Auslandsknigge: Sicher Fettnäpfchen umgehen

Formvollendetes Auftreten und gute Manieren erleichtern Vieles. Gerade im Ausland und auf Geschäftsreisen lauern allerdings zahlreiche interkulturelle Fettnäpfchen. Andere Länder – andere Sitten: Der ausführliche Auslandsknigge klärt Sie über unterschiedliche Bräuche und Kultur-Gepflogenheiten auf und hilft Ihnen mit praktischen Tipps dabei, peinliche Situationen zu vermeiden – angefangen bei der Begrüßung, über Dresscodes bis hin zu Tischmanieren oder Smalltalk. Ein praktischer Kompass für arabische Länder, für China, Indien, Japan, Russland, USA sowie einzelne Länder in Europa. Denn auch bei unseren Nachbarn gibt es zahlreiche Benimmregel-Abweichungen, die zu Verstimmungen führen können…

Auslandsknigge: Sicher Fettnäpfchen umgehen

Verhalten auf Geschäftsebene: Warum Manieren wichtig sind

Letztlich geht es bei diesem Auslandsknigge um die sogenannte interkulturelle Kompetenz. Sie wird gerade im Arbeitsleben immer wichtiger. Die Globalisierung hat längst auch den Mittelstand erreicht. Viele deutsche Firmen machen heute einen Großteil ihrer Geschäfte im Ausland.

Entsprechend wird von den Fachkräften und Mitarbeitern erwartet, dass sie sich sicher auf internationalem Parkett bewegen können. Sich in den Augen des Gastlandes daneben zu benehmen, kann nicht nur peinlich werden, sondern auch bares Geld kosten: Aufträge kommen nicht zustande, die Geschäftskontakte bleiben auf Dauer verstimmt. Dumm gelaufen.

Gute Vorbereitung auf Auslandsreisen oder Geschäftsreisen heißt für manche Arbeitnehmer oft learnig by doing beziehungsweise trial and error. Kann man so machen – ist aber riskant.

Längst nicht alle kulturellen Unterschiede oder Gepflogenheiten lassen sich durch reines Beobachten erschließen. Und manchmal gibt es keine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck.

Damit Sie wissen, welche Verhaltensregeln oder Tischmanieren Sie im Ausland und im Vergleich zu Deutschland erwarten, haben wir hier einen Auslandsknigge für die wichtigsten Handelspartner Deutschlands zusammengestellt. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den Unterschieden. Daher haben wir uns auf jene Bereiche konzentriert, bei denen die größten Fettnäpfchen und Fallstricke lauern.

Eitikette oder Manieren?

Eitikette oder ManierenDie Begriffe werden gerne synonym verwendet, meinen aber etwas unterschiedliches:

  • Mit Etikette ist eine Abfolge verschiedener Verhaltensweisen in einem bestimmten Kontext gemeint. Also etwa bei Tisch die Abfolgen von Empfang, Laudatio, weiteren Tischreden, Speiseabfolgen und Benimmregeln dabei.
  • Gute Manieren hingegen zeigen sich schon durch das konkrete, persönliche Verhalten in einer alltäglichen (auch privaten) Situation.

Gute Manieren sind damit Teil der sogenannten Kinderstube – wir lernen sie (hoffentlich) von klein auf. Sie sind auch nichts Elitäres, im Gegenteil: Ziel und Zweck guter Manieren ist, es seinem Gegenüber (einem Gast genauso wie einem Freund) so angenehm wie möglich zu machen. Eine gute Kinderstube offenbart sich damit schon in gegenseitigem Respekt, Rücksicht und Höflichkeit sowie in Gastfreundlichkeit, Galanz und stilvollen Umgangsformen.

Auslandsknigge England: Mit Understatement punkten

  • Begrüßung

    In der Schule wird häufig noch beigebracht, dass die höflichen Briten ihr fremdes Gegenüber mit „How do you do?“ begrüßen. Daraufhin werde mitnichten mit einer Erklärung, sondern einem ebenso förmlichen „How do you do?“ geantwortet. Allerdings gilt diese Formalität zunehmend als veraltet. Üblicher ist es, mit „How are you?“ zu grüßen und darauf kurz und knapp „Fine, thank you“ oder „Very well, thank you“ zu antworten. Beim ersten Treffen wird mit Handschlag begrüßt, für spätere Treffen wird aufs Händeschütteln verzichtet.

  • Dresscode

    Die Herren kleiden sich eher konservativ, also zu dunklen Anzügen Seitenkrawatte und schwarzes Schuhwerk. Der Dresscode für Frauen ist dementsprechend ein dunkler Hosenanzug oder ein ebensolches Kostüm. Wie in Deutschland sollte ein dezentes Make-up und nicht zu viel Schmuck gewählt werden. Im Sommer gilt für Frauen Strumpfhosenpflicht bei geschlossenen Schuhen.

