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Selbsterfüllende Prophezeiung: Beispiele + wie durchbrechen?

Positive wie negative Gedanken haben enorme Macht. Sie funktionieren wie eine selbsterfüllende Prophezeiungen – in Beruf und Privatleben. Denn was wir (von uns) glauben, das ziehen wir an und was wir erwarten, geht in Erfüllung… Das macht die Psychologie dahinter ebenso wirkungsvoll wie gefährlich. Mit ihr können wir unseren Erfolg ebenso beeinflussen und verursachen wie das eigene Scheitern. Was selbsterfüllende Prophezeiungen sind, wie Sie diese durchbrechen oder gar davon profitieren…



Selbsterfüllende Prophezeiung: Beispiele + wie durchbrechen?

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Selbsterfüllende Prophezeiung: Was ist das?

Die selbsterfüllende Prophezeiung ist ein psychologisches Phänomen, dass unser eigenes Verhalten sowie das unserer Mitmenschen beeinflussen kann. Im Kern besagt eine selbsterfüllende Prophezeiung: Wenn wir ein bestimmtes Verhalten oder Ergebnis erwarten, tragen wir selbst dazu bei, dass dieses Verhalten oder Ergebnis auch wirklich eintritt.

Der entgegengesetzte Effekt ist die selbstzerstörende Prophezeiung, wobei wir durch unser Zutun dafür sorgen, dass ein Ergebnis gerade nicht eintritt und wir mit voller Absicht scheitern (vergleichbar mit dem Gesetz der Anziehung).

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Selbsterfüllende Prophezeiung: 4 Beispiele

Zugegeben, die wissenschaftliche Definition der selbsterfüllenden Prophezeiung ist etwas abstrakt. Die Effekte dieses Phänomens und die dadurch entstehenden Möglichkeiten sind jedoch erstaunlich. Positive wie negative Erwartungen können das Verhalten der betroffenen Personen weitreichend beeinflussen.

Zur Veranschaulichung finden Sie hier vier Beispiele von selbsterfüllenden Prophezeiungen, die Ihnen ganz praktisch zeigen, welche Auswirkungen die eigenen Gedanken haben können:

1. Der Pygmalion-Effekt

Der bekannteste Effekt einer selbsterfüllenden Prophezeiung ist der sog. Pygmalion-Effekt (oder: Rosenthal-Effekt). Er basiert auf einem Experiment der Sozialpsychologen Robert Rosenthal und Lenore Jacobson im Jahr 1966. Damals erzählten die Psychologen Lehrern, sie würden eine Klasse mit besonders intelligenten Schülern übernehmen. Und tatsächlich zählten diese Schüler nach einem Jahr zu den besten der Schule. Doch die Wissenschaftler hatten gelogen: Die Schüler waren eine reine Zufallsauswahl. Die Erwartung der Lehrer aber und ihr Verhalten gegenüber den Schülern hatte diese so beeinflusst, dass die Prophezeiung der Wissenschaftler wahr wurde.

2. Unfallgefahr bei Senioren

Dass selbsterfüllende Prophezeiungen nicht nur zu positiven Ergebnissen führen, zeigt eine Studie des British Medical Journey. Die Forscher konnten nachweisen, dass Senioren, die größere Angst vor einem Sturz hatten, häufiger einen solchen Unfall erlitten als Altersgenossen, mit weniger Angst.

3. Finanzkrise

„Bei der Bank ist mein Geld sicher!“ – Denken viele. Doch wie reagieren Sie, wenn plötzlich das Gerücht aufkommt, Ihre Bank stehe kurz vor der Insolvenz? Tatsächlich kann ein solches Gerücht dazu führen, dass ein Großteil der Bankkunden ihr Geld aus der Bank abzieht – was die Bank dann wirklich in eine Krise stürzt. Das Risiko eines solchen Verhaltens steigt, je glaubwürdiger die Quelle der (Fehl-)Information erscheint.

4. Hawthorne-Effekt

Im Jahr 1924 wollten die Manager von General Electric (GE) die Produktivität ihrer Mitarbeiter steigern, indem Sie die Lichtverhältnisse mittels helleren Glühbirnen verbesserten. Das Experiment wurde offiziell angekündigt, die Angestellten wussten nun, dass Sie von Forschern beobachtet wurden. Die Leistungen stieg tatsächlich – allerdings nur weil sich die Mitarbeiter gemäß den Erwartungen verhielten. Das Experiment ging als Hawthorne-Effekt in die Geschichte ein.

Die Beispiele einer typischen selbsterfüllenden Prophezeiung zeigen, wie sehr wir mit unseren Erwartungen das Ergebnis beeinflussen. Doch wie können Sie das ganz praktisch im Alltag für sich nutzen?

Placebo-Effekt: Positive Erwartungen helfen

Eine in der Medizin bekannte Form der selbsterfüllenden Prophezeiung ist der sogenannte Placebo-Effekt. Placebos sind Präparate, beispielsweise Tabletten, die keine medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe enthalten. Tritt nach Einnahme eines solchen Placebos dennoch eine Verbesserung des Patientenzustands ein, spricht man vom Placebo-Effekt. Die positive Erwartung des Patienten, dass zum Beispiel die Schmerzen nachlassen, reicht aus, um tatsächlich eine Schmerzlinderung zu erzielen.


