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Familienstand im Lebenslauf: Angeben oder weglassen?

Ledig, verheiratet, getrennt lebend, mit Kinder oder ohne? Bewerber fragen sich regelmäßig, ob sie den Familienstand im Lebenslauf angeben oder weglassen sollten. In der Bewerbung wird manche Angabe auf die Goldwaage gelegt – so auch der Familienstand. Tatsächlich schwingen hierbei unterschiedliche Assoziationen im Subtext mit – positive wie negative. Wir zeigen Ihnen, welche private Daten in den Unterlagen genannt werden, ob der Familienstand im Lebenslauf dazu gehört und wie Sie diesen optimal und professionell angeben…

Familienstand im Lebenslauf: Angeben oder weglassen?

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Übersicht: Welche Familienstände gibt es?

Der Familienstand wird ausschließlich im Lebenslauf angegeben, nicht noch zusätzlich im Bewerbungsschreiben. Unabhängig davon, ob und welchen Familienstand Sie im Lebenslauf angeben, werden folgende fünf Familienstände unterschieden:

  1. Ledig
    Sie sind nicht verheiratet, können aber durchaus einen (festen) Partner haben oder sind Single.
  2. Verheiratet
    Sie haben mindestens standesamtlich die Ehe geschlossen.
  3. Eingetragene Lebenspartnerschaft
    Sie haben mit Ihrem Partner eine eingetragene Lebenspartnerschaft gegründet.
  4. Geschieden
    Die Scheidung ist bereits rechtskräftig und Sie haben (noch) nicht wieder geheiratet.
  5. Verwitwet
    Ihr Ehepartner oder Lebenspartner ist verstorben.

Die Angabe „getrennt lebend“ gehört nicht in den Lebenslauf – zu privat und geht den Arbeitgeber nichts an. In dem Fall sind Sie offiziell „ledig“.

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Wo gebe ich den Familienstand im Lebenslauf an?

Angaben zum Familienstand zählen zu den „persönlichen Daten“ im Lebenslauf. Die werden – in den meisten Designs – oben im Seitenkopf aufgelistet. Bei der Reihenfolge wird der Familienstand ans Ende gerückt und folgt auf die Angaben zur Staatsangehörigkeit. Es ist natürlich möglich, den Familienstand auch weiter oben zu platzieren.

Familienstand im Lebenslauf: Einfaches Beispiel

Persönliche Daten Max Muster
Adresse: Haupstraße 1, 12345 Musterhausen
Telefon: 01234/56789
Mail: m.muster@online.de
Geburtsdatum: TT.MM.JJJJ
Geburtsort: Musterhausen
Staatsangehörigkeit: Deutsch
Familienstand: Ledig

Familienstand im Lebenslauf: Muster mit Kindern

Persönliche Daten Martina Muster
Adresse: Gartenweg 9, 98765 Fantasiestadt
Telefon: 04321/98765
Mail: m.muster@mail.de
Geburtsdatum: TT.MM.JJJJ
Geburtsort: Fantasiestadt
Familienstand: Verheiratet, 2 Kinder (7,12)


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Bewerbung mit Familienstand: Ist die Angabe Pflicht?

Der Lebenslauf soll Personalern einen Überblick über alle relevanten Informationen zum Kandidaten geben. Neben den wichtigen Informationen zu Ausbildung und bisheriger Berufserfahrung zählen auch die persönlichen Daten dazu. Hierzu zählen: Vollständiger Name, aktuelle Anschrift, Kontaktdaten (Telefon und Mail), Geburtsdatum sowie -ort und der Familienstand im Lebenslauf.

Familienstand ist keine Pflichtangabe mehr

Lange Zeit waren die genannten Angaben Standard für die Bewerbungsunterlagen. Das hat sich durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geändert. Angaben zum Alter oder Familienstand sind im Lebenslauf keine Pflichtangaben mehr, sondern freiwillig. Das Gesetz soll Diskriminierung verhindern und Chancengleichheit ermöglichen. Gleiches gilt übrigens für das Bewerbungsfoto.