  • Essen

    Drei bis vier Wochen vor dem Geschäftsessen sollte die Einladung per Telefon oder E-Mail erfolgen. Zu Beginn des Treffens wird Smalltalk gepflegt. Als Themen eignen sich hierfür das Wetter und Sport (sofern keine deutsch-englischen Spiele stattfinden); Themen wie Politik, Sex und Religion hingegen sollten Sie meiden. Üblicherweise zahlt derjenige, der eingeladen hat. Nur in solchen Fällen, in denen der Gastgeber unklar ist, wird die Rechnung durch die Anwesenden zu gleichen Teilen gesplittet – genaues Auseinanderdividieren der einzelnen Posten wird als kleinlich empfunden. Üblicherweise werden 15 Prozent Trinkgeld gegeben. In einigen Fällen wird dies bereits direkt berechnet, erkennbar an der Formulierung „Service included“ auf der Rechnung.

  • Pünktlichkeit

    Bei Geschäftsessen sollten Sie pünktlich erscheinen, für private Treffen ist eine Viertelstunde Verspätung genau richtig.

  • Sonstiges

    Smartphones und Handys sollten sowohl während des Lunchs als auch im Meeting ausgeschaltet werden. Wenn es ums Verhandeln geht, seien Sie kompromissbereit. Nicht geschätzt werden Besserwisserei und Angeberei.

  • Einladungen

    Seltener werden Dinnerpartys als Geschäftsessen im privaten Zuhause abgehalten. Erhalten Sie dennoch eine Einladung, sollten Sie hochwertige Pralinen, Wein oder Champagner als Mitbringsel dabei haben. Nach der Party wird von Ihnen eine schriftliche Karte als Dank vom Gastgeber erwartet werden.

Auslandsknigge Frankreich: Auch mal Fehler eingestehen

  • Begrüßung

    Die französische Akkolade, der angedeutete Wangenkuss, wird unter Freunden und Bekannten gerne links, dann rechts verteilt. Allerdings gilt dies nicht im Geschäftsleben!

  • Dresscode

    Wer eine Einladung mit dem Hinweis „Tenue de soirée“ bekommt, weiß, dass Abendgarderobe erwartet wird. Männer tragen einen dunklen Anzug mit Krawatte, Frauen ein entsprechendes Abendkleid. Ist hingegen „Tenue de ville“ gefragt, können Anzug und Kostüm leger ausfallen, die Herren können die Krawatte weglassen. Das gilt sogar für offizielle Anlässe. Auf den Anzug oder eine Kombination sollten Sie als Mann jedoch nie verzichten.

  • Essen

    Hat in Frankreich eine zentrale Rolle. Viele Verhandlungen werden mit einem Essen kombiniert – selbst wenn nur wenig Zeit vorhanden ist, wird gerne auf ein Bistro ausgewichen. Allerdings finden die Geschäftsgespräche nie während des Essens statt, sondern erst, wenn zum Abschluss ein Kaffee oder Kräutertee genommen werden. Betreten Sie ein Restaurant, dann warten Sie darauf, dass Ihnen ein Tisch zugewiesen wird. Zum Geschäftsessens können Sie Wein trinken, sollte allerdings maßvoll genossen werden. Vermeiden Sie lautes Zuprosten. In Frankreich wird mit gedämpfter Stimme das Glas erhoben und ein Anstoßen lediglich angedeutet. Als Trinkgeld wird ein Maximum von zehn Prozent angesehen, den Kellner rufen Sie, indem Sie ein deutlich artikuliertes „Monsieur!“ äußern, pfeifen und mit dem Finger schnippen sind ebenso tabu wie hierzulande. Die Rechnung wird zunächst von einer Person bezahlt, anschließend jedoch durch die Anzahl der Gäste geteilt. Gehen nur Mann und Frau essen, übernimmt der Mann die Rechnung.

  • Pünktlichkeit

    Wird in Frankreich nicht so groß geschrieben wie an anderen Orten. Allerdings gilt dies nur für private Verabredungen, wo eine Viertelstunde Verspätung absolut üblich sind. Für ein Geschäftsessen im Restaurant sollten Sie pünktlich erscheinen.

  • Sonstiges

    Allgemein ist eher leises Auftreten gefragt. Die Franzosen haben eine sehr rücksichtsvolle Fehlerkultur, bei der es gilt, das Gesicht des anderen zu wahren. Als Zeichen der Diplomatie können Sie punkten, indem Sie Ihrerseits Fehler eingestehen. Wer die Toilette aufsuchen möchte, gibt vornehm mit „Où peut-on se laver les mains?“ zu verstehen, dass er sich die Hände waschen möchte.

  • Einladungen

    Bei Gastgeschenken sind Blumen oder Pralinen für die Gastgeberin absolut üblich. Bei besonders aufwendigen Verpackungen werden die Blumen vorm Überreichen nicht ausgepackt, da diese Teil des Geschenks sind. Bei Weingeschenken dürfen Sie gerne auf französischen Wein zurückgreifen und durchaus zwei Flaschen schenken.

Auslandsknigge Spanien: Viel Zeit fürs Essen einplanen

  • Begrüßung

    Das Wangenküsschen ist unter Frauen in Madrid üblich, unter Männern hingegen nur bei guten Freunden. Dann können sogar Umarmungen als Begrüßung vorkommen. Ansonsten wird mit Handschlag begrüßt. Ein schnelles Duzen untereinander ist durchaus üblich, ohne dass dies etwas über die tatsächliche Sympathie sagen würde.

