Vermögenswirksame Leistungen: Was ist das?

Den Begriff Vermögenswirksame Leistungen haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Aber wissen Sie auch, was sich dahinter verbirgt und welchen Vorteil diese für Sie haben? Sollten Sie diese Fragen mit einem Nein beantworten müssen, geht es Ihnen wie viele anderen auch. Das ist jedoch ein Fehler, der Sie im schlimmsten Fall bares Geld kosten kann, denn – wie der Name schon andeutet – sind vermögenswirksame Leistungen geeignet, um zusätzliches Geld zu erhalten. Zwar kommt das Vermögen dabei nicht von heute auf morgen, es lohnt sich aber in jedem Fall und Sie sollten sich zumindest über die Möglichkeiten der vermögenswirksamen Leistungen informieren. Wir erklären, was vermögenswirksame Leistungen sind und wie Sie davon profitieren können…

Vermögenswirksame Leistungen: Was ist das?

Definition: Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen Definition Vergleich Bausparvertrag Arbeitgeber auszahlen RechnerIm Grunde sind Vermögenswirksame Leistungen (VL) eine Zahlung des Arbeitgebers – entweder auf freiwilliger Basis oder aufgrund einer Regelung im Tarif- oder Arbeitsvertrag. Die Leistungen sollen es Arbeitnehmern ermöglichen, Geld zur Seite zu legen und über mehrere Jahre zu sparen.

Zu beachten ist: Vermögenswirksame Leistungen tragen den Namen nicht ohne Grund, sondern sollen tatsächlich genutzt werden, um langfristig einen größeren Betrag zu ersparen. Aus diesem Grund werden die Leistungen auch nicht mit dem Gehalt ausbezahlt, wo sie sofort ausgegeben werden könnten, sondern fließen vom Arbeitgeber direkt in eine entsprechende Anlageform (welche Ihnen dabei zur Verfügung stehen, erklären wir weiter unten im Artikel).

Wie hoch die Extra-Zahlungen vom Chef sind, hängt von den entsprechenden Betriebs- oder Tarifverträgen ab – maximal erhält der Arbeitnehmer 480 Euro pro Jahr, also 40 Euro monatlich.

Das Beste ist: Sie selbst müssen kaum etwas dafür tun. Sie können sich beim Betriebsrat Ihres Arbeitgebers oder in der Personalabteilung informieren, ob Ihnen laut Vertrag vermögenswirksame Leistungen zustehen. Haben Sie die Bestätigung, können Sie sich bei Ihrer Bank beraten lassen und erhalten dort ein Formular, dass Sie wiederum Ihrem Chef vorlegen müssen – schließlich wird das Geld nicht direkt an Sie, sondern an die Bank überwiesen.

Ein Vermögen lässt sich nicht in ein paar Monaten ersparen, weshalb vermögenswirksame Leistungen über einen langen Zeitraum angelegt werden. Der Vertrag läuft normalerweise über eine Dauer von sieben Jahren. Die ersten sechs Jahre zahlt der Arbeitgeber monatlich den Ihnen zustehenden Betrag ein, das siebte Jahr ist ein Ruhejahr. In dieser Zeit können Sie entsprechend nicht auf Ihre vermögenswirksamen Leistungen zugreifen oder diese auszahlen lasen. Erst nach Ablauf dieser Zeit können Sie frei über das so entstandene Vermögen verfügen.

Wie groß dieses dann ist, hängt natürlich von der Höhe der Zahlungen, aber auch von der Art der Anlage ab.

Gibt es einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen Definition Vergleich Bausparvertrag Arbeitgeber Höhe AuszahlenArbeitnehmer würden es sich wünschen, doch die schlechte Nachricht lautet: Einen gesetzlichen Anspruch auf die Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen gibt es nicht. Ob Sie dennoch in den Genuss der zusätzlichen Zahlungen kommen, hängt somit von zwei anderen Punkten ab: Einer möglichen Regelung im Arbeits- beziehungsweise Tarifvertrag oder der Freiwilligkeit Ihres Arbeitgebers.

Heißt für Sie: Selbst wenn in Ihrem Vertrag nicht explizit festgehalten wurde, dass ein Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen besteht, sollten Sie nicht gleich aufgeben und das Vorhaben abschreiben.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und fragen Sie nach. Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberimage sind zwei wichtige Faktoren, Ihre Chef könnte also durchaus gewillt sein, Ihnen entgegenzukommen.

Im Falle einer Absage, bleibt eine letzte Möglichkeit: Sie können die vermögenswirksamen Leistungen aus eigener Tasche zahlen. In Absprache mit Ihren Arbeitgeber und einer Bank wird dann keine zusätzliche Zahlung vom Unternehmen geleistet, sondern ein entsprechender Teil von Ihrem Gehalt umgeleitet. Statt auf Ihrem Konto landet dieser dann als vermögenswirksame Leitung in einer Sparanlage.

Verschiedene Anlageformen für vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen werden von Ihrem Arbeitgeber (oder im Falle einer Eigenleistung von Ihnen selbst) gezahlt. Zur langfristigen Anlage werden diese direkt an eine Bank überwiesen, ein Umweg des Geldes über Ihr privates Konto findet nicht statt.

