Praktikum machen: Suchen, finden und 17 wertvolle Tipps

Das Praktikum ist für viele Schüler, Studenten und Absolventen der Einstieg ins Berufsleben. Viele kommen zum ersten Mal in Kontakt mit der beruflichen Praxis in einem bestimmten Job oder einer speziellen Branche. Unterschiede gibt es zwischen Praktikumsarten (für Schüler und Studenten), aber auch Bezahlung, Versicherungspflicht und Urlaubsanspruch. Hier gibt es alles, was Sie zu wissen müssen, außerdem praktische Tipps und Vorlagen für die Bewerbung. Achja, freie Praktikumsplätze können Sie ebenfalls gleich hier finden…

Praktikum machen: Suchen, finden und 17 wertvolle Tipps

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Warum ist es sinnvoll ein Praktikum zu machen?

Wer noch gar keine Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sammeln konnte, hat es oft schwerer. Berufsanfänger schlagen sich mit dem sogenannten Permission Paradox herum: Ohne Job keine Erfahrung, ohne Erfahrung keinen Job. Ein Praktikum (Mehrzahl: Praktika) wertet den Lebenslauf auf und erhöht somit die Jobchancen bei einer Bewerbung. Sinnvoll kann ein Praktikum auch zwischen zwei Jobs oder bei einer länger dauernden Jobsuche sein. So wird die Lücke im Lebenslauf nicht zu groß. Bewerber können dadurch nachweisen, dass sie in der Zeit aktiv waren und sich weiterentwickelt haben.

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Was für Praktika gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Praktika, die sich je nach Dauer, Ablauf und Rahmenbedingungen anders gestalten. Unterscheiden lassen sich folgende Praktikumsarten:

Schülerpraktikum

Das Praktikum für Schüler findet während der Schulzeit – in der Regel zwischen der 8. und 11. Klasse – statt. Diese Praktika sind im Lehrplan festgeschrieben und dauern oft nicht länger als ein bis zwei Wochen. Manchmal ist diese Form des Praktikums als regelmäßige Praxistage gestaltet. In dem Fall hat der Schüler einen festen Praktikumstag in der Woche. Tipps zur Bewerbung für ein Schülerpraktikum finden Sie hier.

Praktikum Studenten

Hier lässt sich zwischen freiwilligen und verpflichtenden Praktika unterscheiden – siehe die nächsten beiden Punkte. Studenten, die beispielsweise in den Semesterferien ein freiwilliges Praktikum absolvieren, werden bei Gehalt und Ansprüchen anders behandelt als Pflichtpraktikanten.

Pflichtpraktikum

Pflichtpraktika finden im Rahmen des Studiums statt. Manche dieser Praktika dienen sogar der Zulassungsvoraussetzung, wie etwa das Vorpraktikum im Maschinenbau. In der Regel gibt die Studienordnung Ablauf und Dauer dieser Pflichtpraktika vor. Oft müssen die Praktikanten zwei Pflichtpraktika bis zum Master-Abschluss absolvieren. In dieser Zeit besteht für sie kein Urlaubsanspruch. Die Vergütung ist sozialversicherungsfrei und wird auf das BAföG angerechnet.

Freiwilliges Praktikum

Jeder kann sich freiwillig für ein Praktikum bewerben und so neben Berufserfahrungen auch Kontakte in ein Unternehmen oder eine Branche gewinnen. Oft werden freiwillige Praktika dazu genutzt, sogenannte Soft Skills zu trainieren beziehungsweise im Lebenslauf nachzuweisen. Also beispielsweise das Arbeiten in Projekten und Teams. Passende Praktikumsstellen finden sich in nahezu in jedem Berufsfeld. Besonders beliebt sind Praktika in der Industrie, aber auch bei der Feuerwehr oder Bundeswehr.

