Vornamen: Bedeutung, Klischees, Listen

An wen denken Sie bei dem Vornamen Kevin: An den Chef eines globalen Konzerns oder Angestellten aus Ostdeutschland? Und wie ist es mit Justin oder Dennis? Oder bei den Vornamen Chantal und Jaqueline? Tatsächlich assoziieren viele Menschen bereits den sozialen Status und die Intelligenz eines Fremden, wenn sie dessen Vornamen hören: Sag mir, wie du heißt und ich sage dir, wie intelligent du bist – Kinder, die einen wohlklingenden Vornamen tragen, haben im Leben eindeutig Startvorteile. Das sind zwar allesamt Vorurteile, oft haltlos noch dazu, dennoch muss sich, wer einen solchen Vornamen hat, immer erst aus der Schublade herauskämpfen, in die er gesteckt wird…

Vornamen: Bedeutung, Klischees, Listen

Vornamen: Das Bedürfnis nach Besonderem

Vornamen: Das Bedürfnis nach BesonderemÜber 200.000 verschiedene Vornamen sind in Deutschland registriert. Historisch sind Vornamen übrigens älter als Familiennamen: Erst vor rund 300 Jahren wurden Nachnamen für Bauern und andere Leibeigene eingeführt.

Aus Vornamen lässt sich teilweise eine Fülle von Informationen ableiten:

  • Geschlecht
  • Sprache
  • Ethnie
  • ungefähres Alter
  • soziale Herkunft
  • Religion

Dabei dienen die Vornamen nicht nur der Unterscheidung. In manchen Fällen ist die Geburtsurkunde nichts anderes als ein Mittel zur Selbstinszenierung der Eltern. Den Erzeugern reicht in dem Fall nicht nur ein einfacher Vorname – es muss schon etwas Besonderes sein, am besten sogar gleich zwei oder drei Vornamen. Und die möglichst extraordinär. Klasse durch Masse, könnte man sagen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Hollywood macht es schließlich vor:

  • Die vier Geschwister von River Phoenix etwa heißen Liberty, Rainbow, Summer und Leif – offenbar allesamt made in Woodstock.
  • Flugzeug-Fan John Travolta wiederum benannte seinen Sohn direkt nach seiner Leidenschaft: „Jett“ – das zweite T sicher um Verwechslungen auszuschließen.

So ganz neu ist das nicht.

  • Schon Wolfgang Amadeus Mozart hieß eigentlich Wolfgang Theophil Mozart. Nur fand der Wiener Komponist die lateinische Form fescher.
  • Der Schriftsteller Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen („Simplizissimus“) wurde von seinen Eltern mit gleich drei Rufnamen bedacht.
  • Auch der Reformator und Luther-Zeitgenosse Philipp Melanchthon hörte ursprünglich auf den deutschen Namen Philipp Schwartzerdt. Sein Onkel schlug passend zur humanistischen Bildung eine Gräzisierung vor, also die Übertragung ins Griechische.
  • Und der mittelalterliche Mediziner Paracelsus (1493-1541) hörte eigentlich auf den eindrucksvollen Titel Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim.

Das Bedürfnis nach Besonderem führt heute jedoch auch zu grotesken Taufgesuchen und kuriosen Vornamen. So berichten Standesbeamte von Fällen, bei denen Eltern ihre Gören „Pepsi Cola“, „Karl der Große“ oder „Nicht Vaters Wunsch“ taufen wollten. Derartiger Mumpitz wird aber zurecht kategorisch abgelehnt.

Wo genau die Grenzen des guten Geschmacks liegen, ist aber nicht eindeutig geregelt:

  • Erlaubte Vornamen sind zum Beispiel: Azalee, Bavaria, Chelsea, Cheyenne, Europa, Momo, Oleander, Pumuckl, Sexana, Sunshine, Taiga oder Winnetou.
  • Nicht erlaubte Vornamen sind dagegen: Che, Gin, Grammophon, Möwe, Judas, Kain, Teufel, Moon, November, Pfefferminze oder Wiesengrund.

