Jobwechsel Knigge: Tipps und Regeln für den Neustart

Jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne. Bei Jobwechseln ist das nicht anders. Hier lauern allerdings auch ein paar Fallstricke und Fettnäpfe. Nicht nur bei dem professionellen Abgang – der sogenannten Demission. Auch beim Einstieg in den neuen Job sollten Sie ein paar Punkte beachten. Der folgende Jobwechsel-Knigge lotst Sie um mögliche Stolpersteine herum und gibt Tipps für die ersten Tage im neuen Job. Denn die entscheiden nicht selten über den Verlauf der weiteren Karriere…

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Jobwechsel-Regel: Immer den Wechsel professionell vorbereiten!

Mit einer Kündigung – ob Eigenkündigung oder ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber – ist der Jobwechsel unwiderruflich eingeleitet. Ab jetzt läuft die Kündigungsfrist und Sie arbeiten genau genommen nicht mehr für Ihr Unternehmen, sondern für Ihre Reputation.

Viele Arbeitnehmer schalten jetzt um auf Autopilot: Die Arbeit wird zwar weiterhin erledigt – aber nur irgendwie. Das Engagement und die Motivation lassen merklich nach. Warum noch anstrengen? In ein paar Wochen sind Sie sowieso raus… Fehler! Tatsächlich sollten Sie in den vergangenen Tagen im alten Job noch ein paar wichtige Weichen stellen.

Dabei geht es nicht nur darum, den letzten Eindruck positiv zu prägen. Wer beim Abschied professionell bleibt, legt zugleich einen wichtigen Grundstein für die weitere Karriere und für künftige Bewerbungen. Denken Sie allein an Ihr Arbeitszeugnis!

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Jobwechsel Knigge: Worauf beim Abschied achten?

  1. Gehen Sie im Guten

    Auch wenn es für den Jobwechsel gute Gründe gab: Gehen Sie immer im Guten auseinander. Verbale Abrechnungen sind nicht nur unprofessionell. Je nach Ausmaß können Sie auch zur nachträglichen fristlosen Kündigung führen. Die macht sich weder gut im Lebenslauf, noch im Vorstellungsgespräch. Dampf ablassen fühlt sich im ersten Moment zwar gut an, schadet Ihnen aber langfristig mehr.

  2. Engagieren Sie sich weiterhin

    Sie sollten bis zum letzten Arbeitstag Ihr Bestes geben. Noch werden Sie dafür bezahlt! Mit hohem Engagement bis zum Schluss bleiben Sie nicht nur positiv in Erinnerung – Sie dokumentieren auch, dass es womöglich ein Fehler war, Sie gehen zu lassen. Absolut tabu hingegen: sich krankschreiben lassen, um sich vor der Arbeit zu drücken.

  3. Arbeiten Sie Ihren Nachfolger ein

    Zum professionellen Jobwechsel gehört, dass Sie Ihren Nachfolger einarbeiten, falls dieser schon feststeht. Das sog. Debriefing sorgt für einen reibungslosen Übergang und ist Teil Ihrer vertraglichen Arbeitspflichten. Hinterlassen Sie möglichst keine offenen Baustellen und Projekte und nehmen Sie sich für die Einarbeitung 1-2 Wochen Zeit. Eine ausführliche Checkliste für die letzten Arbeitstage und die Übergabe können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen.

  4. Bedanken Sie sich

    Irgendwas nimmt man immer mit. Deshalb sollten Sie beim Abschied immer Dankbarkeit und Wertschätzung zeigen – für die vertrauensvolle Zusammenarbeit oder die Dinge, die Sie lernen konnten. Selbst wenn Sie mit Chef oder Kollegen nicht immer einer Meinung waren: Ein kurzes Dankeschön tut nicht weh – beweist aber charakterliche Größe.

  5. Verabschieden Sie sich formvollendet

    Am letzten Tag sollten Sie sich nicht mit einem „Tschüss, ihr Luschen!“ verabschieden. Je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit geben Sie nach Feierabend noch einen kleinen Ausstand und finden ein paar warme Abschiedsworte. Von engsten Kollegen und dem Chef sollten Sie sich immer persönlich verabschieden, bevor Sie durch die Tür gehen.

Tipps für die Abschiedsrede

Während Sie Ihren Ausstand geben, können Sie eine kurze Abschiedsrede halten – zum Beispiel als Stegreifrede. Wer damit Probleme hat, darf auch vom Redemanuskript ablesen. Hauptsache, die Redezeit liegt unter 10 Minuten.

Eine professionelle Abschiedsrede enthält immer folgende Elemente und erfüllt diese Aufgaben:

  • Die Rede ist persönlich und respektvoll formuliert.
  • Sie würdigt dankbar die bisherige Zusammenarbeit.
  • Sie nennt wohlwollend Erinnerungen und zieht ein kurzes Resümee.
  • Sie erwähnt wichtige Meilensteine und was Sie vermissen werden.
  • Die Abschiedsworte enden mit einem wertschätzenden Bonmot.
  • Danach eröffnen Sie als Gastgeber das Büfett.

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Jobwechsel-Knigge: Was muss ich beim Einstieg beachten?

