Alles auf einen Blick
- Definition: Fringe Benefits sind betriebliche Zusatzleistungen und Gehaltsextras, die Unternehmen einem Mitarbeiter zusätzlich zum regulären Gehalt gewähren.
- Nettolohnoptimierung: Viele Leistungen sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Sie kommen ohne Abzüge beim Arbeitnehmer an.
- Sachbezugsgrenze: Die monatliche Freigrenze für Sachzuwendungen (z.B. Tank- oder Einkaufsgutscheine) liegt bei 50 Euro.
- Zusätzlichkeitsgebot: Steuerliche Vorteile greifen nur, wenn Fringe Benefits zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Gehaltsumwandlungen sind unzulässig.
- Freiwilligkeit: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Fringe Benefits. Sie sind eine freiwillige Leistung von Arbeitgebern für die gesamte Belegschaft oder nach individueller Verhandlung.
Was sind Fringe Benefits genau?
Fringe Benefits ist ein Sammelbegriff für betriebliche Zusatzleistungen, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern freiwillig als Ergänzung zum Gehalt zur Verfügung stellen. Das können finanzielle Leistungen sein, aber auch zahlreiche nicht-monetäre Angebote, Vorteile und Vergünstigungen gehören zu den Fringe Benefits.
Fringe Benefits Synonym
Synonym wird von Corporate Benefits, Sachzuwendungen, Lohnnebenleistungen oder steuerfreien Extras gesprochen.
Beispiele für betriebliche Zusatzleistungen
Unternehmen können selbst entscheiden, welche Fringe Benefits sie Mitarbeitern anbieten. Dabei gibt es eine große Auswahl an Möglichkeiten. Unsere Übersicht zeigt die häufigsten und beliebtesten Beispiele – mit Regelungen, wann diese sogar steuerfrei sind:
Personalrabatte
Viele Arbeitgeber bieten Mitarbeitern die eigenen Produkte oder Dienstleistungen vergünstigt an. Bis zu 1.080 Euro im Jahr bleiben bei einem Personalrabatt steuerfrei. Beispiel: Sie kaufen beim eigenen Unternehmen Waren für 5.000 Euro und zahlen durch den Rabatt nur 4.000 Euro. Die Differenz müssen Sie nicht versteuern, weil der Freibetrag diese abdeckt.
Vergünstigungen bei anderen Firmen
Nicht nur bei eigenen Leistungen kann es Rabatte geben. Unternehmen können über Corporate Benefit Programme mit großen Marken zusammenarbeiten und der Belegschaft besonders gute Konditionen und Vergünstigungen sichern. So können Angestellte bei beliebten Marken einkaufen und eine Menge Geld sparen.
Weihnachts- / Urlaubsgeld
Zusätzliche Bezahlung in Form von Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld kann eine gute Lohnnebenleistung für Mitarbeiter sein. Neben dem normalen Verdienst gibt es ein- oder zweimal im Jahr eine größere Zahlung – diese muss allerdings voll versteuert werden.
Dienstwagen
Der Dienstwagen ist ein beliebtes Benefit, gerade wenn der Firmenwagen auch privat genutzt werden kann. Die Privatnutzung muss dabei versteuert werden (siehe: 1-Prozent-Regelung), trotzdem kann sich das Auto finanziell lohnen. Alternativ ist für kürzere Strecken auch ein Dienstrad möglich.
Jobticket
Wer täglich mit der Bahn zur Arbeit fährt, hat einige Kosten. Durch ein Jobticket können Unternehmen diese auffangen oder sich daran beteiligen. Die Kostenübernahme oder Zuschüsse bleiben für Mitarbeiter komplett steuerfrei.
Flexible Arbeitszeiten
Dieser Benefit hat nichts mit Geld zu tun, ist aber besonders gefragt: Flexible Arbeitszeitmodelle sind für Mitarbeiter besonders wichtig. Egal, ob Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit oder Gleitzeit – je flexibler die Arbeit gestaltet werden kann, desto attraktiver ist die Beschäftigung für Arbeitnehmer.
