Steuerklassen: Übersicht, Vorteile und Unterschiede

Wie viel vom Bruttogehalt netto übrig bleibt – das beeinflussen die Steuerklassen. Die Einordnung in eine bestimmte Steuerklasse nimmt das Finanzamt vor. Sie ermöglicht dem Arbeitgeber, von Ihrem Bruttolohn die Lohnsteuer abzuführen. Die Steuerklassen unterscheiden sich allerdings deutlich. Vor allem verheiratete Arbeitnehmer können zwischen verschiedenen Steuerklassen wählen. Wir zeigen Ihnen in unserer Übersicht alle Steuerklassen und geben Ihnen Tipps, um mögliche Steuern zu sparen…

Steuerklassen: Übersicht, Vorteile und Unterschiede

Anzeige

Welche Steuerklassen gibt es? – Übersicht

Wer wissen will, welche Steuern und in welcher Höhe er zahlt, muss seine Steuerklasse kennen. Diese können Sie leicht der Gehaltsabrechnung entnehmen. Eine andere Möglichkeit ist der jährliche Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerkarte vom Arbeitgeber oder eine Nachfrage beim Finanzamt. Die Steuerklasse wirkt sich auf den Lohnsteuerabzug und den Solidaritätszuschlag aus. Zusätzlich beeinflusst die Zugehörigkeit zu einer Kirche etwaige Abzüge. Für den Solidaritätszuschlag werden 5,5 Prozent der Lohnsteuer fällig, für die Kirchensteuer – je nach Bundesland – acht oder neun Prozent.

Insgesamt sechs Steuerklassen gibt es, die wir Ihnen in der folgenden Übersicht genauer vorstellen und dabei erklären, welche Gruppe von Steuerzahlern in die jeweiligen Steuerklassen fällt:

Steuerklasse 1

➠ Alleinstehende, ledige, verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer

Diese Steuerklasse ist Abstand die häufigste in Deutschland. Jeder Single und auch Arbeitnehmer, deren Partner außerhalb der Europäischen Union leben, wird dort eingeordnet. Häufig sind Berufseinsteiger Steuerklasse 1. Neben Klasse 6 ist die Abgabenlast hier am höchsten. Gerechtfertigt wird dies damit, dass gleichzeitig die zusätzlichen Belastungen der Menschen in dieser Lohnsteuergruppe am geringsten sind.

Steuerklasse 2

➠ Alleinstehende / getrennt lebende Arbeitnehmer mit Kind

Die zusätzlichen Belastungen sind wiederum der Grund, warum es für Alleinerziehende die Steuerklasse 2 gibt. Wer ein Kind aufzieht und Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag hat, wird in diese Steuerklasse eingruppiert. Hier bekommen Arbeitnehmer mit Kind einen Ausgleich in Form eines höheren Entlastungsbetrags.

Steuerklasse 3

➠ Verheirateter Arbeitnehmer mit höherem Einkommen / Verwitwete Arbeitnehmer im Todesjahr und im Folgejahr

Steuerklasse 3 ist bei verheirateten Paaren oder bei eingetragenen Lebenspartner möglich, wenn der Partner kein Einkommen bezieht oder wenn der Partner mit seinem Einkommen in Steuerklasse 5 eingestuft ist. In Steuerklasse 3 wird dabei der Partner eingestuft, der ein höheres Einkommen hat. So wird verfahren, weil in Steuerklasse 3 die Abzüge am geringsten sind, also mehr Netto vom Brutto übrig bleibt. Auch verwitwete Arbeitnehmer fallen bis zum Ablauf des Folgejahres nach dem Tod des Partners in Steuerklasse 3 und werden so steuerlich entlastet.

Steuerklasse 4

➠ Verheiratete Arbeitnehmer mit etwa gleichem Einkommen

Ehepaare, die nicht getrennt leben und beide uneingeschränkt steuerpflichtig sind, werden in Steuerklasse 4 veranlagt. Diese Eingruppierung erfolgt mit der Eheschließung automatisch. Die Abzüge sind hier wie in Steuerklasse 1. Sinnvoll ist diese Kombination der Steuerklassen allerdings nur dann, wenn beide Partner ungefähr gleich viel verdienen. Kommt es längerfristig zu größeren Gehaltsunterschieden, empfiehlt sich ein Wechsel in die Steuerklassen 3 und 5. Für eine realistischere Einschätzung der Abzüge gibt es außerdem „Steuerklasse 4 mit Faktor“ mehr dazu weiter unten im Artikel.

