Schufa-Auskunft: Kostenlos online anfordern

Einmal im Jahr haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Schufa-Auskunft, das hält das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) fest. Und von diesem Recht sollten Sie Gebrauch machen. Denn nicht immer stimmen die Einträge. Wenn Sie bargeldlos bezahlen, werden Ihre Daten bei Auskunfteien wie der Schufa gespeichert. Da die meisten von uns Handyverträge, Kreditkarten und vielleicht sogar mehrere Girokonto haben, kann man schnell den Überblick verlieren. Mit einer Schufa-Auskunft bekommen Sie den jedoch wieder. Wir erklären, wie Sie kostenlos eine Selbstauskunft beantragen, was in der Schufa-Bonitätsauskunft steht und was Sie für einen positiven Schufa-Wert tun können…

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Schufa-Auskunft: Kostenlos online anfordern

Schufa-Bonitätsauskunft, Schufa-Datenkopie oder Selbstauskunft?

Im Internet kursieren viele verschiedene Begriffe nebeneinander. Die Bedeutung ist teilweise die gleiche, aber eben nicht immer. Daher eine kurze Erläuterung:

  • Schufa-Datenkopie

    Wie eingangs erwähnt, steht Ihnen einmal jährlich eine kostenlose Schufa-Auskunft zu. Die Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) wird auch als Selbstauskunft oder Eigenauskunft bezeichnet.

  • Schufa-Bonitätsauskunft

    Damit ist eine kostenpflichtige Variante der Schufa-Auskunft gemeint, die aus zwei Dokumenten besteht. Ihnen wird in dem einen Dokument mithilfe eines Zertifikats Ihre Bonität, also finanzielle Zahlungsfähigkeit, bescheinigt. Das andere dient der persönlichen Information und ist umfangreicher.

Benötigt werden solche Auskünfte beispielsweise bei der Wohnungssuche oder der Kreditvergabe.

Schufa-Auskunft für den Vermieter

Mietnomaden sind wohl der Albtraum eines jeden Hauseigentümers. Neben einem Nachweis über eine Arbeitsstelle (beispielsweise durch Gehaltsabrechnung) erwarten Vermieter häufig eine Schufa-Auskunft, um sich zu schützen.

Das ist zwar nach Auskunft der Verbraucherzentrale Bremen nicht rechtens, aber angesichts eines umkämpften Wohnungsmarktes wird kaum ein Mieter lange diskutieren. Die Seite der Schufa wirbt mit einem Angebot, das als Schufa-Bonitätsauskunft zum Weitergeben (beispielsweise an den Vermieter) ausgewiesen wird.

Aber Vorsicht! Hierbei handelt es sich um ein kostenpflichtiges Angebot der Schufa für 29,95 Euro, das ein Zertifikat und erläuternde Informationen umfasst. Die Schufa-Auskunft für den Vermieter unterscheidet sich von der Schufa-Datenkopie einzig dadurch, dass sie weniger Informationen enthält.

Auch Immobilienseiten wie Immobilienscout24 und Immowelt bieten den schnellen kostenpflichtigen Schufa-Bonitätscheck. Die kostenlose Schufa-Auskunft ist umfangreicher, enthält also Daten, die Ihren Vermieter nichts angehen.

Unser Tipp: Die kostenpflichtige Auskunft ist nicht notwendig – schwärzen Sie einfach Angaben wie Ihre Konto- oder Kreditkartennummer auf der Selbstauskunft. Vermieter und Banken sind meist nur an der einfachen Beantwortung der Frage interessiert, ob Sie Ihren Verpflichtungen nachkommen können oder nicht.

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Schufa-Auskunft kostenlos beantragen

Die Schufa-Auskunft lässt sich auf verschiedenen Wegen beantragen:

  • postalisch
  • telefonisch
  • online
  • über eine Bank

Seit einigen Jahren ist die Schufa verpflichtet, jedem Verbraucher einmal pro Jahr eine kostenlose Auskunft zu erteilen. Grundlage ist § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) beziehungsweise Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Bitte beachten Sie: Nur die postalische Schufa-Auskunft ist kostenlos.