Die grobe Regel dahinter: Vornamen dürfen ihre Träger nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Und sie dürfen keine negativen Assoziationen wecken. Positive dagegen schon. Deshalb stammt beispielsweise heute nahezu jeder dritte Vorname aus der Bibel. Das haben Onomastiker (Namenforscher) ermittelt.

Sollten Sie zufällig gerade nach einem passenden Vornamen (für wen auch immer suchen) – hier ein paar Anregungen aus den Sphären der Schönen und Reichen. Zur Nachahmung jedoch nur bedingt empfohlen…

Die beliebtesten Vornamen in Deutschland mit Bedeutung

Jedes Jahr gibt es eine Liste mit den beliebtesten Vornamen für Kinder, die sich aus den Anmeldungen bei Standesämtern ergibt. Dabei haben sich bereits seit geraumer Zeit einige Favoriten abgezeichnet, die sich seit Jahren weit vorne in den Top 10 der beliebtesten Vornamen halten.

  • Für Jungen sind beispielsweise dieses Jahr Fiete, Vincent oder auch Adam deutlich in der Beliebtheit gestiegen, auch wenn es diese Vornamen nicht auf die vordersten Plätze schaffen.
  • Bei den Vornamen der Mädchen gibt es ebenfalls solche Aufsteiger: Liya, Mathilda oder auch Maja werden von Eltern häufiger für ihre Kinder ausgewählt.

Unter den Top 10 der deutschen Vornamen finden sich hingegen weiterhin viele Klassiker, die sich dort seit geraumer Zeit halten. Und hinter jedem dieser Vornamen steckt natürlich auch eine bestimmte Bedeutung und Herkunft, aus der dieser Name entstanden ist.

Bei der Namensgebung von Kindern spielt diese Bedeutung nicht erst heute eine große Rolle. Eltern wollen ihren Kindern schließlich nicht nur irgendeinen Vornamen geben, der schön klingt, gefällt und einen guten Ruf hat – mit dem besonderen Vornamen wollen sie ihrem Nachwuchs auch eine tiefere Bedeutung mit auf den Weg geben.

Welche Bedeutungen hinter den beliebtesten Vornamen stecken, zeigen Ihnen die folgenden beiden Vornamen Listen – für Mädchen und Jungen…

Mädchen Vornamen: Die Top 10 samt Bedeutung

  1. Emma
    (Bedeutung: „Die alles Umfassende“)
  2. Hannah
    (Bedeutung: „Die Begnadete“)
  3. Mia
    (Bedeutung: „Die Widerspenstige“)
  4. Sophia
    (Bedeutung: „Die Weise“)
  5. Emilia
    (Bedeutung: „Die Eifrige“)
  6. Lina
    (Bedeutung: „Die Büßerin, die Sanfte“)
  7. Anna
    (Bedeutung: „Die Anmutige“)
  8. Marie
    (Bedeutung: „Die Schöne“)
  9. Mila
    (Bedeutung: „Die Liebe, die Liebenswerte“)
  10. Lea
    (Bedeutung: „Die Löwin, aber auch die Ermüdete“)

Jungen Vornamen: Die Top 10 samt Bedeutung

  1. Ben
    (Bedeutung: „Der Sohn des Glücks“, Abkürzung von Benjamin)
  2. Jonas
    (Bedeutung: „Der Friedliebende“)
  3. Leon
    (Bedeutung: „Der Löwe“)
  4. Paul
    (Bedeutung: „Der Kleine, der Junge“)
  5. Finn
    (Bedeutung: „Der Finne, der Blonde“)
  6. Noah
    (Bedeutung: „Der Ruhebringende, der Trostspendende“)
  7. Elias
    (Bedeutung: „Mein Gott ist Jahwe, Kind der Sonne“)
  8. Luis
    (Bedeutung: „Der berühmte Kämpfer“, abgewandelte Form von Ludwig)
  9. Felix
    (Bedeutung: „Der Glückliche“)
  10. Lukas
    (Bedeutung: „Der ins Licht Geborene, der Helle, der aus Lucania Stammende“)

Das Jahr 2018 ist zwar noch nicht rum, doch gibt es schon für das aktuelle Jahr die ersten Auswertungen für die beliebtesten Vornamen beider Geschlechter. Wer hier große Überraschungen und neue Ideen bei der Namensgebung erwartet, wird enttäuscht: Die jeweils ersten Plätze bleiben wie im Vorjahr auch: Ben und Emma.