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Praktikum finden: Jobbörsen, Agenturen, Tipps

Bevor Sie eine Praktikumsstelle suchen beziehungsweise ein Praktikum finden, machen Sie sich bitte zuerst Gedanken über Ihren Berufswunsch und die möglichen Berufsbilder, die Sie kennenlernen möchten. Danach sollten Sie folgende Fragen klären:

  • Dauer: Wann haben Sie Zeit für das Praktikum, und wie lange sollte das Praktikum dauern?
  • Finanzierung: Wird das Praktikum bezahlt oder ist es ein Pflichtpraktikum? Sind Ihre laufenden Kosten zwischenzeitlich gedeckt?
  • Recherche: Telefonieren Sie rechtzeitig mit den infrage kommenden Unternehmen oder Organisationen. Schielen Sie dabei nicht nur auf die großen Firmen. Gerade in kleinen Unternehmen ist die Betreuung während des Praktikums oft persönlicher und engmaschiger.
  • Fristen: Bewerben Sie sich rechtzeitig. Oft werden freie Praktikantenplätze mit einem Vorlauf von einem halben bis ganzen Jahr ausgeschrieben. Die beliebten Stellen sind entsprechend schnell besetzt.

Für die Recherche nach vakanten Praktikumsplätzen können Sie klassische Jobbörsen nutzen. Auch in unserer eigenen Online-Jobbörse Karrieresprung werden Sie sicher fündig:

Zur Jobbörse

Auslandspraktikum finden

Ein Auslandspraktikum (während des Studiums) gehört inzwischen zum guten Ton. Geeignete Praktikumsplätze dafür zu finden, ist gar nicht so schwer. Hier ein paar Tipps:

  • Karriereseiten der Unternehmen
    In den Stellenbörsen vieler Unternehmen sind auch Praktika im Ausland ausgeschrieben. Auf diese können Sie sich direkt bewerben.
  • Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
    Falls Sie während des Praktikums Projekte in einem Entwicklungsland unterstützen möchten, sollten Sie die Jobbörse der GIZ aufsuchen. Dort werden bezahlte Praktika für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten angeboten. Weil die Praktika beliebt sind, sind die Anforderung an Praktikanten allerdings hoch.
  • Länderbüros politischer Stiftungen
    Auch in den Auslandsbüros politischer Stiftungen wie beispielsweise der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung können Sie ein Praktikum absolvieren. Hierfür sollten Sie allerdings gute Sprachkenntnisse mitbringen. Diese Praktika werden aber nicht bezahlt.
  • Goethe-Institute im Ausland
    In den 140 Goethe-Instituten im In- und Ausland können Sie ebenfalls ein Praktikum absolvieren. Diese sind, wie bei den politischen Stiftungen, unbezahlt. Sie können zwischen einem Praktikum im Verwaltungsbereich, in der Programmarbeit oder in der Sprach- und Bildungskooperation wählen.
  • Max-Weber-Stiftung
    Das Programm der Max-Weber-Stiftung richtet sich an Studierende geisteswissenschaftlicher Studiengänge, die schon einen akademischen Abschluss erworben haben. Die Stiftung hat Institute in London, Paris, Moskau, Tokyo, Beirut, Istanbul, Rom, Warschau und Washington. Es können Praktika im wissenschaftlichen, im administrativen sowie im Bibliotheksbereich absolviert werden.
  • Vermittlungsagenturen
    Diese Praktikumsbörsen unterstützen Sie bei der Suche nach einem Praktikumplatz und der Planung des Auslandsaufenthaltes. Vermittlungsagenturen bieten ein breites Angebot an Praktika. Studenten aller Fachrichtungen, von angehenden Ingenieuren bis zu Rechtswissenschaftlern, werden hier fündig. Für die Vermittlung zahlen Bewerber allerdings eine Vermittlungsgebühr.
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Praktikum Bezahlung: Mindestlohn & Fördergeld

Die gute Nachricht: Auch Praktikanten haben Anspruch auf den Mindestlohn. Die schlechte: Das gilt nicht für alle. Für Pflichtpraktika, beispielsweise solche, die durch Schule oder Universität vorgeschrieben sind, erhalten die Praktikanten keinen Mindestlohn. Theoretisch muss das Praktikum nicht mal vergütet werden – wenngleich 91 Prozent aller Praktikanten ein Gehalt erhalten. Gleiches gilt für Praktika, die kürzer als drei Monate dauern. Bei kurzen, mit bis zu 450 Euro vergüteten Praktika existiert keine Sozialversicherungspflicht.