Steuerklasse 5

➠ Verheirateter Arbeitnehmer mit niedrigerem Einkommen

Der Ehepartner, der kein eigenes oder nur ein niedriges Einkommen hat, wird vom Finanzamt automatisch in Steuerklasse 5 eingeordnet. Die Abzüge sind hier am höchsten. Ein Ausgleich dazu schafft das deutlich geringer besteuerte Einkommen desjenigen, der Steuerklasse 3 hat. Das Finanzamt geht davon aus, dass bei Verheirateten das Einkommen geteilt wird. In Kombination bleibt so bei Paaren das meiste Netto übrig, da die Abzüge beim großen – oder einzigen – Einkommen gering sind.

Steuerklasse 6

➠ Arbeitnehmer mit Zweitjob oder Nebenjob

Die bisherigen Steuerklassen werden durch den Familienstand bestimmt – anders ist es bei Steuerklasse 6. Hier geht es ausschließlich um die Anzahl der Jobs, die ein Steuerpflichtiger ausübt. Wenn Sie als Arbeitnehmer einen Zweitjob (oder weitere Nebenjobs) beginnen, werden Sie für diesen automatisch in Steuerklasse 6 eingestuft. Bei dieser Steuerklasse ist die Abgabenlast am höchsten, weil es keine Freibeträge gibt, die hier berücksichtigt werden.

Anzeige

Wann lohnt sich die Steuerklasse 3 und 5?

Die Steuerklassen 3, 4 und 5 sind für Ehepaare beziehungsweise Lebenspartnerschaften. Hier wird genauer nach der Höhe des Einkommens differenziert. Welchen Unterschied die Einordnung in eine Steuerklasse macht, lässt sich anhand folgender Rechnung erkennen: Beträgt Ihr Bruttogehalt 3.500 Euro monatlich, erhalten Sie…

  • 2 218,89 Euro netto in Steuerklasse 1
  • 2 506,38 Euro netto in Steuerklasse 3

Der Unterschied zwischen Steuerklasse 1 und 3 in diesem Beispiel beträgt immerhin knapp 300 Euro – weitere Vergünstigungen durch etwaige Freibeträge nicht eingerechnet.

Steuerklassen berechnen mit Brutto-Netto-Rechner

Rechnen Sie aus, was am Ende des Monats vom Brutto übrig bleibt! Mit unserem kostenlosen Brutto-Netto-Rechner können Sie online sofort Ihren Nettolohn auf den Euro genau berechnen. Inklusive Berechnung der Steuern und Abgaben. Allein die Abzüge durch Arbeitslosen-, Pflege-, Kranken- und Rentenversicherungen machen rund 20 Prozent des Einkommens aus…


Zum Gehaltsrechner


Anzeige

Steuerklassen wechseln: Was ist die beste Steuerklasse?

Zunächst einmal gilt: Sie können Ihre Steuerklassen nicht einfach wechseln, wie Sie es sich gerade wünschen. Verständlicherweise möchte jeder Steuerzahler in die Steuerklasse mit den geringsten Abgaben, doch sind solche Wechsel nicht möglich. Die Steuerklassen von Arbeitnehmern sind festgelegt und können nur unter bestimmten Voraussetzungen gewechselt werden. Die grundsätzliche Möglichkeit, zwischen verschiedenen Steuerklassen frei zu wählen, haben dabei ohnehin nur nur verheiratete Paare beziehungsweise eingetragene Lebenspartnerschaften, die ihnen gleichgestellt sind. Relevant sein kann das für Sie, wenn sich Ihre persönliche Lebenssituation ändert. Das kann steuerliche Vorteile für Sie bringen. In folgenden Fällen können oder müssen Sie in eine neue Steuerklasse wechseln:

Hochzeit

Wer bisher in Steuerklasse 1 oder 2 war, wechselt nun bei etwa gleichem Gehalt in Steuerklasse 4. Für Ehepaare kann sich der Wechsel zur Kombination aus den Steuerklassen 3 und 5 bereits lohnen, wenn eine Differenz von mehreren Hundert Euro netto bei den Einkommen existiert. Von Steuerklasse 4 ist allerdings nur ein Wechsel zu Steuerklasse 3 oder 5 möglich – eine Kombination aus 3 und 4 oder 4 und 5 wird nicht angeboten.

Trennung, Scheidung, Aufhebung der Lebenspartnerschaft

Umgekehrt verlieren Arbeitnehmer im Falle einer Trennung ihre steuerlichen Vorteile und werden wieder in Steuerklasse 1 eingeordnet. In der Phase des Trennungsjahres, in dem Paare noch überprüfen, ob sie die Scheidung durchführen wollen, können sie in den vorläufig in den bisherigen Steuerklassen verbleiben. Existieren Kinder und erhält ein Elternteil das alleinige Sorgerecht, kann er in Steuerklasse 2 veranlagt werden.

Geburt

Der Wechsel in eine andere Steuerklasse kann sich auch lohnen, wenn Sie ein Kind bekommen. Kinder bedeuten vor allem für Alleinerziehende einen finanziellen Mehraufwand, weshalb sie in Steuerklasse 2 weniger Abzüge haben und so steuerlich entlastet werden. Die Höhe des Elterngeldes und des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem Nettoverdienst des Elternteils, der nach der Geburt überwiegend für die Betreuung des Kindes sorgt. Maßgeblich ist hier der Zeitraum im Jahr vor der Geburt. Mit einem Wechsel in eine günstigere Steuerklasse kann der Nettoverdienst steigen und somit erhöht sich ebenfalls das Elterngeld. Prüfen Sie deshalb frühzeitig, ob sich ein Wechsel der Steuerklasse bereits im Jahr vor der Geburt auszahlen kann.

Tod des Ehepartners/Lebenspartners

Stirbt der Partner, ist kein sofortiger Wechsel notwendig. Im Todesjahr und dem darauffolgenden Jahr kann die verwitwete Person in Steuerklasse 3 verbleiben. Existieren minderjährige Kinder, kommt eventuell ein Wechsel in Steuerklasse 2 infrage. Nach dieser Übergangszeit wird der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin wieder als ledige Person behandelt und in Steuerklasse 1 eingeordnet. Diese Steuerklasse bleibt bis zu einer möglichen Wiederverheiratung bestehen.

Verändertes Einkommen

Die Steuerklassen ändern sich nicht automatisch, weil jemand einen Gehaltssprung macht. Ledige bleiben unabhängig vom Einkommen in Steuerklasse 1. Sind Sie allerdings verheiratet und kommt es beispielsweise nach einer Gehaltserhöhung zu deutlichen Gehaltsunterschieden, empfiehlt sich ein Wechsel. Nicht empfehlenswert ist ein Wechsel hingegen bei Paaren, wenn ein Partner arbeitslos wird – die eingesparten Steuern werden beim Arbeitslosengeld abgezogen.

Wenn Sie Ihre Steuerklasse ändern lassen wollen, müssen Sie einen Antrag beim Finanzamt bis zum 30. November für das laufende Jahr stellen. Dafür benötigen Sie das Formular „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“. Vergessen Sie nicht das Familienstammbuch als Nachweis, sofern Sie gerade erst verheiratet sind.

Anzeige

Steuerklassen für Ehepaare: So können Sie Steuern sparen

Die Zeiten, in denen Paare sich ihre gegenseitige Liebe mit einer Heirat beweisen mussten, sind vorbei. Allerdings gibt es für viele dann doch die Überlegung, aus steuerlichen Gründen zu heiraten. Der Staat fördert finanziell das Zusammenleben in festen Partnerschaften. Das war auch eins der Argumente für die eingetragene Lebenspartnerschaft – fortan auch steuerliche Vorteile für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Vor der Hochzeit sind Arbeitnehmer meist in Steuerklasse 1 oder 2 eingeordnet. Nach der Hochzeit folgt die automatische Einstufung in Steuerklasse 4. Ehepaare können selbst entscheiden, ob es sich lohnt, die Steuerklasse zu ändern. Das heißt, von Steuerklasse 4 ist für beide Partner ein Wechsel möglich – in eine der Kombinationen aus Steuerklassen 3 und 5.

Insgesamt ergeben sich dabei drei Kombinationsmöglichkeiten der Steuerklassen für verheiratete Arbeitnehmer und eingetragene Lebenspartnerschaften:

Steuerklassen 3 und 5

Der besser verdienende Ehepartner erhält die Steuerklasse 3, sein Ehepartner die Steuerklasse 5. Unter Fairnessgesichtspunkten lohnt diese Kombination sich vor allem bei Paaren, die eine gemeinsame Haushaltskasse haben und nicht auf Heller und Pfennig aufrechnen. Denn unterm Strich bleibt bei dieser Kombination vom Gesamtnetto mehr übrig, als wenn beide Ehepartner Steuerklasse 4 nehmen. Längst ist die Steuerklasse 3 dabei nicht mehr nur besser verdienenden Männern vorbehalten. Mittlerweile sind es oft auch die Ehefrauen, die einen besseren Verdienst haben und in die günstigere Steuerklasse eingestuft werden.

Steuerklasse 4

Diese Zuordnung geschieht wie erwähnt automatisch. Wenn das Finanzamt über eine Hochzeit oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft informiert wird, werden beide Partner in Steuerklasse 4 eingeordnet. Nun liegt es in der Verantwortung des Steuerzahlers, eine mögliche Änderung zu beantragen. Sie werden nicht darüber benachrichtigt, dass ein Wechsel für Sie von Vorteil wäre – Sie müssen sich selbst informieren und darum kümmern, wenn es sinnvoll ist. Als Faustregel gilt hier: Wenn ein Partner mindestens 60 Prozent (der andere entsprechend 40 Prozent oder weniger) zum Gesamteinkommen beiträgt, ist ein Wechsel der Steuerklassen empfehlenswert. Haben beide hingegen etwa gleich hohes Einkommen, können beide in Steuerklasse 4 bleiben.

Steuerklasse 4 mit Faktor

Eine weitere Möglichkeit, wenn beide Partner Einkommen beziehen, ist die Steuerklassen-Kombination 4 mit Faktor. Sie eignet sich für Ehepartner und eingetragene Lebenspartnerschaften,, bei denen unterschiedlich hohe Gehälter verdient werden, aber keine Aufteilung nach den Steuerklassen 3 und 5 gewünscht ist. Das kann durchaus einige Vorteile haben: Im nachfolgenden Kasten stellen wir Ihnen die Steuerklasse 4 mit Faktor und das damit verbundene Faktorverfahren deshalb noch einmal genauer vor.

Anzeige

Faktorverfahren und Splittingvorteil

Die Steuerklassen 3 und 5 werden üblicherweise bei großen Gehaltsunterschieden empfohlen, wenn einer der Partner zu 60 Prozent (Steuerklasse 3) und der andere (Steuerklasse 5) zu 40 Prozent des gemeinsamen Einkommens beiträgt. Ursächlich für die höheren Abzüge in Steuerklasse 5 ist unter anderem, dass hier der Grundfreibetrag nicht, dafür in Steuerklasse 3 in doppelter Höhe angerechnet wird. Mit der Aufteilung soll das Maximum an Nettogehalt auf dem Konto der Partner landen. Dies geschieht durch eine Ungleichverteilung der Steuerlast.

Eine Einordnung in Steuerklasse 4 ist im Vergleich deutlich gerechter, aber eben nur bei ähnlichen Einkommensverhältnissen lohnenswert. Seit einigen Jahren haben verheiratete Beschäftigte deshalb die Möglichkeit, das Faktorverfahren zu wählen, bei dem das sogenannte Ehegattensplitting praktiziert wird. Das kann anstelle der Kombination der Lohnsteuerklassen 3 und 5 oder 4 und 4 erfolgen.

Beide Ehepartner sind dann in Steuerklasse 4 eingeordnet, zusätzlich wird aber vom Finanzamt der Faktor angewendet. Der Grundsteuerfreibetrag jedes Ehepartners wird direkt beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Damit soll eine gerechtere Verteilung der Lohnsteuerabgaben erreicht werden. Vorteil: Die Lohnsteuerabzüge sind bei diesem Verfahren zwar höher als bei anderen Steuerklassenkombinationen. Allerdings liegen sie in etwa bei der zu erwartenden Jahressteuerschuld. Die wird vom Finanzamt im Voraus errechnet und durch 12 geteilt. Meist können durch die Steuerklassen 4 mit Faktor Nachzahlungen vermieden werden. Damit die endgültige Steuerlast jedoch geklärt wird, sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Es gibt somit keine falsche Wahl bei Steuerklassen als Paar – was Sie infolge einer ungünstigen Lohnsteuerklasse zu viel gezahlt haben, bekommen Sie später zurückerstattet.

Anzeige

Wofür gibt es Steuerklassen?