Um sie zu erhalten, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Gehen Sie auf die Webseite der Schufa für Privatkunden.
  2. Klicken Sie oben auf „Auskünfte“. Sie gelangen auf die „Produkte“-Seite und finden links im Menü mehrere Produkte wie „Schufa-Bonitäts-Auskunft“ und zu unterst das Feld „Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)“.
  3. Alternativ scrollen Sie auf der Startseite ganz nach unten. Dort finden Sie zu unterst im grauen Bereich das Feld „Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)“. Darunter klicken Sie auf „Zum Formular“.
  4. Sie sind jetzt ebenfalls auf der „Produkte“-Seite. Links klicken Sie auf „Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)“. Ebenso können Sie wieder auf der „Produkte-Seite“ nach ganz unten scrollen und im Feld „Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)“ auf „Mehr Infos & Bestellung“ klicken.
  5. Für die kostenlose Schufa-Auskunft klicken Sie rechts unter dem Punkt „Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)“ auf „Jetzt bestellen“. Lassen Sie sich von den vielen roten Kästchen nicht irritieren. Die Schufa würde Ihnen natürlich lieber die kostenpflichtige Variante verkaufen.
  6. Tragen Sie Ihre Daten in die Maske ein (Pflichtfelder genügen) und folgen Sie den weiteren Schritten. Sie können einen Personalausweis hochladen, um sich auszuweisen. Verpflichtend ist das aber nicht. Vergessen Sie nicht, den Sicherheitscode einzugeben.
  7. Die Schufa bestätigt Ihnen, die Bestellung erhalten zu haben und sich wieder mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Die kostenlose Schufa-Auskunft wird Ihnen nun auf dem Postweg zugestellt.

Wer eine Online-Auskunft ordert, schließt automatisch ein Jahresabo (meine Schufa kompakt) ab. Das beläuft sich derzeit auf 3,95 Euro monatlich plus eine einmalige Aktivierungsgebühr von 9,95 Euro. Damit haben Sie dann unbegrenzten Zugriff auf Ihre Daten und können beispielsweise online einen tagesaktuellen Stand abrufen, zahlen allerdings auch 57,35 Euro.

Andere ebenfalls kostenpflichtige Schufa-Produkte gewähren zusätzlichen Service wie etwa Beratung und eine kostengünstigere Schufa-Ausfkunft für Vermieter. Die verschiedenen Auskunftsversionen können vor allem für Unternehmer interessant sein, die mehr als einmal pro Jahr eine Schufa-Auskunft benötigen.

Extra-Tipp

Für Verbraucher, die ihre Daten nicht im Internet eingeben möchten, stellt die Verbraucherzentrale Bremen einen Download für eine kostenlose Schufa-Ausfkunft als PDF zur Verfügung. Das können Sie ausdrucken und ausfüllen und dann direkt postalisch an die Schufa schicken. Rechnen Sie mit einigen Wochen Dauer, bis die Anfrage bearbeitet und Ihnen die Unterlagen geschickt werden.

Zum Bestellformular Datenübersicht nach § 34 BDSG (PDF) geht es hier.

Was ist die Schufa?

Die Schufa ist die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Sie ist keine Behörde, wie manche meinen, sondern eine Auskunftei, also ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen.

Mittlerweile ist sie in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft tätig und handelt im Auftrag von Sparkassen, Banken, aber auch Versandhandels- und Telekommunikationsunternehmen. Neben der Schufa speichern noch weitere Auskunfteien Informationen über Verbraucher. Dazu gehören unter anderem:

  • Arvato Infoscore
  • Creditreform Boniversum
  • Crif Bürgel

Interessant ist die Schufa beispielsweise für Privatpersonen, wenn Sie eine Selbstauskunft haben möchten oder eine Schufa-Auskunft für den Vermieter brauchen. Unternehmenskunden der Schufa geht es darum, Erkenntnisse über die Bonität beziehungsweise Zahlungsmoral eines Kunden zu erhalten, sich also vor Betrug abzusichern.