Anders bei einem freiwilligen Praktikum nach dem Studium: Der Studentenstatus entfällt, für den Praktikanten fallen Beträge für die Sozialversicherung an. Die durchschnittliche Bezahlung von Praktikanten liegt aktuell bei 1.240,18 Euro im Monat. Die Bezahlung variiert allerdings von Branche zu Branche. Hier eine kompakte Übersicht:

  • Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung & Recht: 1.382,90 Euro
  • Personaldienstleistungen: 1.334,05 Euro
  • Finanzen, Banken & Versicherungen: 1.259,73 Euro
  • Maschinen- & Anlagenbau: 1.156,90 Euro
  • Freizeit, Touristik, Kultur & Sport: 1.150 Euro
  • Bildung & Training: 1.080,75 Euro
  • Vereine & NGOs: 700 Euro

Bafög und weitere Finanzierungshilfen

Wer als Student ein Praktikum absolviert, kann unter Umständen durch das Bafög finanzielle Unterstützung erhalten. Die Höhe des Bafögs hängt davon ab, ob es sich um ein freiwilliges oder ein Pflichtpraktikum handelt. Pflichtpraktika werden in der Regel gefördert. Es ist unerheblich, ob es während der Semesterferien, in Teilzeit oder als Blockpraktikum, vor oder nach dem Studium stattfindet. Das Bafög-Amt rechnet allerdings das Praktikumsgehalt in voller Höhe auf das Bafög an, so dass sich dieses um den entsprechenden Betrag vermindert.

Ein freiwilliges Praktikum vor dem Studium fördert das Bafög-Amt nicht. Sind Sie bereits Bafög-Empfänger und machen ein freiwilligen Praktikum in den Semesterferien, läuft Ihr Bezug normal weiter. Erwägen Sie während des Studiums ein Vollzeitpraktikum zu machen, sollten Sie sich beim Bafög-Amt beurlauben lassen. Urlaubssemester werden nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet. Allerdings entfällt mit Beginn des freiwilligen Praktikums Ihr Recht auf Förderung.

Arbeitslose, bei denen das Praktikum Teil einer Maßnahme (zum Beispiel Umschulung) ist, erhalten ebenfalls staatliche Hilfe. Üblicherweise wird in dieser Zeit einfach das Arbeitslosengeld weitergezahlt. Wer im ALG-II-Bezug ist und im Rahmen einer Eignungsfeststellung ein Praktikum absolviert, kann sich vom Jobcenter unterstützen lassen. Das Jobcenter fördert allerdings oft nur zweiwöchige Praktika. Dauert das Praktikum länger, sollten Sie vorab mit Ihrem Sachbearbeiter klären, ob und wie viel finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt kommt.

Praktikum Bewerbung: Muster & Vorlagen

Ob Sie eine Festanstellung oder einen Praktikumsplatz suchen – an einer Bewerbung kommen Sie nicht vorbei. Allerdings kann diese bei einem Praktikumsplatz oft knapper ausfallen. Nicht selten verlangen Arbeitgeber hierbei nur eine sogenannte Kurzbewerbung: Sie besteht lediglich aus Anschreiben und Lebenslauf. Etwaige Zeugnisse werden dann – auf Wunsch – zum Vorstellungsgespräch mitgebracht beziehungsweise nachgereicht.

Tipps für das Anschreiben

Wer sich für ein Praktikum bewirbt, besitzt in der Regel keine oder nur wenige einschlägige Berufserfahrungen. Folglich können Bewerber im Bewerbungsschreiben nicht mit bisherigen Erfolgen, Kompetenzen oder Erfahrungen argumentieren. Was bleibt, ist allein Ihre Motivation.

Im Anschreiben für ein Praktikum muss daher deutlich werden, WARUM Sie sich (ausgerechnet) für diese Stelle bewerben, was Sie sich davon erhoffen und warum Sie an diesem Unternehmen interessiert sind. Ein Musteranschreiben könnte beispielsweise so formuliert sein:

Praktikumsbewerbung: Beispiel für ein Musteranschreiben


Max Mustermann
Beispielstr. 123
09876 Musterstadt
Fon 01234-567890
Mail mm@meineseite.de

Arbeitgeber GmbH
Personaler-Vorname Nachname
Firmastr. 890
12345 Beispielstadt

TT.MM.JJJJ

Bewerbung als Praktikant für_________________

Sehr geehrte Frau ______________,

seit ich mit dem Bloggen begonnen habe, fasziniert mich der Beruf des Mediengestalters. Ich habe auf Ihrer Website gesehen, dass Sie genau in diesem Bereich einen Praktikanten ab dem MM.JJJJ suchen. Dafür möchte ich mich hiermit bewerben.

