Vornamen: Die klügsten Namen fürs Kind

An wen denken Sie bei dem Namen Kevin: An den Chef eines globalen Konzerns oder einen Versicherungsangestellten? Und wie ist es mit Justin oder Dennis? Oder bei den Vornamen Chantal und Jaqueline? Tatsächlich assoziieren viele Menschen bereits den sozialen Status und die Intelligenz eines Fremden, wenn sie dessen Vornamen hören. Sag mir, wie du heißt und ich sage dir, wie intelligent du bist – Kinder, die einen wohlklingenden Vornamen tragen, haben im Leben eindeutig Startvorteile. Das sind Vorurteile und natürlich gibt es genügend Ausnahmen, doch wer einen solchen Vornamen hat, muss sich immer erst aus der Schublade herauskämpfen, in die er gesteckt wird…

Vornamen: Die klügsten Namen fürs Kind

Die beliebtesten Vornamen in Deutschland

Jedes Jahr gibt es eine Liste mit den beliebtesten Vornamen für Kinder, die sich aus den Anmeldungen bei Standesämtern ergibt. Dabei haben sich bereits seit geraumer Zeit einige Favoriten abgezeichnet, die sich seit Jahren weit vorne in den Top 10 der beliebtesten Namen halten.

2017 gab es dabei keine Überraschungen oder große Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren. Sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen setzen sich die Trends bei der Namensgebung fort, lediglich die ein oder andere Platzierung innerhalb der zehn beliebtesten Vornamen hat sich geändert.

Doch zeichnen sich auch auf den vermeintlich hinteren Plätzen einige Trends ab und zeigen, welche Vornamen in diesem Jahr besonders beliebt sind und von vielen Eltern gewählt werden. Für Jungen sind beispielsweise Fiete, Vincent oder auch Adam deutlich in der Beliebtheit gestiegen, auch wenn diese Vornamen es nicht auf die vordersten Plätze schaffen. Auch für die Vornamen von Mädchen gibt es einige deutliche Steigerungen. Liya, Mathilda oder auch Maja werden von Eltern häufiger für ihre Kinder ausgewählt.

Unter den Top 10 der Vornamen finden sich hingegen viele Klassiker, die sich dort bereits seit längerer Zeit halten:

Die Top 10 der beliebtesten Vornamen für Mädchen

  • Emma
  • Hannah
  • Mia
  • Sophia
  • Emilia
  • Lina
  • Anna
  • Marie
  • Mila
  • Lea

Die Top 10 der beliebtesten Vornamen für Jungen

  • Ben
  • Jonas
  • Leon
  • Paul
  • Finn
  • Noah
  • Elias
  • Luis
  • Felix
  • Lukas

Das Jahr 2018 ist zwar noch nicht einmal halb rum, doch gibt es schon für das aktuelle Jahr die ersten Auswertungen über die beliebtesten Vornamen beider Geschlechter. Wer sich nun große Überraschungen und neue Ideen bei der Namensgebung erwartet, wird enttäuscht. Die jeweils ersten Plätze bleiben wie im Vorjahr auch bei Ben und Emma.

Immerhin ein bisschen mehr Abwechslung bei den Vornamen darf man aber doch erwarten. So hat die Beliebtheit für den Vornamen Jonas bisher deutlich nachgelassen, wodurch dieser nur noch auf Platz 10 landet. Auch Noah rutscht etwas ab und landet nur noch auf Platz 9.

Bei den Vornamen für Mädchen ist nicht ganz so viel Bewegung zu sehen. Lediglich Marie büßt ein wenig an Popularität ein und ist nur noch auf dem letzten Platz in den Top 10 zu finden.

Vornamen Bedeutung: Was steckt hinter den Namen?

Vornamen Bedeutung Liste Baby Name Intelligent ListeHinter jedem Vornamen steckt auch eine bestimmte Bedeutung und eine Herkunft, aus der dieser Name entstanden ist. Bei der Namensgebung von Kindern spielt diese Bedeutung eine große Rolle, denn Eltern wollen nicht nur einen Vornamen, der schön klingt, gefällt und einen guten Ruf hat, sondern Ihrem Nachwuchs auch eine tiefere Bedeutung mit dem Vornamen auf den Weg geben.

