NGO-Praktikum finden: Organisationen im Überblick
Ein guter Ausgangspunkt sind die Stellenbörsen der Organisationen selbst. Dort finden Sie aktuelle Praktika und erfahren, welche Voraussetzungen gelten. Die folgende Auswahl führt direkt zu den jeweiligen Karriere- oder Praktikumsseiten:
Organisation |
Schwerpunkte & Praktika |
| Amnesty International | Menschenrechte, Recht, Politik, Kampagnen und Kommunikation; Praktika werden über die eigene Jobseite ausgeschrieben |
| Greenpeace | Umwelt- und Klimaschutz, Kampagnen, politische Arbeit und Kommunikation; Praktika für eingeschriebene Studierende |
| WWF Deutschland | Natur-, Arten- und Klimaschutz sowie unterschiedliche Fachbereiche; Praktika werden bei Bedarf ausgeschrieben |
| Ärzte ohne Grenzen | Humanitäre Hilfe sowie Tätigkeiten in Kommunikation, Fundraising, Personal, Finanzen und weiteren Bereichen |
| Brot für die Welt | Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte, internationale Projekte und gesellschaftspolitische Themen |
| NABU | Natur-, Arten- und Umweltschutz sowie Umweltbildung, Kommunikation und Projektarbeit |
Tipp: Schauen Sie nicht nur nach Stellen mit dem Titel „NGO Praktikum“. Je nach Organisation heißen passende Angebote auch „Pflichtpraktikum“, „studentische Mitarbeit“, „Werkstudent“ oder „Freiwilligendienst“.
Was ist ein NGO-Praktikum?
NGO steht für „Non-Governmental Organization“, auf Deutsch: Nichtregierungsorganisation. Gemeint sind nichtstaatliche Organisationen, die sich beispielsweise für Menschenrechte, soziale Anliegen, humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit oder Umweltschutz einsetzen. Ein Praktikum gibt Ihnen Einblick in die praktische Arbeit dieser Organisationen. Dabei geht es keineswegs nur um unmittelbare Hilfe vor Ort. NGOs brauchen ebenso Menschen für Recht, Finanzen, Personal, Fundraising, Kommunikation, IT, Forschung und Projektmanagement.
Was mache ich bei einem NGO-Praktikum?
Die Aufgaben hängen stark vom Einsatzbereich ab. Sie können zum Beispiel politische oder rechtliche Themen recherchieren, Kampagnen vorbereiten, Social-Media-Kanäle betreuen, Projekte koordinieren, Spenderkommunikation unterstützen oder Daten auswerten. Achten Sie deshalb stärker auf die konkreten Aufgaben als auf den Bekanntheitsgrad der Organisation.
Welches NGO-Praktikum passt zu meinem Studium?
NGOs beschäftigen Mitarbeiter aus zahlreichen Fachrichtungen. Suchen Sie deshalb nicht nur nach Ihrem Studiengang, sondern zusätzlich nach Tätigkeitsfeldern, in denen Sie Ihre Kenntnisse einsetzen können.
Fachrichtung |
Passende NGO-Bereiche |
| Jura | Menschenrechte, Asyl- und Migrationsrecht, Völkerrecht, Advocacy, Recherche und politische Arbeit |
| Soziale Arbeit | Flüchtlingshilfe, Integration, Kinder- und Jugendhilfe, Beratung und soziale Projekte |
| Psychologie | Psychosoziale Projekte, Beratung, Evaluation und humanitäre Arbeit |
| BWL / VWL | Fundraising, Finanzen, Controlling, Personal, Projektmanagement und Verwaltung |
| Marketing / Medien | Social Media, Kampagnen, Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Spenderkommunikation |
| Naturwissenschaften | Klima-, Natur-, Arten- und Ressourcenschutz sowie wissenschaftliche Projektarbeit |
NGO Praktikum für Jura-Studenten
Für Jura-Studenten sind vor allem Menschenrechtsorganisationen, Flüchtlingshilfen und NGOs mit politischer Interessenvertretung interessant. Mögliche Aufgaben reichen von juristischer Recherche über die Auswertung von Gesetzen und Rechtsprechung bis zur Vorbereitung von Stellungnahmen oder Hintergrundpapieren. Interessant sind Themen wie Menschenrechte, Völkerrecht sowie Asyl- und Migrationsrecht. Auch eine spätere Wahlstation im Referendariat kann bei NGOs möglich sein. Amnesty International bietet etwa ausdrücklich Wahlstationen für Rechtsreferendare an.