Smartphone / Laptop
Arbeitgeber können Mitarbeiter technische Geräte wie Smartphone oder Laptop überlassen und zur privaten Nutzung zur Verfügung stellen. Damit sind für Angestellte keinerlei Kosten verbunden und die Verwendung ist steuerfrei. Die Technik muss offiziell aber in Besitz des Unternehmens bleiben und bei Ende der Zusammenarbeit zurückgegeben werden.
Kinderbetreuung
Kinderbetreuung ist oftmals teuer, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aber ein wichtiger Faktor. Als Fringe Benefit können Arbeitgeber steuerfrei und in unbegrenzter Höhe Beiträge für die Kinderbetreuung übernehmen. Der Chef kann monatlich einen Beitrag für die Betreuungseinrichtung zahlen oder die Kosten komplett übernehmen. Zusätzlich sind bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei möglich, wenn ein Kind kurzfristig im Notfall betreut werden muss.
Gesundheitsförderung
Bis zu 600 Euro im Jahr können Arbeitgeber steuerfrei zahlen, um die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter zu finanzieren. Das kann beispielsweise für ein Fitnessstudio oder spezielle Kurse genutzt werden. Voraussetzung: Die Angebote müssen von der Krankenkasse anerkannt sein.
Sachzuwendungen
Eintrittskarten zu großen Veranstaltungen, Tankgutscheine oder ein Restaurantgutschein? Solche Sachzuwendungen können monatlich bis zu 50 Euro vom Arbeitgeber gezahlt werden und bleiben steuerfrei. Bei dem Betrag handelt es sich jedoch um eine Freigrenze. Heißt: Werden die 50 Euro überschritten, muss die gesamte Summe versteuert werden – nicht nur der Betrag, der darüber liegt.
Betriebliche Altersvorsorge
Um im Alter keine finanziellen Sorgen zu haben, kann eine betriebliche Altersvorsorge helfen. Unternehmen können dabei Zuschüsse übernehmen und den angesparten Betrag des Mitarbeiters vergrößern. Über Jahre und Jahrzehnte kann so ein erstaunlicher Betrag zusammenkommen.
Was ist das Cafeteria-Modell?
Das Cafeteria-Modell (auch Cafeteria-System) ist ein Konzept der Zusatzleistungen, bei denen Mitarbeiter frei und flexibel wählen können, welche Angebote sie nutzen wollen. So kann jeder Arbeitnehmer individuell nach eigenen Vorstellungen und Erwartungen die für ihn oder sie bestmöglichen Fringe Benefits zusammenstellen.
Fringe Benefits: Vor- und Nachteile
Freiwillige Zusatzleistungen vom Unternehmen haben einige Vorteile – nicht nur für den Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber selbst. Auf der anderen Seite kann das System aber einige Nachteile haben.
Vorteile für Mitarbeiter
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Geld
Für Angestellte zahlen sich Fringe Benefits finanziell aus. Egal, ob es sich um direkte Zahlungen handelt oder um Sachleistungen: Sie bekommen mehr Geld oder können Kosten einsparen. Am Ende bleibt in jedem Fall mehr von Ihrem Jahresgehalt übrig.
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Wertschätzung
Da die Leistungen freiwillig sind, ist es ein Zeichen der Wertschätzung durch den Arbeitgeber. Der Betrieb sieht Leistungen nicht als selbstverständlich an, sondern macht sich Gedanken darüber, wie er die Bedürfnisse und Erwartungen seiner Belegschaft erfüllen kann.
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Zufriedenheit
Bietet ein Unternehmen zusätzliche finanzielle oder Sachleistungen an, sind Mitarbeiter zufriedener mit dem eigenen Job und dem Arbeitgeber. Das Betriebsklima ist besser und es kommt zu einer größeren Identifikation mit dem Arbeitgeber.