Doch welche Bedeutungen stecken hinter den beliebtesten Vornamen? Die ein oder andere kennen Sie vielleicht, wir haben aber noch einmal den beliebtesten Vornamen Ihre Bedeutung zugeordnet.

Die Bedeutung weiblicher Vornamen

  • Die alles Umfassende (Emma)
  • Die Begnadete (Hannah)
  • Die Widerspenstige (Mia)
  • Die Weise (Sophia)
  • Die Eifrige (Emilia)
  • Die Büßerin, die Sanfte, Abkürzung anderer Vornamen (Lina)
  • Die Begnadete, die Anmutige (Anna)
  • Die Schöne (Marie)
  • Die Liebe, die Liebenswerte (Mila)
  • Die Löwin, aber auch die Ermüdete (Lea)

Die Bedeutung männlicher Vornamen

  • Der Sohn des Glücks, Abkürzung von Benjamin (Ben)
  • Die Taube, der Friedliebende (Jonas)
  • Der Löwe (Leon)
  • Der Kleine, der Junge (Paul)
  • Der Finne, der Blonde (Finn)
  • Der Ruhebringende, der Trostspendende (Noah)
  • Mein Gott ist Jahwe, Kind der Sonne (Elias)
  • Der berühmte Kämpfer, abgewandelte Form von Ludwig (Luis)
  • Der Glückliche (Felix)
  • Der ins Licht Geborene, der Helle, der aus Lucania Stammende (Lukas)

Die klügsten Vornamen

Mädchen-Vornamen

  • Nicole
  • Esmé
  • Theresia
  • Helen
  • Irina
  • Alisa
  • Anastasia
  • Veronika
  • Eske
  • Leana
  • Leonora
  • Isabel
  • Aline
  • Alessa
  • Ina
  • Amalia
  • Emelie
  • Marlena
  • Kristin
  • Josefine
  • Esther
  • Liv
  • Isabell
  • Maja
  • Mira
  • Victoria
  • Juliane
  • Juna
  • Charlotte
  • Elina

Jungen-Vornamen

  • Mattis
  • Elijah
  • Johannes
  • Lars
  • Jaron
  • Leonard
  • Patrick
  • Maxim
  • Matthias
  • Thilo
  • Lio
  • Liam
  • Lennard
  • Vincent
  • Lian
  • Tristan
  • Mio
  • Neo
  • Levi
  • Constantin
  • Samuel
  • Lias
  • Raphael
  • Julien
  • Leo
  • Julius

Noble Namen – bessere Bewerbungschancen

Vornamen Bedeutung Kluge Namen Baby Intelligent ListeKinder mit adelig klingenden Namen, werden im Bewerbungsprozess eher eingeladen und eingestellt. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Osnabrück. Dabei legten die Wissenschaftler Personalern Lebensläufe vor, die diese beurteilen sollten.

Der Trick war: Die Lebensläufe waren fachlich identisch, alle Bewerber hatten BWL studiert und vier Jahre Berufserfahrung. Einziger Unterschied war ihr Name.

Ergebnis: Bewerber mit Adelstitel wurden durchweg als durchsetzungsfähiger und führungsstärker bewertet – und auch eher eingestellt.

Nomen est omen: In Namen stecken viele Klischees

Über 200.000 verschiedene Vornamen sind in Deutschland registriert. Historisch sind Vornamen übrigens älter als Familiennamen: Erst vor rund 300 Jahren wurden Nachnamen für Bauern und andere Leibeigene eingeführt.

Dabei fällt neben den jährlichen Hitlisten der beliebtesten Vornamen zunehmend auf: Namen sind nicht nur Geschmackssache oder zeigen, wer wir sind – sie sind auch Ausdruck von Herkunft und Zugehörigkeit.

So bevorzugen Akademiker gerne solide alte Vornamen, wie Jonathan, Friedrich, Elias, Franziska, Antonia oder Emilia, während einfachere Bildungsschichten eher zu Modenamen aus Film, Funk und Fernsehen greifen. Das Ganze hat sogar einen passenden Namen bekommen: Chantalismus oder auch Kevinismus.

Das ist dann vielleicht Ausdruck von Modernität, aber für die Kinder nicht immer das Beste.

Dazu ein kurzes Beispiel und Experiment.