TIPP: Laden Sie sich hier noch eine vollständige Checkliste für alle Angaben im Lebenslauf kostenlos als PDF herunter:

Download: Lebenslauf Checkliste

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Interpretationen für den Familienstand im Lebenslauf

Zwar sagt der Familienstand im Lebenslauf nichts über die Qualifikation und Eignung eines Bewerbers oder einer Bewerberin. Interpretiert wird er trotzdem – und beeinflusst so die Entscheidungen von Personalern. Dabei kann die Angabe positiv wie negativ ausgelegt werden, was zu einer Diskriminierung von Kandidaten führt. Zwar stehen dahinter lediglich Annahmen oder Klischees, keine Fakten. Trotzdem können diese Ihre Bewerbungschancen senken oder steigern. Im Detail…

Tabelle: Familienstand und Bedeutung

Familienstand Argument
Ledig 🟢 Für ledige Bewerber spricht ihre Flexibilität. Ortswechsel, Überstunden, Dienstreisen – eher unproblematisch. Unterstellt wird, dass Beruf und Karriere bei Ihnen die Hauptrolle spielen.
🔴 Der Familienstand im Lebenslauf beinhaltet zugleich eine geringere Loyalität. Jobwechsel sind kein Problem, es gibt keine Familie, auf die Rücksicht genommen werden muss.
Verheiratet 🟢 Verheiratete Bewerber vermitteln den Eindruck von Langfristigkeit, Verlässlichkeit und Zukunftsorientierung. Wer einen Ehepartner hat, der in der gleichen Stadt arbeitet, ist auf lange Zusammenarbeit aus.
🔴 Negativ ausgelegt werden Verheirateten mögliche Prioritäten: Familie vor Job. In Sachen Überstunden sind sie weniger flexibel.
Verlobt 🔴 Die Angabe ist sinnlos und macht auch steuerlich keinen Unterschied. Solange nichts fest ist, besser „ledig“ schreiben.
Geschieden 🔴 Geschiedene sind wieder „ledig“. Die gescheiterte Ehe zu erwähnen, wirft – unnötigerweise – ein schlechtes Licht auf die Beziehungstauglichkeit. Auch im Job?
Verwitwet 🔴 Gleiche Logik: Verwitwete sind „ledig“. Diesen Familienstand im Lebenslauf zu erwähnen, klingt nach nicht überwundener Trauer. Solche Mitarbeiter könnten aktuell weniger belastbar sein. Weglassen!

Kinder im Lebenslauf angeben?

Weitere Auswirkungen hat der Familienstand, wenn zusätzlich Kinder angegeben werden. Bei ledigen Kandidaten bedeutet ein Kind möglicherweise „alleinerziehend“. Heißt: Der oder die künftige Mitarbeiterin könnte häufiger ausfallen, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Bei verheirateten Bewerbern wiederum gilt: Gibt es keine Kinder, läuft die Familienplanung vielleicht noch. Aus Sicht des Unternehmens steht damit eine Babypause und Elternzeit an. Diese Einschätzung trifft vor allem verheiratete, kinderlose Frauen.

Wenn Sie eine Angabe zu Kindern im Lebenslauf machen, sollten Sie gleich vorab mögliche Vorbehalte entkräften. Gute Beispiele:

  • Familienstand: ledig, keine Kinder
  • Familienstand: ledig, 1 Kind (Betreuung gesichert)
  • Familienstand: verheiratet, 2 Kinder (18 und 21 Jahre)

Argumente für und gegen den Familienstand im Lebenslauf

Die potenziell negativen Auswirkungen auf die Bewerbungschancen lassen viele denken: „Dann lasse ich den Familienstand im Lebenslauf besser weg!“ Aber ist das wirklich die richtige Entscheidung?

Es ist Ihr gutes Recht, eine optionale Angabe wie den Familienstand im Lebenslauf zu streichen. Gleichzeitig gibt es durchaus Argumente, die dafür sprechen, den Familienstand trotzdem anzugeben. Eine Übersicht…

Familienstand im Lebenslauf: Angeben!

  • Das Unternehmen findet Ihren Familienstand ohnehin irgendwann heraus – spätestens über Ihre Steuerklasse.
  • Sie zeigen Ehrlichkeit und etablieren gegenseitiges Vertrauen.
  • Sie würden ohnehin nicht für einen Arbeitgeber arbeiten wollen, der Sie aufgrund Ihres Familienstands im Lebenslauf aussortiert oder schlechter behandelt.

Familienstand im Lebenslauf: Weglassen!

  • Sie sind nicht dazu verpflichtet und können den Familienstand im Lebenslauf problemlos auslassen.
  • Personaler konzentrieren sich dadurch ausschließlich auf die relevanten Angaben zu Werdegang, Erfahrungen, Bildungsweg.
  • Ihre Jobchancen können darunter leiden. Im Nachhinein können Sie nichts dagegen tun, da sich der Grund für eine Absage nicht nachvollziehen lässt.

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Häufige Fragen zum Familienstand

Welcher Familienstand gehört in den Lebenslauf?

Wenn Sie sich dazu entscheiden, den Familienstand im Lebenslauf zu nennen, gehört dieser in die Kategorie „Persönliche Daten“. Dort wird er in der Regel unterhalb der Staatsangehörigkeit angegeben. Für die Bewerbung eignen sich nur zwei Familienstände: „ledig“ oder „verheiratet“. Alle anderen Angaben sind für Personaler irrelevant.

Warum den Familienstand im Lebenslauf angeben?

Der Familienstand sagt nichts über die Qualifikationen von Bewerbern aus. Dennoch interessiert Personaler daran, wie loyal und belastbar der oder die künftige Mitarbeiterin sein könnte. Verheiratete mit schulpflichtigen Kindern sind meist standortgebunden. Daher sind häufig Jobwechsel eher unwahrscheinlich – die Bewerber also eher loyal. Alleinerziehende Singles wiederum könnten durch kranke Kinder häufiger ausfallen… Das alles sind zwar nur Stereotype. Sie schießen Personalern aber unweigerlich durch den Kopf.

Sollte man Kinder im Lebenslauf angeben?

Rein formal gehören Kinder – ebenso wie der Familienstand – zu den freiwilligen Angaben im Lebenslauf. Als Teil der persönlichen Daten im Kopf Ihrer Vita können Sie die Anzahl und das Alter Ihrer Kinder nennen – Sie müssen es aber nicht. Wenn Sie kleine Kinder im Lebenslauf angeben wollen, sollten Sie deutlich machen, dass deren Betreuung gesichert ist.

Ist getrennt lebend ein Familienstand?

„Getrennt lebend“ ist kein rechtlich festgelegter Familienstand. Das sind nur: ledig, verheiratet, geschieden und verwitwet. Offiziell sind Sie noch „verheiratet“. Die Angabe ist auch eher schädlich, weil Sie damit unnötig auf einen heimischen Konflikt aufmerksam machen, der Sie viel Kraft kosten kann – und den Arbeitgeber nichts angeht.

Ist verlobt ein Familienstand?

Die Verlobung ist erst einmal nur ein Heiratsversprechen, kein Familienstand. Solange keine Hochzeit stattgefunden hat, sind beide offiziell „ledig“ im Lebenslauf. Die Angabe „verlobt“ ist zudem riskant: Platzen die Heiratspläne, geraten Sie unnötig in Erklärungsnot. Daher gilt: Weglassen oder „ledig“ schreiben.

Verheiratet oder eingetragene Lebenspartnerschaft?

Seit 2017 ist in Deutschland auch die Ehe für gleichgeschechtliche Paare möglich. Rechtlich gibt es zwischen den beiden Formen kaum Unterschiede. Im Lebenslauf können beide „verheiratet“ angeben. Leben Sie hingegen in einer Lebenspartnerschaft, gelten beide offiziell als „ledig“.

Bin ich nach der Scheidung "geschieden" oder "ledig"?

Rein juristisch sind Sie nur „ledig“, wenn Sie noch nie verheiratet waren. Im Lebenslauf müssen Sie aber eine oder mehrere gescheiterte Ehen nicht angeben – geht den Arbeitgeber nichts an. Zu privat! Daher schreiben Sie beim Familienstand dort bitte nie „geschieden“, sondern stets „ledig“.

Wo gebe ich meine Elternzeit an?

Falls Sie aktuell in Elternzeit sind oder sich in Elternzeit befanden, gehört diese Angabe im Lebenslauf in die Kategorie „Beruflicher Werdegang“ bzw. „Berufspraxis“. Dort bekommt die Eltenzeit entweder einen kurzen Eintrag oder eigenen Abschnitt (wenn sie noch andauert). Behalten Sie im CV aber unbedingt die antichronologische Reihenfolge der Stationen bei. Eine Nennung der Elternzeit kann sinnvoll sein, um sonst mögliche Lücken im Lebenslauf zu erklären.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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