Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben: Tipps + Beispiele

Sprachkenntnisse im Lebenslauf genießen bei Personalern einen hohen Stellenwert. Vor allem in internationalen Teams und Unternehmen. Wie aber werden diese Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung richtig angegeben? Nicht jeder hat Zertifikate von Sprachkursen, um die eigenen Fähigkeiten zu belegen. Grundkenntnisse, fließende, verhandlungssichere Sprachkenntnisse oder Muttersprachler? Wir erklären, wie Sie Ihre Sprachkenntnisse im Lebenslauf richtig angeben und welche Abstufungen dabei gemacht werden…

Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben: Tipps + Beispiele

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Sprachkenntnisse im Lebenslauf: Niveaus & Kategorien

Das Wichtigste ist, dass Sie bei der Einschätzung Ihrer Sprachkenntnisse realistisch bleiben und nichts beschönigen. Wer im Lebenslauf „fließende“ Englischkenntnisse angibt und dann kein Wort sprechen kann, blamiert sich und kassiert meist eine Bewerbungsabsage.

Die Angabe der Fremdsprachenkenntnisse erfolgt im Lebenslauf nach typischen Klassifizierungen und Niveaus:

  • Grundkenntnisse
    „Grundkenntnisse“ oder „Schulkenntnisse“ bedeuten: Sie verfügen über einen Grundwortschatz, kennen die wichtigsten Grammatikregeln und können einer einfachen Konversation folgen oder im Urlaub nach dem Weg fragen. Dazu reicht meist schon ein erster Sprachkurs.
  • Gut
    „Gute“ oder „konversationssichere“ Sprachkenntnisse haben Sie, wenn Sie sich an einer Unterhaltung beteiligen und Texte in einer Fremdsprache verstehen, also beispielsweise eine Zeitung lesen können. Das Niveau bedeutet allerdings auch, dass Sie im Schriftverkehr noch deutliche Lücken haben.
  • Sehr gut
    „Sehr gute“ oder gar „fließende“ Sprachkenntnisse bedeuten ein Sprachniveau, bei dem Sie weitgehend fehlerfrei sprechen, anspruchsvolle Texte verstehen und sich auch über komplexe Themen flüssig unterhalten können.
  • Verhandlungssicher (in Wort und Schrift)
    Das Niveau „verhandlungssicher“ entspricht beinahe dem Niveau eines Muttersprachlers. Sie sprechen überwiegend akzent- und fehlerfrei, verfügen über denselben umfassenden Wortschatz wie ein gebildeter Muttersprachler, beherrschen idiomatische Wendungen und können sich in kontroversen Verhandlungen mühelos (sprachlich) behaupten.

Als „Muttersprachler“ wird nur bezeichnet, wer tatsächlich mit dieser Sprache aufgewachsen ist. Also beispielsweise bilingual im Elternhaus oder durch einen langen Auslandsaufenthalt im Kindesalter.

Sprachkenntnisse nach europäischem Referenzrahmen

Eine genaue Einschätzung Ihrer Fremdsprachenkenntnisse ermöglichen Sie dem Arbeitgeber, wenn Sie diese mittels Zertifikaten nachweisen. Zu den bekanntesten gehören der TOEFL-Test und das Cambridge-Certificate für die englische Sprache sowie der DELF/DALF-Test im Französischen.

Falls das nicht geht, können Sie Ihre Sprachkenntnisse in der Bewerbung mithilfe des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) einordnen und angeben. Dabei werden die Kompetenzniveaus in drei Hauptkategorien (A bis C) mit jeweils zwei Niveaustufen (1 und 2) klassifiziert. So ergeben sich insgesamt sechs Abstufungen der Sprachkenntnisse.

Kompetenzniveau A (Elementarer Sprachgebrauch)

  • A1: Diese Stufe kennzeichnet Anfänger, die sich rudimentär verständigen können. Beispielsweise die Tageszeit nennen und sich vorstellen. Voraussetzung dafür sind Gesprächspartner, die ihr Sprachtempo und Vokabular rücksichtsvoll anpassen.
  • A2: Hier sind schon grundlegende Kenntnisse vorhanden. Der Sprecher kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen. Häufig gebrauchte Sätze und Begriffe werden verstanden.

Kompetenzniveau B (Selbständiger Sprachgebrauch)

  • B1: Der Sprecher ist bereits fortgeschritten. Die Verständigung im Urlaub ist weitgehend problemlos. Eine Verständigung über vertraute Themen wie Arbeit oder Freizeit ist möglich.
  • B2: Auf dieser Niveaustufe können Sprecher die Hauptinhalte komplexer Texte und Themen verstehen. Sie sind in der Lage, sich spontan und fließend zu verständigen. Auch Fachdiskussionen sind möglich.