Ein bisschen mehr Veränderungen gibt es auf den hinteren Rängen der Jungen: So hat die Beliebtheit für den Vornamen Jonas deutlich nachgelassen – nur noch Platz 10. Auch Noah rutscht ab und landet auf Platz 9.

Bei den Vornamen der Mädchen ist nicht ganz so viel Bewegung zu sehen: Lediglich Marie büßt ein wenig an Popularität ein – nur noch Platz 10.

Aber das Jahr hat ja noch ein paar Monate vor sich…

Noble Namen haben bessere Bewerbungschancen

Vornamen Bedeutung Liste Kluge Vornamen Baby Kinder mit adelig klingenden Namen, werden im Bewerbungsprozess eher eingeladen und eingestellt. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Osnabrück. Dabei legten die Wissenschaftler Personalern Lebensläufe vor, die diese anschließend beurteilen sollten.

Der Trick war: Die Lebensläufe waren fachlich identisch, alle Bewerber hatten BWL studiert und vier Jahre Berufserfahrung. Einziger Unterschied war ihr Vorname.

Ergebnis: Bewerber mit Adelstitel wurden durchweg als durchsetzungsfähiger und führungsstärker bewertet – und auch eher zum Vorstellungsgespräch eingeladen beziehungsweise eingestellt.

Nomen est omen: In Namen stecken viele Klischees

Vornamen haben enormen Einfluss. Der sogenannte Namensvorteil beginnt schon in der Grundschule. Als die beiden Wissenschaftler Herbert Harari und John W. McDavid im Jahr 1973 die Klischees hinter Vornamen erforschten, kamen sie zu bemerkenswerten Ergebnissen.

Damals sollten rund 160 Lehrkräfte Kurzgeschichten benoten. Was die aber nicht wussten: Die Vornamen der Autoren waren willkürlich gewählt und nicht die Originalnamen. Dennoch beurteilten sie Kinder mit positiv besetzten Namen besser – bei Jungen sogar noch stärker als bei Mädchen.

Dazu können Sie selbst ein kurzes Experiment machen: Es gibt Namen, mit denen verbinden wir bestimmte Stereotype. Diese schwanken zwar von Mensch zu Mensch, doch bei einigen Vornamen assoziieren viele Menschen dasselbe Bild:

  • Benjamin zum Beispiel wirkt sofort klein
  • Gabi ist vermutlich Frisörin
  • Jessica vermutlich auch
  • Maria ist bestimmt katholisch
  • Marie-Luise etwas Etepetete und
  • Pamela ist nackt
  • Paul wiederum trägt sicher Brille
  • Wolfgang hat einen Bart
  • Wilfried trägt eher Pollunder und
  • Kevin kommt aus dem Osten

Bestimmt fallen Ihnen dazu noch mehr Beispiele ein. Und alles zusammen ist natürlich genau das: eine Reihe haltloser Klischees.

Aber genau diese Vorurteile können unser Umfeld enorm beeinflussen. Im schlimmsten Fall wirken sie negativ bei der Auswahl von Bewerbern, bei der Beförderung oder bei der Wahl von Politikern.

Besonders bitter: Je exotischer und ausländischer ein Vorname klingt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Träger mit Kriminalität in Verbindung gebracht wird. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie.

Im Jahr 2009 konnten zum Beispiel Forscher der Universität Oldenburg in einer Studie nachweisen, dass Lehrer aus den Vornamen der Kinder Rückschlüsse auf deren Fähigkeiten und Verhalten ableiten. Der Haken: Aus dieser Schublade kämen viele Kinder später nicht mehr heraus.

