Bewerbung nach DIN 5008: Normen, Regeln, Anleitung

Die sogenannte Bewerbung nach DIN 5008 ist ein Standard, der Aufbau, Struktur und Formatierung des Anschreibens regelt. Allerdings ist dies eine freiwillig Norm: Es gibt keine Pflicht zur Anwendung. Wenn Sie also für Ihre Bewerbung DIN A4 Seiten verwenden (was ebenfalls Standard ist), schadet es nicht, einen Blick auf die DIN 5008 für Geschäftsbriefe zu werfen. Die Vorgaben zur Formatierung einer Seite können für mehr Übersichtlichkeit und Aussagegewichtung sorgen. Ob Sie sich bei der Bewerbung später tatsächlich an die Norm Ihrer Unterlagen halten, bleibt Ihnen überlassen…

Bewerbung nach DIN 5008: Normen, Regeln, Anleitung

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Bewerbung nach DIN 5008: Was bedeutet das?

Der Begriff DIN steht für „Deutsche Industrie Norm“. Mit den DIN kommen Sie ständig in Kontakt. Die bekanntesten regeln die Größe von Schreibpapier in Heften und Blöcken, wie zum Beispiel DIN A4, die kleinere Variante DIN A5 oder die größere Ausführung DIN A3. Erstellt und ausgegeben werden diese Vorgaben vom „Deutschen Institut für Normung“ mit Sitz in Berlin.

Vor ein paar Jahren wurde die neue Norm DIN 5008 („Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung“) veröffentlicht. In diese Norm wurde die alte Norm DIN 676 (Geschäftsbrief) integriert. Geregelt werden dabei unter anderem Abstände und Seitenränder, Leerzeilen und Textausrichtung.

Wie andere Richtlinien soll die DIN 5008 für Einheitlichkeit, Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit sorgen. Auch beim Bewerbungsschreiben, das genau genommen ebenfalls ein offizieller Geschäftsbrief ist

Warum überhaupt eine Bewerbung nach DIN 5008?

Zugegeben, eine Bewerbung nach DIN 5008 wird von Arbeitgebern heute kaum noch verlangt. Allerdings wird Ihnen das generelle Schriftbild eines 5008-Normbriefes bekannt vorkommen: Zahlreiche Produktangebote, Behördenbriefe oder Rechnungen, die Sie mit der Post bekommen, sehen ähnlich aus. Diese erhalten und lesen natürlich auch Personalentscheider. Entsprechend gewöhnt sind sie an das Schriftbild, Layout und Design. Sie wissen, wo sie hinsehen müssen und wo sie bestimmte Informationen finden. Das ist schließlich Sinn und Zweck einer Norm.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Alles, was davon abweicht, fällt zwar auf – aber nicht zwingend positiv. Es könnte auch als „unstimmig“ wahrgenommen werden. Das bedeutet nicht, dass es in der Bewerbung verboten wäre, von der DIN 5008 abzuweichen. Wir empfehlen aber, dass Sie dies stets bewusst machen sollten, wenn Sie sich für oder gegen ein bestimmtes Layout Ihrer Bewerbungsunterlagen entscheiden.


TIPP:
Speziell bei Stellenanzeigen für kaufmännische oder juristische Berufe – also Berufsgruppen, die mit dieser DIN 5008 auch im Job zu tun haben -, kann es sinnvoll sein, sich bei der Bewerbung an diese Norm zu halten. Ihre Bewerbung ist so etwas wie eine erste Arbeitsprobe. Umso besser, wenn Sie dabei dokumentieren sämtliche Formatierungsregeln zu kennen und zu beherrschen. Schaden kann es nicht.


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Normen und Regeln der DIN 5008 bei Bewerbungen

Sollten Sie nicht in einem einschlägigen Beruf arbeiten, in dem der Umgang mit der DIN 5008 zum täglichen Aufgabenfeld gehört, können Sie die Norm lediglich als Richtlinie oder zur Orientierung beim Erstellen der Bewerbung nutzen. Penibel einhalten müssen Sie die DIN 5008 nicht. Wie gesagt: Es ist eine freiwillige Norm. Ausnahme: Es wird explizit eine Bewerbung nach DIN 5008 gefordert.

Als Grundgerüst kann eine solche Standardbewerbung ein guter Ausgangspunkt sein. Abweichungen und Änderungen sind zulässig und können Ausdruck von Individualität, Persönlichkeit und eigenem Gestaltungsanspruch sein.

