Einstand feiern: Tipps zum Jobstart

Der Einstand in einem neuen Unternehmen ähnelt dem ersten Schultag: Das Firmengebäude ist Ihnen fremd. Sie sind gespannt und nervös auf die neuen Kollegen und neuen Aufgaben. Entsprechend aufregend ist der Einstand für Sie als neuen Mitarbeiter. Nicht zuletzt, weil genau in dieser Anfangsphase die Weichen für die weitere Zusammenarbeit gestellt werden. Es ist aber leider nicht immer ganz so einfach, denn als Neuer haben Sie zu Beginn einen schwierigen Stand. Sie müssen Ihren Platz im Team erst finden und mit den Kollegen warm werden. Damit Ihr Jobstart zum Erfolg wird, zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Einstand feiern und worauf Sie in der ersten Zeit achten sollten…

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Einstand feiern: Tipps zum Jobstart

Einstand: Tipps für den Start im neuen Job

Zunächst einmal gilt: Machen Sie sich vor dem Jobstart und dem Einstand keine allzu große Panik. Ein wenig Nervosität ist in dieser Situation ganz normal, doch sollte diese nicht soweit gehen, dass Sie davon negativ beeinflusst werden. Wer mit zuviel Druck oder gar Angst in die erste Zeit geht, ist verkrampft und kann sich nicht auf die neuen Eindrücke einlassen.

Nehmen Sie sich deshalb die nötige Zeit und überstürzen Sie nichts. Es braucht eine Zeit bis man sich – zum Beispiel nach einem Jobwechsel – im neuen Job so richtig wohl fühlt, oder wie es umgangssprachlich heißt: bis man dort angekommen ist.

So viele neue Kollegen, Namen und Abläufe, an die man sich erst gewöhnen muss. Es gilt, die Kultur zu inhalieren, Prozesse zu lernen, Gruppendynamiken zu erkennen und natürlich die geheimen Spielregeln, die es in jedem Unternehmen gibt.

Befragungenzeigen: Die Mehrheit braucht dafür zwischen zwei und drei Monaten. Im anderen Fällen kann es aber auch bis zu einem Jahr dauern.

Wenn es am Anfang schwierig ist, brauchen Sie möglicherweise ein wenig mehr Geduld. Dennoch können und sollten Sie bereits von Anfang an mit Engagement dabei sein und Ihren Einstand optimal gestalten. Diese Tipps helfen dabei:

  • Bereiten Sie sich ausführlich vor

    Wer im Vorfeld die äußeren Bedingungen klärt, ist am ersten Arbeitstag entspannter und geht mit einem guten Gefühl in den Job. Sprechen Sie mit Ihrem zukünftigen Chef über die ersten Tage im neuen Job. Erkundigen Sie sich danach, wie die Einarbeitung laufen wird und bitten Sie um Material, um sich einarbeiten zu können. Machen Sie sich auch mit den Formalien vertraut: Brauchen Sie Zugangsberechtigungen? Wo gibt es Parkplätze?

  • Wählen Sie passende Kleidung

    Informieren Sie sich über den Dresscode im Unternehmen. Oft gewinnt man bereits beim Bewerbungsgespräch einen Eindruck, wie sich die Kollegen anziehen. Am ersten Tag etwas förmlicher als die Kollegen angezogen zu sein, ist in Ordnung. Nur sollten Sie weder viel zu förmlich, noch viel zu nachlässig gekleidet sein. Beides ist schädlich für den ersten Eindruck.

  • Signalisieren Sie gutes Zeitmanagement

    Wer zu spät kommt, ist erst einmal durchgefallen. Sie stressen sich selbst und kommen gehetzt im neuen Job an. Aber auch für Ihre Kollegen kann Ihr Zuspätkommen zu Problemen und Stress kommen, denn diese warten unter Umständen auf Sie, um Sie einzuarbeiten. Wer viel zu früh kommt, zeigt zwar Tatendrang, setzt damit aber die Kollegen unter Druck. Planen Sie so, dass Sie wenige Minuten vor Arbeitsbeginn da sind. Den Weg zur neuen Arbeitsstelle sollten Sie sich deshalb vorher gut einprägen und im besten Fall einmal abgefahren haben.