  • Als leistungsstark gelten aus Lehrersicht zum Beispiel Kinder mit Vornamen wie Charlotte, Marie, Sophie und Hannah bei den Mädchen. Alexander, Maximilian, Simon, Lukas und Jakob bei den Jungs.
  • Als leistungsschwach galten Chantal, Mandy, Angelina, Justin, Maurice und insbesondere Kevin.
  • Jungennamen mit historischem oder religiösem Hintergrund wirkten wiederum besonders häufig als Indiz für hohe Intelligenz: Tristan, Raphael, Julius, Elijah, Constantin, Samuel, Levi, Lias (von Elias) bekamen entsprechend bessere Noten. Ebenso Kindernamen mit griechischem oder lateinischem Einschlag. Bei den Mädchennamen ist dies weniger der Fall, was mangels historischer Vorbilder aber nicht verwundert.
  • Von Musik- oder Filmstars abgekupferte Vornamen waren hingegen meist keine clevere Idee der Eltern. Ob Angelina, Britney oder Kevin („Kevin allein zu Haus“) – sie waren schnell aus der Mode. Eltern sollten also aufpassen, hier nicht in die Zeitgeist-Falle zu tappen. Aktuelle Beispiele wären demnach: Taylor (Taylor Swift), Katy (Katy Perry) oder Helene (Helene Fischer).

Vornamen sind eben nicht nur Geschmackssache oder zeigen, wer wir sind – sie sind auch Ausdruck von Herkunft und Zugehörigkeit.

Ein Blick in das Online-Portal babyclub.de bestätigt das. Auf der Seite können User selbst darüber abstimmen, ob ein Vorname intelligent oder dümmlich wirkt, hübsch oder hässlich, jung oder alt, sportlich oder ungelenk, introvertiert oder extrovertiert. 15.000 Vornamen stecken in der Datenbank, insgesamt 400.000 Stimmabgaben sind registriert.

Und ganz offenbar bevorzugen Akademiker gerne solide alte Vornamen, wie Jonathan, Friedrich, Elias, Franziska, Antonia oder Emilia, während einfachere Bildungsschichten eher zu Modenamen aus Film, Funk und Fernsehen greifen. Die Namenwahl verführt uns allerdings dann dazu, Rückschlüsse auf die soziale Herkunft und damit auf die genetische Intelligenz von Menschen zu schließen.

Das Ganze hat sogar einen passenden Namen: Chantalismus oder auch Kevinismus.

Was alles mit einem einzigen Vornamen transportiert wird, zeigen auch die sogenannten Onogramme. Das sind Assoziationslisten zu bestimmten Namen. Danach ist zum Beispiel ein Jochen zwar sehr männlich, eher groß, alt und zuverlässig, aber auch unsportlich, ernst, und unattraktiv.

Lassen Sie sich davon allerdings auch nicht verunsichern: Die Wahrnehmung von Vornamen verändert sich im Laufe der Zeit. Als Beispiele führen die Baby-Experten den Vornamen Mia an. Im Jahr 2007 war deren Image noch nicht so überragend, wie das heute der Fall ist. Umgekehrt wirkt ein Paul heute etwas weniger intelligent als noch vor fünf Jahren.

Der Psychologe und Namenforscher Udo Rudolph von der Universität Chemnitz rät dementsprechend zu zeitlosen Vornamen: Alexander, Michael, Anna und Claudia seien immer eine gute Wahl. Bei den Zeitgeistnamen sei hingegen immer Vorsicht geboten.

Vornamen Liste: Die klügsten Vornamen für Ihr Kind

Als kleine Orientierungshilfe (und unabhängig von den jeweiligen Hitlisten der beliebtesten Vornamen) haben wir Ihnen zwei Listen erstellt mit Vornamen, die sowohl positive Bedeutungen haben, deren Träger(innen) aber auch für besonders klug gehalten werden…

Kluge Mädchen Vornamen (mit Bedeutung)