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Selbsterfüllende Prophezeiung: So nutzen Sie das Phänomen

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Sie glauben daran, etwas zu erreichen und erhöhen dadurch Ihre Erfolgschancen. Das riecht verdächtig nach esoterischer Tschakka-Rhetorik. Ist es aber nicht: Genau dieser Einfachheit liegt die große Stärke von selbsterfüllenden Prophezeiungen.

Um von dem Effekt zu profitieren, ist kein großer Aufwand nötig, keine Vorbereitung und auch kein Verständnis für eine komplexe Theorie. Mehr noch: Nicht nur Sie selbst – auch Ihr Umfeld kann die Früchte Ihrer Erwartungen ernten…

Wie Sie selbst profitieren

Es ist Ihre Entscheidung, mit welcher Einstellung Sie an ein neues Projekt, eine Aufgabe oder eine schwierige Situation herangehen: Sind Sie von Beginn an pessimistisch und beeinflussen Ihr persönliches Verhalten negativ. Glauben Sie hingegen an sich selbst und Ihren Erfolg, tragen unbewusst selbst dazu bei, dass Ihnen das Kunststück gelingt (siehe: Selbstglaube).

Wie Ihr Umfeld profitiert

Das Beispiel des Pygmalion-Effekts zeigt anschaulich, dass eigene Erwartungen auch andere positiv beeinflussen können. Denken Sie nur an die Lehrer! Glauben Sie also zum Beispiel an den Erfolg eines Mitarbeiters oder an die guten Seiten Ihres Partners in einer Liebesbeziehung, können Sie diese Eigenschaften und Verhaltensweisen verstärken, sodass dieser Erfolg beziehungsweise die positiven Eigenschaften tatsächlich Realität werden.

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Selbsterfüllende Prophezeiung durchbrechen: Aber wie?

Wie schon gesagt: Eine selbsterfüllende Prophezeiung wirkt in beide Richtungen – mit positiven wie negativen Folgen. Und immer an die eigenen Fähigkeiten und das Erreichen der eigenen Ziele zu glauben, ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Wohl jede(r) ertappt sich gelegentlich bei Selbstzweifeln und Fragen vom Typ „Kann ich das überhaupt schaffen?“

Bevor daraus eine Abwärtsspirale entsteht, sollten Sie die negative selbsterfüllende Prophezeiung durchbrechen und positive Erwartungen formulieren – und an diese glauben. Weiterhin helfen diese Tipps:

  • Erlauben Sie sich zu träumen
    Beschränken Sie sich nicht auf die Dinge, die Sie bereits erreicht haben. Jeder Mensch hat Wünsche und Träume, an denen er arbeitet und die er erreichen will. Halten Sie an Ihren Zielen fest!
  • Fragen Sie sich selbst
    Um positive Erwartungen zu formulieren, können drei Fragen helfen: Was möchte ich erreichen? Was bedeutet das Ziel für mich? Was wäre ich bereit, dafür zu tun?
  • Bleiben Sie optimistisch
    Lassen Sie sich auch durch Zweifel nicht von Ihren positiven Erwartungen abbringen. Wenn Sie optimistisch bleiben, können Zweifel die Effekte der positiven selbsterfüllenden Prophezeiung nicht verhindern.

Selbsterfüllende Prophezeiung in der Forschung

Gerade wissenschaftliche Studien können durch die Effekte einer selbsterfüllenden Prophezeiung stark beeinflusst werden. In der Wissenschaft ist dies auch als „Versuchsleiter-Erwartungseffekt“ bekannt: Ein Forscher, der weiß, dass zwei Patienten unterschiedliche Medikamente erhalten haben, könnte diese unbewusst unterschiedlich behandeln. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, werden häufig sogenannte „Doppelblind-Studien“ durchgeführt. Bei diesen Studien wissen weder Teilnehmer noch Forscher wer in der Test- und wer in der Kontrollgruppe ist. So wird verhindert, dass unbewusstes Verhalten die Ergebnisse der Studien verfälscht.


Wunschdenken kann Erfolge auch blockieren

Neben all den positiven Eigenschaften der positiven Erwartungen, können diese auch das genaue Gegenteil bewirken. Nämlich dann, wenn unser Wunschdenken nicht dazu beiträgt, Ziele zu erreichen, sondern wir uns damit nur selbst im Weg stehen.

Studie der beiden Psychologinnen Heather Kappes von der New York Universität und Gabriele Oettingen von der Uni Hamburg konnten nachweisen, dass zum Beispiel positive Annahmen über den Ausgang einer Prüfung diese negativ beeinflussen können: Die positiven Erwartungen sorgten bei den Teilnehmern dafür, dass sich diese schlechter vorbereiteten und zu selbstsicher wurden. Am Ende aber krachten Sie durch die Klausur.

Die Erkenntnis daraus: Die Dosis macht das Gift. Gehen Sie gerne mit positiven Gedanken an die nächste Aufgabe. Aber ruhen Sie sich nicht auf der Vorfreude aus, bevor Sie das Ziel nicht wirklich erreicht haben!


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[Bildnachweis: Sofia Zhuravetc by Shutterstock.com]

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