  • Lächeln Sie

    Ein freundliches Lächeln macht Sie auf Anhieb sympathisch. Sie zeigen damit Offenheit und signalisieren Interesse. Wer schüchtern ist und in neuen Situationen leicht verkrampft, sollte das Lächeln ruhig Zuhause vor dem Spiegel trainieren. Wichtig dabei ist, dass Ihre Augen mitlächeln, ansonsten wirkt Ihr Lächeln aufgesetzt und gekünstelt.

  • Stellen Sie sich aktiv vor

    Bereiten Sie bereits Zuhause einen Elevator Pitch vor und trainieren Sie Ihre Selbstpräsentation. In vielen Unternehmen ist es üblich, dass neue Mitarbeiter zunächst offiziell vom Chef im Kollegenkreis begrüßt werden und die Gelegenheit bekommen, sich kurz selbst vorzustellen. Wem in diesem Moment die Worte fehlen, vertut eine Chance. Stattdessen sollten Sie in wenigen Sätzen Ihren Werdegang und Ihre Erfahrung schildern, erläutern, an welchen Projekten Sie arbeiten werden und betonen, dass Sie sich auf die Zusammenarbeit freuen.

  • Stellen Sie viele Fragen

    Sie sollten keine Scheu davor haben, organisatorische Dinge zu erfragen. Ihre erste Woche dient dazu, dass Sie das Unternehmen kennenlernen und sich mit den Arbeitsabläufen vertraut machen. Besser Sie fragen erst nach, wie etwas gehandhabt wird, bevor Sie eigenmächtig handeln und damit einen Fehler machen. Bevor Sie jedoch einen Kollegen um Hilfe bitten, sollten Sie selbst bereits nach einem Lösungsweg gesucht haben, beispielsweise im Internet oder im firmeneigenen Intranet.

  • Hören Sie aufmerksam zu

    Es ist die wichtigste Tugend in Ihrer ersten Woche im neuen Job. Wer aufmerksam zuhört, vermeidet überflüssige Nachfragen. Hier ist es hilfreich Stift und Notizblock zur Hand zu haben, um sich alles Wichtige notieren zu können.

  • Seien Sie ein interessierter Beobachter

    Auf diese Weise können Sie sich mit den ungeschriebenen Gesetzen und den Hierarchien im neuen Job vertraut machen. Achten Sie dabei darauf, wie die Kollegen miteinander umgehen, ob es bestimmte Rituale gibt und ob die Hierarchien stark ausgeprägt sind.

  • Klären Sie die Erwartungen ab

    Sie wurden aufgrund Ihrer Qualifikationen eingestellt und Ihre Vorgesetzten setzen bestimmte Erwartungen in Sie und Ihre Arbeit. Sprechen Sie zu Beginn über diese. Das ermöglicht es Ihnen, sich konkrete Ziele für die Anfangszeit zu setzen und an deren Erreichung zu arbeiten.

Fehler beim Einstand: So bitte nicht

Eine große Angst beim Einstand im Job: Fehler, die Chef und Kollegen unangenehm auffallen. Dabei wird vergessen, dass am Anfang eine Schonfrist gilt. Niemand erwartet von Ihnen, bereits über jede Kleinigkeit informiert zu sein und ab dem ersten Tag perfekt zu funktionieren. Gerade der Einstand und Jobstart ist eine Lernphase, in der Sie sich zunächst entwickeln sollen. Angst vor Fehltritten ist somit meist unbegründet, solange Sie daraus lernen.

Trotzdem gibt es einige Fettnäpfchen und falsche Verhaltensweisen, die Sie im Hinterkopf behalten sollten:

  • Seien Sie kein Besserwisser

    Vermeiden Sie Sätze wie „In meiner letzen Firma haben wir das so gemacht“ oder „An der Uni haben wir das so gelernt“. Besserwisser machen sich in null Komma nichts unbeliebt beim Rest des Teams. Zeigen Sie sich stattdessen lernwillig und erkennen Sie die oftmals langjährige Erfahrung Ihrer Kollegen an.

  • Krempeln Sie das Unternehmen nicht sofort um

    Auch wenn Sie voller Motivation an den neuen Job rangehen und in Ihnen zig Ideen zur Verbesserung der Arbeitsabläufe stecken, sollten Sie in der Anfangsphase nicht direkt versuchen, alles umzukrempeln. Beobachten Sie lieber die Lage. Vielleicht wird über bestimmte Punkte bereits diskutiert und Änderungen sind geplant.