In alphabetischer Reihenfolge…

  • Aline (Bedeutung: „Edles Wesen“, von Adelheid)
  • Alisa (Bedeutung: „Die Erhabene“, von Alice)
  • Alessa (Bedeutung: „Die Verteidigerin“, von Alexandra)
  • Anastasia (Bedeutung: „Auferstehung“)
  • Antonia (Bedeutung: unbekannt)
  • Amalia (Bedeutung: „Die Tapfere“)
  • Charlotte (Bedeutung: „Die Freie“)
  • Elina (Bedeutung: „Sonnenschein“, von Helena)
  • Emilia (Bedeutung: „Die Eifrige“)
  • Esther (Bedeutung: „Stern“)
  • Franziska (Bedeutung: „Von den Franken abstammend“)
  • Hannah (Bedeutung: „Die Anmutige“)
  • Helen (Bedeutung: „Licht, Glanz“)
  • Ina (Bedeutung: „Königin, Herrscherin“, von Regina)
  • Iphigenie (Bedeutung: „Die Kraftvolle“)
  • Irina (Bedeutung: „Die Friedensbringerin“, von Irene)
  • Isabell (Bedeutung: „Die Gott verehrt, die Gott geweiht ist“)
  • Kristin (Bedeutung: „Die Gesalbte“)
  • Josefine (Bedeutung: „Jahwe füge hinzu“)
  • Juliane (Bedeutung: unbekannt)
  • Leonie (Bedeutung: „Die Löwin“, wie auch Leonora)
  • Liv (Bedeutung: „Wehr, Schutz“)
  • Maja (Bedeutung: „Wunderkraft, Wachstum“)
  • Marie (Bedeutung: „Die Widerspenstige, die Ungezähmte“)
  • Marlena (Bedeutung: „von Magdala/See Genezareth“, von Maria Magdalena)
  • Martha (Bedeutung: „Herrin“)
  • Mira (Bedeutung: „Die Palme“)
  • Miriam (Bedeutung: „Gottesgeschenk“)
  • Nicole (Bedeutung: „Die Siegerin“)
  • Sophie (Bedeutung: „Die Kluge, die Weise“)
  • Theresa (Bedeutung: „Die Jägerin“)
  • Veronika (Bedeutung: „Die Siegbringerin“)
  • Vivien (Bedeutung: „Die Lebendige, die Lebhafte“)

Kluge Jungen Vornamen (mit Bedeutung)

In alphabetischer Reihenfolge…

  • Alexander (Bedeutung: „Der Schütze, der Verteidiger“)
  • Constantin (Bedeutung: „Der Feststehende, der Beständige“)
  • Elias (Bedeutung: „Mein Gott ist Jahwe“, wie Elijah oder Lias)
  • Friedrich (Bedeutung: „Der Herrscher, der Mächtige, der Reiche“)
  • Jakob (Bedeutung: „Gott möge schützen, der Überlister“)
  • Jaron (Bedeutung: „Der Ernste“)
  • Johannes (Bedeutung: „Der Herr ist gütig“)
  • Joel (Bedeutung: „Jehova ist Gott“)
  • Jonathan (Bedeutung: „Geschenk Gottes“)
  • Julien (Bedeutung: unbekannt)
  • Lars (Bedeutung: „Lorbeerkranz“)
  • Lennard (Bedeutung: „Der Löwe“, wie Leo oder Leonard)
  • Levi (Bedeutung: „Der Treue“)
  • Liam (Bedeutung: „Der willenstarke Beschützer“)
  • Lian (Bedeutung: „Anmutiger Weidenbaum“)
  • Lothar (Bedeutung: „Der Berühmte“)
  • Lukas (Bedeutung: „Der ins Licht Geborene, der Helle, der aus Lucania Stammende“)
  • Magnus (Bedeutung: „Groß im Ansehen“)
  • Matthias (Bedeutung: „Gabe des Herrn“, wie Mattes)
  • Maximilian (Bedeutung: „Der Große“)
  • Michael (Bedeutung: „Wer ist wie Gott?“)
  • Miro (Bedeutung: „Ruhm und Ehre“)
  • Neo (Bedeutung: „Der Wiedergeborene“)
  • Patrick (Bedeutung: „Der Angesehene“)
  • Raphael (Bedeutung: „Gott heilt“)
  • Samuel (Bedeutung: „Ich bin von Gott erhört“)
  • Simon (Bedeutung: „Der von Gott erhörte“)
  • Timo (Bedeutung: „Der Geschätzte, der Geehrte“)
  • Tristan (Bedeutung: „Herr über…“)
  • Vincent (Bedeutung: „Der Siegreiche“)