Wenn Seitenränder oder Zeilenabstände mal nicht bis auf den letzten Millimeter übereinstimmen, hat das keine negativen Auswirkungen auf Ihre Bewerbungschancen.

Formatregeln: Der Seitenaufbau nach DIN 5008

Die DIN 5008 regelt den formalen Rahmen eines Standardbriefes. Im Zentrum stehen dabei Formatregeln für…

  • Seitenränder
  • Textausrichtung
  • Abstände
  • Leerzeilen
  • Absätze
  • Hervorhebungen
  • Schriftarten und -größen

Das betrifft in der Bewerbung nach DIN 5008 vor allem das Anschreiben. Der tabellarische Lebenslauf ist durch seine Tabellenform anders aufgebaut und enthält auch keine Anschrift oder Betreffzeile. Dessen Aufbau folgt also anderen Regeln.


TIPP:
Achten Sie bei Ihren Bewerbungsunterlagen grundsätzlich auf Einheitlichkeit der Gestaltung. Alles, was Sie selber designen, sollte am Ende wie aus einem Guss wirken. Verwenden Sie deshalb in Anschreiben und Lebenslauf stets dieselben Schriften, Größen, Farben, Abstandsregeln. Erst so wirkt die Bewerbung rund und durchdacht.



Weil das komplizierter klingt, als es ist, zeigen wir Ihnen nachfolgend per Grafik, die Sie die Regeln der DIN 5008 konkret auf einer DIN A4 Seite auswirken.

Beispiel für ein Anschreiben nach DIN 5008

Bewerbung Din 5008 Vorlage Download Pdf Formatierung Regeln Grafik

Download: Alle DIN-5008-Regeln als PDF herunterladen

Die Beispielgrafik des Standardschreibens nach DIN 5008 können Sie sich gerne hier kostenlos herunterladen. Darin enthalten ist auch ein Standardaufbau für das Bewerbungsschreiben.

Download DIN 5008 Regeln


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Anleitung: Anschreiben erstellen im DIN 5008 Format

In der folgenden Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein Anschreiben im DIN 5008 Format erstellen. Dabei erfahren Sie auch, wie Sie die Formatierungen zum Beispiel in der Textverarbeitung von MS Word verändern beziehungsweise einrichten und anpassen können. Wir beginnen damit, die Seite „einzurichten“. Also der Grundstruktur Ihres DIN A4 Dokumentes und mit dessen Seitenrand…

Seitenränder

Für die Seitenränder eines hochformatigen DIN A4 Blattes gelten folgende Maße und Breiten:

  • Seitenrand oben: 4,5 Zentimeter (ohne Kopfzeile)
  • Seitenrand unten: 2,5 Zentimeter
  • Linker Seitenrand: 2,5 Zentimeter
  • Rechter Seitenrand: 2 Zentimeter (mindestens aber 1,5 Zentimeter)

Der Grundgedanke ist, dass Ihr Anschreiben möglichst auf eine Seite passt. Falls das bei diesem Format nicht klappt, dürfen Sie diese Angaben und Einstellungen auch geringfügig variieren und zum Beispiel die Ränder verkleinern. Als Mindestmaße sollten Sie sich merken:

  • Seitenrand oben und unten: mindestens 0,5 Zentimeter
  • Seitenränder links und rechts: mindestens 1 Zentimeter

In MS Word finden Sie die Funktion zum Einrichten der Seite unter: „Format ➠ Dokument“.

Download: Word-Vorlage in DIN 5008 formatiert

Download: Word-Vorlage in DIN 5008 formatiertEine bereits vorformatierte Word-Vorlage einer Normseite nach DIN 5008 können Sie sich hier kostenlos herunterladen und als Basis für Ihr Bewerbungsschreiben verwenden. Die Seitenränder und Absätze sind dabei bereits korrekt eingestellt. Sie müssen nur noch den Text überschreiben.