Kompetenzniveau C (Kompetenter Sprachgebrauch)

  • C1: Mit C1 besitzen Sie fachkundige Sprachkenntnisse und ein umfangreiches Textverständnis, das auch das Verstehen impliziter Bedeutungen beinhaltet. Sie können sich spontan und fließend verständigen sowie ausführlich zu komplexeren Themen äußern.
  • C2: Wer einen Sprachtest mit C2 abschließt, besitzt annähernd muttersprachliche Kenntnisse. Bedeutet: Sie können Texten oder Unterhaltungen mühelos folgen und verstehen. Die eigene Ausdrucksweise ist spontan, nuanciert und flüssig.
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Sprachkenntnisse im Lebenslauf: Wo angeben?

Für die Angabe der Sprachekenntnisse im tabellarischen Lebenslauf haben Sie grundsätzlich zwei Optionen:

  • Besondere Kenntnisse
    Entweder Sie fügen diese zu den (Besonderen) Kenntnissen im Lebenslauf hinzu. Zum Beispiel vor oder nach speziellen EDV-Kenntnissen oder anderen Zusatzqualifikationen.
  • Eigener Abschnitt
    Oder Sie machen aus den Sprachkenntnissen im Lebenslauf einen eigenen Abschnitt, in dem Sie die verschiedenen Fremdsprachen auflisten.

Letztlich hängt Ihre Wahl davon ab, wie relevant die Fremdsprachenkenntnisse für den angestrebten Job sind. Werden diese besonders in der Stellenanzeige erwähnt? Zählen Sie gar zu den Muss-Qualifikationen? Dann ist ein eigener Abschnitt im Lebenslauf sinnvoll.

Muss ich Sprachkenntnisse im Lebenslauf immer nennen?

Nein. Selbst wenn Sie mehrere Fremdsprachen sprechen: Sprachkenntnisse gehören nicht zu den Pflichtangaben im Lebenslauf. Ihre Angabe ist immer freiwillig. Entscheidend ist allein, ob Sie sich damit positiv von anderen Bewerbern abheben können.

Das wiederum gilt nur für Fremdsprachenkenntnisse, die für die ausgeschriebene Position relevant sind. Mit Latein oder Altgriechisch dürften die wenigsten Bewerber punkten. Und selbst für Spanisch, Russisch oder Chinesisch gilt dies nur, wenn Sie später mit Kunden oder Kollegen aus diesem Sprachkreis zu tun haben.

Als Faustregel können Sie sich merken: Nennen Sie Sprachkenntnisse im Lebenslauf vor allem dann, wenn…

  • diese explizit in der Stellenanzeige erwartet werden.
  • Sie dem Unternehmen damit einen Nutzen bringen.
  • Ihr Sprachlevel erwähnenswert ist.
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Beispiele für Sprachkenntnisse im Lebenslauf

Sprachkenntnisse im Lebenslauf können Sie auf unterschiedliche Arten im Lebenslauf darstellen. Die häufigste Form ist die einfache verbale. Dabei nennen Sie die Sprache, die Sie sprechen, dazu das jeweilige Niveau (abgetrennt durch Komma oder Doppelpunkt).

Beispiele für Angaben zu Sprachkenntnissen

  • Fließende Sprachkenntnisse

    Englisch, fließend
    Französisch, fließend

  • Mehrere Sprachkenntnisse im Lebenslauf

    Englisch: fließend
    Französisch: Grundkenntnisse
    Spanisch: verhandlungssicher
    Polnisch: Muttersprache

  • Verhandlungssichere Sprachkenntnisse

    Englisch, verhandlungssicher (nach Studium im Ausland)
    Russisch, verhandlungssicher (3-jähriger Job in Moskau)

Graphische Beispiele für Sprachkenntnisse

Ein Trend in modernen Lebensläufen ist, die Sprachkenntnisse – zusammen mit Stärken oder anderen Qualifikationen – graphisch darzustellen und so eine Art Mini-Profil von sich zu zeichnen. Dies können Sie zum Beispiel mittel Punkteskala oder per Kuchendiagramm gestalten.

Beispiel 1 (Punkteskala)
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Beispiel 2 (Tortendiagramm)
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Sprachkenntnisse angeben: Bitte nicht flunkern!

Ein Urlaub auf Mallorca hier, eine Sprachferien dort: Schon werden daraus fließende Sprachkenntnisse… Bitte nicht! Seien Sie bei Ihrem Sprachniveau immer ehrlich. Flunkereien fliegen entweder im Vorstellungsgespräch oder später im Job auf. Damit schaden Sie sich dann nur selbst und verspielen Ihre Reputation und Glaubwürdigkeit. Waren diese Angaben ein wichtiges Einstellungskriterium, liefern Sie damit einen veritablen Kündigungsgrund – sogar fristlos und auch noch nach Ende der Probezeit.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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