Nachdem Sie den alten Arbeitgeber verlassen haben, folgt der Einstieg beim neuen Unternehmen. Meistens nicht unmittelbar, sodass Ihnen ein paar Tage zur Vorbereitung bleiben. Diese sollten Sie nutzen:

  1. Bereiten Sie sich vor

    Falls möglich, sollten Sie schon vor dem ersten Arbeitstag wichtige Fragen klären: Was müssen Sie mitbringen? Sie sieht der Dresscode aus? Wie läuft die Einarbeitung ab? Wie läuft der erste Arbeitstag ab? Vieles davon lässt sich am Telefon oder per Mail mit der Personalabteilung oder dem künftigen Chef klären. Obendrein beweisen Sie so schon vor dem Beginn Professionalität, Umsicht und hohes Interesse.

  2. Stellen Sie sich vor

    Beim sogenannten Onboarding, also der Vorstellungsrunde und Einarbeitung, treffen Sie viele neue Kollegen. Die erwarten eine kurze Selbstvorstellung: Kurz den vollständigen Namen und Hintergrund nennen; sagen, was Sie hier künftig machen und warum Sie sich auf die Zusammenarbeit freuen. Alles nicht länger als maximal 60 Sekunden. Je offener Sie hierbei auf die Kollegen zugehen, desto schneller werden Sie in die Gruppe aufgenommen.

  3. Fragen Sie nach

    Am Anfang kann man nicht alles wissen. Die Abläufe und Arbeitsweisen sind genauso fremd wie die Kollegen. In der ersten Zeit sollten sie daher viele Fragen stellen. Das ist kein Fehler. Allerdings sollten Sie sich vorab stets eigene Gedanken machen. Das gehört zur Eigeninitiative, die von guten Mitarbeitern erwartet wird. Fragen Sie wegen einer Sache nur maximal zweimal nach. Ansonsten riskieren Sie, dass man Sie für lernunfähig hält.

  4. Bringen Sie Ideen ein

    Dieses Terrain ist heikel und nichts für den ersten Arbeitstag. Als Neue(r) dürfen Sie Vorschläge in Meetings machen und Ideen einbringen. Nur bitte sensibel und ohne Besserwisserei! Das mögen Teams gar nicht. Schweiger allerdings ebenso wenig. Bleiben Sie also keinesfalls passiv. Bringen Sie sich ein und reagieren Sie nicht nur auf Ansprache.

  5. Bitten Sie um Feedback

    Mit dem Jobwechsel verändern sich die Herausforderungen. In den ersten Wochen sollten Sie deshalb verstärkt um Feedback von Kollegen oder Vorgesetzten bitten. Profis vereinbaren hierfür regelmäßige Termine mit dem Chef und bilanzieren dabei Erwartungen und Leistungen. Solche Feedbackgespräche helfen enorm dabei, sich optimal einzufinden. Nicht zuletzt wollen Sie ja die Probezeit überstehen.

  6. Geben Sie einen Einstand

    Nach einer Woche oder einem Monat ist ein guter Termin, um einen Einstand zu feiern. Dabei kommt es nicht auf 1-2 Tage an. Fragen Sie am besten nach, wie es andere Kollegen vor Ihnen gemacht haben. Zudem sollten Sie einen Zeitpunkt wählen, zu dem möglichst viele kommen können – etwa nach Feierabend. Der Chef sollte übrigens stets der erste sein, den Sie offiziell fragen und einladen. Fragen Sie ihn dann gleich, ob auch Alkohol im Büro erlaubt ist.

  7. Versprechen Sie nicht zu viel

    Oft haben die Kollegen eine genaue Vorstellung davon, was der oder die Neue leisten soll. Das sind häufig Wünsche oder Erwartungen – manchmal auch unsinnige. Dennoch wäre es unklug, schon beim Einstand Versprechungen zu machen, die Sie später nicht einhalten können. Das verursacht nur Enttäuschungen und provoziert einen unnötigen Imageverlust.

  8. Nutzen Sie Rituale und Spielregeln

    In jedem Job und Unternehmen gibt es heimliche Spielregeln. Diese müssen nichts mit den offiziellen Abläufen zu tun haben. Beobachten Sie diese aufmerksam und nutzen Sie die Regeln zu Ihren Gunsten. Als neuer Teamleiter könnten Sie z.B. jeden Kollegen sofort mit Namen begrüßen („Wow, der kennt mich schon!“) oder unangenehme Aufgaben übernehmen („Der ist sich ja für nichts zu schade!“). Solche symbolischen Handlungen vermitteln nicht nur eigene Werte – sie werden ebenso registriert und wirken stärker als Worte!

Der Jobwechsel sollte stets ein bewusster und strategischer Schritt für Ihre berufliche Entwicklung sein. Ob der Karriereschritt gelingt, hängt weniger vom perfekten Lebenslauf, dafür umso mehr von Ihrer Vorbereitung, Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit ab. Halten Sie sich an die Regeln in unserem Jobwechsel-Knigge, werden Sie im neuen Job auf jeden Fall schneller und besser ankommen. Wir wünschen: viel Erfolg!


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