Download DIN 5008 WORD-Vorlage


Zeilenabstand

Für den Zeilenabstand, die Ausrichtung des Textes und die richtigen Absätze stellt Word im Wesentlichen vier Funktionen zur Verfügung:

  • Formatvorlage
    Richten Sie Ihre Formatvorlage so ein, dass keine Leerräume verwendet werden. Es würde anderenfalls automatisch eine Zwischenzeile nach Ihrer Textzeile eingefügt, sodass die Abstände verfälscht werden. Statt einer Leerzeile zwischen Anrede und Anschreibentext hätten Sie plötzlich eine zusätzliche Leerzeile. So geht auch noch wertvoller Platz im Bewerbungsanschreiben verloren.
  • Absatzsymbol
    Wird dieses Symbol „¶“ eingeschaltet, markiert es nicht nur als Absatzmarke die Absätze am Ende einer Zeile (durch die Enter-Taste), sondern auch die Leerzeilen. Der Zwischenraum zwischen zwei Wörtern (durch die Space-Taste) wird durch Punkte gekennzeichnet, das Tabstoppzeichen wird als Pfeil dargestellt. Diese Funktion ist praktisch, da Sie Ihnen genaues Arbeiten ermöglicht: Fälschlicherweise doppelt gesetzte Leerstellen werden so erkannt. Das Absatzsymbol können Sie jederzeit ausstellen und es ist nur für Sie als Schreiber sichtbar. In gedruckter Form oder als PDF-Datei fallen die Markierungen heraus.
  • Zeilenabstand
    Hier stellen Sie den benötigten Zeilenabstand ein. Dieser kann je nach Textlänge zwischen 1 und 1,5 liegen. Ein Zeilenabstand von 1,5 ermöglicht eine bessere Lesbarkeit, der Zeilenabstand von 1 ist der nach DIN 5008 empfohlene.
  • Textausrichtung
    Legen Sie die Ausrichtung Ihres Textes fest, indem Sie das Symbol für linksbündig oder das Symbol für Blocksatz drücken. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen: Manche Bewerbungsberater empfehlen Blocksatz, da der Text so „wie aus einem Guss“ aussieht. Das führt allerdings dazu, dass manche Wörter und Leerräume deutlich auseinander gezogen werden. Andere empfehlen die linksbündige Ausrichtung – wir auch. Durch den sogenannten Flatterrand ist der Text angenehmer zu lesen.

Schriftgröße und Schriftart

Die erste und wichtigste Regel hat mit Typographie allerdings nichts zu tun. Sie lautet:

Verwenden Sie in allen Bewerbungsunterlagen stets dieselbe Schriftart. Maximal zwei. Schwarz auf weiß.

Wer hier willkürlich mixt, signalisiert seinem Leser, dass es sich um eine Patchwork-Bewerbung handelt: nichts Durchdachtes, individuell für das Unternehmen Gestaltetes, sondern ein Sammelsurium aus recycelten Unterlagen. Solche Bewerbungen landen zu 99 Prozent bei den Absagen. Die Standard-Schriftgröße beträgt bei Geschäftsbriefen oder der Bewerbung nach DIN 5008 sogenannte „12 Punkt“. Das Gros der Schriftarten ist darauf abgestimmt und in dieser Größe perfekt lesbar. Bei besonders viel Text dürfen Sie die Lettern aber auch auf 11 Punkt verkleinern, damit das Anschreiben noch auf eine Seite passt.

Allerdings ist nicht jede Schriftart in 12 Punkt gleich groß: Manche fallen kleiner aus, andere wirken größer. Letztlich gilt der Grundsatz: Die Schrift muss immer gut lesbar bleiben. Schon aus zwei Gründen:

  • Auch Personaler tragen Brillen und sind deshalb dankbar für große Lettern.
  • Kleingedrucktes wirkt latent kleinlich und erinnert an hässliche AGB. Keine Assoziation, die Sie wecken wollen.

Das vorausgesetzt können Sie – bewusst – mit der Schriftgröße experimentieren. Eine feste Schriftart wird bei der DIN 5008 nicht vorgeschrieben. Arial oder Times New Roman haben sich als gängige Typen durchgesetzt. Sie sind dadurch aber auch ein bisschen langweilig.

Wir empfehlen, Varianten wie „Helvetica“ oder „Georgia“ zu nutzen. Zudem raten Grafikdesigner für gedruckte Dokumente und lange Fließtexte sogenannte Serifenschriften zu verwenden, die die Buchstaben dezent miteinander verbinden und so den Lesefluss verbessern. Das Gegenstück dazu bilden sogenannte serifenlose Schriftarten (auch Groteske Schriften genannt). Sie eignen sich vor allem für kurze prägnante Überschriften. Einige der beliebtesten Schriftarten – die sich auch für die Bewerbung eigenen – finden Sie in der folgenden Übersicht:

Lebenslauf Schriftarten Uebersicht Grafik

Absender und Kontaktdaten

Für die eigenen Kontaktdaten nutzen Sie idealerweise die Kopfzeile des Dokuments (also den Platz innerhalb der ersten 4,5 Zentimeter oben. In MS Word gelangen Sie ganz leicht durch einen Doppelklick auf den Dokumentanfang darauf. Ansonsten wählen Sie bitte den Menüpunkt:

Ansicht ➠ Kopf- und Fußzeile.