Nach deutschem Steuerrecht wird auf alle Einkünfte eine Steuer erhoben, die sogenannte Einkommenssteuer. Hierfür ist unerheblich, ob Sie Einkünfte erhalten aus…

  • nichtselbständiger Arbeit (so bei einem Angestelltenverhältnis),
  • selbständiger Arbeit (beispielsweise als Freiberufler),
  • Zinsen und Dividenden aus Sparguthaben oder
  • Mietzahlungen von Immobilien.

Eine spezielle Erhebungsform der Einkommenssteuer ist die Lohnsteuer, die bei nichtselbständiger Arbeit anfällt.

Selbstständige unterliegen nicht der Lohnsteuerpflicht. Das bedeutet, dass sie auch in keine der oben genannten Steuerklassen eingeordnet werden.

Wie hoch die Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag ausfallen, wird von den einzelnen Steuerklassen bestimmt. Um die Lohnsteuer korrekt berechnen zu können, richtet sich Ihr Arbeitgeber nach den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen („Elstam“, auch elektronische Lohnsteuerkarte genannt), die die frühere Lohnsteuerkarte aus Papier ersetzt haben. Individuelle Kriterien wie der Familienstand und etwaige Freibeträge werden direkt beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt, um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln. Hierbei handelt es sich letztlich aber erst um eine grobe Einschätzung. Welche Abgaben tatsächlich erforderlich sind oder was Sie gegebenenfalls erstattet bekommen, wird mit der Steuererklärung ermittelt.

Welche Freibeträge gibt es in den Steuerklassen?

Wie hoch die Abgaben in den einzelnen Steuerklassen sind, hängt auch von den jeweils enthaltenden Freibeträgen ab. Diese unterscheiden sich je nach Steuerklasse mitunter deutlich voneinander – werden teilweise gar nicht, einfach oder doppelt angewendet. In der folgenden Übersicht zeigen wir Ihnen, welche Freibeträge für die Steuerklassen 1 bis 6 gelten.

Steuerklasse 1

➠ Grundfreibetrag: 9.408 Euro
➠ Arbeitnehmerpauschbetrag: 1.000 Euro
➠ Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
➠ Kinderfreibetrag: 7.812 Euro
➠ Vorsorgepauschale nach Bruttolohn

Steuerklasse 2

➠ Grundfreibetrag: 9.408 Euro
➠ Arbeitnehmerpauschbetrag: 1.000 Euro
➠ Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
➠ Kinderfreibetrag: 7.812 Euro
➠ Vorsorgepauschale nach Bruttolohn
➠ Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende: 1.908 Euro (1. Kind), 240 Euro jedes weitere Kind

Steuerklasse 3

➠ Grundfreibetrag: 18.816 Euro
➠ Arbeitnehmerpauschbetrag: 1.000 Euro
➠ Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
➠ Kinderfreibetrag: 7.812 Euro
➠ Vorsorgepauschale nach Bruttolohn

Steuerklasse 4

➠ Grundfreibetrag: 9.408 Euro
➠ Arbeitnehmerpauschbetrag: 1.000 Euro
➠ Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
➠ Kinderfreibetrag: 3.906 Euro
➠ Vorsorgepauschale nach Bruttolohn

Steuerklasse 5

➠ Arbeitnehmerpauschbetrag: 1.000 Euro
➠ Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
➠ Vorsorgepauschale nach Bruttolohn

Steuerklasse 6

➠ Keine Freibeträge

Wirkt sich Arbeitslosigkeit auf die Steuerklasse aus?

Weder der Jobverlust selbst noch der Bezug von Arbeitslosengeld wirken sich auf Ihre Steuerklasse aus. Entscheidend für Ihre Eingruppierung ist nach wie vor der Familienstand. Genau das kann ein Problem sein, wenn in der Kombination Steuerklasse 3 plus 5 der Besserverdiener plötzlich arbeitslos wird: Unter steuerlichen Gesichtspunkten wäre ein Wechsel des Geringverdieners in Steuerklasse 3 sinnvoll, da Steuerklasse 5 hoch besteuert wird. Dieser Wechsel ist allerdings nur theoretisch sinnvoll, denn ganz praktisch macht die Agentur für Arbeit einen Strich durch die Rechnung: Wird in eine andere Steuerklasse gewechselt, fallen dafür im Gegenzug die Zahlungen des Arbeitslosengeldes geringer aus, darauf weist die Vereinigte Lohnsteuerhilfe hin.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
★★★★★ Bewertung: 5/5 - 6023 Bewertungen.
3. November 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


Weiter zur Startseite