Berufswahl: Tests und Hilfe

Bei der Berufswahl stehen Ihnen unendliche Möglichkeiten offen. Sie können Ihren individuellen Weg durch Job, Unternehmen und Branche gestalten. Trotzdem gilt: Früher oder später müssen Sie eine Berufswahl treffen. Genau hier kommt es zu Schwierigkeiten. Die enorme Auswahl führt zu Unsicherheit. Gleichzeitig werden gerade Schüler nicht ausreichend mit Informationen versorgt, um die Berufswahl vorzubereiten. Wir helfen weiter und zeigen, wo Sie die benötigten Informationen bekommen, welche Tests Sie machen können und geben zahlreiche Tipps, um Ihre Berufswahl voranzubringen…

Berufswahl: Tests und Hilfe

Berufswahl: Es fehlt an Informationen

Die Berufswahl ist eine große und wichtige Entscheidung. Sie gibt zumindest für mehrere Jahre die Richtung vor und hat Auswirkungen auf das gesamte Berufsleben. Entsprechend lange und intensiv wird sich mit der Frage beschäftigt: Was will werden und später machen?

Gerade von Schülern, die kurz vor der Berufswahl stehen, wird erwartet, dass eine gute Vorstellung der beruflichen Zukunft vorhanden ist. Die Berufswahl entscheidet schließlich über Veränderungen, die nach der Schulzeit anstehen. Ausbildung oder Studium? Nur wer weiß, wohin die Reise gehen soll, kann hier eine Wahl treffen.

In der Realität zeigt sich jedoch: Nur jeder Zweite Schüler ist sich sicher, wie die Berufswahl aussieht.

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Der Hauptgrund, der dabei regelmäßig angeführt wird: Es gibt nicht genügend Informationen über Berufe – egal ob nach einem Studiengang oder über eine Ausbildung – und vor allem deren Perspektiven.

Statt einem klaren Berufswunsch stehen ungenaue Vorstellungen der eigenen Zukunft. Junge Menschen wollen sich selbst verwirklichen, natürlich einen gut bezahlten Job, einen sicheren Arbeitsplatz und ein gutes Betriebsklima. Bei der letztlichen Berufswahl helfen solche Wünsche allerdings nicht.

Warum fällt die Berufswahl so schwer?

Berufswahl Test Fragebogen Definition TippsUnentschlossenheit ist bei der Berufswahl das zentrale Thema. Die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt sind Fluch und Segen zugleich. Wenn alle Türen offen stehen, fällt es umso schwerer, sich für eine zu entscheiden. Der Hauptgrund für Schwierigkeiten bei der Berufswahl ist Angst.

Diese lässt sich noch einmal in zwei Bereiche unterteilen, die gemeinsam bis zum Stillstand der Berufswahl führen können:

  • Angst vor einer falschen Entscheidung

    Die Berufswahl ist eine der ersten großen Entscheidungen, die getroffen werden muss. Noch größer wird die Angst, eine falsche Wahl zu treffen, durch äußeren Druck. Immer wieder hört man, wie gut die Entscheidung durchdacht sein sollte oder wie langfristig die Konsequenzen sind.

    Natürlich sollte eine Berufswahl nicht leichtfertig sein, doch sollte der Druck nicht unnötig erhöht werden. Denn es gibt immer auch einen Weg zurück und die Wahl ist nicht endgültig. Umschulungen oder eine neue Ausbildung sind möglich und finden sich in vielen Karrieren.

  • Angst vor einer ungewissen Zukunft

    Mit der Berufswahl entstehen viele neue Fragezeichen. Veränderungen und Zukunftsängste, denen viele sich lieber nicht stellen wollen. Wer sich noch nicht festlegt, muss auch noch keine Konsequenzen tragen. So wird die Berufswahl aus Angst aufgeschoben.

Glücklicherweise lassen sich diese Ängste überwinden. Das benötigt zum einen intensive Selbstreflexion und die Frage: Was will ich? Zum anderen brauchen Sie umfangreiche Informationen, die Sie auf verschiedenen Wegen erhalten können.

Informationen zur Berufswahl: Hier können Sie sich informieren

Bleibt aber die Frage, wo Sie die wichtigsten Informationen für Ihre Berufswahl finden können. In der Schule wird das Thema zwar meist behandelt, doch fühlen viele Schüler sich nicht ausreichend informiert. Heißt: Nehmen Sie die Suche nach Informationen zur Berufswahl selbst in die Hand.