  • Dresscode

    Der spanische Dresscode ist recht konservativ. Zwar können Sie farbige Hemden und Krawatten tragen, allerdings werden dunkle Anzüge dazu erwartet. Frauen ziehen sich modisch bis elegant an, jedoch nicht zu extravagant.

  • Essen

    Das wichtigste Mahl ist das Mittagessen, das sich bei drei bis vier Gängen bis zu drei Stunden hinziehen kann. Sind Sie privat eingeladen, sollten Sie etwas auf dem Teller zurücklassen – anderenfalls wird man Ihnen erneut auftragen, da Sie mit leerem Teller vermitteln, dass Sie nicht genügend Essen hatten. Beim Essen im Restaurant gilt für Touristen zehn bis 15 Prozent des Rechnungsbetrags als Trinkgeld.

  • Pünktlichkeit

    Im Allgemeinen wird bis zu einer halben Stunde später noch als Pünktlichkeit interpretiert. Ausnahme: Die Katalanen legen großen Wert auf Pünktlichkeit, besonders bei Geschäftspartnern aus dem deutschen Sprachraum.

  • Sonstiges

    Was hierzulande schnell ins Auge gehen kann, ist in Spanien kein Problem: Flirten am Arbeitsplatz. Sowohl Frauen untereinander bezeichnen sich problemlos als „Guapa“, aber auch von männlichen Kollegen kann der weiblichen Kollegin gegenüber dieses Kompliment kommen, ohne dass damit Hintergedanken verbunden wären.

  • Einladungen

    Zu einer privaten Einladung werden als Blumen gerne Nelken mitgebracht, ansonsten werden Sie mit einem guten Whisky oder einer Flasche Cognac punkten können.

Auslandsknigge Tschechien: Abends gemeinsam in die Kneipe

  • Begrüßung

    Zur Begrüßung werden kurz die Hände geschüttelt. Bei Frauen und älteren Leuten warten Sie ab, bis diese Ihnen die Hand entgegenstrecken. Eine große Rolle spielt die korrekte Anrede in Tschechien. Doktortitel und akademische Grade werden immer mitgenannt, so dass Sie mit einer Anrede à la „Herr Doktor“ oder „Herr Ingenieur“ nie etwas verkehrt machen, sondern Ihre Wertschätzung ausdrücken.

  • Dresscode

    In Tschechien ist in Sachen Business-Outfit Understatement gefragt. Sie liegen richtig, wenn Sie sich korrekt, aber niemals zu auffällig kleiden. Besonders auffällige oder hochwertige Kleidung nebst Accessoires könnten auf Ihr Gegenüber angeberisch wirken und sind nur bei hohen Anlässen angebracht.

  • Essen

    Wenn Geschäftliches beim Essen erörtert wird, dann eher mittags. Die Rechnung zahlt dann der Gastgeber. Viel erfolgsversprechender laufen Verhandlungen allerdings ab, wenn Sie einen Abend mit Alkoholkonsum in der Kneipe einplanen. Während Frauen hier bei Wein oder alkoholfreien Getränken Zurückhaltung üben dürfen, wird von Männern eine gewisse Trinkfestigkeit erwartet. Nach einleitenden Gesprächen zu allgemeinen Themen wie Anreise Kultur und Sport spielt die Familie und Privates eine große Rolle: Nach tschechischem Verständnis kennt man Sie nicht gut genug, um Geschäfte mit Ihnen zu machen, wenn Sie sich diesbezüglich zu sehr zurückhalten.

  • Pünktlichkeit

    Von ausländischen Geschäftskontakten erwartet man in Tschechien Pünktlichkeit. Treffen sollten Sie wengistens zwei Wochen zuvor per Telefon oder E-Mail ausmachen. Per Post birgt das Risiko, dass Ihre Terminabsprache verloren geht.

  • Sonstiges

    Der Gebrauch von Handys im Meeting ist keine Seltenheit und wird allgemein akzeptiert. Allerdings wird erwartet, dass sich der Angerufene kurz fasst. Dem tschechischen Selbstverständnis nach gehört Tschechien ebenso wie Polen zu Mitteleuropa. Hüten Sie sich davor, früher gebräuchliche Bezeichnungen wie „Tschechoslowakei“ oder „Ostblock“ zu benutzen. Wenn Sie bezüglich der Aussprache eines Namens unsicher sind, sollten Sie nachfragen.

  • Einladungen

    Achten Sie unbedingt darauf, Ihre Schuhe auszuziehen, wenn Sie privat eingeladen sind. Zwar wird der Gastgeber häufig beteuern, dass Sie die Schuhe anbehalten können, jedoch ist dies reine Höflichkeit.

Auslandsknigge Polen: Großer Wert auf Titel

  • Begrüßung

    Die Hierarchie spielt bei Begrüßungen eine Rolle: Treffen von zwei Unternehmen die jeweiligen Vertreter zusammen, so begrüßen sich zunächst die Ranghöchsten, anschließend stellen sich Begleiter vor und begrüßen die niederrangigen Mitarbeiter des anderen Unternehmens. Wie in Tschechien wird hier großer Wert auf Titel gelegt. Vermeiden Sie also eine Anrede nur mit dem Nachnamen – das könnte als Unhöflichkeit oder sogar Affront ausgelegt werden. Reden Sie die jeweilige Person an mit: „Herr Direktor“ oder „Frau Vorsitzende“.