NGO Praktikum für Soziale Arbeit + Psychologie
Bei Sozialer Arbeit liegen naheliegende Einsatzgebiete in Flüchtlingshilfe, Integration, Kinder- und Jugendhilfe oder Entwicklungszusammenarbeit. Psychologische Kenntnisse können bei psychosozialen Projekten, Beratung oder Evaluation gefragt sein. Lesen Sie die Ausschreibung trotzdem genau: Eine soziale oder humanitäre Organisation bedeutet nicht automatisch direkten Kontakt mit Hilfesuchenden. Viele Praktika finden in Projektkoordination, Öffentlichkeitsarbeit, Recherche oder Verwaltung statt.
NGO Praktikum für BWL, VWL + Marketing
Auch gemeinnützige Organisationen müssen Budgets planen, Personal organisieren, Projekte steuern und Unterstützer gewinnen. Entsprechend gibt es Praktikumsmöglichkeiten für wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Im Marketing kommen Fundraising, Social Media, Kampagnen sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hinzu. Wer bereits praktische Erfahrungen mit Content, Veranstaltungen oder digitalen Kanälen gesammelt hat, sollte diese in der Bewerbung konkret nennen.
NGO Praktikum in Berlin, NRW + anderen Städten
Der Standort kann die Auswahl erheblich beeinflussen. In Berlin finden Sie zahlreiche Verbände und Organisationen mit politischem oder internationalem Schwerpunkt. Nordrhein-Westfalen bietet insbesondere in Bonn und Köln interessante Möglichkeiten:
Standort |
Typische Schwerpunkte |
| Berlin | Menschenrechte, Politik, humanitäre Hilfe, Verbände und internationale Zusammenarbeit |
| NRW | Entwicklungszusammenarbeit, soziale Organisationen, Umweltverbände und Stiftungen |
| Bonn | Entwicklung, Nachhaltigkeit, Umwelt und internationale Zusammenarbeit |
| Hamburg | Umwelt- und Klimaschutz sowie international tätige Organisationen |
| München | Soziale, ökologische und international ausgerichtete Organisationen und Stiftungen |
Suchen Sie zusätzlich nach Themen statt ausschließlich nach „NGO“. Kombinationen wie „Menschenrechte Praktikum Berlin“, „Entwicklungszusammenarbeit Praktikum Bonn“ oder „Umweltschutz Praktikum Hamburg“ liefern häufig weitere passende Arbeitgeber.
NGO Praktikum im Ausland
Internationale Organisationen wirken oft in zahlreichen Ländern. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Praktikanten in deren Projekten vor Ort eingesetzt werden. Der WWF Deutschland weist beispielsweise ausdrücklich darauf hin, selbst keine Auslandspraktika anzubieten. Möchten Sie Berufspraxis und Auslandserfahrung verbinden, prüfen Sie deshalb internationale Stellenbörsen und Programme gezielt. Informationen zu Suche, Finanzierung, Visum und Versicherung finden Sie in unserem Ratgeber zum Auslandspraktikum.
Wird ein NGO-Praktikum bezahlt?
Eine einheitliche Regel gibt es nicht. Ob Sie Geld erhalten, hängt von Praktikumsart, Dauer, Organisation und den rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Selbst große NGOs handhaben die Vergütung unterschiedlich. Amnesty International zahlt für seine aktuellen 3-monatigen Praktika in Deutschland 520 Euro brutto monatlich. Greenpeace vergütet Praktika dagegen nicht, übernimmt aber bei Bedarf die Unterkunft sowie Kosten für Bahnreise und öffentlichen Nahverkehr und zahlt einen Verpflegungszuschuss. Kalkulieren Sie deshalb vor Ihrer Bewerbung, ob Sie sich das Praktikum leisten können. Neben der Vergütung zählen dabei auch mögliche Zuschüsse, Fahrtkosten, Miete und Lebenshaltung.