Dabei stehen Ihnen verschiedene Angebote und Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Agentur für Arbeit

    Das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Bundesagentur für Arbeit ist eine gute erste Anlaufstelle. Hier können Sie gezielt zu verschiedenen Berufen recherchieren und sich auch beraten lassen. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn Sie noch gar keine Idee haben und erst einmal eine grundsätzliche Richtung suchen. Im BIZ können Sie Optionen sammeln und die Vorstellung Ihrer Berufswahl konkretisieren.

  • Test im Internet

    Auch Tests im Internet können eine erste Orientierung sein. Diese können helfen, Ihre Interessen, Stärken und Vorlieben mit möglichen Berufen zusammenzubringen. Innerhalb kurzer Zeit können Sie so eine Liste mit Jobs erhalten, die zu Ihren Antworten im Test passen. Über diese können Sie sich im nächsten Schritt genauer informieren, um der endgültigen Berufswahl näher zu kommen.

  • Tag der offenen Tür

    Beliebt bei Schülern sind Informationstage in Unternehmen, besser bekannt als Tag der offenen Tür. Hier gibt es Einblicke und Informationen zu Ausbildungsberufen, Karrieremöglichkeiten und wichtigen Fähigkeiten. Kurz: Das volle Informationsprogramm, das für die Berufswahl und Vorbereitung benötigt wird.

  • Praktikum

    Haben Sie bereits verschiedene Berufe ins Auge gefasst, ist das klassische Praktikum die wahrscheinlich beste Gelegenheit, um weitere Informationen zu sammeln. Sie erfahren aus erster Hand, wie der Alltag im Beruf aussieht, welche Aufgaben damit verbunden sind und was im Berufsleben auf Sie zukommen kann. Gleichzeitig haben Sie die Chance, von den Erfahrungen Berufstätiger zu profitieren und noch offene Fragen zu stellen.

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Berufsprofile im ÜberblickEin stetig wachsendes Kompendium zu verschiedenen Jobprofilen finden Sie auf unserer Jobbörse Karrieresprung.de. Hier eine kleine Auswahl:

Aktuelle Stellenangebote finden Sie dort ebenfalls…

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Tipps für die Berufswahl

Egal ob Schüler oder Student: Die meisten Menschen haben bereits eine vage Vorstellung davon, was sie sich von ihrem Berufsleben erwarten. Aber wie lässt sich ein relativer abstrakter und ungenauer Wunsch in ein Berufsbild verwandeln? Die Antwort: Indem Sie ihn konkretisieren und sich informieren, welcher Beruf Ihren Vorstellungen entspricht. Wir haben einige Tipps aufgelistet, die Ihnen dabei behilflich sein können.

  • Stellenausschreibungen suchen

    Gehen Sie einmal zu den relevanten Online-Stellenbörsen und Stellensuchmaschinen und geben Begriffe ein, die Ihr Thema beschreiben. In welchen Stellenbeschreibungen finden sich diese Begriffe? Wie lautet der passende Jobtitel? Und welche Anforderungen muss der Bewerber erfüllen? Dies ist eine sehr praxisorientierte Vorgehensweise.

    Sie zeigt Ihnen nicht nur, welche Aufgaben Sie in Ihrem späteren Beruf erfüllen müssen, sondern auch, mit welchen Voraussetzungen Sie als Bewerber für eine solche Stelle punkten können. Wenn unter den Anforderungen also steht „abgeschlossenes Studium der Fachrichtung X“, dann haben Sie schon den passenden Studiengang gefunden und wissen jetzt, dass Sie beispielsweise Chemie, Betriebswirtschaft oder auch Politik studieren wollen.

  • Stelleninhaber fragen

    Die beste Information kommt stets aus erster Hand. Deshalb sollten Sie Menschen, die in der entsprechenden Branche beschäftigt sind, nach ihrer Tätigkeit fragen. Viele Schulen, die Arbeitsagentur und andere Institutionen bieten Berufsorientierungstage oder Messen an, bei denen die richtigen Leute für Ihre Fragen zur Verfügung stehen. Andernfalls forschen Sie in Ihrem Umfeld, vielleicht kennt der Kollege eines Onkels so jemanden.

    Auch über soziale Netzwerke wie Xing oder Linkedin lassen sich die richtigen Ansprechpartner identifizieren. Haben Sie keine Scheu, diese Personen um Informationen zu Ihrem Wunschberuf zu bitten. Häufig wird es auch deren Wunschberuf sein, dann haben Sie schon etwas gemeinsam, und das Gespräch wird beiden Seiten viel Spaß machen.

  • Erinnern Sie sich an Ihren ersten Berufswunsch

    Was war Ihr erster wirklicher Berufswunsch? Gemeint ist also nicht Prinzessin, Astronaut oder Fußballspieler. Im ersten beruflichen Wunsch steckt oft eine Menge Wahrheit. Kinder antworten nach ihren Leidenschaften und Interessen. Diese können sich zwar mit der Zeit ändern, doch vielleicht kommen Sie Ihrer Berufswahl einen Schritt näher, wenn Sie sich daran erinnern, was Sie früher einmal werden wollten.

