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Schubladendenken: Wie wir uns vor Klischees schützen

Haben Sie Vorurteile? „Was für eine unerhörte Frage!“, werden einige jetzt denken. „Natürlich nicht! Man ist immer unvoreingenommen…“ Bei einigen mag das tatsächlich stimmen, der Großteil hingegen belügt sich regelmäßig selbst. Fast jeder bedient sich hin und wieder beim Schubladendenken. Selbst wenn dies oft unbewusst passiert. Das Problem aber bleibt: Klischees werden der Realität nur in Ausnahmefällen gerecht, weshalb es besser ist, sie zu ignorieren…

Schubladendenken: Wie wir uns vor Klischees schützen

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Wieso denken Menschen so oft in Schubladen?

Ein Chef, ein Kollege, ein Freund, eine Mutter, der Ehepartner, der Kunde… Für jede Person, der wir im Alltag begegnen, haben wir die passende Schublade im Kopf. Darin findet sich allerlei nützliches Zeug, angefangen mit einer vorgefertigten Meinung, wie jemand diese Rolle zu erfüllen hat.

Beispiel: Der Chef sollte freundlich, motiviert und engagiert, aber nicht zu streng sein; Freunde sollen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen und für uns da sein, wenn es schwierig wird und vom Ehepartner erwarten wir natürlich liebevoll umsorgt zu werden, wenn wir nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommen… Auch für andere Personengruppen, selbst wenn wir diese noch nie persönlich getroffen haben, findet sich im Kopf eine Schublade mit Vorstellungen und Erwartungen, die sich auf unsere Wahrnehmung und unser Verhalten auswirken.

Schubladendenken macht eine komplexe Welt einfach

Aber wieso machen wir uns nicht selbst ein Bild, sondern greifen auf unbestätigte und schablonenhafte Denkmuster zurück? Die Antwort ist relativ simpel: Weil es einfacher ist!

Jeder Mensch hat das Bedürfnis, seine Umwelt zu verstehen und – falls möglich – zu kontrollieren. Gelingt uns das nicht, unser Umfeld einzuordnen, beginnen wir uns unwohl zu fühlen. Denkschubladen sind daher nichts anderes als eine Vereinfachung der Realität, die es uns erleichtern soll, Mitmenschen einzuordnen. Wie es bei Vereinfachungen aber naturgemäß passiert: Punkte, die durchaus wichtig wären, werden einfach ignoriert. Schon deshalb sollte man darauf verzichten, seine Umwelt in das enge Korsett der eigenen Vorstellungen und in eine Schublade zwängen zu wollen.

Schubladendenken Beispiel und Parabel

Schubladendenken Beispiel Buchdeckel Schwarz Rot

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Positive Effekte, wenn Sie Klischees ignorieren

Den Kreislauf des Schubladendenkens zu durchbrechen, ist schwer. Über einen langen Zeitraum ist es für viele zur Gewohnheit geworden, die sich nur schwer wieder ablegen lässt. Außerdem ist es wunderbar bequem, keine eigenen Gedanken machen zu müssen, sondern sich einfach auf das zu verlassen, was man zu wissen glaubt. Leider tun wir damit vielen Unrecht und schaden uns sogar selbst. Tatsächlich hat es viele Vorteile, das Schubladendenken in die Schublade zu stecken und eingestaubte Klischees zu vergessen:

1. Sie werden zum Vorbild für andere

Es ist eine Sache, anderen zu raten, Abstand von Vorurteilen zu nehmen und nicht ständig in Klischees zu denken. Schaffen Sie es aber selbst, das Schubladendenken einzustellen, werden Sie zu einem wirklichen Vorbild und können andere besser überzeugen, es Ihnen nachzumachen. Oft wird etwas gepredigt, ohne es selbst zu tun. Dabei geht jede Glaubwürdigkeit verloren. Wer jedoch mit gutem Beispiel vorangeht, zeigt nicht nur, dass es möglich ist, sondern kann auch bei der Umsetzung helfen und einen positiven Trend auslösen.

2. Sie werden neue Freunde finden

Neue Kontakte von Anfang an in seine Denkmuster zu pressen, kann sich negativ auf die Entwicklung der Beziehung auswirken. Vielleicht geben wir manchen Menschen gar nicht erst die Chance, die sie verdient hätten. Halten Sie hingegen Abstand von Klischees – und nicht von neuen Kontakten – eröffnen Sie sich selbst die Möglichkeit, neue Freunde zu finden, die vielleicht genauso denken, wie Sie. Jeder umgibt sich gern mit anderen Menschen, die ähnlich ticken und Ansichten teilen (Fachjargon: „Filterblase“).

3. Sie werden sich authentischer verhalten

Schubladendenken funktioniert in beide Richtungen: Man selbst hat das Gefühl, in eine Schublade passen zu müssen, um den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Wir verbiegen uns und versuchen, es allen recht zu machen. Dabei bleibt in der Regel zuerst die eigene Persönlichkeit auf der Strecke. Befreit man sich vom Schubladendenken, wird auch das eigene Handeln unbekümmerter. Sie richten sich weniger nach den Erwartungen, die andere an Sie haben und können authentisch sein.

4. Sie werden offener an Probleme herangehen

Die Grenzen des eigenen Denkens setzen wir uns oft selbst – und Denkschubladen sind ein besonders effizienter Weg, um den eigenen Horizont zu verkleinern. Fallen diese jedoch weg, können Probleme offener und kreativer angegangen werden. So kommen vielleicht Lösungen oder Denkansätze ans Licht, auf die Sie bisher nie gekommen sind, da es nicht in die vorgefertigte Schablone in Ihrem Kopf passte.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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