Es gibt Namen, mit denen verbinden wir ganz oft bestimmte Klischees. Diese schwanken zwar von Mensch zu Mensch, doch bei einigen Vornamen assoziieren nicht gerade wenige dasselbe Bild:

  • Benjamin zum Beispiel wirkt sofort klein,
  • Gabi ist vermutlich Frisörin,
  • Jessica vermutlich auch.
  • Maria ist bestimmt katholisch,
  • Marie-Luise etwas Etepetete und
  • Pamela ist nackt.
  • Paul wiederum trägt sicher Brille,
  • Wolfgang einen Bart,
  • Wilfried häufig Pollunder und
  • Kevin kommt aus dem Osten.

Bestimmt fallen Ihnen dazu noch mehr Beispiele ein. Und das alles ist natürlich genau das: eine Reihe haltloser Klischees.

Aber genau diese Stereotypen können das Urteil unserer Umwelt enorm beeinflussen, und im schlimmsten Fall wirken sie negativ bei der Auswahl von Bewerbern, bei der Beförderung oder bei der Wahl von Politikern.

Vornamen als Spiegel der Gesellschaft

Dass immer mehr Vornamen aus dem anglo-amerikanischen Kulturkreis kommen, ist übrigens nicht weiter verwunderlich. Der Soziologe Jürgen Gerhards untersuchte die Änderung bei deutschen Vornamen und kam zu dem Ergebnis, dass der American Way of Life sich in den Vornamen niederschlägt.

Grundlage seiner Analyse waren Geburtsregister zwischen 1894 und 1994 in einer westdeutschen Stadt und einer Stadt, die vormals auf DDR-Gebiet lag. Obwohl beide Staaten über vier Jahrzehnte hinweg getrennt waren und sich unterschiedlich entwickelten, konnten sich keine generellen Unterschiede feststellen lassen.

Oder anders ausgedrückt: die Vorliebe für transkulturelle Namen ist in beiden Staaten ab den fünfziger Jahren zu beobachten. Dies hängt zum einen mit der Abkehr von der nationalsozialistischen Zeit unmittelbar nach dem Krieg zusammen.

Zum anderen spielt das Christentum als Religion keine derartig große Rolle mehr, dass der Glauben in christlichen Namen ausgedrückt werden müsste. Die Nutzung von Massenmedien, der Einfluss durch amerikanische Filme, Serien und Musik lassen sich belegen: Proportional zum Anstieg dieser amerikanischer Medien gingen deutsche Vornamen seit den fünfziger Jahren zurück.

Übrigens gilt nicht nur in Ländern wie Amerika ein deutlich liberaleres Namensrecht als in Deutschland. Auch in der ehemaligen Sowjetunion gab es aufgrund eines großzügigen Namensrechts mitunter kuriose Auswüchse:

Dort war es nämlich üblich, Kinder nach den jüngsten Errungenschaften der Sowjetmacht zu benennen: Elektrina, Traktorina (von Traktor!) oder auch Oktrabrina (in Anlehnung an die Oktoberrevolution).

Startvorteil: Die klügsten Vornamen für Ihr Kind

Der Namensvorteil beginnt bereits in der Grundschule. Schon im Jahr 1973 erforschten Herbert Harari und John W. McDavid Namensklischees. Damals sollten rund 160 Lehrkräfte Kurzgeschichten benoten. Was sie nicht wussten: Die Namen der Autoren waren willkürlich gewählt. Dennoch beurteilten sie Kinder mit positiv besetzten Namen besser – bei Jungen sogar noch stärker als bei Mädchen.

Im Jahr 2009 wiederum konnten Forscher der Universität Oldenburg ebenfalls in einer Studie nachweisen, dass Lehrer aus den Vornamen der Kinder Rückschlüsse auf deren Fähigkeiten und Verhalten ableiten. Aus dieser Schublade kämen viele Kinder später nicht mehr heraus:

  • Als leistungsstark gelten aus Lehrersicht Kinder mit Namen wie Charlotte, Marie, Sophie und Hannah bei den Mädchen. Alexander, Maximilian, Simon, Lukas und Jakob bei den Jungs.
  • Als leistungsschwach gelten demnach Chantal, Mandy, Angelina, Justin, Maurice und insbesondere Kevin.
  • Jungennamen mit historischem oder religiösem Bezug wirken wiederum besonders häufig intelligent: Tristan, Raphael, Julius, Elijah, Constantin, Samuel, Levi, Lias (von Elias). Gerne auch Namen mit griechischem oder lateinischem Einschlag. Bei den Mädchennamen ist dies weniger der Fall, was mangels historischer Vorbilder aber nicht verwundert.
  • Von Musik- oder Filmstars abgekupferte Namen sind hingegen meist keine clevere Idee und sehr kurzlebig. Ob Angelina, Britney oder Kevin („Kevin allein zu Haus“) – Eltern sollten aufpassen, hier nicht in eine Zeitgeist-Falle zu tappen, die ihnen später noch Schmerzen bereitet. Aktuelle Beispiele, die möglicherweise in Frage kommen: Taylor (Taylor Swift), Katy (Katy Perry) oder Helene (Helene Fischer).

Ein Blick ins Online-Portal babyclub.de bestätigt, dass die Ergebnisse im Großen und Ganzen weiterhin ihre Gültigkeit haben. Seit 2007 können User hier selbst darüber abstimmen, ob ein Name intelligent oder dümmlich wirkt, hübsch oder hässlich, jung oder alt, sportlich oder ungelenk, introvertiert oder extrovertiert. 15.000 Vornamen stecken schon in der Datenbank, insgesamt 400.000 Stimmabgaben sind registriert.

Zum Vergleich eignet sich auch der Blick auf sogenannte Onogramme. Das sind Assoziationslisten zu bestimmten Namen. So ist demnach etwa ein Jochen zwar sehr männlich, eher groß, alt und zuverlässig, aber auch unsportlich, ernst, und unattraktiv.

Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Wahrnehmung von Vornamen ändert sich im Laufe der Zeit. Als Beispiele führen die Baby-Experten den Vornamen Mia an. 2007 war deren Image noch nicht so überragend, wie das heute der Fall ist. Umgekehrt wirkt ein Paul heute etwas weniger intelligent als noch vor fünf Jahren.

Daher rät der Psychologe und Namenforscher Udo Rudolph von der Universität Chemnitz zu einem zeitlosen Namen. Alexander, Michael, Anna und Claudia seien immer eine gute Wahl, bei Zeitgeistnamen sei hingegen Vorsicht geboten.

Was der Vorname über Sie verrät – oder auch nicht

Aus einem Vornamen lässt sich eine Fülle von Informationen ableiten:

  • Geschlecht
  • ungefähres Alter
  • Sprache
  • Ethnie
  • soziale Herkunft
  • Religion

Berücksichtigen wir das Vorgenannte, dann lassen sich im Extremfall sogar Rückschlüsse auf das politische System machen, in das eine Person hineingeboren wurde (siehe obiges Beispiel: Traktorina). Selbst Spitznamen sind nicht neutral:

Ein Sepp wird höchstwahrscheinlich aus dem süddeutschen Raum kommen, wo es sich um eine völlig übliche Abkürzung von Josef handelt.

Nun lässt sich einwenden, dass es genauso gut geschlechtsneutrale Namen gibt, dass der Name nicht zwangsläufig etwas über die Herkunft oder Religion einer Person aussagen muss. Das stimmt, ändert allerdings nichts daran, dass Vornamen eine gewisse Historie mit sich bringen, die im kulturellen Gedächtnis der Gesellschaft verankert sind.

Dazu kommen persönliche Erfahrungen, Wertungen und Vorurteile, die das Verhalten gegenüber einer Person mit entsprechendem Vornamen prägen. Eine Roswitha wird gänzlich andere Assoziationen hervorrufen als beispielsweise ein Muhammed.

Während dem Namen Muhammed sein Migrationshintergrund deutlich anzusehen ist, lässt sich bei einer Trägerin mit Namen Roswitha ungefähr auf Seniorenalter schließen. Das Problematische daran ist, dass Vornamen natürlich nichts über den Charakter oder die Intelligenz einer Person aussagen, selbst wenn die Mutmaßungen bezüglich des Alters oder der Herkunft zutreffen.

Diskriminierung: Erfolg abhängig vom Vornamen

Solche Informationen können zu bewusster oder unbewusster Diskriminierung führen. Und das wiederum hat konkrete Auswirkungen, erst auf die Noten, später auf den Schulabschluss, die Berufswahl und schließlich auf die Besetzung einer Stelle.