Wichtig ist, dass Ihre persönlichen Informationen und Kontaktdaten immer am Anfang der Bewerbungsunterlagen stehen. So können Sie – bei Interesse des Arbeitgebers – schnell gefunden werden. Wie Sie diese gestalten, bleibt Ihnen im Grunde frei überlassen. Das kann dem ansonsten standardisierten Anschreiben einen individuellen Kick geben. Klassisch werden die persönlichen Daten durch jeweils einen Absatz getrennt und so aufgebaut:

  • Vor- und Nachname
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Wohnort
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse (und Website)

Die Kontaktdaten können Sie entweder linksbündig oder rechtsbündig untereinander schreiben. Oder mittzentriert in Blöcken gestaltet anordnen. In unseren mehr als 120 kostenlosen Bewerbungsmustern finden Sie viele Beispiele und Varianten dazu.

Der Klassiker nach DIN 5008 sieht so aus:
Bewerbung Din 5008 Briefkopf Absender1

Eine Alternative dazu könnte zum Beispiel so aussehen:
Bewerbung Din 5008 Briefkopf Absender2.jpg

Anschrift und Empfänger

Insgesamt umfasst das Anschriftenfeld 9 Zeilen (rund 4,5 Zentimeter) und ist 8,5 Zentimeter breit. Der Grund für diese Norm sind standardisierte Sichtfenster in DIN C4-Briefumschlägen (auch C4 Versandtaschen genannt). Wenn Sie das Anschreiben später lose oben auf die Bewerbungsunterlagen legen, sitzt die Empfängeranschrift exakt in dem Sichtfenster. Sie müssen die Anschrift also nicht nochmal auf den Umschlag schreiben.

Es ist zulässig, den Absender in kleiner Schrift (9 Punkt) sowie einzeilig über der Anschrift des Empfängers einzufügen. Vorteil: Sollten Sie sich bei der Adresse vertippt haben, sieht die Post den Absender – und Sie erhalten Ihre Unterlagen postwendend zurück.

Bewerbung Umschlag C4 Beschriften Anleitung

Die neun freien Zeilen im Briefkopf müssen Sie aber nicht vollständig nutzen. Sie dienen bei Geschäftsbriefen ebenso zusätzlichen Vermerken, wie dem „Einschreiben“. Weil Sie davon in der Regel nur maximal vier Zeilen benötigen, beginnen Sie mit der Anschrift erst nach der dritten Leerzeile. Das sorgt auch für genügend Luft und Abstand zu Ihrer Kopfzeile mit den persönlichen Daten.

Tipps für die Anschrift des Empfängers

  • Die erste Zeile der Anschrift besteht immer aus dem vollständigen Firmennamen des Arbeitgebers, gerne auch gefettet. Dazu gehört auch die korrekte Rechtsform (GmbH, AG, SE). Hier dürfen Sie auf keinen Fall schludern! Wer sich bei einem Unternehmen bewirbt, dessen Namen er oder sie nicht mal richtig schreiben kann, landet sofort im Aus.
  • Die zweite Zeile ist – falls bekannt – dem Namen Ihres Ansprechpartners (Vor- und Nachname!) beziehungsweise dem Namen des genannten Personalers in der Stellenanzeige vorbehalten. Das frühere „z.H.“ (zu Händen) fällt heute weg. Falls der Name nicht bekannt ist, können Sie hier an dieser Stelle auch „Personalabteilung“ schreiben.
  • Die dritte und vierte Zeile wiederum enthalten die Postanschrift beziehungsweise die Empfängeradresse, bestehend aus Straße und Hausnummer sowie Postleitzahl und Ort (Firmensitz).

Als Muster können Sie sich an diesem Beispiel orientieren:




Arbeitgeber GmbH & Co. KG
Herrn Peter Personaler
Beispielstraße 1
12345 Musterstadt




Danach folgen stets zwei Leerzeilen.

Den Schluss im Briefkopf bilden Datum und Ort. Diese Angaben werden rechtsbündig unter das Adressfeld gesetzt. Die Standardformate hierfür lauten:

  • Ort, TT.MM.JJJJ
  • Ort, TT. Monat JJJJ

Der Absenderort wird aber nur erwähnt, wenn er sich vom Wohnort (Ihrer Absenderadresse) unterscheidet (was selten der Fall ist). Falls er identisch ist, schreiben Sie hier bitte nur das Datum hin.