  • Schauen Sie über den Tellerrand

    Obwohl die Berufswahl vollkommen frei ist, bleiben die meisten Alternativen unbeachtet. Schuld daran ist die sogenannte latente Prägung. Diese führt dazu, dass Sie sich nur über Berufe, Studiengänge und Unternehmen informieren, die Sie bereits kennen. Vieles, was darüber hinaus geht, wird erst gar nicht in die Entscheidung mit einbezogen.

    Das lässt sich auch zwischen den Geschlechtern beobachten. Auch heute noch gibt es typische Männer- und Frauenberufe. Schüler zieht es vor allem in technische, kaufmännische oder handwerkliche Bereiche. Schülerinnen wünschen sich medizinische, soziale oder künstlerische Berufe. Brechen Sie diese Voreingenommenheit auf und erweitern Sie den Suchradius für Ihre Berufswahl.

Berufswahl: Machen Sie den Test

Berufswahl Test: Passt Ihre Wahl zu IhnenWer selbst gar nicht weiter weiß, kann sich erste Anhaltspunkte auch bei einem der vielen Online Berufswahltests holen. Die Auswahl ist groß und die Entscheidung, welcher Test für Sie geeignet ist, bleibt Ihnen überlassen. Drei Möglichkeiten sind:

  • Das Borakel. Das Beratungstool der Ruhr-Universität Bochum ermittelt mit Fragebögen und Tests zu Fähigkeiten und Interessen ein Profil und stellt eine individuelle Auskunft über Möglichkeiten der Karrieregestaltung.
  • Berufe Checker. Mit mehreren Reglern können Sie Ihre Selbsteinschätzung vornehmen und erhalten Vorschläge zu verschiedenen Handwerksberufen, die zu Ihnen passen.
  • Berufsorientierungs-Test ST. Nicht nur Fähigkeiten, sondern auch Persönlichkeitsmerkmale werden erfasst, wodurch individuelle Auskünfte über mögliche Berufe gegeben werden sollen.

Passt Ihre Berufswahl zu Ihnen?

Sie haben sich informiert, reflektiert, nachgedacht und stehen davor, eine Berufswahl zu treffen. Bleibt die letzte Frage, die mit großen Zweifeln verbunden ist: Passt dieser Beruf wirklich zu mir? Oder auf die Zukunft bezogen: Ist dies der Job, den ich machen möchte – oder bereue ich meine Berufswahl eines Tages?

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Zunächst einmal: Es gibt keine vollkommene Sicherheit, dass Sie mit Ihrer Berufswahl für die nächsten Jahrzehnte glücklich sind. Sowohl Arbeitgeber, die Branche und auch Sie selbst können sich verändern. Die Berufswahl darf deswegen zwar nicht als unwichtig betrachtet werden, doch sollten Sie sich auf der anderen Seite auch nicht dem Druck der Perfektion aussetzen.

Um herauszufinden, ob eine Berufswahl wirklich zu Ihnen passt, sollten Sie sich selbst einige Fragen stellen und ehrlich beantworten:

  • Entspricht der Beruf Ihren Interessen?
  • Haben Sie eine große Motivation?
  • Können Sie sich vorstellen, die nächsten zehn Jahre nichts anderes zu machen?
  • Verfügen Sie über ausreichend Informationen?
  • Konnten Sie bereits Erfahrung in diesem Bereich sammeln?
  • Wissen Sie, welche Möglichkeiten zur Weiterbildung sich Ihnen bieten?
  • Haben Sie schon einen genauen Arbeitgeber ins Auge gefasst?

Wenn Sie die Mehrheit dieser Fragen mit einem deutlichen Ja beantworten können, haben Sie gute Chancen, mit Ihrer Berufswahl genau ins Schwarze getroffen zu haben.

Die Checkliste zur Arbeitgeberwahl (Gratis-Download)

Neben der Berufs- ist natürlich auch die Arbeitgeberwahl ein wichtiger Faktor. Um diese noch einmal zu erleichtern, haben wir zum Schluss noch eine Checkliste (PDF) erstellt, mit der Sie bestimmen können, auf was Sie bei Ihrem Wunscharbeitgeber Wert legen. Anschließend können Sie in die Tabelle eintragen, in welchem Maß ein potenzieller Arbeitgeber Ihren Erwartungen entspricht… So schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Berufswahl Test Fragebogen Checkliste Pdf

[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]
7. Juni 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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