Vornamen sind auch Spiegel der Gesellschaft

Vornamen sind auch Spiegel der GesellschaftDass immer mehr Vornamen aus dem anglo-amerikanischen Kulturkreis kommen, ist gar nicht weiter verwunderlich. Der Soziologe Jürgen Gerhards untersuchte solche Veränderungen bei deutschen Vornamen und kam zu dem Ergebnis, dass der American Way of Life sich auch in den Vornamen niederschlägt.

Grundlage seiner Analyse waren Geburtsregister zwischen 1894 und 1994 in einer westdeutschen Stadt und einer Stadt, die vormals auf DDR-Gebiet lag. Obwohl beide Staaten über vier Jahrzehnte hinweg getrennt waren und sich unterschiedlich entwickelten, konnten sich keine generellen Unterschiede feststellen lassen.

Oder anders ausgedrückt: die Vorliebe für transkulturelle Namen ist in beiden Staaten ab den fünfziger Jahren zu beobachten. Dies hängt zum einen mit der Abkehr von der nationalsozialistischen Zeit unmittelbar nach dem Krieg zusammen. Zum anderen spielt das Christentum als Religion keine derartig große Rolle mehr, dass der Glauben in christlichen Namen ausgedrückt werden müsste.

Die Nutzung von Massenmedien, der Einfluss durch amerikanische Filme, Serien und Musik lassen sich hieran ebenfalls belegen: Proportional zum Anstieg der amerikanischer Medien gingen deutsche Vornamen seit den fünfziger Jahren zurück.

Mächtige Vornamen: So heißen deutsche Top-Manager

Thomas oder Stefan – so heißen die Manager der deutschen Wirtschaft. Diese beiden Vornamen sind in den Vorständen aller 30 deutschen DAX-Unternehmen am häufigsten vertreten. Das zeigt eine eigene Auswertung aller 197 Vorstands-Vornamen. Dabei haben wir uns auf die Zusammensetzung der DAX-Vorstände (Stand: Mai 2017) beschränkt. Natürlich bleibt das Ergebnis eine Momentaufnahme. Das macht es aber nicht weniger interessant:

  • Namen-Spitzenreiter: Thomas und Stefan/Stephan sind die häufigsten Vornamen in den DAX-Vorständen. Beide Namen kommen jeweils sieben Mal vor. Dahinter folgen Bernd/Bernhard und Michael mit je sechs Vertretern, Frank und Markus/Marcus mit je fünf.
  • Jahrgang: Der größte Teil der DAX-Vorstände wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren geboren. Entsprechend dominieren auch Namen, die damals in Mode waren. Neben Thomas und Michael zum Beispiel auch Andreas. Auf der anderen Seite kommen moderne Namen wie Leon, Lukas oder Ben, die seit einigen Jahren zu den beliebtesten Babynamen zählen, so gut wie gar nicht vor. Das könnte sich aber innerhalb der nächsten 20 bis 40 Jahre ändern. Das Gleiche gilt für Modenamen der Siebziger- und Achtzigerjahre, beispielsweise Tobias, Fabian, Florian, Philipp oder Sebastian. Kein einziges DAX-Vorstandsmitglied heißt so.
  • Geschlecht: 17 Frauen sind in den Vorständen der DAX-Konzerne vertreten. Das bedeutet: Es gibt mehr Vorstandsmitglieder, die Thomas, Stefan oder Michael heißen, als solche, die auf die Namen Christine, Kathrin, Lisa, Melanie, Simone oder Helga hören (die ebenfalls vorkommen).
  • Internationalisierung: Vor allem US-Amerikaner sind stark vertreten, auch einige Inder. Das macht sich auch in der Namensliste bemerkbar, wo unter anderem Bill, Steve, Jay, Robin, Arunjai und Sanjiv mitmischen. EU-Ausländer gibt es dagegen nur vergleichsweise wenige, ebenso Deutsche mit Migrationshintergrund. So tauchen lediglich zwei türkische Vornamen auf – Kemal und Hakan. Der erste ist ein gebürtiger Brite, der zweite stammt aus der Türkei.