Datum

Füllen Sie einstellige Datumsangaben bitte nie mit einer voran gestellten 0 auf – wie etwa 01.01.2022. Auch wenn das manche Bewerbungsratgeber ernsthaft empfehlen: Das ist Quatsch und sieht nur gut aus, falls Sie sich in einer Behörde per Formular bewerben.

In einem Anschreiben müssen Sie keine Kästen ausfüllen, damit diese maschinell gelesen werden können. Es reicht völlig, wenn Sie „1.1.2022“ schreiben. Das ist auch besser lesbar. Eher können Sie sich überlegen, den Monat im Datum auszuschreiben – also zum Beispiel: 1. Januar 2022. Das ist aber Geschmacksache und nicht Teil der DIN 5008 in der Bewerbung.

Ebenso wenig sollten Sie beim Datum ein anderes Format wählen, wie zum Beispiel: 2022/12/04. Bei der DIN 5008 ist zwar – angelehnt an die ISO 8601 – eine internationale Schreibweise möglich. Diese führt aber in der Regel zu Verwirrungen und ist missverständlich. Eine solche Datumsangabe verwenden Sie bitte nur in einem amerikanischen Anschreiben oder bei der Bewerbung auf Englisch.

Richtig

TT.MM.JJJJ (Standardformat)
1.9.2022
1. September 2022

Falsch

01.09.2022
09/01/2022
2022-09-01

Betreffzeile

Das Wort „Betreff“ – oder schlimmer die Abkürzung „Betr.“ – wird schon seit geraumer Zeit nicht mehr verwendet. Die Betreffzeile sollte (wie der Name erahnen lässt) eine Zeile (maximal zwei Zeilen) nicht übersteigen und kommt direkt zum Punkt, zum Beispiel:


Bewerbung als Mediengestalter (IHK)
Ihr Stellenangebot vom TT.MM.JJJJ, Referenznummer 98765-4



Ansonsten gelten für den Betreff folgende formale DIN-Regeln:

  • Der Betreff beginnt zwei Zeilen unter dem Datum.
  • Nach der Betreffzeile kommen ebenfalls mindestens zwei Leerzeilen
  • Die Betreffzeile darf Fettschrift verwenden, muss aber nicht.
  • Sie kann mithilfe einer größeren Schrift (13 bis 14 Punkt) hervorgehoben werden.
  • Am Ende des Betreffs folgt keine Interpunktion, also kein Punkt und schon gar kein Ausrufezeichen!

Exemplarisch können Sie sich bei der Struktur an diesem Muster orientieren. In diesem ist auch schon der nächste Punkt – die Anrede – enthalten:


Musterstadt, TT.MM.JJJJ



Bewerbung als Social Media Manager


Sehr geehrter Herr Personaler,


Korrekte Anrede

Auch hier gibt es ein paar Regeln für die Formatierung, die Sie beachten sollten:

  • Zwischen Betreff und Anrede liegen genau zwei Leerzeilen.
  • Zwischen Anrede und Anschreibentext liegt wiederum nur eine Leerzeile.
  • Die neutrale Anrede lautet „Sehr geehrte Damen und Herren,“ (inklusive Komma).
  • Für die Bewerbung wird aber stets eine persönliche Anrede mit Namen empfohlen.

Ausführliche Tipps zur perfekten Anrede in Briefen oder Bewerbung finden Sie HIER. Bei einer Bewerbung nach DIN 5008 sieht das dann zum Beispiel so aus:



Sehr geehrte Frau Personalerin,

im Grunde kennen wir uns schon lange: Ich bin seit acht Jahren treuer Kunde Ihres Unternehmens. Vor allem Ihr Produkt „Supadupa“ hat es mir angetan…



Wir empfehlen generell bei der Bewerbung den Empfänger persönlich und mit Nachnamen anzusprechen. Das wirkt persönlicher, zeigt aber auch, dass das Anschreiben individuell verfasst wurde und nicht nur eine anonyme Kopie oder Massenbewerbung ist. Der Text des Anschreibens selbst sollte durch Absätze strukturiert werden. Kein Mensch liest gerne lange Bleiwüsten.

Als Faustregel können Sie sich merken: Spätestens alle fünf bis acht Zeilen sollte ein Absatz und eine Leerzeile folgen.