Manche Untersuchungen gehen davon aus, dass Bewerber mit Migrationshintergrund aufgrund ihres Namens und der damit verbundenen Vorbehalte je nach Branche das Anderthalbfache gegenüber Bewerbern mit deutschen Namen schreiben müssen. Die OECD, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kommt sogar zu dem Ergebnis, dass es das Vierfache sei.

Das verträgt sich nicht besonders gut mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, kurz: AGG, das solche Auswüchse von Diskriminierung unterbinden soll.

Besonders bitter: Je exotischer und ausländischer ein Vorname klingt, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Träger mit Kriminalität in Verbindung gebracht wird. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie.

Das trifft übrigens unterschiedslos auf alle Bewerber zu, ganz gleich, ob sie tatsächlich Migrationshintergrund haben oder nicht. Eltern mit Nachnamen Müller tun ihren Kindern also keinen Gefallen, wenn sie mit möglichst exotischen Vornamen kombinieren.

Mehr Gerechtigkeit und Fairness in Auswahlprozessen

Das AGG allein hat offensichtlich zu geringen Einfluss auf die Einstellungspraxis und die Auswahlprozesse in Deutschland. Die Benachteiligung ist bekannt und ungerecht: Kein Mensch sucht sich seinen Vornamen aus.

Was bei manchen Eltern offenbar aus einer merkwürdigen Laune heraus geschehen ist, prägt das Kind ein Leben lang. Vornamen sind ein Teil unserer Identität, weshalb wir sie auch nicht einfach an der Garderobe abgeben können. Leider sind sie auch Teil von unfairen Zuschreibungen.

Um diesem Problem zu begegnen, wurde in den USA die anonyme Bewerbung eingeführt. Sie soll Chancengleichheit für Bewerber ermöglichen, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Alters oder Geschlechts.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat in einigen Landesbehörden dieses Bewerbungsverfahren getestet und schafft nach fünf Jahren das Pilotprojekt wieder ab.

2017 gab Serap Güler, Staatssekretärin im nordrhein-westfälischen Integrationsministerium, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk dazu folgende Begründung: Es habe kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Anstieg von Beschäftigten mit Migrationshintergrund und dem anonymisierten Bewerbungsverfahren beobachtet werden können.

Auch große Wirtschaftsunternehmen wie die Deutsche Post oder Deutsche Telekom seien von dem anonymisierten Bewerbungsverfahren wieder abgerückt, da es zwar keinen Schaden, aber auch keinen nachweislichen Nutzen gebracht habe.

Mächtige Vornamen: So heißen deutsche Top-Manager

Vornamen Bedeutung Auswirkung Intelligent Schlau ListeThomas oder Stefan – so heißen die Manager der deutschen Wirtschaft. Diese beiden Vornamen sind in den Vorständen aller 30 deutschen DAX-Unternehmen am häufigsten vertreten. Das zeigt unsere eigene Auswertung aller 197 Vorstands-Vornamen. Dabei haben wir uns auf die Zusammensetzung der DAX-Vorstände, Stand: Mai 2016, beschränkt. Denn das permanente Stühlerücken in den Unternehmen wird die Liste natürlich bald wieder durcheinanderwürfeln. Es bleibt also eine Momentaufnahme, die jedoch dadurch nicht weniger interessant ist:

  • Namen-Spitzenreiter: Thomas und Stefan/Stephan sind die häufigsten Vornamen in den DAX-Vorständen. Beide Namen kommen jeweils sieben Mal vor. Dahinter folgen Bernd/Bernhard und Michael mit je sechs Vertretern, Frank und Markus/Marcus mit je fünf.
  • Jahrgang: Der größte Teil der DAX-Vorstände wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren geboren. Entsprechend dominieren auch Namen, die damals in Mode waren. Neben Thomas und Michael zum Beispiel auch Andreas. Auf der anderen Seite kommen moderne Namen wie Leon, Lukas oder Ben, die seit einigen Jahren zu den beliebtesten Babynamen zählen, so gut wie gar nicht vor. Das könnte sich aber innerhalb der nächsten 20 bis 40 Jahre ändern. Das Gleiche gilt für Modenamen der Siebziger- und Achtzigerjahre, beispielsweise Tobias, Fabian, Florian, Philipp oder Sebastian. Kein einziges DAX-Vorstandsmitglied heißt so.
  • Geschlecht: 17 Frauen sind in den Vorständen der DAX-Konzerne vertreten. Das bedeutet: Es gibt mehr Vorstandsmitglieder, die Thomas, Stefan oder Michael heißen, als solche, die auf die Namen Christine, Kathrin, Lisa, Melanie, Simone oder Helga hören (die ebenfalls vorkommen).
  • Internationalisierung: Vor allem US-Amerikaner sind stark vertreten, auch einige Inder. Das macht sich auch in der Namensliste bemerkbar, wo unter anderem Bill, Steve, Jay, Robin, Arunjai und Sanjiv mitmischen. EU-Ausländer gibt es dagegen nur vergleichsweise wenige, ebenso Deutsche mit Migrationshintergrund. So tauchen lediglich zwei türkische Vornamen auf – Kemal und Hakan. Der erste ist ein gebürtiger Brite, der zweite stammt aus der Türkei.