  • Essen

    Für Geschäftsessen sollten Sie unbedingt auf Lokalitäten zurückgreifen, die Ihnen über einen längeren Zeitraum die notwendige Ruhe bieten. Der beste Platz – entweder der strategisch günstigste oder auch schönste – gebührt dabei Ihrem Geschäftspartner. Die polnische Küche ist häufig recht rustikal und fleischhaltig. Wenn Sie etwas nicht mögen oder anderweitig nicht vertragen, so sollten Sie das Essen dennoch nicht abweisen. Deutlich höflicher (und für Polen ebenso verständlich) ist, wenn Sie die Speisen stehenlassen oder nur wenig davon essen. Gleiches gilt für Getränke. Fragen Sie nach einer Gelegenheit zum Händewaschen, wenn Sie eine Toilette benötigen.

  • Frauen

    Die Polen sind Kavaliere der alten Schule. Ganz traditionell wird den Damen die Tür aufgehalten, der Stuhl herangeschoben oder in den Mantel geholfen. Bei privaten Besuchen sind viele Komplimente für die Dame des Hauses unbedingt angezeigt. Ebenso traditionell dann aber auch die Rolle der Frau: Sie allein räumt den Tisch ab.

  • Sonstiges

    Die Kontaktaufnahme einfach per Mail oder Brief wird nicht ausreichen, da persönliche Kontakte fehlen. Besser, Sie greifen auf Ihre Netzwerke zurück und lassen sich einander vorstellen und so ein Treffen arrangieren.

  • Pünktlichkeit

    Einerseits wird von Ihnen Pünktlichkeit erwartet werden, weshalb Sie unbedingt Verspätungen vermeiden sollten. Eine Entschuldigung ist nur bei höherer Gewalt akzeptabel, etwa wenn Ihr Flug Verspätung hatte oder eine Baustelle neu begonnen wurde.

  • Einladungen

    Ein gutes Signal für Sie ist es, wenn Sie privat nach Hause eingeladen werden. Als Gastgebergeschenk werden besonders Souvenirs aus der Heimat des ausländischen Geschäftskontakts geschätzt.

Auslandsknigge Russland: Anfangs lieber ernsthaft auftreten

  • Anrede

    Die Anrede setzt sich aus dem eigenen und dem Vornamen des Vaters zusammen. Heißt Ihr Gegenüber mit Vornamen Vadim und sein Vater Sergej, dann wird er Vadim Sergejowitsch genannt. Im Gegensatz zu Tschechien und Polen sind Titel nur für wirklich hochrangige Personen üblich, etwa für den obersten Chef eines Unternehmens oder Politiker. Höflichkeit bei der Anrede und im Verhalten ist eine Sache. Allerdings sollten Sie insgesamt nicht zu freundlich am Anfang sein, da humorvolles, lockeres Verhalten als „amerikanisch“ eingestuft wird.

  • Frauen

    Die Rolle der Frau in Russland beginnt sich so langsam zu ändern, seit immer mehr Frauen auf Managementebene arbeiten. Dennoch kann es passieren, dass sie bei Geschäftsverhandlungen eher als schmückendes Beiwerk betrachtet werden, während den Männern deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch müssen sich Geschäftsleute aus Deutschland auf geringere Distanzzonen als hierzulande einstellen. Da werden auch Männer bei Sympathie umarmt oder auf die Wange geküsst.

  • Verhandlungen

    Bei Verhandlungen geht es bisweilen hoch her. Die Russen sind ein sehr temperamentvolles Volk, davon sollten Sie sich allerdings nicht irritieren lassen. Beweisen Sie lieber Ihrerseits Gelassenheit und machen Sie keinesfalls sofortige Zugeständnisse. Wenn Sie einen Kompromiss eingehen, dann sollten Sie betonen, dass es Ihnen darum geht, eine auf lange Sicht erfolgreiche Geschäftsbeziehung einzugehen. Wer zu schnell einknickt, dem werden seine Kompromisse als Schwäche ausgelegt.

  • Trinken

    Der legendäre Wodka gehört häufig dazu, eine besondere Rolle kommt dabei den Trinksprüchen zu. Der erste wird noch vom Gastgeber übernommen, danach werden auch von den Gästen welche erwartet. Geeignete Themen dafür sind Freundschaft oder die hervorragenden Eigenschaften des Gastgebers.

  • Aberglaube

    Vorsicht ist im Umgang mit bestimmten Farben und Zahlen geboten, da sie je nachdem Unglück oder Glück symbolisieren. Positiv besetzt sind die Farben grün, blau, rot (steht für Schönheit und Liebe, Auferstehung) und die Zahlen drei, sieben, zwölf. Negativ besetzt hingegen die Farbe schwarz und die Zahl dreizehn. Weiß hingegen ist ambivalent, da es sowohl Trauer als auch Reinheit symbolisieren kann. Die Farben- und Zahlensymbolik kommt auch bei Gastgeschenken zum Tragen: Schenken Sie immer eine ungrade Zahl an Blumen und nie gelbe oder weiße, denn beides ist bei Traueranlässen üblich.

  • Wertschätzung

    Pluspunkte sammeln Sie, wenn Sie zeigen, dass Sie etwas von russischer Sprache und Literatur verstehen. Wer selbst kein Russisch spricht, braucht allerdings einen Dolmetscher, auf Englisch als Verhandlungssprache lassen sich nur wenige ein. Ihre Wertschätzung zeigen Sie ebenfalls, wenn Sie kleinere Gefälligkeiten erweisen. Das kann Hilfe bei Behördengängen oder Informationsbeschaffung sein, etwa wenn die Tochter des Geschäftspartners ein Auslandssemester in Deutschland plant. Umgekehrt wird man Ihnen ebenfalls behilflich sein.

Auslandsknigge USA: Softdrink statt Alkohol

  • Begrüßung

    Begrüßt wird mit einem kurzen, festen Händedruck, eingeleitet wie in Großbritannien mit den Worten „How are you?“. Auch hier wird als Erwiderung keine ernsthafte Antwort erwartet, sondern „I’m fine, thank you.“ Als Anrede wird Frauen gegenüber Madam genutzt, Herren werden mit Sir angesprochen.

  • Dresscode

    Außer in der Finanzbranche ist die Kleidung häufig wenig formell. Bei Männern reicht meist eine Kombination, Krawatte ist nicht notwendig. In der Computer- und Softwarebranche reichen bei Meetings oft Leinenhosen und Polohemden aus, selbst Jeans gelten noch als akzeptabel. Bei Frauen sind Hosenanzug oder Kostüm vor allem als Business Outfit wichtig. Dabei gilt: Nie zu viel Haut zeigen. Auch im Sommer werden Strumpfhosen getragen. Schuhe sollten hochwertig sein und eine unordentliche Frisur wird bei Frauen schnell als No-go empfunden.

  • Essen

    Während hierzulande die linke Hand neben dem Teller ruht, behalten Amerikaner sie während des Essens häufig unter dem Tisch. Da viele Amerikaner ihr Essen zuvor in mundgerechte Portionen schneiden, benötigen sie anschließend keine zwei Hände zum Essen. Achten Sie beim Smalltalk darauf, politische und religiöse Themen sowie Unterhaltungen über Minderheiten und Sex zu vermeiden. Besonders heikel: Wenn Sie auf den amerikanischen Präsidenten angesprochen werden. Lassen Sie sich keinesfalls zu negativen Äußerungen über Politiker hinreißen, sondern antworten Sie unverbindlich allgemein.

  • Pünktlichkeit

    Staus und Verspätungen zum Trotz sollten Sie als Ausländer unbedingt pünktlich erscheinen. Bei privaten Einladungen wird das etwas entspannter gesehen. Extrem unbeliebt machen Sie sich allerdings, wenn Sie hier zu früh erscheinen.

  • Sonstiges

    Vorsicht ist bei Alkohol angebracht. Mittags wird er nicht gern gesehen und auch abends sollten Sie im Beisein von Geschäftspartnern keinen Alkohol trinken. Überhaupt sind Abendtermine nicht so üblich, da diese Zeit eher der Familie vorbehalten ist. Wenn es sich nicht anders einrichten lässt, wird zu einem Abendtermin – der meist informell abläuft – der Partner mitgebracht. Halten Sie sich unbedingt mit Komplimenten zurück – schnell steht sexuelle Belästigung als Vorwurf im Raum. Wenn Sie unbedingt loben wollen, sollten Sie immer fachliche Leistungen hervorheben.

  • Einladungen

    Werden Sie privat eingeladen, so sollten Sie Blumen und deutschen Wein als Gastgeschenk mitbringen. Hier sollten Sie sich allerdings darauf einstellen, etwas über das Weinanbaugebiet erklären zu können. Bleiben Sie nicht länger als drei Stunden zu Besuch und bedanken Sie sich mit einer Karte am nächsten Tag.

Auslandsknigge Arabien: Vorsicht mit der linken Hand

  • Begrüßung

    Wird ein Raum betreten, wird zunächst der Gastgeber, dann die älteste Person und anschließend die anderen Anwesenden begrüßt. Dabei wird mit leichtem Händedruck die Hand gereicht. Dazu können Sie as-salamu alay-kum wünschen, was soviel heißt wie „Friede sei mit dir“. Wünscht man dies Ihnen, antworten Sie mit wa-alaykum as-salam, zu Deutsch: „Auch mit dir sei Friede“. Fragt man Sie nach Ihrem Befinden, antworten Sie mit bi-khayr, dass es Ihnen gut geht oder sagen al-hamdu-lillah, also „Lob sei Gott!“. Meist wird ab diesem Punkt eine Visitenkarte überreicht. Achten Sie darauf, sie mit der rechten Hand zu überreichen, ebenso wird sie mit rechts entgegengenommen. Behandeln Sie die Karte wertschätzend und bedanken Sie sich dafür. Unterschiede im Verhalten sind zu erwarten, wenn Frauen anwesend sind. Werden Ihnen Frauen vorgestellt, sollten Sie warten, ob diese Ihnen die Hand reichen. Anderenfalls gilt die Devise: Unbedingt Körperkontakt meiden, bestenfalls sehr zurückhaltend kurz zunicken. Umgekehrt gilt auch für deutsche Geschäftsfrauen, dass ihnen gegenüber Zurückhaltung als Zeichen des Respekts geübt wird, wenn Sie nicht angesprochen werden.

