Durchschnittsgehalt: Das verdienen Arbeitnehmer in Deutschland

Das Durchschnittsgehalt ist ein Gradmesser. Wer darüber liegt, ist ein Gewinner. Wer darunter ist, steht auf der Verliererseite. So allgemein lässt sich das aber nicht sagen! Die Aussagekraft beim Durchschnittsgehalt ist begrenzt. Wer den eigenen Verdienst nur daran bemisst, sorgt für unnötigen Frust über den eigenen Job. Trotzdem ist ein Vergleich mit dem Durchschnittsgehalt natürlich sehr spannend. Wir zeigen, wie hoch das Durchschnittsgehalt in Deutschland in verschiedenen Berufen, Branchen und Bundesländern ist – und worauf Sie bei einer Analyse des Durchschnittsgehalts achten sollten…

Durchschnittsgehalt: Das verdienen Arbeitnehmer in Deutschland

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Durchschnittsgehalt in Deutschland

Es ist die Frage aller Fragen zum Durchschnittsgehalt: Wie viel verdient Deutschland? Laut Statistischem Bundesamt liegt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer hierzulande bei 3.994 Euro. Mögliche Sonderzahlung wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld sind darin nicht berücksichtigt.

Das Durchschnittsgehalt aller Arbeitnehmer in Deutschland – inklusive geringfügiger Beschäftigungen und Teilzeitarbeit – liegt bei 3.099 Euro (Quelle: Statista).

Durchschnittsgehalt für Männer und Frauen

In Deutschland gibt es weiterhin ein Gender Gap. Zwischen den Geschlechtern gibt es also Gehaltsunterschiede. Das Durchschnittsgehalt für Männer in Vollzeit liegt bei 4.181 Euro brutto, Frauen verdienen durchschnittlich nur 3.559 Euro brutto für eine Vollzeittätigkeit.

Durchschnittsgehalt für Führungskräfte

Höhere Positionen bekommen ein besseres Gehalt. Das zeigt auch die Erhebung aus dem StepStone Gehaltsreport von Fach- und Führungskräften. Hier liegt das Durchschnittsgehalt bei 4898,75 Euro brutto pro Monat. Das entspricht einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 58.785 Euro.

Durchschnittsgehalt für Absolventen

Wie viel ein Uni-Abschluss bringt, zeigt sich am Durchschnittsgehalt für Absolventen beim Berufseinstieg. Laut Gehaltsreport liegt dies bei stolzen 3.736,33 Euro (44.836 Euro Bruttojahresgehalt). Damit verdienen Absolventen schon zu Beginn der Karriere mehr, als viele andere Arbeitnehmer im Laufe des Berufslebens. Allerdings gibt es auch zahlreiche Studiengänge, die hinter diesem Wert zurückbleiben.

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Darauf müssen Sie beim Durchschnittsgehalt achten

Das Durchschnittsgehalt berücksichtigt alle Gehälter eines festgelegten Bereichs und teilt diese durch die Gesamtanzahl. So soll der Wert vermeintliche Ordnung ins deutsche Gehälter-Dickicht bringen. Trotzdem ist das Durchschnittsgehalt immer unter Vorbehalt zu bewerten. Warum, zeigt ein einfaches Beispiel:

Ein Friseur verdient 22.000 Euro im Jahr, sein Kollege 25.000 Euro, eine Konkurrentin 26.000 Euro. Nummer vier hat seine Ausbildung absolviert und steigt mit 18.000 Euro ein. Nummer fünf aber, ein Star-Coiffeur für die Reichen und Schönen, kommt auf 146.000 Euro jährlich. Das Durchschnittsgehalt dieser fünf Friseure beträgt nun 47.400 Euro – ein Gehalt, von dem vier der fünf Befragten nur träumen können.

Nur ein Drittel über dem Durchschnittsgehalt

Auch das Statistische Bundesamt ermittelte, dass nur ein Drittel der Beschäftigten mehr als das Durchschnittsgehalt verdient. Die Mehrheit liegt mit dem Verdienst darunter. Wenn Sie weniger als das Durchschnittsgehalt verdienen, ist das also noch lange kein Grund, sich ungerecht behandelt zu fühlen oder Frust über die eigene Bezahlung zu entwickeln.

Sie können die durchschnittliche Bezahlung als Orientierung sehen, sollten sich aber nicht allein daran messen. Wichtig ist außerdem, den Rahmen so konkret wie möglich zu wählen, um eine Vergleichbarkeit zu erzeugen. Wird das Durchschnittsgehalt auf Branchen, Regionen oder bestimmte Faktoren eingegrenzt, wird das Ergebnis immer genauer.