Grußformel

Welchen Gruß Sie am Ende verwenden („Mit freundlichen Grüßen“, „Beste Grüße“, „Viele Grüße“, …) ist wieder eine persönliche Entscheidung. Zur Auswahl für die Grußformel stehen:

  • Mit freundlichen Grüßen
  • Mit freundlichen Grüßen nach Köln
  • Freundliche Grüße
  • Freundliche Grüße nach Köln
  • Beste Grüße
  • Viele Grüße

Die Gestaltung ist dafür weniger frei. So gilt für die Grußformel in der Bewerbung nach DIN 5008:

  • Zwischen Anschreiben und Grußformel liegt exakt eine Leerzeile.
  • Zwischen Grußformel und Unterschrift liegen drei Zeilen – als Platz für Ihre Unterschrift.
  • Danach werden eventuelle Anlagen erwähnt. Nach dem Wort Anlage(n) folgt kein Doppelpunkt.

Wie in diesem Beispiel:


Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen nach Beispielstadt


Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel

Anlagen
– Lebenslauf
– Zeugnisse
– Referenzen



All das zusammen wirkt auf den ersten Blick vielleicht kleinkariert und kompliziert. Das passiert bei Normen schnell, weil sie jeder Kreativität scheinbar im Wege stehen. Fakt ist aber: Die meisten Textverarbeitungsprogramme orientieren sich bei ihren Standard-Briefvorlagen an dieser Norm.

Bewerber, die sich an der DIN 5008 orientieren, helfen dem Empfänger zumindest (in dem Fall dem Personaler), sich schnell einen Überblick zu verschaffen, die wichtigen Informationen dort zu finden, wo man sie vermutet und auch sonst einen stimmigen Eindruck zu hinterlassen. Und das ist immerhin ein guter Anfang. Dazwischen bleibt immer noch jede Menge Platz für Kreativität.

Seien Sie sparsam mit Hervorhebungen!

Jeder Text lässt sich zusätzlich gestalten – durch Fettschrift oder Kursivschrift, durch Unterstreichungen oder Schmuckfarben. All diese Elemente sind im Text grundsätzlich möglich. Wir empfehlen Ihnen allerdings, damit sparsam bis geizig umzugehen. Weniger ist mehr.

Unterstreichungen haben zum Beispiel den unangenehmen Nebeneffekt, dass Buchstaben wie „g“ oder „p“ überlagert werden. Kursivschrift dagegen wirkt immer vage oder wie ein Zitat – eben nichts, was von Ihnen selbst stammt. Verzichten Sie daher besser darauf und würzen Sie Ihre Bewerbung nach DIN 5008 allenfalls mit wenigen, aber gezielten Fettschrift-Einsätzen. Viel wichtiger ist, dass Ihr Bewerbungsschreiben inhaltlich vier wichtigsten Fragen beantwortet, die sich Personaler dabei stellen. Die Antworten darauf beziehungsweise die Schlüsselbegriffe dazu könnten Sie zum Beispiel fett schreiben – siehe unser Video dazu:

Seitennummerierung

Einige Leser haben uns gefragt: „Muss ich die Seiten im Anschreiben nach DIN 5008 beziehungsweise alle Seiten der Bewerbung nummerieren?“ Ganz ehrlich: Wir finden – nein. Das Anschreiben sollte eine Seite nicht übersteigen. Der Lebenslauf wiederum gehört auf zwei, maximal zwei Seiten. Und das Deckblatt, falls Sie überhaupt eines verwenden, hat auch nur eine DIN A4 Seite.

Zusammen sind das maximal vier bis fünf Seiten, die sich durch ihr Layout und Design, ebenso in der Reihenfolge klar unterscheiden lassen. Eine Nummerierung stiftet hierbei keinen echten Nutzen oder Mehrwert. Sie bleibt daher verzichtbar. Falls Sie dennoch eine Nummerierung der Seiten einfügen möchten: Diese gehört rechtsbündig in die Fußzeile des Dokuments – in derselben Schrift wie der Fließtext.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Quellen und Ratgeber

Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Praktika im Lebenslauf
Hobbys im Lebenslauf
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
Lücken im Lebenslauf

Tipps zum Anschreiben
Bewerbungsschreiben
Einleitungssatz im Anschreiben
Schlusssatz im Anschreiben
Interessen im Anschreiben
Stärken im Anschreiben
Anlagenverzeichnis

Tipps zum Arbeitszeugnis
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14. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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