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Trinkgeld in Deutschland: Wie viel gibt man?

Trinkgeld geben ist keine Pflicht, aber üblich und zeigt Zufriedenheit mit einem Service oder einer Leistung. Ob Restaurant, Hotel oder Taxifahrt: Sie runden die Rechnung auf und geben noch ein Extra obendrauf. Wie viel Trinkgeld in Deutschland ist angebracht? Wir erklären, wie viel Sie in verschiedenen Situationen geben sollten – inklusive Tabelle und Übersicht für die richtige Höhe im Ausland…



Trinkgeld in Deutschland: Wie viel gibt man?

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Trinkgeld in Deutschland

Generell gilt: 10 Prozent Trinkgeld gelten in Deutschland als üblich und angemessen. Ansonsten gibt es in Europa die einfache Regel: Je weiter Sie in den Süden kommen, desto mehr wird erwartet. In Spanien, Frankreich, Italien oder Griechenland sind es bis zu 15 Prozent. Nichts zu geben, gilt es als grob unhöflich.

Zweite Regel: Zahlen Sie das zusätzliche Geld möglichst in bar. So wissen Sie, wer es bekommt und bei Kartenzahlung fallen sonst Gebühren an.

Wie rundet man richtig auf?

Beim Trinkgeld geben Sie keine krummen Beträge, sondern runden auf eine glatte Summe auf. Im Norden Europas und in Skandinavien wird eher bis zum nächsten glatten Euro-Betrag aufgerundet. Im Süden bis zum nächsten Fünfer- oder Zehner-Betrag.

Beispiel: Im Restaurant geben Sie in der Regel 10 Prozent. Bei einer Rechnung von 43 Euro wären das 47,30 Euro. Üblich ist jetzt auf 48 Euro glatt aufzurunden. Sind Sie hingegen in Griechenland und bekommen eine Rechnung von 50 Euro (mit 15 Prozent zusätzlich 57,50 Euro), wird häufiger auf 60 Euro aufgerundet.

Trinkgeld bei hohen Rechnungen

Je höher die Summe, die Sie zahlen müssen, desto kleiner der Anteil, den Sie als Trinkgeld zahlen. Dies gilt im Restaurant etwa bei Beträgen deutlich über 100 Euro. Beispiel: Eine Rechnung von 285 Euro runden Sie einfach auf 300 Euro auf (+5 Prozent = 299,25 Euro).


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Trinkgeld für Friseur, Zusteller, Handwerker?

Trinkgeld ist nicht nur im Restaurant oder Hotel willkommen: Zahlreiche andere Dienstleister freuen sich darüber und können das eigene Gehalt steigern. Wir zeigen, wie Sie in verschiedenen Situationen richtig Trinkgeld geben:

Trinkgeld beim Lieferanten

Bestellen Sie Pizza oder anderes Essen zu sich nach Hause, sollten Sie dem Lieferanten etwas mehr als den reinen Rechnungsbetrag geben. Ausnahme: Die Lieferung war deutlich verspätet. Hier reichen oft schon 2 oder 3 Euro. Je nach Summe können Sie auch circa 5 Prozent geben.

Trinkgeld im Taxi

Orientieren Sie sich an den typischen 10 Prozent in Deutschland. Krumme Beträge werden einfach aufgerundet. Heißt: Kostet die Fahrt 13 Euro, geben Sie 15 Euro und nicht 14,30 Euro. War der Fahrer sehr nett oder hat Ihnen besonders geholfen, können Sie mehr geben.

Trinkgeld beim Friseur

Fürs Trinkgeld beim Friseur gibt es oft Sparschweine an der Theke. 10 bis 15 Prozent gelten als Durchschnitt. Guter und umfangreicher Service kann entsprechend besser bezahlt werden. Je nach Preis des Haarschnitts sind zwischen 3 und 10 Euro möglich.

Trinkgeld für Handwerker

Handwerker freuen sich nicht nur über einen Kaffee bei der Arbeit, sondern über monetäre Anerkennung. Wer bei sich zuhause Reparaturen durchführen lässt, sollte zwischen 5 und 20 Euro pro Person geben.

Trinkgeld bei Paketzustellern

Sie müssen Postboten und Paketzustellern nicht jedes Mal ein Trinkgeld geben. Üblicher ist es, dies einmal im Jahr zu tun – beispielsweise vor Weihnachten. Geringfügige Geschenke oder Beträge bis zu 25 Euro sind angemessen und problemlos.

Trinkgeld bei Speditionen

Wenn Sie große (und schwere) Pakete per Speditiion bestellen oder sich professionelle Hilfe für einen Umzug holen, gehört ein Zusatzlohn für die Mitarbeiter zum guten Ton. Schleppt Ihnen jemand ein Sofa in den vierten Stock des Altbau-Gebäudes, sind 5 oder 10 Euro pro Person angebracht. Für einen ganzen Tag (etwa bei Umzügen) sind bis zu 20 Euro möglich.