Durchschnittsgehalt nach verschiedenen Faktoren

Für einen besseren Vergleich haben wir deshalb die Durchschnittsgehälter abhängig von verschiedenen Faktoren übersichtlich zusammengestellt. So können Sie besser nachvollziehen, welche durchschnittlichen Bezahlungen für Ihren Job wirklich realistisch sind:

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Durchschnittsgehalt nach Bundesländern

Der Standort eines Arbeitgebers entscheidet über die durchschnittliche Bezahlung. Klassischerweise sind die Gehälter im Süden besonders hoch, im Osten verdienen Arbeitnehmer deutlich weniger. Entsprechend wichtig ist es, das Durchschnittgsgehalt nach Regionen zu unterscheiden. Die folgenden Tabellen zeigen die Durchschnittsgehälter der einzelnen Bundesländer unterteilt in Berufseinsteiger nach einer Ausbildung, Uni- und Hochschul-Absolventen sowie Fach- und Führungskräfte (Quellen: gehalt.de Gehaltsatlas; StepStone Gehaltsreport).

Durchschnittliche Bezahlung nach einer Ausbildung

Bundesland Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Hessen 35.117 Euro
Baden-Württemberg 33.418 Euro
Hamburg 32.590 Euro
Bayern 32.368 Euro
Nordrhein-Westfalen 31.020 Euro
Rheinland-Pfalz 30.272 Euro
Bremen 29.499 Euro
Saarland 29.244 Euro
Berlin 29.081 Euro
Niedersachsen 28.256 Euro
Schleswig-Holstein 27.175 Euro
Thüringen 24.947 Euro
Sachsen 24.605 Euro
Brandenburg 24.297 Euro
Sachsen-Anhalt 24.282 Euro
Mecklenburg-Vorpommern 23.380 Euro


Durchschnittliche Bezahlung nach einem Studium

Bundesland Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Bayern 47.236 Euro
Baden-Württemberg 47.018 Euro
Hessen 46.813 Euro
Nordrhein-Westfalen 44.315 Euro
Schleswig-Holstein 43.999 Euro
Niedersachsen 43.069 Euro
Bremen 43.005 Euro
Saarland 42.936 Euro
Hamburg 42.857 Euro
Rheinland-Pfalz 42.787 Euro
Berlin 41.670 Euro
Brandenburg 41.326 Euro
Mecklenburg-Vorpommern 40.639 Euro
Sachsen-Anhalt 39.974 Euro
Thüringen 39.663 Euro
Sachsen 38.657 Euro


Durchschnittliche Bezahlung von Fach- und Führungskräften

Bundesland Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Hessen 64.335 Euro
Bayern 62.243 Euro
Baden-Württemberg 61.677 Euro
Hamburg 59.111 Euro
Nordrhein-Westfalen 58.815 Euro
Rheinland-Pfalz 55.933 Euro
Bremen 55.786 Euro
Saarland 55.692 Euro
Berlin 54.392 Euro
Niedersachsen 54.150 Euro
Schleswig-Holstein 52.563 Euro
Thüringen 48.334 Euro
Sachsen 47.292 Euro
Sachsen-Anhalt 46.890 Euro
Brandenburg 46.575 Euro
Mecklenburg-Vorpommern 45.135 Euro


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Durchschnittsgehalt nach Branchen

Einige Branchen zahlen besonders gut, andere leider nur sehr schlecht. Die Unterschiede sind hier zum Teil wirklich enorm, weshalb ein branchenübergreifendes Durchschnittsgehalt fast immer eine verzerrte Darstellung der Realität ist. Um ein besseres Bild zu zeichnen, zeigen wir Ihnen das Durchschnittsgehalt in unterschiedlichen Branchen – auch hier getrennt nach Absolventen und Fach- und Führungskräften:

Durchschnittliche Bezahlung nach Branchen für Absolventen

Branche Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Fahrzeugbau- und -zulieferer 51.410 Euro
Chemie 50.227 Euro
Pharma 50.175 Euro
Luft- und Raumfahrt 49.393 Euro
Elektrotechnik 48.936 Euro
Medizintechnik 48.928 Euro
Maschinen- und Anlagenbau 48.735 Euro
Metallindustrie 48.353 Euro
Versicherungswesen 48.218 Euro
Banken 47.536 Euro
Unternehmensberatung 46.985 Euro
Energie- und Wasserversorgung 46.280 Euro
Finanzdienstleister 45.511 Euro
IT und Internet 45.458 Euro
Telekommunikation 44.813 Euro
Wissenschaft und Forschung 44.745 Euro
Baugewerbe und -industrie 44.371 Euro
Immobilien 44.311 Euro
Transport und Logistik 43.675 Euro
Konsum- und Gebrauchsgüter 43.413 Euro
Sonstige Branchen 42.185 Euro
Groß- und Einzelhandel 41.766 Euro
Nahrungs- und Genussmittel 41.399 Euro
Personaldiensleistungen 41.390 Euro
Gesundheit und soziale Dienste 40.605 Euro
Öffentlicher Dienst und Verbände 40.562 Euro
Medien 39.499 Euro
Bildung und Training 38.686 Euro
Agentur, Werbung, Marketing und PR 36.181 Euro
Freizeit, Touristik, Kultur und Sport 35.339 Euro


Durchschnittliche Bezahlung nach Branchen für Fach- und Führungskräfte

Branche Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Banken 69.703 Euro
Pharma 69.515 Euro
Fahrzeugbau und -zuliferer 68.778 Euro
Chemie 66.972 Euro
Konsum- und Gebrauchsgüter 65.789 Euro
Luft- und Raumfahrt 65.545 Euro
Maschinen- und Anlagenbau 64.892 Euro
Versicherungen 64.766 Euro
Medizintechnik 64.556 Euro
Energie- und Wasserversorgung 64.300 Euro


Durchschnittsgehalt nach Studiengängen

Ein Studium liefert die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. Es gilt als wichtiger Grundstein: Für einen guten Job und ein gutes Gehalt. Wie hoch das Durchschnittsgehalt ausfällt, hängt dabei jedoch vom jeweiligen Studiengang ab:

Durchschnittliche Bezahlung für Absolventen nach Studienfach

Studiengang Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Medizin und Zahnmedizin 51.703 Euro
Wirtschaftsingenieurwesen 49.806 Euro
Naturwissenschaft 48.996 Euro
Ingenieurwissenschaft 48.782 Euro
Mathematik und Informatik 48.231 Euro
Wirtschaftsinformatik 48.018 Euro
Rechtswissenschaften 45.872 Euro
Wirtschaftswissenschaften 43.189 Euro
Psychologie 42.876 Euro
Sozialwissenschaften 39.487 Euro
Lehramt 38.935 Euro
Erziehungswissenschaften 37.903 Euro
Architektur 37.820 Euro
Design 35.925 Euro
Geisteswissenschaft 35.575 Euro
Geschichts- und Kulturwissenschaft 35.181 Euro


Durchschnittliche Bezahlung für Fach- und Führungskräfte nach Studienfach

Studiengang Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Medizin und Zahnmedizin 92.215 Euro
Rechtswissenschaften 77.877 Euro
Wirtschaftsingenieurwesen 72.437 Euro
Ingenieurwissenschaft 70.879 Euro
Wirtschaftsinformatik 70.321 Euro


Durchschnittsgehalt nach Bildungsabschluss

Bildung macht sich bezahlt. Ein höherer Bildungsabschluss führt zu einem – teilweise deutlich – höheren durchschnittlichen Gehalt. Mit einem besseren Abschluss können so schnell mehrere Tausend Euro im Jahr zusätzlich verdient werden (Quelle: Xing Gehaltsstudie):

Studiengang Durchschnittsgehalt (Jahresbrutto)
Promotion 101.534 Euro
Master / Diplom / 2. Staatsexamen 81.143 Euro
Bachelor / Vordiplom / 1. Staatsexamen 69.613 Euro
Meister / Fachwird 65.206 Euro
Abitur / Fachhochschulreife 61.541 Euro
Mittlere Reife / Realschulabschluss 57.168 Euro
Hauptschulabschluss 50.973 Euro


Trick für mehr Gehalt: Legen Sie eine Leistungsmappe an!

Viele hätten zwar gerne eine Gehaltserhöhung, doch fällt ihnen die Gehaltsverhandlung schwer. Vor allem, weil Ihnen gute Argumente fehlen. Ein ebenso wirksamer wie überzeugender Trick hierbei ist die sogenannte Leistungsmappe. Darin sammeln Sie harte Fakten und Argumente für mehr Geld. Wie das funktioniert, erklärt das folgende Video:

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