Berufsorientierung: Berufsprofile, Informationsseiten, Tage der offenen Tür, Beratungsangebote, Apps - all diese Informationsquellen stehen angehenden Studenten und Azubis für die Berufsorientierung zur Verfügung. Ein klarer Vorteil gegenüber früheren Generationen - zumindest theoretisch. Praktisch macht die Informationsflut die Entscheidung für oder gegen einen Beruf allerdings nicht immer einfacher. Vor dem Berufseinstieg herrscht meist große Verunsicherung. Wir haben uns das Thema Berufsorientierung einmal genauer angesehen und stellen einige Tests vor, die dabei helfen können, den individuell richtigen beruflichen Weg zu finden...

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Berufsorientierung Definition: Mehr als nur Stärken analysieren

Berufsorientierung Definition NRW Tests SchuleBerufsorientierung ist ein wichtiges Thema, das immer wieder diskutiert und erörtert werden sollte. Allerdings bleibt es bereits bei der Definition oftmals viel zu oberflächlich, wodurch ein falsches Verständnis entsteht: Für die Berufsorientierung solltest du dir deine Stärken ansehen und entscheiden, worin du gut bist. Ein oft gehörter und sicherlich gut gemeinter Ratschlag. Ist auch eigentlich richtig, allerdings zu kurz gedacht.

Natürlich spielen die eigenen Talente und Fähigkeiten bei der Berufsorientierung eine Rolle, doch sollten diese nicht die einzigen Kriterien sein. Toll, wenn man gut in seinem Job ist. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Beruf auch ausfüllt und über Jahre oder Jahrzehnte Spaß macht. Neben den Stärken sollten daher unbedingt auch Interessen, Ziele und Leidenschaften in die Berufsorientierung einfließen.

Zusätzlich gehört zur Berufsorientierung noch eine weitere große Frage: Was wird auf dem Arbeitsmarkt erwartet? Denn alles bisher ist zwar eine wichtige Analyse, allerdings wird erst ein wirkliches Bild und eine Vorstellung der beruflichen Laufbahn daraus, wenn Sie wissen, welche Möglichkeiten daraus entstehen können.

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Berufsorientierung in der Schule: Früh übt sich...

Berufsorientierung Schule Agentur für ArbeitDie Schule sollte im besten Fall den Grundstein für die Zukunft legen. Ein entscheidender Teil davon sollte auch die Berufsorientierung sein, denn wer nicht an die Universität geht um zu studieren, steht gleich nach dem Schulabschluss vor dem Berufseinstieg. Spätestens dann sollten Schüler wissen, in welche Richtung es gehen soll, doch leider sieht die Praxis meist anders aus.

Leider kommt die Berufsorientierung an vielen Schulen immer noch zu kurz. Zwar gibt es meist ein Pflichtpraktikum und einige Informationen zu Berufen, doch wirklich vorbereitet sind nur die wenigstens Schüler, wenn es darum geht, eine Karriere zu wählen.

Oft fehlt es an entsprechenden Angeboten und Informationen, die es ermöglichen würden, verschiedene Alternativen gegeneinander abzuwägen und auch ein zweiwöchiges Praktikum ist nicht genug, um wirklich herauszufinden, ob die Tätigkeit in einem Beruf langfristig zur eigenen Persönlichkeit passt.

Berufsorientierung: Was will ich werden?

Jede Generation steht irgendwann vor den gleichen Fragen: Was will ich werden? Was möchte ich mit meinem Leben machen? Womit mein Geld verdienen? Dabei hat es allerdings keine Generation leichter als die vorangegangene. Kaum ein Jugendlicher weiß genau, welchen Beruf er einmal ergreifen möchte, was ihn fasziniert und in welchem Job er auch in Jahren noch Erfüllung finden wird.

Wie auch? Nicht nur die eigene Persönlichkeit, sondern auch viele Branchen und Berufe befinden sich in einem stetigen Wandel. All das führt zu einer ungemeinen Angst, die falsche Wahl zu treffen und am Ende in einem Beruf zu landen, der so gar nicht zu den eigenen Vorstellungen passt.

Die Berufsorientierung soll helfen, diese Angst und Unsicherheit zu überwinden. Aber kann das klappen? Ja, durchaus - wenn Sie dabei richtig vorgehen.

Berufsorientierungstests als nützliche Grundlage

Die Berufsorientierung ist ein komplexer Prozess und das Wissen, dass die Entscheidung möglicherweise das ganze Leben beeinflussen kann, macht es nicht gerade einfacher. Sie müssen schulische Leistungen, Stärken, Schwächen, Vorlieben für bestimmte Bereiche sowie Ihre Persönlichkeit und langfristigen Ziele im Blick haben - und dann noch herausfinden, welcher der unzähligen möglichen Berufe dazu passt.

Kein Wunder, dass viele mit dieser Aufgabe erst einmal vollkommen überfordert sind. Wie soll man dies als angehender Azubi oder Student auch bewältigen. Erschwerend hinzu kommt, dass viele in diesem Alter einfach noch nicht sicher wissen, was genau sie von einem Job und den nächsten fünf, zehn oder zwanzig Jahren erwarten.