Trinkgeld Synonyme

Häufige Synonyme für Trinkgeld (engl. Tip) sind: Service Charge, Douceur, Pourboire, Schmattes, Bakschisch, Mancia – früher auch: Biergeld.


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Trinkgeld Tabelle: Wie viel gibt man im Ausland?

Wie viel gibt man wo? Hier erhalten Sie eine internationale Trinkgeld Tabelle mit Prozentregeln für verschiedene Länder. Verpflichtet sind Sie dazu aber nicht. Nur wer mit dem Service im Restaurant zufrieden war, sollte etwas geben:

Land

Trinkgeld

🇿🇦 Südafrika, Afrika 10%
🇦🇺 Australien 10-15%
🇧🇷 Brasilien 10%
🇩🇰 Dänemark 5%
🇩🇪 Deutschland 10%
🇫🇷 Frankreich 10-15%
🇬🇷 Griechenland 10%
🇬🇧 Großbritannien 10-15%
🇮🇳 Indien 10%
🇮🇪 Irland 10-15%
🇮🇹 Italien 10%
🇭🇰 Hongkong 10-15%
🇯🇵 Japan
🇲🇽 Mexiko 10-15%
🇳🇿 Neuseeland 10-15%
🇦🇹 Österreich 10-15%
🇵🇹 Portugal 5-10%
🇨🇭 Schweiz 10%
🇪🇸 Spanien 5-10%
🇹🇷 Türkei 10%
🇺🇸 USA 15-20%

Trinkgeld für Hotel oder Taxi

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, was für Hotelpage, Concierge oder Taxifahrer in Italien, Frankreich oder Spanien angemessen ist. Legende der Symbole: Hotelpage = pro Gepäckstück; Concierge = für kleinere Dienstleistungen (z.B. Ticketservice); ▲ = Aufrunden

Trinkgeld Tabelle Knigge Regeln

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Fehler beim Trinkgeld

Im Ausland variieren die Sitten erheblich: In Frankreich oder Spanien zum Beispiel bezahlt man seine Rechnung und lässt das Trinkgeld auf einem Tellerchen oder auf dem Tisch liegen. In Griechenland oder der Türkei gehört es zum guten Ton, das Extrageld den Zimmermädchen am letzten Urlaubstag persönlich zu übergeben. Üblich sind hier 1-2 Euro pro Aufenthaltstag.

Leider werden aber auch viele Fehler gemacht. Diese Patzer sollten Sie unbedingt vermeiden – in Deutschland und im Ausland gleichermaßen:

  • Minimünzen
    Kramen Sie nicht Ihre Cent-Münzen zusammen, die Sie schon lange aus dem Portemonnaie loswerden wollten. Das ist grob unhöflich und respektlos.
  • Kleinstbeträge
    Wenn Sie im Restaurant oder bei anderer Gelegenheit zusätzliches Geld geben wollen, dann machen Sie es richtig. Bei einer Rechnung von 59,90 Euro sollten Sie nicht 60 Euro geben und „Stimmt so“ sagen.
  • Diskussion
    Sparen Sie sich Diskussionen im Sinne von „Eigentlich war der Service nicht so gut, aber ich gebe trotzdem was…“ Das ist peinlich und wirkt, als wollten Sie sich aufspielen.

Arbeitsrecht: Wem gehört das Trinkgeld?

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hat entschieden (10 Sa 483/10): Trinkgeld ist kein Arbeitsentgelt. Deshalb darf der Arbeitgeber über dessen Verwendung auch nicht einseitig entscheiden. Auch muss es nicht geteilt werden. Wer etwas bekommt und wie viel, entscheide allein der Kunde.

Tipps: Wie kann ich mehr Trinkgeld bekommen?

Michael Lynn, Professor an der Cornell Universität, hat erforscht, womit Servicekräfte ihr Trinkgeld steigern können. Tatsächlich gibt es ein paar psychologische Tricks, die zu deutlich mehr Tip führen:

  • Lächeln: +140%
  • Sich selbst mit Namen vorstellen: +53%
  • Die Bestellung wiederholen: +50%
  • Den Gast kurz berühren (z.B. an der Schulter): +42%
  • Einen Witz erzählen: +40%
  • Sonne auf die Rechnung malen: +37%
  • Zur Rechnung ein Bonbon geben: +21%
  • Smiley auf die Rechnung malen: +18%
  • Gutes Wetter voraussagen: +18%
  • Danke schön“ auf die Rechnung schreiben: +13%

Muss ich mein Trinkgeld versteuern?

Trinkgelder aus nichtselbstständiger Arbeit, also für Dienstleistungen, sind in Deutschland in der Regel steuerfrei. Servicekräfte im Restaurant müssen darauf keine Steuern zahlen. Ausnahme: Das Trinkgeld wird automatisch berechnet. Dann fallen hierfür Steuern und Sozialabgaben an. Freiberufler hingegen müssen solche Sonderzahlungen als reguläre Betriebseinnahmen verbuchen und versteuern.


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