Pendlerpauschale: Höhe 2021, Höchstgrenze und Berechnung

Müssen Arbeitnehmer jeden Tag zur Arbeit fahren, kann das ganz schön teuer sein. Durch die Pendlerpauschale dürfen deshalb 30 Cent pro Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte von der Steuer abgesetzt werden. Seit 2021 gilt für größere Entfernungen sogar eine höhere Pendlerpauschale. Wir erklären, was Sie zur steuerlichen Pauschale für Pendler wissen müssen und wie sich diese berechnet…

Pendlerpauschale: Höhe 2021, Höchstgrenze und Berechnung

Anzeige

Definition: Was ist die Pendlerpauschale?

Die Pendlerpauschale heißt offiziell Entfernungspauschale und ist eine steuerliche Subvention für Erwerbstätige, die zu ihrer Arbeitsstätte pendeln. So können Arbeitnehmer steuern sparen und erhalten bei der Steuererklärung finanzielle Vorteile als Ausgleich für die Kosten des täglichen Berufspendelns. Dabei gilt: Je weiter Ihr Arbeitsplatz von der Wohnung entfernt ist, desto höher ist Ihre Pendlerpauschale – und desto größer die Steuerersparnis.

Konkret mindert die Pendlerpauschale Ihr zu versteuerndes Einkommen. Es ist keine Gutschrift oder Erstattung des Finanzamtes, sondern sorgt in der Konsequenz dafür, dass Sie auf ein Jahr gesehen weniger Einkommensteuer entrichten müssen. Der Vorteil entsteht somit durch die Steuererklärung.

Rechtlich zählt die Entfernungspauschale zu den Werbungskosten und ist in § 9 des Einkommensteuergesetzes geregelt.

Anzeige

Wie hoch ist die Pendlerpauschale?

Bei der Höhe der Pendlerpauschale muss seit dem Jahr 2021 zwischen zwei Beträgen unterschieden werden. Wie hoch die Pendlerpauschale im individuellen Fall letztlich ausfällt, hängt von der Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsplatz am. Bei längeren Entfernungen kann dabei eine erhöhte Pendlerpauschale greifen.

  • Bis zu 20 Kilometer
    Durch die normale Pendlerpauschale können Arbeitnehmer 30 Cent für jeden vollen Kilometer Wegstrecke steuerlich geltend machen.
  • Ab dem 21. Kilometer
    Neu seit dem Jahr 2021 ist die erhöhte Pendlerpauschale für Fernpendler. Ab dem 21. Kilometer können Sie 35 Cent für jeden Kilometer bei der Steuer absetzen. Diese Regelung gilt bis zum Ende des Jahres 2023. Ab Januar 2024 wird die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer sogar auf 38 Cent erhöht. Grund sind steigende Benzinpreise durch steigende Abgaben für CO2.
Anzeige

Wichtige Regelungen zur Pendlerpauschale

Die Grundsätze der Pendlerpauschale sind recht simpel: Pendeln Sie zum Arbeitsplatz, können Sie entsprechend der Strecke einen pauschalen Betrag bei der Steuererklärung angeben. Trotzdem gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

Nur einfache Strecke

Auch wenn Sie täglich hin und zurück fahren: Die Pendlerpauschale dürfen Sie pro Arbeitstag nur für die einfache Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz nutzen. Soll heißen: Liegen zwischen Ihrem zuhause und Ihrem Job 15 Kilometer, dürfen Sie diese nur einmalig für jeden Tag ansetzen – die Rückfahrt bleibt außen vor.

Höchstgrenze

Für die Pendlerpauschale gilt zunächst eine Höchstgrenze von 4.500 Euro im Jahr. Für Extrempendler kann das ein Nachteil sein. Aber auch hier die Ausnahme: Wenn Sie Ihren eigenen Pkw oder einen Firmenwagen benutzen, gilt die Höchstgrenze nicht. Sie müssen jedoch nachweisen können, dass Ihre Kosten den Betrag wirklich überschreiten. Gleiches gilt für die Kosten bei Pendlern mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sammeln Sie unbedingt die Belege, um höhere Kosten jenseits der Höchstgrenze nachweisen zu können.

Anzahl

Grundsätzlich greift die Pendlerpauschale nur für Arbeitstage, an denen Sie tatsächlich zum Arbeitsplatz gefahren sind. Wenn Sie im Homeoffice arbeiten greift eine andere Homeoffice-Pauschale. Wer fünf Tage die Woche zur Arbeitsstätte fährt kann in der Regel 220 bis 230 Fahrten im Jahr angeben. Bei einer 6-Tage-Woche erhöht sich die Anzahl auf bis zu 280 Tage.

Erste Tätigkeitsstätte

Ausschließlich die Fahrten zur sogenannten ersten Tätigkeitsstätte berechtigen zur Nutzung der Pendlerpauschale. Bei einem Mitarbeiter im Büro, der dort jeden Tag verbringt, ist dies eindeutig. Komplizierter kann es sein, wenn ein Arbeitnehmer an verschiedenen Orten eingesetzt wird. Entscheidend ist dann, welcher Arbeitsstätte ein Mitarbeiter dauerhaft zugeordnet ist. Gibt es keine klare Zuordnung gilt der Ort, an dem Sie zwei volle Arbeitstage pro Woche oder zwei Drittel ihrer Arbeitszeit arbeiten.