Ich verfolge Ihre Online-Aktivitäten schon seit einiger Zeit und bin begeistert davon, was Sie alles realisiert haben – auf Twitter, Facebook, Instagram – und Ihrer Karriereseite. Nur zu gerne würde ich meine bisherigen Erfahrungen als Blogger bei Ihnen einbringen. Mehr aber noch erhoffe ich mir, Einblicke in das Jobprofil und den Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen zu gewinnen. Neben dem hervorragenden Ruf Ihres Unternehmens sprechen mich vor allem die zahlreichen Arbeitsbereiche und verschiedenen Aufgaben an. Sie sind da wirklich einzigartig, finde ich!

Was ich mitbringe? Eine schnelle Auffassungsgabe, Zuverlässigkeit, hohe Sorgfalt und viel Kreativität. Ich bin bestimmt nicht der Praktikant, der nur dasitzt und auf Impulse wartet. Von mir dürfen Sie ordentlich Elan und Verve erwarten. Das habe ich schon in den Praktika während meiner Schulzeit unter Beweis gestellt.

Falls ich Ihr Interesse geweckt habe, freue ich mich, alle noch offenen Fragen zu beantworten – am besten in einem persönlichen Gespräch. Auf eine entsprechende Einladung freue ich mich und verbleibe bis dahin

mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel



Um Ihnen die Bewerbung für ein Praktikum zu erleichtern, haben wir für Sie zudem drei kostenlose Muster und Vorlagen (als Word-Datei zum Bearbeiten) erstellt. Diese können Sie sich gerne herunterladen und privat immer wieder nutzen:

Tipps für den Lebenslauf

In einem tabellarischen Lebenslauf listen Sie auf, welche Schulen Sie bisher besucht haben, welchen Abschluss Sie anstreben oder bereits gemacht haben, welche besonderen Kenntnisse und welche Hobbys Sie haben.

Gibt es eine konkrete Ausschreibung für das Praktikum, sollten Sie genau darauf eingehen und wichtige Schlüsselbegriffe exakt im Lebenslauf wiedergeben. Wird in der Stellenanzeige beispielsweise ausdrücklich erwähnt, dass der Praktikant einen „Führerschein“ besitzen oder „fließend Englisch“ können muss, brauchen Sie sich gar nicht erst ohne zu bewerben. Finden sich dagegen im Stellenangebot weiche Formulierungen, wie „wünschenswert wäre“ oder „idealerweise bringen Sie auch … mit“, handelt es sich um Kann-Anforderungen, die Ihre Chancen verbessern, je mehr Sie davon bieten. Fehlen sie, ist das aber kein K.O.-Kriterium.

Bei der Gliederung ist die „antichronologische“ Form Standard, das Aktuellste erscheint also zuerst. Die Inhalte des Lebenslaufs werden in Abschnitte gegliedert und nach Überschriften geordnet. So entsteht eine übersichtliche Struktur. Die Sortierung erfolgt in abnehmender Wichtigkeit – beginnend mit Pflicht-Bestandteilen. Danach folgen die optionalen Bestandteile:

Pflichtangaben

➠ Persönliche Daten
➠ (Angestrebte Position)
➠ Berufliche Erfahrung (lückenlos)
➠ Ausbildung / Studium (höchster Abschluss)
➠ Besondere Kenntnisse (relevante!)
➠ Ort, Datum / Unterschrift

Freiwillige Angaben

➠ Staatsangehörigkeit
➠ Familienstand
➠ Konfession
➠ Bewerbungsfoto
➠ Praktika
➠ Zertifikate / Auszeichnungen
➠ Auslandserfahrung(en)
➠ Fremdsprachen
➠ Interessen & Hobbys
➠ Referenzen

Was Bewerbern für ein Praktikum fast immer Pluspunkte bringt, sind eigene Projekte oder ehrenamtliche Erfahrungen sowie weitere Praktika. Also unbedingt erwähnen, falls Sie…

  • schon andere, ähnliche Praktika absolviert haben.
  • sich in einer Studenteninitiative engagieren.
  • an Fachveranstaltungen teilnehmen oder diese gar mitorganisieren.
  • im Verein besondere und passende Fähigkeiten erwerben konnten.
  • über zusätzlich oder gar außergewöhnliche Spachkenntnisse verfügen.

Zählen Sie solche Erfahrungen und Fertigkeiten aber bitte nie listenhaft auf. Wählen Sie diese gezielt aus: In die Bewerbung kommt nur, was für die Praktikantenstelle relevant ist.

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Zum Download der Vorlagen


Praktikum machen: 4 Tipps

Zu Beginn des Praktikums steht oft nur grob fest, was der oder die Praktikantin zu tun hat. Die Beschreibung in der Stellenanzeige spiegelt nicht zwingend das tatsächliche Spektrum oder die Realität wider. Auch das obligatorische „Kaffee kochen“ und „Kopieren“ gehören mitunter zu den Tätigkeiten, die man Praktikanten auferlegt. Seien Sie bitte für nichts zu schade. Nutzen Sie die Chance vielmehr dazu, vage Arbeitsinhalte zu präzisieren. Mit den folgenden Tipps holen Sie aus dem Praktikum mehr heraus:

Initiative zeigen

Gehen Sie produktiv mit Leerlauf um: Überlegen Sie, an welcher Stelle gerade jemand gebraucht wird und bieten Sie Ihre Hilfe an. Niemals abwarten und passiv rumsitzen! Fragen Sie lieber nach, wer Hilfe braucht. Den Kollegen und Ihrem Chef wird es positiv auffallen, dass Sie selbst Vorschläge machen und Eigeninitiative zeigen. Und wenn partout nichts zu tun ist, fragen Sie wenigstens, ob Sie in der Zeit Ihren Praktikumsbericht vorbereiten oder Fachzeitschriften lesen dürfen.

Praktikum mitgestalten

Warten Sie nicht darauf, dass einer der Kollegen Sie an die Hand nimmt und in sein Projekt einbezieht. Interessieren Sie sich besonders für einen bestimmten Bereich oder ein Projekt? Dann sprechen Sie den entsprechenden Kollegen an und bieten Sie ihm Ihre Unterstützung an. Auch auf diese Weise können Sie mitbestimmen, wie Ihr Praktikum verläuft.

Fragen stellen

Es gibt kaum dumme Fragen, aber zu späte. Gerade am Anfang des Praktikums gesteht man Ihnen Rückfragen eher zu, als wenn Sie schon einige Erfahrungen gemacht haben – und sich immer noch nach den Basics erkundigen. Das wirft ein schlechtes Licht auf Ihre bisherige Arbeit und Lernfähigkeit. Deshalb: Gerade am Anfang viele Fragen stellen, Notizen machen, lernen, umsetzen…

Interesse zeigen

Erledigen Sie auch offensichtliche Sisyphus-Arbeiten oder einfachste Tätigkeiten wie die Spülmaschine ausleeren mit Interesse und Engagement. Das betont Ihren Teamgeist und statusfreies Denken. Diven und Superstars dagegen kann keiner leiden. Je aktiver Sie sich einbringen, desto weniger wird man Sie für den Krimskrams nutzen.

Praktikum machen: Rechte & Pflichten

Praktikanten haben nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Viele Praktikanten trauen sich allerdings nicht, sich zum Beispiel über anspruchslose Aufgaben oder schlechte Bezahlung zu beschweren. Zum Teil auch, weil sie gar nicht wissen, was ihnen zusteht. Hier ein Überblick aus dem Arbeitsrecht:

Arbeitszeit

In der Regel entsprechen die Arbeitszeiten von Praktikanten denen der angestellten Arbeitnehmer. Wie lange und von wann bis wann ein Praktikant in der Woche arbeitet, wird im Praktikumsvertrag schriftlich festgehalten. Bei freiwilligen Praktika besteht überdies ein Anspruch auf Ausgleich von Überstunden und für Tätigkeiten an Sonn- beziehungsweise Feiertagen. Dieser ergibt sich aus dem Berufsbildungsgesetz und gilt nicht für Pflichtpraktika.

Urlaub

Beim Urlaubsanspruch gelten unterschiedliche Regelungen. Bei Pflichtpraktika unterliegen Studenten keinem arbeitsrechtlichen Schutz und haben auch keinen Anspruch auf Urlaub. Bei einem freiwilligen Praktikum gelten indes die gleichen Rechte wie bei Angestellten. Bedeutet: Sie haben Anspruch auf mindestens 24 Tage im Jahr, also umgerechnet 2 Tage pro Monat.

Kündigung

Wurde im Vorfeld keine Kündigungsfrist vereinbart, können Sie jederzeit gehen und das Praktikum abbrechen. Sollte das Praktikum ganz und gar nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, und Sie haben das Gefühl, nichts zu lernen, dürfen Sie also jederzeit die Notbremse ziehen.

Praktikumszeugnis

Da Praktikanten zugleich „Arbeitnehmer“ sind, steht ihnen nach § 109 der Gewerbeordnung am Ende des Praktikums ein schriftliches Praktikumszeugnis zu. Dieses muss zwingend in gedruckter Form (auf Firmenpapier) und handschriftlich unterschrieben ausgestellt werden. Ein Zeugnis als PDF oder per Mail ist unzulässig.

Unterschieden wird dabei zwischen einem „einfachen“ Praktikumszeugnis (es enthält nur einen Nachweis darüber, wann und wo Sie für welche Zeit beschäftigt waren) und einem „qualifizierten“ Praktikumszeugnis (es enthält neben der Tätigkeitsbeschreibung immer eine Bewertung der Leistungen und des Sozialverhaltens). Sie sollten immer letzteres verlangen, es hat bei der Bewerbung den höheren Stellenwert.

Nach § 109 GewO muss das Zeugnis zwar „wahr“ und „wohlwollend“ formuliert sein. Dennoch hat sich hierbei in den vergangenen Jahren eine Art Zeugnissprache samt Geheimcodes in den Formulierungen etabliert. Diese klingen zwar auf den ersten Blick nett, bedeuten aber meist das genaue Gegenteil. Achten Sie bei Ihrem Zeugnis daher unbedingt auf versteckte Botschaften im Subtext, die Ihnen später schaden könnten.

Formulierungen: Mehr als 200 Codes entschlüsselt

Wir haben eine umfangreiche Übersicht zusammengestellt mit mehr als 200 Arbeitszeugnis-Formulierungen und Geheimcodes in der Zeugnissprache – samt Erklärung, Bedeutung und Notenentsprechung. So können Sie sofort entschlüsseln, ob Ihr Zeugnis „sehr gut“, „befriedigend“ oder gar „mangelhaft“ ist. Das eBook können Sie sich als PDF gleich HIER kostenlos herunterladen, ausdrucken und als Nachschlagewerk verwenden. Achten Sie beim Praktikumszeugnis aber bitte nicht nur darauf, was drinsteckt, sondern auch was NICHT drinsteht. Auch das Weglassen von Standard-Formulierungen kann ein geheimes Signal für eine schlechte Note sein.

Praktikumsbescheinigung

Die Praktikumsbescheinigung ist vergleichbar mit dem „einfachen Praktikumszeugnis“. Egal, ob Sie ein Pflichtpraktikum, ein freiwilliges Praktikum oder ein Schülerpraktikum absolviert haben: einen gesetzlichen Anspruch auf eine Praktikumsbescheinigung haben Sie immer. Die Praktikumsbescheinigung (auch „Praktikumsnachweis“ genannt) umfasst in der Regel nicht mehr als eine DIN-A4-Seite und enthält überwiegend Fakten zum Praktikum (Zeitraum, Aufgaben, Tätigkeiten), seltener Wertungen. Sie dient vor allem als Nachweis darüber, dass Sie das Praktikum wirklich (bis zu dessen Ende) gemacht haben. Die Praktikumsbescheinigung sollte enthalten:

➠ Vor- und Nachname des Praktikanten
➠ (Geburtsdatum des Praktikanten)
➠ Namen des Unternehmens
➠ Anschrift des Unternehmens
➠ Praktikum-Zeitraum
➠ Namen des Betreuers
➠ Aufgaben während des Praktikums
➠ Tätigkeitsbereiche
➠ Einsatzgebiete
➠ Ort, Datum und Unterschrift

Praktikum machen: Diese 5 Fehler vermeiden!

Es gibt allerdings auch ein paar Gefahren und Stolperfallen, die im Praktikum lauern. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, heißt es zurecht. Als Praktikant stehen Sie (im Gegensatz zu Auszubildenden) zwar oft außerhalb der Hierarchie, dennoch sollten Sie zunächst bescheiden auftreten und keine Bugwelle erzeugen, als seien Sie der Christus der Branche. Mit ein wenig Empathie, Diplomatie und Fingerspitzengefühl lassen sich die meisten Klippen umschiffen. Folgende Fettnäpfe und Fehler im Praktikum sollten Sie vermeiden:

Zu spät kommen

Wiederholt zu spät zu kommen oder ohne Absprache früher zu gehen, ist ein absolutes No-Go. Arztbesuche sollten Sie in den ersten Wochen ebenfalls vermeiden, ansonsten bitte rechtzeitig ankündigen und Bereitschaft signalisieren, den Termin zu verschieben. Termine wie Familiengeburtstage klären Sie bitte ebenfalls vorher ab.