Zugriff auf Ihre Daten hat nur, wer diese Daten an die Schufa liefert – der Datenschutz darf dabei nicht außen vor bleiben. Ohne Ihre Zustimmung kann also nicht einfach eine Schufa-Auskunft über Sie eingeholt werden. Genau diese Erlaubnis erteilen Sie mit einer Unterschrift auf einem Vertrag, der eine Schufa-Klausel enthält.

Welche Informationen enthält die Schufa-Auskunft?

In der kostenlosen Schufa-Auskunft sind zunächst Ihre persönlichen Daten aufgeführt, dazu gehören neben Ihrer Schufa-Kundennummer:

  • Name
  • Adresse
  • frühere Wohnadressen
  • Geburtsdatum und -ort
  • Bankkonten
  • Kredite und Kreditkarten
  • Leasingverträge
  • Handykonten
  • Ratenzahlungsgeschäfte
  • Bürgschaften
  • Zahlungsausfälle trotz Mahnungen

Von Interesse sind vor allem die sogenannten kreditrelevanten Daten. Dazu zählen Informationen über Bankkonten und abgeschlossene Verträge, zum Beispiel im Bereich Mobilfunk, Leasing, Onlinehandel oder eben auch Kredite selbst.

Nicht gespeichert werden dürfen solche Informationen:

  • Arbeitgeber
  • Beruf
  • Einkommen
  • Familienstand
  • Kaufverhalten
  • Nationalität
  • politische Gesinnung
  • Vereins- oder Parteimitgliedschaften
  • Vermögen
  • Weltanschauung

Gelistet werden Bonitäts- oder Identitätsabfragen, wie sie vor Vertragsabschlüssen üblich sind. Bei der Schufa-Auskunft erfahren Sie:

  • Welche Informationen über Sie gesammelt wurden.
  • Welche Quellen dafür herangezogen wurden.
  • Welche Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten eine Bonitätsauskunft über Sie eingeholt haben.

Zusätzlich werden Scorewerte aufgeführt, in denen Ihre Bonität geschätzt wird.

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Der Basis-Score und wie Sie ihn verbessern

Alle Informationen über Ihr Zahlungs- und Kreditverhalten kondensiert die Schufa zu einem Score-Wert. Die Skala liegt zwischen 0 und 100 und soll die Rückzahlungswahrscheinlichkeit in Prozent ausdrücken. Beispiel: Auf Ihrer Schufa-Auskunft ist ein Score-Wert von 97,52 angegeben. Laut Schufa kann der Kreditgeber damit rechnen, dass Sie Ihren Kredit mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,52 Prozent auch zurückzahlen.

Die Faustregel: Je geringer Ihr Scorewert, desto geringer nach Ansicht der Schufa die Rückzahlungswahrscheinlichkeit und desto geringer Ihre Kreditwürdigkeit. Das kann für Sie zu höheren Zinsen etwa bei Krediten führen oder im schlimmsten Fall bedeuten, dass Sie erst gar keinen Kredit bekommen. Aktualisiert wird der Wert alle drei Monate.

Ein Scorewert von über 97,5 signalisiert gemeinhin ein sehr geringes Ausfallrisiko. Werte von weniger als 90 sind mit einem deutlich erhöhten bis hohen Risiko für den Kreditgeber verbunden.

Der Scorewert dient Ihnen zur Orientierung und wird nicht an Unternehmen geliefert. Aber: Wenn Sie die Auskunft beispielsweise einem Vermieter vorlegen, sieht er ihn natürlich auch.