Im Jahr 2011 wertete wiederum Linkedin mehr als 100 Millionen Nutzerprofile aus, darunter vornehmlich die Namen von Geschäftsführern. Ergebnis: Die Namen der Chefs waren überwiegend kurz und hatten oft nur eine Silbe. Die Vermutung damals: Männer in Führungspositionen nutzen gerne kurze Spitznamen, um freundlicher und offener zu wirken.

Seltene Vornamen: Einfach kreieren lassen!

Was aber tun, wenn einem so gar kein Name einfallen will? Es soll ein spezieller, seltener Vorname fürs Kind sein, denn die Eltern wissen: Ein Name mit negativen Beiklang könnte die Zukunft des Kindes nachhaltig beeinflussen.

Seltene Vornamen sind einem Vornamenportal zufolge diese – jeweils für Mädchen und Jungen:

  • Seltene Vornamen Mädchen: Brooklyn, Sansa, Alisha, Rhianna – ganz klar ist hier, woher der Wind weht: Namen von Popstars oder literarischen Vorbildern.
  • Seltene Vornamen Jungen: Milton, Mars, Pharell, Stig – auch bei den seltenen Vornamen für Jungen lassen sich sofort die berühmten Namensvetter ausmachen: Musikstars und Literaten lassen grüßen.

Die Gefahr, dass ein Name eine bestimmte Konnotation hat, ist bei Namen, die häufig auftauchen natürlich größer als bei seltenen. Zumal der Wunsch nach Individualität und Abgrenzung immer eine Rolle spielt: Wer will schon wie die sprichwörtlichen Hinz und Kunz heißen?

Mit dem nötigen Kleingeld alles kein Problem. Der Berner Kommunikationsexperte und Inhaber der Kreativagentur Erfolgswelle, Marc Hauser, designt für solvente Kunden exklusive Vornamen. Für knappe 30.000 Franken bekommen Sie bereits maßgefertigte Individualität ganz nach Wunsch zu kaufen.

Ob diese Individualität jedoch vor den Behörden Bestand hat, ist nicht klar: Zwar wird in zwölf gängigen Sprachen gegengecheckt, ob dieser seltene Vorname möglicherweise negative Konnotationen hat, aber eine endgültige Garantie gibt es nicht, da es in Deutschland und der Schweiz verschiedene Vorgaben, in Österreich sogar besonders strenge Regeln gibt.

Seltene Vornamen-Vornamen Mädchen-Vornamen JungenDie Vergabe von Vornamen ist in Deutschland nicht gesetzlich, sondern nur durch eine Verwaltungsvorschrift geregelt. Neben dem findet das Namensrecht im § 12 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in gewissem Umfang Eingang. Für Deutschland gilt es folgende Regeln zu beachten:

  • Innerhalb von vier Wochen nach der Geburt des Kindes muss der Name beim Standesamt festgelegt werden.
  • Der Name des Kindes sollte eindeutig weiblich oder männlich sein. Wird ein neutraler Name vergeben, muss ein zweiter Vorname das Geschlecht deutlich machen.
  • Markennamen – sofern sie nicht zuvor auf Vornamen zurückgehen (wie bei Mercedes) – dürfen nicht als Vornamen verwendet werden.
  • Ebenfalls nicht erlaubt sind geographische Namen. Ausnahmen: Ausländische geografische Namen, die sich hier eingebürgert haben. Brooklyn ist erlaubt, Sylt nicht – der Einzelfall entscheidet.