Helfen können dabei verschiedene Tests zur Berufsorientierung, die eine gute Grundlage bieten. Aber: Selbst die besten Tests bieten nur das, was sie versprechen - eine Orientierung. Die Ergebnisse sollten Sie niemals als endgültige Festlegen sehen, sondern immer noch einmal kritisch und mit gesundem Menschenverstand analysieren. Die Entscheidung über Ihre berufliche Richtung können und sollten schlussendlich nur Sie selbst treffen.

Um die Tests optimal zu nutzen, empfehlen wir Ihnen daher...

  • mehrere verschiedene Tests durchzuführen.
  • bei allen Tests ehrlich und gewissenhaft zu antworten.
  • den Fokus des jeweiligen Tests zu berücksichtigen.
  • sich klar zu machen, welche Aspekte der jeweilige Test vernachlässigt.
  • die Ergebnisse mit Ihren Vertrauenspersonen zu besprechen.

Mit dieser Vor- und Nachbereitung können Sie die folgenden Tests sinnvoll bei der Berufsorientierung unterstützen. Die Reihenfolge der Tests haben wir alphabetisch gewählt, sie stellt daher keine Wertung dar.

10 Berufsorientierungstests im Überblick

  1. Berufe Checker - Dieser Test bietet verschiedene Regler, durch die Sie Ihre persönlichen Einschätzung und Stärken einstellen können. Die Ergebnisse weisen auf verschiedene Handwerksberufe hin, zu denen Sie sich auch weitere Informationen anzeigen lassen können.
  2. Berufsorientierungstest ST - Dieser Test aus dem Hause Gepedu richtet sich an Schüler, die das Abitur abgeschlossen oder bald abschließen werden. Neben schulischen Leistungen sollen hier auch Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle spielen.
  3. Berufsorientierungstest HMR - Der zweite Test von Gepedu ist auf Schüler mit dem Abschluss einer Haupt-, Real- oder Mittelschule ausgelegt. Auch hier soll die Persönlichkeit - laut Gepedu - eine Rolle spielen.
  4. Berufskompass - Hier finden angehenden Studenten aber auch angehenden Absolventen und Arbeitnehmer Tests, die ihnen in ungefähr 15 Minuten verschiedene berufliche Optionen aufzeigen können. Das Angebot stammt von der österreichischen Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation.
  5. Berufsprofiling - Das Institut für Berufsprofiling bietet auf seiner Seite Test für Schüler, Studenten und Arbeitnehmer an. Nach eigenen Angaben arbeitet das Institut mit einer Methode, die sowohl Persönlichkeit, kognitive Fähigkeiten, Wissen als auch Interessen abdeckt.
  6. Berufstest Plakos - Dieser Test fokussiert sich ganz auf die Stärken und Schwächen des angehenden Studenten oder Azubis und bietet damit eine - grobe - Persönlichkeitsanalyse.
  7. Geva-Test - Die Tests des Geva-Instituts haben sich in den letzten Jahren zur festen Größe im Bereich der Berufsorientierungstests entwickelt. Die Tests sind sehr umfangreich, für die sinnvolle Bearbeitung sollten Sie daher Zeit einplanen. Die Qualität hat ihren Preis, da Geva-Tests kostenpflichtig sind.
  8. iPersonic Test - Der von einer Psychologin entwickelte Test fokussiert sich auf die Analyse der Persönlichkeit und der individuellen Stärken. Wie viele andere Angebote ist auch er kostenlos.
  9. Planet Berufe - Das Angebot der Arbeitsagentur bietet angehenden Studenten und Azubis eine erste Orientierung. Einen der ausführlicheren Tests unserer Übersicht kann er jedoch nicht ersetzen.
  10. RWE-Test - Der Energiekonzern RWE bietet auf seiner Karriereseite ebenfalls Berufstests an, die durchaus detailliert gestaltet sind. Uneigennützig ist das Angebot natürlich nicht: Hier finden sich nur Test zu Berufen, die RWE auch ausbildet. Sind jedoch verschiedene relevante Berufsoptionen für Sie dabei, können sich die Tests lohnen.

Zusätzlich sollten Sie auch die Angebote des Berufsinformationszentrums (BIZ) für Ihre Berufsorientierung nutzen. Dort finden Sie zahlreiche Informationen über verschiedene Branchen und Berufe sowie die Möglichkeit, sich persönlich beraten zu lassen.

Berufsorientierung: Wichtig, jedoch nicht endgültig

Ein Kommentar ist uns abschließend noch wichtig: Die Wahl des individuell passenden Berufes ist wichtig, stellt jedoch keine endgültige und unabänderliche Entscheidung dar. Job- und Branchenwechsel gehören heute zu fast jeder Erwerbsbiografie.

Als angehender Azubi oder Student müssen Sie sich daher keine Sorgen darüber machen, dass Ihre einmal getroffene Entscheidung Ihre gesamte berufliche Karriere bestimmen wird. Sicher ist der gewählte Beruf richtungsweisend und für viele Optionen mitentscheidend.

Doch wenn Sie nach einigen Jahren im Job feststellen, dass eine andere Richtung Ihnen inzwischen mehr zusagt, ist ein Wechsel in vielen Fällen möglich. Die initiale Berufswahl sollten Sie daher zwar ernst nehmen, jedoch nicht überbewerten. Es werden sich Ihnen noch genug Möglichkeiten für Veränderungen bieten.

[Bildnachweis: Masson by Shutterstock.com]

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