Schüleraustausch Organisationen: Tipps fürs Ausland
Ein Jahr ins Ausland gehen - für viele Schüler ein Höhepunkt der gesamten Schulzeit, von denen sie auch Jahre später noch gerne erzählen und ihr ganzes Leben lang profitieren. Andere sind nicht entschlossen genug und bereuen diesen Entschluss, wenn die Schule erst einmal vorbei ist. Denn es gibt im Lebenslauf nur wenige Zeitfenster, in denen sich ein Auslandsjahr so bequem unterbringen lässt, wie bei einem Schüleraustausch. Als Alternativen bleiben da eigentlich nur die Zeit direkt nach dem Abi, ein Auslandssemester während des Studiums oder die Zeit unmittelbar nach Abschluss des Studiums, das sogenannte Gap Year. Mit dem Einstieg ins Berufsleben gibt es dann allenfalls noch die Chance per Sabbatical oder Versetzung längere Zeit ins Ausland zu gehen, doch die Erfahrungen eines Schüleraustausches kann das kaum ersetzen...

Die Vorteile von Schüleraustauschprogrammen

racorn/shutterstock.comSo ein internationales Austauschjahr hat natürlich seine Entbehrungen: Freunde und Familie sind weit weg und allenfalls per E-Mail oder Skype erreichbar; zugleich müssen sich die Schüler in einer neuen, fremden Kultur zurecht finden, meist noch in eine neue Familie eingliedern. Das ist, keine Frage, mindestens prägend und kann auch gewaltig in die Hose gehen.

Auf der anderen Seite bietet so ein Schüleraustausch wertvolle Erfahrungen:

  • Den Einblick in eine andere Kultur.
  • Verbesserte Sprachkenntnisse.
  • Neue Freunde und Kontakte, die womöglich ein Leben lang bestehen bleiben.
  • Neue Selbstständigkeit und neues Selbstbewusstsein.

Was ist ein Schüleraustausch-Programm?

Dabei verbringen Schüler - in der Regel im Alter zwischen 14 und 18 Jahren - den Zeitraum von drei Monaten bis zu einem Jahr im Ausland, besuchen die dortige Schule und leben in einer Gastfamilie. Das Hauptziel dabei: den Alltag in einem fremden Kulturkreis kennenzulernen. Der Zeitraum von einem Jahr gilt dabei als optimal, weil innerhalb dieses Zyklus auch Geburtstage sowie landestypische Feiertage miterlebt werden können.

Damit aus dem Schüleraustauschjahr kein Himmelfahrtskommando wird, sollte es aber mit ausreichender Vorlaufzeit geplant werden. Im Internet finden Schüler (und deren Eltern) natürlich schon eine ganze Reihe an Infos, Datenbanken für Austauschorganisationen, Schüleraustauschmessen (siehe auch Video) und Tipps rund um das Auslandsjahr - insbesondere für das mit Abstand beliebteste Zielland für einen Schüleraustausch oder besser gesagt ein High-School-Year: die USA.

Checklisten fürs Auslandsjahr

Da es inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern gibt, die den Schüleraustausch organisieren, haben Interessierte die Qual der Wahl. Die schlechte Nachricht: Glasklare Indizien, woran man miese Anbieter erkennt, gibt es nicht. Aber glücklicherweise ein paar Indizien für seriöse Anbieter:

  • Der Veranstalter sollte umfänglich helfen, eine geeignete Gastfamilie zu finden sowie bei allen Ausreiseformalia zur Seite stehen.
  • Ebenso sollte der Kontakt zur ausgesuchten Gastfamilie einige Wochen vor der Abreise hergestellt werden.
  • Die Organisation sollte eine Notfallnummer haben, die rund um die Uhr im jeweiligen Zielland erreichbar ist.
  • Zudem sollte jeweils ein Betreuer vor Ort sein, wenn die Schüler irgendwo im Ausland umsteigen müssen - etwa an Flughäfen oder (Bus-)Bahnhöfen.
  • Es empfiehlt sich, einen deutschen Vertragspartner zu wählen. Dann gilt bei etwaigem juristischem Ärger das deutsche Recht und Sie müssen nicht im Ausland um Ihr Recht kämpfen.
  • Seriöse Anbieter bieten außerdem immer ein persönliches Beratungsgespräch an - nicht nur E-Mail-Korrespondenz oder Telefon.