So verbessern Sie Ihren Score

Girokonten begrenzen

Die Schufa wertet mehrere Girokonten negativ, glauben manche Finanzexperten. Auch häufige Girokonten-Wechsel fallen offenbar negativ ins Gewicht. Reduzieren Sie die Anzahl Ihrer Konten auf höchstens zwei und bleiben Sie nach Möglichkeit Ihrem Kreditinstitut treu.

Kreditkarten kündigen

Viele Kreditkarten verursachen Gebühren, welche wiederum einen schlechteren Schufa-Score nach sich ziehen können.

Dispo nicht überziehen

Wenn Sie den Dispokredit bei Ihrer Hausbank überziehen und er gekündigt wird, gibt das vermutlich Abzüge. Noch besser ist, wenn Sie ihn erst gar nicht beanspruchen.

Rechnungen pünktlich bezahlen

Wer Rechnungen wiederholt zu spät bezahlt, drückt den Schufa-Score nach unten. Bauen Sie bei wiederkehrenden Rechnungen auf das Lastschriftverfahren, also vor allem bei Handy-, DSL- und Stromrechnungen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Daten im Überblick behalten

Nur wenn Sie wissen, wie Ihr aktueller Score ist, können Sie ihn auch verbessern. Dazu sollten Sie die Möglichkeit nutzen, ein Mal im Jahr kostenlos Ihren Schufa-Eintrag abzufragen. Bei falschen Einträgen können Sie so schnellstmöglich reagieren.

Schufa-Einträge korrigieren lassen

Damit Sie einen negativen Schufa-Eintrag erhalten, muss ein Unternehmen Ihnen zuvor zwei Abmahnungen zukommen lassen. Mindestens vier Wochen vor dem Eintrag – das legt der Gesetzgeber fest – hat das Unternehmen Ihnen einen Hinweis zu erteilen.

Wer jetzt denkt, er habe immer brav seine Schulden bezahlt und brauche deshalb keine Schufa-Auskunft, sollte sich nicht täuschen: In einigen Fällen vergessen Unternehmen, relevante Daten an die Schufa zu übermitteln. Einige Inhalte können somit veraltet sein.

Beispielsweise ist eine Rechnung beglichen worden, aber der Gläubiger hat vergessen, die Schufa darüber zu unterrichten. Wenn Sie das nicht tun, bleibt der Eintrag drin.

In anderen Fällen sind unterschiedliche Personen mit gleichem Namen gelistet: Ein Matthias oder Michael Müller wird vermutlich mehrfach in Deutschland vorkommen, so dass Informationen und Daten falschen Personen zugeordnet werden, ohne dass sie etwas dafür können.

Eine Schufa-Auskunft gibt Ihnen die Möglichkeit, solche Fehler aufzudecken und entsprechende Korrekturen zu veranlassen. Das kann vor allem dann wichtig sein, wenn Sie Schwierigkeiten haben, einen Kredit bewilligt zu bekommen.

  • Tipp 1

    Berufen Sie sich dabei auf § 33ff. des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Solange der Sachverhalt nicht geklärt ist, werden Daten für andere gesperrt. Zweifelsfrei falsche Angaben müssen umgehend gelöscht werden. Informationen über beglichene Kredite hingegen werden erst drei Jahre nach Rückzahlung gelöscht.

  • Tipp 2

    Es kann sogar vorkommen, dass die Schufa falsche Daten nicht sofort löscht oder korrigiert. In diesem Fall können Sie einen sogenannten Ombudsmann zur Schlichtung hinzuziehen. Das kann beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn ein Geldinstitut falsche Daten übermittelt hat, die es nun nicht wieder löschen möchte.

Wann müssen Daten gelöscht werden?

Die Daten, die die Schufa über Sie speichert, müssen zu verschiedenen Zeitpunkten gelöscht werden. Den Überblick verdeutlicht folgende Grafik:

Schufa Auskunft Fuer Vermieter Sofort Kostenlos

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
5. Mai 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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