  • Lassen Sie sich nicht beeinflussen

    Auch als Neuer treffen Sie eigenständige Entscheidungen. Sie brauchen niemanden, der Ihnen sagt, mit welchen Personen Sie sich anfreunden sollten und wen Sie besser meiden. Bilden Sie sich eine eigene Meinung – falsche Freunde vergiften gerne ihr Umfeld.

  • Halten Sie sich aus dem Flurfunk raus

    Es ist immer falsch, sich an Lästereien im Büro zu beteiligen. Wenn ein Kollege versucht, Ihnen Geheimnisse über die Büronachbarn zu erzählen, sollten Sie sich lieber einen neuen Gesprächspartner suchen. Tratsch und Gerüchte machen sich nie gut, schon gar nicht kurz nach dem Einstand.

  • Bringen Sie die Büroassistenz nicht gegen sich auf

    Unterschätzen Sie nie die Bedeutung der Teamassistenten! Diese sollten Sie auf jeden Fall für sich gewinnen. Meistens arbeitet sie schon viele Jahre für das Unternehmen, kennen die Mitarbeiter und die Arbeitsabläufe bestens. Sie sind es, die Ihnen beispielsweise einen Kurierdienst bestellen, einen Flug oder ein Hotel buchen. Nicht selten begehen Berufsanfänger den Fehler und treten den vermeintlich kleinen Leuten gegenüber arrogant auf. Fatal! Sie sind oft die heimliche Hausmacht.

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Einstand feiern: So machen Sie es richtig

Um die neuen Kollegen besser kennenzulernen und sich für die freundliche Aufnahme ins Team zu bedanken, empfiehlt es sich, eine kleine Einstandsfeier zu geben. Eine Pflicht ist ein solcher Einstand nicht, allerdings gehört es zum guten Ton dazu, macht einen positiven Eindruck und bietet Ihnen die Chance, mit den Kollegen ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.

Wenn es aber um die wichtigen Details beim Einstand geht, wissen viele nicht mehr weiter. Zwar handelt es sich nur um eine kleine Geste, die Wirkung sollten Sie dennoch nicht unterschätzen. Sie wollen anschließend weder als geizig, noch als trinkfester Sprücheklopfer bekannt sein. Den Einstand zu feiern ist aber kein Hexenwerk, wenn Sie sich an einige Regeln halten:

  • Finden Sie für den Einstand einen passenden Termin

    Ihren Einstand geben Sie natürlich nicht bereits am ersten oder zweiten Arbeitstag. Sie können sich erst einmal die Zeit nehmen, um den neuen Job kennenzulernen und sich mit den Gewohnheiten vertraut zu machen. Allzu lange sollten Sie die Einstandsfeier aber auch nicht aufschieben. Nach gut einer Woche ist in der Regel ein guter Termin, um Ihren Einstand zu feiern. Dabei kommt es aber nicht auf einen oder zwei Tage an – fragen Sie am besten nach, wie Ihre Kollegen es gehandhabt haben und wie es im Team mit dem Einstand gehalten wird.

    Zudem sollten Sie einen Termin wählen, zu dem möglichst viele Kollegen anwesend sein können. So haben alle die Möglichkeit, am Einstand teilzunehmen.

  • Informieren Sie Ihren Vorgesetzten

    Auch wenn Sie nur etwas Kleines planen, sollten Sie Ihren Chef vorher darüber in Kenntnis setzen. Sprechen Sie ihn darauf an, dass Sie einen kleinen Umtrunk mit den Kollegen anvisieren und besprechen Sie auch gleich, ob dies während oder nach der Arbeitszeit passieren soll. Da Alkohol im Büro nichts zu suchen hat, sollten Sie auch erfragen, ob eine Flasche Sekt zum Anstoßen in Ordnung wäre.

    Der Chef sollte auch der erste sein, den Sie offiziell einladen. Das hat nichts mit Schleimen zu tun, sondern entspricht der Knigge-Rangfolge im Berufsleben. Bei Meetings wird zum Beispiel auch stets der oder die Ranghöchste zuerst begrüßt.