Wie sich die Schüler vorbereiten können

Ollyy/shutterstock.comAber auch die Schüler selbst können einiges dafür tun, damit das Auslandsjahr ein voller Erfolg wird, an den man sich gerne zurück erinnert. Und das Wichtigste dabei ist: offen zu sein und sich ganz auf Land und Leute einzulassen. Auch wenn die Sprache fremd, die Gepflogenheiten in der Familie seltsam sind und das Essen anfangs ungewohnt schmeckt: Um zügig und möglichst schnell im Ausland anzukommen, sollten Schüler von Anfang an neugierig und aufgeschlossen sein, Fragen stellen - mehr aber noch: Initiative zeigen und einfach mitmachen.

Darüber hinaus hilft:

  • Reden. Den anderen ist der deutsche Schüler genauso fremd. Damit alle schneller auftauen, hilft es ungemein, erst mal von sich und dem eigenen Leben zu erzählen, Fotos zu zeigen, und vor allem Gemeinsamkeiten zu finden (Unterschiede entzweien). Nebenbei lernt man auch noch die Fremdsprache schneller.
  • Mithelfen. Klingt altbacken, ist aber ein Eisbrecher par excellence - und ein Akt der Höflichkeit: Wer Gast in einer neuen Familie ist, sollte sich aktiv einbringen und etwa beim Abwasch Hilfe anbieten, beim Putzen, Autowaschen oder Rasenmähen. Was besonders gut ankommt (vorausgesetzt man kann es): mal einen "deutschen Abend" vorbereiten und etwas kochen oder Spezialitäten einkaufen. Und klar: die üblichen Benimm-Regeln - Bitte-Danke-sagen - gelten auch im Ausland.
  • Durchhalten. Heimweh, Missverständnisse, vielleicht auch mal Knatsch mit den Gastgeschwistern und -eltern - all das kann in dem Jahr auch vorkommen. Und ist normal. Deswegen sollte aber keiner die Flinte ins Korn werfen, sondern zunächst mal versuchen, die Konflikte vor Ort und mit den Gasteltern zu klären. Erst wenn das nichts hilft, sollten die eigenen Eltern informiert und eingeschaltet werden. Denn auch darum geht es beim Schüleraustausch: selbstständiger zu werden.

Und falls Sie sich jetzt noch fragen: Wer soll das am Ende bezahlen? Auch hierzu gibt es Tipps...

Finanzierungstipps: Auslandsbafög oder Parlamentarisches Patenschaftsprogramm

Je nachdem, wie viel die Eltern verdienen, besteht die Chance, für den Schüleraustauch Auslandsbafög zu beantragen. Das sollte jedoch mindestens sechs Monate im Voraus geschehen und vorausgesetzt werden dafür zusätzlich:

  • Die deutsche Staatsbürgerschaft
  • Ein ständiger Wohnsitz in Deutschland
  • Eine Bestätigung der Gastschule über den Antritt des Aufenthalts
  • Die Bestätigung der Schulleitung, dass das Auslandsjahr anerkannt wird und kein Schuljahr wiederholt werden muss
  • Ausreichende Fremdsprachenkenntnisse

Eine Finanzierungsalternative ist das sogenannte Parlamentarisches Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages. Das ermöglicht ausgewählten Teilnehmern ein Vollstipendium für die Zeit des Schüleraustausches in den USA und deckt so ziemlich alle relevanten Kosten ab. Auch hier gibt es allerdings Bedingungen. Die Bewerber müssen...

  • Die Deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.
  • Zwischen 15 und 17 Jahre alt sein.
  • Gute Engelischkenntnisse und Schulleistungen nachweisen.
[Bildnachweis: racorn, Ollyy by Shutterstock]

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