, um unbewusste Gedankenmuster und Überzeugungen aufzuspüren und zu erkennen, sind zum Beispiel:

  • Warum denke ich in dieser Situation immer so?
  • Auf was basiert meine Einschätzung: auf Tatsachen oder auf Annahmen?
  • Ist das, was ich denke, wirklich wahr und real?
  • Oder stecken dahinter frühere Erlebnisse? Welche?
  • Verbergen sich darin übernommene Glaubenssätze (von Eltern, Freunden)?
  • Würde ein anderer die Situation anders bewerten?
  • Was würde passieren, wenn ich die Situation anders bewerte?
  • Sind meine Gedanken hilfreich und zielführend?
  • Welche Gedanken bringen mich tatsächlich weiter?

Solche Fragen helfen übrigens auch, sich von Ängsten, Schuldgefühlen oder gar Minderwertigkeitsgefühlen und Missstimmungen zu befreien.

Nachdem Sie hemmende und negative Gedanken identifiziert und die Brille der eigenen Prägungen abgelegt haben, bekommen Sie die Chance, Ihre Denken und damit Ihre Einstellungen zu verändern. Manche würden auch sagen: Sie können sich nun positiv programmieren.

Das klingt vielleicht ein bisschen esoterisch. Ist es aber nicht. Sie lenken Ihre Gedanken nur in die von Ihnen gewünschte Richtung – und das in vollem Bewusstsein. Vergleichbar mit einer Art Autosuggestion.

Die folgenden Schritte helfen dabei:

  • Schreiben Sie Ihre Gedanken auf.

    Das Notieren von Gedanken erfüllt eine ganz ähnliche Funktion wie eine Ihnen nahestehende Person. Zunächst einmal können Sie die negativen Gedanken auflisten. Das trägt dazu bei, Sie zu entlasten und den Kopf freizubekommen.

    Sie nehmen automatisch eine distanziertere Position dazu ein, wenn Sie von oben beziehungsweise von außen diese (oft verqueren) Gedanken lesen. Als nächsten Schritt sollten Sie sich Alternativen notieren und diese so positionieren, dass Ihr Blick immer wieder darauf fällt. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel ein Post-it an den Monitor zu heften. Oder an die Kühlschranktür, die Sie bestimmt häufiger am Tag öffnen. Oder Sie tragen solche Zettel mit sich herum.

  • Fokussieren Sie auf Vorteile und Chancen.

    Wenn es im Job beispielsweise gerade nicht so läuft und eine Gehaltserhöhung aussichtslos erscheint, können Sie darüber Frust schieben. Mehr Geld bekommen Sie davon aber nicht. Stattdessen hilft es, sich daran zu erinnern, warum Sie diesen Beruf ausüben, was Sie daran lieben und noch erreichen wollen. Rufen Sie sich Ihre Stärken und Talente in Erinnerung: Was können Sie besonders gut? Wie können Sie das künftig (wieder) besser einsetzen?

    Konzentrieren Sie sich beispielsweise im Job nur darauf, dass die Kollegen nervig sind, der Chef keine Ahnung hat und die Kunden der Horror in Menschengestalt sind, werden Sie kaum motiviert zur Arbeit gehen und den Tag voller Energie angehen. Bestleistungen bringt so jemand sicher auch nicht. Fokussieren Sie sich aber auf die Möglichkeiten und Chancen, die Ihnen jeder Tag aufs Neue bietet, wird Sie das nicht nur motivieren. Sie fangen auch an, wieder Ihre eigenen Ziele zu verfolgen, verändern Sie den Joballtag, Ihre Projekte, Leistungen und Erfolge. Kurz: Sie werden besser – und die Gehaltserhöhung damit wieder wahrscheinlicher.

    Nutzen Sie den Hosentaschentrick

    Nutzen Sie den HosentaschentrickUm sich selbst zu motivieren und seine Wahrnehmung zu verändern, empfehlen einige Trainer den sogenannten Hosentaschentrick: Stecken Sie sich dazu zunächst morgens fünf bis sieben Kaffeebohnen oder Papierkugeln (Alufolie-Kugeln gehen auch) in die linke Hosentasche.

    Sobald Ihnen dann tagsüber etwas Erfreuliches passiert oder gelingt, stecken Sie eine der Kaffeebohnen in die rechte Hosentasche. In der Regel werden Sie feststellen, dass jeden Tag alle Bohnen von der linken in die rechte Tasche wandern – und es mehr Erfolge und mehr Erfreuliches in Ihrem Leben gibt, als Sie vielleicht dachten.

  • Nutzen Sie das Gesetz der Anziehung.

    Sie erinnern sich? Was wir ausstrahlen, das ziehen wir an… Und zwar positiv wie negativ. Katastrophendenken etwa ruft diese Katastrophen nicht selten erst hervor.