Im Jahr 2011 wertete das Business-Netzwerk Linkedin schon einmal mehr als 100 Millionen Nutzerprofile aus, darunter vornehmlich die Namen von Geschäftsführern. Ergebnis: Die Namen der Chefs waren überwiegend kurz und hatten oft nur eine Silbe. Die Vermutung damals: Männer in Führungspositionen nutzen gerne kurze Spitznamen, um freundlicher und offener zu wirken.

Vornamen Generator: Seltene Vornamen einfach kreieren lassen

Und was lässt sich tun, wenn einem so gar kein kreativer Name einfallen will?

Es sollte bitteschön schon ein spezieller, seltener Vorname fürs Kind sein, natürlich positiv besetzt. Wohlklingend sowieso. Wer will schon wie Hinz und Kunz heißen?

Nun, da haben Sie gleich mehrere Optionen zur Auswahl: Vornamenportale machen zum Beispiel regelmäßig Vorschläge für Vornamen, die kaum jemand wählt (oder kennt). Für Mädchen und Jungen gehören dazu zum Beispiel:

  • Seltene Vornamen Mädchen: Brooklyn, Sansa, Alisha, Rhianna
  • Seltene Vornamen Jungen: Milton, Mars, Pharell, Stig

Musikstars und Literaten lassen grüßen.

Die zweite Option ist, Sie klicken auf einen der zahlreichen Vornamen Generatoren im Internet. Einfach Nachname eingeben, Geschlecht auswählen sowie die gewünschte (Silben-)Länge des Vornamens. Schon spuckt der Generator ein paar Namen aus.

Exemplarisch seien hier genannt:

Die dritte Möglichkeit, insbesondere wenn Geld keine Rolle spielt: Sie lassen sich einen exklusiven Vornamen maßschneidern. Der Berner Kommunikationsexperte und Inhaber der Kreativagentur Erfolgswelle, Marc Hauser, designt zum Beispiel für solvente Kunden exklusive Vornamen. Für schlappe 30.000 Franken bekommen Sie einen Vornamen maßgefertigt.

Einziger Haken: Ob diese Individualität vor den Behörden Bestand hat, ist unklar: Zwar wird in zwölf gängigen Sprachen gegengecheckt, ob dieser seltene Vorname möglicherweise negative Konnotationen hat, aber eine endgültige Garantie gibt es nicht, da es in Deutschland und der Schweiz verschiedene Vorgaben, in Österreich sogar besonders strenge Regeln für Vornamen gibt.

Namensgebung: Was sagt das Gesetz dazu?

Namensgebung: Was sagt das Gesetz dazu?Die Vergabe von Vornamen ist in Deutschland nicht gesetzlich, sondern nur durch eine Verwaltungsvorschrift geregelt. Neben dem findet das Namensrecht im § 12 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in gewissem Umfang Eingang.

Für Deutschland sind demnach folgende Regeln zu beachten:

  • Innerhalb von vier Wochen nach der Geburt des Kindes muss der Vorname beim Standesamt festgelegt werden.
  • Der Name des Kindes sollte eindeutig weiblich oder männlich sein. Wird ein neutraler Name vergeben, muss ein zweiter Vorname das Geschlecht deutlich machen.
  • Markennamen – sofern sie nicht zuvor auf Vornamen zurückgehen (wie bei Mercedes) – dürfen nicht als Vornamen verwendet werden.
  • Ebenfalls nicht erlaubt sind geographische Namen. Ausnahmen: ausländische geografische Namen, die sich hier eingebürgert haben. Brooklyn ist danach erlaubt, Sylt aber nicht. Der Einzelfall entscheidet.

Was andere Leser noch gelesen haben

[Bildnachweis: Andrii Zastrozhnov by Shutterstock.com]
26. Januar 2017 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px


Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!