Vornamen: Das Bedürfnis nach Besonderem

Zugegeben, in manchen Fällen ist die Geburtsurkunde auch nichts anderes als ein Mittel zur Selbstinszenierung der Eltern. Diesen Erzeugern reicht dann nicht nur einfach ein Vorname – es müssen schon mindestens drei sein und die möglichst extraordinär. Klasse durch Masse, man gönnt sich ja sonst nichts.

Hollywood (siehe Listen unten) macht es schließlich vor:

  • Die vier Geschwister von River Phoenix etwa heißen Liberty, Rainbow, Summer und Leif – offenbar allesamt made in Woodstock.
  • Flugzeug-Fan John Travolta wiederum benannte seinen Sohn direkt nach seiner Leidenschaft: „Jett“ – das zweite T sicher um Verwechslungen auszuschließen.

So ganz neu ist das nicht.

  • Schon Wolfgang Amadeus Mozart hieß eigentlich Wolfgang Theophil Mozart. Nur fand der Wiener Komponist die lateinische Form fescher.
  • Der Schriftsteller Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen („Simplizissimus“) wurde von seinen Eltern mit gleich drei Rufnamen bedacht.
  • Auch der Reformator und Luther-Zeitgenosse Philipp Melanchthon hörte ursprünglich auf den deutschen Namen Philipp Schwartzerdt. Sein Onkel schlug passend zur humanistischen Bildung eine Gräzisierung vor, also die Übertragung ins Griechische.
  • Und der mittelalterliche Mediziner Paracelsus (1493-1541) hörte eigentlich auf den eindrucksvollen Titel Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim.

Das Bedürfnis nach Besonderem führt heute jedoch auch zu grotesken Taufgesuchen. So berichten Standesbeamte von Fällen, bei denen Eltern ihre Gören „Pepsi Cola“, „Karl der Große“ oder „Nicht Vaters Wunsch“ taufen wollten. Derartiger Mumpitz wird zurecht kategorisch abgelehnt.

Wo bei solchen Extravaganzen hierzulande die Grenzen liegen, ist aber nicht eindeutig geregelt:

  • Erlaubte Vornamen sind zum Beispiel: Azalee, Bavaria, Chelsea, Cheyenne, Europa, Momo, Oleander, Pumuckl, Sexana, Sunshine, Taiga oder Winnetou.
  • Nicht erlaubte Vornamen sind dagegen: Che, Gin, Grammophon, Möwe, Judas, Kain, Teufel, Moon, November, Pfefferminze oder Wiesengrund.

Die grobe Regel dahinter: Vornamen dürfen ihre Träger nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Und sie dürfen keine negativen Assoziationen wecken.

Positive dagegen schon. Deshalb stammt beispielsweise heute nahezu jeder dritte Vorname aus der Bibel. Das haben Onomastiker ermittelt.

Den Rekord für Onomastik-Onanie hält dagegen ein 1904 in Bergedorf bei Hamburg geborener Mann (das stand in der 1978 veröffentlichten Ausgabe des Guinness Book of World Records). Er hieß – kein Scherz:

Wolfeschlegelsteinhausenbergerdorffvoralternwarengewissenhaftsschaferswessenschafewarenwohl-
gepflegteundsorgfaltigketbeschutzenvonangreifendurchihrraubgierigfeindewelchevoraltern-
zwolftausendjahresvorandieerscheinendenvanderersteerdemenschderraumschiffgebrauchlicht-
alsseinursprungvonkraftgestartseinlangefahrthinzwischensternartigraumaufdersuchenachdiestern-
welchegehabtbewohnbarplanetenkreisedrehensichundwohinderneuerassevonverstandigmenschlichleit-
konntefortpflanzenundsicherfreuenanlebenslanglichfreudeundruhemitnichteinfurchtvorangreifen-
voneinanderintelligentgeschöpfsvonhinzwischensternartigraum

Sollten Sie zufällig auch gerade nach einem passenden Namen (für wen auch immer suchen) – hier ein paar Anregungen aus den Sphären der Schönen und Reichen. Zur Nachahmung jedoch nur bedingt empfohlen…

[Bildnachweis: jakkapan by Shutterstock.com]
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26. Januar 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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