Wie bewerbe ich mich für ein NGO-Praktikum?
Fachliche Passung ist wichtiger als eine möglichst pathetische Motivation. Ein Satz wie „Ich möchte die Welt verbessern“ sagt wenig darüber aus, warum Sie für die konkrete Stelle geeignet sind. Zeigen Sie stattdessen, welches Thema Sie interessiert, welche Kenntnisse Sie mitbringen und warum gerade die ausgeschriebenen Aufgaben zu Ihrem Profil passen. Ehrenamtliches Engagement kann dabei ein Pluspunkt sein, ist aber kein Ersatz für geforderte Qualifikationen.
-
Organisation kennen
Beschäftigen Sie sich mit Zielen, Projekten und aktuellen Themen der NGO.
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Motivation konkretisieren
Erklären Sie, warum Sie gerade dieses Arbeitsgebiet interessiert.
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Fachwissen zeigen
Verbinden Sie Studium oder Ausbildung mit den Aufgaben der Stelle.
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Erfahrungen belegen
Nennen Sie passende Projekte, Praktika oder ehrenamtliche Tätigkeiten.
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Vorgaben beachten
Reichen Sie nur die geforderten Unterlagen und Nachweise ein.
Eine ausführliche Anleitung zu Anschreiben, Lebenslauf und Aufbau finden Sie in unserem Ratgeber zur Praktikumsbewerbung.
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NGO Praktikum: Vorteile + Nachteile
Ein NGO-Praktikum kann fachlich spannend und persönlich bereichernd sein. Trotzdem sollten Sie die Stelle genauso kritisch prüfen wie jedes andere Praktikum. Ein bekannter Organisationsname garantiert weder anspruchsvolle Aufgaben noch gute Betreuung:
Vorteile |
Mögliche Nachteile |
| Arbeit an gesellschaftlich relevanten Themen | Teilweise geringe oder keine Vergütung |
| Fachwissen praktisch einsetzen | Hohe Konkurrenz bei bekannten NGOs |
| Einblick in den Nonprofit-Sektor | Praktikumsplätze sind teilweise begrenzt |
| Berufliche Kontakte knüpfen | Projektabhängige und befristete Strukturen |
| Internationale Themen kennenlernen | Aufgaben entsprechen nicht immer der Außenwirkung einer NGO |
Checkliste: Welches NGO-Praktikum passt zu mir?
Entscheiden Sie nicht allein nach Bekanntheit oder Image der Organisation. Für Ihre berufliche Entwicklung sind Aufgaben, Lernmöglichkeiten und Betreuung meist wichtiger.
- Thema: Interessiert mich das Arbeitsgebiet dauerhaft?
- Aufgaben: Übernehme ich fachlich relevante Tätigkeiten?
- Qualifikation: Passen meine Kenntnisse zu den Anforderungen?
- Lernziel: Welche neuen Fähigkeiten kann ich erwerben?
- Betreuung: Gibt es eine feste Ansprechperson?
- Rahmen: Passen Dauer und Arbeitszeit zu Studium oder Ausbildung?
- Finanzen: Reichen Vergütung, Zuschüsse und eigenes Budget?
- Perspektive: Unterstützt das Praktikum meine beruflichen Ziele?
Unser Tipp: Aufgaben vor Image
Der bekannteste Name ist nicht automatisch die beste Wahl. Bei einer kleineren NGO bekommen Sie womöglich schneller Verantwortung und arbeiten näher an Projekten. Vergleichen Sie deshalb zuerst Tätigkeiten, Betreuung und Lernchancen – und erst danach Bekanntheit und Image der Organisation.
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