Arbeitscomputer privat nutzen

Auch wenn man Ihnen einen Computer mit Internetzugang zuteilt – klären Sie unbedingt vorher, ob Sie damit auch mal privat surfen dürfen. Selbst wenn es erlaubt sein sollte: Seien Sie zurückhaltend mit Besuchen auf Facebook oder Instagram. Wenn das Interesse hierfür größer ist, wirft das ein schlechtes Licht auf Sie.

Am Flurfunk beteiligen

Halten Sie sich mit Klatsch und Tratsch zurück. Schon gar nicht dürfen Sie mitlästern. Bleiben Sie unbedingt neutral. IMMER! Was allein erlaubt ist: Nutzen Sie den Flurfunk, um sich ein besseres Bild vom Unternehmen zu machen. Fragen Sie sich, ob Sie in dieser Atmosphäre langfristig wohlfühlen.

Als Besserwisser auftreten

Sie stecken voller Motivation und in Ihrem Kopf schwirren etliche Ideen, was man im Unternehmen verbessern könnte. Grundsätzlich gut. Aber sagen sollten das Praktikanten nie so. Verpacken Sie Ihre Vorschläge besser in unschuldige Fragen: Wie wäre es, wenn wir…? Pluspunkte sammelt, wer es schafft, den Kollegen das Gefühl zu geben, sie seien selbst auf die Idee gekommen.

Keine Kritik annehmen

Praktikanten lernen noch. Deshalb ist Kritik an Ihrer Arbeit völlig normal. Nehmen Sie diese nie persönlich. Danken Sie vielmehr für das Feedback. Danach sollten Sie versuchen, die Kritik umzusetzen und es beim nächsten Mal besser zu machen. So wachsen nicht nur Sie selbst – Sie signalisieren auch Lernwillen und -fähigkeit.

Berufseinstieg nach dem Praktikum

Insbesondere abschlussnahe Studenten können über ein Praktikum schneller den Berufseinstieg finden. Das setzt voraus, dass Sie während des Praktikums mit guter Leistung, Verlässlichkeit und Engagement geglänzt haben. Um Ihre Chancen zu maximieren, sollten Sie rechtzeitig aktiv werden und den Übergang vom Praktikum in einen möglichen Job vorbereiten. Die folgenden drei Schritte helfen dabei:

  1. Bitten Sie um ein Abschlussgespräch
    Vereinbaren Sie einen Termin gegen Ende des Praktikums, an dem Sie das Praktikum mit Ihren Vorgesetzten Revue passieren lassen und sich Feedback einholen. Ein solches Gespräch bietet Ihnen die Gelegenheit, über eine weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Nutzen Sie das, und schämen Sie sich nicht, danach zu fragen.
  2. Erkundigen Sie sich nach einem Job
    Vielleicht haben Sie Ihr Studium noch gar nicht abgeschlossen, sodass ein nahtloser Übergang in die Festanstellung unmöglich ist. Dann bleiben immer noch eine Tätigkeit als Werkstudent oder ein Studentenjob. Beides hält den Kontakt aufrecht – und eingearbeitet sind Sie auch schon. Fragen Sie nach, ob und wie viele Stunden Sie später pro Woche für das Unternehmen arbeiten könnten – und zu welchem Stundenlohn.
  3. Nutzen Sie den kleinen Dienstweg
    Falls der Jobeinstieg bald ansteht, suchen Sie gezielt die Kollegen in der Personalabteilung auf und fragen Sie diese nach freien Stellen. Solange das Praktikum läuft, haben Sie hier gleich drei Vorteile: einen physischen Zugang zu den Personalern; kurze Wege und Fürsprecher im Unternehmen (zum Beispiel den direkten Vorgesetzten sowie einflussreiche Kollegen). Eine Bewerbung über den „kleinen Dienstweg“ hat zudem größere Aussichten, als wenn Sie es später als externer Kandidat versuchen.

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