  • Überlegen Sie sich eine passende Lokalität

    Sollten Sie sich gegen eine Feier im Büro entscheiden, stellt sich die Frage nach einer geeigneten Lokalität. Dabei gilt: Diese muss zu Ihnen und Ihrer Position passen. Wer übertreibt, wirkt schnell wie ein Blender. Es muss also nicht das Sterne-Restaurant sein, für einen gemütlichen Umtrunk in entspannter Atmosphäre ist die nette Bar die bessere Wahl.

    Falls Sie im Büro feiern, fragen Sie ein paar Kollegen, wo sie selbst oder andere schon ihren Einstand gefeiert haben und wo es im Gebäude besonders schön ist. Womöglich ist der beste Ort dafür ein bestimmter Konferenzraum, im Sommer eine Dachterrasse oder ein bestimmtes Büro.

  • Laden Sie zum Einstand persönlich ein

    Sie wollen Ihre Kollegen besser kennenlernen und mit Ihnen auf Ihre neue Stelle anstoßen? Dann ist eine persönliche Einladung die einzige Wahl. Eine Rundmail zeigt hingegen wenig Interesse und führt beim Empfänger eher zu dem Gefühl, er wäre in einen Massenverteiler geraten und bekommt somit die gleiche Standardeinladung wie alle anderen Kollegen auch.

    Ihre Einstandsfeier soll dazu dienen, Kontakte zu knüpfen – nicht Brücken abzureißen, bevor diese überhaupt gebaut werden konnten. Soll heißen: Lassen Sie niemanden außen vor und machen aus Ihrem Einstand keine Zweiklassengesellschaft. Natürlich können Sie nicht die vollständige Belegschaft des Unternehmens versorgen, doch innerhalb Ihres Teams oder einer kleinen Abteilung sollte dies möglich sein.

Die Checkliste, wenn Sie Ihren Einstand feiern wollen, haben wir auch noch einmal als Grafik für Sie zusammengestellt:

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Einstand feiern: Was serviere ich?

Eine weitere Frage, über die sich viele den Kopf zerbrechen: Was biete ich meinen beim Einstand Kollegen an?

Es lässt sich unmöglich der Geschmack jedes Einzelnen bei der Auswahl berücksichtigen. Aber keine Sorge, dass müssen Sie auch nicht. Zunächst einmal kommt es auch hier auf Ihre Position und die Möglichkeiten an. Als Berufseinsteiger wird von Ihnen weder ein großes Buffet, noch edles Sushi erwartet. Auch mit kleinen Dingen können Sie Ihren Kollegen eine Freude machen – und wenn diese dann noch selbstgemacht sind, punkten Sie ganz sicher.

  • Kaffee und Kuchen. Ein Klassiker für die Einstandsfeier im Büro sind Kaffee und Kuchen. Diese lassen sich wunderbar in einer gemeinsamen Pause oder in einer vom Chef genehmigten kurzen Feier genießen. Falls der Rahmen und Ihre Backfähigkeiten es zulassen, ist ein selbstgemachter Kuchen natürlich die beste Wahl.
  • Belegte Brötchen. Auch wenn Sie ein kleineres Budget haben, müssen sich nicht darauf verzichten, Ihren Einstand zu feiern. Bringen Sie belegte Brötchen mit verschiedenen Aufschnitten mit ins Büro und schon sind alle glücklich.
  • Saft oder Sekt. Wie bereits erwähnt, sollten Sie bei einer Feier im Büro mit Ihrem Chef absprechen, ob Sekt für diesen Anlass erlaubt ist. Ansonsten gilt: Wählen Sie ein Getränk, dass gut zu den ausgewählten Speisen passt. Zu den belegten Brötchen passen zum Beispiel Säfte oder Schorlen besonders gut.
  • Essen bestellen. Sollten es Ihre finanziellen Mittel erlauben, können Sie natürlich (nach Absprache) auch Essen ins Büro liefern lassen. Eine sehr beliebte Möglichkeit ist hier die Pizza.

Für jedes Essen beim Einstand gilt: Denken Sie auch an verschiedene Essgewohnheiten. Immer mehr Menschen verzichten auf Fleisch und andere tierisches Nahrungsmittel. Es zeugt von Empathie, wenn Sie auch für Vegetarier eine Alternative anbieten. Gleiches gilt für Gluten- oder Laktoseunverträglichkeiten. Planen Sie das Essen bei Ihrem Einstand so, dass für jeden etwas dabei ist.

[Bildnachweis: ESB Professional by Shutterstock.com]
4. Dezember 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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