    Durchbrechen Sie also beispielsweise den Kreislauf schlechter Laune: Lächeln Sie Ihr Gegenüber bewusst an – auch wenn der oder die gerade morgenmuffelt. Wünschen Sie anderen in Gedanken gutes Gelingen – auch wenn die nicht allzu sympathisch sind. Wann immer Sie Wut, Neid oder Sorgen bei sich spüren, denken Sie bewusst an das Gegenteil – an Frieden, Freude und Hoffnung. So stoppen Sie das Grübeln und kommen aus dem Gedankenkarussell heraus. Wo vorher Trennendes war, erkennen Sie Gemeinsamkeiten und eine Verbindung…

    Unterstützen Sie sich durch Priming

    Nutzen Sie das sogenannte PrimingAd van Kippenberg und Ap Dijksthuis von der Universität Amsterdam machten dazu ein bemerkenswertes Experiment mit zwei Studentengruppen: Sie ließen beide Teams Trivial-Pursuit-Fragen beantworten, wobei sich beide Gruppen hinsichtlich Intelligenz und Vorbildung nicht unterschieden. Der einzige Unterschied bestand darin, dass die beiden Forscher eine Gruppe baten, sich fünf Minuten vor dem Spiel schriftlich ein paar Gedanken darüber zu machen, wie es wohl sei, Professor zu sein. Die andere Gruppe sollte indes aufschreiben, wie sie sich als Fußballrowdy sähen.

    Sie ahnen was passierte: Die Professoren-Gruppe schnitt besser ab. Diese Studenten konnten 23 der Fragen richtig beantworten, die Rowdys nur 18. Schon wenige Worte reichen (Priming), um unser Denken und unsere Fähigkeiten zu verbessern.

  • Nehmen Sie Ihre Zweifel an.

    Das klingt zunächst widersprüchlich. Wenn Sie aber Ihre Denkmuster kennen und aufgearbeitet haben, verstehen Sie diese auch besser und können vagen Zweifeln etwas Reales entgegen setzen. Verdrängen oder Ausblenden löst Zweifel ja nicht auf. Sie gehen allenfalls kurzfristig weg, um Verstärkung zu holen. Wer seine negativen Gedanken und Sorgen aber zulässt und akzeptiert, kann diese leichter beeinflussen und verändern.

  • Visualisieren Sie Positives

    Ein weiterer Weg zu positiven Gedanken ist die Visualisierung von Erfolgen, positiven Ereignissen oder der Umsetzung Ihrer Ziele. Stellen Sie sich dazu bildlich vor, wie Ihnen etwas wirklich Gutes widerfährt und versuchen Sie sich dabei genau auszumalen, wie Sie sich fühlen.

    Ein beliebtes Beispiel hierfür ist die Parkplatzsuche: Wenn Sie sich vorstellen, wie Sie gleich eine freie Parklücke finden, steigern Sie die Chance, tatsächlich einen Parkplatz zu entdecken.

    Wohlgemerkt: Der wird nicht frei, weil Sie es sich vorstellen. Das ist Wunschdenken. Indem Sie aber Ihre Wahrnehmung auf den Erfolg lenken und diesen Visualisieren, werden Sie aufmerksamer, die Sinne schärfen sich und Sie sehen, was Sie vorher womöglich übersehen oder erst gar nicht gesucht hätten.

    Wie gesagt: Eine Garantie auf einen freien Parkplatz gibt es deswegen nicht. Die Wahrscheinlichkeit aber steigt, dass Sie ihn sehen. Und selbst wenn nicht, haben Sie sich bei der Suche wenigstens besser gefühlt und den Stress reduziert.

    WOOP-Strategie: Ziele erreichen durch Kontrastieren

    WOOP-Strategie: Ziele erreichen durch KontrastierenGrundlage der sogenannten WOOP-Strategie ist eine Methode, die Gabriele Oettingen mentales Kontrastieren nennt. Das bedeutet, dass Sie sich mit Wenn-dann-Plänen beschäftigen und sich in Selbstreflexion mit Ihren Wünschen und Träumen intensiv auseinandersetzen. Die WOOP-Strategie funktioniert dabei in vier Schritten:

    • Wish Denken Sie an Ihr persönliches Ziel, das Sie erreichen möchten.
    • Outcome Malen Sie sich aus, wie es wäre, wenn dieser Wunsch in Erfüllung ginge.
    • Obstacle Überlegen Sie nun, welche Hindernisse Ihnen bei der Erfüllung des Wunsches oder Zieles im Wege stehen.
    • Plan Überlegen Sie, wie Sie dieses Hindernis beseitigen können. Denn wenn Sie ein Hindernis finden, dann geht es auch um dessen Überwindung.

    Gerade der letzte Punkt sollte Oettingen zufolge von Woop-Anwendern mit den Wenn-dann-Plänen gelöst werden: Wenn ich einem Hindernis X begegne, dann ergreife ich Maßnahme Y dagegen. So handeln Sie lösungsorientiert.

    Das Erfreuliche an dieser Methode ist: Sie funktioniert nachweislich. Oettingen hat in Studien mit Gesundheitsdienstleistern herausgefunden, dass Probanden, welche die WOOP-Strategie anwandten, sich deutlich mehr für ihre Arbeit engagierten und weniger gestresst waren als die Teilnehmer der Kontrollgruppe.

Die Kraft und Macht der Gedanken zu nutzen ist also nicht schwer. Allenfalls anfangs. Indem Sie sich ihr Denken bewusst machen und sich dazu bringen, ebenso bewusst positiv zu denken, werden Sie auch mehr Positives erkennen und erleben.

Selbst wenn Sie das jetzt nicht glauben: Probieren Sie es aus. Was haben Sie schon zu verlieren – außer ein paar negativen Gedanken?!

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
16. Dezember 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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