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Individualität
Durch flexible Gestaltung und Vereinbarungen können Mitarbeiter individuell die Benefits wählen, die bestmöglich zur eigenen Situation passen. Das maximiert den Nutzen und bringt jedem Angestellten genau das, was er am meisten braucht.
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Employer Branding
Im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter wollen Unternehmen sich als attraktive Arbeitgeber positionieren. Für das Employer Branding sind Angebote über das reine Gehalt hinaus wichtige Faktoren. Die Botschaft an gefragte Talente: Wir haben mehr zu bieten!
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Loyalität
Ziel der Benefits ist auch die Mitarbeiterbindung. Wichtige Mitarbeiter sollen in den eigenen Reihen gehalten werden, damit Know-how und Erfahrung nicht zur Konkurrenz wechselt. Von der Loyalität profitieren Unternehmen auch finanziell, da Stellen nicht so oft neu besetzt werden müssen.
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Motivation
Zufriedene Mitarbeiter arbeiten motivierter, produktiver und schlichtweg besser. Durch die Investition in das eigene Personal profitieren Arbeitgeber somit im Gegenzug selbst. Die Leistungen an Mitarbeiter sorgen für Motivation und somit bessere Ergebnisse.
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Steuern
Je nach Ausgestaltung sind Fringe Benefits innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei. So sind die Kosten für Arbeitgeber letztlich geringer, als bei einer reinen Gehaltserhöhung. Für eine solche müssen volle Steuer- und Sozialabgaben gezahlt werden.
Vorteile für Unternehmen
Nachteile für Mitarbeiter
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Bruttogehalt
Teilweise werden solche Leistungen anstelle einer Gehaltserhöhung gewährt. Das kann dazu führen, dass Ihr Bruttogehalt etwas geringer ausfällt. Wenn Sie die Benefits voll nutzen, gleicht sich das aber schnell aus und es entsteht ein finanzieller Vorteil.
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Verhandlung
Bietet das Unternehmen die zusätzlichen Leistungen nicht von sich aus an, müssen Mitarbeiter diese in der Verhandlung aktiv ansprechen und fordern. Das fällt vielen schwer. Statt sich für den eigenen Wunsch einzusetzen, finden sich viele mit der Situation ab.
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Kosten
Für Arbeitgeber kann es eine sinnvolle Investition sein, diese ist aber trotzdem mit einigen Kosten verbunden. Je nach Angebot und Größe des Unternehmens muss ein entsprechender Betrag einkalkuliert werden.
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Anspruch
Durch betriebliche Übung kann für Mitarbeiter ein Anspruch auf die Leistungen entstehen. In diesem Fall können Arbeitgeber die Sachleistungen nicht mehr streichen. Typischerweise ist dies nach dreimaliger Gewährung der Fall, wenn nicht explizit durch einen Freiwilligkeitsvorbehalt festgelegt wird, dass sich keine zukünftigen Ansprüche ableiten lassen.
Nachteile für Unternehmen
Wer bekommt Fringe Benefits?
Da Fringe Benefits freiwillige Leistungen des Arbeitgebers sind, hat nicht automatisch jeder Mitarbeiter einen Anspruch darauf. Unternehmen können sich dazu entscheiden, der gesamten Belegschaft Sachleistungen zu gewähren, die Vorzüge können aber auch nur für bestimmte Gruppen gelten. So können Führungskräfte andere Lohnnebenleistungen erhalten als Mitarbeiter unterer Hierarchiegruppen. Gibt es keine allgemeine Regelung, sind die Benefits das Ergebnis individueller Verhandlung.
Verhandeln Sie selbst Ihre Benefits
Wenn Sie Nebenleistungen zusätzlich zum Gehalt bekommen wollen, müssen Sie dies in der Gehaltsverhandlung mit Ihrem Chef ansprechen. Hier können Sie individuelle Lösungen aushandeln, die in Ihrem Arbeitsvertrag oder einer zusätzlichen Vereinbarung schriftlich festgehalten werden.
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