  • Dresscode

    Wenngleich die Temperaturen in arabischen Ländern meist sehr heiß sind, so sind lange Hosen und Hemden absolut obligatorisch. Für Frauen sind Hosenanzüge oder Kostüme angemessen. Der Rock hat über das Knie zu gehen, die Beine müssen mit Strümpfen bedeckt sein. Überhaupt gilt: Keine bloße Haut zeigen, also auch hier langärmelige, möglichst hochgeschlossene Blusen. Bis März 2018 war auch für ausländische Frauen die Abaya, ein traditionelles, schwarzes und meist bodenlanges islamisches Gewand, Pflicht in Saudi-Arabien. Gesetzliche Pflicht ist es immer noch im Jemen.

  • Kommunikation

    Rechnen Sie damit, dass Ihre arabischen Geschäftskontakte alles etwas positiver ausdrücken, als es eigentlich gemeint ist: Ein ja entspricht eher einem vielleicht, und ein vielleicht einem nein. Was umgekehrt Ihre Kommunikation anbelangt, so sollten Sie sich hüten, sich kritisch über den Islam oder seinen Religionsstifter Mohammed zu äußern. Im Übrigen ist die korrekte Bezeichnung für Glaubensanhänger Muslim beziehungsweise Muslima.

  • Essen

    In arabischen Ländern wird meist mit den Händen gegessen, das zum Essen gereichte Brot übernimmt hier die Rolle des Bestecks und wird mitgegessen. Achten Sie darauf, es keineswegs ein zweites Mal in eine Speise zu tunken. Besondere Vorsicht ist auch bei der linken Hand geboten: Sie gilt als unrein, weshalb Sie weder damit essen, noch etwas anderen anreichen sollten. Das ist gerade für Linkshänder eine Herausforderung, aber unumgänglich. Achten Sie als Gastgeber bei Getränken darauf, eine Auswahl an Kaffee, Tee, Wasser und Fruchtsäften zu reichen und diese mehrfach anzubieten, anderenfalls werden sich arabische Gäste zurückhalten.

  • Kontaktaufnahme

    Ähnlich wie in Polen kommt die Kontaktaufnahme idealerweise über Dritte zustande. können Sie einen anerkannten Experten mit hohem Ansehen für sich gewinnen, überträgt sich sein Status auf Sie und Ihr Anliegen.

  • Einladungen

    Manche Einladungen werden aus einem Gefühl der Verpflichtung ausgesprochen. Sie liegen daher auf der sicheren Seite, wenn Sie zunächst höflich ablehnen. Erst beim dritten Mal ist klar, dass Ihr Gastgeber die Einladung ernsthaft ausspricht. Ebenso verhält es sich beim Abschied: Nach dem Kaffee ist das gemeinsame Treffen beendet, aber höflichkeitshalber wird man Sie bitten zu bleiben. Denken Sie daran, sich Ihrerseits mit einer Gegeneinladung zu revanchieren. Bedenken Sie bei Gastgeschenken, dass Sie sich in einem islamischen Kulturkreis aufhalten. Alles, was in irgendeiner Form Schwein oder Alkohol enthält, gilt als unrein. Gern gesehen sind hingegen Geschenke mit Bezug zu Ihrem Herkunftsland. Geöffnet werden Geschenke übrigens immer in Abwesenheit des Gastes, um ihn im Falle des Nichtgefallens nicht zu brüskieren.

  • Verhandlungen

    Im arabischen Raum wird viel gefeilscht, weshalb Sie unbedingt Zeit dafür einplanen sollten. Ebenfalls sollten Sie vorab überlegen, wo Ihre finanzielle Schmerzgrenze liegt. Wenngleich mündlich geschlossene Verträge Gültigkeit haben, sollten Sie darauf bestehen, sie schriftlich zu fixieren – anderenfalls könnten Sie doch in Schwierigkeiten kommen.

Auslandsknigge Indien: Erwähnen Sie Ihre Familie

  • Begrüßung

    Die wie zum Gebet vor dem Körper gefalteten Hände werden von Ihnen nicht erwartet, stattdessen ist ein sanfter Händedruck üblich. Direkt im Anschluss daran werden Visitenkarten ausgetauscht. Auch hier gilt: Nur mit der rechten Hand wird überreicht und entgegengenommen. Ihre Visitenkarte sollte unbedingt Titel von hohem Rang enthalten, da die mittlere Managementebene aufgrund geringer Entscheidungskompetenzen in Indien kein hohes Ansehen genießt.