Entfernung

Um Ihre Pendlerpauschale beziffern zu können, müssen Sie die Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ausrechnen. Dabei ist stets die kürzeste Straßenverbindung maßgebend. „Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird“, so das Einkommensteuergesetz. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die kürzeste Strecke durch eine Baustelle versperrt ist. Diese Entfernung gilt auch dann, wenn Sie gar nicht mit dem Auto, sondern mit der Bahn pendeln.

Verschiedene Wohnungen

Haben Sie mehrere Wohnungen wird für die Berechnung der Pendlerpauschale zunächst der Wohnort genommen, der Ihrem Arbeitsplatz am nächsten liegt. Eine andere Wohnung kann nur dann für die Pendlerpauschale genutzt werden, wenn diese der Mittelpunkt der Lebensinteressen eines Arbeitnehmers ist. Darüber hinaus können Sie auch die Kosten für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung geltend machen – über die Höchstgrenze von 4.500 Euro hinaus.

Beispiel und Berechnung der Pendlerpauschale

Wie genau sieht nun die Berechnung einer Pendlerpauschale aus? Zur Veranschaulichung haben wir ein einfaches Beispiel erstellt: Zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitsplatz liegen 45 Kilometer. Sie haben eine typische 5-Tage-Woche, arbeiten stets im selben Büro und pendeln mit Ihrem Privatauto. Wie hoch ist die Pendlerpauschale, die Sie steuerlich geltend machen können?

Für die Berechnung multiplizieren Sie zunächst die Kilometer mit den jeweils geltenden Pauschalen. Für die ersten 20 Kilometer je 30 Cent, für die weiteren Kilometer je 35 Cent:

  • 20 Kilometer mal 0,30 Euro = 6 Euro
  • 25 Kilometer mal 0,35 Euro = 8,75 Euro

Für jeden Werktag beträgt Ihre Pendlerpauschale somit 14,75 Euro (6 Euro + 8,75 Euro) für die einfache Fahrtstrecke. Auf das Jahr gerechnet multiplizieren Sie diesen Betrag mit den Arbeitstagen. Bei einer 5-Tage-Woche werden 220 Tage angenommen, ergibt 3.245 Euro (14,75 Euro mal 220 Tage). Ihr zu versteuerndes Einkommen reduziert sich für das Kalenderjahr entsprechend um die Pendlerpauschale von 3.245 Euro.


Anzeige

Pendlerpauschale: Wer kann sie in Anspruch nehmen?

Die Zahl der potenziellen Steuersparer ist riesig – und sie wächst scheinbar unaufhörlich. Schon 18,4 Millionen Erwerbstätige in Deutschland pendeln nach Berechnungen des Bonner Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das sind 59,4 Prozent aller Beschäftigten. Die meisten Pendler gibt es in München: 365.000 Menschen arbeiten in der bayerischen Landeshauptstadt, aber wohnen nicht dort. Das größte Wachstum verzeichnet Berlin. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Zahl der pendelnden Arbeitnehmer hier um 50 Prozent erhöht.

Prinzipiell hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf die Entfernungspauschale – auch Selbstständige. Dabei spielt auch die Wahl des Verkehrsmittels keine Rolle. Es ist unerheblich, ob Sie mit dem Auto, Zug, Taxi, Fahrrad oder zu Fuß kommen. Sie könnten theoretisch also jeden Tag zehn Kilometer zur Arbeit wandern, um die Kosten für Benzin oder Zugticket zu sparen. Die Pendlerpauschale würden Sie trotzdem erhalten.

Aber keine Regel ohne Ausnahme: Arbeitnehmer, die die Wegstrecke per Flugzeug oder (steuerfreier) Sammelbeförderung des Arbeitgebers zurücklegen, können die Entfernungspauschale nicht ansetzen.

Pendlerpauschale in der Steuererklärung

Für die Pendlerpauschale müssen Sie in der Regel keine Belege sammeln. Das ist komfortabel. Anders kann es sein, wenn Sie den Höchstbetrag überschreiten. Hier sollten Sie die tatsächlich anfallenden, höheren Kosten belegen können. Um den Betrag in der Steuererklärung anzugeben, müssen Sie diesen zunächst wie oben gezeigt ermitteln.

In der Steuererklärung geben Sie die Pendlerpauschale in Anlage N an. Die Entfernungspauschale zählt dabei zu den Werbungskosten. Darunter fallen alle Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrem Job anfallen. Sie können ohnehin eine Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro nutzen. Es ist also möglich, dass sich die Pendlerpauschale für Sie gar nicht lohnt, weil sie an den abzugsfähigen Werbungskosten nichts ändert.

Beispiel: Sie pendeln an 220 Arbeitstagen im Jahr acht Kilometer zur Arbeit (einfache Fahrt). Dafür fällt eine Entfernungspauschale von insgesamt 528 Euro an. Wenn sie jetzt keine anderen Werbungskosten haben – für Fachbücher, Weiterbildungen oder Arbeitskleidung zum Beispiel – dann kommen Sie erst gar nicht auf 1.000 Euro. Pendlerpauschale überflüssig.

Oft aber lohnt sie sich sehr wohl. Tipp: Stellen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung, sofern Ihre Werbungskosten über 1.000 Euro liegen. Dann müssen Sie schon im Laufe des Jahres weniger Lohnsteuer zahlen. Ihre Werbungskosten werden als Freibetrag schon jeden Monat beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Bewertung: 4,99/5 - 6138 Bewertungen.

Aktuelle Videos

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite