Pendlerpauschale: Höhe 2022, Höchstgrenze und Berechnung

Müssen Arbeitnehmer jeden Tag zur Arbeit fahren, kann das ganz schön teuer sein. Durch die Pendlerpauschale dürfen deshalb 30 Cent pro Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte von der Steuer abgesetzt werden. Für größere Entfernungen gilt sogar eine höhere Pendlerpauschale. Wir erklären, was Sie zur steuerlichen Pauschale für Pendler wissen müssen und wie sich diese berechnet…

Pendlerpauschale: Höhe 2022, Höchstgrenze und Berechnung

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Definition: Was ist die Pendlerpauschale?

Die Pendlerpauschale (offiziell Entfernungspauschale) ist eine steuerliche Subvention für Erwerbstätige, die zu ihrer Arbeitsstätte pendeln. So können Arbeitnehmer steuern sparen. Bei der Steuererklärung senkt die Pauschale das zu versteuernde Einkommen. Heißt: Sie zahlen auf das Jahr gesehen weniger Einkommensteuer. Für Berufspendler zählt die Entfernungspauschale zu den Werbungskosten (§ 9 des Einkommensteuergesetzes)

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Wie hoch ist die Pendlerpauschale?

Die Pendlerpauschale 2022 beträgt 30 Cent für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Ihrem Wohnort und der ersten Tätigkeitsstätte (also Ihrem Arbeitsplatz). Da es sich um einen pauschalen Betrag handelt, müssen Sie keine Belege oder tatsächliche Kostennachweise vorlegen, um diesen Betrag geltend machen zu können.

Für Fernpendler gilt seit dem vergangenen Jahr eine erhöhte Pendlerpauschale. Ab dem 21. Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz können Sie jeweils 35 Cent von der Steuer absetzen. Diese Regelung gilt bis zum Ende des Jahres 2023. Ab Januar 2024 wird die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer sogar auf 38 Cent erhöht. Grund sind höhere Benzinpreise durch steigende Abgaben für CO2.

Erhöhte Pauschale nur für weitere Kilometer

Wichtig ist: Wenn Sie mehr als 20 Kilometer pendeln, dürfen Sie die erhöhte Pendlerpauschale von 35 Cent nur für die Kilometer ansetzen, die darüber liegen. Für die ersten 20 Kilometer gilt auch bei langen Strecken die normale Entfernungspauschale von 30 Cent.

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Pendlerpausche Rechner: Beispiel für die Berechnung

Mit den Beträgen können Sie die Höhe Ihrer individuellen Pendlerpauschale berechnen. Zum besseren Verständnis ein einfaches Beispiel: Zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitsplatz liegen 45 Kilometer. Sie haben eine typische 5-Tage-Woche, arbeiten stets im selben Büro und pendeln mit Ihrem Privatauto. Wie hoch ist die Pendlerpauschale, die Sie steuerlich geltend machen können?

Für die Berechnung multiplizieren Sie zunächst die Kilometer mit den jeweils geltenden Pauschalen. Für die ersten 20 Kilometer je 30 Cent, für die weiteren Kilometer je 35 Cent:

  • 20 Kilometer mal 0,30 Euro = 6 Euro
  • 25 Kilometer mal 0,35 Euro = 8,75 Euro

Für jeden Werktag beträgt Ihre Pendlerpauschale 14,75 Euro (6 Euro + 8,75 Euro) für die Fahrtstrecke. Auf das Jahr gerechnet multiplizieren Sie diesen Betrag mit den Arbeitstagen. Bei einer 5-Tage-Woche werden 220 Tage angenommen, ergibt 3.245 Euro (14,75 Euro mal 220 Tage). Ihr zu versteuerndes Einkommen reduziert sich für das Kalenderjahr entsprechend um die Pendlerpauschale von 3.245 Euro.

Hin- und Rückweg? Nur einfache Strecke!

Bei der Berechnung Ihrer Pendlerpauschale gilt: Auch wenn Sie täglich hin und zurück fahren, dürfen Sie pro Arbeitstag nur für die einfache Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz nutzen. Im Beispiel wird für die Berechnung also nur einmal die Strecke von 45 Kilometern genutzt – die Rückfahrt wird nicht berücksichtigt.

Pendelt ein Mitarbeiter an einem Arbeitstag zum Arbeitsplatz und an einem anderen zurück (beliebtes Beispiel: Flugbegleiter) darf für diese Tage jeweils nur die halbe Pendlerpauschale angerechnet werden.

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Anspruch: Wer bekommt die Pendlerpauschale?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer, der eine Wegstrecke zu seinem Job zurücklegt, Anspruch auf die Nutzung der Pendlerpauschale. Laut Studien sind das in Deutschland mittlerweile fast 20 Millionen Menschen, die zwischen Wohnort und Arbeitsplatz pendeln. Unerheblich ist die Wahl des Verkehrsmittels. Egal, ob Sie mit dem Auto, Zug, Taxi, Fahrrad oder gar zur Fuß zur Arbeit kommen – Sie bekommen die Pendlerpauschale für die Entfernung angerechnet.