Die Anlageform Ihrer vermögenswirksamen Leistungen sollten Sie sich gut überlegen. Nicht nur Zinsen und Rendite unterscheiden sich, es können auch Zuschüsse vom Staat erhalten werden, mit denen die eigene Sparleistung noch einmal aufgebessert werden kann. Am besten lassen Sie sich vor dem Abschluss bei der Bank Ihrer Wahl über die verschiedenen Anlageformen noch einmal genau beraten.

Je nach Bank können dabei unterschiedliche Angebote gemacht werden und verschiedene Optionen zur Verfügung stehen. Im Vorfeld sollten Sie sich deshalb schon einmal Gedanken darüber machen, was Ihre Ziele sind – aber auch, welche Rahmenbedingungen Ihnen wichtig sind, beispielsweise wie groß das Risiko ist, das Sie eingehen wollen.

In der folgenden Liste stellen wir Ihnen die häufigsten Anlagemöglichkeiten für vermögenswirksame Leistungen vor:

  1. Banksparplan

    Vermögenswirksame Leistungen können über einen Banksparplan sehr sicher angelegt werden. Der Nachteil: Eine staatliche Förderung gibt es bei dieser Form der Anlage leider nicht, eingezahlt wird also nur das, was von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber kommt. Wie rentabel dies ist, hängt von der Höhe der Zinsen ab – zusätzlich bieten Banken manchmal einen Bonus nach Ablauf des Vertrages an.

    Die Angebote verschiedener Banken sind zwar ähnlich, die einzelnen Konditionen variieren aber durchaus und weichen in Details voneinander ab. Wer sich für das erstbeste Angebot entscheidet, vergibt möglicherweise die Chance, bessere Bedingungen zu finden. Vergleichen Sie deshalb unbedingt verschiedene Banken und lassen Sie sich vor Ort jeweils beraten und informieren.

  2. Bausparvertrag

    Sie planen bereits für die Zukunft und wollen ein Haus bauen oder kaufen? Dann kann ein Bausparvertrag die richtige Wahl für Ihre vermögenswirksamen Leistungen sein. Zu den Vorteilen zählt, dass auch diese Variante für vermögenswirksame Leistungen sehr sicher ist – allzu große Renditen und Zinsen auf die Anlage sind allerdings auch hier nicht zu erwarten.

    Attraktiv wird der Bausparvertrag aber durch einen weiteren Pluspunkt: Der Staat – genauer gesagt das Finanzamt – zahlt noch einmal 9 Prozent Arbeitnehmersparzulage auf maximal 470 Euro vermögenswirksamen Leistungen im Jahr. Weitere Voraussetzung für die Arbeitnehmersparzulage ist, dass Ihr jährlich zu versteuerndes Einkommen unter 17.900 Euro liegt.

  3. Aktienfonds

    Wer bereit ist, ein wenig mehr Risiko einzugehen und im Gegenzug die Chance auf eine höhere Rendite zu erhalten, kann seine vermögenswirksamen Leistungen auch in Aktienfonds anlegen. Noch wichtiger als bei den anderen Anlageformen ist hier die Beratung und das Vertrauen in Ihren Bankberater und den Aktienfonds – immerhin hängt davon ab, wie sich Ihr Vermögen entwickelt.

    Vorteilhaft ist, dass Sie auch hier die Möglichkeit auf eine Arbeitnehmersparzulage vom Staat haben. Bleibt Ihr zu versteuerndes Einkommen unter 20.000 Euro, gibt es vom Staat bis zu einer vermögenswirksamen Leistung von maximal 400 Euro noch einmal 20 Prozent der eingezahlten Summe (maximal also 80 Euro) obendrauf.

Eine Sonderform für die Nutzung vermögenswirksamer Leistungen kann es geben, wenn Sie bereits einen Kredit für eine Immobilie aufgenommen haben. Hier kann es möglich sein, dass Sie die vermögenswirksamen Leistungen nutzen, um direkt den Kredit zu tilgen.

Vermögenswirksame Leistungen sind gerade für Geringverdiener attraktiv

Vermögenswirksame Leistungen Definition Arbeitgeber Sparen Erklärung wie viel Höhe RechnerVermögen – das klingt nach Reichtum, Millionen auf dem Konto und sechsstelligen Gehältern im Jahr. Tatsächlich zielen vermögenswirksame Leistungen aber genau in die andere Richtung und sollen insbesondere auch Geringverdiener ansprechen. Wer ohnehin genügend Geld übrig hat, kann jederzeit etwas zur Seite legen und braucht dafür nicht zwangsläufig Zuschüsse vom Arbeitgeber oder vom Staat – ist das Geld jedoch eher knapp, sind vermögenswirksame Leistungen eine Chance, trotzdem Kapital aufbauen zu können.

Wer glaubt: Ich verdiene zu wenig, um zu sparen und einen wirklichen Betrag anzusparen, sollte sich deshalb die Möglichkeiten der vermögenswirksamen Leistungen nicht entgehen lassen. Über die gesamte Laufzeit kommen dabei schnell mehrere Tausend Euro zusammen – wenn es finanziell möglich ist und Sie selbst noch eine Eigenleistung beitragen können, sogar noch einmal mehr.

Das reicht vielleicht nicht, um sich das Traumhaus zu kaufen, aber ein Anfang ist es in jedem Fall. Vor allem, wenn die Zahlungen vom Arbeitgeber kommen, sind es schließlich mehrere Tausend Euro zusätzlich und ganz ohne Mehraufwand.

[Bildnachweis: nito by Shutterstock.com]
4. Februar 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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