  • Smalltalk

    Gab es zuvor noch kein Treffen, kann es gut sein, dass das gesamte Treffen aus Smalltalk besteht. Ihr Gegenüber muss Sie erst kennenlernen, um sich ein Bild über Ihre Vertrauenswürdigkeit machen zu können. Das Lieblingsthema der Inder dabei: die Familie. Untermalen können Sie dies gerne mit persönlichen Fotos. Geschäftssprache ist übrigens Englisch, wenngleich Sie als Zeichen der Wertschätzung in Nordindien mit Hindi Ihre Geschäftspartner beeindrucken können. Aber Achtung: In Südindien hingegen könnten Sie Ihr Gegenüber brüskieren.

  • Verhandlungen

    Wenngleich es keine Tagesordnungspunkte gibt, eins ist sicher: Smalltalk ist ebenfalls großer Bestandteil von Verhandlungen. Bleiben Sie dabei hart in der Sache, aber immer höflich und ruhig. Untermauern Sie Ihre Sicht mit Zahlen und Fakten, erwähnen Sie die Konkurrenz. Rechnen Sie genügend Zeit ein, da eine Verhandlung vor allem dann als erfolgreich bewertet wird, wenn sie lange gedauert hat.

  • Dresscode

    Von Europäern wird das übliche Business Outfit mit langem Hemd und Krawatte erwartet, auch wenn es passieren kann, dass Ihr Gegenüber eine andere Kleiderordnung wählt. Im Sommer dürfen Sie das Jackett weggelassen, allerdings werden dann die Räume stark klimatisiert, so dass Sie mit Jackett auf Nummer sicher gehen.

  • Kommunikation

    Zu Irritationen können bei Europäern die unterschiedlichen Gesten führen. In Indien wird bei verschiedenen Formen der Zustimmung oder Ablehnung der Kopf bewegt. Ein Nicken wird hierzulande als Zustimmung gedeutet, gilt aber in Indien als Verneinung. Umgekehrt ist das Kopfschütteln Zustimmung. Auch ein ja kann mehrere Bedeutungen haben: Einerseits kann es Zustimmung bedeuten, andererseits kann sich dahinter „ich weiß nicht“ als Aussage verbergen. Um die Kommunikation möglichst frei von Irritationen zu halten, sollten Sie keine geschlossenen Fragen stellen, also solche, die nur mit ja oder nein zu beantworten sind.

  • Pünktlichkeit

    Von Ihnen wird Pünktlichkeit erwartet, auch wenn Ihr Geschäftspartner zu spät kommt. Kalkulieren Sie Verspätungen vor allem dann ein, wenn Sie in der Position desjenigen sind, der etwas will.

Auslandsknigge China: Schlürfen ausdrücklich erlaubt

  • Begrüßung

    Mit sanftem Händedruck wird zunächst der Ranghöchste begrüßt, dann folgen andere. Der Spruch „Mit nacktem Finger zeigt man nicht auf angezogene Leute“ gilt auch in China: Vermeiden Sie, mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen. Stattdessen lieber die ganze Handfläche verwenden. Wenn Sie Visitenkarten überreichen, dann immer mit beiden Händen. Ebenso nehmen Sie mit beiden Händen eine Visitenkarte an und betrachten Sie für einen Augenblick aufmerksam.

  • Essen

    In China wird üblicherweise mit Stäbchen gegessen, die Schale mit dem Essen wird dazu dicht vor den Mund gehalten. Achten Sie beim Umgang mit Stäbchen darauf, nicht gegen die Schale zu tippen, damit würden Sie sich auf eine Stufe mit Bettlern stellen. Ebenfalls ein absolutes No-go: Die Stäbchen in den Reis zu stecken, denn das steht symbolisch für den Tod. Nudeln und Suppe dürfen schürfend eingesaugt werden, so loben Sie die Zubereitungskünste des Kochs. Häufig werden alkoholische Getränke zum Essen gereicht, die bis zum Rand gefüllt werden. Sofern es nicht das Personal erledigt, schenkt der Mann der Frau, der Ranghöhere dem Rangniederen nach. Ertönt der Aufruf Ganbei, erheben sich die Gäste und es wird das Glas in einem Zug geleert.

  • Verhandlungen

    Werden mit langen Geschäftsessen eingeleitet, währenddessen Geschäftliches allerdings ruht. Erst nach dem Essen werden entsprechende Punkte erörtert. Bei abweichenden Meinungen ist es wichtig, immer höflich und freundlich zu sein und Interesse zu signalisieren. Wer hingegen die Contenance verliert, gibt sich die Blöße.

  • Geschenke

    Geschenke gehören selbstverständlich dazu. Achten Sie dabei darauf, weder eine Uhr zu schenken, noch etwas, das die Zahl vier enthält. Beides wird mit dem Tod assoziiert. Sehr beliebt sind Geschenke wie Obst, Kuchen oder Alkohol. Ausgepackt werden Sie niemals im Beisein des Schenkenden, da dies als Form der Gier missgedeutet werden könnte.