Voraussetzung: Sie müssen an den Tagen, für die Sie die Entfernungspauschale steuerlich geltend machen wollen, tatsächlich die Strecke zu Ihrem Arbeitsplatz zurückgelegt haben. Wenn Sie im Homeoffice bleiben, dürfen Sie für den Tag keine Pendlerpauschale berechnen – dafür in den letzten zwei Jahren die Homeoffice-Pauschale. Auch wenn Sie die Strecke mit dem Flugzeug zurücklegen, gilt eine Ausnahme: Hier dürfen Sie die Entfernungspauschale nicht ansetzen und müssen die tatsächlichen Ticketpreise absetzen.

Gibt es eine Höchstgrenze zur Pendlerpauschale?

Für die Pendlerpauschale gilt zunächst eine Höchstgrenze von 4.500 Euro im Jahr. Für Extrempendler kann das ein Nachteil sein. Aber auch hier die Ausnahme: Wenn Sie Ihren eigenen Pkw oder einen Firmenwagen benutzen, gilt die Höchstgrenze nicht. Sie müssen jedoch nachweisen können, dass Ihre Kosten den Höchstbetrag wirklich überschreiten.

Gleiches gilt für die Kosten bei Pendlern mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Pendeln Sie beispielsweise mit der Bahn und haben tatsächlich höhere Kosten, als vom Höchstbetrag gedeckt sind, können Sie diese mit Belegen absetzen. Halten Sie daher unbedingt Fahrscheine und Rechnungen fest.

Anzahl der Arbeitstage

Grundsätzlich greift die Pendlerpauschale nur für Arbeitstage, an denen Sie tatsächlich zum Arbeitsplatz gefahren sind. Wer fünf Tage die Woche zur Arbeitsstätte fährt kann in der Regel 220 bis 230 Fahrten im Jahr angeben. Bei einer 6-Tage-Woche erhöht sich die Anzahl auf bis zu 280 Tage. Denken Sie daran, Homeoffice-Zeiten abzuziehen.

Wie berechnet sich die Entfernung für die Pauschale?

Um Ihre Pendlerpauschale beziffern zu können, müssen Sie die Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ausrechnen. Dabei ist stets die kürzeste Straßenverbindung maßgebend. „Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird“, so das Einkommensteuergesetz.

Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die kürzeste Strecke durch eine Baustelle versperrt ist. Diese Entfernung gilt auch dann, wenn Sie gar nicht mit dem Auto, sondern mit der Bahn pendeln.

Erste Tätigkeitsstätte

Die Pendlerpauschale bemisst sich an der Strecke zur sogenannten ersten Tätigkeitsstätte. Bei einem Mitarbeiter im Büro, der dort jeden Tag arbeitet, ist dies eindeutig. Komplizierter kann es sein, wenn ein Arbeitnehmer an verschiedenen Orten eingesetzt wird. Entscheidend ist dann, welcher Arbeitsstätte ein Mitarbeiter dauerhaft zugeordnet ist.

Gibt es keine klare Zuordnung, gilt der Ort, an dem Sie zwei volle Arbeitstage pro Woche oder zwei Drittel ihrer Arbeitszeit arbeiten.

Verschiedene Wohnungen

Haben Sie mehrere Wohnungen wird für die Berechnung der Pendlerpauschale zunächst der Wohnort genommen, der Ihrem Arbeitsplatz am nächsten liegt. Eine andere Wohnung kann nur dann für die Pendlerpauschale genutzt werden, wenn diese der Mittelpunkt der Lebensinteressen eines Arbeitnehmers ist. Darüber hinaus können Sie auch die Kosten für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung geltend machen – über die Höchstgrenze von 4.500 Euro hinaus.

Pendlerpauschale in der Steuererklärung

Für die eigentliche Pendlerpauschale müssen Sie keine Belege sammeln. Anders kann es sein, wenn Sie den Höchstbetrag überschreiten. Um die tatsächlich anfallenden, höheren Kosten in der Steuererklärung anzusetzen, müssen Sie diese mit Belegen nachweisen können.

In der Steuererklärung geben Sie die Pendlerpauschale in Anlage N an. Die Entfernungspauschale zählt zu den Werbungskosten. Darunter fallen alle Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrem Job anfallen. Sie können ohnehin eine Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro nutzen. Es ist also möglich, dass sich die Pendlerpauschale für Sie gar nicht lohnt, weil sie an den abzugsfähigen Werbungskosten nichts ändert.

Beispiel: Werbungskostenpauschale und Pendlerpauschale

Sie pendeln an 220 Arbeitstagen im Jahr acht Kilometer zur Arbeit (einfache Fahrt). Dafür fällt eine Entfernungspauschale von insgesamt 528 Euro an. Wenn sie keine anderen Werbungskosten haben – für Fachbücher, Weiterbildungen oder Arbeitskleidung – dann kommen Sie nicht auf 1.000 Euro. Pendlerpauschale überflüssig.

Oft aber lohnt sie sich sehr wohl. Tipp: Stellen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung, sofern Ihre Werbungskosten über 1.000 Euro liegen. Dann müssen Sie schon im Laufe des Jahres weniger Lohnsteuer zahlen. Ihre Werbungskosten werden als Freibetrag jeden Monat beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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