  • Kommunikation

    Beim Smalltalk wird man Sie ähnlich wie in Indien nach persönlichen Details zu Ihrer Familie oder sogar zu Ihrem Gehalt fragen. Hier sollten Sie antworten. Besonders interessiert sind Chinesen an europäischem Fußball, weshalb sich dieser hervorragend als Gesprächsthema eignet. Völlig ungeeignete Themen in China hingegen: Politik, Menschenrechte, oder Umweltverschmutzung. Überhaupt wird offene Kritik gemieden: Stattdessen wird etwas als gut befunden und bestenfalls ergänzt, dass es beim nächsten Mal noch besser werde.

  • Einladungen

    Wenn Sie Ihre Geschäftspartner einladen, werden die sich aus Höflichkeit zurückhalten. Es ist an Ihnen, sie wiederholt zum Essen aufzufordern.

Auslandsknigge Japan: Entspannen im Bad

  • Begrüßung

    Tiefes, langes Verbeugen zeugt von großem Respekt dem anderen gegenüber. Als Europäer kennen Sie sich mit den Feinheiten nicht aus, daher werden sie nicht von Ihnen erwartet. Nicken Sie daher freundlich mit dem Kopf. Ihre Visitenkarten sollten sich in einem hochwertigen Etui im Jackett befinden. Ähnlich wie in China werden sie mit beiden Händen überreicht. Widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit für einen Moment der empfangenen Visitenkarte und zeigen Sie Interesse für die Schriftzeichen und die Aussprache. Es gilt die Regel: Je weniger Titel aufgedruckt sind, desto höher die Rangfolge, gemäß dem Motto, dass der Name für sich selbst spricht.

  • Dresscode

    Teure, dezente Kleidung wird als Zeichen des Respekts und der Achtung dem anderen gegenüber interpretiert. Daher ist der Dresscode relativ einfach: Ihre Kleidung sollte von hervorragender Qualität sein, das schließt die Socken mit ein. Denn die sind beim Sitzen auf Tatami-Matten sichtbar, wenn die Schuhe ausgezogen werden.

  • Essen

    In Gedenken an ärmere Zeiten kommt dem Reis eine besondere Bedeutung zu. Bis auf einen Anstandsrest sollten Sie ihn daher aufessen. Gut, wenn Sie mit den Stäbchen umgehen können – vermeiden Sie, damit im Essen herumzurühren. Nach den Mahlzeiten wird grüner Tee gereicht, der ohne Milch und Zucker genossen wird. Sie gelten als Glückspilz, wenn sich ein aufrecht stehendes Teeblatt in Ihrer Tasse befindet. Die Rechnung geht automatisch an den Einheimischen. Wenn Sie übernehmen wollen, müssen Sie vorab dem Kellner Bescheid geben.

  • Höflichkeit

    Die Höflichkeit der Japaner ist sprichwörtlich. Selbst beim Telefonieren wird noch höflich gelächelt und sich verbeugt, da die Japaner glauben, das Gegenüber nähme dies wahr. Höflich ist, wenn Sie dieses Ritual in Ihr Telefonat mit Japanern einkalkulieren, so dass Sie erst auflegen, wenn Ihr Gesprächspartner aufgelegt hat. Vorsicht ist bei fachlichen Komplimenten angebracht: Diese werden meist fehlinterpretiert. Sie können diese Gefahr umschiffen, indem Sie entweder auf Ihre Schwächen verweisen oder aber den anderen bei einer Sache um Rat bitten.

  • Sonstiges

    Nach anstrengenden Verhandlungen entspannen Japaner gerne in öffentlichen Bädern. Ganz gleich, ob Sie zuvor zu Hause geduscht haben: Hier müssen Sie sich für alle erkenntlich abseifen. Vorsicht bei Körperkontakt: Die Distanzzonen sind in Japan größer als hierzulande, daher sollten Sie auf Umarmungen ebenso verzichten wie auf Schulterklopfen und Händeschütteln. Missachten Sie dies, kann dies zu großen Verstimmungen führen.

  • Prestige

    Wer seinen japanischen Geschäftspartnern Liquidität vermitteln will, sollte einiges an Geld investieren. Ablesbar ist dies an teuren Hotels, entsprechenden Flug- und Zugklassen. Ebenso signalisieren Sie Solvenz, wenn Sie sich einen eigenen Mietwagen mit Fahrer leisten.

  • Einladungen

    Werden Sie in eine Karaokebar eingeladen, gibt es kein Entrinnen – je mehr Sie mitmachen, desto höher steigen Ihre Sympathiewerte. Wer Geschenke überbringen möchte, sollte niemals eine Schere, einen Brieföffner oder ein Messer verschenken. Diese Gerätschaften stehen symbolisch für eine Trennung. Ein weiteres Fettnäpfchen können Abbildungen mit einem Fuchs oder Dachs sein, da diese stellvertretend für Fruchtbarkeit beziehungsweise Hinterhältigkeit stehen und als unschicklich empfunden werden. Die Japaner signalisieren Bescheidenheit, indem Geschenke mit dem Hinweis der Wertlosigkeit verschenkt werden. Verknüpft wird das Ganze mit der Bitte, das Geschenk dennoch anzunehmen. Geöffnet werden diese jedoch nie im Beisein des Schenkenden, denn das könnte als Gier ausgelegt werden.

[Bildnachweis: ASDF_MEDIA by Shutterstock.com]
17. August 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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